Die Juden in Danzig

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8573

    #241
    AW: Die Juden in Danzig

    Hier eine Website zu diesem Thema mit einem interessanten Stadtplan ("Wirtualny Sztetl"), der nach passender Größeneinstellung zeigt, dass es in Danzig einschl. Langfuhr und Zoppot zu unterschiedlichen Zeiten insgesamt 8 Synagogen gab (soweit von mir erkennbar): http://www.sztetl.org.pl/pl/dynamicm...D%7Cp%3Dobject .
    Dieser Plan zeigt auch andere, Juden in Danzig betreffende Markierungspunkte, über die man nach Anklicken jeweils nähere Informationen erhält - auch in Deutsch (Einstellung dann rechts oben).

    Kommentar

    • Martschinke
      Forum-Teilnehmer
      • 07.03.2008
      • 404

      #242
      AW: Die Juden in Danzig

      Nein, nein liebe Felicity, Du hast nichts falsches gehört, es kann und wird wohl so richtig
      sein mit dem Sendebereich von dem angeschlossenen Sender Königsberg an Danzig.
      Königsberg gehörte doch zum Reichsgebiet Deutschland. Ich kann mich doch noch sehr
      gut an die Zeit erinnern, als Danzig noch Freistadt war, und unser Lehrer Landes von
      Müggenhahl sagte uns, heute spricht der Führer im Rundfunk zu uns. Jeder soll die
      Möglichkeit haben die Führerrede zu hören, hier in der Schule oder auch zu Hause. Die ersten Worte des Führers waren "Deutsche Volksgenossen- und Genossinnen"
      Dann legte er los seine Wohltaten hervorzuheben, -keiner soll hungern und frieren-
      - wie ein Deutscher Junge sein muss - schlank, rank, zäh, hart und flink - wir wollen
      unsere Kolonien wieder haben -Arbeit und Brot- und so weiter-
      wie es auch in Danzig kurz vor dem Kriegsausbruch war, ich persönlich habe Hitler
      schon deshalb als Kind gehasst, weil ich überhaupt sportlich nicht leistungsfähig
      war und fühlte mich zurückgesetzt. Die anderen Schüler waren nun die besseren.
      Hitler hatte ja einen Grund für seinen geplanten Krieg, Kämpfer für das Vaterland
      zu haben. -Die mussten ja so ein, Sportliche Tüchtigkeit für seinen siegreichen Krieg.
      Der Rundfunk mit dem Volksaufklärer Josef Goebbels war auch schon ganz schön
      wirksam, und das ist in Danzig nicht ganz spurlos vorübergegangen.

      Viele schöne Grüße von kurt M

      Kommentar

      • danli, + 23.01.2015
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 71

        #243
        AW: Die Juden in Danzig

        hier ist der Reichsender Koenigsberg mit allen angeschlossenen Sendern

        Danli

        Kommentar

        • StampCollector
          Forum-Teilnehmer
          • 19.01.2014
          • 924

          #244
          AW: Die Juden in Danzig

          Ich hatte da letztens eine Diskussion mit deutschen Arbeitskollegen über die gegenwärtige Situation und habe da auch eine durchaus pro-israelische Meinung zum Ausdruck gebracht: Aber mein Gesprächspartner war da leider nicht ganz so überzeugt.
          Konsens war jedenfalls, daß die Araber endlich einmal zum Ausdruck bringen sollten, daß Israel in den Grenzen von 1948 auch einmal von den Arabern akzeptiert werden muss, obwohl es damals auch einige Ungerechtigkeiten gegenüber den Arabern (muslimisch und christlich) gegeben hat!
          Die Besetzung des Westjordanlandes, der Golanhöhen und des Gaza-Streifens halte ich persönlich auch für illegal.
          ABER: Die Araber haben niemals das Existenzrecht für Israel anerkannt!
          Da liegt das Problem!

          SC

          Kommentar

          • jonny810
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 2423

            #245
            AW: Die Juden in Danzig

            eine bescheidene Frage. Hört das Thema "Die Juden" auch noch einmal auf?
            Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
            "Nec Temere - Nec Timide"
            Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

            Kommentar

            • Bartels
              Forum-Teilnehmer
              • 25.07.2012
              • 3448

              #246
              AW: Die Juden in Danzig

              Rein hypothetisch wird die Zahl der Posts hier vierstellig ... (ohne Wertung meinerseits). - Es sei denn, wir können für da virtuelle Sztetl eine Gesamtdarstellung zusammentragen.
              Beste Grüsse
              Rudolf H. Böttcher

              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
              Familie Zoll, Bohnsack;
              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

              Kommentar

              • StampCollector
                Forum-Teilnehmer
                • 19.01.2014
                • 924

                #247
                AW: Die Juden in Danzig

                Andererseits ist der Arabisch-Israelische Konflikt leider auch immer Bestandteil der Weltpolitik und daher wichtig.
                In der Freien Stadt Danzig war der prozuentale Anteil der Juden (wie beispielsweise auch in Berlin) höher, als wie im Reichsdurchschnitt.
                Schon daher finde ich, daß das ein wichtiges Thema ist.

