Danziger Singakademie

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  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2507

    #31
    AW: Danziger Singakademie

    [FONT=&quot]Fortsetzung:[/FONT]
    [FONT=&quot]Zur Einweihung des Konzertsaales im Franziskanerkloster, am 27. Februar 1873 brachte der Verein einige Chöre zu Gehör und trug zum guten Gelingen der Veranstaltung bei.[/FONT]
    [FONT=&quot]In dem ehemaligen Franziskanerkloster in der Fleischergasse wurden am 13. Juli 1848, die Sammlungen des Danziger Bildhauers Rudolf Freitag untergebracht, die den kulturellen Grundstock des Stadtmuseums bildeten. Freitag ist die Anregung zur Wiederherstellung, des baufälligen gewordenen Gebäudes und zur Einrichtung als Museum zu danken.[/FONT]
    [FONT=&quot]Nach der Wiederherstellung konnte am 1. März 1873 das Stadtmuseum eröffnet werden, das mit den Mitteln einer Stiftung ausgestattet worden war. Es befindet sich noch heute, gemeinsam mit Provinzial-Kunstgewerbe- Museum, in dem Klostergebäude.[/FONT]
    [FONT=&quot]Im „Danziger Dampfboot“, konnte man dem Zeitgeist der damaligen Zeit folgend, folgende Kritik lesen:“Richards Wagner wirre und fast bis zum Entsetzlichen lärmende Einleitung, zu den Meistersingern jedenfalls bewies, dass der Bau mit seinen Gewölben fest genug steht, um noch manches Jahrhundert überdauern zu können.“[/FONT]
    [FONT=&quot]Wagner konnte somit nicht an die Grundfesten des Gebäudes nicht erschüttern.[/FONT]
    [FONT=&quot]Collin, musste im Herbst 1785 das Amt des musikalischen Leiters niederlegen. Die Fülle seiner privaten und geschäftlichen Verpflichtungen zwang ihn zu diesem Schritt. Die Mitglider bedauerten diesen Schritt außerordentlich; dies um so mehr, als es sich um den nun etablierten „ Collinschen Gesangvereine“ handelte.[/FONT]
    [FONT=&quot]Die Hautversammlung wählte am 27. September, einen elfköpfigen vorläufigen Ausschuss, in dem Dr. Martens den Vorsitz übernahm. Er sagte auch die Übungen am Klavier zu und fuhr mit dem einstudieren dort fort, wo Collin geendet hatte.[/FONT]
    [FONT=&quot]Dr. Wilhelm Martens war Doktor der Theologie und der Rechtswissenschaften. Er wurde am 30. Januar 1831 in Danzig geboren und starb 1903. Von 1855-1857 lebte er als Privatdozent der Rechte in Berlin, wurde 1860 Professor. Trat zum kath. Glauben über und wurde Direktor des Priesterseminars in Pelplin. Später lebte er im I. Hof (?) in Pelonken bei Oliva.[/FONT]
    [FONT=&quot]Während seines dortigen Aufenthalts musizierte er oft mit der Prinzessin Marie von Hohenzollern, die im Schloss zu Oliva wohnte. Martens übernahm mit viel Elan, dass was Collin aufgebaut hatte und wurde 1881 zum Ehrenmitglied gewählt.[/FONT]
    [FONT=&quot]Obwohl Martens die Aufgaben gut meisterte, wünsche sich der Verein doch einen „gediegenen Musiker vom Fach“ der Erfahrung im Dirigieren und in der Orchesterführung hatte. Die Bezahlung eines solchen Fachmanns, wurde durch freiwillige Spenden sichergestellt.[/FONT]
    [FONT=&quot]Auf Ersuchen des Vorstandes übernahm der Musikdirektor des 33. Infanterie- Regiments Heinrich Laudenbach die Leitung.[/FONT]

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8547

      #32
      AW: Danziger Singakademie

      Hallo Belcanto,

      für Deine heutigen Angaben zum Franziskanerkloster in der Fleischergasse danke ich Dir besonders, zumal mir die dazu geschilderten Einzelheiten bisher nicht bekannt waren.

      Dieses Gebäude, dessen heutige Adresse als Danziger Nationalmuseum ul. Toruńska 1 lautet (das liegt an der nach 1945 veränderten Führung des früheren Thornschen Weges), hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Hier habe ich von 1941 bis 1944 das Realgymnasium zu St. Johann besucht, das dort in den Räumen des ersten Stockes untergebracht war. (Zur Erinnerung: Leiter dieser Schule war von 1926 bis 1936 Willi Jentzsch, der Großvater mütterlicherseits von Angela Merkel.)

