Die Juden in Danzig

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  • Antennenschreck
    Forum-Teilnehmer
    • 05.09.2011
    • 1833

    #196
    AW: Die Juden in Danzig

    Hallo Martschinke,

    irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass genau das Thema hier im Forum schon gelaufen ist und keinerlei konstruktive Erkenntnisse mehr zu erwarten sind, ausser eben die bekannte Feststellung unterschiedlicher Meinungen dazu von verschiedenen Teilnehmern.

    Tschü.......
    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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    • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
      Forum-Teilnehmer
      • 13.02.2008
      • 3493

      #197
      AW: Die Juden in Danzig

      Wenn man Simon Schama's Buch liest :"Die Geschichte der Juden", kann man erst verstehen was es bedeutet ein Jude zu sein. Man liest eine beinahe unglaubliche Geschichte, von Verfolgung aber auch Anerkennung. Durch diese dauernden Verfolgungen haben sich Juden in vielen Voelkern und Kulturen niedergelassen, trotzdem sie sich oft an die Nationen anpassten blieben sie doch immer in ihren eigenen kulturellen und religioesen Bereichen und haben vieles von ihrem Standard auch den anderen Laendern hinterlassen, von den Egyptern zu den Griechen, Arabern und Christen. Dadurch wird die Geschichte der Juden auch unsereGeschichte. Liebe Gruesse von der Feli

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      • Poguttke
        • 20.05.2008
        • 523

        #198
        AW: Die Juden in Danzig

        Zu #175 Die Erkenntnis von Martschinke ist durchaus konstruktiv, aber solange sich die Verantwortlichen verweigern, wird das wohl ein Thema bleiben müssen, Gero

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        • Antennenschreck
          Forum-Teilnehmer
          • 05.09.2011
          • 1833

          #199
          AW: Die Juden in Danzig

          Na, denn schaun wir mal, wer die Steilvorlage von Martschinke annimmt und die nächste Runde der never ending Story einläutet.

          Tschü.......
          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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          • danli, + 23.01.2015
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 71

            #200
            AW: Die Juden in Danzig

            guten aben

            zu dem was Martschinke schrieb !!
            Es tut mir weh ,wenn ich so etwas lesen muss!!Es war nicht nur Forster und Genossen !
            Es reicht mir wenn ich in das Telefonbuch von 1937/38 hineinsehe: NSDAP- NSDA!!
            Wen da mit Forster richtig waere muesste sich die Einwohnerzahl Bzw.der Wahlberechtign der Stadt Danzig,nachdem was die Wahlergebnisse zeigen, verdoppelt haben.Mein Vater war Danziger ,und wir wussten genau ,was gespielt wurde. Die Tatsachen sprechen fuer sich!!Die Geschehnisse der Kristallnacht auch.
            Ich glaube nicht , dass die jenigen ,die hier Entschuldigungen suchen .jemals Tag fuer Tag und Monat fuer Monat
            Angst hatten was der naechste Tag bringt.Ich weiss wie es war!!!und ich habe es erlebt.!!!

            Danli

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            • Bartels
              Forum-Teilnehmer
              • 25.07.2012
              • 3448

              #201
              AW: Die Juden in Danzig

              Guten Abend,

              Danli hat recht,

              die Danziger Bevölkerung stand dem Weltgeschehen gegenüber und hatte aus diesem Grund die braune Brut MIT MEHRHEIT GEWÄHLT. - Leider hatte der Völkerbund eine NSDAP zu den Wahlen zugelassen - es war keine NSDzAP!
              Beste Grüsse
              Rudolf H. Böttcher

              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
              Familie Zoll, Bohnsack;
              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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              • Poguttke
                • 20.05.2008
                • 523

                #202
                AW: Die Juden in Danzig

                Also wenn man aus der Geschichte lernen will, dann darf man sich damit nicht einseitig befassen, denn es spielen immer mehrere Faktoren mit. Beim Lesen der beiden letzten Mails komme ich zu folgendem Schluß: Der Zusammenschluß mit der DDR war ein Fehler. Die Bevölkerung der DDR hatte in Wahlen mit 95% der Regierung das Vertrauen ausgesprochen, somit hätte man die "Terroristen" und ihre Demonstrationen niederschlagen müssen. Die Krim hat gewählt und ist jetzt russisch. Die Ost-Ukraine muß auch russisch werden. Wir haben nach dem Krieg gesagt "Nie wieder Krieg"! Obwohl die Mehrheit hier im Lande dagegen ist, befindet sich das deutsche Militär im Krieg. Wie wehren wir uns nun dagegen?????????????

