Danziger Gulden

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  • Antennenschreck
    Forum-Teilnehmer
    • 05.09.2011
    • 1833

    #31
    Hallo,

    um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, wieviel man damals verdiente, muß man sich erst einmal auf eine bestimmte Geldeinheit festlegen (am besten die kleinste). Hier bietet sich der Pfennig an, der 720 zigste Teil einer preussischen Mark.
    Einen Scot bekam man wiederrum für 30 Pfennig.

    In Friedenszeiten verdienten ungefähr:

    Ein Schiffer = 540 Pfennige / Woche
    ein Steuermann = 450 Pfennige / Woche
    ein Schiffsmann mit Harnisch = 360 Pfennige / Woche
    ein Schiffsmann ohne Harnisch = 240 Pfennige / Woche

    Kost und Logis auf dem Schiff war frei, der Wein und das Bier über eine bestimmte Menge hinaus nicht.
    In Kriegszeiten gab es natürlich wesentlich mehr Geld, zum Glück war ja oft auch Krieg.

    da hast du schon recht, wie der Einzelhändler das Zeug an den Mann (oder die Frau) brachte, war seine Sache. War er zu teuer, so kaufte eben niemand bei ihm. Das sind die Import und Exportpreise der Hanse, welche in den Jahren aufgezeichnet wurden. Aber trotzdem kann man sich eine Vorstellung davon machen, wie die Preise zu den Löhnen waren. Mich erstaunt auf jeden Fall das reichhaltige Angebot an Dingen aus halb Europa, und darüber hinaus. und das schon Ende des 14. Jahrhunderts. Um sowas auszubilden, muß es die Handelsbeziehungen schon wesentlich länger gegeben haben, also bestimmt schon weit vor der Ordenszeit.

    die angegebenen Löhne scheinen in der Relation so zu stimmen. Ich habe hier einen Abschnitt, in dem ein Braker (städtischer Angestellter in Sachen Holzverkauf) im Jahr 30 Mark als Lohn bekam. Das klingt erst einmal nicht so schrecklich viel. Man wird das aber einmal mit den Preisen gegenrechnen müssen, wieviel man für 21600 Pfennig an Nahrung und Kleidung kaufen konnte. Die Unterkunft (Brakerbude) wurde dem Beamten von der Stadt gestellt.

    Tschü....
    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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    • Bartels
      Forum-Teilnehmer
      • 25.07.2012
      • 3448

      #32
      AW: Danziger Gulden

      Hallöle,

      volle Zustimmung zu #46. Welthandel ist uralt, Seidenstrasse etc.

      Vor 1300 Jahren handelte man hier am Rhein mit Bernstein, Korallen vom Roten Meer und der Händler aus Anatolien bot antike Gemmen an - Funde im Gräberfeld ...

      In der Zeit als man die Welt wiederentdeckte - wer entdeckte zuerst Columbus die Indianer oder die Indianer den Columbus - war eine Ladung Pfeffer Gold wert. Das Geschäft lohnte sich wenn nur eins von fünf Schiffen durchkam.

      Habe selbst einmal versucht mit Kaufkraft zu rechnen, das ist schwierig. Hering war früher Arme-leute-Essen in Hamburg, heute oft ein Luxusprodukt. - Fleisch früher selten auf dem Tisch, heute je nachdem biologisch preiswert oder superbillig.

      Am besten passte es, wenn ich vor 200 Jahren alles auf Eier-Basis verglich. Das Ei ist vom Huhn genormt und war vermutlich immer in grösserer Zahl vorhanden. Zum Teil trieb man hier auch die den Zehnten in Eiern und Suppenhühnern ein ...

      Vielen Dank, Beste Grüsse und Tschü......

      Rudolf H. Böttcher
      Beste Grüsse
      Rudolf H. Böttcher

      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
      Familie Zoll, Bohnsack;
      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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      • Antennenschreck
        Forum-Teilnehmer
        • 05.09.2011
        • 1833

        #33
        AW: Danziger Gulden

        Hallo,

        ich habe in mehreren alten Büchern gelesen, dass damals der Getreide- / Brotpreis als Vergleich zwischen den unterschiedlichen Gebieten üblich war.

        Tschü.....
        Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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        • StampCollector
          Forum-Teilnehmer
          • 19.01.2014
          • 924

          #34
          AW: Danziger Gulden

          Hallo,

          Gebühren für Dienstleistungen, wie z.B. Fahrtkosten, Postgebühren sind manchmal auch recht aussagekräftig:
          Im Wikipedia-Artikel über die Inflation in Deutschland findet man auch eine Tabelle, welche neben dem Dollarkurs auch die Briefportogebühren zwischen dem Januar 1918 bis zum November 1923 berücksichtigt:



          Würde man die Zahlen graphisch darstellen, so würde sich eine in etwa exponentielle Kurve ergeben...

          Die Postgebühren für Danzig (1920-1939) kann ich gerne einmal herausschreiben.

