Hof Knoop in Nickelswalde

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  • MueGlo
    Forum-Teilnehmer
    • 11.03.2010
    • 1120

    #1

    Hof Knoop in Nickelswalde

    Moin, Wolfgang,

    im Anhang ist eine Google Earth Karte eingefügt. Der rote Pfeil zeigt auf den ehemaligen Hof von Paul Knoop, auf dem ein Teil meiner den Krieg verbrachte.

    Als ich in 06/2009 durch Nickelswalde zog, wusste ich noch nicht, wo der Hof lag. Deswegen habe ich keine Photos von ihm ...

    Frage: Hast Du zufälligerweise den Hof photographiert? Kommst Du noch einmal durch Nickelswalde ... und würdest ihn dann aufnehmen?

    Besten Dank und herzliche Grüße aus Dakar,

    Rainer MueGlo
    Angeh
    "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

    www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

    Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
    http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    AW: Neues Fotoalbum Nickelswalde

    Hallo Rainer,

    ich komme in den nächsten Wochen noch mehrere Male nach Nickelswalde und werde dann schauen, dass ich ein Foto machen kann.

    Viele Grüße aus Danzig
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

    Kommentar

    • MueGlo
      Forum-Teilnehmer
      • 11.03.2010
      • 1120

      #3
      AW: Neues Fotoalbum Nickelswalde

      Toll! Beste Grüße, Rainer MueGlo
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      Kommentar

      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #4
        AW: Hof Knoop in Nickelswalde

        Schönen guten Nachmittag,
        hallo Rainer,

        gestern Nachmittag machte ich mich in Nickelswalde auf Entdeckungstour. Bereits von der Weichsel aus sieht man den Hausgiebel der den Deich deutlich überragt. Das Haus sieht, obwohl es unbewohnt und verlassen ist, noch sehr gut aus. Die daneben liegende Scheune ist dagegen teilweise eingefallen.

        Die Gebäude liegen inmitten eines großen idyllischen Gartens. Es ist schade, dass nun auch dieses wunderschöne Vorlaubenhaus wahrscheinlich dem Verfall preisgegeben ist.

        Beigefügt sind einige Fotos. Solltest Du noch sie in hoher Auflösung oder noch weitere Fotos haben wollen, dann sage es bitte.
        Angeh
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        • Uwe
          Forum-Teilnehmer
          • 10.08.2008
          • 1961

          #5
          AW: Hof Knoop in Nickelswalde

          Lieber Wolfgang,

          das Haus sieht wirklich sehr schön aus. Überleg dir doch besser bevor Du neu baust ein historisches Vorlaubenhaus zu sanieren?

          Herzliche Grüße

          Uwe
          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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          • Beate
            Administratorin
            • 11.02.2008
            • 4836

            #6
            AW: Hof Knoop in Nickelswalde

            Gute Idee, Uwe! So'n altes Haus hat doch Charakter und Geschichte- und die Sanierung wäre auch bestimmt genauso teuer wie ein Neubau.....
            Müssen wir Wolfgang jetzt nur noch schmackhaft machen.

            (aber schön sind diese alten Häuser schon ...)

            Liebe Grüße Beate
            ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #7
              AW: Hof Knoop in Nickelswalde

              Schönen guten Abend,
              lieber Uwe,

              ich hatte früher schon mal damit geliebäugelt mir ein Vorlaubenhaus zu kaufen. Vor rund 10 Jahren sah ich in Fürstenwerder (Zulawki) direkt an der Hauptstraße ein Haus das später auch verkauft wurde - leider (oder besser gesagt glücklicherweise) nicht an mich. Der neue Eigentümer ließ das Haus verfallen, im letzten Jahr stürzte es vollkommen ein.

              Es ist mittlerweile auch in Polen wahnsinnig teuer ein solches Gebäude wiederherzustellen. Der Hof Knoop in Nickelswalde sieht aber noch sehr gut aus und möglicherweise hielten sich die Restaurierungs-/Renovierungskosten in Grenzen. Trotzdem würde das große Probleme und Kosten mit sich bringen, da es an einem solchen Gebäude recht schwierig ist, moderne Technik und Wärmedämmmaßnahmen zu installieren.

