Danziger Singakademie

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  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2507

    #46
    AW: Danziger Singakademie

    [FONT=&quot]Fortsetzung 20.7.[/FONT]
    [FONT=&quot]Schuhmanns Nachfolger trat am 3. Oktober 1896 sein an. Es war der Königliche Musikdirektor Ludwig Heidingsfeld aus Liegnitz. Ludwig Heidingsfeld wurde am 24.März 1854 in Schlesien geboren. Er besuchte das Gymnasium. Er war Musiklehrer am Sternschen Konservatorium in Berlin, welches den großen und bedeutenden Konservatorien gehört. Danach war Heidingsfeld Dirigent verschiedener Chorvereinigungen an den Singakademien in Glogau und Liegnitz. Von 1896-1990 war er Direktor der Singakademie Danzig. 1892 wurde er zum Königlichen Musikdirektor und 1914 zum Professor ernannt. Er wohnte in Zoppot.[/FONT]
    [FONT=&quot]Heidingsfels setzte Schumanns Tradition fort und veranstaltete weiterhin die Abendunterhaltungen verlegte sie aber Werktags und legte die Eintrittsgelder fest. Diese Maßnahmen erwiesen sich allerdings als unwirtschaftlich. Es wurden keine Überschüsse, sondern Fehlbeträge erwirtschaftet. Diese Misere wurde durch die Jahreberichte deutlich gemacht. Schließlich unterblieben die kleinen Konzerte ganz.[/FONT]
    [FONT=&quot]Am 21. September 1899 stellte Heidingsfeld den schriftlichen Antrag den „ Danziger Gesangverein“, fortan in „Danziger Singakademie umzutaufen. Die Hauptversammlung, die am 25. September stattfand, erkannte die Gründe an, die für diese Umbenennung angeführt wurden und führte aus: „Die Verwechselung mit ähnlich klingenden Vereinsnamen würde verhindert, und da die ersten Gesangvereine sich auch anderswo“ Singakademien“ genannt hätten, wäre es nötig, dem Beispiel zu folgen, um schon von vorn herein als der führende Verein eingeschätzt zu werden.“[/FONT]
    [FONT=&quot]Den heutigen Namen trägt der Verein also seit 25. September 1899. Am 1. Januar schied Heidingsfeld auf eigenem Wunsch aus dem Verein aus. Das zweite Vereinskonzert konnte nicht mehr unter seiner Leitung stattfinden.[/FONT]
    [FONT=&quot]Kapellmeister Frank übernahm für diese Veranstaltung den Taktstock. Karl Frank erhielt seine musikalische Ausbildung durch Kapellmeister Dessoff in Wien. Frank war 25 Jahre als 1. Kapellmeister an verschiedenen Opernbühnen tätig. 1882-1886 war er ständiges Mitglied (musikalischer Assistent) unter Richard Wagner in Bayreuth. Seit 1899 lebte er nun in Danzig. Bis 1916 leitete er den Danziger Männer-Gesangverein und war als Musikkritiker der Danziger Neusten Nachrichten tätig.[/FONT]
    [FONT=&quot]In der Zwischenzeit war Dr. Med.Scharffenorth zum Vorsitzenden gewählt worden und die Geschäfte des Vereins erfolgreich gestaltete.[/FONT]
    [FONT=&quot]Dr. med.Ernst Scharffenorth, war Sanitätsrat. Er war 1860 als Sohn deutscher Eltern in Warschau geboren. Bald danach siedelte die Familie nach Danzig um, wo er von1868-1878 das Städtische Gymnasium besuchte. Nach dem Studium und der Approbation, zog er 1885 nach Danzig, die er als eine Vaterstadt bezeichnete ließ sich als Arzt nieder und übte auch bis 1888 die Tätigkeit eines Assistenten am Diakonissen- Krankenhaus aus. !885 trat er in den Danziger Gesangverein ein und wurde 1889 Stimmvorsteher(Stimmvorsteher hier wohl im Sinne von Leitstimme) im Bass, 1899 stellvertretender Vorsitzender. 1900 Wahl zum Vorsitzenden.[/FONT]
    [FONT=&quot]Der durch Heidingsfeld Amtsniederlegung freigewordenen Posten des musikalischen Leiters wurde durch einstimmige Wahl Fritz Binder aus Zweibrücken anvertraut. Binder genoss einen hervorragenden Ruf und galt als tüchtiger Chorleiter und hervorragender Klavierspieler.[/FONT]
    [FONT=&quot]Ich stelle ihn das Nächste mal vor. [/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]

