Die Juden in Danzig

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8574

    #271
    AW: Die Juden in Danzig

    Hier noch, gerade im Web gefunden, eine ausführliche Darstellung der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Danzig:

    http://www.jüdische-gemeinden.de/ind...c-d/104-danzig .

    In dieser Darstellung mit kleinem Fehler (die Danziger Synagoge [Aufn. um 1920] stand nicht am Heumarkt, sondern an der Reitbahn) heißt es u.a.: "Am ehemaligen Standort der Großen Synagoge in Gdansk wurde 2013 an dieses Bauwerk erinnert, indem der Umriss des Gebäudes im Straßenbelag sichtbar markiert wird. Zudem sollen eine Informationstafel und eine Miniatur der Synagoge hier ihren Platz haben." - Hat diese Markierung und evtl. auch die Informationstafel und die Miniatur schon jemand von Euch gesehen oder gar fotografiert? Wenn ja, würde ich mich über das Resultat hier freuen.

    Viele Grüße
    Ulrich

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    • Ulrich
      Forum-Teilnehmer
      • 30.01.2009
      • 280

      #272
      AW: Die Juden in Danzig

      Hallo, lieber Namensvetter,

      danke für den Google-Hinweis. Eine Bemerkung dazu noch: Die Verfolgung der Danziger Juden und "Nichtarier" und "rasseverschiedener Mischehen" begann nicht erst mit der Einführung der "Nürnberger Gesetze" in Danzig (wohl 1938), sondern mindestens bereits mit der "Machtergreifung", besser wohl "Machtübertragung" 1933.

      Einen schönen Gruß

      Ulrich

      Kommentar

      • Ulrich 31
        Forum-Teilnehmer
        • 04.11.2011
        • 8574

        #273
        AW: Die Juden in Danzig

        Hallo, lieber Namensvetter,

        Deine Bemerkung gilt dem in #251 als Link eingestellten Text von sicher jüdischer Seite. Auch ich habe mich deshalb dort über das von Dir Kritisierte gewundert. Zur weiteren Klarstellung sei an den aufschlussreichen Forum-Thread "Ein Wort für die Danziger Juden" erinnert: http://www.forum.danzig.de/showthrea...ighlight=Juden .

        Mir ging es in #251 speziell um die heutige lokale Erinnerung an die Große Synagoge an der Reitbahn.

        Beste Grüße
        Ulrich (31)

        Kommentar

        • Gerhard Jeske
          Forum-Teilnehmer
          • 24.08.2014
          • 737

          #274
          AW: Die Juden in Danzig

          Gerhard Jeske
          In Danzig gab es eine Schallplatte, besonders für die Werbung. Ich erinnere nur eine Strophe:2 In der Langgass, in der Langgass, können Damen wunderschön flanieren, willst du eine dir erobern musst du hinterdrein marschieren. Kauf bei Brüggemann ihr Blumen, bei Edelstein sagt sie gleich „ Nein“ jedoch bei Walter Fleck“ ich sage dir. Du hast sie weck
          Solch Platten wurde verbreitet. Kein Wunder, dass ein Nachbar, Mitglied der NSDAP, die Schallplatte besaß und wir sie gedankenlos abspielten.

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          • Poguttke
            • 20.05.2008
            • 523

            #275
            AW: Die Juden in Danzig

            Schau mal auf youtube Gerhard hab se mir schon anjehört

            Kommentar

            • Gerhard Jeske
              Forum-Teilnehmer
              • 24.08.2014
              • 737

              #276
              AW: Politische Diskussion zu "Gedanken zum Schicksal der Danziger Juden"

              Gerhard Jeske ,
              Poguttke meint: Ich selbst stamme ja von einer liberalen und eher unpolitischen Danziger Familie ab, und so hat mich natürlich mein ganzes Leben lang die Frage bewegt, was haben wir Danziger denn nun eigentlich verbrochen, daß wir so bestraft werden?
              Ja, Poguttke, Sicherlich war auch das unpolitische Verhalten mit entscheidend, dass die Nationalistischen Funktionäre an die Macht kamen. Die Danziger hatten keinen Sinn für ihre Verfassung entwickelt. Fast täglich wurde die Verfassung gebrochen. Und als die Danziger Heimwehr im August aufmarschierte und vereidigt wurde, standen keine Demonstranten spalier an der Allee Seite, sondern begeisterte Danziger Einwohner. Die Schlußparade nach dem Polenfeldzug fand im KZ Dachau statt. Noch eine Frage dazu?