                Noch was geht mir durch den Kopf....wenn doch die meisten Danziger Nazis sind, was macht ihr dann in diesem Danziger Forum? Seid ihr dabei um das Schlimmste zu verhindern?

                Also ich denke Pauschalisierungen bringen uns nicht weiter, ich bin mehr für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Fakten. Dafür könnte Danli mal in ihr Einwohnerbuch schauen und alle polnischen Stellen heraussuchen die es in Danzig gab. In einem Danziger Schulbuch von 1926? wird der Anteil der polnischen Ausländer mit 20% angegeben. (Deutschland hat also noch reichlich Platz für Flüchtlinge.) Ja und Bartels hat schon richtig erwähnt, daß Danzig ein teilsouveräner Staat ist, da der Völkerbund immer das letzte Wort hatte. Denn Staat und Verfassung stehen unter der Schutzgarantie und Schutzverpflichtung des Völkerbundes. Die Nazis haben die Danziger Verfassung geändert, ohne das der Völkerbund einschritt. Es waren die jüdischen Danziger die 1938 nochmals versuchten mit einer Petition den Völkerbund dazu aufzufordern, die Verfassung wieder herzustellen. Sie wurden aber von dem Hohen Kommissar nicht vorgelassen, er hat die Annahme schlichtweg verweigert. Dieser schäbige Hund ist dafür niemals zur Rechenschaft gezogen worden.
                Im übrigen möchte ich bei diesem Thema Sachlichkeit anmahnen aus Respekt vor den Danzigern, die eben keine Nazis waren. Denn eine pauschalisierte Verurteilung ist eine Methode totaler Systeme und schafft nur neue Opfer.

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                • Martschinke
                  Forum-Teilnehmer
                  • 07.03.2008
                  • 404

                  #203
                  AW: Die Juden in Danzig

                  Meine Mutter hatte die Religion der internationalen Bibelforscher von meiner
                  Großmutter übernommen.Der Ursprung dieser Religion ist ein Abzweig von den
                  Adventisten mit dem Begründer Namens Russel in Amerika gewesen. Der Begründer
                  ist vermutlich ein Freimaurer gewesen und Mitherausgeber der Zeitschrift
                  " Das goldene Zeitalter" gewesen." Als kleiner Junge habe ich das Bild
                  auf dem Titelblatt bewundert. Ich habe es authentisch mit dem Zeichenbild
                  des Freimaurertums verglichen. Die Bibelforscher- haben ihren Namen
                  gewechselt und nannten sich noch vor dem zweiten Weltkrieg " Jehovas Zeugen"
                  Wenn ihre biblischen Prophetische Voraussagen vom Weltuntergang auch nicht in
                  Erfüllung gegangen sind, so waren JZ. aber eine Protestreligion gegen Hitler und
                  gegen die Judenverfolgung.
                  Meine Mutter und Großmutter wurden 1937 in Danzig verhaftet und kamen ins
                  Gefängnis nach Schießstange, weil sie sich geweigert hatten die Hakenkreuzfahne
                  anzuerkennen. Mein Vater löste sie gegen einen Geldbetrag aus, und sie mussten
                  ein Revers unterzeichnen, dass sie nicht mehr sagen durften Jesus sei ein Jude gewesen.

                  kurt M

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                  • Martschinke
                    Forum-Teilnehmer
                    • 07.03.2008
                    • 404

