Geschichte und Glauben der Kaschuben

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  • Antennenschreck
    Forum-Teilnehmer
    • 05.09.2011
    • 1833

    #46
    AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

    Hallöle

    wir kommen nun langsam zum deutschen Orden in Preußen:

    Der eigennützige Herzog Heinrich der Bärtige kommt mit einem großen Heer

    Die Hilfe welche Christian aus dieser Richtung bekam, wird also nicht allzu groß gewesen sein; dafür zog aber im Jahre 1222 ein beträchtliches Kreuzzugsheer unter Führung des Herzogs Heinrichs des Bärtigen, der Bischöfe von Breslau und Lebus, und weiterer Edler aus Schlesien heran. Allerdings schienen sich im Vorfeld die beiden Herzoge (also Heinrich der Bärtige und Konrad von Polen) darüber verständigt zu haben, dass Heinrich und Konrad jeweils einen Teil des Kulmer Landes zum bleibenden Besitz bekommen würden. Dieses doppelte Ziel, das Heinrich hier vorstellte, die Verteidigung des Erzbischofs, und der Erwerb eines Teils des Kulmer Landes, konnte er ohne Christians Zustimmung gar nicht erreichen; und Christian zeigte sich anfang auch sehr abgeneigt von diesem Plan. Wenn es ihm nur um den Schutz des preußischen Landes gegangen wäre, so wäre er vermutlich auf den Vorschlag eingegangen, aber einen so kriegerischen und eroberungslustigen Fürsten als direkten Nachbarn zu bekommen, wäre dem friedlichen Preußen sicher nicht gut bekommen.

    Man einigt sich zu Lowitz über das Kulmer Land

    Zu solch gefährlichen Plänen wollte also der Erzbischof sein Einverständnis nicht geben; und er wollte es um so weniger, als er erfuhr, dass Heinrich die Burg Kolmen (Kulm, der strategisch wichtigste Punkt im Land) zu seinem Hauptstützpunkt machen wollte. Auf der anderen Seite schien es für Konrad sehr wichtig, dass gerade Heinrich die Verteidigung des kulmischen Masoviens übernehmen würde, und was die Herrschaft in diesem Land an betraf, so war es ihm eigentlich egal, ob diese bei dem Erzbischof oder bei Heinrich liegen würde, denn er selbst hatte selbige schon längst in Trümmer gehen lassen, und deshalb keinen wirklichen Nutzen mehr durch sie gehabt. Also bestürmte Konrad den Erzbischof auf das Innigste, doch diesem Plan zuzustimmen; und dieser gab endlich unter einer Bedingung nach, und es gab im August des Jahres 1222 zu Lowitz Verhandlungen, welche in einer Schenkungsurkunde mündeten die folgenden Inhalt hatte:

    „Konrad, Herzog von Masovien, tritt dem Bischof Christian von Preußen im Kulmischen Lande die Burgen Graudentz, Thorn, Kulm, und mehrere andere, mit allen dazu gehörigen Dörfern und Gütern sammt der betreffenden Landeshoheit ab, dafür dass der Bischof seine Einwilligung gibt (zum Wiederaufbau und) zur Besetzung der Hauptburg Kulm durch Herzog Heinrich und das schlesische Kreuzheer. Aus gleichem Grunde begeben sich auch der Bischof von Plock und sein Kapitel all ihrer Besitzungen und geistlichen wie weltlichen Rechte in demselben Lande zu Gunsten Christians. Die Kreuzfahrer werden dem Bischof Christian in der Burg Kulm eine Kurie und ein seinen Wünschen angemessenes Kloster bauen. Der zukünftige Besitzer des nicht bischöflichen Landesteiles wird seine Einkünfte mit dem Bischof teilen und außerdem den Zehnten an ihn entrichten. Ist dies aber der Herzog Heinrich, dann wird zwischen ihnen eine besondere Vereinbarung stattfinden.“

    An diese Schenkung schloss sich eine Reihe weiterer Schenkungen von Seiten des Herzog Letzkos, des Ritters Christin von Chrosna, des Krucko und des Herzogs Konrad an; sie alle versuchten die Wohlgeneigtheit von Christian zu erhalten. Für diesen war es ein großer Gewinn, dass er ducrh diese Schenkungen der Hauptplätze im kulmischen Land und durch das so erhaltene Übergewicht über den zukünftigen Besitzer des übrigen Landes, de facto zu einem formell unabhängigen Herrn desselben geworden war. Nun erst umfasste seine ordentliche bischöfliche Herrschaft auch ganz Preußen; und zwischen ihm und Polen lag mit der Weichsel und der Drewenz eine natürliche Grenze. Für das betroffene Gebiet selber, was bisher als wertloses Anhängsel von Masovien dahin vegetierte, war dieses Abkommen sicher auch ein großer Fortschritt, den es kam nun unter die umsichtige Verwaltung vom Erzbischof Christian und unter den militärischen Schutz von Herzog Heinrich, und wurde zu einem festen Grenzwall in Richtung Polen. Nachdem nun dieses Abkommen zu Lowitz geschlossen war, überschritt Heinrichs Kreuzfahrerheer die Weichsel, und befand sich nun komplett auf kulmischem Boden. Der Hauptzweck dieses Heeres war der Aufbau und der Schutz des Kulmer Landes; und schon ein Jahr später hatten sich diesem sogar die pommerschen Herzoge Swantopolk und Wratislaw angeschlossen, auch kamen jetzt immer wieder Zuzüge aus Deutschland hinzu.

    Aber wir sind noch ein klein wenig vom Orden entfernt.

    LG Arndt
    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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    • Antennenschreck
      Forum-Teilnehmer
      • 05.09.2011
      • 1833

      #47
      AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

      Hallöle,

      nun weiter in dieser Geschichte:

      Pommern und Masovien können keinen Frieden finden

      Allerdings brach schon im Jahre 1224 über Pommern und Polen, infolge der alten Zwistigkeiten, eine große Verheerung und ein großes Unglück herein; denn als die heidnischen Preußen erfuhren, dass der Herzog Swantopolk mit seinem ganzen Heer im kulmer Land sei, nutzten sie die günstige Gelegenheit, und brachen im Sommer des Jahres 1224 über die Weichsel in sein Land ein. Oliva wurde zerstört, und die gefangenen Mönche in Danzig, unter grausamen Qualen, am 24. September getötet. Deshalb musste Swantoplok das Kreuzzugsheer , zur Verteidigung seines eigenen Landes, schon bald wieder verlassen. Aber die heidnischen Invasoren hatten nicht erst auf seine Rückkehr gewartet, sonder sich inzwischen raubend und mordend auf das angrenzende Masovien gestürzt. Mitten im kulmer Land erreichte Konrad der Hilferuf aus seinem eigenen Land, es war so, als ob sich das ganze preußische heidnische Volk auf den Weg gemacht hätte, um Masovien in eine verbrannte Wüste zu verwandeln; und keiner könne etwas gegen solche Menschenmassen unternehmen; sogar der Herzog Konrad musste sich auf die Burg Plock zurückziehen. Sämtliche Klöster und Kirchen wurden zerstört, und die Priester und Mönche allesamt erschlagen. Selbst das christliche Preußen wurde nicht von diesen Barbaren verschont, denn in Lansanien wurde alles vom Bischof Erreichte wieder von diesen zerstört. Der Herzog Heinrich hatte inzwischen seine Pläne verworfen, und war wieder nach Schlesien zurück gegangen. Einige Reste von seinen Truppen gewährten aber dem Bischof Christian Schutz auf der Hauptburg Kulm; insgesamt war das schon ein sehr trauriger Umschwung der Verhältnisse, welche doch so hoffnungsvoll mit dem Vertrag von Lowitz anfingen. Obwohl nun die heidnischen Preußen mit einem mächtigen Kriegssturm eingefallen waren, waren ihre Absichten normalerweise nicht auf eine dauerhafte Besitznahme des Landes gerichtet; und wenn sie ihre Raub- und Mordlust befriedigt hatten, zogen sie sich immer wieder zurück, und es folgte jedesmal eine länger friedliche Phase für die verwüsteten Gegenden. Sollte das auch dieses mal so sein, so gab es für Christian die Hoffnung mit einem größeren Kreuzfahrerheer, sein Gebiet schützen, und die heidnischen Preußen doch noch bekehren zu können,; denn, dass eine bloße Verteidigung sein Werk der Bekehrung nicht weiterbringen würde, dass hatte er ja nun erlebt. Der heidnische Trotz war nur mit Waffengewalt zu brechen, wie lange er diese Entscheidung auch verschoben hatte, jetzt wurde ihm klar, in diesem Boden konnte man das Kreuz nur mit dem Schwert pflanzen. Ob er mit diesem Plan in den Jahren 1226 bis 1228 weiter gekommen ist, darüber fehlen uns genauere Nachrichten; vielleicht reiste er auch wieder durch Deutschland, um neue Kreuzfahrer zu finden.