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              • Martschinke
                Forum-Teilnehmer
                • 07.03.2008
                • 404

                #277
                AW: Die Juden in Danzig

                Hallo danli, Als 1936 die Danziger Opposition vom Völkerbund verlassen wurde,
                kam ihr keine Hilfe von Polen zu Teil. Auch die polnische Minderheit lehnte die
                Unterstützung des Danziger Widerstandes gegen die Nazis ab. Nach de Abdankung
                des Völkerbund-Hauptkommissars Sean Lester regierte Hitler, und die Berliner Gestapo
                kommandierte die Danziger Polizei. Suche doch bitte nicht in erster Linie die Schuld bei
                den machtlosen Danziger Geschäftsleuten. Die Danziger suchten Schutz bei den neu
                eingesetzten Völkerbunds-Kommissar Jacob Burkhard und hofften auf Neuwahlen um
                die braune Brut in der Stadt Danzig zu entmachten, der war aber leider sehr passiv
                eingestellt, sodass der politische, oppositionelle, ernste Widerstand im Oktober 1937
                durch die Nazis gebrochen wurde. Am 23. August 1939 setzte der Senat den bisherigen
                Danziger Gauleiter der NSDAP, Albert Forster ein. Die Danziger Verfassung wurde durch
                gesetzgebende Nazigewalt ersetzt. Nach Kriegsbeginn am 1.September 1939 wurde das
                Gebiet der freien Stadt Danzig zum Bestandteil des Deutschen Reiches erklärt.
                Es war ein erzwungener Nazi-Vertrag und dürfte wohl keine völkerrechtliche Anerkennung
                gegen die rechtschaffende, ehemalige Danziger Regierung am Kriegsanfang durch Nazigewalt
                finden.
                Ein Sprichwort sagt: Gewalt geht vor Recht, aber muss das immer so bleiben?

                Einen schönen Tag noch.
                martschinke

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                • Antennenschreck
                  Forum-Teilnehmer
                  • 05.09.2011
                  • 1833

                  #278
                  AW: Die Juden in Danzig

                  Hallo Kurt,

                  hast du nun das nächste Thema das wir jetzt zum 98. Mal durchkauen können?

                  Tschü.....
                  Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                  Kommentar

                  • Antennenschreck
                    Forum-Teilnehmer
                    • 05.09.2011
                    • 1833

                    #279
                    AW: Politische Diskussion zu "Gedanken zum Schicksal der Danziger Juden"

                    Hallo Gerhard,

                    es gibt wenigstens noch 2 weitere Threads mit ähnlichem Grundthema. In einem davon hat Wolfgang jetzt darum gebeten sich erst mal Alles durchzulesen und dann bei echt neuen Gesichtspunkten in diesem Thread zu posten: https://www.danzig.de/showthread.ph...Freizügigkeit

                    Das halte ich für vernünftig. Was meinst du dazu?

                    Tschü.........
                    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                    Kommentar

                    • Ulrich
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.01.2009
                      • 280

                      #280
                      AW: Die Juden in Danzig

                      Martschinke,

                      du schreibst hier gestern am 29.10.2014 an Danli: "Suche doch bitte nicht in erster Linie die Schuld bei den machtlosen Danziger Geschäftsleuten".

                      Tschuldigung, dass ich mich einmische:
                      1. Sehe ich nicht, wo Danli das tut,
                      2. Allerdings sehe ich Schuld bei den nichtjüdischen Danziger Geschäftsleuten.
                      a) ganz offensichtlich bei den Ariseuren, Profiteuren der "arisierten" Betriebe. Namen dazu auch hier im Forum.
                      b) nicht so offensichtlich im Isolieren der jüdischen und als jüdisch angesehenen Geschäftsleute im gesellschaftlichen Leben.
                      Der als jüdisch angesehene Alexander Weichbrodt, Inhaber der Margarine-Spezialwaren Handlung "Hollando" ("Kick in de Köck") und Omnibusunternehmer etwa wurde von seinen Freunden und Kollegen darum gebeten, den Treffen in "Geselligkeitsvereinen" fern zu bleiben.
                      Dazu geht man nicht auf die Straße und macht Radau - das geschieht ganz leis und fast freundlich - Es führt für die Betroffenen aber zu ihrer gesellschaftlichen Isolation. (Hannah Arendt schreibt darüber, wie schrecklich gerade dieser wohlmeinende Rückzug der Freunde und Bekannten war - nicht so sehr das Gedröhne der Radaubrüder.
                      c) Und wie hinter der Kasse, so auch vor ihr: Zwar waren die Danziger Nazis nicht zufrieden mit dem nur zögerlichen Boykott der Hausfrauen von jüdischen Geschäften - aber auch dieser Boykott trug seinen Teil zur gesellschaftlichen Isolation der jüdischen Geschäftsleute bei.
                      d) Und diese Isolation begann direkt 1933.

                      Einen schönen Gruß
                      Ulrich

                      Ulrich

                      Kommentar

                      • Martschinke
                        Forum-Teilnehmer
                        • 07.03.2008
                        • 404

