Danziger Singakademie

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  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2507

    #91
    AW: Danziger Singakademie

    [FONT=&quot]31.5.2018[/FONT]
    [FONT=&quot]Im Jahr 1899 wurden im Schützenhaus nur zwei Aufführungen durchgeführt. Am 21. März Georg Friedrich Händels Oratorium Samson, in drei Akten, HWV 47. Samson eigentlich Simson, der „von der Sonne“, ist eine Figur aus dem Alten Testament. Er wird im Buch der Richter, bei Kapitel 13-16 erwähnt.[/FONT]
    [FONT=&quot]Als ein Auserwählter Gottes blieb er durch seine unbezwingbare Stärke für die Philister unbesiegbar, solange er sein Haupthaar ungeschoren ließ, wodurch er die Unterdrücker Israels oftmals besiegte. Seine Frau Dalia verriet das Geheimnis an die Feinde. Er wurde gefangen genommen, sein Haar geschoren u s. w. Das Drama nahm Händels zum Anlass, dieses Oratorium zu schreiben. Das Volk der Philister siedelte sich im 12. Jahrhundert an der Küste Palästina an. (Palästina= Philister). Ein Auserwählter, ein Nasiräer, ein Geweihter wie es Samson auf Weisung Gottes sein soll, muss verschieden Arten der Enthaltsamkeit, auf sich nehmen.[/FONT]
    [FONT=&quot]Die zweite Veranstaltung im Jahr 1899 fand am 19. Dezember mit dem Oratorium „Franziskus“, op. 36, vom belgischen Komponisten Edgar Tinel im Schützenhaus unter der Leitung von Ludwig Heidingsfeld statt. Die Solisten waren: Fräulein K. Brandstädter, Sopran, Opernsänger Gustav Friedrich und Kammersänger Kronberger.[/FONT]
    [FONT=&quot]Auch im Jahr 1900 fanden nur zwei Veranstaltungen wieder im Schützenhaus, und zwar am 28. März Max Bruchs Oratorium Odysseus, op. 41 und am 12. Dezember Haydns Oratorium: Die Jahreszeiten statt. Die Solisten waren nicht aus Danzig.[/FONT]
    [FONT=&quot]Am 11. März 1901 folgte im Schützenhaus ein Konzert unter der Leitung des neuen Dirigenten von Karl Frank. Es kam Beethovens 9. Sinfonie d-Moll op. 125 zur Aufführung. Die Solisten kamen nicht und Danzig. Am 27. März folgte eine Vereinsaufführung wieder im Schützenhaus mit dem Oratorium, von Felix Mendelssohn- Bartholdy, Paulus op. 36 MWV. A 14. Die Solisten kamen nicht aus Danzig. Das musikalische Jahr 1901 endete mit einer Aufführung im Apollosaal mit kleiner Chorbesetzung ohne Begleitung einer weiteren Vereinsaufführung, mit dem Oratorium von August Klughardt: Die Zerstörung Jerusalems, op. 75., unter der der Leitung von Fritz Binder. [/FONT]
    [FONT=&quot]Zu den drei oben erwähnten Dirigenten wäre folgendes zu sagen.[/FONT]
    [FONT=&quot]Ludwig Heidingsfeld stammte aus Schlesien. Er trat am 3. Oktober 1896 die Nachfolge von Georg Schumann an. Im September stellte er einen schriftlichen Antrag, den „Danziger Gesangverein“ umzutaufen und fortan „Danziger Singakademie“ zu nennen, um Verwechselungen und anderen Vereinsnamen auszuschließen. Der Vorschlag wurde angenommen. Somit hieß seit 25.September 1899 der Verein „Danziger Singakademie. Sein Nachfolger wurde Karl Frank der seit 1899 in Danzig lebte und auch als Musikkritiker der Danziger Neuesten Nachrichten tätig war. Vorsitzender war Dr. Med. Sanitätsrat Ernst Scharffenorth. Der Nachfolger von Karl Frank wurde Fritz Binder der auch als Pianist auftrat. Ganz besonders ist zu erwähnen, dass Binder bei Kriegsausbruch, seine gesamte künstlerische Tätigkeit in den Dienst der Kriegswohlfahrt stellte und auf alle Gehälter und Einnahmen zugunsten kriegswohltätiger Zwecke verzichtete.[/FONT]