      Der Herzog Konrad von Masovien tüftelt an einem hinterlistigen Plan

      Viel verzweifelter aber, als der Erzbischof von Preußen, war der Herzog Konrad, aus seinem Land war eine komplette Wüste geworden, und man würde viele Jahre brauchen, um diese Wunden zu heilen; und selbst wenn ihm andere polnische Fürsten unterstützen würden, sein Land vor zukünftigen Angriffen zu schützen, wie sollte er den Wiederaufbau des Landes bezahlen können. Bei diesen Betrachtungen erwachte in ihm wieder der Gedanke an das weniger zerstörte Preußen, und die päpstlichen Verbote hatten ihn nur zurückgeschreckt, aber solche Pläne nicht völlig aus seinem Herzen getilgt. Jetzt, so glaubte er, wäre ein sehr guter Zeitpunkt, um seine alten Eroberungspläne in die Tat umzusetzen; weil ja vermutlich das Bistum Preußen in diesem heidnischen Ansturm ebenfalls untergegangen sein würde, so würde ihn wohl keiner mehr daran hindern können, das herrenlose Land zu erobern. Wie anders würde doch seine Stellung unter den polnischen Fürsten sein, wenn ihm die Herrschaft über das ganze Gebiet zwischen der Ostsee, dem Bug und der Pira gehörte. Aber seine gegenwärtige Lage schien eine sofortige Umsetzung dieser Pläne nicht zuzulassen, also sann er auf einen Ausweg aus diesem Dilemma. Da brachte ihn der Bischof von Plock auf einen guten Einfall, wie er doch noch die Eroberung von Preußen in die Tat umsetzen könne. Hatte nicht auch Christian zu seinem Schutze Kreuzfahrer gewinnen können; warum sollte also nicht jetzt auch einer der vielen Ritterorden, durch Abgabe von Land, dazu bewegen lassen, dem Herzog das heidnische Volk zu unterwerfen? Höchst wahrscheinlich hatte der Herzog auch erfahren, wie gerade zu dieser Zeit der Königt Andreas von Ungarn, das Land Burtza in Siebenbürgen dem deutschen Orden geschenkt hatte, welcher sich darauf verpflichtet hatte, die wilden Kumanen, welche immer wieder in Ungarn einfielen, mit Gewalt zu bekämpfen. Nahm nun dieser Orden, was sicher möglich war, das kulmische Land an, so hörten einerseits die grausamen Verwüstungen für Masovien auf, und auf der anderen Seite war ja doch die Bekämpfung und Unterwerfung des heidnischen Preußen eine Ehrensache für einen solchen Ritterorden. Was aber eine solche Schenkung am meisten empfahl, war, dass dadurch scheinbar der Bischof Christian seine frühere weltliche Position verlieren würde, und der Papst auf jeden Fall in eine Zwickmühle käme, ganz egal ob er sich auf die Seite des deutschen Ordens, oder aber auf die Seite von Christian stellen würde. Ers mussten also schnellstens Tatsachen geschaffen werden, und der deutsche Orden das geschenkte Land übernehmen, bevor Christian erst wieder festen Fuß in Preußen fassen konnte. Konrad schickte also schon Anfang des Jahres 1226 eine Gesandtschaft an den Hochmeister Hermann von Salza nach Italien, diese sollte jenem die Schenkung der beiden Gebiete Kulm und Löbau anbieten, wenn der Orden dafür das heidnische Preußen angreifen, und für den Herzog erobern wolle. Konrads Angebot an den deutschen Orden war sehr verhängnisvoll; nicht weil die Berufung des Ordens an sich Preußen oder den Bischof in Gefahr gebracht hätte, sondern eher weil die Art und Weise des Angebotes Preußen und den Bischof in eine Konkurrenz zum deutschen Orden brachte, welche dann eine lange Kette von Unredlichkeiten, Rechtsverletzungen und Gewalttaten nach sich zog. Konrad wusste ja genau, wie Christian durch eigene Verdienste und öffentliche Entscheidungen der Päpste in seine Stellung gekommen war, und er wusste auch, dass Christian dieses Werk seines Herzens niemals lebend aufgeben würde, und er wusste, dass, auch wenn Christian im Moment von Kulm abwesend war, er trotzdem nicht ruhen werde, bis er das Zerstörte wieder hergestellt hätte, und seine heiligen Ziele erreicht haben würde. Aber Konrad trieb, wie ihm schon Innocenz im Jahre 1213 strafend vor hielt, kein frommer Eifer, sondern nur niedrige Selbstsucht, welche kein Mittel scheut und keinerlei Recht beachtet. Daher machte er den doppelten Fehler, das heidnische Preußen für herrenlos, und das christliche Land als sein Eigentum auszugeben, womit er sogar den Papst verhöhnte. Konrads Gesandtschaft, mit Günther von Plock an der Spitze, traf den Hochmeister am Hofe des Kaisers in der Nähe von Neapel. Friedrich war gerade dabei sein Versprechen einzulösen, und um den 25. Juli 1225 auf seinen Kreuzzug ins heilige Land zu gehen. Scheinbar sind die Gesandten des masovischen Herzogs mit ihrem Angebot aber erst im Februar des Jahres 1226 zum Hochmeister vorgedrungen.


      LG Arndt
      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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      • Antennenschreck
        Forum-Teilnehmer
        • 05.09.2011
        • 1833

        #48
        AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

        Hallöle,

        ich will hier mal noch ein paar Jährchen weiter zurück gehen, bei dem Thema Glauben:

        Die Entstehung der Welt in der germanischen Mythologie

        Es ist hier an der Zeit, die alte germanische Sicht der Dinge etwas näher zu betrachten. In den bishe-
        rigen Texten konnten wir lesen, wie unsere Welt nach dem Glauben unserer Urväter entstand, und
        wie sie sich weiter entwickelt hat; und auch, welchen Anteil die Götter daran hatten; wobei wir aber
        immer bedenken müssen, dass viele der angegebenen Orte rein mythischer Natur sind; also schon
        zur Zeit der Schreiber nicht mehr, oder auch nie in dieser Form existierten. Trotzdem sollten wir
        hier erst einmal über diese (lange vergangenen) Welten sprechen, welche es vor der Erschaffung
        unserer heutigen Erde gegeben haben soll. Das gesamte Weltgebilde haben sich die Alten nach
        dem Bild eines Baumes, konkret nach dem einer Esche vorgestellt; welcher sie nun den Namen
        Yggdrasil gaben. Odin selber wird uns von den Alten als eine Frucht dieses Baumes gezeigt; und;
        weil nun Yggr ein Beiname Odins war, und trasil, soviel wie getragen oder Träger bedeutet, so
        kann man hieraus wohl auch den Namen dieses heiligen Baumes ganz gut erklären. Diese Esche
        wurde nun von den Alten als bester, größter und schönster aller Bäume im ganzen Universum an-
        gesehen; seine Zweige breiteten sich nach ihrer Ansicht über die ganze Welt, und sogar bis in den
        Himmel aus. Der Baum selber stand dabei auf drei starken Wurzeln, welche sich natürlich in der
        Erde auch sehr weit ausdehnten; die eine Wurzel ging bis zu den Asen (dazu aber gleich noch
        mehr); die andere ging zu den Hrimthursen, dahin, wo früher Ginnungagap gewesen war; und die
        dritte Wurzel führte nach Niflheim; unter dieser dritten Wurzel wohnten schon lange (vielleicht
        auch schon immer) die Würmer (oder Schlangen) Hwergelmir und Nidhöggr, und nagten bestän-
        24dig an selbiger herum. Dummerweise soll aber auch ein Ast im Himmel bis zu den Asen (auf der
        Erde) gereicht haben; weshalb nun schlechterdings nicht auch noch eine Wurzel den selben Ort
        (Wohnort der Asen, eigentlich im Himmel) hätte erreichen können. Um nun diesen Widerspruch
        aufzulösen, sollten wir besser in Grimnism. 31 nachlesen, denn dort lesen wir:

        Drei Wurzeln strecken sich nach drei Seiten
        unter der Esche Yggdrasil.
        Hel wohnt unter einer, Hrimthursen unter der anderen,
        Aber unter der dritten Menschen.

        Jene Wurzel führte also offensichtlich nicht zu den Asen im Himmel, sondern zu den Menschen
        auf der Erde; und nun ergibt das Ganze auch ein viel besseres Bild. Die Spitze des Baumes führte
        nun direkt nach Walhall; und, an seinen Zweigen weidete die Ziege Heidrun, von deren Euter
        dann so viel Milch kommt, dass sie täglich ein großes Gefäß füllen kann, von dem dann die im
        Einzelkampf gestorbenen Helden (Einherier genannt, also tapfere Krieger und große Könige)
        von Odin vollauf zu trinken haben, weiterhin ernährt sich der Hirsch Eikthyrnir auch von den
        Blättern dieser Esche; von seinen Hörnern fallen nun wiederum so viele Tautropfen, dass diese
        nach Hwergelmir fließen können, um dort die großen Ströme der Unterwelt zu bilden; darüber
        können wir lesen:

        Heidrun heißt die Ziege vor Heervaters Saal,
        Die an Lärads Laube zehrt.
        Die Schale soll sie füllen mit schäumendem Meth;
        Der Milch ermangelt sie nie.
        Eikthyrnir heißt der Hirsch vor Heervares Saal,
        Der an Lärads Laube zehrt.
        Von seinem Horngeweih tropft es nach Hwergelmir;
        Davon stammen alle Ströme.

        Neben diesem Hirsch Eikthyrnir, laufen noch vier weitere Hirsche um den Wipfel der Esche her-
        um, welche ebenso die Blätter dieses Baumes und seine Knospen verspeisen; deren Namen sind
        Dain, Dwalin, Dunneyr und Durathror; das sind aber alles Namen, welche uns auf die Vergäng-
        lichkeit von Allem hinweisen. Weiterhin werden die Wurzeln von Yggdrasil auch noch von einigen
        anderen Würmern zernagt; wie schon gesagt, nagt z.B. Nidhöggr an der Wurzel herum, welche
        nach Niflheim führt. Dann gibt es da noch einen Adler hoch in den Zweigen der Esche, der von
        sehr vielen Dingen rund um Yggdrasil Bescheid weiß; und, zwischen dessen Augen sitzt nun wie-
        derum der (ebenfalls recht gut informierte) Habicht Wedrsölnir. Zwischen all dem saust dann noch
        das Eichhörnchen Ratatöskr (Zweigbohrer) hin und her, und trägt alle bösen Worte, und somit al-
        len Streit, vor allem zwischen dem Adler und der Schlange Nidhöggr weiter, darüber können wir
        lesen:

        Ratatöskr heißt das Eichhörnchen, das auf und ab rennt
        an der Esche Yggdrasil.
        Des Adlers Worte vernimmt es oben
        und bringt sie Niddhöggern nieder.
        Der Hirsche sind vier, die mit krummen Halse
        an der Esche Anschützen weiden.
        Dain und Dwalin,
        Dunneyr und Durathror.

