Danziger Gulden

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8547

    #1

    Danziger Gulden

    Zur Währung der Freien Stadt Danzig existieren in diesem Forum bereits diese Threads:
    "Danziger Währung", "Danziger Münzen", "Danziger Dittchen !" und "1000 Danziger Gulden". Alle diese Threads geben aber keinen umfassenden Einblick in die Geschichte und in das Schicksal des Danziger Guldens, wie jene Währung hieß. Deshalb will ich dazu mit der Wikipedia-Seite "Danziger Gulden" den Anfang machen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Danziger_Gulden .

    Auf dieses Thema bin ich durch den Thread "polnisches Weihnachtslied" gekommen, der ab #26 schließlich zur Bank von Danzig führte, die von 1924 bis 1939 Notenbank der Freien Stadt Danzig war.

    Gibt man bei Google "bank von danzig" ein, kommt man zum sehr interessanten Link "Bilder zu bank von danzig" mit vielen Abbildungen von Geldscheinen und Münzen aus der damaligen Gulden-Zeit. Als nur ein Beispiel davon nenne ich die dort gezeigten Exemplare der goldenen 25-Gulden-Münze von 1930, die im Münzhandel z.Z. zu Preisen von 2350,00 bis 2575,00 Euro angeboten werden (siehe hier: http://www.google.de/imgres?imgurl=h...=0CCcQrQMwCzhk ).
  • Antennenschreck
    Forum-Teilnehmer
    • 05.09.2011
    • 1833

    #2
    Hallo,

    Danzig hatte bis Mitte 15 Jahrhundert kein eigenes Münzrecht:

    Am 1. Mai 1457 kam König Kasimir selbst nach Danzig, wo ihm Rat , Schöffen, „Ampte“ und Gemeinde der Stadt sowie die Freien der Gebiete Danzig, Lauenburg und Putzig am 9. huldigten. Bei dem allgemeinen Geldmangel waren König und Land auf Danzigs fast unerschöpfliche Mittel angewiesen, und hier war man zwar zu allen erforderlichen Opfern bereit, wusste sich aber dafür wichtige neue Vorrechte zu erwirken, darunter das Münzrecht und das Gericht für preußische Handels- und Strandangelegenheiten, die der König der Stadt am 15. Mai verlieh, zugleich mit der Zusicherung, dass sie durch keine neuen Steuern und Zölle beschwert werden solle.

    Vor diesem Zeitpunkt hatte der Orden das Sagen, und da gab es auch in Danzig das typische Währungsgemisch wie in jeder großen Hansestadt, nur noch keinen Danziger Gulden.

    Übrigens bestimmte damals weniger die Prägung den Wert einer Münze, sondern deren Gewicht in Gold oder Silber. Ein Umtausch in eine andere Währung, falls überhaupt nötig, erfolgte in aller Regel über das Gewicht des Geldstückes und nur indirekt über den aufgeprägten Wert. Hatte man allerdings keine Waage zur Hand, oder konnte nicht alle Münzen nachwiegen, so musste man sich eben darauf verlassen, dass der aufgeprägte Wert auch dem tatsächlichen Wert entspricht, was nicht unbedingt immer so war (Münzverschlechterung).

    Tschü.....
    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8547

      #3
      AW: Danziger Gulden

      Hier noch viel mehr Abbildungen von Geldstücken und Geldscheinen aus der Danziger Gulden-Zeit:

      https://www.google.de/search?q=danzi...0CCcQsAQ&dpr=1 .

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      • Bartels
        Forum-Teilnehmer
        • 25.07.2012
        • 3448

        #4
        AW: Danziger Gulden

        Bank von Danzig,
        1924 bis 1939 Notenbank der Freien Stadt Danzig:

        wikipedia: Bank von Danzig

        Diesem Artikel habe ich soeben (Dank an Ulrich31) ein Vergleichsbild zugefügt - auch bei der poln. wikipedia. Man kann jetzt den Bau damals (1906/1945) und heute vergleichen.

        Schön, dass das Schiff am Giebel erhalten blieb. - Ob die Nazis 1939 den Engel darunter durch ihren Hakenkreuz-Pleitegeier verdeckt haben?
        Beste Grüsse
        Rudolf H. Böttcher

        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
        Familie Zoll, Bohnsack;
        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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        • Ulrich 31
          Forum-Teilnehmer
          • 04.11.2011
          • 8547

          #5
          AW: Danziger Gulden

          Hallo Rudolf,

          Dir vielen Dank für die schnelle Ergänzung der Wikipedia-Seite "Bank von Danzig" und für die Korrektur der Wikipedia-Seite "Danziger Gulden".