                        #281
                        AW: Die Juden in Danzig

                        Hallo Ulrich,
                        ich habe mir das Buch vom Fischer-Taschenbuch Nachauflage IBN-3-596-24373-4 ausgeliehen,
                        und da finde ich keine Geschäftsleute, die mit politischen Machtmitteln als Nazi-Größen in den
                        vordersten Reihen gegen ihre jüdischen Mitbewerber einen Vernichtungskampf führten. Sie
                        hätten es sich auch nicht leisten können. Geschäftserfolge lassen sich nicht politisch erzwingen,
                        der Beweis lag auf der Hand, die erfolgreichsten Geschäfte in Danzig waren jüdisch, durch Fleiß
                        und Geschäftstüchtigkeit hatten Juden viel Erfolg.
                        Nun schreibst Du: die Danziger Nazis waren für den Boykott verantwortlich, darin stimme ich mit
                        Dir überein, erstaunlicher Weise hast Du nun die Richtung gewechselt. Erstmal sind es bei Dir
                        die nichtjüdischen Danziger Geschäftsleute und dann sind es auf einmal die Danziger Nazis, also was nun?
                        Sehe Dir doch das Buch an, wer die gefährlichen Nazis gegen die Juden waren.
                        Ich kann die politischen, tonangebenden Bonzen nicht in meinem Schreiben alle aufführen, weil es
                        zu viele sind. Überwiegend waren es Sturmbannführer, hochgebildete Leute zum Teil in hohen Rängen
                        die schon im ersten Weltkrieg ihr Kriegshandwerk beherrschten, sie konnten es nicht vertragen den
                        ersten Weltkrieg verloren zu haben, und da war ihnen jedes Mittel recht Schuldige zu finden, um mit
                        einem Obergefreiten Hitler sie brutal und blutrünstig in geheimer Kommandosache zu ermorden.
                        Alle Obrigeiten, Generäle und mächtige Führer vom hohen Grad standen vor dem Obergefreiten Hitler
                        stramm um nur ihre Ziele zu erreichen, koste es was da wolle, bis zum bitteren Ende für alle.

                        Von mir auch einen schönen Gruß

                        Martschinke

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                        • Gerhard Jeske
                          Forum-Teilnehmer
                          • 24.08.2014
                          • 737

                          #282
                          AW: Politische Diskussion zu "Gedanken zum Schicksal der Danziger Juden"

                          An Antennenschreck. von Gerhard Jeske, Ich stellte in meinem Bekannten- Kreis fest das zumindest folgender Satz nicht bekannt warie Schlußparade nach dem Polenfeldzug fand im KZ Dachau statt. Der Aufmarsch der Danziger Heimwehr war ein gewaltiger Verfassungsbruch, nicht nur die Danziger sondern auch die ausländische Öffentlichkeit hätte darauf lauthals reagieren müssen. Wie war die Reaktion in Skadinavien? Darüber wissen wir noch viel zu wenig, ich auch nicht.

                          Kommentar

                          • Antennenschreck
                            Forum-Teilnehmer
                            • 05.09.2011
                            • 1833

                            #283
                            AW: Die Juden in Danzig

                            Tja Gerhard,

                            wenn du das in deinem Bekanntenkreis festgestellt hast, dann solltest du das unbedingt mit deinen Bekannten diskutieren. Klingt logisch, oder?

                            Tschü......
                            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                            Kommentar

                            • Martschinke
                              Forum-Teilnehmer
                              • 07.03.2008
                              • 404

                              #284
                              AW: Die Juden in Danzig

                              Hallo Jeske,
                              soweit ich es als Kind vor dem 1. September mitbekommen habe, gab es die Heimwehr vor
                              dem Kriege in Danzig. Irgend wie durfte Danzig einen Schutz haben. Nach dem 1.September 39 wurden
                              sie deutsche Soldaten, davor hatten sie keine Rechte militärische Aufgaben zu erfüllen. Sie waren
                              für Grenzverletzungen zuständig. Die Danziger Neusten Nachrichten haben über Grenzverletzungen
                              berichtet. Das KZ in Dachau war zu der Zeit nicht bekannt in Danzig. Warum sollte eine aufgelöste
                              Heimwehr von Westpreußen nach Bayern kommen um dort Schlußparaden durchzuführen? Zumal
                              die Stinkpreußen in Bayern nicht Herzlich Willkommen waren.
                              Diesen Ausdruck bekam ich im Schwarzwald bei einer Wohnungssuche zu hören.

                              Schönen Gruß noch lieber Freund Jeske, erzähle mehr davon.

                              Kommentar

                              • Gerhard Jeske
                                Forum-Teilnehmer
                                • 24.08.2014
                                • 737

                                #285
                                AW: Die Juden in Danzig

                                Hallo Martschinke,
                                Wie ich hier feststelle haben einige von Euch über die Entstehung der Danziger Heimwehr und ihres militärischen Charakters ebenso wenig gewußt, wie einige meiner Bekannten. Deshalb ist mein Beitrag hier auch richtig placiert. Horst Michaelis veröffentlichte das Buch" Die Geschichte der Danziger SS-Heimwehr Danzig." dort ist über die Aufstellung der SS-Heimwehr, ihre heimliche Ankunft in Danzig, sowie über die Kämpfe und die Gefallenen (mit Namen) berichtet. Auf Seite 110 ist ein Foto zu sehen, es zeigt die Parade. es heißt dort: " Vorbeimarsch der SS-Heimwehr in Dachau vor SS-Obersturmbannführer Goetze"
                                Jeske meint: Aus Unwissenheit über einen Tatbestand oder einer Geschichte ein Urteil zu fällen, das kann nur ein falsches Urteil ergeben

                                Kommentar

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