        Als weitere nagende Würmer an den anderen beiden Wurzeln, werden uns noch Goin, Moin, Gra-
        bakr, Grafwölldr, Osuir und Swasir genannt. Wenn wir hier auch nicht alle Bilder deuten können,
        so sehen wir doch die Esche von der Ziege und den Hirschen gerupft, und von den Würmern
        (Schlangen) an ihren Wurzel angenagt; all das soll uns wohl die Vergänglichkeit allen Seins, also
        auch dieses Lebensbaumes verdeutlichen. Um dieses unvermeidbare Ende aber soweit als mög-
        lich hinaus zu schieben, bemühen sich am Boden die drei Nornen, welche gemeinsam an Urds
        Brunnen wohnen, um das Wohl dieser Esche, indem sie den Baum täglich mit dem Brunnenwas-
        ser gießen und gleichzeitig düngen. Diesen heilsamen Brunnen finden wir dann noch lange in vie-
        len deutschen Märchen wieder, wo man aus diesem das Wasser des Lebens holen kann; wegen
        seiner heiligen Kraft muss man den Brunnen unbedingt davor schützen, dass etwas Unreines in
        ihn hinein fällt. Dieses Amt wird in aller Regel einem reinen Jüngling übertragen; und alles, was
        man in diesen Brunnen taucht, kommt wie aus reinem Gold wieder heraus. Diese heilige Kraft
        wird dann auch hin und wieder auf verschiedene Bäume übertragen, welche dann aber gleich ne-
        ben einem solchen Brunnen stehen müssen, um dann z.B. goldene Wunderäpfel zu tragen. Wir ha-
        ben aber in Yggdrasil nicht nur einen Baum im räumlichen Sinn vor uns, sondern es handelt sich
        hier auch um einen Baum in der Zeit; denn Raum und Zeit gehörten schon für die alten Germa-
        nen unzertrennlich zusammen; und, erst ihr richtiges Zusammenspiel konnte ihre reale Welt er-
        zeugen. Das zeigt sich auch an den drei Brunnen, welche an jeder Wurzel einer standen:
        - Der erste Brunnen, mit dessen Wasser die Esche jeden Tag besprengt wurde, damit sie nicht fault;
        dieser Brunnen war sehr heilig; er sollte verjüngen und verschönern können. Er befand sich nun
        offensichtlich an der Wurzel, welche auch zu den Menschen oder (irrtümlich zu den) Asen reichte.
        Wenn dieser Brunnen in Asgard gestanden hätte, so wäre dass für die Götter recht praktisch gewe-
        sen, denn ihre Gerichtsstätte soll sich ja gleich neben diesem ersten Brunnen befunden haben.
        Da nun aber dieser Brunnen bei der Wurzel der Menschen am Erdboden war, ja, dann mussten die
        Götter für jede einzelne Beratung eben von der hohen Esche herunter kommen, andernfalls hätten
        es die drei Nornen mit ihren Gießkannen wohl recht beschwerlich gehabt! Dieser erste Brunnen
        nannte sich nun Urds Brunnen, nach der ältesten der drei Nornen, welche Urd, Werdandi und
        Skuld (zu deutsch, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) hießen, und entweder direkt im
        Brunnen oder gleich im Saal daneben wohnten (oder im Sommer im Brunnen, und im Winter im
        geheizten Saal); darüber kann man lesen:
        Davon kommen Frauen, viel wissende,
        Drei aus dem Saal (See) dort bei dem Stamm:
        Urd heißt die eine, die andere Werdandi
        und Skuld die Dritte.
        - Der nächste (also der zweite) Brunnen, ist Mimirs Quelle, worin sich nun Weisheit und Ver-
        stand befinden sollten; der Eigentümer dieses Brunnens ist, wie uns schon sein Name sagt, der
        26Riese Mimir. Er ist auf jeden Fall selber auch sehr klug, weil er ja täglich aus seinem Brunnen trin -
        ken kann. Eines Tages kam nun Odin zu Mimir, und wollte auch einen Becher von diesem Brun-
        nen trinken. Das erlaubte Mimir aber erst, als ihm Odin eins von seinen beiden Augen zum Pfand
        dafür gab. Die klare Aussage von diesem Ereignis ist, dass es nicht so wichtig ist, was man im Au-
        ßen mit seinen eigenen Augen sehen kann, sondern, dass es viel wichtiger ist, was einen die eigene
        Weisheit und der eigene Verstand lehren können; also dass man die Wahrheit nicht im Äußeren,
        sondern im Inneren suchen sollte.
        - Den dritten Brunnen finden wir nun erwartungsgemäß neben der dritten Wurzel, welche nach
        Niflheim führt. Hier handelt es sich aber wohl mehr um einen brodelnden Höllenkessel, den man
        nur mit sehr viel gutem Willen einen Brunnen nennen kann. Dieser Kessel hat offenbar keinerlei
        gute Eigenschaften, aber es sollen einst aus ihm die ganzen mächtigen urweltlichen Ströme (also
        auch der Urstoff für unsere Welt) der Unterwelt hervor gequollen sein.
        Die große Bedeutung dieser drei Brunnen für unsere Weltenesche wird uns nun schon etwas klarer;
        der erste Brunnen verjüngt, er ist ein Lebensbrunnen, welcher für die Entstehung und Erhal-
        tung des Lebens, vor allem aber der Menschen dient; so wie auch das Wasser unsterblich machen
        sollte, in welchem später Siegfried aus der Niebelungensage badete. Welchen Wert sollen nun aber
        die drei Nornen an diesem Brunnen haben? Da er ja nach der ältesten Norne, also nach Urd, der
        Vergangenheit benannt worden ist; sollte uns das sicherlich sagen, dass wir uns immer an unsere
        Vorfahren und unsere Vergangenheit erinnern müssen, um als ein Volk eine Gegenwart und
        eine Zukunft haben zu können. Da nun dieser Brunnen an der Wurzel steht, welche zu den Men-
        schen reicht, unterscheidet er sich klar von Mimirs Brunnen, welcher Verstand und Weisheit brin-
        gen kann, denn, mit dessen Wasser finden wir erst die Erkenntnisse, welche weit über die jetzige
        Erde hinaus gehen, und welche, deshalb gar keiner Augen (im optischen Sinne) mehr bedürfen; mit
        Mimirs Brunnen kann man daher etwas tiefer und genauer in die Vergangenheit, Gegenwart und
        weitere Zukunft blicken; was allerdings vor der Schöpfung der Weltenesche lag, dass, sagt uns
        auch dieser Brunnen nicht (hier gibt es nur den Hinweis auf einen Allvater), denn der Blick ver-
        liert sich hier sehr schnell im endlosen Meer der Ewigkeit. Einzig die ersten Riesen (die alten Eis-
        riesen), zu welchen auch Mimir gehört, haben noch eine (schwache) Erinnerung an diese Zeit;
        und selbst der weise und suchende Odin, der Klügste von allen Asen, kann diese Informationen
        nicht voll erfassen, da er ja immer noch mit einem Auge in seiner eigenen Zeit verhaftet bleibt.
        Der dritte Brunnen bei der Hel (Hölle) deutet nun direkt auf eine noch viel fernere Zeit, von der
        selbst die alten Riesen nichts mehr wissen; das ist nun der Brunnen Hwergelmir, aus dem einst der
        ganze Urstoff erquoll, zu dem dann aber auch alles Sein wieder zurück strömt, denn von dem Ge-
        weih des Hirsches Eikthyrnir tropft ja auch das ganze Wasser, welches aus der wirklichen Welt
        kommt; es geht also wieder in diesen Brunnen (zum Anfang) zurück. Wie also die Unterwelt
        (Niflhel) die Quelle allen Seins war, so wird sie später auch wieder das Ende, der Abgrund sein,
        in den Alles unweigerlich wieder zurückgehen muss. Die junge Welt wurde einst aus diesem
        Brunnen geholt, und die sterbende alte Welt muss auch wieder an diesen Ort zurück gehen.
        Also ist die Wurzel, die zu diesem Brunnen führt, auch die älteste und erste Wurzel von
        Yggdrasil. Der Adler und der Hirsch Eikthyrnir an der Spitze von Yggdrasil sollen in diesem
        Bild wohl beide die Sonne symbolisieren; und, ursprünglich wird Yggdrasil wohl nichts anderes
        gewesen sein, als der Baum, unter welchem sich die germanischen Götter zum Rat und Gericht
        trafen, weil ja nach germanischer Sitte hohe Bäume immer schon die Orte für wichtige Treffen
        und Gerichte waren; und, auch viel später noch so manche Dorfgemeinde ihre Treffen unter einer
        bestimmten Linde abhielt; ebenso brachten ja auch die drei Nornen, welche über das Schicksal
        der Menschen bestimmten, einen Platz für ihre Versammlungen. Dieser alte germanische Thing-
        baum wird hier also vortrefflich benutzt, um uns das Leben mit seiner Vergänglichkeit in drei
        Stufen zu symbolisieren; die erste Stufe entspricht der ersten Wurzel, mit der Entstehung und
        27Entwicklung eines Lebens; die zweite Stufe, also die zweite Wurzel zeigt uns den Verstand und
        die Klugheit in der Mitte unseres Lebens; und die dritte Wurzel zeigt uns das Vergehen unseres
        Lebens, und unseren Weg zu unserem Ursprung zurück.
        Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

        Kommentar

        • Enno12356
          Forum-Teilnehmer
          • 22.05.2016
          • 35

          #49
          AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

          Lieber Antennenschreck,
          danke für diesen interessanten
          Bericht. Freue mich über jeden
          Kommentar zu diesem Thema !!!
          Eva Maria - Enno12356

          Kommentar

          • Antennenschreck
            Forum-Teilnehmer
            • 05.09.2011
            • 1833

            #50
            AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

            Hallo Eva Maria,

            Das ist der Anfang (also relativ) von meinem Buch. Hier mal der nächste Absatz:

            Die neun Welten

            Immer wieder hört man auch von den neun germanischen Welten, welche scheinbar verschiedene
            Äste des Baumes darstellen sollten, hierzu kann man in den alten Schriften lesen:

            Neun Welten kenn ich, neun Äste weiß ich.
            Am starken Stamm im Staub der Erde.

