AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben
Hallöle
wir kommen nun langsam zum deutschen Orden in Preußen:
Der eigennützige Herzog Heinrich der Bärtige kommt mit einem großen Heer
Die Hilfe welche Christian aus dieser Richtung bekam, wird also nicht allzu groß gewesen sein; dafür zog aber im Jahre 1222 ein beträchtliches Kreuzzugsheer unter Führung des Herzogs Heinrichs des Bärtigen, der Bischöfe von Breslau und Lebus, und weiterer Edler aus Schlesien heran. Allerdings schienen sich im Vorfeld die beiden Herzoge (also Heinrich der Bärtige und Konrad von Polen) darüber verständigt zu haben, dass Heinrich und Konrad jeweils einen Teil des Kulmer Landes zum bleibenden Besitz bekommen würden. Dieses doppelte Ziel, das Heinrich hier vorstellte, die Verteidigung des Erzbischofs, und der Erwerb eines Teils des Kulmer Landes, konnte er ohne Christians Zustimmung gar nicht erreichen; und Christian zeigte sich anfang auch sehr abgeneigt von diesem Plan. Wenn es ihm nur um den Schutz des preußischen Landes gegangen wäre, so wäre er vermutlich auf den Vorschlag eingegangen, aber einen so kriegerischen und eroberungslustigen Fürsten als direkten Nachbarn zu bekommen, wäre dem friedlichen Preußen sicher nicht gut bekommen.
Man einigt sich zu Lowitz über das Kulmer Land
Zu solch gefährlichen Plänen wollte also der Erzbischof sein Einverständnis nicht geben; und er wollte es um so weniger, als er erfuhr, dass Heinrich die Burg Kolmen (Kulm, der strategisch wichtigste Punkt im Land) zu seinem Hauptstützpunkt machen wollte. Auf der anderen Seite schien es für Konrad sehr wichtig, dass gerade Heinrich die Verteidigung des kulmischen Masoviens übernehmen würde, und was die Herrschaft in diesem Land an betraf, so war es ihm eigentlich egal, ob diese bei dem Erzbischof oder bei Heinrich liegen würde, denn er selbst hatte selbige schon längst in Trümmer gehen lassen, und deshalb keinen wirklichen Nutzen mehr durch sie gehabt. Also bestürmte Konrad den Erzbischof auf das Innigste, doch diesem Plan zuzustimmen; und dieser gab endlich unter einer Bedingung nach, und es gab im August des Jahres 1222 zu Lowitz Verhandlungen, welche in einer Schenkungsurkunde mündeten die folgenden Inhalt hatte:
„Konrad, Herzog von Masovien, tritt dem Bischof Christian von Preußen im Kulmischen Lande die Burgen Graudentz, Thorn, Kulm, und mehrere andere, mit allen dazu gehörigen Dörfern und Gütern sammt der betreffenden Landeshoheit ab, dafür dass der Bischof seine Einwilligung gibt (zum Wiederaufbau und) zur Besetzung der Hauptburg Kulm durch Herzog Heinrich und das schlesische Kreuzheer. Aus gleichem Grunde begeben sich auch der Bischof von Plock und sein Kapitel all ihrer Besitzungen und geistlichen wie weltlichen Rechte in demselben Lande zu Gunsten Christians. Die Kreuzfahrer werden dem Bischof Christian in der Burg Kulm eine Kurie und ein seinen Wünschen angemessenes Kloster bauen. Der zukünftige Besitzer des nicht bischöflichen Landesteiles wird seine Einkünfte mit dem Bischof teilen und außerdem den Zehnten an ihn entrichten. Ist dies aber der Herzog Heinrich, dann wird zwischen ihnen eine besondere Vereinbarung stattfinden.“
An diese Schenkung schloss sich eine Reihe weiterer Schenkungen von Seiten des Herzog Letzkos, des Ritters Christin von Chrosna, des Krucko und des Herzogs Konrad an; sie alle versuchten die Wohlgeneigtheit von Christian zu erhalten. Für diesen war es ein großer Gewinn, dass er ducrh diese Schenkungen der Hauptplätze im kulmischen Land und durch das so erhaltene Übergewicht über den zukünftigen Besitzer des übrigen Landes, de facto zu einem formell unabhängigen Herrn desselben geworden war. Nun erst umfasste seine ordentliche bischöfliche Herrschaft auch ganz Preußen; und zwischen ihm und Polen lag mit der Weichsel und der Drewenz eine natürliche Grenze. Für das betroffene Gebiet selber, was bisher als wertloses Anhängsel von Masovien dahin vegetierte, war dieses Abkommen sicher auch ein großer Fortschritt, den es kam nun unter die umsichtige Verwaltung vom Erzbischof Christian und unter den militärischen Schutz von Herzog Heinrich, und wurde zu einem festen Grenzwall in Richtung Polen. Nachdem nun dieses Abkommen zu Lowitz geschlossen war, überschritt Heinrichs Kreuzfahrerheer die Weichsel, und befand sich nun komplett auf kulmischem Boden. Der Hauptzweck dieses Heeres war der Aufbau und der Schutz des Kulmer Landes; und schon ein Jahr später hatten sich diesem sogar die pommerschen Herzoge Swantopolk und Wratislaw angeschlossen, auch kamen jetzt immer wieder Zuzüge aus Deutschland hinzu.
Aber wir sind noch ein klein wenig vom Orden entfernt.
