Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

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  • wenzkauer
    Forum-Teilnehmer
    • 26.10.2008
    • 203

    #91
    AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

    Hallo Erhart,
    schöne Geschichte und mir fallen ein paar Gedanken zu deinem Resümee ein. Je höher die Armut, desto mehr Familien-Bewusstsein und Zusammenhalt gab es in den Familien. Ähnlich verhält es sich mit der Kameradschaft bzw. Freundschaft auf der Arbeit. Uns fehlt die Wertschätzung für die kleinen Dinge im Leben. Klar hält meine Familie heute zusammen, aber ich merke das leider nur in bestimmten Notlagen. Krankheit, Trauer, kein Geld durch Überschuldung usw., eigentlich wie bei euch früher, wenn es schlecht lief. Damals waren diese Notlagen fast Alltag und ihr mußtet zusammenhalten um zu überleben. In unserem heutigen Leben ist das selten geworden. Jedoch stimmt es mich zuversichtlich, wenn es mal um die Wurst geht sind sie (fast) alle da. Plötzlich geht man sogar wieder in die Kirche, das habe ich auch schon erlebt , um zu beten. Die Kirchen im heutigen Polen waren auch schon mal voller, warum wohl ?
    Mir gefallen deine Berichte...
    Liebe Grüße Michael

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    • jonny810
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 2423

      #92
      AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

      Danke Michael,

      ergänzend möchte ich sagen, dass es, wie jeder weiss, weder TV, noch Play-Station, oder andere Unterhaltungs-Geräte gab.
      Wir besassen nicht einmal ein Radio, aber ein altes Grammophon.
      Dafür machte Brett,- oder Kartenspiele.

      Unsere Mutter spielte Guitarre und Vater begleitete sie mit dem Mund-Stimmchen, wie man bei uns zur Mundharmonika sagte.
      Wir Kinder haben dabei gesungen. Sogar mehrstimmig. Selbst Lieder, welche meine Eltern aus der Heils-Armee kannten, wo sie sich auch kennengelernt hatten.
      Diese Texte kann ich heute noch zum Gross-Teil. Sind gar nicht so schlecht, um zu deinem Gedanken von Kirchgängen zu kommen.

      Dann kamen auch noch Nachbarn zu uns und sagten, bei euch ist es immer so schön gemütlich. Auch sie sangen mit. Kann man sich so etwas heute noch vorstellen?
      Die klopfen höchstens mit dem Besen an die Decke, weil sie sich beim Fernsehen gestört fühlen, wenn es mal etwas lauter als gewöhnlich ist.
      Das ist eben die Entwicklung der Zeit, an der man nichts ändern kann.
      Ist wohl auch gut so, wenn jede Generation ihre eigenen Erfahrungen, oder wie man das sonst nennen will, machen muss.
      Wenn man lange genug lebt, lernt man 3-4 Generationen kennen und jede davon hat ihre speziellen Reize, glaube ich.

      Bis zum nächsten mal, Erhart
      Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
      "Nec Temere - Nec Timide"
      Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #93
        AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

        Schönen guten Abend,
        hallo Michael,

        Du schreibst "Je höher die Armut, desto mehr Familien-Bewusstsein und Zusammenhalt gab es in den Familien". War das wirklich so?

        Vielleicht war auch da wieder meine eigene Familie nicht unbedingt repräsentativ. Als ein Urgroßvater (väterlicherseits) starb -es war eine sehr, sehr arme Familie- musste sein jüngstes Kind, mein Opa, für sämtliche Kosten aufkommen. Mein Urgroßvater hatte insgesamt 11 Kinder, aber der Familiensinn, die Solidarität hörte da auf, wo es um's Geld ging. Das sprengte die Familie. Mein Großvater mütterlicherseits heiratete nicht "standesgemäß", nämlich in eine noch ärmere Familie. Da wurden dann ebenfalls sämtliche Kontakte zur Familie des eigenen Sohnes unterbunden.