            Wasthrudnir, der allwissende Jötun, behauptete, alle neun Welten, bis hinab zu Niflhel durch-
            wandert zu haben; ebenso rühmte sich auch der Zwerg Alwis (Alberich) in allen neun Welten
            gewesen zu sein, und über alle Dinge darin Bescheid zu wissen. Allerdings werden von den beiden
            nirgendwo diese neun Welten komplett aufgezählt; die neun Himmel sind nun wieder etwas Ande-
            res, und auch die zwölf (oder 13) himmlischen Hallen dürfen wir nicht mit den neun Welten ver-
            wechseln. Zwei dieser neun Welten haben wir aber bereit erwähnt, nämlich Muspelheim und Nifl-
            heim, also jene Enden der Wurzeln, die schon vor der Schöpfung vorhanden gewesen waren; sie
            bilden quasi die beiden Pole des mythischen Weltalls, und sind somit wesentlich älter als die
            Asen. Wir müssen hier aber auch noch zwischen dem nördlichen und nebligen Niflheim und Nifl-
            hel unterscheiden, da letzteres ja unter Niflheim liegt, und extrem kalt und dunkel sein soll; beide
            Welten sind über den Brunnen Hwerglmir miteinander verbunden. Niflheim und Niflhel können
            wir meistens (in diesem Buch) unter dem Namen Helheim zusammenfassen. Um nun zu dem
            Fluss Giöll zu kommen, welcher durch Niflhel oder das Totenreich fließt, muss man neun Tage
            und neun Nächte durch tiefe dunkle Täler reiten; in welchen die Schwarzalsen hausen; vermut-
            lich dachten sich die Germanen diese drei Welten, also Schwartalsheim, Niflheim und Niflhel, al-
            lesamt unter der Erde. Drei andere Welten sollten wir dagegen auf der Erde suchen:

            1. Jötunheim (die Riesenwelt, oder auch Utgard) genannt;
            2. Mitgard oder Mannheim, die eigentliche Menschenwelt, und
            3. Wanaheim, das Reich der Wanen.

            Von den genannten Welten, liegt unser Midgard, wie uns der Name schon sagt, natürlich genau in
            der Mitte der neun Welten; die Erde denkt man sich hierbei als eine kreisrunde Scheibe, um de-
            ren Rand herum das tiefe Weltenmeer liegt; so dass, diese Erdscheibe in der Mitte des Baumes
            quasi mit und in dem Weltmeer (Wendelmeer) schwebt, so ähnlich wie sich ein Eigelb mitten im
            Eiweiß befindet. Rings am Rand der Scheibe, also an der Küste des Meeres befinden sich die
            Wohnungen der Riesen. Weiter im Landesinneren der Erdenscheibe war nun unser Midgard er-
            richtet worden; es diente Asgard auch zum Schutz vor den mächtigen Riesen an den Küsten; aber
            auch die Welt der Wanen, welche Götker Seebewohner sind, müssen wir noch auf unserer Erde
            suchen. Eine siebente Welt muss man im Weltmeer selber sehen, da hier Oegir der Meergott mit
            28seiner Gattin Ran in der Tiefe lebt; also sollten wir diese Welt Oegisheim nennen. Über Oegis-
            heim als eine eigentliche Welt erfährt man in den alten Schriften aber weiter nichts, einzig in dem
            halb christlichen Solaliod wird dieser Name erwähnt; er bezeichnet hier aber das im Meer schwim-
            mende Midgard, also die gesamte Menschenwelt. Es fehlen uns also immer noch drei Welten, wel-
            che oberhalb der Erde (in Richtung Himmel) liegen; eine davon haben wir aber schon öfters ge-
            nannt, Asenheim oder Asgard, welches vom Riesenheim durch den Strom Ising getrennt wird.
            Die andere Welt, Ljosalsaheim, die Welt der Lichtalsen, sollte man nun direkt in der Sonne su-
            chen, denn man kann lesen, da haust das Volk, das man Lichtalsen nennt; und, die Lichtalsen sind
            nun sogar noch viel schöner als die Sonne selber, ganz im Gegensatz zu den Schwarzalsen, welche
            schwärzer als Pech sind. Es ergibt sich nun also die folgende Anordnung der neun Welten:

            1. Über der Erde: Muspelheim, Ljosalsaheim, Asgard oder Asenheim.
            2. Auf der Erde: Jötunheim, Midgard (oder Mannheim), und Wanaheim.
            3 Unter der Erde: Swartalsheim, Niflheim und Niflhel.

            Nach einer alten deutschen Sage hätten einst Gott und der Teufel ihre Welten durch eine Mauer
            voneinander trennen wollen; diese Mauer hätte nun aber der Teufel in einer einzigen Nacht vor
            dem ersten Hanenschrei erbauen sollen. Da nun aber der Hahn viel zu früh geschrien hätte, wäre
            der Teufel mit seiner Mauer nicht zum Ende gekommen, und sie blieb auf immer unvollendet. Ge-
            meint ist damit wohl der römische Pfahlgraben, der bis heute auch Teufelsmauer genannt wird;
            wobei dann die Römer wohl die Teufel gewesen sein müssten.

            LG Arndt
            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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            • Antennenschreck
              Forum-Teilnehmer
              • 05.09.2011
              • 1833

              #51
              AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

              Ja, und wie ging die Sache nun weiter:

              Die goldene Zeit und die Unschuld der Götter geht zu Ende

              Die Edda erzählt uns von einer lange vergangenen verlorenen goldenen Zeit, mit unschuldigen
              Göttern; das war eine Zeit gewesen, als die Götter der Sonne und dem Mond ihren Platz ange-
              wiesen, und den Lauf der Sterne geregelt hatten; sie hatten damals der Nacht und dem Neumond
              ihre Namen gegeben und die Zeiten geordnet; um das alles abzusprechen, trafen sich die Götter
              regelmäßig auf dem Idafeld. Kurz danach folgte dann die Schöpfung der Zwerge. Die Götter
              schafften sich damals Schmelzhütten, um, mittels dieser, dann eiserne Werkzeuge herzustellen, wo-
              bei man das benutzte Metall zwar als Gold bezeichnete; aber dass wird vermutlich nur ein Synonym
              für den großen Nutzen der verarbeiteten Metalle gewesen sein; da man das weiche Gold eigentlich
              nicht für harte Werkzeuge verwenden konnte. Dieses goldenen Zeitalter wurde dann durch die An-
              kunft drei bestimmter Frauen aus Jötunheim abrupt beendet. Nun setzten sich die Götter wieder
              auf ihre Stühle, und beratschlagten, wie man wieder Ordnung in die Streitereien bekommen könnte.
              Das ganze Elend kam vermutlich in die Welt der Götter, als die angekommenen Frauen mit ihrer
              Goldgier das vordem friedliche Leben der Götter in eine erste Katastrophe stürzten. Es ist daher
              sehr wichtig, dass, geich nach dieser friedlichen goldenen Phase die Zwerge auf der Erde erschei-
              nen, welche das begehrte Gold aus der Erde holen müssen; diese Zwerge nutzten nun oft die Gier
              der drei Riesenfrauen nach Gold für ihre eigenen Zwecke aus; damit war also das goldene göttliche
              Zeitalter für immer, durch die weibliche Gier der drei Thursentöchter nach Macht und Reich-
              tum beendet worden; welch eine Ironie; das goldene Zeitalter der Götter wurde ausgerechnet durch
              Gold beendet. Aber diese drei Thursentöchter aus Riesenheim, sind auch genau jene drei Nornen
              (Zeitgöttinen), welche Yggdrasil pflegen; die reale Weltzeit konnte also erst nach dem Ende der
              goldenen göttlichen Zeit beginnen. Dass, durch das Gold, auch das Böse in die Welt gekommen
              ist, und damit die Unschuld verloren ging, sagt uns auch der Wöluspa:

              Da wurde Mord in der Welt zuerst,
              Da sie mit Gabeln die Goldstufe (Gullweig) stießen,
              In der hohen Halle die hell brannten.
              Dreimal verbrannt ist sie, dreimal neu geboren,
              Oft, unselten, doch lebt sie noch.