    Kommentar

    • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
      Forum-Teilnehmer
      • 13.02.2008
      • 3493

      #47
      AW: Danziger Singakademie

      Hallo Belcanto ! Schon lange verfolge ich Deine Singakademie. Wollte immer fragen ob es da eine Liste der Mitglieder gibt. Meine Tante Martha Eckman, von der Hirschgasse, war bestimmt in den Jahren in denen ich aufwuchs, ein Member, an verschiedenen Tagen ging sie immer zu Proben. Liebe Gruesse von der Feli

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2507

        #48
        AW: Danziger Singakademie

        Hallo Feli. Die Namen stehen gewiss in der Chronik. Die müsste ich mir mal von der Bibliothek ausleihen. Ich habe eine Frau Ida Ekman aus Berlin gefunden?
        Viele Grüße

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        • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
          Forum-Teilnehmer
          • 13.02.2008
          • 3493

          #49
          AW: Danziger Singakademie

          Danke Belcanto ! Tante Martha war beinahe taeglich bei uns und eine wichtige Person in unserem Leben. Sie war nicht verheiratet, hatte ihre Eltern gepflegt und als die starben waren wir sehr wichtig fuer sie. Liebe Gruesse von der Feli.

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          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2507

            #50
            AW: Danziger Singakademie

            Vielleicht finde ich sie noch. Welche Stimme hat sie gesungen, Feli?

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            • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
              Forum-Teilnehmer
              • 13.02.2008
              • 3493

              #51
              AW: Danziger Singakademie

              Ihre Stimme lag zwischen Alto und Soprano, aber sie war weich und voll und oft sang Tante Martha fuer uns Kinder, von ihr hoerte ich das erste Mal 'Aennchen von Tharau' und ich werde nie vergessen wie das 'gefaellt' aus Tante Marthas Mund floss. Mach Dir keine Umsrtaende, Belcanto, hatte nur gedacht dass es schoen waere ihen Namen auch irgendwo zu lesen. Sie ist ja auch umgekommen als unsere Niederstadt dran glauben musste. Liebe Gruesse von der Feli und vielen Dank fuer Deine Muehe.

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              • Belcanto
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2008
                • 2507

                #52
                AW: Danziger Singakademie

                Das macht eigentlich keine Mühe. Ännchen Tharau, habe ich immer gerne gesungen, mich erinnert das auch an meine Kindheit. Nächste Woche werde ich wohl mehr Zeit haben und mache dann weiter. Ein schönes Wochenenden an alle Landsleute in Nah und Fern.

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                • Belcanto
                  Forum-Teilnehmer
                  • 24.09.2008
                  • 2507