          Ich freue mich, dass Du wie ich erkannt hast, dass auch das ehemalige Gebäude der Bank von Danzig am Giebel schon das Schiff (wohl eine Kogge) trug, das jetzt den Giebel der NBP an gleicher Stelle ziert.

          Beste Grüße
          Ulrich

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          • Bartels
            Forum-Teilnehmer
            • 25.07.2012
            • 3448

            #6
            AW: Danziger Gulden

            Hallo Ulrich,

            bitte sehr - aber das ist niemals eine Kogge!

            Beste Grüsse
            Rudolf H. Böttcher
            (Enkel zweier Danziger Schiffbauingenieure,
            der unter dem Danziger Koggensiegel (1,20 Meter x 1,50 Meter) gross geworden ist)
            Beste Grüsse
            Rudolf H. Böttcher

            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
            Familie Zoll, Bohnsack;
            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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            • vklatt
              Forum-Teilnehmer
              • 28.03.2009
              • 1521

              #7
              AW: Danziger Gulden

              Vielleicht eine Fregatte?Ha,ha,ha

              Viele Grüße Vera
              Was ist ein wahres Geheimnis?
              Etwas, das für jeden offen da liegt-
              und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

              Lao-tse

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              • Bartels
                Forum-Teilnehmer
                • 25.07.2012
                • 3448

                #8
                AW: Danziger Gulden

                Eher eine Fleute, -
                was sollen Pfeffersäcke mit einer Fregatte anfangen?

                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher
                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher

                Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                Familie Zoll, Bohnsack;
                Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                • Ulrich 31
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.11.2011
                  • 8547

                  #9
                  AW: Danziger Gulden

                  Hallo Rudolf,

                  Koggen gibt es nicht nur mit einem Mast (übliche Vorstellung), sondern auch mit drei Masten (bei Google zu finden). Deshalb meine Vermutung zu jener Schiffsplastik auf dem Bankgebäude, gestützt durch die Verbindung dieses besonderen Schiffstyps mit der Hanse, also auch mit der Hansestadt Danzig. Wenn Du trotzdem auf einem anderen Schiffstyp auf dem Bankgiebel bestehst, würde mich Deine nähere Erklärung freuen. Die betr. Schiffsplastik kann man sich übrigens via Google Maps ("Okopowa 1, Danzig, Polen") durch gezieltes Steuern so stark vergrößern, dass die Gestalt der Plastik genau zu erkennen ist.

                  Beste Grüße
                  Ulrich

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                  • Bartels
                    Forum-Teilnehmer
                    • 25.07.2012
                    • 3448

                    #10
                    Hallo Ulrich,

                    eine Fleute oder ein Nachfolge-Typ dieser.

                    Niemals eine Kogge und auch nicht "Dat grote Kraweel"!

                    Erklärung: Rumpf, Segel & Rigg.

                    Hier noch ein Foto vom Portal der späteren "Bank von Danzig"!

                    Kaiser Wilhelm II. besucht die Reichsbank (als schwarzer Husar):
                    Die Direktion dienert.

                    Beste Grüsse
                    Rudolf H. Böttcher
                    Beste Grüsse
                    Rudolf H. Böttcher

                    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                    Familie Zoll, Bohnsack;
                    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8547

                      #11
                      AW: Danziger Gulden

                      Hallo Rudolf,

                      Zu #12: Tolles Foto! Danke für diesen Fund!

                      Zu #7 und #11: Als Enkel zweier Danziger Schiffbauingenieure hast Du sicher richtig erkannt, welchem Schiffstyp die Segelschiffsplastik auf dem Danziger Bankgebäude (früher: Reichsbank und Bank von Danzig, heute: Narodowy Bank Polski NBK) am ehesten gleicht.
                      Die Bezeichnungen "Fleute" und "Dat grote Kraweel" waren mir bisher nicht bekannt. Und damit andere im Forum, denen es wie mir geht, zukünftig auch mehr dazu wissen, hier diese Informationen dazu:
                      - Fleute (im Duden Band 1 [Rechtschreibung] nicht aufgeführt, dafür in Band 5 [Fremdwörterbuch] über "Flüte") siehe betr. Wikipedia-Seite > http://de.wikipedia.org/wiki/Fleute .
                      - "Dat grote Kraweel", = Peter von Danzig (1462), siehe betr. Wikipedia-Seite mit interessanter Geschichte > http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_von_Danzig_(1462) und Wkipedia-Seite "Kraweel" > http://de.wikipedia.org/wiki/Kraweel .

