Danziger Singakademie

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  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2507

    #16
    AW: Danziger Singakademie

    Vielen Dank Rudolf. Darauf hätte ich auch kommen können. Das wäre ich entsprechend ergänzen. Jetzt gibt das Ganze eien Sinn.Danke

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    • Belcanto
      Forum-Teilnehmer
      • 24.09.2008
      • 2507

      #17
      AW: Danziger Singakademie

      Fortsetzung
      Kniewels Austritt stellte den Fortbestand des Vereins ernsthaft infrage. Es fehlte der treibende, dynamische Kraft. Man dachte bereits an die Auflösung des Vereins, man nahm aber dann doch zunächst davon Abstand und wählte in einer Vorstandssitzung am 6. November 1836 Boyd zum Direktor. Der Probenbesuch wurde dennoch geringer und fiel schließlich aus, weil nur ein Sänger anwesend war.
      Auf Vorschlag von Dr. Hingelbergs wurde der Entwurf einer neuen Satzung an alle Mitglieder verschickt mit der Bitte sich schriftlich, zu äußern. Die Befragung brachte auch nicht viel und Kniewel machte Dr. Hingelbergs die Mitteilung, dass er bereit sein würde, unter gewissen Bedingungen die Leitung erneut zu übernehmen. Das wurde allgemein begrüßt und Kniewel übernahm am 18. Dezember wieder die Leitung.
      Nachdem der Satzungsentwurf geändert worden war, wurde das Statut den Mitgliedern zugeschickt (1838). Diese neuen Statuten des Gesangsvereins zu Danzig und der damit verbundenen, vorbereitenden Gesangschule sind erhalten geblieben.
      Man veröffentlichte sie und wollte dadurch „eine festere Begründung und eine breitere Wirksamkeit“, des Vereins herbeiführen. Als Vereinszweck wurde die „gemeinsame Übung in der kunstgerechten Ausführung großartiger Werke der höheren Tonkunst, als Choräle, Motten, Messen, Oratorien, und dergleichen von älteren und neuen Meistern.“
      Es waren also weiterhin öffentliche Auftritte geplant. Neu war die Aufnahme „bloß zuhörender, außerordentlicher Mitglieder und es wurde zwischen ordentlichen Mitgliedern und Ehrenmitgliedern unterschieden, von denen kein Beitrag erhoben wurde. Allen Mitgliedern wurde das Recht zuerkannt,“ einen fremden Musiker oder Musikliebhaber, als Gast einzuführen. Man legte somit allmählich die starren Regeln ab und öffnete sich.
      Der erste Vorsteher oder Direktor des Musikvereins musste ebenso wie die anderen beiden Vorsteher aus der Mitte, der ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder gewählt werden, wobei auch entschieden werden musste, ob ein Honorar gezahlt würde.
      Infolge Kniewels Rückkehr an der Spitze des Vereins wurde Boyd, von dem Posten des ersten Direktors verdrängt. Boyd zog sich ganz zurück und wollte nicht Kniewels Gehilfe sein. Dieser mochte aber nicht ohne Gehilfen agieren und zog den jungen Organisten von St. Martin F. W. Markull dazu heran.
      Friedrich Wilhelm Markull, wurde am 17. Februar 1816 in Reichbach bei Elbing geboren. Er starb am 30. April 1887. Markull besuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt und erhielt durch den Organisten Kloß Klavierunterricht. Er ging für zwei Jahre nach Dessau zu Friedrich Schneider und wurde 1863 Organist an der Marienkirche in Danzig.
      Von 1838-1842 war er stellvertretender Direktor und von 1843-1858 Direktor des Gesangsvereins. Ende 1843 ging seine Oper „Maja und Alpino“ über die Danziger Bühne. Hierzu ist zu bemerken, dass bereits 1826 Joseph Maria Wolfram in Prag seine Oper „Maja und Alpino“ mit gleichem Namen herausbrachte, die den Untertitel “die bezauberte Rose“ trägt. Markull verwendete den gleichen Namen und Untertitel. Das ist doch zu mindestens sehr seltsam?
      Ich kann leider nicht beuteilen, ob es sich inhaltlich um die gleichen Stücke handelt, denn ich kenne die Opern nicht. Vielleicht kann hier jemand helfen. Markull hat darüber hinaus weitere Opern und Musikstücke geschrieben.
      1847 wurde er königlicher Musikdirektor und wurde 1886 zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt zum fünfzigjährigen Dienstjubiläum als Organist der Marienkirche.