                  #53
                  AW: Danziger Singakademie

                  [FONT=&quot]Fortsetzung 29.7[/FONT]
                  [FONT=&quot]Fritz Binder wurde 1873 in Baltimore als Sohn deutscher Eltern geboren. Den ersten Musikunterricht erteilte ihm seine Mutter. Später, nach der Übersiedlung nach Deutschland besuchte er die pfälzische Musikschule in Neustadt an der Weinstraße. Von 8 bis 11 Jahren unternahm er Konzertreisen durch Deutschland, Holland, Belgien, Österreich und Dänemark. Er besuchte in Bremen die Schule und hatte musikalischen Unterricht bei Prof. Bromberger (Klavier) und Reinthaler der ihn in Theorie unterrichtete. Nach Beendigung der Schulzeit ging er nach Wien wo er von 1890-93 bei dem bekannten Klaviermeister Theodor Leschetzky studierte. Im Sommer 1893 studierte er in Dresden bei Anton Rubinstein und ging als Rubinstein aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit aufgeben musste, auf dessen Rat nach Köln, um am dortigen Konservatorium unter Franz Wüllner und J. Seiß seine Studien zu vollenden.[/FONT]
                  [FONT=&quot]Im Oktober 1896 wurde Binder unter 46 Bewerbern als Dirigent nach Solingen gewählt. Zu gleich war er als Dirigent in Düren tätig und wirkte in Westdeutschland in zahlereichen Konzerten als Solist und Kammermusikspieler mit. 1900 zog er als Dirigent nach Zweibrücken um und wurde im Herbst 1901 an die Spitze der Danziger Singakademie berufen.[/FONT]
                  [FONT=&quot]Seit seiner Berufung hat er als Dirigent, von Chor-und Orchesterkonzerten sowie als Pianist eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Aber nicht nur in Danzig, sondern auch im Osten Deutschlands, hat er seine vorzüglichen Fähigkeiten unter Beweis gestellt. 1906 wurde ihm der Titel eines Königlichen Musikdirektors verliehen. 1909 gründete er das Westpreußische Konservatorium Danzig. 1912 erhielt er den ehrenvollen Auftrag des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, das 47.Tonkünstlerfest in Danzig als Festdirigent zu organisieren und zu leiten.[/FONT]
                  [FONT=&quot]Bemerkenswert ist überdies, dass Binder seit Ausbruch des Krieges, seine gesamte künstlerische Tätigkeit, in den Dienst der Kriegswohlfahrt gestellt und auf die Einnahmen aus den Konzerten und seine Gehälter zugunsten kriegswohltätiger Zwecke verzichtet hat.[/FONT]
                  [FONT=&quot]Mit dem ersten unter seiner Leitung stattgefundenen Konzert, konnte der Verein einen großen Erfolg verbuchen. Binder hatte ein neues Werk, des damals noch lebenden Dessauer Hofkapellmeister Dr. August Friedrich Martin Klughardt:“Die Zerstörung Jerusalems“ gewählt. Es handelt sich dabei um ein Vokalwerk für Soli, Chor und Orchester das um 1898 entstanden ist.[/FONT]
                  [FONT=&quot]Die Kritiker erkannte den neuen Stabmeister der Singakademie an und bewerten ihn, dass er sich „über Erwarten ausgezeichnet“ und „ alles gehalten, was er in seinem bisherigen Auftreten als Musiker versprochen hätte“ und das man sich nicht daran erinnern könne, von dem Verein etwas so glatt und schwungvoll vorgetragen erlebt zu haben.[/FONT]

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                  • Belcanto
                    Forum-Teilnehmer
                    • 24.09.2008
                    • 2507

