AW: Geschichte und Glauben der Kaschuben
Hallöle,
ja da hast du recht SC. Hier noch ein wenig mehr dazu:
Der Kartoffelkeller hat fast dieselbe Gestalt und besteht aus Schilfschindeln und einem Holzdach. Bei der Klucke ist die Stubentür in die linke Stube natürlich auch auf der linken Seite des Hausflures, zuweilen führt aber auch noch eine Tür von Flur aus in die Küche hinter dem Hausflur. Die Stube selber ist meist so angelegt, dass sich gleich rechts neben der Tür der Herd und ein Kachelofen befinden. Der Herd reicht dabei weit in die Mauernische hinein. Hier brodelt auf einem Eisengestell, über dem Torf- oder Holzfeuer, das Wasser für die Zichorien oder Pellkartoffeln. Der Kachelofen mit einer Ofenbank davor hat weder Herd noch Röhren, ist aber mit vielen Haken zum Trocknen der nassen Kleidung versehen. Auf der linken Stubenseite steht eine Kommode und ihr gegenüber die Betten, direkt davor steht ein Tisch mit Stühlen. Auf der Rückseite führt eine Tür zu einer Kammer, welche die Vorräte und verschiedene Werkzeuge enthält. In der Stube aber surrt oft das Spinnrad, der Großvater strickt Netze oder sitzt an einer Schnitzbank. An den Wänden sieht man Kränze von freudigen und traurigen Ereignissen, den Erntefeststrauß oder ein Roggenbüschel vom letzten Jahr. Außer dem Bildnis vom Kaiserpaar, findet man hier höchstens noch ein paar biblische Abbildungen. Die Diele ist mit Sand bestreut, die Wände sind meist weiß , die Balken und die Decke aber schwarz getüncht. Findet man den Stall nicht an die Seite angebaut, so steht er für sich, direkt vor dem Haus. Die Anzahl der Tiere kann recht bedeutend sein, so haben manche Kluckner bis zu 140 Kühe, jedoch höchstens 8 Pferde; und doch benutzen sie die Roinder nicht für den Ackerbau, sondern graben und behacken lieber selbst ihre Beete. Die Wege lassen hier sehr viel zu wünschen übrig, so gab es noch bis vor wenigen Jahren überhaupt keinen Fahrweg zu den Klucknern, sondern nur ausgetretene Wildpfade; da ging es durch dick und dünn über Gräben und Moorstrecken; über sumpfige Stellen legte man einige Knüppel, um nicht zu versinken.
Die Kleidung der Kaschuben
Wir können heute nicht mehr viel über die Kleidung der Kaschuben sagen, außer dass die Trauerkleidung wohl schwarz und die Festtagskleidung eher weiß gewesen ist, wobei allerdings die Kleidung der jungen Mädchen viel bunter gewesen sein soll. In den Klucken ging man bis in den Winter hinein barfuß, und bis in den Sommer hinein in Zipfelpelz und mit Handschuhen. Kniestrümpfe und Jacken waren weiß, erstere hatten rote Trotteln und bunte rot weiße Kanten, letztere reichten nur bis zur Hüfte und hatten weiße Lederknöpfe. Das Beinkleid war weit, die Jacke eng und aus dichter Leinwand mit Barchentfutter. Die Frauen hatten ähnlich den Litauerinnen, weitärmlige Hemden, ärmellose Wolljacken, kurze vierzipfelfaltige rote Röcke, in den Hüften einen Gürtel, allerlei Kopf- und Brustschmuck und beim Abendmahl einen weißen Umhang, der später zu ihrem Leichentuch wurde. Die Bräute trugen dicke Preisselbeerkränze, die Frauen weiße Hauben oder künstlich geschlungene schwarze dicke Kopftücher; in das Mieder war ein nach unten spitzer quer gestreifter Satz in roter und weißer Farbe eingesetzt. Ihre Schuhe, die sie selten tragen, binden sie mit Schnüren und Riemen; sie haben Sohlen mit 2 cm dicken Sohlen, und diese sind, wie die Absätze, mit Nägeln beschlagen, weil sie länger halten sollen. Wenn also ein Haufen Kaschuben auf einem Pflaster läuft, könnte man glauben da komme ein Kommando Husaren. Im Winter ziehen sie über ihre Sommerkleidung einfach einen langen schwarzen Mantel, und darüber manchmal noch einen Schafpelz. Selbst ein edler Kaschube kann seine ganze Kleidung für höchstens 2 Taler haben, ebenso preiswert ist auch die Kleidung des weiblichen Geschlechts. Die jenigen, welche noch Jungfrauen sind, kämmen ihr Haar glatt nach hinten und binden es mit einem breiten Riemen hinter ihrem Genick zusammen, danach flechten sie daraus zwei Zöpfe, und diese wickeln sie dann von der Seite einige Male um den Kopf herum, damit das Haubengebilde auf dem Kopf Halt bekommt. Wenn nun aber eine Jungfer ihren Stand ehelich oder unehelich beendet hat, erlauben es die anderen Weiber nicht mehr, dass diese ihr Haar weiterhin offen trägt, und sie bekommt eine Art weiße Mütze, welche das Haar weitestgehend verdeckt.
Der Boden und seine Bearbeitung durch die Kaschuben
Der Boden der damaligen Kaschubei war karg und wenig ertragreich, und die Äcker und Gärten waren auch spärlich. Vom Meer her brachte der Wind immer neuen Sand, der den wenigen Ackerboden immer wieder zuschüttete, man hatte öfters neben den Klucken eine Sanddüne, welche diese weit überragte.