              Aber ich hoffe trotzdem, dass sich für die vielen Vorlaubenhäuser Eigentümer finden, die diese Kosten auf sich nehmen. Denn gerade die Vorlaubenhäuser prägen das historische Bild der Werderlandschaft wie sonst nur noch die Wasserbauten.

              Viele Grüße aus dem nächtlich-kühlen Danzig
              Wolfgang
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              • Uwe
                Forum-Teilnehmer
                • 10.08.2008
                • 1961

                #8
                AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                Naja Wolfgang, nachdem Du erzählt hast was ein neues Haus kosten soll, kann das restaurieren eiegntlich auch nicht teurer werden.

                Viele Grüße

                Uwe
                Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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                • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 5206

                  #9
                  AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                  Hallo Uwe und Wolfgang
                  würde aber sagen ... die Kosten von einem Neubau lassen sich doch wohl besser einschätzen ....

                  Wir lassen uns überraschen wenn die ersten Photos hier im Forum sind ....
                  Viele Grüße
                  Hans-Jörg

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                  • MueGlo
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.03.2010
                    • 1120

                    #10
                    AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                    Moin, Wolfgang,

                    prima, herzlichen Dank. Uch hatte keine Ahnung, dass es sich um ein Vorlaubenhaus handelt ...

                    Dein Angebot fuer die - und weitere Aufnahmen - in groesserer Auflösung nehme ich gerne an! Besten Dank im voraus.

                    Beste Gruesse aus dakar, Rainer MueGlo
                    "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

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                    • MueGlo
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.03.2010
                      • 1120

                      #11
                      AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                      Moin, Wolfgang,

                      ich erhielt jetzt die ergänzende Information von einem Knoop-Vetter, dass das Haus vor drei bis fünf Jahren von einem mit einer Polin verheirateten Deutschen gekauft worden sei, der von der öffentlichen Hand erwartete, finanzielle Zuschüsse für die Restaurierung des Vorlaubenhauses zu erhalten ... wenn es jetzt leer steht, bedeutet das wohl, dass daraus wenig geworden ist ..

                      Beste Grüße,

                      Rainer MueGlo
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                      • MueGlo
                        Forum-Teilnehmer
                        • 11.03.2010
                        • 1120

                        #12
                        AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                        Moin,

                        wie mir Siegfried Mecklenburg, der Nachbar zur Linken – der mit dem knallroten Hausdach -vom ehemaligen Hof Knoop in Nickelswalde erzählte, steht der Hof mit dem Vorlaubenhaus wieder zum Verkauf. Das polnisch-deutsche Ehepaar habe weiter südlich ein Haus gebaut oder gekauft. Offensichtlich hat die gewünschte öffentliche Unterstützung für die Restauration des Vorlaubenhauses nicht funktioniert.

                        Der Stall ist ein wenig arg ramponiert. Störche können darauf – wie auf den Schwarz-Weiß-Bildern von Anfang der 70-er Jahre zu sehen ist – kaum noch nisten.

                        Wer also ein noch restaurierungsfähiges Vorlaubenhaus sucht sollte sich schnell auf die Socken machen. Direkt hinter dem Deich gelegen, ungestört vom Fährverkehr – kein schlechter Platz.

                        Paul Knoop kaufte den Hof in der ersten Hälfte der 30-er Jahre und bewirtschaftete ihn, bis er zum Militär eingezogen wurde bzw. bis die Familie flüchtete.

                        Ihn verschlug es nach den üblichen Irrungen und Wirrungen in die fränkische Wüstenei. Dort baute er mit den eigenen Händen ein Haus – und rührte sich niemals mehr von der Stelle. Er schlug sich als Hilfsarbeiter durch und ging alle paar Jahre zur Gemeinde und fragte, ob er nicht einen Bauernhof haben / bewirtschaften könnte. Die Antwort war immer negativ.

