Die Juden in Danzig

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  • Antennenschreck
    Forum-Teilnehmer
    • 05.09.2011
    • 1833

    #91
    AW: Die Juden in Danzig

    Hallöle,

    interessant ist in diesem Zusammenhang auch, wieso konnte die NSDAP von einer 6 Mann Hinterzimmertruppe aus München in so kurzer Zeit so groß werden? Wenn man heutige Parteien so beobachtet, dann ist dieser Verlauf volkommen untypisch. Also klar die Frage, wer finanzierte den Start der NSDAP und welche Ziele verfolgte er damit? Die ersten Jahre war die NSDAP relativ unbekannt und mittellos. Innerhalb isr Zeit hatte sie große Gönner, die ihr alle Kampanien und Auftritte bezahlten, ja sie konnte sogar einen Zeitungsverlag. Folgt doch mal dem des Geldes und ihr findet die wahren Verbrecher. Das klappt eigentlich immer. Ihr könnt auch nach 1945 der Spur des Geldes folgen und werdet ganz unerwartete Ergebnisse haben. Was ist denn aus den wichtigen Industriebossen vom 3. Reich nach dem Krieg geworden. Da gab es mal eine ganz tolle Doku auf ARTE. Allerdings nur ein einziges Mal mitten in der Nacht. Wer hat den eigentlich die Rüstung finanziert, und mit welchem Ziel ???

    Tschü.......
    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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    • Poguttke
      • 20.05.2008
      • 523

      #92
      AW: Die Juden in Danzig

      #67 Du blendest diese Zeit und die Verantwortung dafür zwischen 1933 und dem 31.08.1939 bewusst aus.
      -----------------------------------------------------------------------------------------------------
      Das ist eine Unterstellung die mindestens ungehörig ist Uwe. Es gibt ja immer 2 Möglichkeiten. Entweder weiss ich es nicht besser, oder habe eine andere Sichtweise auf Grund meines Wissens.
      Bei Stutthof liege ich tatsächlich falsch, ich dachte es existierte als Arbeitslager schon länger.
      Was den Versailler Vertrag angeht und die Verantwortung des Völkerbundes, so gilt die Schutzgarantie und Schutzverpflichtung sowohl für den Staat und insbesondere für die Verfassung.

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      • Poguttke
        • 20.05.2008
        • 523

        #93
        AW: Die Juden in Danzig

        #68 der Kommissar des Völkerbunds war leider ein weltfremder Philosoph und Historiker, der zuliess, dass ihm die Nazis der NSDAP (nicht einer Danziger NSDzAP) auf der Nase herumtanzten.

        Ich habe sogar mal gelesen, dass er in der Schweiz als Hitleranhänger bekannt war.

        #68 Es gab in Danzig eine Minderheit, die sich nicht am Boykott jüdischer Geschäfte beteiligt hat.

        Das war in meiner Familie auch der Fall. So musste meine Mutter ihre Mutter beim Einkauf immer begleiten, um "Schmiere" zu stehen, damit nicht zufällig irgendwelche Bekannte das zufällig mitbekommen. Abends musste sie für ihren Bruder an der Wohnungstür lauschen, ob der "Blockwart" im Haus unterwegs war, wenn er Radio London hören wollte. Und meinem Urgrossvater wurden die Essenmarken gestrichen, da er einer jüdischen Familie nicht die Wohnung kündigen wollte, an der ein SS-Offizier Interesse hatte.

        #68 Forster und Greiser haben sich später im Völkermord einen Wettbewerb geliefert ...

        Wobei Forster kein Danziger Staatsbürger war, seine politischen Aktivitäten waren also illegal. zumindest jedoch staatsfeindlich.

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        • Uwe
          Forum-Teilnehmer
          • 10.08.2008
          • 1962

          #94
          AW: Die Juden in Danzig

          #72 Poguttke, Du mit deinem großen Wissen über Danzig sagst, Du kennst die Geschichte vom Lager Stutthof nicht? Das verwundert mich jetzt sehr.