LG Arndt
Hallöle
wir kommen nun langsam zum deutschen Orden in Preußen:
Der eigennützige Herzog Heinrich der Bärtige kommt mit einem großen Heer
Die Hilfe welche Christian aus dieser Richtung bekam, wird also nicht allzu groß gewesen sein; dafür zog aber im Jahre 1222 ein beträchtliches Kreuzzugsheer unter Führung des Herzogs Heinrichs des Bärtigen, der Bischöfe von Breslau und Lebus, und weiterer Edler aus Schlesien heran. Allerdings schienen sich im Vorfeld die beiden Herzoge (also Heinrich der Bärtige und Konrad von Polen) darüber verständigt zu haben, dass Heinrich und Konrad jeweils einen Teil des Kulmer Landes zum bleibenden Besitz bekommen würden. Dieses doppelte Ziel, das Heinrich hier vorstellte, die Verteidigung des Erzbischofs, und der Erwerb eines Teils des Kulmer Landes, konnte er ohne Christians Zustimmung gar nicht erreichen; und Christian zeigte sich anfang auch sehr abgeneigt von diesem Plan. Wenn es ihm nur um den Schutz des preußischen Landes gegangen wäre, so wäre er vermutlich auf den Vorschlag eingegangen, aber einen so kriegerischen und eroberungslustigen Fürsten als direkten Nachbarn zu bekommen, wäre dem friedlichen Preußen sicher nicht gut bekommen.
Man einigt sich zu Lowitz über das Kulmer Land
Zu solch gefährlichen Plänen wollte also der Erzbischof sein Einverständnis nicht geben; und er wollte es um so weniger, als er erfuhr, dass Heinrich die Burg Kolmen (Kulm, der strategisch wichtigste Punkt im Land) zu seinem Hauptstützpunkt machen wollte. Auf der anderen Seite schien es für Konrad sehr wichtig, dass gerade Heinrich die Verteidigung des kulmischen Masoviens übernehmen würde, und was die Herrschaft in diesem Land an betraf, so war es ihm eigentlich egal, ob diese bei dem Erzbischof oder bei Heinrich liegen würde, denn er selbst hatte selbige schon längst in Trümmer gehen lassen, und deshalb keinen wirklichen Nutzen mehr durch sie gehabt. Also bestürmte Konrad den Erzbischof auf das Innigste, doch diesem Plan zuzustimmen; und dieser gab endlich unter einer Bedingung nach, und es gab im August des Jahres 1222 zu Lowitz Verhandlungen, welche in einer Schenkungsurkunde mündeten die folgenden Inhalt hatte:
„Konrad, Herzog von Masovien, tritt dem Bischof Christian von Preußen im Kulmischen Lande die Burgen Graudentz, Thorn, Kulm, und mehrere andere, mit allen dazu gehörigen Dörfern und Gütern sammt der betreffenden Landeshoheit ab, dafür dass der Bischof seine Einwilligung gibt (zum Wiederaufbau und) zur Besetzung der Hauptburg Kulm durch Herzog Heinrich und das schlesische Kreuzheer. Aus gleichem Grunde begeben sich auch der Bischof von Plock und sein Kapitel all ihrer Besitzungen und geistlichen wie weltlichen Rechte in demselben Lande zu Gunsten Christians. Die Kreuzfahrer werden dem Bischof Christian in der Burg Kulm eine Kurie und ein seinen Wünschen angemessenes Kloster bauen. Der zukünftige Besitzer des nicht bischöflichen Landesteiles wird seine Einkünfte mit dem Bischof teilen und außerdem den Zehnten an ihn entrichten. Ist dies aber der Herzog Heinrich, dann wird zwischen ihnen eine besondere Vereinbarung stattfinden.“
An diese Schenkung schloss sich eine Reihe weiterer Schenkungen von Seiten des Herzog Letzkos, des Ritters Christin von Chrosna, des Krucko und des Herzogs Konrad an; sie alle versuchten die Wohlgeneigtheit von Christian zu erhalten. Für diesen war es ein großer Gewinn, dass er ducrh diese Schenkungen der Hauptplätze im kulmischen Land und durch das so erhaltene Übergewicht über den zukünftigen Besitzer des übrigen Landes, de facto zu einem formell unabhängigen Herrn desselben geworden war. Nun erst umfasste seine ordentliche bischöfliche Herrschaft auch ganz Preußen; und zwischen ihm und Polen lag mit der Weichsel und der Drewenz eine natürliche Grenze. Für das betroffene Gebiet selber, was bisher als wertloses Anhängsel von Masovien dahin vegetierte, war dieses Abkommen sicher auch ein großer Fortschritt, den es kam nun unter die umsichtige Verwaltung vom Erzbischof Christian und unter den militärischen Schutz von Herzog Heinrich, und wurde zu einem festen Grenzwall in Richtung Polen. Nachdem nun dieses Abkommen zu Lowitz geschlossen war, überschritt Heinrichs Kreuzfahrerheer die Weichsel, und befand sich nun komplett auf kulmischem Boden. Der Hauptzweck dieses Heeres war der Aufbau und der Schutz des Kulmer Landes; und schon ein Jahr später hatten sich diesem sogar die pommerschen Herzoge Swantopolk und Wratislaw angeschlossen, auch kamen jetzt immer wieder Zuzüge aus Deutschland hinzu.
Aber wir sind noch ein klein wenig vom Orden entfernt.
LG Arndt
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