Maler, Grafiker, Bildhauer

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #121
    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

    Liebe Forumer,

    in den Preußischen Provinzialblättern ist zu lesen, dass die Danziger Treckschute seit dem 3.Mai 1692 bestand. Der Danziger Kaufmann Georg Löllhofel richtete sie ein. Dafür ersparte ihm der Danziger Rat einige Jahre die Pacht. Nachzulesen in: Vaterländisches Archiv für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Agrikultur, Preuß. Provinzialblätter Bd 18, Königsberg 1837, S.494


    Wo genau die Schute zwischen "Danzig und dem Hafen" getreidelt wurde, kann ich mir grad nicht bildhaft vorstellen. Vielleicht kannmir einer der Forumer auf die Sprünge helfen. Jedenfalls, so finde ich, war die Schute ganz schön groß. LG vom waldkind.
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8547

      #122
      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

      Hier für Feli der "Jagdzug der Diana" von Hans Makart (zweite Abbildung von links in der obersten Reihe des geöffneten Links in #117) vergrößert:

      http://www.grafikliebhaber.de/tycon/pic.php?imgid=6836 .

      Gruß Ulrich

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      • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
        Forum-Teilnehmer
        • 13.02.2008
        • 3493

        #123
        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

        Liebes Waldkind ! Mein Opa war Feinmechaniker hat in den Werften gearbeite, hat es zum Meister gebracht und ist in den letzten Jahren in der Gewehrfabrik in der Weidengasse gewesen. In seinen Lehrjahren war er auf der Wanderschaft und hat viel von der damaligen Kunst mitbekommen. Er war sehr begabt und ja ich habe ein photo von dem Bild. Es hang im Wohnzimmer,'DER JAGDZUG DER DIANA' und ich bin ja jezt so froh dass ich nun auch weiss wer der Maler war. Sobald mein Sohn zurueck ist vom Musik Fest in Port Fairy, werde ich ihn bitten mein Photo einzustellen. Das ist alles was ich habe. Alles ist verbrannt in 1945 und Opa hat auch sein Leben an dem Tag in den Truemmern verloren. Liebe Gruesse von der Feli

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        • Rahmenbauer14, + 1.11.2021
          Forum-Teilnehmer
          • 01.01.2009
          • 1434

          #124
          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

          Guten Tag, liebes waldkind,
          ich weiß auch nicht, wo die Treckschute ablegt.

          Diese Art der Fortbewgung gibt es heute noch.
          Auf dem Finowkanal bei Eberswalde habe ich schon einen Ausflug auf dem Treckkahn "Anneliese" mitgemacht.
          Der "Trecker" war ein Pferd. Schöne Landschaft.

          Hier der Link mit der "Anneliese":
          Der Finowkanal war die erste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Heute ist er vor allem für Wassersportler, Radler und Wanderer interessant.


          Ein sonniges Wochenende wünche ich.
          Beste Grüße
          Rainer
          "In einem freien Staat kann jederman denken,
          was er will, und sagen, was er denkt"
          (Spinoza)

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          • Ulrich 31
            Forum-Teilnehmer
            • 04.11.2011
            • 8547

            #125
            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

            Hallo waldkind,

            zu Deinem zweiten Absatz in #121 weiß ich keine genaue, nur eine allgemeine Antwort: Es gab sicher verschiedene Möglichkeiten, zwischen "Danzig und dem Hafen" zu treideln.

            Eine besondere Möglichkeit, früher im Werder zu treideln, beschreibt Wolfgang in seinem "Fotorätsel: Welcher Kanal ist das?" in der Endauflösung #25 (> https://www.danzig.de/showthread.ph...hlight=Treidel ).