LG Arndt
Hallöle,
ja da hast du recht SC. Hier noch ein wenig mehr dazu:
Der Kartoffelkeller hat fast dieselbe Gestalt und besteht aus Schilfschindeln und einem Holzdach. Bei der Klucke ist die Stubentür in die linke Stube natürlich auch auf der linken Seite des Hausflures, zuweilen führt aber auch noch eine Tür von Flur aus in die Küche hinter dem Hausflur. Die Stube selber ist meist so angelegt, dass sich gleich rechts neben der Tür der Herd und ein Kachelofen befinden. Der Herd reicht dabei weit in die Mauernische hinein. Hier brodelt auf einem Eisengestell, über dem Torf- oder Holzfeuer, das Wasser für die Zichorien oder Pellkartoffeln. Der Kachelofen mit einer Ofenbank davor hat weder Herd noch Röhren, ist aber mit vielen Haken zum Trocknen der nassen Kleidung versehen. Auf der linken Stubenseite steht eine Kommode und ihr gegenüber die Betten, direkt davor steht ein Tisch mit Stühlen. Auf der Rückseite führt eine Tür zu einer Kammer, welche die Vorräte und verschiedene Werkzeuge enthält. In der Stube aber surrt oft das Spinnrad, der Großvater strickt Netze oder sitzt an einer Schnitzbank. An den Wänden sieht man Kränze von freudigen und traurigen Ereignissen, den Erntefeststrauß oder ein Roggenbüschel vom letzten Jahr. Außer dem Bildnis vom Kaiserpaar, findet man hier höchstens noch ein paar biblische Abbildungen. Die Diele ist mit Sand bestreut, die Wände sind meist weiß , die Balken und die Decke aber schwarz getüncht. Findet man den Stall nicht an die Seite angebaut, so steht er für sich, direkt vor dem Haus. Die Anzahl der Tiere kann recht bedeutend sein, so haben manche Kluckner bis zu 140 Kühe, jedoch höchstens 8 Pferde; und doch benutzen sie die Roinder nicht für den Ackerbau, sondern graben und behacken lieber selbst ihre Beete. Die Wege lassen hier sehr viel zu wünschen übrig, so gab es noch bis vor wenigen Jahren überhaupt keinen Fahrweg zu den Klucknern, sondern nur ausgetretene Wildpfade; da ging es durch dick und dünn über Gräben und Moorstrecken; über sumpfige Stellen legte man einige Knüppel, um nicht zu versinken.
Die Kleidung der Kaschuben
Wir können heute nicht mehr viel über die Kleidung der Kaschuben sagen, außer dass die Trauerkleidung wohl schwarz und die Festtagskleidung eher weiß gewesen ist, wobei allerdings die Kleidung der jungen Mädchen viel bunter gewesen sein soll. In den Klucken ging man bis in den Winter hinein barfuß, und bis in den Sommer hinein in Zipfelpelz und mit Handschuhen. Kniestrümpfe und Jacken waren weiß, erstere hatten rote Trotteln und bunte rot weiße Kanten, letztere reichten nur bis zur Hüfte und hatten weiße Lederknöpfe. Das Beinkleid war weit, die Jacke eng und aus dichter Leinwand mit Barchentfutter. Die Frauen hatten ähnlich den Litauerinnen, weitärmlige Hemden, ärmellose Wolljacken, kurze vierzipfelfaltige rote Röcke, in den Hüften einen Gürtel, allerlei Kopf- und Brustschmuck und beim Abendmahl einen weißen Umhang, der später zu ihrem Leichentuch wurde. Die Bräute trugen dicke Preisselbeerkränze, die Frauen weiße Hauben oder künstlich geschlungene schwarze dicke Kopftücher; in das Mieder war ein nach unten spitzer quer gestreifter Satz in roter und weißer Farbe eingesetzt. Ihre Schuhe, die sie selten tragen, binden sie mit Schnüren und Riemen; sie haben Sohlen mit 2 cm dicken Sohlen, und diese sind, wie die Absätze, mit Nägeln beschlagen, weil sie länger halten sollen. Wenn also ein Haufen Kaschuben auf einem Pflaster läuft, könnte man glauben da komme ein Kommando Husaren. Im Winter ziehen sie über ihre Sommerkleidung einfach einen langen schwarzen Mantel, und darüber manchmal noch einen Schafpelz. Selbst ein edler Kaschube kann seine ganze Kleidung für höchstens 2 Taler haben, ebenso preiswert ist auch die Kleidung des weiblichen Geschlechts. Die jenigen, welche noch Jungfrauen sind, kämmen ihr Haar glatt nach hinten und binden es mit einem breiten Riemen hinter ihrem Genick zusammen, danach flechten sie daraus zwei Zöpfe, und diese wickeln sie dann von der Seite einige Male um den Kopf herum, damit das Haubengebilde auf dem Kopf Halt bekommt. Wenn nun aber eine Jungfer ihren Stand ehelich oder unehelich beendet hat, erlauben es die anderen Weiber nicht mehr, dass diese ihr Haar weiterhin offen trägt, und sie bekommt eine Art weiße Mütze, welche das Haar weitestgehend verdeckt.
Der Boden und seine Bearbeitung durch die Kaschuben
Der Boden der damaligen Kaschubei war karg und wenig ertragreich, und die Äcker und Gärten waren auch spärlich. Vom Meer her brachte der Wind immer neuen Sand, der den wenigen Ackerboden immer wieder zuschüttete, man hatte öfters neben den Klucken eine Sanddüne, welche diese weit überragte.
LG Arndt
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