          Das Du gerne die sehr große Verantwortung der Danziger für den Rechtsbruch, Unrecht und die Volkstagswahl 1933, wo die NSDAP die absolute Mehrheit erhielt klein redest, ist leider so. Andernfalls könntest Du die Danziger ja auch nicht als Opfer darstellen. Du suchst die Verantwortung überall nur nicht bei den Danzigern selbst. Diese Auseinandersetzung mit Geschichte ist nicht meine Art der Auseinandersetzung.

          Herzliche Grüße

          Uwe
          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

          Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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          • danli, + 23.01.2015
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 71

            #95
            AW: Die Juden in Danzig

            # 73
            Wie konnte dan Forster 1937 ein Ehrenbuerger der Stadt Danzig sein??

            Solche Ehren verlieh doch die Stadt (volkstag )!!!!! waren das keine Danziger????

            Danli

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            • Bartels
              Forum-Teilnehmer
              • 25.07.2012
              • 3448

              #96
              AW: Die Juden in Danzig

              Danziger Volkstag 1935 (- 1939):

              NSDAP: 59,3 % - 43 Sitze (von 72)
              DNVP: 4,2 % - 3 Sitze

              Wahlbeteiligung 99,5 % (1930: 89 %)
              Beste Grüsse
              Rudolf H. Böttcher

              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
              Familie Zoll, Bohnsack;
              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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              • Ulrich 31
                Forum-Teilnehmer
                • 04.11.2011
                • 8571

                #97
                AW: Die Juden in Danzig

                Zu #75:

                Albert Forster wurde bereits am 14. Juli 1933 Ehrenbürger der Freien Stadt Danzig (siehe hierzu > http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_d...ger_von_Danzig)!

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                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #98
                  AW: Die Juden in Danzig

                  Hallo Antennenschreck,
                  die Wege des Geldes erklären auch heutige Konflikte, vermutlich. Nur wer verfolgt sie, um sich Gewissheit zu verschaffen? In der Mitten-Nacht kommen hin und wieder spannende Dokumentationen. Eine habe ich mal gesehen über einen Waffenhändler, der über Finanzmärkte alle Kriege und Waffengeschäfte in der Hand hat. Wie hieß der noch Ach vergessen ...
                  Schöne Grüße und tschü.......
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • Antennenschreck
                    Forum-Teilnehmer
                    • 05.09.2011
                    • 1833

                    #99
                    AW: Die Juden in Danzig

                    Hallo Waldkind,

                    ich denke du verstehst mich. Die wahren Schuldigen sind im Regelfall nicht offensichtlich und sind auch immer die Gewinner bei solchen Ereignissen gewesen. Das war schon immer so seit einige wenige Menschen denken sie hätten das Recht über die schweigende Mehrheit zu bestimmen. Und die, die schweigen sind dann in der Regel auch noch die Dummen. Z.B. wurde eine (nicht ganz unwichtige) Nachkriegspartei der BRD weitestgehend durch Nazigelder aus der Schweiz finanziert. Wer jetzt vermutet das sei die NPD, der liegt aber falsch. Wie gesagt ist es auch nicht ganz von schlechten Eltern sich mal den finanziellen Start der NSDAP anzusehen. Geschichte wiederholt sich eben so lange (in Abwandlungen) bis man etwas daraus lernt und ändert. Das ist allerdings bis jetzt noch nicht zu erkennen.

                    Tschü......
                    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                    • waldkind
                      Forum-Teilnehmer
                      • 06.10.2008
                      • 2366

                      #100
                      AW: Die Juden in Danzig

                      Jaja, das große Schweigen. Ist es heute nicht genauso da wie damals? Sitzen wir nicht still herum, wenn Waffen in Krisengebiete exportiert werden? Oder wenn es heißt, Deutschland könne doch nicht immer nur friedlich da rumhocken, wenn die Verbündeten ausbluten, und müsse sich militärisch beteiligen. Und dann behaupten wir allen Ernstes, wir hätten damals nicht mitgemacht? Irgendwie gruselt mich. Es lässt sich leicht darüber nachdenken, was damals war. Denn die Vergangenheit können wir weder bewältigen noch ändern. Sie hält uns nur gefangen ...
                      Tschü ......
                      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                      Kommentar

