Joachim Schroetter

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  • Fischersjung
    Forum-Teilnehmer
    • 10.11.2015
    • 5609

    #211
    AW: Joachim Schroetter

    Guten Morgen Joachim,
    das Thema Nachrufe ist ncit geschlossen, siehe hier:
    https://www.danzig.de/forumdisplay.php?93-Nachrufe
    und letzter Beitrag:
    https://www.danzig.de/showthread.ph...926-21-10-2011

    - - - Aktualisiert - - -

    Berichtigung: ....nicht geschlossen...
    Grüße von Joachim

    Kommentar

    • Belcanto
      Forum-Teilnehmer
      • 24.09.2008
      • 2508

      #212
      AW: Joachim Schroetter

      Bei Wolfgang steht Thema geschlossen?

      Kommentar

      • Fischersjung
        Forum-Teilnehmer
        • 10.11.2015
        • 5609

        #213
        AW: Joachim Schroetter

        Hallo Joachim,
        im Thema'Nachrufe auf Forummitglieder, Angehörige, Freunde' schreibt Wolfagng ausdrücklich:

        Zitat: "Mittlerweile wurden unzählige Nachrufe geschrieben. Bitte ergänzt sie durch Fotos, möglichst mit Angaben wann und wo und wie sie entstanden sind, egal wie weit der Nachruf zurück liegt. Schaut nach was Ihr noch an Fotos habt, kramt in Euren Foto-Archiven und schaut was Ihr erst kürzlich oder vor zehn oder zwanzig oder noch mehr Jahren aufgenommen habt. Und wenn es noch keinen Nachruf auf eine/n Verstorbene/n gibt, dann schreibt bitte einen!
        Wir wollen Niemanden vergessen. Jede/r der einmal war, verdient es gewürdigt und nicht vergessen zu werden." Zitatende

        Du kannst zu jeder Zeit im Link: https://www.danzig.de/forumdisplay.php?93-Nachrufe
        ein neues Thema erstellen um einen Nachruf zu einem Verstorbenen einzustellen.
        Grüße von Joachim

        Kommentar

        • Belcanto
          Forum-Teilnehmer
          • 24.09.2008
          • 2508

          #214
          AW: Joachim Schroetter

          Erinnerung

          Danzig - geliebte Heimatstadt
          schöne Königin am Meer.
          Ich sehne mich nach dir, ich sehne mich so sehr.
          Wir Kinder spielten fröhlich mit feinem Meeressand,
          Und ließen ihn dann rieseln, ganz langsam aus der Hand.
          Die Möwen oben kreisend, von Brösen weht der Wind,
          Und in den Dünens Hügel, lachte froh ein Kind.
          Wir waren braun wie Mohren, die Haare kurz geschoren,
          Am Ostseestrand geboren, hatten „ihn“ noch nicht verloren.
          Glücklich waren wir obendrein im warmen hellen Sonnenschein.
          Fischer flickten Netze, es roch nach Salz und Teer,
          Und viele schöne Muscheln schwemmte an das Meer.
          Man tat es auch nicht lautstark kund, machte man einen Bernsteinfund.
          Wir bauten Burgen aus Sand, waren stundenlang am Strand.
          Es war so herrlich in der Natur, von Umweltzerstörung keine Spur.
          Geliebte Heimat, stilles Glück, wie gerne kehrte ich zurück.

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          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2508

            #215
            AW: Joachim Schroetter

            Gedanken 2
            Geliebte Heimat, geliebtes Land,
            du kommst mir langsam aus dem Sinn,
            weil ich nicht mehr kann zu dir hin.
            Das Alter welkte Gesundheit und Gedanken,
            die sich einst wie eine schöne Rose um die Heimat ranken.
            Unbeschwertes Glück,
            kommt nicht mehr zurück.
            Bin in Gedanken am Strand,
            spiele im feinen Sand.
            Milder Wind weht aus Süden,
            in den weiten Dünen
            lacht froh ein Kind.
            Möwen in den Lüften sind.
            Friedlich liegt das Meer vor mir,
            war als Kind sehr gerne hier.
            Sammelten Muscheln und Strandgut,
            alles friedlich, alles gut.
            Netze trockneten an Stangen,
            viele Fische wurden gefangen.
            Lachse, Butt und Flunder.
            Meer ein Artenwunder.
            Nachdem behaglichen in der Sonne dösen,
            ging es über Kopfsteinpflaster zurück nach Brösen. Dort betrieb Oma einen Laden
            Zuckerstange und auch Fladen.
            Eltern und Geschwister sind nun tot.
            Die mir halfen in der Not.
            Bald ist niemand mehr da,
            der schildern kann, was Heimat war.
            Auch wenn die Verse einfach sind,
            erinnere ich mich so als Kind,
            was wird mein letzter Gedanke sein,
            bevor für immer bricht mein Augenschein.
            Joachim Schroetter 2024
            Ich wünsche euch allen eine gute Zeit.

