Hof Knoop in Nickelswalde

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #76
    AW: Hof Knoop in Nickelswalde

    Schönen guten Abend,

    als ich gestern (26.04.) ein bisschen unsere Gegend erkundete, kam ich auch in Nickelswalde vorbei. Und dort natürlich wie angesagt auch den Hof Knoop.

    Der ganze Bauplatz wirkt chaotisch, unaufgeräumt. Der gesamte Aushub der Fundamente liegt direkt am/im früheren Haus. Es scheint Platzmangel zu sein, warum diese extreme Enge?

    Ich wünsche den neuen Bauherren alles Glück dieser Erde. Es scheint sehr viel Geld im Spiel zu sein oder grenzenlose Unwissenheit und Naivität. Ich werde weiter berichten.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Angeh
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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    • Marc Malbork
      Forum-Teilnehmer
      • 23.02.2008
      • 1050

      #77
      AW: Hof Knoop in Nickelswalde

      Das war der Stand Oktober 2014. Jetzt sind sie weiter ......



      (Nach der englischen Google-Übersetzung des Interviews wurde bereits damals durch die neuen Eigentümer mit Abriss und Neuaufbau gerechnet)

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #78
        AW: Hof Knoop in Nickelswalde

        Schönen guten Morgen,

        gestern konnte ich mich von den Baufortschritten am Knoop'schen Hof überzeugen. Es geht voran! Die Außenwände werden mit Blockbohlen hochgezogen und interessant ist, dass der Rohbau der Vorlaube bereits mit alten Dachziegeln eingedeckt steht. Leider ist der Bau nicht zugänglich, weder von Damm- noch von Straßenseite, sodass ich Aufnahmen aus der Ferne machen musste. Auch vom Fähranleger aus ist wieder ein Dach zu sehen, dass über den Damm lugt.

        Schöne Grüße aus dem Werder
        Wolfgang
        Angeh
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        • MueGlo
          Forum-Teilnehmer
          • 11.03.2010
          • 1120

          #79
          AW: Hof Knoop in Nickelswalde

          Moin, Wolfgang,

          Danke!

          Beste Grüße aus Kigali,

          Rainer MueGlo
          "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

          www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

          Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
          http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #80
            AW: Hof Knoop in Nickelswalde

            Schönen guten Nachmittag,

            es geht voran: Das Dach ist nun komplett eingedeckt, Fenster fehlen teilweise noch. Das Bauwerk macht nun bereits einen sehr guten Eindruck. Nun warten die Innenbauarbeiten. Ich bin gespannt, wann der Hof komplett fertig sein wird. Das Foto wurde am 21.05.2017 aufgenommen.

            [ATTACH=CONFIG]22305[/ATTACH]

            Schöne Grüße aus Cadinen
            Wolfgang
            Angeh
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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            • MueGlo
              Forum-Teilnehmer
              • 11.03.2010
              • 1120

              #81
              AW: Hof Knoop in Nickelswalde

              Moin, Wolfgang,

              Danke.

              Als ich im September 2016 kurz dort war gewann ich den Eindruck, dass auch so etwas wie die Schwarze Küche wieder aufgebaut wird ... was mich sehr überraschte. Bleibt die Frage, welche Funktion die im Haus dann hat.

              Hast Du eine Idee, wie ich die Eigentümer kontaktieren könnte? Ich habe eine Menge an alten Bildern und einige genealogische Daten bzgl. des Hofes und der Mühle.

              Beste Grüße aus Kronberg, Rainer MueGlo
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              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #82
                AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                Schönen guten Abend,

                hier mal ein etwas älteres Bild des Anwesens auf einer Ansichtskarte, veröffentlicht in "Unser Danzig" 1973/20. Interessant ist, dass es dort heißt, die Mühle sei jahrelang im Besitz der Familie Grosnick gewesen. Das Vorlaubenhaus auch?

                [ATTACH=CONFIG]22920[/ATTACH]

                Schöne Grüße aus dem Werder
                Wolfgang
                Angeh
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                • MueGlo
                  Forum-Teilnehmer
                  • 11.03.2010
                  • 1120

                  #83
                  AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                  Moin, Wolfgang,

                  prima. Das hilft vielleicht, die Lücke von den Wolter im 17. / 18. Jahrhundert zu den Scheffler im 18. / 19. Jahrhundert --- entfernte Verwandte --- zu den Knoop im 20. Jahrhundert --- nahe Verwandte --- weiter zu schliessen.