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2507

        #18
        AW: Danziger Singakademie

        Wie können noch einen Moment bei Markull verweilen. Neben den Opern „Der König von Zion“(1848), und „ Das Walpurgisfest“ (1855) schrieb er auch zwei Oratorien: „Johannes der Täufer“ und das „Das Gedächtnis der Entschlafenen“,……“ich war tot, und siehe, ich lebe.“(Offenbarung 1, 17-18). Dieses letztgenante Oratorium, fand bei Louis Spohr Anerkennung und Johannes Brahms- das haben Musikforschungen ergeben-, lehnte sich bei der Versgestaltung seines Requiems, auch an das im Jahr 1861 entstandene Requiem von Markull an. Zur damaligen Zeit gab es noch keinen Urheberschutz. Es spricht aber für Markull, dass sich Louis Spohr und Johannes Brahms für sein Werk interessierten.
        Nachdem Markull am 17. März eine kleinere Aufführung, anlässlich der 25 jährigen Jubelfeier der Landwehrstiftung „ gut und ohne erhebliche Fehler“ durchgeführt hatte, wurde er am 2. April zum stellvertretenden Direktor gewählt. In den nächsten 15 Jahren war er überwiegend der Aufführungsleiter.
        Markull versuchte, in die Veranstaltungen Ordnung, zu bringen und richtete drei Abonnementskonzerte, jährlich aus. Es wurden dabei überwiegend Instrumentalmusik und Sologesänge angeboten. Der Publikumsbesuch blieb indes schwach, weil wohl musikalisch mehr erwartet wurde.
        Die Kritik bemängelte in Erster Linie, die „verhältnismäßig etwas schwache Besetzung des Chores“ und bemängelte die „Zersplitterung der hiesigen Gesangskräfte und auch die fehlende Organisation“.
        Trotz dieser massiven Schwierigkeiten und Kritik, hielt Markull die Übungen aufrecht, die seit Ende 1841 nicht mehr im Haus Dr. Hingelberg, sondern in der Aula des Städtischen Gymnasium stattfanden. Markull ließ sich nicht verdrießen und wagte sich auch an die Aufführungen, einstudierter großer Werke, wie der Oratorien „Paulus“ „Elias“ heran.
        Ebenso an „Die letzten Dinge“, von Louis Spohr und an seine eigene Komposition „ Das Gedächtnis der Entschlafenen“, der der schon die Rede war. Manche Konzerte gelangen vortrefflich und das Danziger Dampfboot schriebt am 21 Oktober in seiner Kritik, unter dem Kürzel „Gr “ (Granzin): „Jede neue öffentliche Aufführung, in welcher unser Gesangverein mitwirkt, zeigt, dass er Fortschritte in seinem lobenswerten Streben macht“.
        Endlich mal ein Lob, das tat gut. Obwohl es relativiert werden muss, denn es bezog sich nicht auf die Gesamtaufführung, von der es heißt: „ aber ein Oratorium wie dieses (Die letzten Dinge von Spohr), in einem Raume wie dem Artushof und das Ende der Dinge überhaupt, ohne Posaunenschall ist kläglicher, als das Ende selbst“. Damit ist gemeint, dass Spohrs Werk nicht so gespielt wurde, wie es das Original verlangt.
        Markull war nämlich mit dem Notenmaterial im Stich gelassen worden und muste sich mit Klavierbegleitung begnügen. Dennoch fanden die Chorleistungen unter Markull eine sehr beifällige Beurteilung. So schrieb das Danziger Dampfboot, am 27. März 1845, dass „die Chöre fest einstudiert, exakt und eindrucksvoll gesungen hätten und das sich der Gesangverein, sich in immer schönerer Blüte entfaltet.“
        Der Andrang der etwa 400 Zuhörer bei diesem geistigen Konzert war so hoch, dass viele im Saal des städtischen Gymnasiums und in der danebenliegenden fast dunklen Aula sitzen mussten, weil nicht erlaubt wurde diese zu beleuchten.
        In der Folge fielen die Beurteilungen für Markull, nicht immer günstig aus; es machten sich daher starke Widerstände bemerkbar, die zur Folge hatten, dass am 1. Oktober Übungen eingestellt wurden und der Verein, sich auf ein Jahr vertagte.
        Die Noten, mit 800 Talern gegen Feuerschaden versichert und der Kassenbestand in Höhe von 84 Talern, 11 Silbergroschen und 4 Pfennige wurde dem Direktor des Städtischen Gymnasium zur Aufbewahrung übergeben.
        Eine große Anzahl der Mitglieder hatte aber den Wunsch, weiter im gewohnten Kreis singen, zu können, denn nur wenn eine solche feste Meinung vorherrschen würde, könnte Markull die Fortführung des Gesangvereins auf eigene Rechnung wagen.
        Diese Absicht, fand er vonseiten des bisherigen Vorstands alle Unterstützungen, die erforderlich waren, um den Gesangbetrieb aufrecht, zu erhalten. Die Benutzung der der Aula, der Geräte und Noten wurde ihm zugestanden. Nun führte Markull alljährlich einige große Werke auf.