                      Beste Grüße
                      Ulrich

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                      • StampCollector
                        Forum-Teilnehmer
                        • 19.01.2014
                        • 924

                        #12
                        Hallo,

                        interessant wäre es auch etwas über die Vorläufer-Währung zu erfahren:
                        Die Papiermark 1920 bis 1923.
                        Zumindest anfänglich war die Mark in der Freien Stadt Danzig ja wohl noch an die Deutsche Mark gekoppelt.
                        Die Erste Polnische Republik hatte ja auch bis 1923 die Mark-Währung.
                        Zunächst gab es dort auch noch die Kronen-Währung im ehemaligen KuK-Gebiet.
                        Auch die Polnische Mark war eine Inflationswährung. Zeitweilig war die Polnische Mark auch schlechter, als die Deutsche Mark.
                        Diese Tatsache wurde beispielsweise bei der Volksabstimmung in Oberschlesien von der deutschen Seite auch propagandistisch ausgeschlachtet.
                        Meine Frage:
                        War die Papiermark in der Freien Stadt Danzig bis Ende 1923 noch an die Deutsche Mark gekoppelt, oder hat es da irgendwann eine Loslösung gegeben?

                        Hier dann auch der Wikipedia-Artikel zur (Hypo-) Inflation in Deutschland:



                        Anhand der Entwicklung des Briefportos und der entsprechenden Gültigkeitszeiträume kann man erkennen, was für einen "Strudel in den Abgrund" diese Geldentwertung ausmachte.
                        In immer kürzeren Zeitabständen verlor das Geld immer mehr an Wert.
                        Ehrliche Arbeiter standen vor den Trümmern ihrer Arbeit...

                        Das war die Stunde der Radikalen, die dem einfachen Volk vormachen konnten, wer an ihrem persönlichem Unglück Schuld wäre...

                        Es war die Geburtsstunde der Ereignisse, die unser Volk endgültig in den Abgrund gezogen hat...

                        SC

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                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8547

                          #13
                          AW: Danziger Gulden

                          Hallo SC,

                          abgesehen davon, dass Deine beiden Beiträge #14 und#15 besser in den Thread "Danziger Währung" (siehe dazu #1) gepasst hätten (in den laufenden Thread "Danziger Gulden" bitte nur dazu direkt passende Beiträge posten), antworte ich Dir auf #14 wie folgt:

                          Zu Deiner dort gestellten Frage kann ich nur auf die ersten Sätze in der Wikipedia-Seite "Danziger Gulden" (siehe dazu auch #1) hinweisen. Hier habe ich dazu noch beispielhaft diese Links mit entsprechendem Bildmaterial:
                          - http://www.realbanknotes.com/nationinfo/63-danzig
                          - http://www.realbanknotes.com/country/63-danzig
                          - http://www.realbanknotes.com/upload/...000_Mark_f.jpg .

                          Beste Grüße
                          Ulrich

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                          • StampCollector
                            Forum-Teilnehmer
                            • 19.01.2014
                            • 924

                            #14
                            AW: Danziger Gulden

                            Hallo Ulrich,

                            bei der Papiermark bin ich mir offengestanden nach wie vor unsicher, wie das damals gelaufen ist.
                            Jedenfalls waren der Danziger Gulden und die Deutsche Rentenmark die Antworten der jeweiligen Regierungen auf diese katastrophalen Verhältnisse.

                            Unklar bleiben die Gegebenheiten bezüglich der Danziger Papiermark, welche dann ja durch den Danziger Gulden (erfolgreich) ersetzt wurde.

                            SC

                            Kommentar

                            • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                              Forum-Teilnehmer
                              • 13.02.2008
                              • 3493

                              #15
                              AW: Danziger Gulden

                              Man kann ja so viel ueber die Danziger Waehrung hervor Gugeln, alles was ich selbst weiss und miterlebt habe ist, ich hoffe, noch in meiner Erinnerung und die arbeitet noch ganz aktive. Als Kind, und das war ich ja, in der Zeit in der der Gulden regierte und von dem ich noch ein par Muenzen habe, war ich ja nur in die 5-und 10 Pfennig Stuecke interessiert und was man damit 'Schoenes' erlangen konnte. Fuer ein 'Dittchen' konnte man herrliche Kuchenkruemel,beim Baecker, auf dem Schulweg, kaufen und man brauchte auch nur ein 'Dittchen' fuer die Buden und Fahrten auf dem Dominik. Jeden Monat bekamen wir Kinder unser Taschengeld, ein 5 Gulden Stueck und das wurde dann von uns selbst verwaltet. Wir waren 4 Maedels und jeder hatte seine besonderen, charakeristischen Zuege, Galina schmueckte sich gern mit lauter Ringen und Ketten und ich vernaschte viel vom Taschengeld, kaufte Stammbilder und Kunstkarten und von der ganzen Waehrung war mir das DITTCHEN doch furchtbar wichtig. Liebe Gruesse von Eurer Feli.

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