Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

    Schönen guten Abend,

    was ist nur mit dem "Neuen Deutschland" los? Bis jetzt dachte ich, die Redakteure der früheren DDR-Tageszeitung könnten den deutschen Städtenamen "Danzig" nicht schreiben, da er für sie ein Symbol des Revanchismus wäre. In der Vergangenheit wurden für frühere deutsche Städte in Polen auch ausschließlich die polnischen Namen verwendet.

    Und nun das: Das "Neue Deutschland" veröffentlicht einen Artikel in dem DANZIG acht mal genannt wird und Gdansk fünf Mal. Wider alle vermeintliche political correctness gibt's "Danzig" nun auch im ex-kommunistischen "Neuen Deutschland"! Grandios!

    Übrigens, "Danzig" wird so genannt wenn vom alten Danzig gesprochen wird, "Gdansk" dagegen ist das Danzig von heute. Damit kann man leben.

    Hier dieser interessante Artikel: http://www.neues-deutschland.de/arti...h-luebeck.html
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • magdzia
    Forum-Teilnehmer
    • 06.12.2009
    • 464

    #2
    AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

    Hallo Wolfgang,

    ich verstehe die "Grandiosität" nicht.
    Warum soll man Namen benutzen, die nicht mehr existieren? Wir nennen Köln auch nicht "Colonia" oder Trier "Treveris", selbst wenn wir über diese Zeit reden. Ich habe noch nie jemanden sagen hören, dass Karl der Große in "Aquae Grani" bestattet wurde. Die meisten wüssten nicht, welcher Ort gemeint ist.

    Neulich habe ich aus Versehen in "Google-Maps" Karthaus eingegeben, seitdem weiß ich, dass eine Stadt mit dem Namen Karthaus in Westdeutschland liegt und zwar in der Nähe von Dülmen.

    Meinen Kindern sage ich auch nur die polnischen Namen. Was nützen ihnen die ehemaligen deutschen Namen, wenn sie diese auf der heutigen Karte nicht finden. Außerdem, je weiter ich in der Familienforschung vordringe, kommen wieder die polnischen Ortsbezeichnungen in den Kirchenbüchern vor und die deutschen Bezeichnungen verschwinden.

    Viele Grüße
    Magdalena

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    • Christkind
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 1568

      #3
      AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

      Hallo Magdalena, sicher sprichst du auch mit deinen Kindern in der polnischen Sprache, ansonsten wäre es ja albern, "Gdansk" in deutscher Aussprache zu sagen.
      Ich kann es nicht, und wenn ich mich recht erinnere, dann klingt Gdansk mit polnischer Zunge wie "Gdeinsk". Ist dieses ganze Rumgeeiere von wegen Danzig oder Gdansk nicht langsam etwas albern?
      Und sicher kann man damit bestimmt nicht mehr polnische Seele in ehemals deutsche Städte hineinbringen, wenn man jetzt jeden Blutstropfen nach polnischen Genen abklopft.
      Und ganz bestimmt auch nicht seinen ganz wunderbar ausgeprägten Versöhnungswillen damit zeigen, dass die deutschen Namen getilgt werden sollen.
      _____
      Mit Grüßen von Christa
      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
      (M. Gandhi)

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      • Radaune-Wolff

        #4
        AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

        Hallo Magdalena und Wolfgang!

        Es ist wirklich bemerkenswert, dass eine Zeitung wie das "Neue Deutschland" ihre ideologische Vergangenheit abstreift und langsam in der Wirklichkeit ankommt. Ich hab mich in früheren Beiträge hier mal ein bißchen umgesehen und da ist ja schon viel über das Thema geschrieben worden.

        Magdalena Du stellst die Frage "Warum soll man Namen benutzen, die nicht mehr existieren?". "Danzig" existiert nicht? Dann ist der Geburtsort Danzig-Langfuhr in meinem Pass wohl falsch? Warum verwenden fast alle polnischen Städte mit deutschen Internetseiten dann den deutschen Namen ihrer Stadt? Die Stadt Danzig fordert sogar in deutscher Sprache auf "Verlieben Sie sich in Danzig" (darauf hat Wolfgang schon mal früher aufmerksam gemacht).