                    #204
                    AW: Die Juden in Danzig

                    Hallo Wolfgang

                    Schon als Kind nach meinem 10. Lebensjahr hatte ich schon einen kleinen Einblick aus Nachbarskreisen
                    und Kenntnisnahme von anderen Leuten der ländlichen Bevölkerung mitkommen, dass die Danziger Seele
                    gar nicht so aggressiv gegen ihre Danziger jüdischen Mitbürger eingestellt waren. Wie konnte es aber dazu
                    kommen, dass so viele Danziger der nationalsozialistischen Partei ihre Stimme gaben. Es hatte einen andern
                    Grund aber nicht so sehr gegen die jüdische Geschäftstätigkeit. Oft hörte ich ein Bedauern darüber, man
                    sagte: Die Juden haben Handel und Wandel in unser Land gebracht. Nein, der wirkliche Grund ihrer
                    Stimmabgabe war, die Bauern waren alle Pleite. Sie konnten durch den Korridor ihre Produkte nur unter
                    den Preis absetzen, das bedeutet, sie waren nicht mehr konkurrenzfähig. Die polnische Konkurrenz konnte
                    ihre landwirtschaftlichen Produkte unter den Preis verkaufen, weil sie in Danzig für ihre Erzeugnisse den
                    Gulden bekamen und den tauschten sie gegen ihre Zloty-Währung bei der Danziger Bank ein. Der Gulden
                    hatte den doppelten Wert oder noch mehr, dem Zloty gegen über. Für die Polen war es ein hoher Gewinn
                    und die Danziger Bauern konnten da wirtschaftlich nicht mehr mithalten.
                    Nicht die Bauern waren gegen die Juden, sondern die Nazis. Die Nazis sind aber nur von den Bauern gewählt
                    um den Korridor zu los zu werden.

                    So ist das alles gekommen!

                    kurt M

                    Kommentar

                    • Ulrich
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.01.2009
                      • 280

                      #205
                      AW: Die Juden in Danzig

                      Hallo Danli,

                      meine Gedanken sind, insbesondere wegen der neuesten Angriffe auf Israel, bei dir und den deinen.

                      Ulrich

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                      • danli, + 23.01.2015
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 71

                        #206
                        AW: Die Juden in Danzig

                        danke Ulrich.

                        bei uns,im Norden ist es zur Zeit noch ruhig,aber das kann sich schnell aendern .

                        Wir wisen genau wie es ist wenn 50 meter von dir die Rakete einschlaegt.Deshalb wissen wir auch
                        wie sich die Leute im Sueden fuehlen. Auch haben wir dort Verwandte mit kleinen Kindern

                        Danke nochmals

                        Dan

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                        • Martschinke
                          Forum-Teilnehmer
                          • 07.03.2008
                          • 404

                          #207
                          AW: Die Juden in Danzig

                          wir reden sehr viel darüber, dass die Danziger in einer freien Stadt lebten und mehr
                          als 50 % für die Nazi Partei gestimmt haben, was den Juden in dieser nicht militärischen
                          Stadt zum Verhängnis wurde.
                          Nach meiner Ansicht sollte man die Wähler differenzieren. Wir Danziger wissen doch mit der
                          wirtschaftlichen Lage stand es nicht zum allerbesten vor dem Kriegsanfang 1939.
                          Nach 1919 musste sich dieser selbständige Freistaat um die Ausfuhr und Ausbau einer
                          eigenen Bedarfsgüterindustrie umstellen und wurde wirtschaftlich durch den aus
                          Konkurrenzgründen errichteten poln. Hafen Gdingen hart bedrängt. Für viele Bürger
                          in Danzig führte diese Maßnahme zu unermesslichen Einschnitten ihrer privaten
                          Lebensversorgung Viele Danziger sahen so recht keinen Ausweg mehr, wie es nun weiter
                          gehen sollte. Ihre Ratlosigkeit steigerte sich zum Höhepunkt ihrer Verdrossenheit.
                          Deshalb sahen viele Danziger Bürger nur einen Ausweg die Nazi-Partei zu wählen
                          und haben in ihrer Not gar nicht darüber nachgedacht, was sie sich damit eingehandelt
                          hatten. Ein Grund dafür war ihr politisches Analphabetentum. Sie erblickten eine Hoffnung,
                          die zu ihrem Untergang führte. Sozialdemokraten traten aus ihrer Partei und liefen zu den
                          Braunen. Pleite gegangene Bauern, die ihre Produkte kaum noch verkaufen konnten, weil
                          die poln. Konkurrenz durch den Geldumtausch bei der Danziger Bank vom Gulden zum
                          Zloty gut wirtschaften konnten, trieben sie die Danziger Bauern in die Insolvenz.
                          Mit Judenfeindlichkeit dieser Personenkreise hat es wenig zu tun. Man soll doch uns
                          Danziger nicht so hinstellen als sei dieser böse, menschenverachtende Spruch
                          "Komm lieber Mai und mache uns Judenfrei" eine Verallgemeinerung der Danziger
                          Bevölkerung im großen Stil gewesen ist, sondern eine eingeschleuste Propaganda
                          für Hitlers Entfachung zum Kriegsbeginn. Weil Hitler hier mit seiner Stimmenfangerei
                          die Mehrheit in Danzig erreichte konnte er seine diktatorische, Gewaltherrschaft mit
                          brutaler Bestialität vollenden.