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        • Christkind
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 1568

          #19
          AW: Danziger Singakademie

          Hallo Belcanto, du beschreibst die Geschichte der Singakademie wie einen historischen Krimi.So lebendig, dass man die Spannungen und Kämpfe direkt nachvollziehen kann. Mal ist es das liebe Geld, mal sind es persönliche Befindlichkeiten, die das Auf und Ab bringen.
          Ich bedanke mich für diesen Lesestoff.
          Schöne Grüße, Christa
          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
          (M. Gandhi)

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          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2507

            #20
            AW: Danziger Singakademie

            hallo Christa, kam gerade aus dem Urlaub und finde deine anerkennenden Worte, vielen Dank. Ich werde die Geschichte, wenn ich meine Urlaubsrückstände erledigt habe fortsetzten und wünsche noch einen schönen Sonntag.

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            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2507

              #21
              AW: Danziger Singakademie

              Fortsetzung
              Der Chor wurde auch in dieser neuen behelfsmäßigen Verfassung nach wir vor als “ unser wackerer Gesangverein“ der der öffentlichen Meinung bezeichnet. Der Faden, an dem das Ganze hing war noch nicht gerissen und Hoffnung war immer noch vorhanden..
              Der 3. Februar 1855 und der 27. November 1858 sind die beiden letzten Daten, unten den Markulls Name in Verbindung mit dem Gesangverein erscheint. 1858 wurde sein Oratorium „Das Gedächtnis der Entschlafenen“ wiederholt, das 1848 in Danzig seine Uraufführung hatte.
              Das Tonwerk wurde überschwänglich gelobt über alle ähnliche Kompositionen der damaligen Zeit gestellt.
              Inzwischen war, wie durch eine Anzeige im Danziger Intelligenzblatt vom 10 März 1855 zu erfahren war, Gesanglehrer Wilhelm Rehfeldt, mit der Leitung der Proben beauftragt. Musikleher Wilhelm Rehfeldt hatte sich im Herbst 1855 als „Lehrer für Gesang“ in Danzig niedergelassen. (Intelligenzblatt vom 14.11.1853). Nachdem er die Leitung der Proben übernommen hatte, wurde er 1859 zum Direktor gewählt. Er hatte dies Amt inne, bis er 1866 nach Konstanz ging.
              Die Übungen unter seiner Leitung fanden vermutlich im Saal des Instrumentenmachers Wisznewski statt. Dieser Saal war im Karthäuser Hof, Heilige Geistgasse 1023, jetzige Nummer 126.
              Nachdem 1856 und 1857 augenscheinlich keine Aufführungen waren, wurde in einer auf den 27. Dezember einberufenen Hauptversammlung, die Auflösung des Vereins beschlossen.
              Die Vereinsbücherei, der Kassenbestand und die Geräte wurden dem Gymnasium, unter folgenden Bedingungen zum Eigentum übergeben.
              1. Das Bargeld, vermehrt um den Erlös aus dem Verkauf der Geräte, sollte ein unantastbares Kapital bilden, dessen Zinsen nur zum Besten der musikalischen Bücherei verwendet werden durften.
              2. Die Benutzung der musikalschen Bücherei sollte jedem Musiker in Danzig zum Studium oder zur Veranstaltung öffentlicher Aufführungen gestattet sein.
              Mit der Durchführung dieses Beschlusses wurden drei Mitglieder:
              Kommerzienrat C.R. von Frantzius,
              Albert Norden und
              L. Kuhl
              beauftragt. Sie übergaben die Verhandlungsniederschrift übe die Schenkung am 26. November 1859 dem Sparkassen- Aktienverein zur Aufbewahrung.
              Trotz dieser förmlichen Beerdigung lebte der Verein dennoch weiter. Rehfeldt leitete den Verein auf eigene Rechnung weiter.
              Die letzten Proben im Jahr 1857 waren der Walpurgisnacht von Felix Mendelssohn- Bartholdy gewidmet. Bei diesem Stück handelt es sich um „Die erste Walpurgisnacht, op 60 für Soli, Chor und Orchester von Felix Mendelssohn – Bartholdy.
