Maler, Grafiker, Bildhauer

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #31
    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

    Der sich opfernde Pelikan soll ein Gemälde von Isaac van den Blocke in der Trinitatiskirche gewesen sein. Da mir das Motiv bildhauerisch bereits in Berlin begegnet war, nämlich am Eingang der Hugenottensiedlung, erweckt es meine Aufmerksamkeit. Das Motiv begründete sich mit der aufopfernden Pflege, die man dem Pelikan für seinen Nachwuchs nachsagt. Man glaubte, der Pelikan füttere seine Jungen mit dem eigenen Blut. In der christlichen Mystik steht der Pelikan daher für das Blut Christi.

    Der Pelikan ist Symbol für den Opfertod Christi. In der Antike glaubte man, dass der Pelikan seine Jungen mit Blut füttert. In seiner Bedeutung steht er allgemein für Aufopferung.


    Nun wüsste ich gerne, ob sich das Bild noch in der Trinitatiskirche befindet, und wie genau es ausschaut. LG wk.
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #32
      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

      Hier sehen wir eines der 25 Deckengemälde des Roten Saals des Rathauses und erkennen hier einen Neptun. J.C.Schulz sprach davon, dass eines dieser Deckengemälde Inspiration für den Neptunbrunnen gewesen sein könnte.

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      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #33
        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

        Ich vergaß zu sagen, wenn man auf den Vier-Pfeile-Button klickt, lässt sich das Bild wunderbar vergrößern und studieren.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #34
          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

          Hier ein Link mit zwei Bildern aus dem Empfangszimmer des Bürgermeisters. Da müsst ihr rechts anklicken. Das eine ist eines "Flucht der Menschen vor den steigenden Wassern der Sintflut", das andere Turmbau von Babel. Viel Spaß!

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          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • Stejuhn
            Forum-Teilnehmer
            • 09.08.2011
            • 1023

            #35
            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

            Guten Abend!
            In meinem Reiseführer DANZIG&Ostpommern wird auf Seite 76 berichtet, dass sich im Roten Saal
            des Rechtstädtischen Rathauses 25 Deckengemälde von Izaak van den Blocke befinden. Sie bilden neun Allergorien
            zum bürgerlichen und Rechtsleben in Danzig (Seite 70).
            Ferner schuf Izaak van den Blocke das Gemälde "Turmbau zu Babel" um 1615 welches ebenfalls dort in den Ausstellungsräumen
            im 2.Stock zu finden ist(Seite 69).

            Viele Grüße Sigrid
            Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
            Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

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            • Stejuhn
              Forum-Teilnehmer
              • 09.08.2011
              • 1023

              #36
              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

              Entschuldigung Waldkind,

              ich war zu übereifrig!
              Ich hätte Deine Beiträge vorher lesen sollen in denen Du hierzu schon geschrieben hast.

              Viele Grüße Sigrid
              Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
              Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

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              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #37
                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                Liebe Sigrid,
                ich mag eifrige Leser, die einen Beitrag bringen. Auch, wenn sich was wiederholt, steckt meistens ein neuer Impuls drin. Mich würde z.B. interessieren auf welchem Malgrund das Bild "Turmbau zu Babel" gearbeitet ist. Ich habe was von Leinwand gelesen, bin aber nicht wirklich überzeugt davon. Sagt dein Reiseführer was dazu?

                Oder weiß sonst jemand was? LG wk.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                • Stejuhn
                  Forum-Teilnehmer
                  • 09.08.2011
                  • 1023

                  #38
                  AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                  Liebes Waldkind,

                  leider habe ich dazu keine Angaben gefunden.

                  Eine gute Nacht wünscht Dir Sigrid
                  Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
                  Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

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                  • Iris Freundorfer
                    Forum-Teilnehmer
                    • 22.09.2016
                    • 552

                    #39
                    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                    Liebe Miriam,

                    mich erstaunen die Farben auf den Bildern aus dem "dunklen" Mittelalter. Weißt du, mit welchen Farben seinerzeit gemalt wurde? Oder waren die Farben wohl ursprünglich gedeckter? Ich bin eine solche "Kunstbanausin" und habe wirklich keine Ahnung.