                    #54
                    AW: Danziger Singakademie

                    [FONT=&quot]Durch diesen vielversprechenden Anfang knüpfte Binder an die alten Traditionen des Vereins an. Er ließ die Matthäuspassion erklingen und veranstalteten wieder die begehrten Abendveranstaltungen. Durch die starke Beanspruchung der Chöre infolge der regelmäßigen Aufführungen mussten bald die kleinen Konzerte unterbleiben, denn man stieß an Grenzen. Die Matthäuspassion wurde aber zum festen Bestandteil, des Vereins.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Mit Ausnahme von drei Jahren, in denen Händels „ Messias, Mozarts c-Moll- Messe(die Große Messe in c-Moll, KV 427 (früher 417 a) entstand 1782 und obwohl sie unvollendet ist, ist sie eine der hervorragendsten Messevertonungen der europäischen Musikgeschichte) und Haydns „Schöpfung“ erklangen, führte Binder bis 1912 an jedem Karfreitag das herrliche Meisterwerk auf. Von besonderer Bedeutung wurde dabei das Jahr 1906.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Aufgrund von Bachstudien war es Binder zur Gewissheit geworden, dass Bach eine räumliche Trennung der beiden Chöre und eine vom Chor entfernte Aufstellung der Evangelisten verlangt hatte. Diese Regieanweisung umzusetzen bot sich in der beheizten und elektrisch beleuchteten Bartholomäuskirche, in der die Matthäuspassion zum ersten mal in einer Danziger Kirche zu hören war. Die musilkalische Unterstützung des Chors durch die Orgel erhöhte die Gesamtwirkung im hohen Maße. Diese Art der Aufführung mit getrennten Chören fand in der musikalische Fachpresse, ausdrückliche Anerkennung. In verschiedenen Städten wurde daraufhin die Matthäuspassion, nach dem Bindervorbild aufgeführt.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Durch Binders Mut und seiner musikalischen Kreativität, erklang nun ständig die Matthäuspassion in der Bartholomäuskirche.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Da die Männerstimmen die der Verein stellen konnte nicht ausreichten, wurde der Verein, dankenswerterweise durch andere Vereine unterstützt. Dies waren: die Akademische Sängergmeinschaft “Normania“, der Langfuhrer Männergesangverein, der Sängerchor des Lehrerseminars in Langfuhr und später der Bindersche Männergesangverein.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Durch die tatkräftige gesangliche Unterstützung der Vereine wurde Klangwirkungen erreicht, die allein von der Singakademie nicht erreicht werden konnten. Hinzu kam, dass sich durch ein Vermächtnis in Form einer Schenkung, auch die wirtschaftliche Situation verbesserte, den das Mitglied Frau Maria Rovenhagen geb. Juncke spendete dem Verein 1908 5000,- Mark.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Eine neue Aufgabe für den Verein war die Veranstaltung eines Konzertes im Freien(1912), wozu der zu einem sehr großen Freilichttheater eingerichtete Gutenberghain in Langfuhr genutzt wurde.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 3. Oktober 1904 wurde die Eintragung der Danziger Singakademie in das Vereinsregister (unter Nr.50 am 13. Dezember 1905) bewirkt. Die Satzung wurde geändert und neu gedruckt. Der Zweck des Vereins wurde dahingehend verändert und erweitert, dass die „ finanzielle und künstlerische Beteiligung“ an der „ Aufführung größerer Chorwerke“ vorgesehen wurde.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Zweimal seit Binders Berufung hat die Singakademie bei Musikfesten mit gewirkt, und zwar 1905 beim „Ersten altpreußischen Musikfest“ in Elbing und 1912 beim „47.Tonkünstlerfest des allgemeinen Deutschen Musikvereins in Danzig. In Elbing wurde vom Elbinger philharmonischen Chor, der Königsberger Singakademie , der Musikalischen akademie In königsberg und der danziger Singakademie gemeinsam der „Messias“ aufgeführt. [/FONT]
                    [FONT=&quot]Beim Tonkünstlerfest dessen Festdirigent Binder brachte die Singakademie einige ganz neue Chorwerke zu Aufführung. Leider war es wieder so, das die Ausgaben höher als die Einnahmen waren. Die Erwartungen aber nicht der Mitgliederstand waren gestiegen. Infolgedessen war die Schenkung von Frau Rovenhagen in wenigen Jahren verbraucht. In dieser prekären finanziellen Lage halfen weitere besondere Zuwendungen weiter. 7000 Mark wurden von dem damals einzigen Ehrenmitglied des Vereins, Fräulein Emilie Hoene; 500 Mark wurden vom Magistrat in Anerkennung der Verdienste bei gesteuert und 250 Mark, wurden anonym von einem Gönner gespendet.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Und der Verein konnte sich über eine Erbschaft freuen. Durch letzwillige Verfügung hatte Frau Marianne Heidfeld, die dem Verein lange Zeit als Mitglied angehört hatte, vermachte der Akademie 5000,- Mark. Das Geld wurde als Kriegsanleihe angelegt.[/FONT]
                    [FONT=&quot] [/FONT]
                    [FONT=&quot] [/FONT]
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                    Kommentar

                    • Belcanto
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.09.2008
                      • 2507

