Deutsches Polen-Institut

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #31
    AW: Deutsches Polen-Institut

    Schönen guten Abend,
    lieber Ulrich,

    danke für Deinen Beitrag mit dem Du an den 01. September erinnerst.

    Natürlich werden alle im alten Danzig Gebürtigen an diesen Tag denken. Als meine Mutter noch lebte, sprachen wir immer darüber wie sie den 01. September 1939 erlebte, was sie empfand, was sie, ihre Geschwister, ihre Eltern beunruhigte. Das letzte Mal sprachen wir vor zwei Jahren so.

    Der 01. September mag so langsam in Deutschland in Vergessenheit geraten - nicht so in Polen. Die Erinnerung bleibt wach, sie ist im nationalen Gedenken tief verwurzelt, verankert. Einen Tag später wurde das Konzentrationslager Stutthof angelegt, als erstes Konzentrationslager außerhalb der Reichsgrenzen vom 31.08.1939. Es war anfangs ein regionales Konzentrationslager, bestimmt zur Ausrottung, zur Ermordung der polnischen Führungsschicht, der Ärzte, Lehrer, Priester, Rechtsanwälte, aber auch der in polnischen Institutionen, Organisationen und Ämtern wirkenden Menschen.

    Der 01. September - Danzig... Kriegsbeginn, verbunden mit Verbrechen die auch heute noch nachwirken. Danziger, Opfer, auch Täter? In Deutschland stirbt die Erinnerung aus. Wenn der letzte Zeitzeuge gegangen, verstorben ist, beginnt endgültig der Historisierungsprozess. In Polen? Die Erinnerung wird wach bleiben, es mag die Furcht vor Deutschland verblassen, sie bleibt aber immer als latente Gefahr irgendwo mehr oder weniger versteckt präsent.

    Momentan bin ich wieder in der Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück und nehme an einer Vorlesungsreihe mit Workshops der 17. Europäischen Sommeruniversität teil. Wer weiß, dass hier 40.000 Polinnen menschenunwürdig gefangen gehalten wurden?

    Zum 01./02.09. werde ich wieder in Stutthof sein, Führungen machen, bei der Organisation des Jahrestages der Gründung des KZ helfen.

    Der erste September ist in Polen unvergessen. ABER: Es ist eine gemeinsame Geschichte, die Deutsche und Polen haben. Im aufeinander Zugehen, Zuhören, Verstehen, gegenseitige Empathie empfinden können wir zwar die Geschichte mit all seinen Konsequenzen nicht ändern, aber ich bin mir sicher, wenn wir es versuchen, werden wir uns als Ergebnis die Hände reichen.

    Schöne Grüße aus Ravensbrück
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

    Kommentar

    • MeinEichwalde
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 545

      #32
      AW: Deutsches Polen-Institut

      Liebe Berliner,
      kommt doch zu der Veranstaltung morgen um 16 Uhr neben dem Bundeskanzleramt.
      Wir als Danziger , polnisch, deutsch und international sollten bitte nicht so tun, als ob nicht die Täter in grosser Menge unter unseren Verwandten sind. Wer sich noch mal in Stimmung bringen lassen möchte. Dem Empfehle ich die facebookseite Dellians Reise. In diesem illustrierten Dienstreisebericht von 1940 wird die Lage der Danziger Aktiven anschaulich vorstellbar. Die Landsmannschaft Westpreussen und der Bund der Danziger sind seit 1920 mit dem Thema vertraut. Es kann nicht schaden für jeden einzelnen von uns sich immer wieder mal mit den Geschehnissen im Danziger Raum zu beschäftigen. Von den Briefmarken " Der Führer hat uns befreit " angefangen, die alle auf ihre Briefe klebten bis zu den Enteignungen, für die Bessarabier etc etc. Nicht jeder hat andauernd Lust seinen Eltern zu widersprechen und man sollte nicht dauernd streiten. Das stimmt. Ich persönlich bedaure im Nachhinein sehr, dass ich gegenüber meine Eltern immer kampfesmutig war. Es gut mir sehr leid. Nun ist es zu spät. Morgen gehe ich nicht zu der Berliner Veranstaltung. Denn das Palicamp dort ist wieder auferstanden. Und nervt meine Nerven
      mit besten Grüße
      Delia

      - - - Aktualisiert - - -

      Und lieber Wolfgang, hoffentlich hast Du in den fünf Tagen viel Beiträge in der Diskussion geleistet. Tapfer Tapfer Solche Tagungen sind anstrengend. Über einen Bericht würden wir uns hier alle extrem freuen. Ich geh zu sowas nicht mehr hin Wie gesagt, zu anstrengend.
      LG

      Kommentar

      • Ulrich 31
        Forum-Teilnehmer
        • 04.11.2011
        • 8551

        #33
        AW: Deutsches Polen-Institut - Analyse nach den Präsidentenwahlen 2025 in Polen

        Das Deutsche Polen-Institut veröffentlicht heute diese ausführliche, lesenswerte Analyse:

        https://laender-analysen.de/polen-an...nalysen351.pdf.

        Ulrich

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        • Herbert Claaßen
          Forum-Teilnehmer
          • 13.02.2008
          • 1005

          #34
          AW: Deutsches Polen-Institut

          Wer in Polen auch immer das Sagen hat, (Caczinski, Tusk, Nawrocki) bei einem Thema herscht absolute Einmütigkeit; Deutschland muß Reparationen zahlen.

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