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    • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
      Forum-Teilnehmer
      • 13.02.2008
      • 3493

      #92
      AW: Danziger Singakademie

      Hat nichts mit der Singakademie zu tun, will Dir nur sagen wie sehr mich Deine Ausdauer beeindruckt, Belcanto. Wenn Du mehr in die moderne Zeit kommst, hast Du da auch Namen ? Liebe Gruesse von der Feli

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2507

        #93
        AW: Danziger Singakademie

        Hallo Feli, vielen Dank. Es gibt über die Danziger Kulturgeschichte noch sehr viel zu berichten und solange es mir noch Spaß macht und ihr die Beiträge, zur Kenntnis nehmt, mache ich noch weiter.Und damit einen schönen Tag.

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        • Belcanto
          Forum-Teilnehmer
          • 24.09.2008
          • 2507

          #94
          AW: Danziger Singakademie

          Nun noch etwas ausführlicher zu Fritz Binder
          Ab 1901 war Fritz Binder, der verantwortliche Dirigent. Er wurde 1873 in Baltimore als Sohn deutscher Eltern geboren und starb am 27.8.1945 in Nürnberg. Die Mutter erteilte die ersten Musikstunden nach der Übersiedlung nach Deutschland, besuchte er verschiedene Musikschulen. Nach Abschluss der Ausbildung ging er nach Wien, wo er beim berühmten Klaviermeister Theodor Leschetzky studierte. Danach studierte er in Dresden bei Anton Rubinstein. Später ging ins Kölner Konservatorium. Danach war er in verschiedenen Orten als Dirigent tätig.
          Im Herbst 1901 wurde er an die Spitze der Danziger Singakademie berufen. 1906 erhielt er den Titel eines königlichen Musikdirektors. 1909 gründete er das Westpreußische Konservatorium Danzig.

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          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2507

            #95
            AW: Danziger Singakademie

            Wir schreiben das Jahr 1901
            Am 2. Februar wurden im Apollosaal die Konzerte unter Leitung von Fritz Binder fortgesetzt. Ebenso am Sonntag den 16. März mit kleinem gemischten Chor ohne Begleitung. Am Karfreitag wurde im Schützenhaus, Bachs Matthäuspassion, vom Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium nach Matthäus, BWV 244 unter der Leitung von Fritz Binder, aufgeführt. Die Solisten kamen aus Berlin und Köln.
            Am 23. April folgte im Schützenhaus eine weitere Vereinsaufführung mit Christoph Willibald Glucks Oper „Orpheus und Eurydike“, die die Geschichte des Sängers und Dichter Orpheus erzählt. Gluck war neben Wolfgang Amadeus Mozart Träger des Ordens vom Goldenen Sporn“. Im weiteren Teil wurde Felix Mendelssohn -Bartholdy Sommernachtstraum, op 61 MWV M13 (nach Shakespeare) aufgeführt. Die Solisten kamen aus Dortmund. Am 3. Dezember wurde das Musikjahr mit Roberts Schuhmanns „Paradies und die Peri“, (Peri ist eine Elfe) einem weltlichen Oratorium, op.50 abgeschlossen. Fritz Binder stand am Dirigentenpult. Die Solisten waren: Frau Claudia Küster, Sopran, Fräulein Martha Jelski, Alt, Clemens Schmiedeck, Bariton, Frau Emma Feuge Dessau, Sopran, Hugo Heydenblut, Weimar, Tenor.
            Das neue Musikjahr 1902 begann am Robert Schumanns „Manfred“ op.115. Einem dramatischen Gedicht mit Musik unter der Leitung von Fritz Binder. Solisten: Fräulein Gertrud Korn, Sopran, Dr. W. Korella, Bariton Fräulein A. Hoffmann Sopran, Fräulein H. Suhr Alt. Und wurde am 11. März mit einer Vereinsaufführung im Schützenhaus fortgesetzt, und zwar mit Edwards Elgars Oratorium „Der Traum des Gerontius“, op 38. Es geht um die Todesstunde, eines älteren Menschen und die Wanderung der Seele, nach Verlassen des leblosen Körpers. Sehr anspruchsvoll. Solisten Fräulein Frieda Kiesilnicki, Sopran, Kammersänger Karl Dierich Berlin, Tenor, Josef Staudigl, Kammersänger Wien, Bariton.