                      #55
                      AW: Danziger Singakademie

                      [FONT=&quot]Binder veranstaltete im Laufe der Jahre drei Kostümfeste und einen glänzenden Verlauf nahmen und etwas in die Kasse brachten. Am 17.Februar 1905 als Volksfest auf der Nürnberger Festwiese. Es wurde ein Überschuss von 778,- Mark erzielt am 26.Februar 1907:“ Ein Sommernachtstraum Überschuss 500,- Mark und am 23. März1909: Karnevalsfest in Nizza, Überschuss 158,- Mark-. Der 1. Weltkrieg unterbrach die geordnete und erfolgreiche Vereinsarbeit jäh. Das Hochgefühl der vaterländischen und patriotischen Erhebung, die sich nun überall breitmache, ließ die Arbeit der Singakademie in den Hintergrund rücken.[/FONT]
                      [FONT=&quot]Die gewohnte und allzeit beliebte Stätte der Vereinskonzerte, das Schützenhaus wurde zu einem Lazarett. Die Mehrzahl der männlichen Mitglieder, mussten an die Front. Dennoch stellte die Singakademie ihre Tätigkeit nicht ganz ein, sondern ließ ihren Chor für kriegswohltätige Zwecke erschallen. [/FONT]
                      [FONT=&quot]Dies war bereits das Dritte mal, dass sich die Akademie in Wohltätigkeitskonzerte dieser Art beteiligte. Es wirken dabei auch viele Soldaten in ihren feldgrauen Uniformen mit, selbst Binder, der den Taktstock schwang, trug den feldgrauen Soldatenrock.[/FONT]
                      [FONT=&quot]Der Tatkraft und unbändigen Energie Binders ist es zu verdanken, dass der Verein trotz des Krieges große Erfolge verzeichnen konnte. Während der Kriegszeit wurden keine Mitgliederbeiträge erhoben. Durch Spenden flossen aber erhebliche Summen dem Verein zu. So konnte die Danziger Singakademie, als einziger Oratorienverein der Stadt, mit Stolz und Befriedigung auf die getane Arbeit zurückblicken.[/FONT]
                      [FONT=&quot]Trotz viele Hindernisse und erheblichen Schwierigkeiten in der Vergangenheit, war der Verein doch kontinuierlich gewachsen und hatte sich etabliert. Die Hoffnung war, sich bald wieder die kulturellen Aufgaben, voll widmen zu können. Der originäre Auftrag, der kulturellen Pflege und der Förderung des Gesangs hatte in Danzig und der Umgebung nachhaltig gewirkt und hohe Bedeutung erlangt.[/FONT]
                      [FONT=&quot] [/FONT]
                      [FONT=&quot]Musikalische Leiter vom 1. Januar 1818 bis 30.September 1917:[/FONT]
                      [FONT=&quot]Theodor Friedrich Kniewel: 1818-1836 und 1838-1842[/FONT]
                      [FONT=&quot]Gehilfen des Dirigenten:1820-1824 und 1828-1836:Boyd, 1825-1827: Illgner,1838-1842: Markull[/FONT]
                      [FONT=&quot]Robert Boyd: 1837[/FONT]
                      [FONT=&quot]F. W Markull: 1843-1858[/FONT]
                      [FONT=&quot]Zweiter Dirigent 1855-1858: Rehfeld[/FONT]
                      [FONT=&quot]Wilhelm Rehfeld: 1859-1866[/FONT]
                      [FONT=&quot]Heinrich Collin: 1867-1875[/FONT]
                      [FONT=&quot]Vertreter:1870/71: Franz Joetze[/FONT]
                      [FONT=&quot]Heinrich Laudenbach:1875-1880[/FONT]
                      [FONT=&quot]Zweiter Dirigent: 1875-1879: Dr. Martens[/FONT]
                      [FONT=&quot] 1879-1880: Konrad[/FONT]
                      [FONT=&quot]Klavierlehrer Weyer[/FONT]
                      [FONT=&quot]Karl Fuchs:1880-1881[/FONT]
                      [FONT=&quot]Franz Joetze:1881-1890[/FONT]
                      [FONT=&quot]Georg Schumann: 1890-1896[/FONT]
                      [FONT=&quot]Ludwig Heidingsfeld:1896-1900[/FONT]
                      [FONT=&quot]Karl Frank:1901[/FONT]
                      [FONT=&quot]Fritz Binder seit 1901[/FONT]
                      [FONT=&quot]Und damit ein schönes Wochenende.[/FONT]
                      [FONT=&quot] [/FONT]
                      [FONT=&quot] [/FONT]

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                      • Witz5
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.04.2012
                        • 188

                        #56
                        AW: Danziger Singakademie

                        Hallo,
                        also ich lese die Beiträge von Belcanto immer mit großer Neugierde. Genauso groß ist mein Respekt vor seiner Fleißarbeit. Viele Fakten und ich frage mich, wie man so intensive Recherchearbeit hinbekommt. DANKE, Belcanto für so viel lesen- und wissenswertes. Freundliche Grüße FRANK

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                        • Belcanto
                          Forum-Teilnehmer
                          • 24.09.2008
                          • 2507

                          #57
                          AW: Danziger Singakademie

                          Vielen Dank für den Dank. Wenn die Beiträge gelesen werden hat die Arbeit gelohnt. Ein schönes Wochenende.