        Gab es wirklich einen genereilen Zusammenhalt bei Notlagen? Oder ist das nur eine Mär? War damals wirklich alles anders als heute? Oder ist das nur so überliefert? Ich bringe jedenfalls größten Respekt all jenen gegenüber auf, die damals unter schwierigsten Umständen ihr Leben "meisterten".

        Viele Grüße aus Danzig
        Wolfgang
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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        • Christkind
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 1568

          #94
          AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

          Wolfgang, hat Michael es vielleicht auch gar nicht so sehr auf matarielle Werte bezogen, wenn er von Zusammenhalt in der Familie schrieb?
          Hat er es vielleicht so gemeint, dass die Eltern trotz ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten mit ihren Kindern gemeinsam die Zeit verbrachten,bei Betätigungen, die kein Geld kosteten?Ja, sei es nun bei Spaziergängen,beim Drachenbau, beim Herstellen von Spielzeug.Da denke ich besonders gern an die Arbeiten meines Vaters, der meinem Bruder einen Pferdestall baute, den es besser sicher nicht zu kaufen gab.Zwei Boxen für die Pferde, mit Futterkrippe, alles schön angemalt im Ziegelsteinmuster,und mein Bruder war glücklich über sein Pferdegespann.Da hörten wir ja die Originale oft genug durch die Fleischergasse poltern, wenn der Bierkutscher kam und die Fässer in Reimanns Bierkeller hineinkullerten.
          Oder meine Puppenstube, selbst hergestellt, mit Möbeln und Gardinchen.
          Alles aus Holz, sogar mein Puppenwagen. Obwohl- da war ich dann schon bisschen wählerisch. Ich wollte so gerne einen mit Klappverdeck,aber meine kleine Kinderkarre war nur mit feststehendem Rückenteil für mein Puppenkind.Und Puppen! Ja, da war die Auswahl nicht so groß. Von wegen Schildkrötpuppen, die ja auch schon damals bewundert wurden... Die waren auch unerschwinglich, bis ich mir eine zu meinem 50. Geburtstag schenken ließ.Träume soll man sich erfüllen.(Deswegen habe ich wohl auch so viele lebendige Puppen um mich).
          Es gab keine staatliche Unterstützung für Freizeit und Vergnügen. Urlaub gab es nicht.Und deshalb waren auch die Verwandten immer ein willkommenes Besuchsziel.
          Meine Verwandten von Vaters Seite lebten in Stangenwalde. Mein großer Bruder weiß noch von seinen Besuchen auf dem Bauernhof. Der Onkel kam mit seinem Pferdewagen auch öfter nach Danzig auf den Markt, wahrscheinlich mit Naturalien.
          Dieser Zusammenhalt in der Familie ist sicher keine Mär.
          Und was gab mein Vater noch an seine Jungs weiter? Die Lust zum Angeln.Vater angelte uns das Mittagessen frisch aus dem Wasser. Das war ja fast vor der Haustür.Und bis jetzt lieben meine Brüder die Angelei. Na ja- einer nicht so.Der hat auch nie Fisch gegessen, seit er als Kind an einer Gräte fast erstickt wäre.-
          Nicht standesgemäß zu heiraten,das war natürlich mehr als heute schwierig.Der Dünkel ging dann aber mehr von den Besitzenden aus.
          Da habe ich keine Beispiele,außer dass die reichen Bauern geizig waren und uns wie Bettler behandelten.
          ______
          Schöne Grüße, Christa
          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
          (M. Gandhi)

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          • wenzkauer
            Forum-Teilnehmer
            • 26.10.2008
            • 203

            #95
            AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

            Hallo Wolfgang,
            können wir das wirklich bewerten ? Ein Beispiel aus meiner Familie in Wenzkau. Der Bauer, die Bäuerin verstarb, der naheliegende ledige Bruder /Schwester wurde schnellstmöglich zur Heirat herangezogen. Der Hof wurde somit gerettet und kleinere Existensen rundherum ebenso. Das war übliche Praxis und wie nennen wir das nun, Familien-Bewusstsein, Notlage oder Zweckgemeinschaft. Ich nenne das mal mit augenzwinkern "Familiensinn".
            Heute steht die Selbstverwirklichung, alles muß Spaß machen und eben das eigene Ego im Vordergrund.
            Vielleicht waren die Menschen damals trotzdem glücklicher, ich kann es nicht sagen.
            Viele Grüße über die Ostsee Michael