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            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2507

              #96
              AW: Danziger Singakademie

              Am Karfreitag den 10. April 1902 wurden die Musikvorstellungen mit Haydns „Matthäuspassion“ unter der Leitung von Fritz Binder fortgesetzt. Die Solisten kamen nicht aus Danzig. Nur noch eine weitere Veranstaltung, und zwar Haydns „Schöpfung“ fand wieder im Schützenhaus statt. Die Solisten kamen nicht aus Danzig.
              Kommen wir nun zum 1904. Am 8. März 1904 kam Joseph Joachim Raffs (1822-1882) „Weltende- Gericht-Neue Welt, op 212, ein Oratorium nach Texten der Bibel im Schützenhaus unter Leitung von Binder zur Aufführung. Fräulein H. Suhr sang die Altpartie. Beethovens Chorfantasie op. 80 (eigentlich: Fantasie für Klavier, Chor und Orchester) in c-Moll. Ein sehr schönes Stück mit einem wunderschönen Text von Christoph Kuffner (1780-1846) einem österreichischen Dichter.
              „Schmeichelnd hold und lieblich klingen
              unsers Lebens Harmonien,
              und dem Schönheitssinn entschwingen
              Blumen sich, die ewig blüh'n........
              Das Stück vereint die Elemente einer Klavierfantasie einer Kantate und eines Klavierkonzerts in sich und wurde am 19. Februar zu Ehren von Dr. Carl Fuchs aufgeführt. Die Solisten waren Fräulein Gertrude Wirtschaft, Frau Gertrude Godier, Fräulein Lisa Nagel Sopran, Hans Tänzler Tenor und Curt Grützner Bariton. Am Karfreitag den 1.April wurde erneut die Matthäuspassion aufgeführt. Das Musikjahr 1904 im Schützenhaus endete am 14. Dezember mit Mozarts, Messe c-Moll. Es handelt sich um eine "Große Messe", im Gegensatz zur „Missa brevis“ (kurze Messe). Die Messe ist von Typus eine „Feierliche Messe“ (Missa solemnis). Die Messe entstand 1782. Sie ist ein Fragment, aber dennoch nach Meinung der Fachwelt eine Hervoragende Messevertonung.
              1782 stand Mozart in der Blüte seines musikalischen Schaffens. In diesem Jahr wurden „La finta giardiniera“ (Die Gärtnerin aus Liebe), „Die Entführung aus dem Serail“ uraufgeführt und die Haffner-Sinfonie, eine Bläsersonate und ein Streichquartett vollendet. Nebenbei heirate er noch Constanze Weber.

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              • Belcanto
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2008
                • 2507