            Kommentar

            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2508

              #216
              AW: Ein alter Danziger

              Der Alte kriegsgebeugt,
              nach unten in die Mottlau äugt.
              Wünscht ein Wunder,
              sieht nur eine Flunder.
              Wünscht sich herbei, den Butt,
              den sprechenden Fisch,
              doch der landet auf den Mittagstisch.
              Es ist jetzt so still
              Keiner redet auch nicht Ilsebill.
              Es sind vergangen viele Jahren,
              wo er mit dem Vater an dieser Stelle waren.
              Er ist allein, traurig voll Gedanken,
              die sich um die Familie und Heimat ranken.
              Vielleicht ist es der letzte Blick,
              den er zum Krantor schickt.
              Die Flunder schwimmt indes nach Brösen,
              will im warmen Wasser dösen.
              Und denken an die große Flucht,
              die einst begann in dieser Bucht.
              Und das es gäbe endlich Frieden,
              der allen Menschen beschieden.
              J. Schroetter

              Kommentar

              • Belcanto
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2008
                • 2508

                #217
                AW: Joachim Schroetter

                Es wird immer wieder beanstandet, das Forum wäre tot. Ich möchte einmal schildern, was ich darüber denke. Meine Eltern sind tot und meine beiden Brüder auch. Ich will an viele Dinge nicht mehr erinnert werden, sondern möchte sie verdrängen. Ein verlorener Schatz bleibt verloren, auch wenn ich ihn sehe, gehört er nicht mir. Endgültig habe ich erst von Danzig Abschied genommen, wenn ich gestorben bin
                Wenn ich in Brösen bin, sehe ich meine Oma am Fenster und am Strand meinen Opa. Wenn ich nach Langfuhr fahre, sehe ich meine liebe Mutter. Wenn ich in die Kathedrale in Oliva gehe, höre ich das Sonntagskonzert, das ich mit meinem Vater besuchte. Und wenn ich dann wieder an der Mottlau stehe, sehe ich meine Geschwister, wie wir um die Wette in die Mottlau spucken.
                Ich will das aber nicht mehr, weil es schmerzt. Mir kommen die Tränen. Ich muss das Kapitel ein für alle Mal abschließen. Es ist nicht meine, nicht mehr unsere Stadt, auch wenn sie zu mindestens, im Kern im alten Glanz erstrahlt, so können wir den Verlust nur nachtrauern und das geschieht ja auch.
                Die Gedanken an Danzig und an unsere Heimat, trägt doch seinem Herzen still und nachdenklich. Der einen mehr der andere weniger. Es handelt sich, um eine ideelle Sicht auf etwa Verlorenes.

                Kommentar

                • Belcanto
                  Forum-Teilnehmer
                  • 24.09.2008
                  • 2508

                  #218
                  AW: Joachim Schroetter

                  Hallo, guten Morgen. Meine Tante Ruth war eine geb. Welten und meine Tante Anni Schroetter eine geb. Dannhoff. Kennt jemand die Familien oder wurden die Namen hier schon mal erwähnt.

                  Kommentar

                  • Christkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.02.2008
                    • 1568

                    #219
                    Was bleibt?

                    Zu 21:
                    Lieber Belcanto, wenn du manchmal traurig bist, weil es immer weniger Danziger gibt, die aus eigenem Erleben über unsere Heimat berichten können, dann sind wir doch dankbar für all das, was uns viele Menschen zu ihren Lebzeiten an Schriften, Berichten, Bildern aufgeschrieben und hinterlassen haben. Manchmal gehe ich an meinen Bücherschrank, nehme irgend ein Buch in die Hand und lasse mir erzählen, was die Menschen vor mir gedacht, gefühlt, geschrieben haben. Am schönsten sind dann die die Jahrgänge "Unser Danzig". Und schon habe ich wieder "aufgetankt". Und manchmal finde ich auch in unseren Dateien Berichte von Feli, von Annemarie, von Ellen. Ja, alle sind schon vorausgegangen und haben Spuren hinterlassen. Feli hat ja auch ihr Leben in Büchern erzählt.
                    E.Faber-Bockelmanns Gedicht gefiel mir heute besonders:
                    Mein Meer - Elsa Faber-Bockelmann

                    Du rätselhaftes Meer, so voller tiefer Wunder,
                    du warst mir alles: Friede, Trost und Glück.
                    Ging über Strand und Düne ich zu dir hinunter,
                    kam ich beschenkt, gewandelt stets zurück.