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            • Mandey +08.03.22
              Forum-Teilnehmer
              • 08.02.2009
              • 540

              #96
              AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

              Wie war es ?
              Mein Großvater Hermann Wilhelm geboren 1875 Wohnhaft in Neue Welt/Pasewark,von Beruf Zimermann, nach der Lehre ging es nicht auf die Wanderschaft (WALZ) ,sondern er muste sofort Geldverdienen,und somit zum Unterhalt für die Familie beitragen,nach dem die meiste Arbeit erledigt war wie zum Beispiel der Bau von Schulen, Scheunen, Ställen,auch Kakhäuschen Wohnhäuser usw.,wurde es mit der Arbeit sehr eng.mittlerweile war er Verheiratet und es stellten sich nach und nach Kinderchen ein, da hat er lange Zeit in Danzig als Zimmermann gearbeitet,die Arbeitswoche war lang, von Montag bis Sonnabend Mittag,währen der Woche Nächtigte er so wie seine Kollegen in Baubuden, am Sonnabendnachmittag trat er mit seinen Kollegen dan den langen Fußmarsch nach Hause zu seiner Frau und seinen Kindern an, das war in Neue Welt/Pasewark die Entfernung von Danzig bis zum Wohnort waren ca 30 Kilometer,die Ankunft zu Hause war gegen 17 Uhr,jetzt hatte er Feierabend,bis auf die Arbeiten die am Haus oder auf dem Feld erledigt werden musten Jahreszeit bedingt. Die Menschen dort hatten alle ein Stück "Ackerland" was für die Bauern total Wertlos war, das waren Felder mit fast hellem Seesand hier gedeihte alles nur ganz spärlich,die meiste Menschen hatten zwei Ziegen auch eins bis zwei Schweinchen im Jahr, daneben hatten Sie etas Getreide, da von wurde Brot gebacken und in der Bratpfanne etwas Getreide gebrandt somit war der Bedarf an Kaffee gesichert.Jeden Sonntag bei jedem Wetter traten meine Großeltern mit Ihren Kinderchen den Weg nach Stegen zum Gottesdienst an, bis zur Kirche betrug die Wegstrecke in eine Richtung ca 9 Kilometer, die sind dan immer sehr früh losgegangen erstens wollten Sie nicht zu spät ankommen, und zweitens erhofften Sie sich immer einen Sitzplatz in der Kirche, damit sich die Kinderchen während der Andacht vom Fußmarsch auch etwas ausruhen konnten,der größte Teil der Bänke waren an Reiche Bauern vermietet damit diese auch bequem sitzten konnten so wie auch gesehen werden,nur ganz wenige Bänke am hinteren Ende wurden dann den Schäfchen zuteil Ja die Gottes Dinner waren schon immer sehr gerecht, aber wohl nur zu den Geld Säcken.Nach der Heimkehr wurde zu Mittag gegessen,und nach einer kurzen Ruhe Pause, fing die Oma mit der Einteilung der Wochen Essens Ration für den Opa an, alles einzuteilen von Montag bis Sonnabend für jeden Tag die gleiche Menge anschließend wurde es dan in einem Rucksack verstaudt für den Opa zum mitnehmen. meine Mutti erzählte mir oft aus Ihrer Erinnerung, mit Trännen in den Augen mit wie wenig Essen der Opa pro Tag auskommen muste ,sonst hätte es für die Familie nicht gereicht,Nach einigen Jahren der Schwerstbelastung wurde mein Opa Magenkrank nun konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben,Die Großeltern wohnten ja an der Ostsee bis zum Strand waren es 15 gehminuten Als Zimmerman baute er sich einen Fischerkahn und fing mit seinen zwei Ältesten Söhnen an zu Fischen doch leider das bischen was da gefangen wurde auf Grund magelnder Menge an Fischer Netze
              brachte keine spürbare wirtschaftilche Wende , nun war es wichtig den Fisch über Land zuverkaufen aber im Umland war die Arbeitslosigkeit sehr hoch, da pasierte es oft das die Fische nicht verkauft wurden die Menschen hatten zwar Hunger konnten sich kaum etwas zum Essen kaufen und Fische dan schon gar nicht.es war innerhalb der Familie ein starkes miteinander, aber die Menschen unter sich waren durch die ungünstige Lenbensituatio zum großen Teil gegen einander, da muste sich jeder auf seine art behaupten.. Besonders schlimm war es in den Zwanziger Jahren, für die Strandfischer Pasewark und Stegen war es in stürmischen Jahreszeiten besonders schwer,da standen diese Menschen am Strand und guckten auf meter hohe Wellen, in der Hoffnung etwas Bernstein zufinden aber per Gesetz waren Sie Verpflichtet den Bernstein dem Staat abzuliefern Sie erhielten hier für ein ganz geringen Finderlohn, den die Halunken da oben zahlten nur Pfennige.einige Kilometer weiter Richtung Weichsel war Nickelswalde und Schiewenhorst das waren größere Fischer Dörfer trotz harter Arbeit ging es den Berufsfischer gut , die Strand Fischer von Pasewark und Stegen wurden jedes Jahr bei den Fischervorständen vorstellig mit der bitte es Ihnen wenigstens zur Herbst Zeit zu Erlauben auch in der Weichsel fischen zu dürfen, diesem Wunsch wurde jedes Jahr Herzlos mit einem nein Beschieden, wie Sie sehen hier hatte die Armut nichts zusammen gebracht, im Gegenteil alle waren gegen einander. nach dem ich das so von meinem Eltern gehört habe, kam mir oft der Gedanke wäre hier mal ein bemühen von Seitens der Gottesdiener hilfreich
              Gewesen? aber die waren nicht zusehen vermutlich haben die es als zu Geringfügig gesehen. es handelte sich ja nur um Arme Menschen die in Not waren
              Freundliche Grüße v.Heinz Mandey