                #97
                AW: Danziger Singakademie

                [FONT=&quot]Weiter geht es ins Jahr 1904/05, mit einem Sinfoniekonzert am 27.Februar 1904 im Schützenhaus mit dem Schlusschor aus Beethovens IX. Sinfonie, d-Moll op., unter der Leitung von Dirigent Binder Die Sinfonie wurde 1824 uraufgeführt. Am 15.März folgte eine Vereinsaufführung mit Joseph Haydens Oratorium: Die Jahreszeiten. Der[/FONT][FONT=&quot] Frühling beginnt mit: [/FONT][FONT=&quot]Ouvertüre und Rezitativ – Seht, wie der strenge Winter flieht.Der Sommer mit Ein-leitung und Rezitativ – Im grauen Schleier rückt heran. Der Herbst mit der Einleitung und Rezitativ – Was durch seine Blüte. Und schließlich der Winter mit Einleitung und Rezitativ – Nun senket sich das blasse Jahr. Die Solisten waren nicht aus Danzig.[/FONT]
                [FONT=&quot]Am Karfreitag den 21.April wurde Georg Friedrich Händels Messias nach Bibeltexten HWV 56 aufgeführt. Die Leitung hatte wieder Fritz Binder. Die Solisten kamen aus Berlin. Am 9. Mai 1905 wurde im Stadttheater zum 100- jährigen Todestag von Friedrich Schiller, erneut der Schlusschor, der IX. Sinfonie aufgeführt, denn der Text den Beethoven für seine Sinfonie wählte, stammt aus dem Gedicht „An die Freude“, von Friedrich von Schiller.[/FONT]
                [FONT=&quot]Im Jahr 1905 folgte ein Volksunterhaltungsabend im Schützenhaus, mit Andreas Jacob Romberg Vertonung von Friedrich von Schillers Gedicht „Das Lied von der Glocke“. Die Solisten waren: Dr. Korella Bariton, Ferdinand Reutener Tenor, Fräulein Lisa Nagel Sopran, Fräulein Suhr Alt.[/FONT]
                [FONT=&quot]Beim ersten altpreußischen Musikfest, am 13.und 14 Juni1905 wurde erneut der Messias dargeboten. Unter der Leitung von Konzertmeister Alfred Rahlwes Elbing. Es folgte am 13.Dezember, als Vereinsaufführung im Schützenhaus, Felix Mendelssohn Elias, op (70 MWV A25). Die Geschichte des biblischen Propheten Elias. Elias ist eine Basspartei, die Witwe-Sopran, Obadjah-Tenor (biblischer Prophet), Ahab-Tenor, die Königin-Alt. Damit endete das musikalische Jahr 1905.[/FONT]
                [FONT=&quot] [/FONT]
                [FONT=&quot] [/FONT]

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                • Belcanto
                  Forum-Teilnehmer
                  • 24.09.2008
                  • 2507

                  #98
                  AW: Danziger Singakademie

                  Das musikalische Jahr 1906 wurde bei der Danziger Singakademie am 14.März mit Franz Liszt, Oratorium “Die Legende von der Heiligen Elisabeth“, fortgesetz. Das Oratorium wurde am 15.August 1865 in Pest uraufgeführt. Bei der Heiligen Elisabeth handelt es sich um Elisabeth von Thüringen, auch Elisabeth von Ungarn genannt. Dirigent war Fritz Binder, die Solisten Dr. Korella, Bass; Fräulein M. Engler, Sopran; Fräulein Eva Lessmann, Berlin Sopran, Kurt Lietzmann, Bariton.
                  Am Karfreitag den 13. April kam Mozarts Messe in c-Moll KV 427, die 1782 entstand aber unvollendet ist zur Aufführung. Binder stand wieder am Dirigentenpult. Die Solisten waren Fräulein Lisa Nagels, Sopran; Fräulein Wally Reimer, Riga, Sopran; Karl Weiß, Tenor. Das war für 1906 schon alles.
                  1907 begann das Musikjahr mit einer Vereinsaufführung, mit dem geistlichen Chorwerk von Georg Friedrich Händels „Dettinger Te Deum“ (Herr Gott, dich loben wir), als Erinnerung und Würdigung an die Schlacht bei Dettingen. Es sangen Fräulein Helene Suhr, Alt; Leo Gollanin, Berlin, Tenor und A. van Eweyk (leider habe ich wie so oft keine näheren Angaben zu den Solisten).
                  Am 7. März folgte ein Volksunterhaltungsabend im Schützenhaus mit Felix Mendelssohn-Bartholdy, „Die erste Walpurgisnacht“ , op.60, nach einer Ballade von Goethe unter der Leitung von Binder. Frau. Dr. Abraham, Sopran, Frau Brandstätter ebenfalls Sopran, Fräulein Helene Suhr, Alt, Kurt Grützner, Bariton sangen. Am 29. März wurde in der Bartholomäus-Kirche, Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion, BWV 244, die das Leiden und Sterben von Jesu Christi schildert, aufgeführt. Dirigent war von Wiecki (um welchen Wiecki es hier handelt, konnte ich nicht ermitteln, Bernhard kann es nicht sein).
                  Das Jahr 1906 schloss mit einer Vereinsaufführung mit Werken von Bach und Brahms ab.