              Wann das Stück aufgeführt wurde, ist nicht bekannt.
              Erst 1859 in einer Versammlung im Saal des Hinterhauses der Ressource Concordia (leider ist mir über Ressource Concordia nichts Weiter bekannt?) wurde Rehfeldt, den „ ein Konsortium im Kreise der Kaufmannschaft auf den Schild“ gehoben hatte, als Leiter als Leiter eines starken Vereins anerkannt.
              Rehfeldt veranstaltete mit „gefälliger Unterstützung des unter seiner Leitung stehenden Gesangsvereins“, bis ins Jahr 1865 regelmäßig drei Abonnementskonzerte auf eigene Rechnung. Aber das Geld floss nicht so wie erhofft, was ihn zu bestimmten Einschränkungen zwang.

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              • Belcanto
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2008
                • 2507

                #22
                AW: Danziger Singakademie

                Nachdem Rehfeld im Winter 1865/66 noch drei Kirchenkonzerte gegeben hatte, zog er nach einem herzlichen und freundlichen Abschied von Danzig fort. Wenn sein großer Eifer auch nicht immer im Einklang mit den musikalischen Leistungen seines Chores stand, so müssen doch seine intensiven Bemühungen rückhaltlos anerkannt werden; denn ihm allein ist es zu danken, dass der Verein nicht schon 1855 sein Wirken einstellte.
                Nach Rehfels Fortgang war die Sängerschaft führerlos geworden. Das Bedürfnis nach Bestätigung und Anerkennung, war aber weiter vorhanden. Wie schon bei der Gründung trat auch diesmal ein Geistlicher hervor, der die Männer und Frauen um sich scharrte.
                Es war der Königl. Divisionspfarrer Heinrich Collin. Ein musikalisch ungewöhnlich begabter Mann, der sich als hervorragender Chorleiter erwies.
                Heinrich Collin wurde am 14.Juni 1838 in Tilsit geboren und starb am 1. Juli 1906 in Bad- Kissingen. Er war Königl. Divisionspfarrer in Danzig, seit 1891Pfarrer in Güttland, Kreis Dirschau. Er leitete den Verein von 1867- 1875 war von 1877-1880 zweiter Vorsitzender und wurde im Oktober 1877 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
                Schon am 5. Mai 1867 wurde ein Versuch gewagt ein Wohltätigkeitskonzert in der Petrikirche unter seiner Leitung zu geben die Veranstalter blieben zunächst unbenannt, weil man erst abwarten wollte, wie die Resonanz ausfallen würde.
                Die Leistungen befriedigten wohl vollkommen, sodass der Gründung eines Gesangsvereins nähergetreten werden konnte. Collin stellte sich an die Spitze und ergriff mit großer Tatkraft das Steuer.
                Die Form und die Satzung, sowie die Leitung, des Vereins hatte sich geändert, der Mitgliederbestand war fast unverändert geblieben. Die Satzung wurde erst 1874 in Papierform gebracht. Die Übungen waren am Montag von 1900-2100 Uhr in der Aula des Städt. Gymnasium festgesetzt. In der Regel sollten zwei Aufführungen im Vereinsjahr, das am 1. Oktober begann, stattfinden. Durch diese Regelung kam es allmählich ein bestimmter Plan und eine gewisse Kontinuität in die Vereinsarbeit.
                Ausübende und zuhörende Mitglieder zahlten denselben Beitrag, und zwar zu Beginn des Winterhalbjahres zwei Taler jährlich.
                Der Vorstand bestand aus dem Dirigenten, den vier Stimmvorstehern und dem Kassierer. Das Schriftführeramt wurde von einem Stimmvorsteher mit ausgeführt. Der Vorstand wurde am 14.Oktober 1867 zur ersten Probe zu Samson, einem Oratorium in drei Akten von Georg Friedrich Händel gewählt.
                Wie man früher vom ehemaligen Verein, vom „Kniewelschen“ oder „Markullschen“ beziehungsweise vom „Rehfeldschen“gesprochen hatte so wurde nun der Verein, der „Collinsche Gesangverein“ genannt.
                Unter Collin hatte der Verein große Erfolge und am 10. April 1870 gelang es zum ersten Mal, die Matthäuspassion aufzuführen.