              Als die Zwerge all ihr Gold in der hohen Halle (Walhalla) schmolzen, da kam sofort auch das
              Böse in die Welt; der oben erwähnte Mord ist aber nur ein poetischer Ausdruck für das Gold, was in
              die Welt kam, und was, die Götter dreimal versuchten, wieder aus ihr zu verbannen; wobei durch
              den Nachsatz von oft und unselten wohl gesagt werden soll, dass man das Selbe auch noch später
              immer wieder erfolglos versucht hatte. Ebenso kam damals auch der erste Krieg durch das Gold in
              die Welt der Götter; dieser war wohl der Wanenkrieg, welcher aber noch mit einem Friedens-
              schluss endete; infolge dessen musste der Wanenherrscher Niördhr mit seinen beiden Kindern
              Freyr und Freyja als Geiseln zu den Asen gehen. In diesem sogenannten Frodisfrieden, wurde der
              ganze Goldschatz der Asen vom Zwerg Andwari mit einem Fluch belegt, der auch noch jedem
              späteren Besitzer einen sicheren Untergang bringen sollte. Da wir aber sonst nichts weiter über die-
              sen ersten Krieg lesen können, können wir hier nur über den Friedensschluss und dessen Bedingun-
              gen berichten. Während dieser Friedensschluss den laufenden Krieg beendete, hatte sich schon bald
              wieder ein neuer Konflikt entwickelt, dessen Ursachen allerdings schon in der dunkelsten Vergan-
              genheit lagen; es war dies nämlich der immer währende Gegensatz zwischen den Asen und den
              Riesen gewesen, also der grundsätzliche Gegensatz zwischen guten und bösen Mächten; dieser
              Gegensatz war auch nicht mit einem Friedensschluss beizulegen, denn, er war ja von einer so
              grundsätzlichen Natur, dass er immer wieder zu neuen Auseinandersetzungen zwischen diesen
              beiden Mächten führen musste. Diesen Kampf hätten die Götter aber auf lange Sicht gewinnen
              können und müssen, wenn sie nicht inzwischen selber auch der Sünde verfallen wären. Aber in
              der Welt der Götter hatte ja das Böse, durch das Gold, auch immer weiter an Macht gewonnen, wie
              man an den folgenden Versen sehen kann:

              Da gingen die Berater zu den Richterstühlen,
              Hoch heilige Götter hielten Rat,
              Wer mit Frevel hätte die Luft erfüllt,
              Oder den Riesen Odurs Braut gegeben?
              Von Zorn bezwungen zögerte Thor nicht,
              Er säumt selten wo er solche vernimmt:
              Da schwanden die Eide, Wort und Schwüre,
              Alle festen Verträge jüngst erdacht.

              Wir wollen hier diese rätselhaften Worte etwas genauer erläutern: Als die Götter damals Mid-
              gard und Walhall erschaffen hatten, da riefen sie einen Baumeister (namens smidhr), der ihnen
              in eineinhalb Jahren eine feste Burg gegen die Bergriesen und Hrimthursen erbauen sollte, für
              den Fall, dass diese über Midgard in ihr Reich einbrechen würden. Aber dieser Baumeister ver-
              langte dafür Freyja zur Frau, und Mond und Sonne noch als Lohn dazu. Die Asen versprachen
              nun dem Baumeister den geforderten Lohn, wenn er diese Burg innerhalb eines Winters erbauen
              könnte; wenn aber am ersten Sommertag noch irgend etwas an der Burg fehlen würde, so sollte er
              überhaupt keinen Lohn bekommen; nebenbei dürfte er sich bei dem Bau auch von Niemand helfen
              lassen. Als sie dem Baumeister diese harten Bedingungen stellten, da verlangte dieser, dass ihm we-
              nigstens sein Pferd Swadilfari helfen dürfen solle; und, Loki war der Meinung, dass man dem
              Baumeister dieses auf jeden Fall erlauben müsse. Also startete der Bau ab dem ersten Wintertag;
              tagsüber setzte der Baumeister Stein auf Stein, und in der Nacht holte er wieder neues Material mit
              seinem Pferd heran. Für die Asen erschien es als ein großes Wunder, wie das Pferd ganze Felsen auf
              einmal heranzog; wobei der Baumeister sogar dreimal soviel Arbeit wie sein Pferd verrichtete. Als
              nun der Sommer nahte, beschleunigte der Baumeister den Bau so sehr, wie es irgend ging; drei Tage
              vor Sommeranfang war dann die Burg so groß und stark, dass ihr kein Angriff hätte mehr schaden
              können, es musste nur noch das Burgtor fertig gebaut werden. Nun setzten sich die Götter zusam-
              men, und warfen sich gegenseitig vor, dass man ja versprochen habe, Freyja nach Jötunen zu ge-
              ben, und Mond und Sonne gleich noch mit dazu; man würde so eine Göttin verieren und den gan-
              zen Himmel verderben. Da einigte man sich darauf, dass die ganze Schuld für diesen ungünstigen
              Vertrag mit dem Baumeister einzig bei demjenigen liegen würde, dem man bisher auch schon alles
              in die Schuhe geschoben hatte, nämlich bei Loki, Lauseyjas Sohn. Man beschloss deshalb, dass
              Loki eines ganz üblen Todes sterben müsse, wenn er diesen Vertrag mit dem Baumeister nicht
              wieder rückgängig machen könne. Und, weil die versammelten Götter alle auf den armen Loki ein-
              drangen, gab er sich am Ende geschlagen, und versprach, alles so zu arrangieren, dass der Baumeis-
              ter um seinen sicheren Lohn kommen würde. Als nun der Baumeister an diesem Abend mit seinem
              Ross neue Steine holte, da wieherte am nahen Waldrand eine hübsche Stute (der verwandelte Loki)
              nach dem Pferd des Baumeisters. Der Hengst konnte und wollte nun einfach nicht mehr arbeiten,
              und zerriss seine Stricke, und rannte hinter der Stute hinterher. Der Baumeister rannte nun die ganze
              Nacht hinter seinem Pferd hinterher, um es wieder einzufangen. Das ganze Versteckspiel dauerte
              nun die ganze Nacht an, ohne dass ein einziger Stein transportiert worden wäre. Weil nun aber keine
              Steine mehr in der Burg waren, konnte der Baumeister am folgenden Tag auch nicht mehr weiter
              bauen; nun wurde dem Baumeister klar, dass man ihn hier ausgetrickst hatte, und, dass er nun wohl
              auch keinen Lohn für seine ganze Mühe bekommen würde; nun geriet er in eine sehr große Wut.
              Die Asen hatten aber inzwischen gemerkt, dass es sich bei ihrem Baumeister eigentlich um einen
              Bergriesen handelte, und beachteten die Verträge mit diesem nicht mehr; trotzdem oder gerade des-
              wegen bekamen sie nun eine große Angst vor ihrem ehemaligen Baumeister, und riefen Thor mit
              seinem Hammer Miölnir zur Hilfe. Thor bezahlte nun den versprochenen Baulohn auf seine speziel-
              le Art, indem er den Bergriesen in kleine Stücke zerschlug, und diese dann nach Niflhel warf. Zwi-
              schen dem verwandelten Loki und dem Pferd des Baumeisters war es in jener Nacht aber auch zu
              einem Kontakt gekommen, welcher dann nach einer Zeit zu einem Füllen führte, welches grau aus-
              sah, und acht Beine hatte; in diesem Pferd erkennen wir nun das sätere Reittier von Odin, mit dem
              Namen Sleipnir; das beste Pferd, was die Götter und die Menschen jemals gesehen haben. Bei dem
              betrogenen Baumeister handelt es sich eigentlich um den Winter selbst, und sein Pferd Swadilsari
              (Eisführer) symbolisiert hier wahrscheinlich den eisigen Nordwind; somit handelt es sich bei dem
              Bollwerk gegen die Eisriesen wohl eher um eine Eiswand, welche im Sommer unter normalen Be-
              dingungen sowieso wieder weg getaut wäre, weshalb der Baumeister mit der Sonne und dem Mond,
              auch das Licht und die Wärme von den Asen nehmen wollte. Also hätte die Burg, welche zum
              Schutz der Götter dienen sollte, über kurz oder lang zu ihrem sicheren Untergang geführt. Wenn
              nun des Baumeisters Hengst also der Nordwind gewesen sein soll, so musste die verwandelte Loki-
              stute, als sein Gegenspieler zwangsläufig der warme Südwind sein. Die sich nachlaufenden Pferde
              im Wald stellen somit den Wechsel und Wandel der Winde beim Anbruch des Frühjahres dar. In ih-
              rer Angst vor dem unheimlichen Baumeister rufen nun die Götter den sommerlichen Thor mit sei-
              nem Hammer (dem Gewitter, was es im Winter eigentlich nicht gibt); selbiger zerstört nun mit eini-
              gen Blitzschlägen und einer nachfolgenden Wärme alles, was vom winterlichen Eis noch übrig war.
              Bis an diesen Punkt kann man den Mythos wahrscheinlich noch auflösen, aber viel weiter kommen
              wir hier dann nicht mehr. Odins windschnelles Pferd ist also von zwei gegensätzlichen Winden ge-
              zeugt worden, und seine acht Beine sollen wahrscheinlich die acht Hauptwinde der Windrose dar-
              stellen; seine graue Farbe stellt eine Mischung zwischen schwarzen südlichen Feuerwind und dem
              weißen kalten Nordwind dar.