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              • wenzkauer
                Forum-Teilnehmer
                • 26.10.2008
                • 203

                #97
                AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                Danke Heinz,
                da kann man mal sehen wie unterschiedlich solche Erzählungen ausfallen können. Demnach war es kein miteinander sonder eher ein hauen und stechen gegeneinander.
                Neben der guten alten Zeit in Danzig muß man sowas auch wissen. Natürlich bin ich nicht so beschränkt, um mir das nicht vorstellen zu können. Aber somit bekomme ich ein anderes Bild von den Dingen. In meiner Familie hieß es meistens, früher in Danzig bzw. Wenzkau war alles besser, basta.
                Viele Grüße Michael

                Kommentar

                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #98
                  AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                  Schönen guten Nachmittag,
                  hallo Heinz,

                  danke für Deinen Bericht der das damals schwere Leben vieler Menschen aufzeigt. Natürlich gab es prächtige Bauernhöfe, aber daneben auch viele kleine Katen in denen Arbeiter, Tagelöhner und Fischer wohnten. Mein Urgroßvater, Kutscher und Nebenerwerbsfischer in Einlage (Przegalina), 9 Kinder, lebte in einem solchen kleinen Häuschen das manchmal sogar von mehreren Familien bewohnt wurde (jede Familie hatte einen Raum).

                  War das wirklich Abenteuer: Wasser aus dem Brunnen, Plumpsklo über'm Hof, kein Strom, die Schule viele Kilometer weit entfernt, die Arbeit noch viel weiter? Gut, in Danzig sah es meist ein bisschen anders aus, aber zumindest in Ansätzen hörte ich dann doch aus den Erzählungen meines Vaters, dass seine Kindheit alles andere als umbeschwert verlief.