        Sogar die vor dem Krieg zu Polen gehörende Stadt Graudenz verwendet auf ihren Internetseiten (http://www.grudziadz.pl/portal.php?lang=de) die deutschen Namen (und gibt die polnischen Bezeichnungen danach in Klammern an). Da heißt es ganz selbstverständlich Graudenz, Danzig, Zoppot, Gdingen, Bromberg, Thorn, Marienwerder, Elbing, Posen, Allenstein, Ermland, Masuren...

        Bei der offiziellen Seite von Breslau heißt es im deutschen Text zwar meistens "Wroclaw", aber da findet man einen anklickbaren Menüpunkt "Breslau 2012".

        Wenn es die deutschen Namen nicht mehr gibt, dann frag ich mich, warum die Stadt Stettin (Szczecin) in deutscher Sprache auffordert (http://www.szczecin.eu/index.php?q=de/) "Besuche Stettin"! Unter "Heute in Stettin" wird auf Veranstaltungen aufmerksam gemacht.

        Das was sogar in Polen mittlerweile überall üblich und gängig ist, sollte auch in Deutschland normal werden. Ich habe den Eindruck, dass man sich hier in Deutschland manchmal krampfhaft bemüht politisch korrekt zu sein und das wirkt dann häufig nur noch lächerlich.

        Es gibt nun mal Städte im Ausland, die deutsche Namen haben. Die meisten Herausgeber von Atlanten und Karten sind nachkriegsgeboren bzw. -geprägt und viele von ihnen wurden mit einer Erziehung zwangsbeglückt die es ihnen auch heute noch nicht erlaubt, ihre ideologische Brille abzusetzen. Da finde ich doch in einem Autoatlas "Mailand" und "Gdansk". Wenn schon ausländische Namen, warum dann nicht "Milano". Oder wenn deutsche Namen, warum dann nicht auch "Danzig"?

        Du. Wolfgang, schreibst, dass man damit leben kann, wenn die Exkommunisten in ihrer Zeitung das historische Danzig "Danzig" nennen und für das heutige Danzig "Gdansk" sagen. Klar kann man damit leben, aber die haben ihre rosarote Brille zumindest noch auf einem Auge auf. Denn auch das heutige "Gdansk" heißt in deutscher Sprache "Danzig". Ich glaub aber dass die das auch noch lernen werden.

        Viele Grüße vom
        Eberhard

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        • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 5206

          #5
          AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

          Zitat von Christa
          Ist dieses ganze Rumgeeiere von wegen Danzig oder Gdansk nicht langsam etwas albern?...................................

          Genau Christa .... dies Thema hatten wir doch hier schon im Forum x-mal !!!

          Sollen wir es wirklich hier wieder breittreten ?
          Viele Grüße
          Hans-Jörg

          Kommentar

          • Radaune-Wolff

            #6
            AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

            Hallo Christa und Hans-Jörg!

            Christa, ich stimme jedem Deiner Worte 100%ig zu. Hans-Jörg aber was soll Dein Beitrag? Willst Du die Diskussion abwürgen? Wer das Thema nicht breittreten will, muss ja nicht schreiben. Und wenn es Dich nicht interessiert, brauchst Du es nicht einmal mehr zu lesen.

            Viele Grüße vom
            Eberhard

            Kommentar

            • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 5206

              #7
              AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

              Hallo Eberhard
              So war es nicht gemeint ... Diskussion abwürgen !
              Klar kann jeder wieder etwas dazu schreiben --- nur wir hatten es ja x-mal dies Thema "Danzig/ Gdansk" ! Da werden wir wohl zu keiner einheitlichen Meinung kommen.........!?
              Viele Grüße
              Hans-Jörg

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              • Heibuder
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 751

                #8
                AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                Ja, echt lästig dieses "Rumgeeiere".
                Ist euch schon mal aufgefallen, das in manchen Wetterkarten von europäischen TV-Sendern
                polnische Grossstädte mit den deutschen Namen beschriftet sind?
                Für mich wär´s traurig, wenn meine Enkel nur polnische Städtenamen lernen müssten.
                Ich werde es zu verhindern wissen!
                Es grüßt der Heibuder!