            Beste Grüße
            Ulrich

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            • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
              Forum-Teilnehmer
              • 13.02.2008
              • 3493

              #126
              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

              Lieber Ulrich ! Ich danke Dir wieder einmal ! So klar und in Farbe habe ich das Bild noch nie gesehen. Und erst jetzt sehe ich wie begabt mein Opa war. Rachel, meine kleine 12 Jaehrige, hat da vieles von ihm geerbt. Sie ist jetzt, nach Weihnachten von der Grundschule in's College ueberwiesen worden und ihre Eltern hatten lange nicht gewusst in welcher Schule sie am besten dran waere. Aber jetzt weiss ich, dass sie das richtige fuer Rachelchen gefunden haben. Sie legen dort grossen Wert auf die bildenden Kuenste und sie ist so gut im Zeichnen und auch in der Musik. Sie lernt jetzt Cello und ich weiss bestimmt, dass sie auch country und Latin im crossover spielen wird. Nochmals, herzlichen Dank und Liebe Gruesse von der Feli

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              • sarpei
                Forum-Teilnehmer
                • 17.12.2013
                • 6085

                #127
                "Diana auf der Hirschjagd"

                ad #119:

                Zwischen 1589 und 1603 erhielt die Halle im Artushof in Ergänzung zu den vorhandenen geschnitzten Friesen, großfigürlichen Schutzpatronen und Ölgemälden eine malerische Neugestaltung der großen Flächen der Ost- und Westwand. In die neuen Wandbilder waren plastische Hirsche mit echten Geweihen hineingearbeitet.

                [ATTACH=CONFIG]23854[/ATTACH]

                In späteren Jahren beurteilten die einen diese Art der Dekoration als etwas Einmaliges und Besonderes und die anderen als geschmacklos und beispielhaft für den damaligen Verfall der Malerei.

                Das Geweih eines Vierzehnender befindet sich auf dem Kopf des plastischen Hirsches, der zu einem ursprünglichen Gemälde „Diana auf der Hirschjagd" gehörte. Die Darstellung 'Diana auf der Hirschjagd' befindet sich im ersten Feld der Ostwand (ehemals Dreikönigsbank , ab 1713
                Marienburgerbank). Der Name des Malers dieses Bildes ist nicht bekannt. Es wurde in den Jahren 1862/63 von einem Künstlerdreigespann vollständig übermalt: die Landschaft von Alfred Scherres, die Figuren von Wilhelm Stryjowsky und die Hunde von Ludwig Sy. Von dem ursprünglichen Gemälde blieb damals nur der fliehende, gehetzte Hirsch übrig, der, fast vollplastisch geformt , wieder in das neue Wandgemälde einbezogen wurde

                [ATTACH=CONFIG]23855[/ATTACH]

                Da der Tierkörper anscheinend ohne eine sichtbare Stütze angebracht war, mag er aus Gipsstuck hergestellt gewesen sein. Sowohl der Hirsch als auch das Gemälde sind nicht mehr vorhanden.


                Viele Grüße

                Peter
                Angeh

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                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #128
                  AW: "Diana auf der Hirschjagd"

                  Danke Peter,
                  das ist sehr freundlich von dir, dass du uns den Text hier zusammen gefasst hast und uns das Bild einstellst.
                  Die Liebe zur Hirschplastik im Artushof ist mir in Anton Möllers Jüngstem Gericht schon aufgefallen. Da habe ich mich schon gefragt was das soll. Ob es wohl irgendeine sinnvolle Bedeutung hat? Im Jüngsten Gericht habe ich gemutmaßt, dass der Hirsch die Stelle des Untieres aus der Offenbarung einnehmen soll, das ist in der Offenbarung als das gehörnte Tier beschrieben. Aber so was lässt sich über das Internet kaum fest machen.

                  Danke Rainer
                  für die Schute auf dem Finowkanal. Es soll in Deutschland noch einige intakte Treidelwege geben. Aber wenn man mal genau überlegt, könnten die viele der Uferpromenaden einst Treidelwege gewesen sein. Und auch diese Schiffslustfahrten halte ich für die Abkömmlinge der einstigen Treidel-Lustschifferei.
                  Heute regnet es in Strömen, weswegen ich einen Computertag mache

                  Lieber Ulrich,
                  einen Treidelweg bis hin zum Frischen Haff? Vielleicht muss man das Provinzialblatt so verstehen, dass sich der Transportweg von Danzig nach Neufahrwasser nicht nur auf den Landweg bezieht, sondern eben auch auf den Treidelweg und die Treckschuyten. Aber bis wo die Schute fuhr weiß ich nicht.

