AW: Die Juden in Danzig
allo Martschinke,
ich weiß nicht, von welchem Buch du in Deinem Beitrag vom 21.10, 22.30 Uhr sprichst.
Ich wüsste auch nicht, dass ich in meinen letzten Beiträgen irgends Bezug auf Bücher genommen hätte.
Was ich sagen wollte, ist
1. dass nicht-jüdische Danziger Geschäftsleute von den "Arisierungen" profitierten. (Namenslisten von Arisierten und Profiteuren aus dem Danziger Staatsanzeiger hier im Forum in den Threads "Beschlagnahmungen in Zoppot" und "Beschlagnahmungen in Danzig)".
2. Am Beispiel einer Danziger als jüdisch angesehenen Familie wollte ich aufzeigen, dass die verordnete antijüdische Propaganda und die verordeten anijüdischen Gesetze und Maßnahmen ihr Echo nicht nur im sichtbaren Demolieren jüdischer Geschäfte fand, sondern auch in den Herzen, Gefühlen und Gewohnheiten von Geschäftskollegen und Kunden, die zum wirtschaftlichen Niedergang Danziger jüdischer Geschäfte und zur sozialen Isolation ihrer Inhaber und Familien beitrug.
Was Hannah Arendt zum Jahr 1933 in Bezug auf ihre intellektuellen Berliner Bekannten sagt, gilt auch für jüdisch und als jüdisch angesehene Danziger Geschäftsleute:
"Erstens wurde das allgemein Politische ein persönliches Schicksal, sofern man herausging. Zweitens aber wissen Sie ja, was Gleichschaltung ist. Und das hieß, daß die Freunde sich gleichschalteten! Das Problem, das persönliche Problem war doch nicht etwa, was unsere Feinde taten, sondern was unsere Freunde taten. Was damals in der Welle von Gleichschaltung, die ja ziemlich freiwillig war, jedenfalls noch nicht unter dem Druck des Terrors, vorging: Das war, als ob sich ein leerer Raum um einen bildete". (aus einem Interview mit Günter Gaus aus den 60iger Jahren).
Einen schönen Gruß
Ulrich
allo Martschinke,
ich weiß nicht, von welchem Buch du in Deinem Beitrag vom 21.10, 22.30 Uhr sprichst.
Ich wüsste auch nicht, dass ich in meinen letzten Beiträgen irgends Bezug auf Bücher genommen hätte.
Was ich sagen wollte, ist
1. dass nicht-jüdische Danziger Geschäftsleute von den "Arisierungen" profitierten. (Namenslisten von Arisierten und Profiteuren aus dem Danziger Staatsanzeiger hier im Forum in den Threads "Beschlagnahmungen in Zoppot" und "Beschlagnahmungen in Danzig)".
2. Am Beispiel einer Danziger als jüdisch angesehenen Familie wollte ich aufzeigen, dass die verordnete antijüdische Propaganda und die verordeten anijüdischen Gesetze und Maßnahmen ihr Echo nicht nur im sichtbaren Demolieren jüdischer Geschäfte fand, sondern auch in den Herzen, Gefühlen und Gewohnheiten von Geschäftskollegen und Kunden, die zum wirtschaftlichen Niedergang Danziger jüdischer Geschäfte und zur sozialen Isolation ihrer Inhaber und Familien beitrug.
Was Hannah Arendt zum Jahr 1933 in Bezug auf ihre intellektuellen Berliner Bekannten sagt, gilt auch für jüdisch und als jüdisch angesehene Danziger Geschäftsleute:
"Erstens wurde das allgemein Politische ein persönliches Schicksal, sofern man herausging. Zweitens aber wissen Sie ja, was Gleichschaltung ist. Und das hieß, daß die Freunde sich gleichschalteten! Das Problem, das persönliche Problem war doch nicht etwa, was unsere Feinde taten, sondern was unsere Freunde taten. Was damals in der Welle von Gleichschaltung, die ja ziemlich freiwillig war, jedenfalls noch nicht unter dem Druck des Terrors, vorging: Das war, als ob sich ein leerer Raum um einen bildete". (aus einem Interview mit Günter Gaus aus den 60iger Jahren).
Einen schönen Gruß
Ulrich
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