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                • Zugvogel
                  Forum-Teilnehmer
                  • 23.06.2014
                  • 8

                  #23
                  AW: Danziger Singakademie

                  Hallo Belcanto,

                  vielen Dank für deine Mühe und den interessanten Lesestoff den ich gerade genießen durfte.
                  Du hast mit dem Text wirklich informatives Material geschaffen. Warum fasst du es nicht
                  zusammen und gibts es in Papierform heraus? Nicht, dass es für das Forum "zu schade" wäre,
                  aber die klassische Variante und sei es nur ein Infoheft, begeistert sicher auch viele.
                  Gruß!
                  Zugvogel
                  "Zufriedenheit mit seiner Lage
                  ist der größte und sicherste Reichtum."
                  (Marcus Tullius Cicero)

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                  • Belcanto
                    Forum-Teilnehmer
                    • 24.09.2008
                    • 2507

                    #24
                    AW: Danziger Singakademie

                    Das ist lieb Zugvogel. Es gibt dazu schon etwas in Papierform, von der Vereinigung Heimattreuer Danziger. Hierauf beziehe ich mich und füge Ergänzungen , zum Beispiel die Musik betreffend hinzu. Deswegen dauert es auch immer ein wenig bis ich fortfahren kann, weil ich recherchieren muss. Ich freue mich aber, wenn Interesse besteht.Viele Grüße

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                    • janawenzel
                      Forum-Teilnehmer
                      • 29.03.2013
                      • 40

                      #25
                      AW: Danziger Singakademie

                      hallo belcanto,

                      meine oma erna grunwald war auch in einer singakademie, sie ging auch in die viktoriaschule. gibt es denn noch alte unterlagen aus der zeit von 1930- 1945 ?unterlagen mit den namen der schüler ?

                      viele grüße
                      jana

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                      • Belcanto
                        Forum-Teilnehmer
                        • 24.09.2008
                        • 2507

                        #26
                        AW: Danziger Singakademie

                        Hallo Jana, entschuldige, wenn ich erst jetzt antworte, ich bin nicht jeden Tag im Forum. Muss mal aschauen , ob ich etwas finde.
                        Viele Grüße

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                        • Belcanto
                          Forum-Teilnehmer
                          • 24.09.2008
                          • 2507