                    Liebe Grüße
                    Iris

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                    • waldkind
                      Forum-Teilnehmer
                      • 06.10.2008
                      • 2366

                      #40
                      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                      Liebe Iris,
                      das freut mich, dass du das fragst. Man soll es nicht glauben, aber diese alten Bilder wurden in der Hauptsache mit sechs bis acht Farben gemalt. Deswegen wirken sie wohl auf den Betrachter so vertraut. Die Maler haben ihre Farben mit Pigmenten und Öl, z.B. Leinöl, selber gerührt. Die Pigmente haben sie zum Teil selber gerieben bzw. von ihren Schülern oder Hausangestellten reiben lassen. Das sieht man z.B. schön in dem Film "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" dargestellt. Farben waren sehr teuer und so mussten diese oft der Auftragsbilder für ein Bild zahlen. Nebenbei Hobbymalerei zu betreiben war wohl bei den Preisen damals nur sehr wenigen vorbehalten.

                      Wir haben das schöne Zinnoberrot, das ursprünglich die Griechen aus Spanien mitbrachten. Das Pigment heißt Cinnabarium. Die Farbe wird mit der Zeit Schwarz. Dieses wunderbare Blau wurde aus Lapizlazuli gerieben, einem wunderbaren Halbedelstein. Ocker findet man in der Erde und ein Dunkelbraun bestimmt auch. Schwarz wurde von Knochen gewonnen, der Ruß durch Verkohlung. Purpur gewann man von der Purpurschnecke, die arme. Das war eine Farbe für ganz reiche Leute. Grün könnte vom Malachit stammen. Dann gab es noch Gold, was tatsächlich durch echtes Gold erzeugt wurde. Bei Weiß bin ich mir gerade nicht sicher, welches Pigment auf solchen Bildern landete. Es gab weiße Tonerde, Muscheln, Kreide, Kalk, mit Knochen oder Eierschale konnte man auch ein Weiß herstellen. Da hatte wohl jeder Maler so seine Geheimnisse. Die Farben waren also auch etwas, was den Maler persönlich auszeichnete. Wenn man heute solche Farben kaufen will, muss man sehr tief in die Tasche greifen und solch ein Bild würde von daher schon recht teuer werden.

                      Gute Grüße für einen schönen Tag, Miriam.
                      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                      • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                        Forum-Teilnehmer
                        • 13.02.2008
                        • 3493

                        #41
                        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                        So geht es auch noch heutzutage bei dem Icongrapher zu. Sie produzieren ihre eigenen Farben, von natuerlichen Pflanzen, Eigelb und dem Gold vom richtigen 23.5 carat Gold. Wir haben hier eine Gruppe von ihnen und als ich zur Ausstellung ging, kaufte ich mir ein kleineres Icon mit der Nativity Scene. Der Heiligenschein von Maria und dem Jesuskind sind unbeschreiblich. Das Gold der Heiligenscheine haben sie aus Italien hergebracht und die Schatten spiele, die das Licht mit dem Icon treibt sind unglaublich, man glaubt dass sie Leben in die Figuren bringen.
                        Liebe Gruesse von der Feli.

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                        • waldkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 06.10.2008
                          • 2366

                          #42
                          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                          Danke Feli, für deine Erfahrungen. Es gibt natürlich heute auch noch Maler, die ihre Pigmente selber zubereiten. Was bei den Farben wichtig ist, ist ihre Lichtechtheit. Die Lichteinwirkung verändert Farben. Aus Rot wird Schwarz, aus Gelb wird Braun usw. Daher achtet der Künstler heutzutage auf eine hohe Lichtechtheit. Aber manch eine weniger lichtechte Farbe ist so hübsch, dass man sie auch mal gerne ohne hohe Lichtechtheit verwendet. Es gibt Lasuren, die die Farben schützen. Aber bei alten Bildern kann man in Erwägung ziehen, dass sie schon mal restauriert wurden.

                          Was mir heute Morgen nicht eingefallen ist zur Farbe Weiß. Das altertümliche Weiß war Bleiweiß. Es ist sehr giftig, aber kein alter Maler wird darauf verzichtet haben. Ursprünglich benutzte man es als Schutzanstrich für Schiffe. Heute verwendet man es wegen seiner hohen Giftigkeit nicht mehr in der Malerei. Da gibt es Titanweiß und Zinkweiß. Ich finde Titanweiß etwas kühler als Zinkweiß. Aber keines von beiden finde ich so hübsch wie Bleiweiß. LG waldkind.