                  Liebe Feli,
                  freut mich ehrlich für dich, dass du das Bild nun gut einordnen kannst. Da ich mein Talent auch von jemandem haben muss, stelle ich mir so vor, wie unsere Ahnen da im Wiesen- und Weidengrunde zusammen Zeichnungen machten, so sie ein Stündchen Zeit entbehren konnten. Den Jagdzug der Diana zu malen ist eine echte Herausforderung. Alle Achtung, wenn sich dein Opa da ran traute. Es wäre schön zu erfahren, welche Farben er benutzte. Ob er das Bild auf eine Leinwand malte oder auf Holz. Vielleicht stellt es Stephen für uns alle hier ein. Dann sind wir auf besondere Weise mit deinem Opa verbunden.

                  Sollte irgendjemand herausfinden, wer das Danziger Treckschutenbild malte, bitte verratet es uns.
                  Herzliche Grüße an alle vom waldkind
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                  • Rahmenbauer14, + 1.11.2021
                    Forum-Teilnehmer
                    • 01.01.2009
                    • 1434

                    #129
                    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                    Liebes waldkind,
                    ich denke, den Maler gefunden zu haben. Aber lies selbst:



                    Die Tafel 70 zeigt die "Danziger Treckschutt".

                    Schönen Gruß
                    Rainer
                    "In einem freien Staat kann jederman denken,
                    was er will, und sagen, was er denkt"
                    (Spinoza)

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                    • waldkind
                      Forum-Teilnehmer
                      • 06.10.2008
                      • 2366

                      #130
                      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                      Super Rainer,
                      das ist ganz große Klasse. Den Link kannte ich auch noch nicht. Wieder einer von den ganz Großen in der Kunstgeschichte, den nicht nur die Berliner im besonderen Maße lieben. Herzlichen Dank!

                      Bei allem, was ich bisher über Danziger Kunst gelesen habe, stelle ich fest, dass es zwischen Danzig und Berlin stets intensive Verbindungen gab, was die Kunst und die Künstler betrifft. In Berlin gab es die Akademie, aber auch Arbeit für gute Künstler, zahlungskräftige Kundschaft und Ausstellungsmöglichkeit. Danzig hat dazu eine ganze Reihe außergewöhnlich begabte Künstler hervorgebracht.

                      Den Link über Daniel Chodowiecki durchstöbere ich morgen in Ruhe, heute habe ich mich mit einem anderen namhaften Danziger Künstler beschäftigt. Mein eigentliches Vorhaben für den heutigen Tag, die königlich preußische Treckschute zu zeichnen, ist dabei auf der Strecke geblieben. Morgen geht es damit weiter.
                      Guts Nächtle wünscht das waldkind.
                      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                      • Ulrich 31
                        Forum-Teilnehmer
                        • 04.11.2011
                        • 8547

                        #131
                        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                        Auch ich gratuliere Rainer herzlich zu seinem Fund in #129. Nun kennen wir durch die Schilderung Chodowieckis zur Tafel 70 auch den Weg der Treckschute nach Weichselmünde. - Danke!

                        Gute Nacht und einen schönen Sonntag wünscht
                        Ulrich

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                        • waldkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 06.10.2008
                          • 2366

                          #132
                          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                          Liebe Forumer,

                          wir können den Thread über Johann Carl Schulz nicht überholen ohne ihm hier ein paar Worte zu widmen.