                  Um zum Thema "Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen" zurück zu kommen: Natürlich haben wir es nicht gesehen, natürlich können wir uns Eindrücke nur durch das bilden, was wir erzählt bekommen. Aber, wer gut zuhört und verstehen möchte, kann sich auch ein Bild von dem Danzig machen, das 1945 in Schutt und Trümmern unterging.

                  Viele Grüße aus dem frischen Danzig (+10 Grad)
                  Wolfgang
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                  Kommentar

                  • Mandey +08.03.22
                    Forum-Teilnehmer
                    • 08.02.2009
                    • 540

                    #99
                    AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                    Guten Abend Michael
                    Ja ich kann es nicht belegen, aber ich setze mich oft Gedanklich mit vielen eigenen von mir gestellten Fragen auseinander, aber meistens fehlt mir die Antwort, aber eins steht für mich fest hier trugen auch andere eine gewisse Mitschuld an dieser Armut, möglicherweise wäre für vielen das Leben leichter gewesen wenn man Sie nicht angesport hätte für viele Kinder in einer Ehe zu sorgen, auf welchen Wunsch? Die Großraubritter brauchten ja immer ein Großes Herr oder die Landwirtschaft ebenfalls.meine Mutti hatte 8 Geschwisterchen, Sie sagte immer zu mir werde nie ein Heide aber Forme du dich selber zu einem guten Christen aber las es nicht von anderen machen
                    ich Denke du wirst in absehbarer Zeit einiges hier im Forum erfahren was dich Geschichtlich Interessieren Dürfte.
                    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag

                    Kommentar

                    • Mandey +08.03.22
                      Forum-Teilnehmer
                      • 08.02.2009
                      • 540

                      #100
                      AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                      Guten Morgen einen schönen Gruß aus Emmerich/am Rhein gestern am Sonnabend 20Grad +

                      Hallo Wolfgang .
                      nur noch eine Kleinigkeit von mir, ja es gab Prächtige Bauernhöfe,aber wie du schon schreibst, auch viele Inskaten zum Teil auch noch aus Lehm auch gebaut für
                      mehr Familien, nach der damaligen Ansicht vom Herrchen, ein Zimmer nach Süden für Knecht A und seineFrau,die Kinderchen von den beiden, waren ja noch so klein die bekam man noch in jeder Ecke unter, die zweite Stube nach Norden für Magd M mit Ihren Kindern Eheman im ersten Weltkrieg gefallen, und in einem
                      natürlich, Gebührenden Abstand zum Herrchen (Bauernhof) diese Katen gehörten überwiegend den Hoff Besitzern, das Gesinde hatt in einigen Höffen auch gegessen und am späten Abend,gabs ja noch eine Kahne mit Milch für zu Hause ( keine überlieferung hinter meinem Eltern Haus stand auch eine Inskate,der Arbeiter auf bem
                      Hoff kam Täglich,Abends an unserem Haus vorbei) aber für all diese Gaben, gab es wohl kaum noch, einen Geldbetrag. mein Vater erzhälte mir sehr oft, Traditions
                      Gemäß zum Sankt Martin haben die Bauern immer, einen Krug mit billigen Fusel gekauft, und nach reichlichem Genuss von den Arbeitern, haben diese den
                      Mitarbeitern auch noch ein paar Pfennige ausgezahlt ,und anschliessend haben die Willige Arbeitsmenschen einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben und nun durften Sie für ein weiteres Jahr fürs Herrchen Arbeiten.
                      PS: ich habe noch einige alte Bildaufnamen von sehr alten Holzkaten aus Nickelswalde werde diese sichten, und auf Bilquallität überprüfen, und dich eventuell bitten diese ins Forum einsetzen zu dürfen.
                      Information wenn Dir nicht bekannt Einlage war einmal ein Kur und Heilort für Lungen Kranke.
                      außerdem vieleicht für Dich eine kleine Anregung zum Nachdenken, über einst unseren Jüdischen Mitbewohnern, bitte gib mal Stolpersteine Emmerich bei Google ein und lese es kurz durch, ich finde diese Idee sehr gut jedes mal beim vorbeigehen Gedenkt man dieser Menschen, und nicht immer nur wärend einer geschwollener Ansprache von denen die oft mal nicht wissen wovon Sie wirklich Reden
                      ich Wünsche Dir einen schönnen Sonntag. v.Heinz Mandey