                          kurt

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                          • Ulrich
                            Forum-Teilnehmer
                            • 30.01.2009
                            • 280

                            #208
                            AW: Die Juden in Danzig

                            Lieber Kurt,
                            der Versailler Vertrag war´s, die Armut war´s, die Bauern warens, der Hitler war´s, die wie Forster von Hitler nach Danzig eingeschleusten warens, die Propaganda wars, der Völkerbund war´s. Ich mags nicht mehr noch hören. All diese Schuldigen sind auch Teil der Verteidigungsrhetorik der Rechten - damals wie heute.
                            Und das von dir, der Teil war einer Verfolgtengruppe und auch mindestens über deine Schwägerin erfahren haben musste, unter welchem Druck die Juden und sogenannten "Jüdischen Mischlinge" in der Zeit des Nationalsozialismus in Danzig lebten.

                            Einen schönen Gruß

                            Ulrich

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                            • Martschinke
                              Forum-Teilnehmer
                              • 07.03.2008
                              • 404

                              #209
                              AW: Die Juden in Danzig

                              Lieber Ulrich,
                              ich möchte meinen Bericht vom 19.01.2014 ergänzen. Die Mutter meiner Freunde Jidjon und Harald war Jüdin,
                              ihr Geburtsnamen habe ich nicht gewusst, ja auch als Kind nicht erfragt. Ihr Ehemann war Deutscher
                              und hieß mit Nachname Dilla. Somit auch die Namen meiner Freunde.
                              Die beiden Eheleute haben sich nicht trennen lassen, sondern lieber das Land von uns verlassen.

                              Schöne Grüße

                              kurt

                              Kommentar

                              • danli, + 23.01.2015
                                Forum-Teilnehmer
                                • 10.02.2008
                                • 71

                                #210
                                AW: Die Juden in Danzig

                                An Kurt
                                Du hast recht wenn Du sagst es waren schlechte Zeiten in Danzig .ABER!!!!!
                                Wie konnte in Danzig solch eine Kristallnacht ohne Beihilfe der Einwohner organisiert werden.Man war doch nicht in Deutschland .Wenn man ins Telfonbuch 1937/38 sieht . ist dort fuer mich wenigsten eine teilweise Antwort.
                                Der Aufmarsch anlaesslich Zerstoerung der Synagoge mit den genannten dem genannten Spruch:Komm ..........!!!
                                Wer sass da auf der Buehne ,Wer hielt dort Reden??? Das waren doch teilweise angesehene Buerger der Stadt.
                                Wie konnte es sein , das ich selber immer wieder in Gaststaetten und Geschaeften auf grossen Schildern lass:
                                JUDEN SIND HIER NICHT ERWUENSCHT!!!!!!
                                Das sind Tatschen die fuer sich sprechen!!
                                Und ich habe auch viele gekannt ,welche zu helfen versuchten .Aber alle hatten grosse Angst von ihren Nachbarn
                                denunziert zu werden !!!! Wer waren die Nachbarn ??
                                Ich war noch ein kleiner Junge aber meine Eltern versuchten mich im Haus zu halten,denn sie hatten Angst dass ich
                                was sage.

                                Da war fuer mich Danzig!! in den Jahren!!
                                Danli

                                Kommentar

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