                  Von wann kann die Postkarte sein? Wenn der Einsender sagt, dass sein Bruder drauf wäre, 1910 bis 1930? 1927/28 gibt es einen Arbeiter Großnick in Nickelswalde. Das könnte andeuten, dass Mühle und Hof getrennt waren.

                  Beste Grüße aus Rabat,

                  Rainer MueGlo
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                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #84
                    AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                    Schönen guten Nachmittag,

                    mit Neugierde verfolgte ich die ganze Zeit was sich da am Hof Knoop ereignete. Eigentlich hätte ich schon im letzten Jahr berichten können, dass die umfassende Renovierung/Restaurierung beendet ist, dass das Haus bezogen ist.

                    Wir haben hier ein Mal im Jahr "Tage der offenen Tür" an dem viele Baudenkmäler und andere Sehenswürdigkeiten besichtigt werden können. In diesem Jahr war das am Wochenende 29./30.06. Meine Frau und ich, schon seit Langem neugierig, wollten sehen was da in Nickelswalde erschaffen wurde.

                    Die Eigentümer, das Ehepaar Michał und Katarzyna, führten Besuchergruppen durch das Haus. Als wir uns vorstellten, strahlte Katarzyna und fragte "Ahhh, Sie sind Wolfgang?". Sie kannte unser Forum, vor allem auch die Beiträge hier in diesem Thema und meinte, dann wisse ich ja schon Vieles über das Haus.

                    Es war ein hochinteressanter Besuch bei sehr sympathischen Hauseigentümern. Da meine Polnischkenntnisse nach wie vor noch recht ausbaufähig sind, erklärte mir Michał alles in englischer Sprache. Seine Frau spricht sehr gut deutsch, aber sie führte alle anderen Besucher in polnischer Sprache durch das Haus.

                    Wie schon früher gesagt, war das Haus vollständig abgetragen worden, Balken für Balken, Diele für Diele, Ziegel für Ziegel, Stein für Stein. Zuvor war jedes einzelne Stück gekennzeichnet und katalogisiert worden. Alles noch rettens- und erhaltenswerte wurde gesäubert, konserviert und Stück für Stück erst einmal deponiert. Und dann wurde wieder aufgebaut. Jedes gerettete Stück exakt an die gleiche Stelle an der es zuvor stand. Wenn irgendwie möglich, wurde altes Material anderer abgebrochener oder zusammengefallener Bauten miteinbezogen, so z.B. wurden fehlende Dachziegel durch gleiche Dachziegel von Abbruchhäusern verwendet.

                    Der Idealismus, die Hingabe, die Kraft, die ein solches Projekt erfordert, sind einfach bewundernswert. Und natürlich ist all das auch ein wahnsinniger finanzieller Kraftakt. Die Familie Michał und Katarzyna mit Kindern haben das beeindruckend gezeigt! Sie haben ein Vorlaubenhaus gerettet, dass schier kaum mehr zu retten war. Denn jedes Gebäude altert, hat einen Lebenszyklus, und wenn nichts getan wird, verfällt es, stirbt es, geht unter. Und so ist es leider mit vielen Baudenkmälern in unserer Gegend.

                    Wir haben mittlerweile einige Leute kennengelernt, die solche alten Denkmäler retteten. Sie verfolgen meist individuelle Ziele, haben eigene Vorstellungen wie die Gebäude zu retten, zu nutzen seien. In Tiegenhagen Marek Opitz, der ebenfalls nach Abbruch einen kompletten Wiederaufbau vornahm und dessen Vorlaubenhaus heute Begegnungsstätte, Museum und Gästehaus in Einem ist. Das Ehepaar Kufel in Trutenau, das das größte Vorlaubenhaus weit und breit besitzt und mit wahnsinnigem Engagement alles tut, um das Haus Schritt für Schritt zu renovieren. Das Ehepaar Wisniewski in Fürstenwerder, das ebenfalls mit bewundernswerter Energie in kürzester Zeit 700 Quadratmeter originalgetreu renovierten und das Haus zu einem kulturellen Anlaufpunkt machten. Das Ehepaar Chmielewsky in Schönbaum, das ebenfalls ein uraltes Haus zu neuem Leben erweckte.

                    Allen diesen Enthusiasten ist gemein, dass sie die Atmosphäre die diese Häuser innehaben, spüren, fühlen, einatmen, aufnehmen. Sie sind alle geschichtsinteressiert, wollen wissen was einst war.