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                  • Belcanto
                    Forum-Teilnehmer
                    • 24.09.2008
                    • 2507

                    #99
                    AW: Danziger Singakademie

                    8.4 2019
                    Ich setzte die Vorstellung der Danziger Singakademie, mit dem 12. Dezember 1907 fort, wobei ich betonen möchte, dass das Programm nicht ständig geändert wurde. Wenn einmal ein umfangreiches und aufwendiges Oratorium, eingespielt war und Erfolg hatte, wurde es natürlich mehrmals wiederholt.
                    Am 11. Dezember 1907 jedoch, kam im Schützenhaus Friedrich Hegars Oratorium, op. 16
                    „Manasse“ zur Aufführung. Friedrich Hegar war ein Schweizer, Komponist, Dirigent und Geiger. Bei „Manasse“, handelt es sich um die Massiter, einem israelischen Stamm. König Manasse wird in der Bibel erwähnt. Eine sehr interessante Geschichte. Dirigent war Fritz Binder. Die Solisten: Professor Dr. Korel, Bariton; Herr Opernsänger Mamrick, Tenor, Frau Kleinert Mannheim, Sopran.
                    Am Mittwoch dem 18. März 1908, kam das Oratorium „Franziskus“, op. 36, vom belgischen Komponisten Edgar Tinel im Schützenhaus unter der Leitung von Binder zur Aufführung. Die Interpreten kamen aus Berlin.
                    Am Karfreitag 1908 wurde in der Bartholomäuskirche Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ unter der Leitung von Wieki aufgeführt. Die Solisten kamen wieder aus Berlin.
                    Die letzte Aufführung im Musikjahr 1908 fand am 2. Dezember als Vereinsaufführung und gleichzeitig zu Ehren des 100. Geburtstags von Felix Mendelssohn-Bartholdy (3. Februar 1809), mit dem Oratorium „Paulus“, vom Leben und Wirken des Apostel Paulus, MWV. A 14, op. 36 statt. Unteranderem mit dem Choral:“Wachet, auf, ruft uns die Stimme.“Dirigent war Fritz Binder. Die Solisten kamen nicht aus Danzig.
                    Fritz Binder organisierte am 10. Februar 1909 ein Wohlstätigkeitskonzert für die notleidenden Erdbebenopfer von Messina. Am 28. Dezember 1908 ereigneten sich in Messina ein verheerendes Erdbeben und ein Tsunami, dass 72000-110000 Menschen das Leben kostete. Fritz Binder dirigierte Mozarts Requiem, KV.626. Es war Mozarts letzte Komposition.

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                    • Belcanto
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.09.2008
                      • 2507

                      #100
                      AW: Danziger Singakademie

                      28.5.
                      Das rege Vereinsleben der Akademie wurde am 10. März 1909 im Schützenhaus, mit einer Vereinsaufführung, zur Erinnerung an den 100 Todestags von Joseph Haydens am 31. 5. 1909, mit Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“ fortgesetzt. „Die Jahreszeiten“ war das letzte von vier Oratorien von Haydn. Die vier Jahreszeiten, der Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wird von Haydn, musikalisch wunderbar interpretiert. Das Werk entstand 1801. Dirigent war Fritz Binder die Interpreten kamen aus Berlin.
                      Am Karfreitag den 9. April wurde in der Bartholomäuskirche, Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ BWV 244, vom Leben und Sterben Jesu Christi nach Matthäus aufgeführt. Das Werk hat eine Aufführdauer von 150 Minuten und stellt an die Solisten, eine große Herausforderung. Binder stand wieder am Dirigentenpult. Die Solisten kamen aus Berlin.
                      Das Musikjahr 1909 endete am 15. Dezember mit einer Vereinsaufführung, von Hector Berlioz „Faust Verdammnis“ (La damnation de Faust) op.24, eine dramatische Legende, nach einer Übersetzung von Goethes Faust I. Diese Oper wurde unter der Leitung von Binder zum ersten Mal in Danzig aufgeführt. Die Solisten waren, Fräulein Becky Baum, Sopran. Franz Fitzau, Bariton und Dr. Römer Berlin Tenor.
                      Das Jahr 1910 begann musikalisch am 1. März im Schützenhaus. Mit Händels Oratorium Samson in drei Akten, HWV 57. Wieder ein sehr anspruchsvolles Stück. Die Solisten kamen nicht aus Danzig. Am 23. März folgte Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“. Hier geht es um die Erschaffung der Welt, wie es im ersten Buch Moses „Genesis“ erwähnt wird. Wunderbar. Franz Fitzau und R. Koenenkamp aus Danzig und Fräulein Anna Hartung aus Leipzig, wirkten mit.
                      Zwei Tage später wurden das Oratorium als Benefizveranstaltung, für die Dirigenten des Schützenhauses erneut aufgeführt. Zum Abschluss des Musikjahres fand am 7. Dezember im Schützenhaus erneut eine Vereinsaufführung statt mit und zwar das Oratorium „Quo vadis“ op. 30 von Feliks Nowowiejski, basierend auf den Roman von Henryk Sienkiewicz: „So klingt es, wenn Rom brennt.“ M. Gratz, Franz Fitzau und Frau Clara Lock- Schettler, Berlin waren die Solisten.