                          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                          • waldkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.10.2008
                            • 2366

                            #43
                            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                            Nachtrag zu 42 (ich bin etwas vergesslich):
                            Die Spezialisten können z.B. an der Beschaffenheit des Bleiweiß erkennen, wann ein Bild hergestellt wurde.
                            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                            • waldkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.10.2008
                              • 2366

                              #44
                              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                              Noch ein bisschen Farbenkunde,

                              außer dem teuren Malachit als schönstes Grün, nahm man grüne Erden als Pigment für die Grüntöne. Braune Erden für Brauntöne. Wenn man Erde brennt entstehen neue Farbtöne. Werden Erden gebrannt, entstehen daraus wieder ganz andere Farbtöne. So hatte wohl jeder Maler auch seine Geheimnisse der Farbherstellung. Bei Grün sind gewiss auch die Herstellung aus Kupferspan zu erwähnen. Wir können vermuten, dass die Maler, was die Giftigkeit der Farben anbelangte, recht gefährlich lebten. Es mag daher nicht verwundern, dass der eine oder andere Maler mit zunehmender Berufstätigkeit geistige Allüren bekam

                              Wenden wir uns kurz dem Gelb zu: Der älteste Gelbton ist der gelbe Ocker. Er hat sich durch alle Jahrhunderte der Menschheit bis heute bewährt und ist aus der Malerei nicht wegzudenken. Selbst Van Gogh, der die neuen Gelbtöne rauf und runter ausprobierte, sehnte sich zuletzt nach dem schlichten Ocker zurück. Das Ocker brauchte man nicht nur in der Landschaftsmalerei, sondern vor allem auch für die Hautfarbe. Das leuchtende Gelb des Mittelalters ist Arsensulfid, das als natürliches Mineral von Orangegelb bis Zitronengelb reicht. Auch bekannt unter den Namen "opperment", "arsenikon" und "auripigmentum". Dieses hochgiftige Gelb hat eine glimmerartige Struktur und glänzt daher schön. Eine hochgiftige Farbe. Dann gab es noch gelbe Bleiverbindungen, z.B. gelbes Bleioxid.
                              Heute malen wir mit Neapelgelbe, Chromgelbe und Cadmiumgelbe. Man kann nun leicht nachvollziehen, dass man die Entstehung eines Bildes an Hand der vorhandenen Pigmente bestimmen kann.
                              Da sich Farben durch Einwirkung des Lichtes, aber auch durch die Beschaffenheit der Luft leicht verändern, gehört es auch zum Wissen eines Malers die Pigmente so gut es geht vor Veränderung zu schützen. Dafür gibt es Firnisse, in die die Farben eingebettet werden.

                              So weit erst mal zu den Farben des Mittelalters. Nach allem, was wir bis hierher über Farben gehört haben, lässt sich leicht verstehen, warum die Landschaften und Porträts mancher Maler so düster oder Braun in Braun wirkten. Finden wir z.B. in einem Porträt so ein schönes Rot, können wir fast sicher sein, dass der Auftraggeber bereit war tief in die Tasche zu greifen. LG wk.
                              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                              • Iris Freundorfer
                                Forum-Teilnehmer
                                • 22.09.2016
                                • 552

                                #45
                                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                                Liebe Miriam und alle anderen Interessierten,

                                vielen Dank für die vielen Erklärungen! Es muss eine Wahnsinnsarbeit gewesen sein, die Farben zu reiben, vor allem bei den Steinen. Es gab ja noch keine Maschinen. Davon, dass viele Farben giftig sind, habe ich schon gehört. Auch, dass die Maler "geistige Allüren" davontrugen.

                                Noch etwas zu den Bildern "Sintflut" und "Turmbau zu Babel" von Isaac van den Blocke: Ist beides nicht erschreckend aktuell? Neulich sah ich Fotos von einer dieser Inseln, die durch den steigenden Meeresspiegel wohl bald nicht mehr da sein werden. Und wollen die Menschen nicht immer noch zu hoch hinaus? Ich bin kein "bibeltreuer Christ", d.h. ich will damit nicht sagen, dass die Menschen nun gottesfürchtiger leben sollten. Es sind die Assoziationen, die sich bei mir einstellten als ich mir die Bilder ansah. An einen strafenden Gott glaube ich nicht, der Mensch straft sich schon selbst genug.

                                Viele Grüße
                                Iris

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