III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

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  • Langfuhr43
    Forum-Teilnehmer
    • 05.01.2012
    • 567

    #31
    AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

    Hier ist nun der Bericht über die Danzigreise:forum danzig.de

    Flugreise nach Danzig vom 12.Oktober bis zum 17. Oktober 2014

    Sonntag, 12. Oktober
    Unser Flug startete um 12:25 Uhr. Wie es üblich ist, mussten wir 2 Stunden vorher da sein, um einzuchecken. Wir starteten pünktlich und waren schon um 13 Uhr in Danzig Ramkau. Allerdings haben wir etwas suchen müssen, um unsere Koffer zu bekommen. Die Laufbänder waren im Nebengebäude. Vor dem Flughafengebäude warteten schon die Taxen. Da wir 5 Personen waren, haben wir 2 Taxen genommen und waren um 14 Uhr an der Ballettschule.
    Nachdem wir die Schlüssel Zimmer bekommen hatten und das Gepäck auf die Zimmer gebracht hatten, machten wir uns auf den Weg, um etwas zu essen. Das war garnicht so einfach, denn es war Sonntag und die Geschäfte waren geschlossen. Schließlich fanden wir in der Neu-Schottland-Str. eine gute Pizzeria. Danach sind Eva und Marianne ins Gästehaus zurück gekehrt und Margrit, Ingrid und ich sind mit der Straßenbahn 8 nach Glettkau gefahren. Wir wollten doch endlich die Ostsee sehen und Meerluft schnuppern.
    Abends trafen wir uns wieder und sind zum Essen gegangen. Als wir vom Essen zurück kamen, so gegen 20:30 Uhr, trafen auch die Busreiseteilnehmer ein.

    Montag, 13. Oktober
    Um 9 Uhr fuhr der Bus ab zu einer Stadtführung nach Danzig. Wir fuhren durch die Halbe Allee, vorbei am Hauptbahnhof, unterhalb des Bischofberges, über die Speicherinsel und parkten in der Nähe der niederländischen Botschaft. In Danzig erwartete uns der Historiker Christoph, unser Stadtführer. Er ist auch Mitglied der deutschen Gemeinde in Langfuhr. Am Milchkannenturm haben einige Fahrgäste Geld getauscht. (Günstig) Von dort gingen wir auf das Grüne Tor zu, von weitem sahen wir rechts von uns das Krantor und wir gingen weiter in die Langgasse. Dort fanden wir den Artushof, (eingerüstet) den Neptunbrunnen, das Rechtstädtische Rathaus, die Post und vieles mehr. Christoph hat uns sehr viel über die Geschichte von Danzig und der Langgasse erzählt. Dann gingen wir durch das Hohe Tor und weitere Tore, vorbei an der Reichsbank und am Polizeipräsidium.
    Um 12 Uhr waren wir für das Orgelkonzert in Oliva angemeldet. Es war wirklich ein Erlebnis diese aussergewöhnliche Orgel zu hören. Anschließend fuhren wir nach Zoppot und parkten hinter dem imposanten Grandhotel. Wir besuchten die Seebrücke und schauten uns noch den Ort an. Nach diesem Aufenthalt fuhren wir wieder zurück nach Langfuhr. Von dort aus sind Margrit, Ingrid und ich mit der Straßenbahn zur Adolf-Hitler-Str. 192 gefahren.(Grunwaldza) Dort in der "Kurve" sind Käte und Ingrid Thomas aufgewachsen. (Heute steht ein gr. Geschäftshaus da) Margrit konnte sich nicht erinnern, da sie ein Baby war. Ingrid konnte sich noch genau an den Weg zum Kindergarten erinnern. Ich habe etliche Fotos von der Kaserne für Käte (92 J.) gemacht. (Sie war nicht mit in Danzig) Abends haben wir uns wieder zum Essen getroffen.

    Dienstag, 14. Oktober
    Heute war ein Ausflug zur Halbinsel Hela angesetzt. Den habe ich nicht mitgemacht, da ich mich mit Regina (aus dem Forum) um 10 Uhr vor dem Standesamt in Danzig verabredet hatte. Sie begleitete mich zu Herrn Bartoszewicz
    und ich konnte meine Geburtsurkunde, die Sterbeurkunde meines Großvater A. Kreft und die Heiratsurkunde meiner Großeltern Paul und Marie Zelke, geb. Friedrich, ohne Blitzlicht abfotografieren. Herr B. macht keine Ablichtungen, weil die Bücher mal einen Wasserschaden ab bekommen haben.
    Anschließend sind wir zum Staatsarchiv gegangen und ich konnte dort in die Bücher einsehen. Ich mußte weiße Handschuhe überziehen, um in den Büchern zu blättern. Dort bin ich auch fündig geworden und ich werde die Kopien zu geschickt bekommen, sobald ich einen Betrag in umgerechnet 5 Euro bezahlt habe.
    Regina hat mich noch zur Christuskirche begleitet. Hier hatten wir keinen Erfolg, denn angeblich sollen die ev. Pastore die Kirchenbücher mitgenommen haben. Auch eine Anfrage in Berlin brachte keinen Erfolg.
    Abends trafen wir uns wieder zum Essen in der kleinen, feinen Pizzeria Osemka.