          SC

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          • Bartels
            Forum-Teilnehmer
            • 25.07.2012
            • 3448

            #35
            AW: Danziger Gulden

            Hallo,

            beim Brotpreis gab es auch dramatische Steigerungen -

            "sollen die Armen doch Kuchen essen...",

            sagte Antoinette, die Geköpfte ...
            Beste Grüsse
            Rudolf H. Böttcher

            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
            Familie Zoll, Bohnsack;
            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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            • StampCollector
              Forum-Teilnehmer
              • 19.01.2014
              • 924

              #36
              AW: Danziger Gulden

              Ja, die einfachen Menschen waren die Opfer dieser Zustände:
              Da schlug dann auch die Stunde der Verführer:
              Am 8. und 9. November 1923 versuchte ein gewisser Adolf Hitler sich in München an die Macht zu putschen...
              Knapp zehn Jahre danach kam er dann wirklich an die Macht...
              Für ihn wahren das "10 verlorene Jahre", was man dann auch später an seinem Handeln erkennen kann...

              SC

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              • Antennenschreck
                Forum-Teilnehmer
                • 05.09.2011
                • 1833

                #37
                AW: Danziger Gulden

                Hallo SC,

                ich hatte mir versucht Gedanken zu machen und zu recherchieren über Danzigs Vergangenheit, betreffs Geld und Handel. Mir ist absolut unverständlich, wieso du 2 Beiträge später im 3. Reich landest. Dafür gibt es doch im Forum schon geeignetere Stellen. Aber du hast schon Recht, die Vergangenheit Danzigs vor 1920 ist wohl nicht so wichtig um sich damit zu beschäftigen.

                Tschü.......
                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                • StampCollector
                  Forum-Teilnehmer
                  • 19.01.2014
                  • 924

                  #38
                  AW: Danziger Gulden

                  Hallo Antennenschreck,

                  ich habe nie behauptet, daß Deine interessanten Ausführungen zur Danziger Währungs- und Geldgeschichte uninteressant wären.
                  Beim "Danziger Gulden" denkt man aber allgemein doch eher an die Währung der Zwischenkriegszeit, obwohl es natürlich auch die Geschichte des Guldens im 18. Jahrhundert betrifft.

                  Mein persönliches Interesse liegt bei der Währungsgeschichte mehr im 20. Jahrhundert.
                  Daher auch mein Hinweis auf die "Deutsche Inflation" und ihre Begleiterscheinungen...

                  Mein eigener Urgroßvater war als einfacher Handwerker und Sparer übrigens auch ein Opfer dieses Geschehens.

                  Bisher ist auch nicht geklärt worden, inwiefern die Inflation in Danzig, die ja zum Gulden geführt hat, mit der "Deutschen Inflation" und der "Polnischen Marki / Marek Inflation" gekoppelt war...

                  Grüsse C

                  Kommentar

                  • Birke Rühle
                    Forum-Teilnehmer
                    • 07.09.2013
                    • 48

                    #39
                    Der Danziger Gulden

                    Soweit ich weiß, hatte die Stadt Danzig immer ihre eigene Währung.
                    Den Danziger Gulden behielt Danzig auch im Kaiserreich. Er wurde von den Nazis abgeschafft, als Danzig zu Beginn des 2. Weltkrieges ins Reich integriert wurde. Dann gab es die Reichsmark.
                    Der Danziger Gulden galt in der Freien Stadt Danzig, dessen Verfassung am 14.6.1922 in Kraft trat. Er galt als einen starke Währung, die an die britische Währung gekoppelt war. 25 Gulden entsprachen einem britischen Pfund. Der Danziger Gulden war 1924 wieder eingeführt worden.

                    Wegen der schwierigen Verhältnisse der Außenhandelsbeziehungen nach 1920 und unter der Misswirtschaft der Nazis Albert Forster aus Fürth und Greiser verschuldete sich der Freistaat immer mehr. Das Reich unterstützte den Freistaat eine Zeitlang (65 Mil.). Der Gauleiter wirtschaftete so schlecht, dass Staatspräsident Rauschning noch mehrfach Hitler um finanzielle Unterstützung bat.
                    Kurz nach den von der NSDAP am 7. 4. 1935 widerrechtlich vorgezogenen Wahlen wurde dann der Gulden abgewertet, um die Schuldenlast zu minimieren. Der Gulden wurde um mehr als 40 %. Man erhielt abgewertet. Meine Mutter schrieb, für 100 Pfennige erhielt man nur noch knapp die Hälfte. Brot und Fleisch (60 - 100%) verteuerten sich wesentlich. Mein Vater erhielt als Oberstudienrat und Beamter statt 12 500 Gulden weniger als die Hälfte als Gehalt.
                    Übrigens gab er nach der Flucht bei der Entnazifizierung immer noch sein bisheriges Gehalt in Gulden an.
                    Um mehr Devisen zu erhalten und die finanzielle Lage zu verbessern, verordnete Hitler mit Schacht eine Zwangsdevisenbewirtschaftung, die aber in der Öffentlichkeit nicht bekannt werden durfte (im Gegensatz zu den Problemen in Griechenland heute).
                    Außerdem wurden alle Pensionen der Danziger Staatsbeamten nur noch im Reich ausgezahlt, so dass die Pensionäre auswandern mussten, weitere 150 Lehrer- und Beamtenstellen wurden gestrichen u. s. w. Danzig war bankrott, die Bevölkerung litt sehr. Viele Arbeiter wurden ins Reich geschickt. Man versuchte die Schuld den Juden und dem Schandfrieden zuzuschreiben. Hitler und Schacht lehnten weitere Zahlungen wegen der Aufrüstungskosten für den Krieg ab.
                    Mein Vater Dr. Siegfried Rühle beschäftigte sich als Numismatiker immer wieder mit den Danziger Wehrungen. S.R., Die historische Medaillen der Stadt Danzig in Zeitschrift für des Westpreußischen Geschichtsvereins, 1929 und anderes zur Danziger Münzgeschichte in div. numismatischen Fachzeitschriften und im Elbinger Jahrbuch 1924 - 32.
                    Kennt jemand diese Artikel oder kann sie zugänglich machen?
                    Birke Rühle