                      zum Abenteuer. nein das war für damalige Verhältnisse Normalität, wenn bei uns auf Geburtstagsfeiern in Nickelswalde die Goldene Zwanziger Jahre angesprochen wurden ,da meinte mein Großvater Väterlichersets , immer ja das waren schönne Hotzige Jahre das waren Elendsjahre wie es schlimmer nicht hätte sein können.
                      Eindrücke: Ja wenn man in Gedanken Geschichtlich die Zeit mal 100 Jahre zurücksetzt kann man auch heute noch viel erkennen wie es gewesen sein könnte.und
                      auch gewesen ist

                      Kommentar

                      • asgaard
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.05.2010
                        • 345

                        #101
                        AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                        Guten Tag Heinz ,

                        ich habe Deine eindrucksvollen Beiträge, sowie auch die interessanten Berichte der Anderen Forumsmitglieder mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Leider hat mein Vater , der auch in Nickelswalde aufwuchs, nicht viel über die Verhältnisse aus seiner Kindheit erzählt, möglicher Weise hat er es verdrängt. Ich erinnere mich nur daran, das er keine weiterführende Schule besuchen konnte, weil seine Eltern das Schulgeld nicht bezahlen konnten. Die Ausnutzung der Arbeitskräfte und vor Allem der Leibeigenschaft, die wohl so um 1805 "abgeschafft" wurde, war ja auch eine Folge der feudalen Systeme, wir sprachen telefonisch ja schon mal darüber. Auch gab es mal eine Zeit des Bauernlegens, ausgelöst durch Herrscher und Stände, was wiederum für die Bauern übel war und sie nutzten es natürlich wiederum aus. Die Mehrheit war ja Arm und als Masse verfügbar. Das waren dann Gesinde , Dienstboten ect.
                        Aber das Ober den Unter sticht, ist ja bekanntlich nicht nur eine Weisheit aus dem Kartenspiel. Nur damals hatten die kleinen Leute von Nord nach Süd und Ost nach West dramatisch darunter zu leiden. Ich freue mich, dass viele Forumsteilnehmer diese Tatsachen nicht aus den Augen verlieren, denn diese Zeiten waren für die einfachen Menschen sehr hart und gar nicht rosig, trotzdem haben sie ihre Heimat geliebt und versucht das Beste daraus zu machen.
                        Bild:
                        Meine Großmutter als Bedienstete

                        Schöne Grüße
                        Wolfgang
                        Angeh
                        http://www.momente-im-werder.net/01_Offen/40_Nickelswalde/03_Photos_Pohl/01_Photos_Pohl.htm

                        Du kannst dir nicht aussuchen was im Leben passiert, aber du kannst dir aussuchen wie du damit umgehst.

                        Kommentar

                        • Mandey +08.03.22
                          Forum-Teilnehmer
                          • 08.02.2009
                          • 540