                    Du wiesest oft mir einen Weg in meinen Sorgen,
                    vor allem schenktest du die inn're Ruh.
                    In deiner Weite, Größe fühlt ich mich geborgen,
                    dein Rauschen deckte meine Zweifel zu.

                    Auch meine Freuden habe ich zu dir getragen,
                    und habe immer sie geteilt mit dir.
                    Ich konnte alles deinen Wogen sagen,
                    wie bei der Mutter war's mir dann bei dir.

                    Ob Stille auf dir ruhte und der Sonne Gluten
                    sich dir vermählten, ob das Mondenlicht
                    geheimnisvoll sich brach im Gischt der dunklen Fluten,
                    ob Sturmwind heulte - du enttäuschtest nicht.

                    Hier hör' ich Quellen murmeln, Bäche hurtig rauschen,
                    sie eilen hin zum Meer in Jugendlust.
                    Nur diesem Klange kann ich jetzt voll Sehnsucht lauschen,
                    der die Erinnerung weckt in meiner Brust.
                    __________________
                    Schöne Grüße, Christa
                    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                    (M. Gandhi)

                    Kommentar

                    • Inge-Gisela
                      Forum-Teilnehmer
                      • 09.11.2012
                      • 1842

                      #220
                      AW: Unsere Feli ist am 20.5.24 verstorben

                      Joachim (Belcanto),

                      ich denke, dass Stammbäume einiges zum Nichtvergessen beitragen können, wenn man sie nicht nur in der Familie belässt. Nicht immer sind z.B. Familienangehörige an der Vergangenheit der Ahnen interessiert. Dann verschwinden Daten, Fotos, Geschichten für immer. So kann man jedenfalls hoffen, dass etwas bestehen bleibt. Auch wenn da Irrtümer enthalten sein können und auch sind. Aber Irrtümer entstehen auch durch das Erzählen. Wenn einige dieselben Erfahrungen hatten, fragt man sie später, kann jeder etwas anderes erzählen, weil für jeden etwas anderes wichtig war. So sehe ich es z.B. bei meinem Mann und mir. Wir erinnern uns an unterschiedliche Dinge, obwohl wir das Gleiche erlebt hatten. Manches gerät auch in Vergessenheit. Mein Mann schreibt sich in Stichworten seit Jahrzehnten einiges auf. Das hilft unseren Erinnerungen manchmal auf die Sprünge. Und die kommenden Generationen können nicht das gleiche Empfinden haben wie die Betroffenen selbst. Wünscht man ihnen in mancher Hinsicht auch nicht. Sie haben ihre eigenen Wünsche, Träume, auch schlimmen Erfahrungen. Wenn man es richtig überlegt. Wir sind eigentlich alle nur ein Sandkorn. Und beeinflussen können wir die Weltgeschichte kaum. Und wer weiß, wie in 100 Jahren die Welt aussieht. Sicherlich nicht besser als heute.

                      Lieben Gruß

                      Inge-Gisela

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                      • Belcanto
                        Forum-Teilnehmer
                        • 24.09.2008
                        • 2508

                        #221
                        AW: Unsere Feli ist am 20.5.24 verstorben

                        Liebes Christkind, du hast recht. Ich bin sehr dankbar, für all das was hier geleistet wird. Noch heute, fast 80 nach dem Krieg, werden hier im Forum immer noch Menschen gesucht und Auskünfte erteilt. Das ist wunderbar. Ich bin nur traurig, wenn ich mir die Frage stelle: was wäre wenn, wäre mein Leben anders verlaufen als es verlaufen ist Ich hoffe, dass wir alle bei guter Gesundheit noch lange uns hier austauschen können.

                        - - - Aktualisiert - - -

                        Liebe Inge Gisela, wir haben auch unsere Stammbäume gepflegt. Und in der Tat, ist bald niemand mehr da, den die Familiengeschichten interessiert und sie allmählich in Vergessenheit gerät. Bald wird auch vergessen sein, dass Danzig aus unserem Erleben eben eine deutsche Stadt war, vor der man gedanklich immer mehr Abschied nimmt.

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                        • Inge-Gisela
                          Forum-Teilnehmer
                          • 09.11.2012
                          • 1842

                          #222
                          AW: Unsere Feli ist am 20.5.24 verstorben

                          Lieber Joachim.