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                          • Belcanto
                            Forum-Teilnehmer
                            • 24.09.2008
                            • 2507

                            #58
                            AW: Danziger Singakademie

                            Jetzt käme ich zu dem Teil,"Aufführungen" der Danziger Singakademie, Tag der Aufführung, Veranlassung und Ort der Veranstaltung, Werk, Leiter der Auffürung, Mitwirkende und Solisten:
                            1. 1864/65 Karfreitag der 14. April; 3. Abo. Konzert im Apollosaal, Händel: Messias, Leiter:Rehfeld, Solisten:Fräulein Schneider, Fräulein Peters.
                            2. 1865/66 Samstag vor Totensonntag;Für die Predigenwitwen und Waisenkasse in der Bartholomäuskirche um 1900 Uhr, Mozart : Requiem,Leitung: Rehfeld, Solisten:Fräulein A. Liebert, Herr A.Jüncke, Fräulein Richter, Herr Ander.
                            3. 3. Februar 1866, Bartholomäuskirche, Haydn: Die Schöpfung, 1.und 2. Teil,Leitung: Rehfeld, Solisten: A. Jüncke, Fräulein Neumüller, Herr Ander.
                            4.Karfreitag 30 März 1867, Marienkirche, Karl Heinrich Graun, Passionskantateer Tod Jesu, Leitung: Rehfeld,Solisten: Fräulein Neumüller,Herr Ander, Herr Hocheimer.
                            5.3.Mai 1867,zu wohltägigen Zwecken, Petri-Kirche,Bach: Was mein Gott will, Mozart: "Ave verum" KV 618, Mendelsohn Psalm. 43 und Psalm 2,Leitung: Collin,Solisten:Fräulein Hentschke, Fräulein Feyerabendt, Herr R. Reuterer, Herr Edmund Cohn.
                            6.1867/68 für die Armen, Apollosaal, Händel: Samson und Dalila, Leitung:CollinSolisten:Fräulein Liebert, Albert Jüncke,Frau Küster.

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                            • Belcanto
                              Forum-Teilnehmer
                              • 24.09.2008
                              • 2507

                              #59
                              AW: Danziger Singakademie

                              [FONT=&quot]Weiter geht es Freitag, mit einer Vereinsaufführung im Gewerbehaus um1800 Uhr. Es kommen zur Aufführung: Bach Kantate Actus tragius, „Gott ist die allerbeste Zeit, Bachwerkverzeichnis BWV 106, eine geistliche Kantate, ferner: Mendelssohn- Bartholdy: Christus, Oratorium: Erde, Hölle und Himmel, Mendelssohnwerkverzeichnis, MWV A 26 zumeist als „Christus“ bezeichnet. Leider nur als Fragment erhalten. Sowie Felix Mendelssohn- Bartholdy „ Die erste Walpurgisnacht“ nach der Ballade von Goethe, MWV, D3. Leitung Collin. Solisten: Fräulein Hentschke, Fräulein A. Liebert, Bockenhäuser (weiter nichts bekannt), Dr. van Kampen und Edmund Cohn.[/FONT]
                              [FONT=&quot]1867/68 Karfreitag 10 April, kirchliche Feier in der Garnisonskirche 1800 Uhr. Mozart Ave Verum. KV 618 „ Ave Verum“ sind die ersten Worte eines Reimgebets in lateinischer Sprache, das Mozart am 17/18 Juni 1791, also in seinem Todesjahr in Musik fasste. Von Dmitri Bortniansky: Ehre sei Gott in der Höhe“. Leitung Professor Brandstätter, Solisten wie oben.[/FONT]
                              [FONT=&quot]Freitag 1. Mai das Konzert fand in der Trinitatiskirche zugunsten der Breslerstiftung statt. Über die Breslerstiftung ist mir leider nicht bekannt. Aufgeführt wurden vom italienischen Komponisten Antonio Lotti für acht Stimmen. Johann Sebastian Bach: Motette „ Der Gerechte kommt um“, Motette für fünfstimmigen Chor, ferner Felix Mendelssohn- Bartholdy „Psalm 22 Mein Gott warum, hast du mich verlassen?“ Op.78,3, sowie Bach Kantate: Actus tragius (siehe oben) und erneut Mendelssohn, unvollendeter Christus. Leitung Collin, Solisten wie oben.[/FONT]
                              [FONT=&quot]1868/69 Donnerstag 14. Januar Benefizkonzert zugunsten erblindeter Lehrer, Schützenhaus, 1900 Uhr. Zur Aufführung kam Händels Oratorium „Isreal in Ägypten“ Händelwerkverzeichnis, HWV 54, Leitung: Collin. Solisten: Fräulein Liebert Sopran, Fräulein Hentschke Sopran, Frau ?ertell Sopran, Fräulein Hewelke Alt, R. Reutener Tenor.[/FONT]
                              [FONT=&quot]Karfreitag 26.März, Kirchliche feier in der Garnisonskirche, Programm nicht bekannt. Leitung Professor Brandstätter.[/FONT]
                              [FONT=&quot]Samstag 1. Mai für Breslerstiftung im Schützenhaus 1830 Uhr, Felix Mendelssohn“Elias“ op. 70 (MWV 25), Leitung: Collin. Solisten: Frl. Liebert Sopran, Frau von Mauntz, Sopran,[/FONT]
                              [FONT=&quot]Frl. M. Grünmüller, Sopran, Frl. Olschewski Alt, Frl. Sophie. Lentz, Alt, Frl. A. Jendritza, Alt. Frl. Behrendt, Alt. Bockenhäuser, Tenor, Richard Teutener, Tenor. Quassowski, Bass. Edmund Cohn, Bass. Albert Jüncke, Bass und Hauptmann Stein, Bass.[/FONT]
                              [FONT=&quot]1869/70, Donnerstag 13. Januar, Vereinsaufführung im Schützenhaus 1900 Uhr. Franz Schubert Große Messe, Nr.6 Es- Dur. Leitung:Collin. Solisten: Frl. M. Haupt, Sopran. Frau Olschewski, Alt. Bockenhäuser Tenor.Richard Reuterer, Tenor. Edmund Cohn, Bass.[/FONT]
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                                • 24.09.2008
                                • 2507