      Der von Dir erwähnte, am 27. Februar 1873 eingeweihte Konzertsaal war das ehemalige Refektorium (Remter) des Franziskanerklosters. Diese schöne Säulenhalle diente dem Realgymnasium zu St. Johann als Aula und auch als Raum für den Musikunterricht sowie für Theateraufführungen und Chorgesang.

      Viele Grüße in Verbindung mit guten Erinnerungen,
      Ulrich

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2507

        #33
        AW: Danziger Singakademie

        Hallo Ulrich das freut mich. Du bist der gleiche Jahrgang wie mein Bruder Wolfgang Schroetter, der leider schon verstorben ist. Wir wohnten in Langfuhr im Eschenweg

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        • Ulrich 31
          Forum-Teilnehmer
          • 04.11.2011
          • 8547

          #34
          AW: Danziger Singakademie

          Hallo Belcanto,

          danke für Deine Antwort. Auch ich habe den Tod eines meiner beiden jüngeren Brüder zu beklagen (Jg. 1936). Übrigens wohnten auch die Großeltern Willi und Gertrud Jentzsch von Angela Merkel in Langfuhr, im Steffensweg 47.

          Außerdem muss ich noch meine Angabe in #32 zum Beginn Willi Jentzsch' Leitung des Realgymnasiums zu St. Johann korrigieren: Sie erfolgte am 1.11.1927. (Siehe dazu den Leser-Kommentar zum Artikel "Polen in Merkel-Aufregung" in der Sächsischen Zeitung vom 16.03.2013 > http://www.sz-online.de/nachrichten/...g-2532568.html sowie die englische Wikipedia-Seite "Willi Jentzsch" > http://en.wikipedia.org/wiki/Willi_Jentzsch und die polnische Encyklopeida-Gdańska-Seite "JENTZSCH WILLI" > http://www.encyklopediagdanska.pl/in...JENTZSCH_WILLI .) - Sorry!

          Viele Grüße
          Ulrich

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          • Ulrich 31
            Forum-Teilnehmer
            • 04.11.2011
            • 8547

            #35
            AW: Danziger Singakademie

            Schreibfehler in #34: Korrekt > Encyklopedia Gdańska. - Sorry !

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            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2507

              #36
              AW: Danziger Singakademie

              [FONT=&quot]Fortsetzung 15.10 8 (oben bei Collin muss es 1875 heißen).[/FONT]
              [FONT=&quot]Musikdirektor Laudenbach hatte mit „großer Sorgfalt“, und „wärmsten Eifer“ die zahlreichen Proben zu diesem Oratorium seines Jugendfreundes Max Bruch geleitet. (Max Bruch war deutscher Komponist und Dirigent 1838-1920). Die glanzvolle Aufführung verursachte aber auch hohe Kosten, die die Einnahmen überschritten und durch Geschenke ausgeglichen werden mussten. [/FONT]
              [FONT=&quot]Die hohen Ausgaben waren Gesprächsstoff in Danzig und wurden lebhaft diskutiert. Das Danziger Dampfboot schrieb jedoch „:… das wohl nicht so bald eine so kostspielige Aufführung stattfinden und dass sich bei der nächstfolgenden voraussichtlich das Budget sich in engeren Grenzen halten wird.“[/FONT]
              [FONT=&quot]Laudenbach erklärte sich bereit, auch in Zukunft „aus Liebe zur Sache“, sich dem Verein widmen zu wollen. Im zur Seite stand Professor Martens der bei den Übungen und Einstudierungen am Klavier saß, da Laudenbach nicht Klavier spielen konnte.[/FONT]
              [FONT=&quot]Der vorläufige Ausschuss übernahm nun als Vorstand die Geschäfte des Vereins. Der am 23. April auch eine neue Satzung erhielt.[/FONT]
              [FONT=&quot]Der Verein etablierte sich immer mehr und die Anerkennung und der Zuspruch in der Bevölkerung wuchs an, sodass für die Zukunft mit gesicherten und ausreichenden Einnahmen gerechnet werden konnte.[/FONT]
              [FONT=&quot]Im Herbst 1880 legte Laudenbach sein Amt nieder, da ihn sein Beruf und die Veranstaltung und Durchführung seiner eigenen Sinfoniekonzerte, keine Zeit mehr übrig ließ, um die Leitung eines Vereins , zur Zufriedenheit aller zu führen. [/FONT]
              [FONT=&quot]Der Verein suchte einen Nachfolger, der sowohl die Proben als auch die Klavierbegleitung übernehmen konnte und beides in einer Hand lag.Nachdem auch Martens zurückgetreten war und der Klavierlehrer Konrad Weyer zwischenzeitlich als zweiter Dirigent tätig war. An die Stelle von Dr. Martens trat Dr. Gustav Tornwaldt. Unter seiner Führung entwickelte sich die Mitgliederzahl von 114 auf 414.[/FONT]
              [FONT=&quot]Dr. med. Gustav Tornwaldt war königlicher Sanitätsrat und wurde am 15. Mai 1843 geboren. Er stab am 20. November 1910. Am 29. Oktober wurde er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.[/FONT]