                          #27
                          AW: Danziger Singakademie

                          Fortsetzung: [FONT=&quot]Professor Brandstäter bereitete die Bevölkerung, auf dieses epochemachendes musikalisches Ereignis, durch eine liebevolle Einführung in das Tonwerk in der Danziger Zeitung vor.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Professor Dr. Franz Brandstäter, wurde am 12. August 1815 geboren und starb am 31. Januar1883. Er war fast 45Jahre lang am städtischen Gymnasium als Lehrer für alte Sprachen und Gesanglehrer tätig. Wegen seiner fundierten Kenntnisse der Poesie und der Tonkunst spielte er eine bedeutende Rolle im Danziger Musikleben. Lange Jahre dirigierte er die Danziger Liedertafel. Er schrieb Musikberichte für das Dampfboot und unterstützte Collin tatkräftig in der musikalischen Leitung und war lange Jahre Stimmvorsteher im Bass. Von seinem umfassenden Wissen gibt es eine große Anzahl, philosophischer und geschichtliche Bücher.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Der Zustrom der Zuschauer zu dieser Veranstaltung, war schon tags zuvor bei der Generalprobe zu ermäßigten Preisen gewaltig.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Der große Saal des Schützenhauses, die Logen, die Nebenräume, selbst die Treppen und Gänge waren an beiden Abende bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele hatte keine Eintrittskarten mehr erhalten.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Collin hatte das Werk mit außerordentlicher Sorgfalt vorbereitet und hatte für den Chor und das Orchester besondere Erläuterungen drucken lassen. Die glühende Begeisterung und die Freude des Dirigenten, sprangen auf die Zuschauer über, sodass durch Spenden die Hauptrollen, erstrangig besetzt werden konnten.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Die sehr gelungene und würdige Aufführung hatte durchgreifenden Erfolg, sie wurde als“ ehrender Denkstein ist der Musikgeschichte Danzigs gepriesen.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Der Ausbruch des deutsch-französischen Krieges, führte vorübergehend dazu das Collin die Leitung ruhen lassen musste, weil er ins Feld ziehen musste. Während seiner Abwesenheit hielt der Gesanglehrer Franz Joetze die Mitglieder mit zwei Konzerten zusammen, von denen eins“ zum Besten hiesiger verwundeter Krieger“ stattfand.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Franz Joetze wurde am 9. Dezember 1839 in Marienwerder geboren. Er starb am 7. Januar 1914 in Halle. Er genoss eine musikalische Ausbildung in Berlin und ließ sich 1869 in Danzig als Gesanglehrer nieder.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Nachdem er 1871 Collin vertreten hatte wurde er 1881 als musikalischer Leiter des Vereins gewählt, an dessen Spitze er bis1890 stand. Aus dem Gesangverein, bildete sich unter seiner Leitung, ein wohlgeschulter und angesehener a Kapella- Chor heraus für den Joetze, wertvolle Kompositionen schuf, die heute noch gerne gesungen werden.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Er leitete lange Zeit die Liedertafel des kaufmännischen Vereins; später auch die Melodia und gründete den Langfuhrer Männergesangverein.[/FONT]
                          [FONT=&quot]In dieser Zeit schuf er einige reizvolle Männerquartette. Auch Freimauerkantaten entstanden und entstammen seiner Feder. (Dazu konnte ich leider bisher nichts finden).[/FONT]
                          [FONT=&quot]Seit Bestehen des königlichen Gymnasium (1876) wirkte er dort als Gesanglehrer, ebenso an der Scherlerschen Mädchenschule und hatte zehn Jahre lang die Stelle eines Musikdirektors an der Johanneskirche inne.[/FONT]
                          [FONT=&quot]1904 sein Alter zur Aufgabe seiner Tätigkeit. Die letzten Jahre seines Lebens brachte er abwechselt in Insterburg und Halle bei seinen Kindern zu.[/FONT]
                          [FONT=&quot] [/FONT]
                          [FONT=&quot] [/FONT]
                          [FONT=&quot] [/FONT]

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                          • Belcanto
                            Forum-Teilnehmer
                            • 24.09.2008
                            • 2507