                Ich bin auch der Meinung, daß die Araber, deren Kultur übrigens auch sehr wichtig in der Menschheitsgeschichte war und ist, es endlich auch einmal fertigstellen den Israelis ein Existenzrecht im Nahen Osten einzuräumen.
                Die Israelis ihrerseits sind dann allerdings auch nicht in der Lage den Arabern so einen historischen Schritt leichtzumachen.
                Jitzchak Rabin hat das seinerzeit versucht, ist dann aber Opfer eines Attentates aus extremistischen Kreisen geworden...

                Jahrelang habe ich mich sehr mit dem Buddhismus befasst, weil mich da auch die Liebe zu den Mitgeschöpfen so stark beeindruckt hat.
                Der Buddhismus ist in dieser Hinsicht sehr viel radikaler wie beispielsweise Jesus, da auch die Tiere mit eingeschlossen werden!

                Möglicherweise war Jesus auch unterschwellig vom Buddhismus beinflusst. Es gab in Alexandria auch eine kleine buddhistische Gemeinde und dann gab es ja auch die "Seidenstrasse", wo auch neben Waren auch Ideen transportiert wurden...

                Mich persönlich interessiert der japanische Zen-Buddhismus (bzw. der chinesische Chan-Buddhismus, woraus der Zen entstanden ist). Das ist eigentlich die "harte Nummer": Disziplin und nochmals Disziplin - dabei aber auch jede Menge geistiger Freiheit...

                Jedenfalls ist es der Friede, der uns Menschen weiterbringt und nicht die Losung: "Der Krieg ist Vater aller Dinge".
                Denn der Krieg bringt nur Leid, Zerstörung und Verlust.
                Daraus entsteht dann der Hass und immer wiederkehrender Hass, der diese eigentlich schöne Welt kaputtmacht.

                SC

                Kommentar

                • StampCollector
                  Forum-Teilnehmer
                  • 19.01.2014
                  • 924

                  #248
                  AW: Die Juden in Danzig

                  In den letzten Tagen habe ich mch übrigens mit Stella Goldschlag (Kübler) beschäftigt:
                  Stella hat mir wirklich Kopfschmerzen bereitet: Ich bin da hin und her gerissen: Ist sie jetzt eine Täterin, oder kann man sie menschlich auch irgendwie verstehen. Das ist ein verdammt schwieriges Thema!
                  Sicherlich war sie damals jung und die "Nürnberger Rassengesetze" waren ja wohl wirklich ein Witz!
                  Ich habe mir dann den entsprechenden "Spiegel Artikel" durchgelesen und bin eigentlich nicht schlauer dadurch geworden.
                  Sicher: Stella war damals ein junges Mädchen (verwöhnt, vielleicht war sie, wie man heute sagen würde eine "Tussi"...).
                  Dann natürlich auch die Gestapo-Folter und die Aussicht die Eltern zu retten...
                  Ich wäre nur ungern ihr Richter gewesen, aber vielleicht wäre ich damals auch zu dem selben Ergebnis gekommen: 10 Jahre Haft?!



                  SC

                  Kommentar

                  • Helga +, Ehrenmitglied
                    Moderatorin
                    • 10.02.2008
                    • 1948

                    #249
                    AW: Die Juden in Danzig

                    Ist sie jetzt eine Täterin, oder kann man sie menschlich auch irgendwie verstehen
                    Natürlich ist sie eine Täterin. Und zwar von der ganz üblen Sorte. Menschen aufspüren, sie vertraut machen und dann zuschlagen sprich denunzieren. Das ist schon ganz schlimm. Wie es so schön heißt - der schlimmste Mann im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant -

                    Möglicherweise 3000 Menschen in den Tod geschickt zu haben und sich dann als Opfer des Faschismus geben zu wollen - darauf muss man erst mal kommen. Angesichts der Qualen, die ihre Opfer durchstehen mußten scheinen mir 10 Jahre nicht so viel.
                    Viele Grüße
                    Helga

                    "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

                    Kommentar

                    • StampCollector
                      Forum-Teilnehmer
                      • 19.01.2014
                      • 924

                      #250
                      AW: Die Juden in Danzig

                      Ich denke auch, daß 10 Jahre Haft für ein solches Verbrechen angemessen war und ist. Stella hat die "U-Boote" ja auch mit einem Grinsen verhaftet. Allerdings gibt es bei ihr immerhin auch einige strafmildernde Umstände, die sich aus unserer Geschichte erklären lassen...

                      SC

                      Kommentar

                      • StampCollector
                        Forum-Teilnehmer
                        • 19.01.2014
                        • 924

                        #251
                        AW: Die Juden in Danzig

                        Der damalige Klassenkamerad Peter Wyden war ja auch ziemlich entsetzt darüber, daß seine damalige Klassenkameradin, die er wohl damals auch als erotisch attraktiv empfand, so tief gesunken war.

                        Man sollte auch nicht die Gestapo unterschätzen:

                        Mein eigener Urgroßvater, der in der Weimarer Republik gewerkschaftlich sehr aktiv war, hat 1933 auf der örtlichen Polizeiwache (Zweigstelle einer berüchtigten Gestapo-Wache) was "aufs Maul gekriegt". Danach war er ruhig...