    Mittwoch, 15. Oktober
    Nach dem Frühstück fuhren wir los, um das Werde zu besuchen. Dazu hat Wolfgang ja schon geschrieben.
    Um 16 Uhr waren wir mit der deutschen Gemeinde verabredet, aber es wurde 17 Uhr. Die Frauen hatten die Tische schön gedeckt und es gab Kaffee und Kuchen. Leider habe ich von der Diskussion nicht viel mitbekommen, da wir in einem angrenzenden Zimmer saßen. Zum Gitarrenspiel wurden deutsche Volkslieder gesungen.
    Ich hatte einige Original-Unterlagenmeiner Eltern mitgebracht, aber die Gastgeber waren daran nicht interessiert.
    Die Reisegruppe hatte an diesem Abend noch ein gemütliches Zusammensein mit Abendessen.
    Für die Leute, die mit dem Bus angereist waren, war es der letzte Abend.

    Donnerstag, 16. Oktober
    Nach dem Frühstück reiste die Gruppe mit dem Bus ab und wir 5 Frauen hatten noch einen schönen Tag in Danzig.
    Eva war mit ihrer Nichte nochmal nach Zoppot gefahren und hat auf dem Standesamt eine Kopie ihrer Geburtsurkunde bekommen.
    Margrit, Ingrid, Marianne und ich sind mit der Straßenbahn nach Danzig reingefahren und haben die Marienkirche, die Frauengasse, das Krantor und die Post besucht. Gegenüber der Post wurden um 11 Uhr wieder in der Candy Faktory Bonbons hergestellt. Anschließend gingen wir in der Frauengasse zum Essen. Nachmittags sind wir nach Langfuhr zurück gefahren. Unterwegs bin ich an der Klinik ausgestiegen und habe das Grüne Dreieck besucht. das hatte ich schon geschrieben.
    Am Abend trafen wir uns dann wieder in der kleinen Pizzeria.

    Freitag, 17. Oktober
    Rückflug um 9:25 Uhr nach Dortmund

    Das Gästehaus der Ballettschule war sehr gut und modern eingerichtet.
    Wir haben im 2. Stock gewohnt. Für ältere Gäste fehlt dann doch der Aufzug.

    Uns hat es sehr gut in Danzig gefallen und wir waren auch mit dem Programm zufrieden.
    Ein Schiff ist im Hafen sicher. Aber für den Hafen ist es nicht geschaffen.

    Kommentar

    • Helga +, Ehrenmitglied
      Moderatorin
      • 10.02.2008
      • 1948

      #32
      AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

      Liebe Gisela,

      ganz herzlichen Dank für deinen interessanten, langen Bericht. Ich habe mich sehr daran erfreut und bin in Gedanken alle Wege, nein fast alle, einige kannte ich nicht, besonders den Weg durch die Innenstadt, mit gegangen und mich wohl gefühlt.

      Es ist doch zu schön, wieder in Danzig zu sein, wieder an der Ostsee zu stehen, sich wieder in Erinnerungen zu verlieren, oder?

      Und wie immer bei solchen Berichten ist die Sehnsucht gleich und sofort da und gedanklich bin ich schon bei der Reiseplanung.
      Viele Grüße
      Helga

      "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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      • Eva Altstaedt +13.12.2018
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 89

        #33
        AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

        Ja, liebe Freunde, da hat Gisela ja eine richtige Fleißarbeit hingelegt, dem kann ich nur zustimmen, aber doch möchte ich noch etwas dazu sagen: Das Theater mit den Toiletten wäre doch m. E. gar nicht nötig gewesen, denn in dem Bus gab es doch eine, die (lt. Marianne) auch von einigen genutzt wurde. Natürlich habe ich schon bei anderen Reisen Sachen erlebt, dass die Klos von Leuten in einem schrecklichen Zustand hinterlassen wurden, aber schließlich ist auch das der Job des Bus-Unternehmens, dafür Sorge zu tragen bei so einer langen Reise. Es ist klar, dass das für den Fahrer nicht sehr angenehm ist, anderer Leute Sch.... wegzuputzen, aber da hilft alles nichts. Jedenfalls wurde gar nicht erwähnt, dass es diese Möglichkeit überhaupt gab, auch nicht, dass die Toilette evtl. defekt oder so war, das hat uns schon sehr erstaunt!
        Na ja, ich hoffe, dass die nächste Reise diesen Mangel nicht hat.
        Liebe Grüße von der Zoppoter Eva.