                    Kommentar

                    • StampCollector
                      Forum-Teilnehmer
                      • 19.01.2014
                      • 924

                      #40
                      AW: Der Danziger Gulden

                      Hallo,

                      im Königreich Preussen galt die Talerwährung (1 Taler = 30 Silbergroschen).
                      Im Deutschen Kaiserreich galt dann nach 1875 die Markwährung (1 Taler = 3 Mark; entsprechend: 10 Pfennig = 1 Groschen).
                      1915 wurde dann die Golddeckung der Währung aufgehoben:
                      Aus Reichsmarkbanknoten wurden Kassenscheine...

                      SC

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                      • sarpei
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.12.2013
                        • 6090

                        #41
                        AW: Der Danziger Gulden

                        Hallo Birke,

                        gerne mache ich die Artikel hier zugänglich.

                        Ich fange mit der 'Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins' von 1929 an. Der Artikel lautet:

                        Siegfried Rühle, Die historischen Medaillen der Stadt Danzig, Ein Beitrag zur Geschichte der Danziger Medaillenkunst und ihrer Künstler mit 10 Bildtafeln.

                        Zu finden auf Seite 243 unter



                        Im Kasten 'Edition' links oben auf 'Download' klicken und einen Speicherort auswählen. Es wird ein zip-Archiv heruntergeladen, das dann noch manuell entpackt werden muss. Das Ergebnis sind eine menge djvu-Dateien.

                        Die anderen Artikel müsste ich auch haben. Ich suche nur noch die Links zusammen und stelle sie peu à peu hier ein.


                        Viele Grüße

                        Peter

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                        • sarpei
                          Forum-Teilnehmer
                          • 17.12.2013
                          • 6090

                          #42
                          AW: Danziger Gulden

                          ... und weiter geht es mit dem 'Elbinger Jahrbuch 1931 - Heft 9' und dem Artikel

                          Dr. Siegfried Rühle, Die schwedischen Prägungen der Stadt Elbing zur Zeit der Königs Gustav Adolfs II. und der Königin Christine.

                          Zu finden unter



                          Der 'Öffnungsmechanismus' ist in meinem letzten Beitrag beschrieben.


                          Viele Grüße

                          Peter

                          Kommentar

                          • sarpei
                            Forum-Teilnehmer
                            • 17.12.2013
                            • 6090

                            #43
                            AW: Danziger Gulden

                            ... und dann gibt es da noch aus der 'Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins':

                            Dr. Siegfried Rühle, Die Gold- und Silberdrahtindustrie in Danzig, zu finden unter



                            ab Seite 87, sowie

                            Dr. Siegfried Rühle, Die Danziger Personenmedaillen, unter



                            ab seite 137 (die Seite 177 mit der Tafel I zeigt u.a. als Nr. 9 ein Bildnis von Justina Carolina Groddeck - ist das was für meinen Namensvetter?).


                            Viel Spaß beim Lesen!

                            Peter

                            Kommentar

                            • Peter von Groddeck
                              Forum-Teilnehmer
                              • 11.02.2008
                              • 1517

                              #44
                              AW: Danziger Gulden

                              Hallo Peter,
                              das ist natürlich etwas für mich. Allerdings habe ich das Bild in diesem Buch nicht gefunden.
                              Aber ich bin in der glücklichen Lage, dieses Bild schon zu haben.
                              In jedem Falle herzlichen Dank.
                              Greuß Peter
                              Tue recht und scheue niemand.

                              Kommentar

                              • sarpei
                                Forum-Teilnehmer
                                • 17.12.2013
                                • 6090

                                #45
                                AW: Danziger Gulden

                                Hallo Peter,

                                ACHTUNG! in dem Band sind zwei (!) Hefte enthalten! Wenn man 'zu weit' blättert landet man im zweiten Heft mit eigenständiger Nummerierung ...

                                Die djvu-Datei mit der Nummer 221 zeigt links unten die Medaille.


                                Viele Grüße

                                Peter

                                Kommentar

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