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              • Witz5
                Forum-Teilnehmer
                • 17.04.2012
                • 188

                #37
                AW: Danziger Singakademie

                Liebe Leserschaft,
                da Gustav Tornwaldt zu meiner entfernten Verwandtschaft gehört, möchte ich an dieser Stelle einiges zu seiner Person ergänzen. Eine meine Urahnin Helene Lubitz schrieb in ihren Erinnerungen:
                "Der Vater meines Vaters Julius Eduard Dahms (der Herr hier links...A.d.V.)wurde am 27. Juli 1814 in Danzig geboren und seine Frau Elise - Marie (andere Quellen nennen Marie Elisabeth) wurde am 3 Mai 1814 als Pfarrestochter in Danzig geboren (gestorben am 5.7.1889 in Zoppot A.d.V.) . Sie hatte einen Bruder, der Superintendent von St. Barbara und dessen Sohn Geheimrat Gustav Tornwaldt - Spezialarzt für Hals-Ohren und Nase in Danzig Neugarten war".
                Tatsächlich wurde Gustav Tornwaldt am 14.5.1843 in Danzig geboren, studierte in Halle, Greifswald und später in Wien und promovierte 1866, um sich als Arzt in seiner Heimatstadt niederzulassen. Er war der Erstbeschreiber der lt. Bursa pharyngen(lis), einer gutartigen, flüssigkeitsgefüllten Zyste im hinteren Nasen-Rachenraum. Sie wird später und entsprechend seiner erschienenen Monografie 1885 auch "Tornwaldt - Zyste" genannt.
                Im Einwohnerbuch der Stadt Danzig wird er als "Dr. med., Sanitätsrat und Stadtverordn., E, Arzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Neugarten 7, Sprechstunden an jedem Wochentage von 9 - 12.Vorm." geführt.
                Das Gustav Tornwaldt die Danziger Singakademie leitete war mir neu. Schön wäre es ja, wenn man ein Foto von ihm hätte.
                Freundliche Grüße Frank Dahms

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                • Belcanto
                  Forum-Teilnehmer
                  • 24.09.2008
                  • 2507

                  #38
                  AW: Danziger Singakademie

                  [FONT=&amp]Fortsetzung 28.11.[/FONT]
                  [FONT=&amp]Zunächst möchte ich Frank Dahms für seine Ergänzungen danken und fahre dann fort:[/FONT]
                  [FONT=&amp]Der bisherige Brauch, die Vereinsarbeit im Herbst zu beginnen, wurde dahingehend geändert, dass das Vereinsjahr am 2. Oktober beginnt und am 30. September endet. Den Vorstand sollten 12 Mitglieder bilden. Aufgrund dieser neuen Satzung wählte die Versammlung Dr. Carl Fuchs zum musikalischen Leiter.[/FONT]
                  [FONT=&amp]Carl Fuchs wurde 1838 in Potsdam als Sohn eines Organisten und Musiklehrer geboren. Er studierte Theologie und wurde Privatlehrer von Hans von Bülow (Hans von Bülow war der Schwiegersohn von Franz Liszt, der seine Tochter Cosima heiratete.) Fuchs entschied sich dann aber doch Musik, zu studieren, und übernahm 1869 eine Organistenstelle in Strahlsund. 1870 promovierte der zum Doktor der Philosophie. 1879 kam er nach Danzig, trat hier mit Konzerten auf, leitete 1880/81 den Gesangverein und wurde 1886 Organist in der Petrikirche und 1887 auch an der Neuen Synagoge bis 1907.[/FONT]
                  [FONT=&amp]Er gab zahlreiche Kirchenkonzerte und führte in Danzig. Er liebte den gepflegten Orgelklang der Orgeln von Max August Terletzi[/FONT][FONT=&amp]. Die Firma von August Terletzki aus Elbing führte 1891 einen großen Umbau der Anthoni- Dalitz (Orgelbauerfamilie Dalitz) Orgel aus.Terletzki baute ein komplett neues Instrument mit pneumatischer Traktur ( Ein –und ausschalten der Register) in den bestehenden Prospekt. Dabei wurden die Prospektpfeifen des Rückpositivs stumm gelegt, das Pfeifenwerk des Rückpositivs und Brustwerks wurde komplett entfernt und beide Werke wurden leer gelassen.Terletzkis neue Orgel verfügte über 56 Register und war von der Intonation her mit mehr Grund- und weniger Obertönen deutlich für das Romantische Klangbild ausgelegt.[/FONT]
                  In den 1880er Jahren wurde August Terletzki (Elbing) unter anderem mit dem Neubau der großen Orgel in der St. Marienkirche zu Danzig betraut, die dann ein halbes Jahrhundert ihren Dienst getan hat.

