AW: Attentat auf Pawel Adamowicz
Schönen guten Abend,
wer die Beisetzungsfeierlichkeiten mitverfolgen konnte, wird bestätigen können -auch ohne große Sprachkenntnisse-, dass dies eine bewegende, schöne und angemessene Beisetzung war. Ich weiß nicht, ob in der Internet-Übertragung auch immer wieder mal die Straßen in Danzig gezeigt wurden, aber TV-Aufnahmen direkt vor Ort und aus der Luft zeigten, dass auch zig-tausende Menschen die Messe auf "public-viewing"- Leinwänden verfolgten. In Danzig gab es mehrere davon, und in den meisten großen Städten Polens waren ebenfalls solche Leinwände aufgestellt.
Es war kein Staatsbegräbnis, all Pomp der dabei gezeigt wird, fehlte. Aber es war eine Beisetzung der Stadt Danzig, seiner Bürger/innen, und diese Beisetzung war die größte Anerkennung der Leistungen Adamowiczs die ihm überhaupt gemacht werden konnte.
Es wird noch viel über die Beisetzung zu lesen sein. Denn es war ja nicht nur die Zeremonie, es waren auch die Wortbeiträge, die teils erschütterten und teils auch mit begeistertem Applaus in St.Marien und auf den Straßen begrüßt wurden.
Kaum Jemandem werden nicht die Worte seiner Witwe Magdalena und seiner Tochter Antonina zutiefst berührt haben. Die früheren polnischen Staatspräsidenten Lech Wałęsa und Alexander Kwaśniewski wischten sich immer wieder die Augen, aber auch andere Teilnehmer/innen waren erschüttert. Neben der Familie waren u.a. auch polnische Alt-Präsidenten in der ersten Reihe zu sehen. Der jetzige polnische Staatspräsident Andrzej Duda wurde irgendwo weiter hinten sitzend gezeigt. Er war von der PiS zur Wahl aufgestellt worden, der Regierungspartei die den Danziger Stadtpräsidenten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft hatte.
Mit begeistertem und lang anhaltendem Beifall in der Marienkirche und auf den Straßen wurde ein aufrüttelnder Beitrag des Dominikanerpriesters und Danziger Ehrenbürgers Ludwik Wiśniewski aufgenommen (einige Worte zu ihm sind zu finden unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwik_Wi%C5%9Bniewski). Die Rede wird von vielen früheren Gegnern Adamowiczs als Ohrfeige empfunden worden sein. Ich werde schauen, dass ich irgendwo die Rede bzw. eine Übersetzung davon finde.
Danzig hat in seiner mehr als 1.000-jährigen Geschichte noch nie solche Trauerfeierlichkeiten gesehen. Die Bürger/innen Danzig haben Schulterschluss mit ihrem verstorbenen Stadtpräsidenten gezeigt. Das war ein Signal - ein Signal das vor allem in Warschau nicht Jeder gerne gehört haben wird.
Schöne Grüße aus dem Werder
Wolfgang
Schönen guten Abend,
wer die Beisetzungsfeierlichkeiten mitverfolgen konnte, wird bestätigen können -auch ohne große Sprachkenntnisse-, dass dies eine bewegende, schöne und angemessene Beisetzung war. Ich weiß nicht, ob in der Internet-Übertragung auch immer wieder mal die Straßen in Danzig gezeigt wurden, aber TV-Aufnahmen direkt vor Ort und aus der Luft zeigten, dass auch zig-tausende Menschen die Messe auf "public-viewing"- Leinwänden verfolgten. In Danzig gab es mehrere davon, und in den meisten großen Städten Polens waren ebenfalls solche Leinwände aufgestellt.
Es war kein Staatsbegräbnis, all Pomp der dabei gezeigt wird, fehlte. Aber es war eine Beisetzung der Stadt Danzig, seiner Bürger/innen, und diese Beisetzung war die größte Anerkennung der Leistungen Adamowiczs die ihm überhaupt gemacht werden konnte.
Es wird noch viel über die Beisetzung zu lesen sein. Denn es war ja nicht nur die Zeremonie, es waren auch die Wortbeiträge, die teils erschütterten und teils auch mit begeistertem Applaus in St.Marien und auf den Straßen begrüßt wurden.
Kaum Jemandem werden nicht die Worte seiner Witwe Magdalena und seiner Tochter Antonina zutiefst berührt haben. Die früheren polnischen Staatspräsidenten Lech Wałęsa und Alexander Kwaśniewski wischten sich immer wieder die Augen, aber auch andere Teilnehmer/innen waren erschüttert. Neben der Familie waren u.a. auch polnische Alt-Präsidenten in der ersten Reihe zu sehen. Der jetzige polnische Staatspräsident Andrzej Duda wurde irgendwo weiter hinten sitzend gezeigt. Er war von der PiS zur Wahl aufgestellt worden, der Regierungspartei die den Danziger Stadtpräsidenten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft hatte.
Mit begeistertem und lang anhaltendem Beifall in der Marienkirche und auf den Straßen wurde ein aufrüttelnder Beitrag des Dominikanerpriesters und Danziger Ehrenbürgers Ludwik Wiśniewski aufgenommen (einige Worte zu ihm sind zu finden unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwik_Wi%C5%9Bniewski). Die Rede wird von vielen früheren Gegnern Adamowiczs als Ohrfeige empfunden worden sein. Ich werde schauen, dass ich irgendwo die Rede bzw. eine Übersetzung davon finde.
Danzig hat in seiner mehr als 1.000-jährigen Geschichte noch nie solche Trauerfeierlichkeiten gesehen. Die Bürger/innen Danzig haben Schulterschluss mit ihrem verstorbenen Stadtpräsidenten gezeigt. Das war ein Signal - ein Signal das vor allem in Warschau nicht Jeder gerne gehört haben wird.
Schöne Grüße aus dem Werder
Wolfgang
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