                "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

                Kommentar

                • mottlau1
                  Forum-Teilnehmer
                  • 11.02.2008
                  • 1720

                  #9
                  AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                  Hallo,

                  ich kann es nur so ausdrücken: Der Bürgermeister von Breslau sagte mal im TV "Wenn ich in deutscher Sprache spreche sage ich Breslau und spreche ich in polnischer Sprache dann Wrozlaw.
                  Und...so sehe ich es ebenso. Mir ist es echt egal ob die Stadt " heute Gdansk , Wrozlaw, Swiejtajano, Olztyn usw. heißt. " ! Ich sage Danzig, Breslau, Ortelsburg oder Allenstein. Bin keine Polin also nenne ich die deutsche Bezeichnung. Hier würden mich die Leute groß anschauen wenn ich von Gdansk sprechen würde u. wüßten nicht was ich genau für eine Stadt meine.
                  Hier lebende ehemalige Polen mit deutschem Paß können von mir aus sagen wie sie wollen.

                  Gruß Jutta
                  Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
                  (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker

                  Kommentar

                  • Herbert Claaßen
                    Forum-Teilnehmer
                    • 13.02.2008
                    • 1005

                    #10
                    AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                    Hallo Magdalena!
                    Sicherlich sagen wir nicht Colonia, deutsch ist es nun mal Köln.
                    Moskwa ist für uns Moskau, Warschawa - Warschau, Klaipeda - Memel, Krakow - Krakau, Lisboa - Lissabon, Roma - Rom.
                    Diese Aufstellung könnte man auf viele Seiten erweitern.
                    Deine Einstellung ist typisch deutsch. Nur nicht bei unseren lieben Nachbarn anecken. Also hübsch gefällig sein.
                    Für uns sind die deutschen Namen nun mal verständlicher. Und viele Menschen, auch in unseren östlichen Nachbarstaaten,
                    sehen das auch so.
                    Gruß Herbert

                    Kommentar

                    • vklatt
                      Forum-Teilnehmer
                      • 28.03.2009
                      • 1521

                      #11
                      AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                      Hallo, ob Danzig oder Gdansk ist doch egal, wichtig ist doch nur, dass man weiß, welche Stadt gemeint ist, und das man diese Stadt liebt und schätzt, sie ist es mehr als wert. Ich lebe in Deutschland, für mich ist es Danzig. Lebte ich in Polen und wäre der polnischen Sprache mächtig, sagte ich sicher Gdansk.

                      Viele Grüße

                      Vera
                      Was ist ein wahres Geheimnis?
                      Etwas, das für jeden offen da liegt-
                      und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

                      Lao-tse

                      Kommentar

                      • Regina, +19.11.2023
                        Forum-Teilnehmer
                        • 15.02.2008
                        • 235

                        #12
                        AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                        Hallo Magdalena
                        Mir tun Deine kinder leid. Bald wirst Du ihnen wohl erzaehlen, dass Danzig niemals deutsch war
                        und hier auch keine Deutsche gelebt haben. Unser Forum heisst Danzig, ob es Dir gefaellt oder nicht.
                        Viele Gruesse
                        Regina

                        Kommentar

                        • Uwe
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.08.2008
                          • 1961

                          #13
                          AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                          Guten Abend liebe Forumteilnehmer,

                          ich gebe Hans-Jörg recht, wir hatten dieses Thema schon öfter. Aber es scheint ja gewisse Emotionen auszulösen. Ich teile die meisten Meinungen hier und spreche im deutschen von Danzig und wenn ich mein bischen polnisch benutze, von Gdańsk. Wo ist da das Problem?