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                      • Belcanto
                        Forum-Teilnehmer
                        • 24.09.2008
                        • 2507

                        #101
                        AW: Danziger Singakademie

                        4.10.2019
                        Das Musikjahr der Danziger Singakademie begann am 15. März 1911 mit einer Vereinsaufführung unter der bewährten Leitung von Fritz Binder. Zur Aufführung kam das Bühnenwerk von Gabriel Piern`e, „Der Kinderkreuzzug“, des französischen Komponisten und Dirigenten. Im Jahr 1212 unternahmen tausende Kinder und Jugendliche, sowie Erwachsene, einen unbewaffneten Kreuzzug ins Heilige Land. Dieses Thema wird in diesem Bühnenwerk, thematisiert. Es sang wieder Franz Fritzau, über den ich auch im Sängerlexikon nichts gefunden habe. Vielleicht kann hier jemand helfen.
                        Am Karfreitag, den 14. April wurde in der Bartholomäuskirche Johann Sebastian Bach Oratorium „Matthäuspassion“ aufgeführt. Das Werk habe ich schon anderer Stelle erwähnt. Sie Sängerinnen und Sänger waren: Frau M. Wallenberg. M.Gratz, Fräulein Becky Baum, R. Koenenkamp, ob diese Personen aus Danzig stammen, ist mir leider nicht bekannt. Auch das Oratorium“ Elias“ von Felix Mendelssohn- Bartholdy, das am 6. Dezember 1911 aufgeführt, im Schützenhaus aufgeführt wurde, habe ich schon erwähnt. Fräulein Schloerb, Frau Wallenberg, A. Gebauer (Danziger Bürger?).
                        Das Jahr 1912 begann am 13. März in der Bartholomäuskirche, mit Max Bruch Werk: „Das Lied von der Glocke. Ein Oratorium nach Schiller für Solisten. Die Glocke von Schiller wurde, sehr oft von verschiedenen Komponisten vertont. Am 5. April folgte erneut die Matthäuspassion. Offensichtlich waren die Einstudierungen so gut, dass das Publikum das Oratorium immer wieder besuchte.
                        Vom 28-31. Mai 1912 fand im Wilhelmtheater das 47. Tonkünstlerfest des Allgemeinen Danziger Musikvereins statt. Einige Angaben in meinen Unterlagen bedürfen einer Überprüfung. Bei den Künstlern und Künstlerinnen ist von einer Gisela Selden die Rede. Dazu konnte ich nichts finden, sondern mir ist nur eine Gisella Selden- Goth, eine jüdische Komponistin und Musikschriftstellerin bekannt. Sie war Schülerin von Bela Bartok. Ferner kam die „Sturmesmythe“, von Wilhelm Berger und ein Stück von Alfred Schattmann zur Aufführung. Am Dirigentenpult stand Fritz Binder.