                        Diese kürzlich gehörte Geschichte veranlasste mich, nachzudenken, ob irgendeiner der ehemaligen Bauern der Großfamilie im Werder nach dem Krieg wieder in der Landwirtschaft tätig geworden ist. Offensichtlich kein einziger.

                        Heißt das, dass in Westdeutschland grundsätzlich die aus dem Osten geflüchteten Bauern im wahrsten Sinne des Wortes keinen Fuß mehr auf den Boden bekamen? Weil man im Westen kein Land an sie herausrückte? Oder weil in den 50-er Jahren aufgrund der Agrarrevolution - Einführung des Kunstdüngers, Mechanisierung der Landwirtschaft – das Ende der Kleinbauerei eingeläutet wurde, viele aufgaben und deswegen sowieso kein Bedarf an weiteren Bauern bestand?

                        Beste Grüsse aus Dakar,

                        Rainer MueGlo


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                        Angeh
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                        • Wolfgang
                          Forumbetreiber
                          • 10.02.2008
                          • 11623

                          #13
                          AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                          Schönen guten Morgen,
                          hallo Rainer,

                          danke für Deine Informationen! Dieses Vorlaubenhaus ist ein kleines Schmuckstück. Idyllisch direkt hinter dem Deich gelegen, sehr ruhig, mit einem wunderbaren Garten. Und das Wichtigste: Zumindest von außen sieht es noch sehr gut aus und macht den Eindruck, dass es erhalten werden kann. Aber, und das ist überall im Werder zu sehen: Wenn ein Haus über mehrere Jahre unbewohnt bleibt, verfällt es rasant. Zuerst fehlt irgendwo ein Dachziegel, dann bläst der Wind hinein, hebt ein paar weitere ab, dann ist ein Fenster kaputt und wenn sich dann niemand darum kümmert, dauert es nur wenige Jahre bis es zusammenfällt.

                          Eines dieser Beispiele wie schnell ein solches Kulturdenkmal verschwinden kann, habe ich unter https://www.danzig.de/showthread.ph...ist-nicht-mehr über das Haus Schneidewind in Fürstenwerder geschildert.

                          Ich hoffe und drücke den Verkäufern die Daumen, dass sie einen finanzkräftigen Liebhaber für dieses Haus finden. Das wird nicht ganz einfach sein, denn mittlerweile sind in der Gegend die Immobilienpreise regelrecht explodiert. Ich werde in der nächsten Zeit immer wieder mal schauen, was sich da tut und darüber berichten.
                          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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                          • MueGlo
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.03.2010
                            • 1120

                            #14
                            AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                            Moin, Wolfgang,

                            ja, bezüglich Lage und Restaurationsfähigkeit des Vorlaubenhauses stimmen wir überein. Und über die Konsequenzen, wenn es länger leer steht und nichts gemacht wird auch. Immerhin haben die jetzigen Eigentümer offensichtlich einen Teil des Daches erneuert.

                            Siegfried Mecklenburg spricht deutsch – ist Nachkomme eines deutsch-polnischen Ehepaares, das 1945 für Polen votierte. Ich weiß nicht, ob er den Namen des polnisch-deutschen Eigentümerehepaares kennt. Der Nachbar zur Rechten hat einen wild kläffenden Köter und neigt dazu, in gleicher Lautstärke Personen am Betreten des ehemaligen Knoop-Hofes zu hindern. Nichtsdestotrotz weiß er ja vielleicht etwas über die Eigentümer.

                            Mein Vetter Knoop ist vor ein paar Jahren dem polnisch-deutschen Ehepaar begegnet. Der Ehemann kommt aus Bremen. An den Namen kann sich mein Vetter jedoch nicht erinnern.

                            Falls es Dir gelingt, die Eigentümer aufzutreiben, wäre es nicht uninteressant zu erfahren, aus welchen Gründen sie die Restaurierungspläne aufgegeben haben und in welcher Größenordnung sich ihre Preisvorstellungen bewegen.