                          Im polnischen spricht man von Monachium im deutschen von München, im französischen spricht man von Bale, im deutschen von Basel .... könnte ich ewig fortsetzen die Liste. Ich schreibe niemanden vor, welche Sprache er benutzt und lasse mir auch von niemanden vorschreiben welche ich benutze.

                          Schwierig wird es erst, wenn jemand in die gebräuchlichen Ortsnamen in der jeweiligen Sprache anfängt politische Aussagen zu interpretieren. Ich halte das für den falschen Weg und zeigt eher das derjenige nicht objektiv an die Sache gehen kann. Sprache entwickelt sich und niemand glaube ich kann diese Entwicklung in die eine oder andere Richtung längerfristig beeinflussen.

                          Herzliche Grüße

                          Uwe
                          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                          Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                          Kommentar

                          • Wolfgang
                            Forumbetreiber
                            • 10.02.2008
                            • 11623

                            #14
                            AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                            Schönen guten Abend,

                            mit meinem Hinweis auf den Artikel im "Neuen Deutschland" wollte ich eigentlich keine große Diskussion initiieren obwohl ich mir hätte denken können, dass sich daraus möglicherweise eine Diskussion entwickelt.

                            Ich fand es nur außerordentlich bemerkenswert, dass nun auch in dieser Zeitung die deutsche Ortsbezeichnung DANZIG verwendet wird.

                            Wenn ich deutsche Ortsnamen in einer in deutscher Sprache geführten Unterhaltung verwende, dann nicht um damit ein politisches Bekenntnis abzulegen (welches bitte auch?), sondern weil die meisten Orte im Danziger Raum neben ihren polnischen Namen auch heute noch verwendete deutsche Namen besitzen. Ich empfände es fast als Frevel, verwendete ich nicht diese Namen, die teils einen wunderbaren Klang und eine historische Bedeutung besitzen. Und ich freue mich ganz besonders, wenn diese deutschen Namen auch immer öfter von offizieller polnischer Seite verwendet werden. So gibt es in Langfuhr mittlerweile auch ein Straßenschild auf dem LANGFUHR steht - was wollen wir mehr?

                            Ich wünsche Euch Allen einen schönen Abend!
                            Wolfgang
                            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                            Kommentar

                            • magdzia
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.12.2009
                              • 464

                              #15
                              AW: Neues Deutschland: Mit Grass von Danzig nach Lübeck

                              Zitat von Vera:
                              "...ob Danzig oder Gdansk ist doch egal, wichtig ist doch nur, dass man weiß, welche Stadt gemeint ist,..."

                              Genau darum geht es. Es kommt immer darauf an, mit wem ich mich unterhalte, welches Publikum ich anspreche und wo ich mich befinde.

                              Leider wurde in der Vergangenheit, was die ehemaligen deutschen Gebiete betrifft, daraus ein Politikum, sowohl bei den polnischen Kommunisten wie auch bei den deutschen Vertriebenen, als wenn sich die Stadt und ihre Vergangenheit damit verändern würde. Trier hat einen deutschen Namen und wir wissen aber um die Geschichte dieser Stadt und finden dort Beweise dieser Kultur. Alleine, dass Danzig so aufgebaut wurde wie vor 1945 ist ein Beweis der damaligen Kultur. Das hat mir jetzt in Polen ein Russe gesagt. Auf ihn wirkte Danzig deutsch.

                              Und Wolfgang, vielleicht hast du das nicht so gemeint, aber du hast genau den Ton angeschlagen, den ich schon immer bei beiden Parteien gehasst habe. Alleine die zufriedene Feststellung am Ende: „Damit kann man leben“. Als wenn man einen Sieg errungen hätte.
                              Ich weiß, dass viele mit Gdansk nicht leben konnten/können und am liebsten hätte sie außer dem Namen auch noch mehr.
                              „gdansk.pl“ gibt in der deutschen Fassung den Deutschen ihr Danzig und in der kaschubischen Fassung den Kaschuben ihr Gdunsk. Und…..hat sich damit jetzt was in der Geschichte geändert? War die Geschichte mit Gdansk anders? Für mich ist es eine Höflichkeitsform.