                        SC

                        Kommentar

                        • Ulrich
                          Forum-Teilnehmer
                          • 30.01.2009
                          • 280

                          #252
                          AW: Die Juden in Danzig

                          Hallo Johnny, der Wunsch nach "Schlussstrich" beim Thema "die Juden" wird, wie auch hier im thread schon gesagt, oft und gern vorgetragen. Auch das Passende zu diesem Wunwch wurde schon gesagt.
                          Mit freundlichem Gruß

                          Ulrich

                          Kommentar

                          • StampCollector
                            Forum-Teilnehmer
                            • 19.01.2014
                            • 924

                            #253
                            AW: Die Juden in Danzig

                            Stella:
                            Das ist ein Thema, was mich wirklich verwirrt:
                            Einerseits hat sie hunderte oder tausende Juden ("U-Boote") in Berlin verraten. Anderersets hat sie wohl auch Juden entkommen lassen und hat auch ab Ende 1944 als Gestapo-Agentin wohl nicht mehr richtig funktioniert...

                            Sie hat sich wohl auch gegenüber einer anderen Frau "geouted", die dann folgende Aussage machte:

                            "Unter meinem Einfluß wurde sie zu einem anderen Menschen; in den letzten sieben Monaten vor der Kapitulation hat sie niemanden mehr festgenommen."

                            Mir persönlich gibt so etwas doch noch Hoffnung, daß diese Welt doch ein guter Ort ist...

                            SC

                            Kommentar

                            • StampCollector
                              Forum-Teilnehmer
                              • 19.01.2014
                              • 924

                              #254
                              AW: Die Juden in Danzig

                              Anderen Quellen zufolge hat sie dann doch wohl bis März 1945 Verhaftungen gemacht. Möglicherweise ist dann aber seit Ende 1944 nicht mehr so eifrig gewesen. Natürlich hat es zu diesem Zeitpunkt wohl auch nicht mehrso viele "U-Boote" in Berlin gegeben.
                              Diese Person ist wirklich problematisch: Ihr ehemaliger Mitschüler Peter Wyden war ihr gegenüber auch sehr distanziert.
                              Er sagt aber auch:

                              "Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn Männer in schwarzen Uniformen gesagt hätten, ich könnte meine Eltern vor der Deportation retten. Ich weiß es einfach nicht, und heute bin ich dankbar dafür, daß ich nie in diese Situation gekommen bin."


                              Ihre Eltern wurden dann auch nach Theresienstadt deportiert, von wo sie dann später nach Auschwitz geschickt wurden, wo sie dann umgebracht wurden...

                              Im Alter von 72 hat sie dann 1994 in Berlin Selbstmord begangen (Tiefensturz - eine ziemlich harte Methode, die möglicherweise den Schluss zulässt, daß sie innerlich mit ihrer Schuld nicht fertiggeworden ist...).

                              In Berlin hat es damals circa 30 "Greifer" gegeben.
                              Ich frage mich, ob es in anderen Großstädten (z.B. auch Danzig) solche "Greifer" gegeben hat.

                              SC

                              Kommentar

                              • Martschinke
                                Forum-Teilnehmer
                                • 07.03.2008
                                • 404

                                #255
                                AW: Die Juden in Danzig

                                Lieber Bartels,
                                Du schreibst, es gab in Danzig eine Minderheit, die sich nicht an Boykott
                                jüdischer Geschäfte beteiligt haben. Ich muss seiner Zeit wohl einen
                                Schleier vor Augen gehabt haben, wenn das stimmen sollte, es handele
                                sich nur um eine kleine Minderheit. Meine Gegenfrage ist nun, war die
                                große Mehrheit der Danziger für den Boykott der jüdischen Geschäfte.
                                Wir Danziger wissen doch wohl, dass Greiser einer der grausamsten
                                Juden-Verbrecher und Erfinder der Autobusse ohne Fenster war, in dem
                                die Juden schon auf dem Wege zur Vernichtung vergast wurden.
                                Die Angst der Danziger muss wohl riesengroß gewesen sein, vor den
                                Schicksalen in Händen von Verbrechern ähnliche Grausamkeiten zum
                                Opfer zu fallen. Ich habe noch in Erinnerung, als der Prauster
                                Schmiedemeister beim Pferde-Hufe beschlagen zu meinem Vater
                                sagte, man braucht nur um das Danziger Gebiet einen großen Zaun
                                zu ziehen und dann sind wir alle gemeinsam in einem KZ.
                                Die Danziger Bevölkerung hat den Nazigrößen doch nicht zugejubelt
                                für die Vernichtung der jüdischen Rasse, es ist ja nun schon ausreichend
                                in unserem Forum über die wirtschaftliche, politische Unterdrückung im
                                Danziger Geschäfts- und -Produktions-Leben plachandert worden.
                                Waren die jüdischen Geschäfte nicht selbst davon betroffen?

                                Viele Grüße kurt

                                Kommentar

                                L