                                #60
                                AW: Danziger Singakademie

                                [FONT=&quot]1870 Samstag 9. April, Schützenhaus, 1900 Uhr: öffentliche Generalprobe zu Bachs Matthäus- Passion unter der Leitung von Collin, Solisten: Frau Dr. Möller Sopran, Frl. Schlander, Alt, Edmund Chon, Bass, Hauptmann Stein, Bass. Sonntag Vereinsaufführung um 1000 Uhr Bach Matthäus Passion, Leitung Collin. Solisten: Domsänger Geyer Tenor, Domsänger Julius Schmock Bass, sonst die Solisten wie oben.[/FONT]
                                [FONT=&quot]21. Januar 1871, Wohltätigkeitskonzert für die hiesigen verwundeten Krieger im Artushof. Zur Aufführung kam Roberts Schuhmanns, Liederzyklus:“Der Rose Pilgerfahrt“, op.112 eine märchenhafte Geschichte, wunderbar. Unter der Leitung von Franz Joetze. Solisten:Frl. Hentsche, Sopran, Frl. M. Feyerabendt, Alt, Louis Jüncke, Tenor, Felix Behrend Bass und Albert Jüncke Bass.[/FONT]
                                [FONT=&quot]Dienstag 21. März, Vorführung anlässlich des Geburtstages von Kaiser Wilhelm I., im Schützenhaus. Zur Aufführung kamen: Moritz Hauptmann:“Salvum fac regem, Domine.“(Verleih uns Frieden, Herr und Gott), op.9. Robert Schuhmann:“ Zigeunerleben“ op.29,3.Max Bruch: „Jubilate und Amen, op.3. Nils Wilhelm Gade: „Erlkönigs Tochter“, op.30. (Ein sehr anspruchvolles Programm). Die Leitung hatte Franz Joetze. Solisten: Frl. Hentschke, Sopran, Frl. M. Feyerabendt, Alt. Felix Behrendt, Bass und Albert Jüncke, Bass.[/FONT]
                                [FONT=&quot]1871/72 Totensonntag 25. November. Zur Erinnerung an die Verstorbenen und zur Begünstigung der bedürftigen Witwen. Aufführung im Schützenhaus. Zur Aufführung kamen: Bach Kantate Actus tragius, die ich oben bereits erwähnte. Ferner Luigi Cerubini: Requiem Nr.1 in c- Moll für gemischten Chor und Orchester. Leitung Collin, Solisten: Frl. B. Jordan, Alt. Franz Reuterer, Tenor. Edmund Cohn, Bass.[/FONT]
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