                  [FONT=&amp]Seit 1887 schrieb er in der Danziger Zeitung, geistreiche Fachaufsätze, zu Opern und Konzerten. 1904 wurde er zum königlich preußischen Professor ernannt. Er veranstaltete ein Konzert bei Johann Uphagen (1731-1802), im Uphagenhaus in der Langgasse und vermittelte durch seine „Hörstunden“ und den Erläuterungen zu den Klavierkompositionen, eine musikgeschichtliche Bildung.[/FONT]
                  [FONT=&amp]Sein Orchesteramt beflügelte ihn ein Buch über „Takt und Rhythmus im Choral“ zu schreiben und eine Sammlung eines Choralmelodienbuches.[/FONT]
                  [FONT=&amp]Im ersten, von Fuchs geleiteten Konzert wurde das Orchester von der Kapelle des Grenadierregiments Nr. 5 gestellt[/FONT]

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                  • Belcanto
                    Forum-Teilnehmer
                    • 24.09.2008
                    • 2507

                    #39
                    AW: Danziger Singakademie

                    [FONT=&quot]4.3[/FONT]
                    [FONT=&quot]Schon lange nicht mehr hier gewesen mache heute mit Karl Thiel weiter. Karl Thiel wurde am 13. April 1853 geboren und starb am 27. August 1900 03. Bereits 1872 trat er als Militärmusiker im Hessischen - Füsilier - Regiment Nummer ein, und kam im Oktober 1877 als Musikleiter des Grenadier- Regiments Nummer 5 nach Danzig, wo er, seit September 1881 volkstümliche Symphoniekonzerte veranstaltete. 1890 wurde er königlicher Musikdirektor. 1898 übernahm er die Leitung der Kapelle des ebenfalls in Danzig stationierten 2. Fußartillerieregiment. Bei den Aufführungen des Gesangvereins spielte er oft im Orchester die erste Violine. Er war der geborene Dirigent und erwarb sich um die Pflege der guten Musik in Danzig außerordentliche Verdienste.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Das zweite Konzert unter Fuchs Führung gelang vortrefflich und war ein voller Erfolg. Auch die Kritiker lobten seine Ausführungen. Nur die Kritik des Berichterstatters der Danziger Zeitung, Musikdirektor Markull veranlasste Fuchs jedoch sein Amt noch vor dem Ablauf des Vereinsjahres nieder, zu legen. An seine Stelle wünschte man sich Collin, zu stellen der, seit Oktober 1839 wieder dem Vorstand angehörte. Dies lehnte er aber entschieden ab. So einigte man sich auf den Musiklehrer Franz Joetze der schon 1870 vertretungsweise den Chor eingeleitet hatte. Neun Jahre lang stand Joetze dann den Gesangverein als Dirigent mit großen Erfolg vor. Franz-Josef Joetze wurde am 9. Dezember 1839 in Marienwerder geboren. Er starb am 7. Januar 1914 in Halle. Er besuchte die Schulen in seiner Vaterstadt.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder wurde durch die Veranstaltung von Sommerfesten zu beleben versucht. Um deren Festveranstaltung machte sich der langjährige Ordner des Vereins Rentner Albert Weiß sehr verdient. Seine organisatorische Begabung bewährte sich hierbei ebenfalls glänzend wie bei den Vorbereitungen der großen Aufführungen, denen er sich mit liebevollen Eifer widmete. Der musikalische Teil der Sommerfeste bestand in der Vorführung einiger Chöre ohne Begleitung. Auch diese Einrichtung verlor nach einigen Jahren ihren Reiz und fand so geringe Beteiligung, dass sie bald danach einschlief. [/FONT]