              LG Arndt
              Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

              Kommentar

              • Antennenschreck
                Forum-Teilnehmer
                • 05.09.2011
                • 1833

                #52
                AW: Ein ungeklärtes Rätsel: Die "Hagemann=Strasse" in Ober-Buschkau

                Hallöle,

                ich überspringe nun mal einige Ereignisse, und komme direkt zum Ende der Götterwelt:

                Baldurs Tod, und das Ende der alten Welt
                Die Asen waren erschrocken von den bösen Träumen, welche Baldur plagten, und sie versprachen
                ihm, alles Machbare zu tun, um ihm seine Sicherheit zu gewährleisten. Deshalb nahm auch Frigg
                Eide vom Feuer und Wasser, vom Eisen und von allen anderen Erzen, von Steinen und Erden, von
                Bäumen, Krankheiten, Giften, allen vierfüßigen Tieren, Vögeln und Würmern ab, dass Baldur nie-
                mals etwas Böses tun würden. Als sie das getan hatten, versuchten sie Baldur im Spiel mit Steinen
                oder anderen Dingen zu bewerfen; was sie aber auch immer nach ihm warfen, sie konnte Baldur
                nicht schaden; die abgenommenen Eide schienen also ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Als aber
                Loki sah, dass Baldur nun wohl als einziger Ase unverletzlich wäre, gefiel ihm das gar nicht so gut;
                deshalb verkleidete er sich als Frau, und ging zu Frigg nach Fensal. Frigg fragte nun die Asin (also
                den verkleideten Loki), was denn die Asen in ihrer letzten Versammlung Wichtiges beschlossen hät-
                40ten. Loki antwortete, dass die Asen einen Zauber auf Baldur gelegt hätten, wonach man alles auf
                diesen schießen könne, ohne ihn auch nur im Mindesten zu verletzen. Da sagte Frigg, weder Waffen
                noch Bäume können Baldur schaden, denn von diesen Dingen allen haben sie Eide genommen. Da
                fragte Loki, ob denn wirklich von allen Dingen Eide abgenommen worden wären, um Baldur zu ret-
                ten. Darauf antwortete ihm Frigg: Östlich von Walhall wächst eine Staude, Mistilstein genannt, die
                schien uns zu jung, um von ihr einen Eid abzunehmen. Darauf ging Loki wieder von Frigg fort, und
                wandte sich direkt zu jener Staude, namens Mistilstein, riss diese aus dem Boden; und ging damit
                zur Asenversammlung. Am äußersten Rand der Versammlung stand Hödur, denn er war blind. Nun
                sprach Loki zu Hödur: Warum schießt denn nicht auch einmal nach Baldur? Dieser antwortete: Das
                hat keinen Wert, denn ich sehe Baldur sowieso nicht, und außerdem habe ich auch gar keine Waffe.
                Da sagte Loki zu Hödur: Tu doch Baldur den Gefallen, so wie es die anderen Männer ja auch ma-
                chen, ich werde dir schon sagen, wohin du zielen musst; als Waffe magst du diesen dünnen Stock
                verwenden. Hödur nahm nun den angebotenen Mistezweig, und schoss nach Lokis Anweisungen
                auf Baldur. Der Schuss lag sehr gut, und durchbohrte Baldur, so dass dieser schon tot war, bevor er
                auf der Erde aufkam; dieses Ereignis war nun aber das größte Unglück, was die Götter und die
                Menschen jemals treffen konnte. Wie Baldur nun am Boden lag, da standen die Asen alle sprachlos
                um ihn herum, und keiner traute sich, ihn auch nur anzufassen. Sie sahen sich gegenseitig an, und
                ihre Wut war auf denjenigen gerichtet, der den tödlichen Pfeil geschossen hatte; zum Glück für Hö-
                nir, durfte ihm aber niemand etwas tun, denn man befand sich ja in einer heiligen Freistätte. Als
                dann aber wieder etwas Bewegung in die erstarrten Götter kam, konnten sie vor Schmerz lange kei-
                ne Worte finden, sondern weinten nur leise vor sich hin. Am meisten traf dieser Verlust aber Odin,
                denn, keiner, außer ihm, wusste im Saal, das mit Baldurs Tod der baldige Untergang von Yggdrasil
                eingeläutet worden war. Als man sich nun wieder ein wenig gefasst hatte in Asgard, da fragte Frigg,
                wer von den Göttern den Mut hätte, um nach Helweg zu reisen, um den Riesen in der Hölle ein Lö -
                segeld für die Freigabe von Baldurs Seele zu bieten; sofort meldete sich Hermödhr, Odins Sohn, um
                in die Hölle zu den Riesen zu reiten. Man holte also Sleipnir, Odins Pferd, Hermödhr schwang sich
                in seinen Sattel, und stob von dannen. Nun erst, nahmen die Asen Baldurs Leiche, und brachten sie
                zur See. Hier ankerte Baldurs großes Schiff Hringhorn; auf dieses wollten die Asen Baldurs Körper
                bringen, und zusammen mit dem Schiff auf der offenen See verbrennen; sie konnten aber das Schiff
                keinen Millimeter von der Stelle bewegen. Deshalb sandten die Asen nun nach Jötunheim, nach ei-
                ner Riesenfrau, damit diese das Schiff in die See schiebe. Tatsächlich kam nun auch bald die Rie-
                senfrau Hyrrockin auf einem Wolf daher geritten, welcher mit einer Schlange eingezäumt war. Als
                diese nun von ihrem großen Wolf gesprungen war, da rief Odin vier Berserker herzu, um diesen
                festzuhalten; was sie aber nur schaffen konnten, indem sie ihn umwarfen. Nun trat die Riesenfrau
                an das Vorderteil des Schiff heran, und stieß es so heftig ins Wasser, dass das ganze Land erzitterte.
                Odin war aber über diese rohe Gewalt so zornig, dass er der Riesin sicherlich ihr Haupt mit seinem
                Hammer zertrümmert hätte, wenn sich nicht die anderen Götter für sie verwendet hätten. Nun wur-
                de Baldurs Leiche mit dem Schiff auf die See hinaus gebracht werden, seine Frau Nanna aber wur-
                de an Land auf einem Scheiterhaufen verbrannt; der Zwerg Lit, der bei dieser heiligen Handlung
                achtlos herum rannte, wurde von Thor gleich mit auf den brennenden Scheiterhaufen geworfen. Bei
                dieser Leichenverbrennung gab es viele Zuschauer; als erster wäre da natürlich Odin selber zu nen-
                nen, weiterhin waren hier aber auch Frigg und die Walküren, wie auch Odins Raben mit zugegen;
                ebenso hatten sich hier auch noch Freyr, Heimdall und Freyja mit ihren Katzen eingefunden; an-
                sonsten war auch noch eine große Menge Hrimthursen und Bergriesen zugegen. Odin legte nun
                auch noch den Ring Draupnir oben auf den Scheiterhaufen; seit diesem Tag tropfen von ihm jede
                neunte Nacht, acht weitere gleich schöne Ringe von ihm ab; selbst Baldurs Hengst wurde mit sei-
                nem ganzen Geschirr dem Feuer übergeben. Hermodur ritt unterdessen neun Nächte und neun
                dunkle Tage durch tiefe Täler; so dass er eigentlich gar nicht sehen konnte, wohin er eigentlich ritt,
                bis er dann endlich zum Grenzfluss Giöll kam, und über die Giöllbrücke reiten konnte, welche kom-
                plett mit glänzendem Gold belegt war. Diese Brücke wurde damals von der Jungfrau Mödgudr be-
                41wacht, sie fragte den Reiter nach seinem Namen, und sagte noch, dass schon gestern fünf Haufen
                mit toten Männern über die Brücke geritten wären, und dass, er ja so gar nicht wie ein Toter ausse-
                hen würde; weshalb sie nicht verstehen würde, was er ausgerechnet auf diesem Weg zur Hölle wol-
                le. Hermodur antwortete ihr, dass er zur Hölle reiten müsse, um die Seele von Baldur wieder frei
                kaufen zu können. Und dann fragte er die Jungfrau noch, ob denn auch Baldur schon bei ihr vorbei
                gekommen wäre. Da antwortete Mödgudr, dass auch Baldur schon über diese Brücke geritten sei,
                und dass, gleich nach der Brücke der Weg direkt in die finstere und kalte Hölle führen würde. Uner-
                schrocken ritt nun Hermodur über die Brücke, direkt, bis er vor dem Höllengitter zum Stehen kam;
                hier sprang er von seinem Pferd, und zog alle Riemen von dessen Zaumzeug fester an, sprang da-
                nach wieder auf Sleipnir, und gab diesem die Sporen. Jetzt setzte der Hengst so heftig über das Git-
                ter, dass er es nirgendwo berührte. Dann ritt Hermodur auf die einzige sichtbare Halle zu, stieg vom
                Pferd und trat ein. Hier sah er nun seinen Bruder Baldur auf einem Ehrenplatz sitzen, worüber er
                sich sehr freute; und sie redeten die ganze Nacht miteinander. Am nächsten Morgen verlangte nun
                Hermodur von Hel (vermutlich der Oberteufel), dass Baldur wieder mit ihm nach Hause reiten sol-
                le, weil die Asen über dessen Weggang sehr trauern würden. Aber Hel antwortete nur, es müsse sich
                erst noch erweisen, ob Baldur von den Asen wirklich so sehr geliebt werden würde, wie es Hermo-
                dur behauptete. Und, wenn alle Dinge in der Welt, die toten und die lebendigen, über Baldurs Weg-
                gang weinen würden, dann dürfe er wieder zurück nach Asgard gehen, wenn aber auch nur ein ein-
                ziges Ding oder ein einziges Wesen nicht über Baldurs Schicksal weinen würde, ja, dann müsse er
                für immer in der Hölle bleiben. Da stand Hermodur auf, und nahm von Baldur einige Geschenke
                entgegen, unter anderem den Ring Draupnir, den Odin in die Flammen geworfen hatte, und ritt wie-
                der nach Asgard zurück; hier berichtete er alles was er in der Hölle gesehen hatte, und auch dass,
                was der Teufel für Baldurs Freigabe gefordert hatte. Nun sandten die Asen Boten an jeden Ort der
                Welt, und baten jedes Ding und jedes Wesen darum, um Baldur zu weinen. Es weinte nun die ganze
