Freizügigkeit

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  • StampCollector
    Forum-Teilnehmer
    • 19.01.2014
    • 924

    #166
    AW: Freizügigkeit

    Hallo Poguttke,

    also die Polen haben sich aber doch schon früh gegen den Kommunismus gewehrt:
    Es gab bis ca. 1963 mindestens neun antikommunistische Widerstandskämpferorganisationen (Partisanengruppen).
    Den Posener Aufstand von 1956 mit sehr hoher Beteiligung sollte man auch nicht unerwähnt lassen.
    Weiterhin gab es 1968 und 1970 Unruhen, die u.a. übrigens auch in Danzig stattfanden.

    Viele Grüße SC

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    • StampCollector
      Forum-Teilnehmer
      • 19.01.2014
      • 924

      #167
      AW: Freizügigkeit

      Hallo Poguttke,

      ein anderes Thema ist natürlich auch der übersteigerte Nationalismus:
      Das ist ein Thema, was eigentlich erst mit der Französischen Revolution von 1789 angefangen hat:
      Danach wurde die menschliche Existenz erstmalig über die Nationalität definiert.
      Vorher war das prinzipiell weniger wichtig:
      Es kam mehr darauf an die richtige religiöse Einstellung zu haben bzw. ein guter Untertan der jeweiligen Majestät zu sein.
      Nationalität, Volkszugehörigkeit war bis dahin eher zweitrangig.

      Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der zunächst romantisch geprägte Deutsche Nationalismus und andererseits auch der Polnische Nationalismus, welcher mehr durch die Unterdrückung durch die seinerzeitigen Großmächte geprägt war.

      Auf deutscher Seite kommt man da nicht um die Person Otto von Bismarck herum, der sowohl die Polen, als auch die Katholiken gehasst hat...

      Als dann 1918 das "Deutsche Konstrukt" der Nation zusammenbrach, schlug natürlich und auch irgendwie verständlicherweise der Polnische, Tschechische etc. Nationalismus durch und man begann die erlernten Verhaltensweisen zu imitieren.

      Zumindest waren wir Deutschen teilweise nach unseren Niederlagen Opfer unserer eigenen Denkstrukturen.

      Das war natürlich nicht immer gerecht!

      SC

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      • Gerhard Jeske
        Forum-Teilnehmer
        • 24.08.2014
        • 737

        #168
        AW: Freizügigkeit

        Freizügigkeit.
        Gerhard Jeske
        Die Nutzung des Danziger Hafens ist mit vielen komplizierten Verhandlungen zwischen Danzig mit Polen, den Besatzungsmächten und dem Völkerbund verbunden gewesen. Weil Danziger Behörden –die Ausfuhr und Einfuhr- lebenswichtiger Waren von Amerika nach Polen erschwerten, wollte Polen einen Umschlagplatz erhalten, den es für Waren außerhalb des Mottlau Hafens benutzen konnte. Grundsätzlich stimmten die Verantwortlichen Vertreter . zu. Im Rahmen der Verhandlungen erwarb die polnische Bank, ZW. Spo.Zarob. von dem deutsche Eigentümer Rudolf Lettau für eine Millionen Mark die Bade und Kuranstalt. In späteren Abmachungen wurde so das Gebiet der Westerpatte als Munition -Depot geschaffen. Der Danziger Senat ließ eine Villa als Wohnheim für polnische Offiziere umbauen und finanzierte den Bau von vier Wachhäusern, Die Einfuhr von Waffen aller Art war Polen, auch vor dem Bau der Westerplatte, nicht untersagt. Mit Einwilligung von General Haking durfte Polen eine bewaffnete Gruppe zum Schutz ihrer Schiffe nach Neufahrwasser entsenden, die logierte in der dortigen Kaserne. Das geschah schon 1920.
        Als die Danziger Hafenarbeiter sich solidarisch mit der Sowjet Union zeigten, indem sie die Munitionsschiffe nicht entladen wollten, wurde mit Anschlägen auf diese Schiffe gerechnet. Davon ging eine große Gefahr für die Anwohner aus. So wurde, über eine erneute Verhandlung, die uns bekannte polnische Westerplatte endgültig ausgebaut. .

        In einer Ergänzung zum Vertrag, die der Hohe Kommissar angenommen hatte, heißt es. „Dass im Falle des Aufkommens einer besonderen Situation, Polen seine Wachabteilung verstärken kann“ Diese Situation trat ein, als der Anschluss Danzig an das Deutsche Reich gefordert wurde. Sowohl von Vertretern der NSDAP und anderer Gruppen.

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        • Poguttke
          • 20.05.2008
          • 523

          #169
          AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

          "Als die Danziger Hafenarbeiter sich solidarisch mit der Sowjet Union zeigten, indem sie die Munitionsschiffe nicht entladen wollten,...."

          Gerhard, der Hintergrund war wohl ein anderer als dieser Satz aussagt. Ohne Kriegserklärung hatte Polen Rußland überfallen. Da die Verfassunggebende Versammlung Sorge hatte in diesen Konflikt hineingezogen zu werden, wurde mit 2/3 Mehrheit Danzigs Neutralität erklärt. In diesem Zusammenhang ist der Streik der Hafenarbeiter zu sehen, der auch in England begrüßt wurde.