                      • Bartels
                        Forum-Teilnehmer
                        • 25.07.2012
                        • 3448

                        #101
                        AW: Die Juden in Danzig

                        Danziger Volkstag 1933 (- 1935):

                        NSDAP: 50,1 % - 38 Sitze (von 72)
                        DNVP: 6,35 % - 4 Sitze

                        Wahlbeteiligung 92 % (1930: 89 %)
                        Beste Grüsse
                        Rudolf H. Böttcher

                        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                        Familie Zoll, Bohnsack;
                        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                        • Poguttke
                          • 20.05.2008
                          • 523

                          #102
                          AW: Die Juden in Danzig

                          Im Wesentlichen bin ich mit Antennenschreck einer Meinung. Ferner sehe ich es auch wie Waldkind, denn es hat sich nichts geändert, damals wie heute werden wir alle manipuliert und nichts ist so wie es scheint. Für mich ist der WK noch nicht beendet. Der 1. führte in den 2., dieser in den Kalten, und jetzt haben wir einen Wirtschaftskrieg mit verlagerten Kriegsschauplätzen.

                          #74 Du mit deinem großen Wissen über Danzig sagst, Du kennst die Geschichte vom Lager Stutthof nicht? Das verwundert mich jetzt sehr.

                          "Bei Stutthof liege ich tatsächlich falsch, ich dachte es existierte als Arbeitslager schon länger." Das ist es was ich gesagt habe Uwe. Nicht mehr und nicht weniger.

                          Zu #75 Ehrenbürger ist kein Staatsbürger. Kennedy mag Ehrenbürger von Berlin sein, deutscher Staatsbürger ist er deshalb noch lange nicht.

                          Zu#81 Wenn wir 1933 mal noch als korrekte Wahlen durchgehen lassen würden, dann hat sich die Hälfte der Danziger gegen die NSDAP entschieden. Das ist es was für mich zählt, und für diese Danziger spreche ich, denn sie alle wurden Opfer der Nazis.

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                          • Uwe
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.08.2008
                            • 1962

                            #103
                            AW: Die Juden in Danzig

                            Poguttke, wie unschuldig waren nach deiner Theorie dann die Deutschen?

                            Bei der letzten einigermaßen freien Reichstagswahl 1933 haben "nur" 43,9 % NSDAP gewählt, also weniger als in Danzig mit 50,12 %. Haben sich diejenigen in Deutschland oder auch Danzig gegen die Machtergreifung der Nazis gewehrt, die sie nicht gewählt haben. Nein das hat leider nur ein verschwindend kleine Gruppe gemacht.

                            Deswegen haben nicht nur die NSDAP-Wähler Verantwortung auf sich genommen, sondern auch die Deutschen oder Danziger die tatenlos zusahen wie die Demokratie, die Verfassung und der Rechtsstaat außer Kraft gesetzt worden sind. Damit trägt dann auch das gesamte Volk die Verantwortung für die katastrophalen Folgen.

                            Herzliche Grüße

                            Uwe
                            Zuletzt ge
                            Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                            Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                            Kommentar

                            • Ulrich
                              Forum-Teilnehmer
                              • 30.01.2009
                              • 280

                              #104
                              AW: Die Juden in Danzig

                              Und denkt auch an die Arisierungen, die Enteignung jüdischer Danziger, da floss, so mancher angeblich schmutiger jüdischer Gulden in saubere arische danziger Hände (Echt, S. 173, Die Geschichte der Juden in Danzig, Leer 1972, S. 173). Hinter der Ausgrenzung und Entrechtung - nicht nur der danziger - Juden steckten nicht nur weltanschauliche und politische, sondern auch handfeste wirtschaftliche und finanzielle Interessen. Es gibt Historiker, die sprechen in diesem Zusammenhang vom größten Raubzug der Geschichte.