        .

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        • Beate
          Administratorin
          • 11.02.2008
          • 4836

          #34
          AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

          Liebe Gisela,

          vielen Dank, dass Du uns an der Reise teilnehmen ließest!
          Bin gerade in Gedanken auch an einigen Ecken in Danzig gewesen, an denen wir vor einigen Jahren waren..

          Schön hast Du Eure Aktivitäten beschrieben, da wünscht man sich doch auch dort hin.

          Fröhliche Grüße Beate
          ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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          • Langfuhr43
            Forum-Teilnehmer
            • 05.01.2012
            • 567

            #35
            AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

            Hallo Beate, hallo Helga,
            vielen Dank für die netten Worte zu meinem Bericht. Ich hatte schon angenommen, dass ihn keiner gelesen hat.

            Nun hatte ich auch erwartet, dass einige von den Reiseteilnehmern etwas dazu schreiben würden, denn wie ich schon erwähnte, hatte ich an der Hela-Tour nicht teilgenommen.
            Also - ich warte darauf !!! (Habe auch nur einen erfolgreich abgeschlossenen Volksschulabschluss)

            Auf diesem Wege möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei dem Herrn aus der Schweiz bedanken, der meine Kamera auf dem Tisch bei der deutschen Gesellschaft gefunden hat und sie mir am nächsten Tag zurückgab.

            Liebe Eva, vielen Dank für die netten Worte, du weißt, ich tue es gern.
            Gute Nacht wünscht Gisela
            Ein Schiff ist im Hafen sicher. Aber für den Hafen ist es nicht geschaffen.

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            • Carl_Narloch
              • 02.01.2010
              • 102

              #36
              AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

              Liebe Danziger ForumGemeinde,
              lieber Wolfgang,

              einschliesslich der auf dem Luftwege eingetroffenen Teilnehmer, unserer Reiseführer für Montag Vormittag Christoph Jachomowicz sowie Mittwoch Vormittag Wolfgang Naujocks, mir (Reiseführer für die sonstige Zeit) sowie unserem Fahrer Michael Hinzke, waren wir dieses Jahr 51 Teilnehmer. Vergleiche: bei der 1. BundesReise 2012 waren wir nur 30 und bei der 2. letztes Jahr 2013 ca. 40. Wenn dieser Trend so weiter geht, könnten wir vielleicht irgendwann 2 Busse brauchen. An meine Reiseführer für Montag Vormittag Christoph Jachomowicz sowie für Mittwoch Vormittag, Wolfgang Naujocks, die GÄNZLICH UNENTGELTLICH und auf Kosten ihrer Privatzeit uns als Reiseführer dieser Veranstaltungsteile mit Bravour zur Seite standen - AN DIESER STELLE VERBINDLICHSTEN DANK!

              Von den Beschwerden (Toiletten?) habe ich allerdings am Mittwoch ÜBERHAUPT NICHTS mitbekommen, wir haben doch eine Toilette an Bord und danach war der Zwischenstopp bei McD auch dafür geeignet. Also, wie ich finde, "alles gut" und wohl auch kein "genereller" Grund zur Beschwerde, oder? Jedenfalls hat mich keinerlei Beschwerde in dieser Richtung erreicht. Einzigst, ein regelrechtes Mittagessen am Mittwoch "fehlte" gewissenmassen, doch damit hatte ich schon fast gerechnet, denn wir hatten zu wenig Zeit angesichts dessen, dass wir am Nachmittag bei der Deutschen Gemeinde im Brunshöfer Weg 36 in DZ-Langfuhr erwartet wurden. Der anschließende Ausflug an die Ostsee hat spätestens die damit verbundene "dicke Luft" wieder verfliegen lassen, wenn es überhaupt welche gab ;-) Anhand der
              [INDENT=2]» Bilder der Dzg. BundesReise 2014 «