                          Johann Carl Schulz wurde am 5.Mai 1801 in Danzig als Sohn eines angesehenen Kaufmanns geboren. Seinem Vater gehörte das Haus in der Jopengasse Nr. 25 (vormals 607). Den Hausflur hatte Schulz in seinem Werk „Danzig und seine Bauwerke“ verewigt. J. C. Schulz sagte von sich selber, dass zwei Situationen ihn maßgeblich prägten. Das war zum einen ein römischer Soldat, eine Skulptur, die im Hausflur stand. In seiner Phantasie übernahm dieser Soldat in allen Lebenslagen eine besondere Schutzfunktion. Zum anderen war es der Blick auf die Marienkirche, deren Gemäuer jede Gewehrkugel abwehrte. So hatte dieses Gebäude wie der römische Soldat für J. C. Schulz eine besondere Schutzfunktion. Mögen diese beiden, der Römer und der Marientempel treibende Kräfte gewesen sein für die späteren Arbeiten des Grafikers und Malers über die römischen Motive und italienischen Ansichten, insbesondere der Basiliken. Mit zwei einschneidenden Erlebnissen musste Schulz in seiner Kindheit zurecht kommen, dem frühen Tod des Vaters im Alter von fünf Jahren und bald darauf den Verlust des elterlichen kaufmännischen Lagers auf der Speicherinsel.

                          Schulz begann seine Ausbildung an der Kunstschule zu Danzig unter Prof. Adam Breysig. Ab 1820 führte er sie an der Kunstakademie in Berlin unter Johann Gottfried Schadow und Prof. Hummel weiter. Letzterem hat Schulz gewiss seinen scharfen Blick für die Perspektive und deren zeichnerische Umsetzung zu verdanken. Anfangs widmete sich Schulz dem Kopieren Schinkelscher Werke und bald entdeckte er seine Vorliebe für die Architekturmalerei.

                          Auf seiner ersten Studienreise, die ihn über verschiedene Stationen 1823 nach München führte, schloss er sich dem Architekturmaler Domenico Quaglio an und begann seine ersten selbständigen Werke, innere Ansichten verschiedener Tempelgebäude. Mit einem Reisestipendium durch die "Westpreußische Friedensgesellschaft" unternahm Schulz seine Studienreisen über Tirol nach Italien, wo er an verschiedenen Orten verweilte, zeichnete und malte. Die dort gefertigten Studien dienten ihm später zur Vorlage seiner Gemälde und Radierungen. Mit einer Ansicht des Campo Baccinoin Rom erwarb sich Schulz den Respekt seiner italienischen und deutschen Kollegen, vor allem auch die Aufmerksamkeit des Kronprinzen, dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. Dieser wurde hernach sein treuester Kunde und Auftraggeber. Und so ging Schulz nach seiner Italienreise nach Berlin.

                          1830 wurde Schulz als Lehrer für Perspektive und Schattenkonstruktion an die Bauschule (spätere Königliche Bauakademie) berufen. Doch übernahm er nach dem Tode Breysigs die Leitung der Kunstschule in Danzig, wo er von 1832 bis kurz vor seinem Tode als Professor und Direktor tätig war. Sein bildnerisches Werk umfasste vor allem innere und äußere Ansichten sakraler Bauten, Stadtansichten und andere Architekturansichten, z.B.Innenansicht des Artushofs. Alleine vom Schloss Marienburg fertigte er 16 Aquarelle, nach denen König Friedrich Wilhelm IV., der große Kunst- und Bautenliebhaber, große Ölgemälde bestellte.

                          Die Quellen sind sich nicht einig, ob es Schinkel war oder König Wilhelm I. von Würtemberg, der Schulz zu dem Werk „Danzig und seine Bauwerke“ anstiftete. Schulz arbeitete an diesen Radierungen auf Kupfer von 1845-1868. Er brachte sie im Eigenverlag heraus und machte keinen Gewinn mit ihnen. Vielmehr war ihm an der Schönheit der alten Stadt gelegen, die auf irgendeine Art und Weise für die Nachwelt überliefert bleiben sollte. Überhaupt war ihm der moderne Frevel, die Zerstörung des Alten, z.B. der Beischläge, ein Dorn im Auge und er setzte alles daran die Danziger von diesem Tun abzuhalten. Sogar einen Verein gründete er 1856 mit Gleichgesinnten zu diesem Zwecke.