                    Michał und Katarzyna haben ihr Haus nicht 100%-ig originalgetreu wiederaufgebaut. Sie sind Kompromisse eingegangen. Wer will, wer kann heute noch so leben wie vor mehr als 200 Jahren gelebt wurde? Wer würde heute noch eine Schwarze Küche nutzen? Die sanitären Einrichtungen sehen heute vollkommen anders aus bzw. es gab sie früher gar nicht. Die Heizung wurde modernisiert. Es gibt Elektrik. Ein Teil des Hauses ist bis unter das Dach hin offen... - in Vielem wurde das Leben heutigen Bedürfnissen angepasst. Das Haus ist kein Museum, es lebt, es lebt mit den Menschen, entwickelt sich. Und doch strahlt Michał wenn er mir sagt, er spüre, er empfinde die Geschichte dieses Hauses.

                    Mich hat der Besuch überzeugt, ich finde es bewundernswert wie das Vorlaubenhaus gerettet wurde, wie das Nutzungskonzept aussieht, wie all die Ideen und Vorstellungen harmonieren mit dem was da geschaffen wurde.

                    Hier ein paar Fotos dieses neuen alten Hauses.

                    Schöne Grüße aus der Alten Binnennehrung
                    Wolfgang

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                    Angeh
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                    • MueGlo
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.03.2010
                      • 1120

                      #85
                      AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                      Moin, Wolfgang,

                      sehr schön.

                      Die Tochter meine Knoop-Kusine war im Mai dort und hinterließ eine Nachricht --- auf polnisch --- mit der Bitte um Kontaktaufnahme mit mir ... nichts. Ich habe etliche Bilder vom Haus sowie Informationen über die Bewohner bis ins 17. Jahrhundert. Willst Du einen Kontakt vermitteln?

                      Beste Grüße aus Rabat, Rainer MueGlo
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                      • Wolfgang
                        Forumbetreiber
                        • 10.02.2008
                        • 11623

                        #86
                        AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                        Schönen guten Nachmittag,
                        hallo Rainer,

                        wir haben auch über Dich gesprochen und sie zeigten sich interessiert an einem Kontakt mit Dir. Ich werde mal vorfühlen.

                        Schöne Grüße nach Rabat!
                        Wolfgang
                        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                        • MueGlo
                          Forum-Teilnehmer
                          • 11.03.2010
                          • 1120

                          #87
                          AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                          Moin, Wolfgang,

                          prima, herzlichen Dank.

                          Herzliche Grüße aus Rabat, Rainer MueGlo
                          "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

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                          Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
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                          • Insel2008
                            Forum-Teilnehmer
                            • 29.03.2008
                            • 779

                            #88
                            AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                            Hallo Wolfgang,
                            vielen Dank für die aktuellen Bilder des wieder aufgebauten Hauses.
                            Einfach nur schön!
                            Grüße von Inselchen2008
                            Meine Namens-u.Ortsuche:
                            https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

                            Kommentar

                            • Wolfgang
                              Forumbetreiber
                              • 10.02.2008
                              • 11623

                              #89
                              AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                              Schönen guten Abend,

                              es gibt mehrere solcher Häuser die dem Verfall preisgegeben waren, schier unrettbar waren (von außen sind substantielle Schäden nicht immer sichtbar), aber es gibt auch immer wieder Liebhaber solcher Denkmäler, die alle Mühen und Kosten auf sich nehmen um ein solches Kulturerbe zu retten. Beispiele dafür -neben diesem hier besprochenen in Nickelswalde- sind dafür zu finden in Neumünsterberg (Nowa Koscielnica), Tiegenhagen (Zelichowo) und Prinzlaff (Przemyslaw). Allen diesen Beispielen ist gemein, dass es zu einer Komplettabtragung praktisch keine Alternative gab. Wobei dann aber die Häuser unter Verwendung aller noch brauchbaren Materialien weitestgehend originalgetreu -wenn machbar und sinnvoll- wiederaufgebaut wurden.