                Welt um Baldur, jeder Gott, jedes Wesen, jeder Stein, jede Pflanze, einfach jedes Ding und jedes
                Lebewesen. Als die Gesandten dies sahen, meinten sie, ihren Auftrag soweit erfüllt zu haben; sie
                fanden nun aber noch eine Höhle, in der ein Riesenweib namens Thöck hauste; die baten sie nun
                auch noch, doch bitte um Baldur zu weinen. Die Riesin aber antwortete:
                Thöck muß weinen mit trockenen Augen
                über Baldurs Ende.
                Nicht im Leben noch im Tod hatte ich Nutzen von ihm:
                Behalte also die Hölle was sie einmal hat.
                Man könnte nun meinen, dass dies Loki war, der hier in der Verkleidung als Riesin Thöck den Asen
                soviel Ärger bereitet; so umfangreich die ganze Erzählung auch ist, so fehlt hier z.B. die Rache, die
                Wali an Hödur dem eigentlichen Mörder von Baldur nahm; es fehlen auch die Worte, welche Odin
                seinem toten Sohn Baldur ins Ohr geraunt hat, als dieser schon im Feuer lag. Das Odin seinem Sohn
                noch etwas mit auf dem Weg in die Hölle gab, wissen wir, weil nämlich der allwissende Riese Jötun
                mit Odin über verschiedene Dinge gestritten hatte, und sich diesem unterwerfen muss, weil er eine
                bestimmte Frage eben nicht beantworten konnte, die da lautete:
                Was sagte nun Odin seinem Sohn ins Ohr
                als er die Scheitern bestieg?
                An genau dieser Frage erkannte der Riese nun aber auch, dass er sich die ganze Zeit mit Odin her-
                um gestritten hatte. Was nun Walis Rache an Hödur betrifft, so erfahren wir davonin der Weg-
                tamskwida, hier nennt man allerdings Odin Wegtam; was nun beides im eigentlichen Sinn als Wan-
                derer aufzufassen ist. Nun aber zur Deutung dieses ganzen Geschehens: in Baldur sah man damals
                die Herrschaft des Lichtes zur Mittsommerwende; sein Tod repräsentiert also die Neige des Lichtes
                42in der Sommerwende, gerade da, wo die Tage am längsten sind, nun aber wieder kürzer werden,
                und das Licht sich wieder zu neigen beginnt. Sein Mörder musste also demzufolge zwangsläufig der
                lichtlose, also blinde Hödur (Heljar, Geselle der Hölle) sein, weil er ja das Dunkel des Winters dar-
                stellt, dessen Herrschaft sich nun vorbereitet, und zur Julzeit (Weihnachten) vollendet wird; wo
                dann aber nach dem kürzesten Tag die Sonne auch wieder neu geboren wird. Auch Hödur ist wahr-
                scheinlich ein Sohn von Odin, wofür wir aber in der Edda keinen direkten Beleg finden; in Skalds-
                kap. wird er aber Odins Sohn genannt. Zumindest ist er auch nach der Edda ein Ase, und kein Riese,
                weil er ja nur das unschädliche Dunkel ist, das sich mit dem Licht auf natürliche Weise immer ab-
                wechseln muss. So betrachtet, ist Hödur an diesem Mord rein rechtlich eigentlich unschuldig; denn
                Loki hatte ihm ja den tödlichen Speer gegeben, und sein Hand beim Wurf gelenkt. Allerdings sah
                man das in der Welt der Asen vollkommen anders, denn hier gab es noch die Blutrache, welche kei-
                ne Ausnahme duldete: das vergossene Blut muss unbedingt mit dem Blut des direkten Mörders ge-
                rächt werden, und dieser Akt duldet auch keinen Aufschub, es gibt da noch nicht einmal Zeit zur
                Beratung, oder um sich die Hände oder die Haare zu waschen und zu kämmen; das Alles kann man
                erst tun, wenn man seiner heiligen Pflicht der Rache nachgekommen ist. Deshalb musste Wali den
                Tod Baldurs sofort an Hödur rächen; man konnte nicht erst untersuchen, ob vielleicht jemand an-
                ders an diesem Mord die Schuld trägt. Da half es auch nichts, dass Wali erst einen Tag alt war, er
                bekam schon mal seine erste Aufgabe (also einen unschuldigen Blinden zu töten):
                Baldurs Bruder war kaum geboren,
                Der Odins Erben einnächtig fällte.
                Die Hände nicht wusch er, das Haar nicht kämmt er
                Bis zum Holzstoß trug er Baldurs Tödter.
                Der eigentliche Mörder war ja nun aber Loki gewesen; er war derjenige, der die Abnahme des Lich-
                tes initiiert hatte, indem er den Mistelzweig in Hödurs Hände legte. Baldurs Unverletzlichkeit er-
                klärt sich eigentlich schon aus der Natur des Lichtes; die einzige Waffe, die ihm etwas anhaben
                konnte, war die Dunkelheit des Winters: Das nun hier gerade von der Mistel kein Eid abgenommen
                worden war, könnte daran liegen, dass sie als Schmarotzer niemals ein selbstständiges Leben führte;
                und deshalb einfach übersehen worden war. Witziger Weise galt die Mistel bei den germanischen
                Völkern, und ganz besonders bei den Kelten als heilige Pflanze. Plinius sagt uns, die keltischen
                Druiden hätten gar nichts Heiligeres gekannt, als eine Eiche, auf der eine Mistel wuchs. Dieen
                Glauben bestärkte noch, dass die Mistel nur auf Bäumen wuchs, und sich nicht säen ließ. Der Auf-
                tritt von Thor bei diesem Ereignis scheint zunächst keine tiefere Bedeutung zu haben, zumal ja ein
                solcher Scheiterhaufen nach nordischer Sitte immer von Thors Hammer geweiht werden muss.
                Aber, er bedroht mit seinem Hammer auch die Riesin Hyrrockin, welche das Schiff nach seiner An-
                sicht zu heftig in den See stößt; das könnte man nun seiner allgemeinen Abneigung gegen die Rie-
                sen zuschreiben, weil er diese schon immer als zerstörerische und verderbliche Naturgewalten be-
                trachtete. Diese Riesin könnte hier den sengenden Sonnenbrand darstellen, der oft nach der Som-
                mersonnenwendeübers Land fegt, und ihr Name Hyrrockin (die Feuerberauchte) würde ebenfalls
                für eine solche Deutung sprechen. Das Schiff Hringhorn kann hier eigentlich nur die Sonne selber
                sein, oder eben auch die Bahn des Lichtes, das inzwischen seinen Höhepunkt erreicht hat, und nach
                einer kurzen Ruhepause, mit einem gewaltigen Ruck (durch die Riesin), seinen Weg in die Versen-
                kung nimmt.
                So fährt nun Hringhorni,
                flammend in Sonnenglut dahin;
                aber es trägt nur noch
                43die Leiche seines Gottes dahin.
                Hier bricht auch Baldurs Gattin, Neps Tochter Nanna das Herz, und man kann sie jetzt auch nur
                noch mit auf den Scheiterhaufen legen, um sie zu verbrennen. Man könnte in ihr die Blumenblüten
                sehen, welche mit der Abnahme des Lichtes dahinwelken. Wir hören hier auch noch von dem Zwerg
                Lit, der vor Thors Füßen herum läuft, und den er dann auch noch missmutig auf den Scheiterhaufen
                wirft. Hier meint der Mythos wahrscheinlich die bunten Farben (Litr) des Frühsommers, die mit
                dem Licht natürlich auch vergehen müssen. Die ganze Natur klagt hier über Baldurs Tod, weil sie ja
                unbedingt dessen Licht benötigt, und die Anwesenheit der Hrimthursen und Bergriesen zeigt uns,
                dass auch diese eigentlich lichtscheuen Gestalten das belebende Sommerlicht nicht ganz vermissen
                möchten. Nun wissen wir auch, wo die alte deutsche Redensart: „Da müsste sich sogar ein Stein er-
                barmen!“ eigentlich herkommt. In Thöck, die Baldur nicht aus der Hölle zurück weinen wollte, fin-
                den wir nun allerdings die kalte und herzlose Selbstsucht, die niemals jemandem helfen würde,
                wenn sie nicht auch selber einen Nutzen davon hätte; denn in die dunkle Höhle der Riesin Thöck
                dringt sowieso niemals ein Lichtstrahl ein, also hat sie selber auch gar nichts von Baldurs Befrei-
                ung; ihr Name wurde uns aber sicherlich nicht richtig überliefert, denn er sollte besser Döck heißen,
                für das vom Licht unerhellte Dunkel. Die ganze Welt klagte also um Baldurs Tod, nur die böse Ei-
                gensucht konnte das eben nicht erweichen. Der Ring Draubnir, den Odin mit auf den Scheiterhaufen
                legte, und den ihm Baldur zum Andenken aus der Hölle zurück sandte, bekam nun die in seinem
                Namen liegende Eigenschaft, das jede neunte Nacht acht weiter identische Kopien von ihm abfie-
                len; das soll hier vermutlich ganz allgemein auf den Segen durch die Fruchtbarkeit und Vermehrung
                hinweisen; man hat aber diesen Ring auch schon auf die Mondphasen bezogen, und die elf goldenen
                Äpfel der Göttin Idun dementsprechend auf die elf Monatssonnen gelegt. Baldur ging nun zur Höl-
                le, und kehrte nie wieder zurück; er würde erst wieder in einer erneuerten Welt erscheinen dürfen.
                Der Winter, der durch Baldurs Tod herbei geführt wurde, war also kein normaler Winter; es war der
                sogenannte Fimbulwinter, auf den kein Sommer mehr folgte; sondern, nun folgte der Untergang der
                alten Welt. Die alten Götter hatten nun ihre Unschuld verloren; und, die kläglichen Reste davon,
                hatte der unschuldige Baldur mit sich in die Hölle genommen; denn er konnte bei diesen sündigen
                Göttern nicht mehr länger bleiben. Loki hatte mit seinem Brudermord der Hölle die Türen nach
                Walhalla geöffnet, es war einfach die Spitze des sittlichen Verderbens in dieser Götterwelt gewesen;
                hier gab es kein Zurück mehr; nun folgte der Kampf Jeder gegen Jeden, es folgte die Wolfszeit, in
                die die Welt nun zwangsläufig stürzen musste. Hier endet also die mythische Welt der alten germa-
                nischen Götter.