                          Nach dem Tod seiner Gattin, eine Danzigerin, 1867 ereilte ihn ein weiteres Unglück, das seine Tätigkeit extrem einschränkte, die Lähmung seiner rechten Hand. Sein letztes Werk „Tutti Frutti“ vollendete er in gekürzter Ausgabe mit der linken Hand. Bald darauf verkaufte er seine Studien und Kunstwerke in öffentlichen Auktionen und legte am 31. Dez. 1872 sein Amt nieder. Zuletzt war er vollständig bettlägerig. Er starb am 12. Juni 1873, am 16. Juni wurde er an der Seite seiner Gattin auf dem Heilig-Leichnam-Kirchhof beigesetzt. Johann Carl Schulz wohnte mit seiner Familie am Langgassenthor.

                          Wen das alles genauer interessiert, der kann die Details in den nachstehenden Quellen nachlesen, insbesondere die erste Quelle gibt größeren Aufschluss über das Gesamtwerk. Nun hoffe ich, den großen Perspektiven-Zeichner hier ausreichend gewürdigt zu haben.
                          Mit besten Grüßen vom waldkind.

                          Quellen:
                          Allgemeine deutsche Biographie Bd. 32,Leipzig 1891, S. 717-722
                          Danzig und seine Bauwerke, Johann Carl Schulz, 1969 Bläschke Verlag Darmstadt
                          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                          • waldkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.10.2008
                            • 2366

                            #133
                            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                            Liebe Forumer,
                            was mir beim Lesen der wunderbaren Beschreibung über Daniel Chodowieckis Berlin-Danzig-Reise (#129) aufgefallen ist:
                            Das Elternhaus Chodowieckis in der Heilig-Geist-Gasse schloss im Giebel mit einem Pelikan ab. Wir erinnern uns, dass Isaac van dem Blocke ein Gemälde für die Trinitatiskirche mit dem sich aufopfernden Pelikan gefertigt haben soll. Der Pelikan ist ein Symbol für die fürsorgliche Elternliebe. Da wir den Pelikan nun schon zum zweiten Mal in Danzig finden, so will ich annehmen, dass er zu jener frühen Zeit ein bekanntes und gebräuchliches Symbol war (im Gegensatz zur Gegenwart). Ich bin gespannt, ob er uns noch öfter begegnen wird. LG vom waldkind.
                            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                            Kommentar

                            • Antennenschreck
                              Forum-Teilnehmer
                              • 05.09.2011
                              • 1833

                              #134
                              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                              Hallöle,

                              rein, nur zur Info: Pelican siehe Meergans.

                              LG Arndt
                              Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                              Kommentar

                              • waldkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #135
                                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                                Lieber Arndt,
                                was genau wolltest du mir sagen? Meergans und Pelikane gehören in die selbe Familie?

                                Es gibt eine alte Legende zum Pelikan, der seine toten Kinder mit seinem eigenen Blut, das er sich aus der Seite stach, zum Leben erweckte. Daher gehört er in die christliche Symbolik, weil auch Christus die Menschen durch sein eigenes Blut rettet. Es ist also nicht einfach ein Symbol für elterliche Fürsorge, sondern für christliche Nächstenliebe. Der Pelikan ist häufig Bestandteil der kirchlichen Kunst. Mir ist er aber zuerst im Zusammenhang mit Frankreich, eventuell auch der Schweiz aufgefallen. In der deutschen Kunst war er mir nicht aufgefallen. Nun finden wir ihn in Danzig gleich zweimal (vielleicht taucht er noch öfter auf). Da interessiert mich allmählich der Ort, an dem die Legende ihren Ursprung nahm.

                                Irgendwann hatte ich einmal gelesen, dass eine Pelikanart ein rötliches Sekret absondert, welches irrtümlich mit Blut assoziiert wurde.
                                Wie dem auch sein, immerhin ist der Pelikan auf dem Giebel der Chodowieckis auch ein Kunstwerk. Leider kennen wir den Baumeister dieses Kunstwerkes nicht. Aber es zeugt davon, welch reiche Bauweise Danzig sein eigen nennen konnte.

                                LG für eine schöne Woche
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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