                    [FONT=&quot]In diesen Jahren hatte der Verein wieder manche wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden. Obwohl in einer neuen Fassung der Satzung von 1883 der Betrag von zwölf Mark jährlich erhöht worden war, kam es doch immer wieder zu finanziellen Engpässen. [/FONT]
                    [FONT=&quot]Wer im Konzert mit singen wollte, musste wenigstens zwei Drittel der Übungen und sämtliche Proben im Orchester mitgemacht haben. In einem besonderen Zusatz zu der Satzung wurden außer den zwei Vereinsveranstaltungen ausdrücklich weitere Aufführungen zu „Benefizen“ wohltätigen Zwecken oder in Verbindung mit anderen Musikgruppen vorgesehen und ausgesprochen, dass die Mitglieder dazu freien Eintritt nicht zu beanspruchen hätten.[/FONT]
                    Von außerordentlichen Erfolg war die Aufführung zur 400 jährigen Luther Feier in der
                    Marienkirche die unter Joetzens Leitung`, am 9. November 1883 zusammen mit den meisten
                    Mitgliedern des Männervereins stattfand. Es wurde “ Luther in Worms“ von Meinardus
                    gesungen Mit einem großem Chor 330 Stimmen erschollen in der Marienkirche. Ludwig
                    Meinardus (1827-1896) war ein deutscher Komponist und Musikschriftsteller. Das Oratorium
                    „Luther in Worms“ entstand 1874.
                    [FONT=&quot]Für den Chor war ein Podium gebaut worden, das von der großen Orgel herab bis auf die Taufe reichte. die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt die Einnahmen waren so bedeutend, dass alle Solisten das anderthalbfache des vereinbarten Honorar erhielten. Anstelle der ausgefallenen Sommerfeste veranstaltete Joetze am 5. März 1890 eine Liedertafel die große Beteiligung fand. Bald danach am 25. März legte er sein Amt nieder. In einer außerordentlichen Generalversammlung wählte der Verein Georg Schumann zu seinem Nachfolger. Bei der Wahl ergaben sich Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung der Paragrafen der Satzung, die daher geändert und 1891 neu gedruckt wurde. In ihr wurde festgelegt, dass der Dirigent nicht dem Vorstand angehört. Bemerkenswert ist auch die Bestimmung, nach der die Mitglieder zu jeder Aufführung des Vereins je zwei Eintrittskarten erhalten sollten.[/FONT]
                    [FONT=&quot]Georg Schumann wurde am 25. Oktober 1866 geboren er erfuhr seine musikalische Ausbildung in Dresden und Leipzig. Er war schon 1890-1896 als Dirigent des Danziger Gesangsverein tätig und ging dann nach Bremen, wo er die Leitung der Philharmonie bis 1899 innehatte. 1900 wurde er zum königlichen Professor ernannt und an die Spitze der Berliner Singakademie berufen.[/FONT]

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                    • Belcanto
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.09.2008
                      • 2507

                      #40
                      AW: Danziger Singakademie

                      Wollte heute ein wenig weiterschreiben, doch plötzlich ist die ganze Datei weg. Ich finde sie nicht mehr auf meinen Computer. Bleibt mir wohl nichts übrig meine Beiträge, zu kopieren.

                      Kommentar

                      • Belcanto
                        Forum-Teilnehmer
                        • 24.09.2008
                        • 2507

