Die Juden in Danzig

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8600

    #31
    AW: Die Juden in Danzig

    Danke, Belcanto und Rudolf, für Eure Information. Mit Google Maps findet man gut das betr. Gebäude.

    Viele Grüße
    Ulrich

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    • Martschinke
      Forum-Teilnehmer
      • 07.03.2008
      • 404

      #32
      AW: Die Juden in Danzig


      die Danziger Bevölkerung hat von dem KZ Stutthof gewusst, aber jeder hatte Angst darüber zu sprechen, und vielen Leuten
      waren die Grausamkeiten bekannt. Meine Mutter gehörte zu einer verbotenen Religion und hatte Kontakt zu den Häftlingen
      in dem KZ. Junge Männer wurden hingerichtet, weil sie den Dienst mit der Waffe verweigerten. Sie erhielt Briefe von den
      Todeskandidaten am vorigen Tag vor der Hinrichtung. Aus Angst hat sie die Briefe unsere Familie vorgelesen und dann
      verbrannt. Es gab auch bei uns im Nachbarort Spitzel und hatte in unserem Heim Hausdurchsuchungen zufolge. Die
      Gestapo hat bei uns keine religiösen Schriften gefunden, trotzdem wurden meine Mutter und Großmutter verhaftet, sie
      mussten Revers unterzeichnen, dass Jesus kein Jude war. Gegen eine Kaution in der Gulden-W. 1938 kamen sie wieder frei.

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2508

        #33
        AW: Die Juden in Danzig

        Hallo Martschinke, man kann solange nach diesen schrecklichen Ereignisse, immer noch nicht rational verstehen, wie Menschen zu solchen Gräueltaten, fähig sein konnten. In einem Land der Dichter und Denker und wie es Reich- Ranicki einmal ausdrückte, im "Land der Kultur", gab es Ghettos und systematische Judenvernichtung. Die Judengesetzte, setzten das Recht außer Kraft, Juden waren nur noch Freiwild und rechtlos. Und niemand, von einigen rühmlichen Ausnahmen, wie Schindler und Weidt und weinigen anderen abgesehen, hatte niemand den ut, für die Juden einzustehen. Das müssen wir uns, auch wenn wir damals noch Kinder waren, anrechnen lassen.

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        • Poguttke
          • 20.05.2008
          • 523

          #34
          AW: Die Juden in Danzig

          #13 Grundsätzlich hast du ja Recht Belcanto, dennoch bin ich mit deinem abschließenden Satz nicht einverstanden, oder ist er nur unglücklich formuliert?

          "Das müssen wir uns, auch wenn wir damals noch Kinder waren, anrechnen lassen."

          Dieser Satz klingt nach Sippenhaft, einem Unrecht der Nazis. Wir Danziger sind jedoch für die Gräueltaten der Nazis nicht verantwortlich zu machen, genau wie alle anderen Länder die von den Nazis okkupiert wurden. Bei uns Danzigern fällt die Verantwortung sogar noch geringer aus, da wir ja unter internationaler Schutzverpflichtung stehen. Was also Danzig angeht sind hauptsächlich die Alliierten, bedingt durch ihr Versagen, verantwortlich. Ich bin auch davon überzeugt das die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn sie in der Danziger Frage konsequent, wie völkerrechtlich vereinbart, gehandelt hätten.

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          • Poguttke
            • 20.05.2008
            • 523

            #35
            AW: Die Juden in Danzig

            Was in unserer Verantwortung liegt ist die Erziehung unserer Kinder. Hier hat sich jedoch nichts geändert, die Massen verhalten sich immer noch wie die Lemminge. Versuche haben gezeigt, dass die Ausgrenzung Einzelner wegen Nichtigkeiten immer noch funktioniert.

            Kommentar

            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2508

              #36
              AW: Die Juden in Danzig

              Sippenhaft ist ein schlimmes Wort, dass ich in diesem Zusammenhang nicht gebrauchen würde. Wenn du Poguttke, als Deutscher dir das moralisch nicht anrechnen willst, stehst du damit gewiss nicht allein. Ich jedenfalls schäme mich.Ich schäme mich, wenn ich nach Auschwitz komme, und bin dort ganz leise, nur dass niemand merkt, dass ich deutscher bin. Aber das muss werden mit sich selbst und mit seinem Gewissen abmachen.