                              Und denkt auch an die Danziger mit jüdischem Hintergrund, wie man heute sagen würde, ab 1933 zusammen mit den Glaubesjuden sogenannte "(Christliche) Nichtarier, in Danzig ab 1937: "Jüdische Mischlinge" und an die mit ihnen angeblich in "Rassenschande" lebenden "Jüdisch Versippten", und an die wiederum als "Jüdische Mischlinge" angesehenen Nachkommen aus diesen Mischehen. Zahlen zu den Angehörigen dieser Verfolgtengruppe in Danzig sind nicht bekannt.
                              Im Deutschen Reich waren es 1939 beinahe genauso viele, wie verfolgte Glaubensjuden. Das wird man auch für Danzig annehmen können. Literatur über sie gibt es meines Wissens nicht. Dabei geht es mir nicht in erster Linie um die 22 Juden, von denen Jonas und Echt berichten, die Ende 1943 noch in Danzig lebten (Echt, S. 243 f), sondern um all die Personen, die in Danzig seit 1933 aufgrund ihres jüdischen Hintergrundes und der nationalsozialistischen Rassengesetzgebung und darüber hinausgehender örtlicher Willkürmaßnahmen diskriminiert, verfolgt, enteignet wurden. Über sie schreibt Echt:
                              "De in Mischehe lebenden Juden und Arier, ebenso die christlichen Nichtarier, fanden ohne
                              Rücksicht auf ihren früheren Beruf nur Beschäftigung als ungelernte Arbeiter; sie unterstanden nicht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, sondern nur der Willkür der Gestapo. Die arischen Eheteile wurden als Judenknechte beschimpft, mußten zum Teil ihren Beruf aufgeben und in untergeordneten Stellungen ihr Leben fristen. Die Gestapo versuchte, diese Ehen aufzulösen und Scheidungen zu erzwingen, um den jüdischen Partner unter die Judengesetze zu bringen", und über die Zeit nach 1943: "Zu den Menschen, die in Mischehe lebten, kamen diejenigen, die nach den Blut- und Rassentheorien der Nazis zu Juden erklärt worden waren. Diese Menschen, die ihre Bindungen zum Judentum oder Beziehungen zur jüdischen Gemeinde längst abgebrochen oder niemals besessen hatten, wurden ihrer Existenz beraubt und mußten, soweit sie nicht versteckt waren, in ein Miethaus in der Mausegasse ziehen". Samuel Echt, Die Geschichte der Juden in Danzig, Leer 1972, S. 241f).

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                              • Antennenschreck
                                Forum-Teilnehmer
                                • 05.09.2011
                                • 1833

                                #105
                                AW: Die Juden in Danzig

                                Hallöle,

                                ein sehr kluger Mann sagte mal, dass man den Wert einer Gesellschaft daran erkennen kann, wie sie mit denen umgeht die sich nicht oder kaum wehren können. Also konkret wie sie die Alten, die Kinder und die Toten behandelt. Nur zu, kippt ruhig weiter Jauchekübel über eure Vorfahren. Und wie hier mit Alten (ab ins Pflegeheim) und Kindern (von ärmeren Menschen) in der BRD umgegangen wird, das ist kein Geheimnis. Man kann nicht die Anderen ändern schon mal gar nicht in der Vergangenheit (was geschehen ist ist gescheheh), man kann nur sich selber ändern und wenn sich genug Menschen geändert haben, dann wird sich auch das Land verändern zum Besseren, denn es verändert sich ständig auch ohne mich, nur nicht unbedingt in die Richtung welche ich gern hätte. Wieso aber soll sich mein Land verbessern wenn ich immer nur auf Andere zeige (die oftmals gar nicht mehr leben) und bestimme was diese besser machen müssen oder mußten.
                                Fragt doch mal was mit euren Steuern in der BRD passiert und verlangt doch mal einen zweckgebundenen Einsatz der Steuern. Wäre doch mal Zivilcourageo, oder? War nur mal so ein Vorschlag, bei Bedarf habe ich noch mehr.

                                Tschü........
                                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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