              und meiner Erinnerungen ;-), war jedenfalls ich bisher erfolglos auf der Suche nach
              ‹unglücklichen Gesichtern›. Noch ein Hinweis: weder ich noch der bund der Danziger sind ein Reiseunternehmer - die BundesReise war nicht und ist immer noch keine kommerzielle Reise - es wird nur eine Person bestimmt (bisher war ich es...), die die ganze Organisation mit all erfoderlicher Reservation, Zahlungsverkehr, Anpassungen, Versicherungen, Bisbestellung, Routenplanung, Zimmerbestellung, Zimmeraufteilung, Regelunge vor Ort, Restaurantbuchungen etc. übernimmt und die Teilnahme -Beiträge aufgrund ermittelter Gesamtkosten auf die Teilnehmer verteilt. Natürlich KANN NICHT bei so einer Organisation immer ALLES ganz reibungslos verlaufen, völlig unmöglich bei nur einem Verantwortlichen (... meinen: 'moi' ) und fast 50 Teilnehmern, von welchen fast jede/r individuelle Fragen und Anliegen an mich hatte. Für "Pannen" also ein paar Beispiele:

              1) noch auf dem Zwischenstopp in Berlin stieg eine Danzigerin hinzu, die schon Tage vorher abgesagt hat und derer Platz einer anderen Interessentin zugeteilt wurde, da das Hotel zu 100% ausgebucht war und wir eine Warteliste hatten; Resultat: ich und eine zweite Person aus der Teilnehmerschaft haben selbst auf unsere Einzelzimmer verzichtet (ohne es zu müssen!) um in ein Doppelzimmer zu ziehen, wodurch ein Einzelzimmer frei wurde. 2) Im Gästehaus befinden sich Zimmer im 1., 2. und im 3. Stock. Eine andere, ebenso erst am Abreisetag hinzugekommene Danzigerin beschwerte sich sofort nach Ankunft über die Belegenheit des Zimmers im 3. Stock. Resultat: wieder zog ich den "Kürzeren" und tauschte mit ihr die Zimmer, sodass ich ins 3 Stock umzog (ebenfalls FREIWILLIG!), sie ins 2. Stock. 3) Debakel mit der Verbreitung der deutschen Sprache im Handel und den Dienstaleistungen in Danzig: leider leugnet offensichtlich die Mehrheit der pl. Gastronomie, Hotelerie und des Handels mit aller Vehemenz das eindeutige Faktum, dass bei "Touristen" in Danzig, Zoppot und Umgebung ganz deutlich die DEUTSCHSPRACHIGKEIT dominiert - sodass man vielerorts z.B. nur Menükarten in polnischer, allenfalls in englischer Sprache vorgelegt bekommt. Ich bin dann oft gefordert, von fast 50 Personen ihre individuellen Menü-Wünsche etc. an den nicht deutschsprechenden Kellner zu vermitteln / zu übersetzen. 4) Auf dem Rückwege haben ich und tlw. andere Teilnehmer die Begrenzung der Bus-Pausen nicht ganz einhalten können, wodurch der Bus wegen strenger Lenkzeit-Vorschriften weitere z.B. 15 Minuten warten musste, was tlw. zum Unmut der "pünktlichen" Teilnehmer führte. Doch dafür gibts es Tugenden wie Einsicht und Redlichkeit, und das auch sonst nicht so schüchterne Danziger Mundwerk um ein Vergehen einzusehen und um Entschuldigung zu bitten, oder? INSGESAMT sind wir
              ganz gut zurecht gekommen, angesichts dessen, dass wir solche eine große Truppe waren, dass der Zeitplan so eng war und dass ich nicht sonderlich viel andere Hilfe hatte.

              Evtl. schreibe ich später auch noch einen kleinen Bericht zu den Inhalten des Programmms, aber ich bin dafür sicherlich nicht so geeignet, wie die Teilnehmer selbst, die also von dem mich stets auf Trab haltenden Organisationsablauf nicht so abgelenkt waren ;-)

              Liebe Grüße,
              Euer Carl.

              Kommentar

              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #37
                AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                Schönen guten Nachmittag,
                lieber Carl,

                es darf nicht fehlen: Ein großes Lob und Dankeschön für Deine Mühen und Dein Engagement bei allen bisherigen Reisen. Für mich als zeitweiligen Begleiter war es bisher immer eine tolle Sache, Euch durch das Werder führen zu können.

                Im nächsten Jahr, wenn während dieser Reise auch das Bundestreffen der Danziger in Danzig stattfinden wird (separates Thema unter "IV. Dzg. BundesReise 3.-8.9.2015 / Tag der Danziger 2015 in Danzig, 4.-6.9.2015"), werde ich öfter dabei sein können.