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              • Christkind
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 1569

                #37
                AW: Die Juden in Danzig

                Hallo Belcanto, ich finde, immer nur schämen bringt uns nicht weiter.
                Es ist eine Verbrechen, das von unserem Volk begangen wurde.
                Nichts kann es ungeschehen machen.
                Und da sehe ich es so wie Poguttke:Einzelne auszugrenzen fällt leicht, wenn die Masse mobilisiert wird.Dies gelang den Nazis anscheinend problemlos.
                Und dann bricht alles zusammen, was sich in Jahrhunderten an Kultur, Anstand, Mitgefühl, Intelligenz in in einem Volk gebildet hat.Zuerst ist es Mobbing, dann schaut die ganze Klasse zu, wenn ein Mitschüler durch Selbstmord in den Tod getrieben wird.Dies nur als ein Beispiel. welches mir einfällt.Aber, Poguttke, es hat ja auch gar keinen Sinn zu spekulieren, was geschehen wäre, wenn... Es hat nur Sinn, wenn wir fähig sind, es besser zu machen.
                Mit Grüßen von Christa
                Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                (M. Gandhi)

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                • Uwe
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.08.2008
                  • 1962

                  #38
                  AW: Die Juden in Danzig

                  Hallo Poguttke,

                  wenn ich das hier von Dir lese kräuseln sich mir wirklich die "Nackenhaare":

                  "Wir Danziger sind jedoch für die Gräueltaten der Nazis nicht verantwortlich zu machen, genau wie alle anderen Länder die von den Nazis okkupiert wurden. Bei uns Danzigern fällt die Verantwortung sogar noch geringer aus, da wir ja unter internationaler Schutzverpflichtung stehen. Was also Danzig angeht sind hauptsächlich die Alliierten, bedingt durch ihr Versagen, verantwortlich. Ich bin auch davon überzeugt das die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn sie in der Danziger Frage konsequent, wie völkerrechtlich vereinbart, gehandelt hätten."

                  Verantwortlich waren nicht andere sondern die Täter und diese Täter waren eben auch Danziger! Danziger waren eben schon weit vor dem 1. Sept. 1939 in der SS und einige von denen in dieser Funktion im Zivilgefangenenlager und späterem KZ Stutthof. Deine Worte klingen wie billige Ausreden und rechtfertigen nichts, noch entschuldigen das Handeln der Täter!

                  Herzliche Grüße

                  Uwe

                  PS: Belcanto ich teile deine Scham in Auschwitz und empfinde nicht anders!
                  Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                  Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                  Kommentar

                  • danli, + 23.01.2015
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.02.2008
                    • 71

                    #39
                    AW: Die Juden in Danzig

                    Ich habe da eine Frage?Wurde die SYnagoge auf der Reitbahn nicht schon 1938 zerstoert?
                    Was ist da mit dem Aufmarsch der S.A. vor der Synagoge.Wann war DAS.
                    Wann waren die Schilder :"Komm lieber Mai und mache von Juden uns jetzt frei?
                    Es gab da einen Ehrenbuerger" Gauleiter Forster".!!Seht im Telefonbuch1938:
                    Mitglied der NSDAP ... und NSDAP ...Und NSDAP ...Und und und NSDAP.!!!
                    Sah denn "Niemand " dieSchilder in Gaststaetten und Geschaeften:
                    ""Juden sind hier nicht erwuenscht"". noch vor dem 01.09.1939?
                    Sah 1940 /41" Niemand " die KZ-Haeftlinge in KZ-Kleidung an
                    der Bahnstrecke Langfuhr-Oliva.

                    Ich war ein kleiner Bowke,aber ich konnte lesen!!,auch wenn ich damals nicht alles verstand.

                    Dan

                    Kommentar

                    • Helga +, Ehrenmitglied
                      Moderatorin
                      • 10.02.2008
                      • 1948

                      #40
                      AW: Die Juden in Danzig

                      Und hat sich niemand gefragt, warum jüdische Freunde und Nachbarn einfach verschwanden, abtransportiert wurden. Mit elchem Recht. Man in jüdischen Läden nicht einkaufen durfte. Was war mit Bücherverbrennung, Reichskristallnacht und und und. Gabs alles nicht, nicht Danzig und nicht im "Reich"
                      Viele Grüße
                      Helga

                      "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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                      • Bartels
                        Forum-Teilnehmer
                        • 25.07.2012
                        • 3448

                        #41
                        AW: Die Juden in Danzig

                        Wikipedia beantwortet Dans Frage:

