... Unruhestifter brauchen wir alten Mitglieder nicht in unseren Reihen.
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Um Gottes Willen, ist es schon so weit? Wie alt seid Ihr denn? Wenn ich schon die 50 lang hinter mir gelassen habe .... gar nicht auszumalen, was da alles passieren kann.
Liebe Forumer und besonders Poguttke,
den Satz von Guntramnis aus Freizügigkeit 89 möchte ich noch einmal besonders unterstreichen:
"Nämlich, dass ein Bestehen auf alten Positionen nur zu neuen Ärger und auch neuen Leid führen kann (siehe Israel/Palästina). Ich für meinen Teil glaube da lieber an eine Zukunft in einem Europa ohne Grenzen, wohl wissend das auch das kein einfacher Weg ist."
Ich schaue mir gerne meinen historischen Atlas an. Seit der Völkerwanderung hat fast jeder Teil Europas mal jedem gehört. Das lässt sich nicht mehr gegeneinander aufrechnen. Europa ist heute so wie es ist und wir wollen keinen Krieg mehr, um diese Grenzen zu verändern. In der Geschichte wurden die Völker meist nie gefragt, ob sie mit Veränderungen einverstanden waren. Dabei ist auch viel Unrecht geschehen. Auch den Danzigern ist Unrecht geschehen, aber sie müssen das heute hinnehmen.
Gruß Peter
Ich möchte kurz sagen, warum ich so denke, wie ich denke. Ich arbeite täglich mit Leuten aus aller Welt zusammen. Es sind mit Sicherheit alle wichtigen und sehr viele unwichtige Religionen vertreten, alle Hautfarben, ich vermute mal 100 Länder. Bei vielen Leuten, mit denen ich per Email kommuniziere, weiß ich nicht, ob sie Mann oder Frau sind, ob schwarz, weiß, gelb, rot, ob gläubig oder nicht, ob schwul oder heterosexuell. Aus dem vermeintlichen Deutschen wird auf einmal ein Mann aus Fernost, dem aus Gründen der Einfachheit vor 20 Jahren in der Schule ein europäscher Name verpasst wurde und der Hauptabteilungsleiter einer sehr wichtigen Technologieabteilung ist eine unscheinbar wirkende kleine Frau aus Indien. Unbekannten darf ich kein "Frohe Weihnachten" senden, denn es könnte sein, dass der Empfänger in Wirklichkeit eine Muslima mit Kopftuch ist. Es wird fast ausschließlich in englischer Sprache kommuniziert und manchmal kommt es erst im direkten Telefongespräch nach einiger Zeit heraus, dass man aus dem selben Land stammt. Oder wenn man sich auf irgendeinem Erdteil mal zufällig über den Weg läuft.
Jeder hat eine Heimat. Auch ich. Und Vertreibung ist auch in meiner Familie immer mal ein Thema gewesen. Aber die Frage, wer wo wohnt, wie jemand glaubt und wer da gerade regiert und wem was vor 50 Jahren gehörte, interessiert mich im Grunde nicht wirklich. Alle Monatsschriften irgendwelcher Landsmannschaften sind entsorgt, weil es diejenigen, die das immer gelesen haben, nicht mehr gibt. Diejenigen, die jetzt da wohnen, wo ein Teil meiner Familie mal gewohnt hat, sind mir genauso lieb und teuer wie andere auch. Sie wurden auch nicht gefragt. Und das Gleiche sehe ich hier in Danzig, wo ich aber selbst gar keine Vorfahren habe, auch nicht im Entferntesten. Die Leute hier wurden von den Kommunisten drangsaliert oder umgebracht, so wie der katholische Pfarrer, der ein paar Taga lang mal mein Avatar war. Und nun genießen sie seit 20 Jahren die Freiheit. Ich freue mich riesig für sie.
Also ich bin uninternational, evangelisch und habe von der ganzen Nachkriegsgeschichte Gdansks keinen blassen Schimmer. Was die beiden letzten Beiträge waldschrats angeht, gleichwohl im facebook-Deutsch:
also ich denke deine Bedenken sind doch sehr weit hergeholt. Die Danziger sind jedenfalls nicht mit Palästinensern zu vergleichen, oder hast du jemals von einem Übergriff von Danzigern auf Polen gehört? Wir haben 350 Jahre gut mit Polen zusammengelebt, besser als alle anderen Länder, und wenn es zu kriegerischen Handlungen kam dann von Polen gegen uns, wir haben in unserer Geschichte immer nur unsere Rechte und Freiheiten verteidigt. Was die Neusiedler in Danzig angeht so haben die meisten ja auch ihre Heimat verlassen müssen, es gibt also mehr verbindendes als trennendes. Ich halte es einfach für ein europäisches Zusammenwachsen, daß uns gemeinsam wieder zu einer kleinen aber erfolgreichen Nation macht, die im übrigen gerade dadurch das wir Danziger weltweit verstreut leben und familiär eingebunden sind, uns allen einen immensen wirtschaftlichen Schub geben wird, und wir nach diesem Leid und Unrecht wieder an die alte Danziger Tradition anschließen. Ich kann wirklich nicht nachvollziehen warum ausgerechnet wir von den Europäischen Grundsätzen ausgeschlossen sein sollten? Vielleicht einfach nur deshalb weil wir eben zu friedlich sind und als Opfer zuviel Verständnis für die Täter aufbringen?
PS: Da fällt mir gerade ein, es gab doch bewaffnete Übergriffe, allerdings in West-Deutschland, denn eine Danzigerin war Mitglied in der RAF / Baader-Meinhoff
AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!
Also ein Aprilscherz ist das sicherlich nicht. Allerdings muss ich erstmal schreiben, das die Überschrift ein wenig irreführend ist.
Auf wann bezieht sich diese? Auf heute?
Übrigens bin ich gerade dabei, mir den Staatsangehörigkeitsausweis zu holen, da ich wirklich keinerlei Belege oder Urkunden habe, die mir die deutsche Staatsangehörigkeit anzeigen.
AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!
Ja ich denke auch nicht, dass es sich hier um einen Scherz handelt. Allerdings möchte ich gerne die Danziger Staatsangehörigkeit nicht verlieren, lege also keinen Wert auf die deutsche, es reicht mir einen Pass zu haben, Gero
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