                          hätten meine Großeltern in Ohra (Danzig), +1923/1930, gedacht, dass ihre Enkelin fast 100 Jahre später sich Gedanken über ihr Leben machen würde? Sicherlich nicht. Ich wurde Jahre später erst geboren. Ich lerne jetzt doch durch die Ahnenforschung immer mehr meine Familie kennen, nicht nur die direkte Linie. Auch was sie von Beruf waren. Wobei man immer wieder feststellt, wie abhängig damals die Frauen ohne Beruf waren. Für viele sicherlich nicht eine so gute Zeit. Wissen wir wirklich, ob wir total vergessen werden. Oder die ehemaligen Städte, Dörfer, wie sie einmal waren. Wie Christa schreibt, es gibt Bücher, Fotos, die Erinnerungen wach halten bzw. Informationen zu früher darstellen. Und sehr viele alte Fotos auch von Danzig. Man staunt und ist auch traurig, wenn man diese Fotos sieht, aber man hat nicht diese Traurigkeit wie Du z.B., weil man das alte Danzig nicht selbst erlebt hat. Heute verstehe ich auch besser meinen Vater, der 1971 starb, und nicht mehr Ohra bzw. Danzig sehen wollte. Heute würde er vielleicht doch hinreisen wollen. Es ist wieder schön auferstanden, wenn auch nicht wie früher. Aber auch eine Stadt, die vielleicht nicht zerstört wurde, verliert mit den Jahrzehnten ihr altes Gesicht, nicht immer zum Besten.

                          Lieben Gruß

                          Inge-Gisela

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                          • Belcanto
                            Forum-Teilnehmer
                            • 24.09.2008
                            • 2508

                            #223
                            AW: Unsere Feli ist am 20.5.24 verstorben

                            Hallo Inge -Gisela, die Empfindungen der Menschen sind individuell. Meine Empfindungen gehören mir. Ich habe auch Bilder gemacht als in Danzig war. Beispielsweise wo die Oma wohnte mit der ich schöne Kindheitserinnerungen verbinde. Ich habe über die Flucht und Danzig auch zwei Bücher geschrieben. Unser persönliches Schicksal geschildert, so wie es uns und sehr vielen ebenso ergangen ist. Dies diente mehr der Bewältigung der persönlichen Traumata als irgendwelchem literarischen Genre. Aber das wird auch bald zu Ende sein und niemals wird sich mehr daran erinnern können. Es ist deshalb gut, dass es dieses Forum gibt

                            Kommentar

                            • Belcanto
                              Forum-Teilnehmer
                              • 24.09.2008
                              • 2508

                              #224
                              AW: Joachim Schroetter

                              Ich möchte noch mal schildern, was ich meine. Als auf Danzig noch keine Bomben fielen, man keine Stalinorgeln hörte, die Menschen die Luftschutzbunker nicht aufsuchen mussten, es nicht nach verbranntem Teer roch und noch keine Zerstörung zu sehen war, waren wir glücklich.
                              Wir konnten ohne Gefahr an den Strand gehen und in die Mottlau spucken und mit der Straßenbahn, zu den Großeltern fahren. Wir liebten unsere schöne Stadt. Vater arbeitete bei der Stadt, Mutter hatte eine kleine Wäscherei, der Bruder und die Schwester gingen aufs Gymnasium. Ich hatte Spielsachen, sogar einen Königstiger. Alles war friedlich und schön.
                              Als die ersten Bomben zu hören waren und der Vater nicht mehr da war und eine merkliche Unruhe einsetzte, verschwand auch das Glück allmählich. Einige Zeit später wurde es gänzlich zerstört, genau wie unsere stolze Stadt. Und die Menschen fragten sich, manche bis heute, warum musste das geschehen.
                              Doch wir hatten Glück, wir waren am Leben geblieben. Aber ist das wirklich ein Glück, angesichts der vielen Toten und der verlorenen Heimat. Angesicht der Entwurzelung, um die es ja hier geht. Die Stammwurzeln, sind abgehackt, sie wachsen nicht mehr nach. Damit habe ich mich abgefunden.

                              Kommentar

                              • Christkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 10.02.2008
                                • 1568

                                #225
                                AW: Joachim Schroetter

                                Haben wir uns auch damit abgefunden, dass die Irren wieder auf den nächsten Krieg zusteuern?
                                Dass Hass geschürt wird und wir nicht in Frieden leben können?
                                Ja, anscheinend. Wir tun so, als wäre alles normal. Ja, Bomber, Panzer, noch mehr davon, natürlich muss Deutschland mitmischen. Nun wurde Scholz auch breitgekloppt? Und weil Krieg auch was mit uns zu tun hat, mit unserem Schicksal, unseren Kindheitserfahrungen, deshalb macht mich diese zerstörerische Politik so wütend.
                                Jeder Krieg hat immer den gleichen Anfang und das gleiche Ende.
                                Schönen Gruß, Christa
                                Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                                (M. Gandhi)

                                Kommentar

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