                            Ich habe irgendwo im Hinterstübchen den Gedanken – vom Forum? Vom Zoppoter Freund? -, dass diese Gebäude unter Denkmalschutz stehen, der aber partiell von den Eigentümern umgangen wird, indem sie die Gebäude verfallen lassen, bis nichts mehr zu retten ist. Richtig?

                            Ich habe gerade am Strand Otto Klöppels Artikel „Die bäuerliche Haus-, Hof- und Siedlungsanlage im Weichsel-Nogat-Delta“ durchgeackert. Im Vorwort von 2003 heißt es, dass dieser Beitrag der „große Wurf“ gewesen sei, für den es keine Nachfolge gäbe. Weißt Du, ob das so stimmt, sprich, gibt es weitere adäquate Literatur?

                            Mit besten Grüssen aus Dakar,

                            Rainer MueGlo
                            "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

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                            Kommentar

                            • Wolfgang
                              Forumbetreiber
                              • 10.02.2008
                              • 11623

                              #15
                              AW: Hof Knoop in Nickelswalde

                              Schönen guten Abend,
                              hallo Rainer,

                              Du fragst ob es zum Thema "Vorlaubenhäuser" weitere adäquate Literatur gibt. Prof. Klöppel ist mit dem "Weichsel-Nogat-Delta"-Buch tatsächlich ein großer Wurf gelungen. Es gibt kein anderes Werk, dass die Vorlaubenhäuser im Danziger Werder so detailliert beschreibt. Ihm ist es zu verdanken, dass wir Vieles über die Geschichte dieser Häuser auch heute noch erfahren können. Beeinträchtigt wird das Werk lediglich ein wenig durch den Umstand, dass sich der Autor nicht der Stimmung Anfang des 20. Jahrhunderts entziehen konnte, in der das nationale Bewusstsein danach gierte, Beweise für das Deutschtum Danzigs bis in das letzte Detail zu erhalten. So versucht er wissenschaftlich zu begründen, dass die Werder-Vorlaubenhäuser "Sonderentwicklungen" oberdeutscher, niederdeutscher, fränkischer und sächsischer Vorlaubenhäuser sind. Seine Entwicklungstheorien waren bereits zu jener Zeit nicht unumstritten, aber er bewegt sich damit auf der Linie damaliger Wissenschaftler, die die Entstehung der Vorlaubenhäuser mit der Ansiedlung der ersten Ostgermanen in Verbindung bringen. Hochinteressant ist auch das gut 10 Jahre später erschienene Buch von Erich Kulke "Die Laube als ostgermanisches Baumerkmal unter besonderer Berücksichtigung der Bauernhöfe an der unteren Oder".

                              Aus der Neuzeit stammt das deutschsprachige Buch "Laubenhäuser im Oder-Weichsel-Gebiet" von Uta und Klaus Puls (120 Seiten). Gegenüber Klöppels Werk beschränkt es sich nicht auf Weichsel-Nogat-Gebiet sondern zeigt auch Vorlaubenhäuser in Brandenburg. Es stellt eine leider sehr rudimentäre Bestandsaufnahme von 1999 dar, hat aber einen gewissen zeithistorischen Wert, da ein Vergleich mit dem Heute zeigt, wieviel Bausubstanz in der kurzen Spanne von gerade mal zehn Jahren unrettbar verloren ging. Dieses Buch ist aus diesem Grund empfehlenswert.

                              Ich bin mir sicher, dass es -mir leider unbekannte- polnische Publikationen zum Thema Vorlaubenhäuser gibt. Es sind mir jedoch verschiedene Artikel und Abhandlungen bekannt, die diese Häuser als "Hollandhäuser" mennonitischen Ursprungs bezeichnen. Nationale Geschichtsschreibung unter anderen Vorzeichen? Ich denke trotzdem, die Chancen stehen recht gut, sich dieses Themas wirklich wissenschaftlich annehmen zu können.

                              Wenn ich im Werder bin, werde ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigen. Ich weiß, es gibt auch polnischerseits großes Interesse, tiefer in die Geschichte der Vorlaubenhäuser einzusteigen.
                              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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