                        #41
                        AW: Danziger Singakademie

                        [FONT=&quot]Die Erwartungen, die sich an Schumanns Berufung knüpften, wurden voll übertroffen. Die Zahl der aktiven und passiven Mitglieder nahm erfreulicherweise zu. Die Kassenverhältnisse gestalteten sich erfreulich. Am 6.und 10. Dezember 1892, beging der Verein unter Führung von Schumann, sein 75 jähriges Jubelfest. Im zielorientierten Zusammenwirken mit Schuhmann, hatte sich um die Ausgestaltung und Ausrichtung der Feier, der Geheime Justizrat Birnbaum, äußerst verdient gemacht.[/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot]Landesgerichtsdirektor Geheimer Justizrat Birnbaum, wurde 1890 als Beigeordneter in den Vorstand gewählt, deren Vorsitz er 1891 übernahm. Als er 1896 schwer erkrankte und das Amt niederlegen musste, hielt man die Stelle frei, und hoffte Schumann würde zurückkehren. Aber schon am 26. November 1896 verstarb Schumann. Er wurde tief betrauert. Der Verein danke ihm, weil er“ mit großer Umsicht und nie ermüdenden Eifer“, den Verein geführt hatte.[/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot]Der erste Abend des Festes brachte einen von Dr. Johann Scherler, Direktor der Mädchenschule, verfassten und von Fräulein Louise Fewson, gesprochenen Prolog, zu Händels Oratorium“ Judas Makkadäus“. Die Aufführung war ein großer Erfolg.[/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot]Ferdinand Reutener war die tragende Säule der Gesellschaft und sang auch in diesem Oratorium. Insgesamt sang er zum 29. Mal für die Gesellschaft. Am zweiten Abend stand ein Konzert mit Chor-und Orchesterwerken auf dem Programm. Zu Beginn wurde von der Kapelle des Grenadierregiments Nr.5, unter Leitung von Schumann, das Vorspiel zu Wagners Oper „Die Meistersinger“, und zum Schluss, das e-Moll Konzert von Chopin gespielt, indem Schumann, seine hervorragenden Kenntnisse am Klavier erneut unter beweis stellen konnte.[/FONT]
                        [FONT=&quot]Der Saal war ausverkauft und das Publikum, spendete einen langandauernden Beifall.[/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot]Zum Jubelfest erschien eine „Chronik des Danziger Gesangvereins“, die aus der Feder von Oberlehrer Dr. Richard Medem stammte, der Schriftführer der Gesellschaft war. Sie ist der erste umfassende Bericht über den Verein und stellt heute eine wichtige historische und authentische Quelle dar. (Vielleicht besitzt sie jemand?).[/FONT]
                        [FONT=&quot]Nach achtjähriger Pause erklang unter Schumanns Leitung auch wieder die Matthäuspassion, BWV 244, von Johann Sebastian Bach in Danzig. Trotz einiger Schwierigkeiten kam es am 25.April 1893 zur Aufführung. In den folgenden drei Jahren führte Schuhmann, regelmäßig am Karfreitag das Werk auf.[/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot]Auf seine Anregung hin wurden kleinere Konzerte, sog. Abendunterhaltungen, im Apollosaal am Langenmarkt des „ Hotels du Nord 39“ veranstaltet, um den Mitgliedern, weitere Veranstaltungen bieten, zu können. Mitglieder mussten lediglich 50 Pfennig, Nichtmitglieder eine Mark zahlen.[/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot]Nach den großen Erfolgen die Schuhmann hatte, löste es großes Bedauern aus, als er mitteilte, dass er nach Bremen gehen würde. Im Jahresbericht 1895/96 wurde Schumann gewürdigt, da er das „ musikalische Leben unserer Stadt neu gestaltet, insbesondere unseren Verein auf eine glänzende Höhe seiner Leistungsfähigkeit geführt hat, dafür danken wir ihm.“[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT][FONT=&quot][/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]
                        [FONT=&quot] [/FONT]

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                        • sarpei
                          Forum-Teilnehmer
                          • 17.12.2013
                          • 6085

                          #42
                          AW: Danziger Singakademie

                          Hallo Belcanto,

                          die angesprochene Chronik ist in der Sächsischen Landesbibliothek zu finden. Vielleicht kannst du über Fernleihe an das Exemplar kommen ...




                          Viele Grüße

                          Peter

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                          • Belcanto
                            Forum-Teilnehmer
                            • 24.09.2008
                            • 2507

                            #43
                            AW: Danziger Singakademie

                            Klasse Peter, das hätte ich nicht gedacht. Vielen Dank für den Hinweis.

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                            • Belcanto
                              Forum-Teilnehmer
                              • 24.09.2008
                              • 2507

                              #44
                              AW: Danziger Singakademie

                              Hallo liebe Landsleute, ioch bin noch da. Hatte ein paar gesundheitliche Probleme und wenig Zeit, werde demnächst wieder weiter machen

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                              • Beate
                                Administratorin
                                • 11.02.2008
                                • 4836

                                #45
                                AW: Danziger Singakademie

                                Hallo Belcanto,

                                schön, wieder von Dir zu hören! Gute Besserung weiterhin, gute Erholung; lass Dir Zeit, wir warten dafür gerne!

                                Herzliche Grüße Beate
                                ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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                                L