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                        • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                          Forum-Teilnehmer
                          • 13.02.2008
                          • 3493

                          #102
                          AW: Danziger Singakademie

                          Zum mindesten, war Koenenkamp ein Danziger. Oma hatte oft von ihm gesprochen. Lieben Gruss vvpn der Feli.

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                          • Belcanto
                            Forum-Teilnehmer
                            • 24.09.2008
                            • 2507

                            #103
                            AW: Danziger Singakademie

                            Prima Feli, in meinen Unterlagen steht oft nur der Nachnahme, deswegen freue ich mich über Rückmeldungen. Danke.

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                            • Belcanto
                              Forum-Teilnehmer
                              • 24.09.2008
                              • 2507

                              #104
                              AW: Danziger Singakademie

                              Wir schreiben das Jahr 1914. Am 2. Dezember fand im Werftspeisehaus (keine weiteren Angaben) ein Konzert statt. Mozarts Motette „Ave Verum corpus) KV 618, für gemischtem Chor, Streicher und Orgel, wurde zuerst gespielt. Das Werk entstand, knapp ein halbes Jahr vor Mozarts Tod. Es folgte ein Oratorium von Orazio Vecchi: „Zug der Juden aus Babylon. Dieses Oratorium beruht auf einem Gedicht von Peter Cornelius. Der Abschluss bildete die Volksweise „Gottes Edelknabe“. Solist war Dr. W. Rosenthal.
                              Am 3. März 1915 wurde im Danziger Hof zugunsten der Kriegshilfe ein weiteres Konzert durchgeführt, und zwar, Händels Chöre und Sologesang, das Oratorium Judas Maccabeus (Maccabäus) HWV 63 und im zweiten Teil die Vertonung des Psalms 42 von Felix Mendelssohn Bartholdy. „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach Dir. Wunderbar.
                              Binder stand am Dirigentenpult. Die Solisten waren. Frau Woltmann, Sopran aus Zoppot, R. Koenenkamp, Tenor und Curt Grützner Bariton. Im Jahr 1915 fand sonst keine weitere Veranstaltung mehr statt, sondern erst wieder am 27. Januar 1916, in der Johanniskirche für die Garnison Danzig mit Haydns Oratorium „Die Schöpfung“. Solisten waren wieder Frau Woltmann Herr Koenenkamp und. F. Mechler.
                              Wer etwas zu den Personen oder den Orten beitragen kann, kann gerne schreiben.

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                              • Belcanto
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                                • 24.09.2008
                                • 2507

                                #105
                                AW: Danziger Singakademie

                                Am 30. Januar 1916 setzte die Danziger Singakademie, ihr Programm mit einem weiteren Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Wohlfahrtspflege ihrer Exzellenz Frau von Mackensen in der Johanniskirche fort. (Mackensen über 1901 das das Kommando der neu gebildeten Leibhusarenbrigade in Danzig-Langfuhr. Er war verheiratet mit Dorothea von Horn). Es kam Haydns Schöpfung, wie auch schon am 27.Januar geschehen erneut zur Aufführung. Ein weitetes Wohltätigkeitskonzert fand am 13. März wieder in der Johanniskirche zugunsten der U-Boot-Mannschaften statt. Aufgeführt wurde Bachs Kirchen-Kantate Nr.65, zum Epiphanias Fest „Sie werden aus Saba alle kommen, von 1724. Ferner Mendelssohns Hymne für eine Altstimme, Chor und Chorchester, op. 96:“ Lass, o Herr, mich Hilfe finden“…“, sowie die Fest-Kantate von Hugo Kaun, für gemischtem Chor und Orchester. Dirigent war Binder. Die Solisten waren: Frau Johanna Abel, Alt, R. Koenenkamp, Tenor, Paul Seebach Opernsänger Bariton.
                                Das letzte Konzert der Danziger Singakademie fand wiederum als Wohltätigkeitskonzert für die Kriegswohlfahrtspflege in der Sporthalle statt. Es wurde Haydns „Die Jahreszeiten“.
                                Am 8. Mai 1916 endete das musikalische Leben der Danziger Akademie. Es war die schlimme Zeit der Schlacht um Verdun. Der Kriegslärm übertönte die Musik.

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