                            #28
                            AW: Danziger Singakademie

                            [FONT=&quot]Fortsetzung ( hatte wenig Zeit und war im Krankenhaus)[/FONT]
                            [FONT=&quot]Auch Freimaurerkantaten und entstanden und entstammen der Feder von Franz Joetze. Seit bestehen des Königl. Gymnasium (1876) wirkte er dort als Gesanglehrer ebenso an der Scherlerschen Mädchenschule und hatte auch zehn Jahre lang die Stelle des Musikdirektors an der Johanniskirche inne.1904 zwang ihn seine Gesundheit zur Aufgabe seiner Tätigkeit.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Collin kehrte im August1871 wieder heim und führte sogleich einen Beschluss herbei: „ Die Übungen baldigst wieder aufzunehmen und den Magistrat, um die Bereitstellung der Aula im Gymnasium, zu ersuchen. Der Überschuss aus der Aufführung der Matthäuspassion, wurde als eiserne Reserve angelegt, um in Notzeiten gewappnet zu sein.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Die erste Veranstaltung bei der Collin wieder zum Taktstock griff, war ein Konzert im Schützenhaus am Totensonntag 1871. In ihm wirkte zum ersten Mal Ferdinand Reutener solistisch mit , der über eine wunderbare Tenorstimme verfügte. [/FONT]
                            [FONT=&quot]Ferdinand Reutener wurde am 29 Oktober 1846 in Danzig als Sohn des Bürstenfabrikanten C. Reutener geboren. 53 mal hatte er insgesamt die Tenorpartien in den Aufführungen des Gesangvereins übernommen. 1884 wurde er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Obwohl er große Erfolge im ganzen Osten gehabt haben soll, finde ich weder einen Eintrag im Internet, noch eine Erwähnung im Sängerlexikon. Lange Jahre hierdurch war in Danzig eine Aufführung ohne Reutener scheinbar nicht denkbar.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Zu den Übungen siedelte der Verein am 15. Januar 1782 aus der Ressource Concordia wieder in die vom Magistrat zur Verfügung gestellte Aula über.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Das Jahr 1872 brachte dem Verein eine höchst ehrenhafte Auszeichnung. Der Magistrat hatte vom Oberhofmarschallamt den Auftrag erhalten, den ersten Gesangsvereins Danzigs zur Mitwirkung bei der Jahrhundertfeier des Zugehörigkeit Westpreußens zum preußischen Staat aufzufordern. Die Feier sollte in der Marienburg statfinden.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Der Magistrat wandte sich an Collin der ein Ensemble , bestehend aus 17 Damen und 10 Herren und mit ihnen den Chor aus „Judas Makkabäus“ „Seht er kommt, mit Sieg gekrönt.“(Judas Makkabäus ist ein Oratorium in drei Akten von Georg Friedrich Händel.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Die Proben hierfür, fanden im Landhaus von Fräulein Emilie Hoene in Ohra statt. Die Choraufführung, gelang in Anwesenheit des Kaisers und des Kronprinzen vorzüglich und fand bei den Majestäten große Befriedigung.[/FONT]
                            [FONT=&quot]Das Oberhofmarschallamt sorgte für die Unterbringung in Marienburg. Alle Teilnehmer durften an der Hoftafel teilnehmen und auch an der Polonaise, die der Kaiser anführte. Nach Angaben von Frau Reutener, wurde sie und ihr Mann, sowie Frau Münsterberg und Frau Hauptmann Hertel dem Kaiser vorgestellt. Von Collin nicht wurde nichts berichtet?[/FONT]

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                            • Beate
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                              • 11.02.2008
                              • 4836

                              #29
                              AW: Danziger Singakademie

                              Hallo Belcanto,

                              ich hoffe, es geht Dir wieder gut- und danke schön, dass Du hier weiter schreibst, ich hatte die Geschichte der Singakademie schon vermisst! Ich lese hier doch so gern mit.

                              Schöne Grüße Beate
                              ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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                              • Belcanto
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                                • 24.09.2008
                                • 2507

                                #30
                                AW: Danziger Singakademie

                                Hallo Beate, musste mich das zweitemal am Herz operieren lassen, aber geht nun wieder. Auch mein neues Buchprojekt, nimmt viel Zeit in Anspruch und dann gibt es noch die Familie. Viele Grüße

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