                          #102
                          AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                          Guten Tag Wolfgang.
                          Ja ich sehe, das du meine kleine Bemerkungen zur Herkunft unser Familien gelesen hast,leider lese ich es auch oft, das unsere Groß oder Eltern entweder garnichts
                          oder kaum etwas über sich erzählt haben,ich versuche es Dir kurz zu Erklären,obwohl das bei mir, mit kurz immer so ein Ding ist, vermutlich gehe ich zu Itensiv an die Sache ran, aber es ist meine Art, in Ganoven Kreisen würde man sagen mach Ihn weg der weiß zuviel!. So das bereits Erlebte der Groß Eltern sowie Eltern
                          kennen wir ein wenig, Zum Thema Erklärung von mir ob Richtig? keine Ahnung! so bis 1939 die Plagerei der Menschen mit jedlicher Begleitung, ja da zu gehörte
                          auch die Fröhlichkeit und die hatten Sie, vermutlich herzlicher als wir es von uns selber kennen. zur meinerErklärung Ab 1939 Der Auftritt des Größenwahnsinngen
                          Führer wir folgen Dir. Da wurde Der OPA- VATER- SOHN auch SÖHNE zu Wehrmacht eingezogen. Ein wiederkehren dieser Männer Äuserst ungewiss, es dauerte
                          nicht lange da wußten wir Kinder schon Bescheid, Wolfgang wenn wir gegen Mittag aus der Schuhle Heim gingen, und von einem Fahrad überholt wurden, welches
                          von einem Braunen mit Blitzblancken Stiefeln (NSDAP) ORTSGRUPPENLEITER aus Schönnbaum gelenkt wurde,
                          hatten wir Kinder Todes Angst es gab für uns nur eine Frage zu welcher Kriegers Frau fährt er,die erste Sorge galt bei jedem Kind von uns, hoffentlich nicht zu
                          meiner Mutter,dieser Mensch überbrachte die Nachricht das der Eheman-Vater auch manchmal die Söhne fürs Vaterland gefallen sind, manchmal muste dieser
                          auch auf Führers Befehl mehere Frauen bzw. Eltern aufsuchen,es dauerte nicht lange und du konntest in unserem kleinen Dorf laute Aufschreibe von denen, die er
                          soeben Besucht hatte hören Laute die sich für viele Jahre in unserem Kinder Gedächnis Verankerten. 1945 wurden diese unsere Menschen die für uns für eine Gute
                          Zukunftsorgen wollten,aus Ihren Geburtsorten Vertrieben, mit jedem Erdenklichen Leid, Gründe kennen wir jetzt, in eine unbekannte neue Heimat (wirklich unsere
                          Heimat?) Getrieben, hier angekommen, sogleich Die Große BEGRÜSSUNG lautes Gebrüle jetzt kommt das Fluchtlings Pack, die Wasser Polacken!!! die sollte man
                          am besten ins Wasser jagen,das ist von mir keine Vermutung sondernvon mir als 10 Jähriger kleiner Mensch mit gehört , sehr oft in Holstein gehört . aber es ist
                          wohl in der gesamten Republik so gewesen Zum Kern: Fragt euch jetzt, so weit es überhaupt bei allen die es lesen werden obs überhaupt von Interesse ist, waren
                          unsere Familien nicht mit dem Erlebten ja auch Überstandenen waren Sie nicht Traumatisiert? gedemütig? gar Verängstigt , vielen hat die Kraft gefehlt um über das
                          Erlebte zu sprechen, erst nach Jahren wollten Sie den nach Kriegsgebohreren Kindern etwas über sich erzählen! war bei allen Neugierde vorhanden? oder galt es
                          doch die Eltern sollten doch nicht immer Plattsprechen bzw. Ihr Heimat dialekt die Mitbewohner würden es ja nicht Verstehen! oder fehlde einfach die Zeit um
                          zuzuhören den Erwin, Klaus, oder sonstige Freunde hatten gerade ein neues Fahrad bekommen welches Ihnen die Elten oder Großelter vom Lastenausgleich als
                          letzte Erinnerung Geschenkt hatten. Der Schluß wir wollen keine Zeit zurückdrehen Gott sei Dank können wirs auch nicht,aber vieleicht wäre es angebracht das jeder von uns für sich, in seinem Herzen ein Denkmal setzen würde, ja ein Denkmal für seine Familie und so lange wir lebenuns dran Erinnern.
                          mit freundliche Grüßen v.Heinz Mandey

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                          • wenzkauer
                            Forum-Teilnehmer
                            • 26.10.2008
                            • 203