                LG Arndt
                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                • Antennenschreck
                  Forum-Teilnehmer
                  • 05.09.2011
                  • 1833

                  #53
                  AW: Ein ungeklärtes Rätsel: Die "Hagemann=Strasse" in Ober-Buschkau

                  Hallöle,

                  Hier nun einmal der Glauben der Deutschen aus Sicht der Römer:

                  Die Götter der alten Deutschen

                  Die alten Deutschen verehrten zu Cäsars Zeiten, also ein halbes Jahrhundert vor unserer Zeitrech-
                  nung, scheinbar keine anderen Gottheiten mehr, als die Sonne, den Mond und das Feuer, welche
                  ihnen Wärme und Licht verschafften, ihnen also fühlbare große Wohltaten erwiesen. Die germani-
                  schen Priester waren keine gelehrten Druiden, so wie bei den Kelten, welche sie, da sie dem Opfern
                  noch wenig Wert beilegten, auch gut entbehren konnten. Doch opferten sie zuweilen Menschen,
                  welche der Krieg in ihre Hände geliefert hatte. Ihre Weiber waren auch gleichzeitig ihre wichtigsten
                  Wahrsagerinnen. Aber schon einhundertfünfzig Jahre später, also zu Tacitus Zeiten, hatte sich
                  scheinbar der Begriff der Deutschen von den Gottheiten schon sehr vervielfältigt, oder sie waren
                  eben den Römern inzwischen nur bekannter geworden. Diese sahen nun, dass die Deutschen auch
                  die Erde, als die Stammmutter des gesamten Menschengeschlechtes, und den Thuist als den Ur-
                  heber ihrer eigenen Nation verehrten. Die Römer, welche zwischen diesen Gegenständen der deut-
                  schen Verehrung und ihren eigenen Gottheiten einige Ähnlichkeit fanden, legten ihnen ohne Be-
                  denken die (römischen) Namen derselben bei. Sie glaubten unter einer Gottheit, welcher die Sem-
                  nonen an gewissen Tagen Menschenopfer brachten, den Merkur zu erkennen. Bei anderen schlos-
                  sen sie von der Art der Tiere, die man denselben opferte, darauf, dass sie wohl den Mars und den
                  Herkules darstellen müssten. Auf eine ähnliche Art entstand ihre Einbildung, dass die Sueven die
                  Isis, die Lygier den Castor und den Pollux verehrten. Nur die geschäftige Phantasie der Römer war
                  es also wohl, welche die deutschen Haine mit einer Menge von neuen Göttern bevölkerte. Dunkle
                  und ehrwürdige Wälder schienen den alten Deutschen der anständigste Aufenthaltsort für ihre Göt-
                  ter zu sein. Nicht, dass sie, wie Tacitus uns versichert, die Götter wegen ihre schieren Größe, der
                  Einschließung durch Wände für ungeeignet gehalten hätten; sondern, weil sie, bei ihrer gänzlichen
                  Ahnungslosigkeit von der edlen Baukunst der Römer, sich eben nur Haine als einen der Gottesver-
                  ehrung angemessenen Ort sich vorstellen konnten. Die Bildnisse, denen die Römer den Namen ihrer
                  Götter beilegten, waren aber eigentlich nur Symbole für dieselben. Opfer kamen auch nur bei be-
                  stimmten dem ganzen Volke feierlichen Anlässen vor. Da der Götterdienst der alten Deutschen
                  überhaupt recht einfach und ungekünstelt war, so bedurften sie auch keiner Scharen von Priestern;
                  ein einziger alter ehrwürdiger Mann war imstande, den Gottesdienst eines ganzen Volkes zu besor-
                  gen. Für die besten Vertrauten ihrer Gottheiten hielten die alten Deutschen ihre eigenen Weiber, de-
                  nen sie deshalb eine Art von Heiligkeit und die Gnade der Weissagung beilegten. Diese zogen sie,
                  gleich einem Orakel, bei ihren wichtigsten Angelegenheiten zu Rate, und die Aussprüche eines Wei-
                  bes hatten auf einen Kriegsverlauf nicht selten den allergrößten Einfluss. In älteren Zeiten stand be-
                  sonders eine gewisse Aurinia in großem Rufe. Die alten Deutschen setzten auf Vorhersagung und
                  Losung überhaupt einen großen Wert. Sie bedienten sich unter anderem folgender Art der Vorhersa-
                  gung: sie schnitten den Zweig eines Fruchttragenden Baumes in kleine Stückchen, die sie dann
                  durch bestimmte Kennzeichen markierten, welche sie dann auf ein weißes Gewand ausstreuten.
                  Hierauf blickte der Fragende in den Himmel, und hob, ohne hinzusehen, dreimal ein jedes Stück
                  nacheinander auf. So wie er sie aufhob, so erklärte er nacheinander die Zeichen auf den Stöcken.
                  Bei unklaren Entscheidungen, zog man auch das Wiehern der Pferde oder den Flug und das Ge-
                  schrei der Vögel zu Rate. Einige ihrer heiligen Pferde, weiß von der Farbe und zu keinem anderen
                  Dienst entweiht, lebten auf Kosten des Volkes in den heiligen Hainen, und warteten darauf, dass der
                  Priester sie an seinen heiligen Wagen anspannt, um dem Gespann dann ehrerbietig nachzufolgen,
                  und auf ihr Wiehern genauestens zu achten. Das war die wichtigste Art der Wahrsagerei, und der
                  Priester sah sich dabei bloß als Diener, die Pferde aber als Vertraute der Gottheit an. Es gab aber
                  noch ein weiteres Mittel, um den Ausgang eines gefährlichen Krieges schon vorher zu erfahren. Ein
                  Gefangener des gegnerischen Volkes musste gegen einen Krieger vom eigenen Stamm kämpfen,
                  und der Sieg des einen oder anderen Kämpfers entschied auch über die Zukunft im kommenden
                  Krieg.

                  Die Göttin Hertha

                  Alle diese Völkerschaften verehrten Hertha (gemeint ist vermutlich unsere Erde) als ihre Stamm-
                  mutter, die, wie sie glaubten, die Schicksale der Menschen nach ihrem Willen verhängen könnte.
                  Ein Symbol für dieselbe, ein verhüllter Wagen, stand in einem, auf einer Insel in der Ostsee liegen-
                  dem heiligen Wald. Diesen heiligen Wagen durfte niemand berühren, außer dem Priester. Nur die-
                  sem war die Anwesenheit der Göttin bekannt. Er spannte immer wieder einmal einige heilige Kühe
                  vor den Wagen, und folgte mit Ehrfurcht dem Wagen nach; das Alles diente der reinen Freude und
                  Liebe. An allen Orten, welche die Göttin mit ihrer Gegenwart beehrte (durch die der Wagen kam),
                  wurden große Freudenfeste gefeiert. Wenn irgendwo Kämpfe stattfanden, so wurden diese augen-
                  blicklich beendet, ja, man versteckte sogar die Waffen; und die Ruhe und der Frieden herrschten
                  wenigstens so lange, bis der Priester die Göttin (den heiligen Wagen) in ihren heiligen Wald zurück
                  brachte. Nun wurde nicht nur der Wagen und dessen Hülle, sondern, wie man versicherte, auch die
                  Göttin selber, in einem heiligen See gereinigt. Diese Arbeit verrichteten die Knechte des Priesters,
                  welche danach vom heiligen See verschlungen wurden; das alles verbreitete natürlich Furcht und
                  Schrecken unter den einfachen Leuten.
                  Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                  Kommentar

                  • Rahmenbauer14, + 1.11.2021
                    Forum-Teilnehmer
                    • 01.01.2009
                    • 1434

                    #54
                    AW: Ein ungeklärtes Rätsel: Die "Hagemann=Strasse" in Ober-Buschkau

                    Guten Abend Arndt,

                    in dem Absatz "Die Göttin Hertha" ist wohl der Hertha-See auf Rügen(Halbinsel Jasmund) gemeint.
                    Schön gelegen in einem Buchenwald. In der der Nähe des "Königsstuhls".

                    Ein schönes Wochenende wünscht
                    Rainer
                    "In einem freien Staat kann jederman denken,
                    was er will, und sagen, was er denkt"
                    (Spinoza)

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                    • Antennenschreck
                      Forum-Teilnehmer
                      • 05.09.2011
                      • 1833

                      #55
                      AW: Ein ungeklärtes Rätsel: Die "Hagemann=Strasse" in Ober-Buschkau

                      Hallöle

                      Das kann gut sein Rainer.

                      Auch noch einen schönen Abend
                      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                      • Ciszew
                        Forum-Teilnehmer
                        • 15.04.2024
                        • 1

                        #56
                        AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben

                        Würde es ebenfalls gerne kaufen, leider kann ich Arndt nicht erreichen.
                        Ciszew

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