                        "Das Ende der Großen Synagoge

                        Im Frühjahr 1939 wurde die Synagoge an den Senat der Stadt Danzig verkauft. Am 15. April 1939 wurde im Gebäude der letzte Gottesdienst gefeiert, und kurze Zeit später begann der Senat der Stadt sein Wirken zu entfalten: Ein Spruchband mit dem Text „Komm lieber Mai und mache von Juden uns jetzt frei“ wurde am Zaun um das Gebäude aufgehängt und an der Fassade ein Transparent mit der Ankündigung des Abrisses angebracht. Ab dem 2. Mai ließ die von den Nationalsozialisten beherrschte Regierung das Gebäude abreißen."
                        Beste Grüsse
                        Rudolf H. Böttcher

                        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                        Familie Zoll, Bohnsack;
                        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                        • mottlau1
                          Forum-Teilnehmer
                          • 11.02.2008
                          • 1730

                          #42
                          AW: Die Juden in Danzig

                          Hallo ins Forum,

                          zu diesem Thema gibt es ein interessantes Buch welches ich habe: Danzig 1939-Schätze einer zerstörten Gemeinde. Es enthält sehr viele Fotografien aber auch Vorworte von:
                          Joan H. Rosenbaum, Joy Ungerleider-Mayerson
                          Beiträge von:
                          Günter Grass, Gershon C. Bacon, Joseph Gutmann, Elisabeth Cats.

                          Jutta
                          Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
                          (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker

                          Kommentar

                          • Belcanto
                            Forum-Teilnehmer
                            • 24.09.2008
                            • 2508

                            #43
                            AW: Die Juden in Danzig

                            Ich möchte Uwe, danli und Helga zustimmen und gleichzeitig vor Relativismus warnen. Immer wieder erlebe ich, wenn über die Judenvernichtung gesprochen und diskutiert wird, dass dann gesagt wird….“die anderen auch, man muss bedenken, die Poltische Situation, weil, u.s.w. Oft wird versucht Tatsachen zu relativieren. Damit entfernen wir uns von der Wahrheit.
                            Die Wahrheit ist, dass mit Beginn der ersten Judengesetzte auch in unserer Heimatstadt und ob die Synagoge 1938 oder 1939 brannte, ist nicht relevant, sondern nur die Wahrheit, das Deutsche jüdische Gotteshäuser zerstört haben. Und die Wahrheit ist auch, dass infolge des Holocausts 6,3 Millionen, im deutschen Namen, Menschen umgebracht wurden. Davon 5,7 Millionen Juden, darunter 1,5 Millionen Kinder.

                            Wer einmal am Denkmal der Kinder in Vad Vaschem war, braucht sehr stark Nerven, wenn man erfährt, dass im deutschen Namen 1,5 Millionen Kinder umgebracht wurden! Hier bleibt kein Raum zum Relativieren, sondern nur Scham und Trauer.

                            Kommentar

                            • Bartels
                              Forum-Teilnehmer
                              • 25.07.2012
                              • 3448

                              #44
                              AW: Die Juden in Danzig

                              Die Grosse Synagoge (Reitbahn)
                              wurde nach 1933 zweimal Ziel von Brandanschlägen. "Beide Anschläge konnten durch die von der jüdischen Bevölkerung zum Schutz des Gebäudes aufgestellten Miliz vereitelt werden. Obwohl in der Verfassung der Freien Stadt Danzig den Danziger Juden ein größerer Schutz als ihren Glaubensbrüdern in Deutschland gewährt wurde, drangen Sympathisanten der Nationalsozialisten im August 1938 in die Synagoge ein und zertraten die Torarollen.

                              Die Leiter der Kehillas beschlossen, einige Restbestände zu retten und ließen das Archiv nach Jerusalem, die Bibliothek nach Vilnius und die Museumsbestände in die Vereinigten Staaten auslagern. Zum selben Zeitpunkt musste die Synagoge wegen Forderungen der Finanzverwaltung die Orgel nach Krakau, die Leuchter nach Warschau und die Bänke in den Danziger Ortsteil Nowy Port verkaufen."

                              Neue Synagoge in Langfuhr:
                              "Während der sogenannten Reichskristallnacht wurde sie vom 9. November bis zum 10. November 1938 demoliert. 1939 verkaufte die jüdische Gemeinde schließlich die Synagoge an die Tischlerei Bernhard Hagemann und Söhne."

                              Quelle: Wikipedia
                              Beste Grüsse
                              Rudolf H. Böttcher

                              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                              Familie Zoll, Bohnsack;
                              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                              • Poguttke
                                • 20.05.2008
                                • 523

                                #45
                                AW: Die Juden in Danzig

                                Hallo Martschinke, du sprichst bezüglich deiner Mutter von verbotener Religion, ich vermute daher dass sie Jehovas Zeuge war, ist das richtig?

                                Kommentar

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