                            #103
                            AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                            Hallo Heinz,
                            auch mich haben deine Zeilen angesprochen und besonders der Abschluß berührt. Jeder von uns wird nicht ein Denkmal in seinem Herzen tragen, dafür ist die Ahnungslosigkeit zu groß. ABER, eine 20jährige Studentin aus Schweden(Enkelin einer Danzigerin) schrieb ihre Diplomarbeit über die Kaschuben in und um Danzig.
                            Mein jüngster Sohn (12) fragt mich intensiv zu diesen Themen aus. Donald Tusk ist in unserem Kreis ein großes Thema, besonders seine Herkunft. Es bleiben immer Menschen, die eure Erinnerungen weiter geben werden.
                            Ihr hattet keine Seelsorger, die wie heute bei jedem größeren Verkehrsunfall helfen, um über das Erlebte zu sprechen.
                            Jedoch ist es falsch zu glauben, keinen interessiert diese Geschichte und es wäre Schnee von gestern.
                            Ich persönlich mag nur nicht, wenn mir "Heimattheater" erzählt wird. Bei Dir Heinz habe ich diesbezüglich keine bedenken.
                            Dir noch einen schönen Restsonntag Viele Grüße Michael

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                            • jonny810
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 2423

                              #104
                              AW: Keiner der Nachgeborenen hat unser Danzig gesehen

                              Kartoffelsupp-Kartoffelsupp, die ganze Woch Kartoffelsupp, die ess' ich nicht.

                              Wer der älteren, - kennt nicht diesen Vers.
                              Ich glaube, das ist ein Relikt aus unserer Kinder-Zeit.
                              Wenn es auch nicht gab, was da hineingehörte, ein schöner Kringel Fleischwurst, aber Kartoffeln hatten wir meistens.
                              Ein bisschen Porree und eine kleingeschnittene Zwiebel zum Anbräunen, das bekam man immer noch, in der Markhalle.
                              Also was lag näher? mal mit ein wenig Essig, mal ohne. Soll noch jemand behaupten, die Tafel war nicht abwechslungsreich.

                              Ähnlich verhielt es sich mit Wrucken. Der Topf wurde voll gemacht, und was nicht aufgegessen wurde, das gab es am nächsten Tag.
                              Ein paar Speckschwarten waren dann schon etwas Besonderes. Es sollte ja nach Geräuchertem schmecken. Das gehört sich bei Wrucken so.

                              Ja liebe jungen Freunde, viele der Älteren werden das bestätigen können.
                              Das zog sich hin, bis ungefähr zur Währungs-Reform 1948.
                              Von da an ging es immer ein wenig mehr den Berg hinauf.
                              Bis zum heutigen Wohlstand, mit den vielen übergewichtigen Kindern, und den noch nie da gewesenen, vielen Diabetikern.

                              Unsere Mütter waren auf ihrem Gebiet einfach Künstlerinnen. Wir waren zwar alle weniger korpulent, aber bedeutend gesünder.


                              In der heutigen Zeit gibt es Frauen, die kochen entweder dreierlei zum Mittag, oder die Kinder bekommen so viel Geld, dass sie sich
                              teilweise schon selbst beköstigen. DÖNER, BIG MAC und so weiter.
                              Aber zurück zur "GUTEN ALTEN ZEIT".
                              Gab es Ware, fehlte teilweise das Geld um einzukaufen. War genügend Geld vorhanden, fehlte die Ware oder die so genannten Bezug-Scheine
                              oder Lebensmittel-Marken. Irgendwo hat es immer geklemmt.
                              Dann hat man Schlange gestanden, weil es heute etwas gab, was auch immer. Im Winter mit den wärmeren Klamotten des Bruders.
                              Bis man endlich dran kam, hieß es - leider ausverkauft.
                              Dann bist du durchgefroren nach Hause gegangen, ein Pottchen Kaffee getrunken und ab ging es, in die Schule.
                              So war es. Trotz alle dem behaupte ich, es war eine harte Lehrzeit, die aus uns das gemacht hat was wir sind.
                              Nicht immer leicht zu Handhabend, aber um einiges an Erfahrung reicher, als viele andere Menschen.

                              Auch mich wollte man 1958 zum Soldaten machen. Ich ging lieber in die Grube und brauchte keine Waffen anrühren.

                              Allen einen schönen Abend...
                              Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                              "Nec Temere - Nec Timide"
                              Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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