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          • Malgorzata K

            #170
            AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

            Ich glaube, einige haben den Kontakt mit der Wirklichkeit verloren.
            Polen hat Russland ueberfallen? Tippisch deutsch aus der Stalinszeiten, gleiche Meinung wie die russische Stalin-Propaganda. So "schreiben die Geschichte" die Sowjetisch-russische "Historiker" , und besser gesagt die Parteigenossen bis heute. Ich sehe, was einigen wird in der DDR-Zeiten eingepraegt, so denken sie bis heute.
            Zum Glueck sind die neue Generationen von der Stoerung frei gewachsen.
            Wer moechte , der nach Gdańsk kommt und hier sich eine Bleibe bereitet. Wenige tun das. Allgemein hat Danzig fuer die Deutschen nur kulturellen oder sentimentalen Wert.
            Małgorzata Krolak

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            • Poguttke
              • 20.05.2008
              • 523

              #171
              AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

              Kommentar

              • Malgorzata K

                #172
                AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

                Und du sagstest, dass Polen zu spaet gegen Komunismus gekaempft hat? "Cud dan Wisłą" - da haben wir die Komunisten weit aus unserem Haus gejagt. Das war nicht polnisch -russische Krieg, sondern Polnisch- Bolschewikis Krieg. Bei polnischer Seite haben sogar die Russische "Biali" ( ="Weisse ", zu unterscheiden mit den "Roten"= Bolschewiken ) gegen Bolschewiken gekaempft.
                Lass die Polen in Ruhe und studiere die Geschichte NSDAP in Danzig, das du weiss was man falsch gemacht hat. Die Danzige "Wehr" hat tausende Polen in den Nachbarsorten ermordet. Es waren nicht die aus Deutschland, sondern die Nachbarn, ihr. Piaśnica ist vielleicht die bakannteste. Polen irgendwelche Schuld zu geben, was du versuchst, stimmt mit den Tatsachen nicht.

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                • Gerhard Jeske
                  Forum-Teilnehmer
                  • 24.08.2014
                  • 737

                  #173
                  AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

                  Guten Abend, Poguttke,
                  Hier ist die polnische Deutung dieses Vorfalles. Im Buch " Westerplatte" Gdansk 1980.
                  Auszug: " Im Juli 1920 bekundete Deutschland seine Neutralität in diesem Kriege, was wiederum nach sich führte, dass sämtliche Armeetransporte auf dem Landweg durch dieses Land eingestellt wurden. Die Transporte durch die Tschechoslowakei waren ebenfalls eingestellt. Also war der Hafen der einzige Punkt, über den man Waffen und Munition herbeischaffen konnte. Gdansk erklärte, dem Beispiel Deutschlands folgend, eben falls seine Unabhängigkeit. Das war der Inhalt zahlreicher Demonstrationen." Allen voran demonstrierte die Kommunistische Partei. Diese Kräfte demonstrierten nicht für die Politik, der Nichteinmischung der Danziger Regierung, sondern gerade dagegen. Gerhard Jeske

                  Kommentar

                  • Peter von Groddeck
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.02.2008
                    • 1517

                    #174
                    AW: Freizügigkeit

                    Hallo,
                    zum polnisch-russischen Krieg 1920: Polen wollte sich nur zurückholen was Russland ihm im Zuge der polnischen Teilungen weggenommen hatte.
                    Gruß Peter
                    Tue recht und scheue niemand.

                    Kommentar

                    • Gerhard Jeske
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.08.2014
                      • 737

                      #175
                      AW: Freizügigkeit

                      Gerhard Jeske
                      Bei den Vertriebenen Verbänden, besonders bei Frau Steinbach, war die Teilung Polens nach 1773 nie ein Thema. Ich folgerte daraus, dass diese Funktionäre und viele Journalisten diese Teilungen anerkannten. Es ist aber nicht zu übersehen, dass Polen in dieser Zeit ein normales Königreich in Europa war, zu dessen aggressiver Politik die Aneignung fremder Länder gehört hatte, dessen Bevölkerung von Polen ebenfalls gehörig unterdrückt wurde.

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                      • StampCollector
                        Forum-Teilnehmer
                        • 19.01.2014
                        • 924

                        #176
                        AW: Freizügigkeit

                        Bezüglich der frühen Geschichte der "Freien Stadt Danzig" und dem Deutsch-Polnischen Verhältnis in den frühen 1920er Jahren sollte man vielleicht die "Klaipeda-Revolte" (Klaipeda = Memel in der litauischen Sprache) von 1923 nicht unerwähnt lassen.
                        Wie in Danzig sollte im Memelgebiet ursprünglich auch ein Freistaat geschaffen werden.
                        1923 schaffte Litauen dann Tatsachen: Litauische Freischärler, die übrigens bestens mit deutschem Kriegsgerät ausgestattet waren, übernahmen die Kontrolle im Memelgebiet.
                        Seltsamerweise war der Wiederstand der französischen Besatzung und der verbliebenen deutschen Polizei auffallend gering.
                        Man geht heute davon aus, daß die damalige Reichsregierung diese völkerrechtlich illegale Okkupation geduldet hat, um die polnische Position zu schwächen und dadurch im Bereich von Danzig und des Korridors im Gegenzug eine Stärkung der deutschen Position zu erzielen.
                        Vilnius (Wilna, Wilno) war seit 1920 polnisch. Litauen und Deutschland hatten damals einen gemeinsamen Feind: Die erste Polnische Republik...