                              Der einfachste Weg wäre gewesen "Abrissbirne hin, ratzfatz abgebrochen, und irgendwie wieder neu aufgebaut". Aber so war es nirgendwo. Wenn man in einem Museum leben will, scheut keine Außentoilette. Und dass man sich den Kopf an jedem Türsturz anstößt, auch Niemanden. In manchen anderen Fällen wurden sogar die Deckenhöhen angehoben. Denn unsere Ahnen waren ein ganzes Stück kleiner. Ob dies nun auch in Nickelswalde so war, weiß ich (noch) nicht, aber wir sollten uns vor Augen halten, dass ein Jahrhunderte altes Haus manchmal nur sehr schwierig so renoviert werden kann, dass man darin auch heute noch leben und wohl fühlen kann.

                              Deswegen auch meine Bewunderung und Begeisterung für die Rettung bzw. die Wiedererrichtung des Knoop'schen Hofes.

                              Schöne Grüße aus dem Werder
                              Wolfgang
                              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                              • MueGlo
                                Forum-Teilnehmer
                                • 11.03.2010
                                • 1120

                                #90
                                AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                                Moin, Wolfgang,

                                ein Kollege, der den Jägerhof und einen Hof in Ziesewald restauriert hat, sagte mir, dass er niemals abtragen und neu aufbauen würde ... entscheidend dürfte das Fundament sein und wie man heute eine adäquate Isolierung des Fußbodens hinbekommt. Ich war ja 2011 im Haus. Höhenmäßig gab's da keine Probleme.

                                Jetzt ist das Haus in guten Händen. Ich bin darüber glücklich, ebenso, dass der Kelch an mir vorübergegangen ist ... nur dass ich dem berühmten Verkäufer die Idee mit auf den Weg gab, das 13.000 qm große Grundstück zu parzellieren fuchst mich heute noch ... denn was daneben entstanden ist, darüber äußer ich mich lieber nicht.

                                Das Vorlaubenhaus hat ja ein Alleinstellungsmerkmal: Es ist das Einzige, wo heute die Vorlaube zum Garten (und dann auch noch nach Süden) ausgerichtet ist. Ursprünglich verlief vor dem Haus die Poststraße nach Pillau. 1895 im Kontext des Baus des Weichseldurchstichs wurde der alte Damm erhöht und deswegen die Straße weiter nach Norden verlegt.

                                In irgendeiner Schrift --- welche? Da muss ich graben --- wird behauptet, das Vorlaubenhaus / die Mühle sei von ca. 1675. Ohne Beleg.

                                Im 18. Jahrhundert wohnen dort Jacob Wolter (* ca. 1729, † Nickelswalde 21.02.1793), Mitnachbar, Müller & Schulz in Nickelswalde, & Erdmuth Gehrts (Gertz), † Nickelswalde 14.02.1771, oo Bohnsack 07.11.1752. Er muss den Hof zwischen 1763 und 1766 erworben haben, die drei ersten Kinder sind in Schiewenhorst geboren, die Folgenden in Nickelswalde.

                                1785 heiratet die älteste Tochter Anna Elisabeth Wolter (* 02.12.1753, † 04.12.1824) den Johann Absalon (I) Scheffler, * Bohnsackerweide 28.04.1766, † Nickelswalde 06.02.1813, Mitnachbar & Mühlenbesitzer in Nickelswalde. Oberschulz, Kirchenvorsteher Bohnsack 1793 - 1813, mein 4-facher Urgroßonkel 3. Grades. Er beherbergt lt. berühmter Sage die Königin Luise während ihrer Flucht vor Napoleon --- siehe hier unten.

                                Dieser Johann Absalon (I) Scheffler lässt die Vorlaube am Haus errichten. 2011 ist auf der Innenseite der Vorlaube noch das folgende Schild befestigt:

                                [ATTACH=CONFIG]24116[/ATTACH]

                                Entziffert nach etlichen Manipulationen ..

                                [ATTACH=CONFIG]24117[/ATTACH]

                                Johann Absalon Scheffler

                                Ist das Schild noch da oder ist es untergegangen?

                                Der Sohn Johann Absalon (II) Scheffler (* 1789, † 1841) betreibt danach Hof und Mühle. Wie es dann weitergeht ist noch nicht erforscht.

                                Der Sohn Carl Gottlieb Scheffler (* 1792, † Gottswalde) ist für kurze Zeit Müller in KlZ, dann Hfb in Gottswalde.

                                Das sei's im Moment. Später tauchen die Scheffler wieder in GrZ auf.

                                Beste Grüße aus Rabat, Rainer MueGlo

                                Beste
                                Angeh
                                "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

                                www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

                                Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
                                http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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