                              Bei mir waren es Ausländer und die Auslandsaufenthalte, die mir zeigten, dass ich mit nur deutschen Namen nicht weiterkomme. Ausländer, die die deutsche Schule nicht besucht haben, kennen meistens nur die Originalbezeichnungen.
                              Warum ich meinen Kindern nur die Ortsbezeichnungen in der Landessprache beibringe. Die deutschen Namen lernen sie in der Schule.

                              Es sind oft Erlebnisse, die einen eines Besseren belehren. Wenn man viel in Europa rumkommt außerhalb der üblichen Touristenrouten und –orte, merkt man wie wenig einem die deutschen Bezeichnungen nutzen.

                              Wir sind nach Pisa geflogen und von dort aus wollten wir mit dem Zug nach Florenz. Ich schickte meinen Sohn los, Fahrkarten zu kaufen. Er kam zurück ohne Fahrkarten und fragte, ob Florenz auf italienisch Firenze heißt. Ich bejahte und fragte warum?
                              Er sagte am Schalter auf englisch, dass er Fahrkarten nach Florenz möchte. Die Dame antwortete „Firenze“, da sagte er „nein, nicht Firenze….Florenz, bitte“. Sie wiederum „Si, Firenze“ und ihm dämmerte es langsam, dass sie auch Florenz meint, wollte sich aber bei mir noch mal vergewissern.
                              Daher finde ich Mailand in einem Autoatlas ein Frevel, wobei Mailand und Milano sich noch ziemlich ähnlich sind, aber was ist mit Pressburg oder Laibach? Finde ich mit diesen Bezeichnungen Straßenschilder? Diese Namen existieren nur auf dem Papier und das noch nicht mal bei der gesamten Bevölkerung Deutschlands.
                              Ich z. B. habe die Namen Pressburg und Laibach erst vor 3 Jahren durch meine Tochter kennengelernt. Von mir erfuhr sie die Namen in der jeweiligen Landessprache.

                              @Regina
                              Du brauchst ja nicht gleich so gehässig sein, dass Verhalten der Deutschen in Polen ist mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben: „Wir sind besser, wir sind deutsch“.
                              Gott sei Dank sagten das meine Eltern und Großeltern nicht zu mir, damit haben sie mir eine schöne Kindheit beschert. Deswegen brauchst du dir um meine Kinder keine Sorgen machen. Sie fühlen sich als Deutsche auch ohne solche Sprüche und haben damit eine sehr gesunde Einstellung, auch im Bezug auf Geschichte und ihre Vorfahren.

                              @ Herbert Claaßen

                              „Typisch Deutsch“ ist was anderes, zumindest habe ich es im Ausland anders erlebt. Typisch deutsch ist es, wenn man auf seins beharrt – deutsches Essen (Sauerkraut mit Haxe selbst bei 40° im Schatten und alle müssen deutsch können und wenn nicht deutsch dann wenigstens englisch, weil es für uns einfacher ist.

                              Ich war mal mit einem Deutschen in Frankreich. Der kann es noch bis heute nicht verwinden, dass selbst in Paris die Speisekarten nur auf französisch waren und die Kellner kein englisch sprachen.
                              Ich wiederum bekam immer die Speisekarte erklärt und die Pantomime des Kellners amüsierte nicht nur meine Kinder sondern auch das ganze Lokal. Dabei habe ich gesehen, dass Franzosen sehr viel Humor besitzen.

                              Wenn ich mit einem Italiener über Mailand rede, gebrauche ich die Bezeichnung Milano. Für mich ist das eine Form der Höflichkeit, des Entgegenkommens.
                              Für dich ist das eine Form des „nicht anecken wollen“, nur weil ich nicht die deutsche Bezeichnung gebrauche ?

                              Ich wünsche allen einen schönen Abend
                              Magdalena

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