                        SC

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                        • Bartels
                          Forum-Teilnehmer
                          • 25.07.2012
                          • 3448

                          #177
                          AW: Freizügigkeit

                          Einen schönen guten Abend,

                          zu #171:
                          von einem polnischen "Überfall" ist in der Wikipedia nicht die Rede.

                          Bedenkenswert:
                          "Das Hauptproblem ist, dass das oben genannte Kriterium "Wer ist hier als erstes über die Grenze marschiert"? keine Resultat liefert: Es gab nämlich keine Grenze!

                          Alle Kämpfe fanden innerhalb der Grenzen des Russischen Kaiserreiches von vor dem 1. Weltkrieg statt. Sowohl die nach Osten vordringenden polnischen Truppen, wie die nach Westen vordringenden Truppen der Bolschewiken, verließen das Vorkriegsterritorium Russlands nicht (Abgesehen von bolschewistischen Kavallerieeinheiten, die in der Nähe von Toruń/Thorn östlich und westlich der Weichsel operiert haben und damit auf das Vorkriegsterritorium des Deutschen Kaiserreichs gelangt sind.).

                          Die alten Grenzen zwischen Polen und Russland waren allesamt nicht mehr gültig: Die Grenze von vor den Teilungen wurde durch eben diese obsolet. Die Grenze zwischen dem vom russischen Zaren in Personalunion regierten "Königreich Polen" (Kongresspolen) und Russland haben die Russen selbst aufgehoben, als sie 1831 nach dem Novemberaufstand dessen Gebiet unmittelbar dem Reich eingliederten und ab 1867 nach dem Januaraufstand sogar den Verwaltungsnamen "Polen" durch "Weichselland" ersetzten.

                          Die zeitlich nächste polnisch-russische Grenze ist erst die aus dem Vertrag von Riga vom 18. März 1921. Diese entstand aber erst NACH dem Konflikt und war das Resultat eben dessen. Damit hat beim polnisch-sowjetischen Krieg KEINE der Kriegsparteien eine anerkannte Staatsgrenze überschritten." von: "Tholomaios"

                          Zu #175:
                          Polen war in dieser Zeit KEIN normales Königreich in Europa, sondern:
                          "Polen und Litauen bildeten seit 1569 die sogenannte Adelsrepublik und damit den ersten modernen Staat Europas mit einem adelsrepublikanischen System und einer Gewaltenteilung."

                          Ob Polen-Litauen eine aggressive Politik betrieben hat? Letztendlich wurde es zum Spielball der Mächte und wurde von Preußen, Rußland und dem Habsburger Kaiserreich bis zum Nichts aufgeteilt ...
                          Beste Grüsse
                          Rudolf H. Böttcher

                          Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                          Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                          Familie Zoll, Bohnsack;
                          Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                          Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                          http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                          • Poguttke
                            • 20.05.2008
                            • 523

                            #178
                            AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

                            #173 Es mag ja sein Gerhard, daß Polen das so gesehen hat, aber aus Danziger Sicht stand die Sicherheit Danzigs im Vordergrund. Die Danziger wollten nicht in diesen Krieg zwischen Polen und Rußland hineingezogen werden. Die russischen Truppen standen ja kurz vor Warschau und es bestand ja die Möglichkeit, daß die Russen nach Danzig kommen um den Hafen zu sperren. Das wollte man verhindern durch die Neutralitätserklärung.

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                            • Malgorzata K

                              #179
                              AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

                              Ich wundere mich, dass die Danziger solche Personen dulden. Ich habe festgestellt, dass sie exiestienen um ihren Hass zu futtern. Von mir bekommen sie das Futter nicht mehr. Eine Diskussion ist nicht moeglich und sie diennt nur bei denen sich aufzureizen. So ist meine Meinung. Ausser dem habe ich keine Absicht Wolfgangs schoene Arbeit zu stoeren. (Wie es selbst sagt, Bruecke bauen). In der Realitaet habe ich nie solche Menschen getrofen, oder haben sich gut versteckt. Von einer anderen Seite es ist gut zu wissen, wie die Extreme denkt.
                              Małgorzata Krolak

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                              • Poguttke
                                • 20.05.2008
                                • 523

                                #180
                                AW: Die Danziger sind keine deutschen Staatsangehörigen!

                                Die Wahrheit hat einen langen Atem, sie kann warten...
                                Arthur Schopenhauer

                                Wenn jemand nicht weiß wie Diskriminierung von Minderheiten beginnt, dann haben wir hier ein Lehrstück dafür. Verleumdung, Beleidigung und Unterstellungen, und die Moderation schaut weg.

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