                Viele Grüße aus dem Werder
                Wolfgang
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                Kommentar

                • Christkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 1568

                  #38
                  AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                  Prima, dass der Termin rechtzeitig feststeht.
                  Rechtzeitig... und günstig für mich.
                  Schöne Grüße, Christa
                  Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                  (M. Gandhi)

                  Kommentar

                  • Inge-Gisela
                    Forum-Teilnehmer
                    • 09.11.2012
                    • 1842

                    #39
                    AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                    Auch wenn ich bei der Reise nicht dabei war. Ich finde auch, dass, wenn die Organisation sich auf nur eine Person richtet, es ganz schön chaotisch mit den lieben "verständnisvollen" Mitmenschen werden kann. Es weiß jeder, dass sich die Teilnehmer sehr rechtzeitig melden sollen, damit alles funktionieren kann. Sonst ist so eine Organisation kaum zufriedenstellend machbar. Ob es wirklich so toll ist, mit einer so großen Teilnehmerzahl (50 oder sogar mit einem zweiten Bus) zu reisen, mein Fall wäre es sicherlich nicht. 25 an der Zahl wäre optimal, ebenso für den Organisator. Und ob ich freiwillig als Organisator auf das mir zustehende Einzelzimmer verzichtet hätte, sicherlich nicht. Denn für die organisierende Person ist die Reise bestimmt am stressigsten. Aber das wären sicherlich wieder Mehrkosten. Ein einziges Mal bin ich mit einer Reisegruppe von über 30 Leutchen gefahren. Die Reise wäre super gewesen, wenn nicht so einige Meckerer gewesen wären. Sie meckerten am ersten Tag und hörten erst am letzten damit wieder auf. Es kann die Stimmung wirklich etwas dämpfen. Hut ab denjenigen, die sich mit der ganzen Organisation einer Reise rumplagen müssen. Aber gottlob gibt es ja auch viele Dankbare :-)

                    LG Inge-Gisela

                    Kommentar

                    • Gerhard_Wolfgang
                      Forum-Teilnehmer
                      • 21.01.2012
                      • 7

                      #40
                      AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                      Lieber Carl. Ich schrieb einen Reisebericht, der aber nur in meinem Eigenen Forum ist, warum wird der nicht an die Liste angehängt? Oder was muss ich machen, damit er am rechten Ort ist. Ich bin schon seit 2012 Mitglied.
                      Es gab nichts zu meckern, wer denn meint den gleichen Standard wie zu Hause vorzufinden, war wohl noch nie in den östlichen Ländern auf Reisen. Es gibt immer Unterschiede und man muss bedenken, dass die Mentalitäten sehr verschieden sind.
                      Viele Grüsse von Gerd aus St. Gallen

                      Kommentar

                      • Gerhard_Wolfgang
                        Forum-Teilnehmer
                        • 21.01.2012
                        • 7

                        #41
                        AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                        Reisebeschreibung nach Danzig vom 11. 10. bis zum 17. 10. 2014
                        Eingangs sei erwähnt:
                        Was haben wir doch verloren, nichts kann unsere Heimat ersetzen: Berge und die Wälder, sowie unser Heubude ( Stogi sagt der Pole ) Im Sommer, die ganzen Ferien durch, fast täglich mit der Elektrischen zum Strand. Dafür war der Winter auch sehr kalt. Doch wir waren gerüstet und niemand hätte je gedacht, sich in Mallorca oder anderswo ferienhalber nieder zu lassen. Wir hatten auch keine Flüchtlinge aus den heute bekannten Ländern. Wir lebten ein ruhiges Leben. Das nur als Einleitung. Der Hitler mit seiner Bagage hatte uns nie gestört, wir waren die Generation, die noch nicht zur Front musste, wir durften spielen. Wir, meine Familie wohnte in unserem Zehnfamilienhaus in Danzig, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, also darf ich sagen, dass ich ein echter Danziger bin, geboren 1932, mit guten Erinnerungen an unsere Kindheit. Diese war herrlich, ja, bis zum 21. Januar 1945 Das und vieles mehr ist dann in meinem Buch zu lesen.
                        Die Reise nach Danzig:
                        Es war im Juni 2014, als von der Organisation der Danzig - Reise 2014 ein Schreiben kam. Nun, ich war eigentlich erstaunt, da unser Kontakt allgemein nicht sehr ausführlich ist. Aber im Zuge der E-Mails sind doch alle schnell zu erreichen.
                        In diesem Schrieb waren gewisse Angaben, die mich eigentlich dazu bewogen, die Reise zu machen. Ich hatte noch eine Zeit zugewartet, doch als es hiess, der Bus wäre etwas mehr als zur Hälfte besetzt, meldete ich mich an. Dora wollte dieses Mal nicht mitkommen, da ich ja eine Erinnerungsreise machen wollte und somit viele von der Kindheit her gewohnten Wege gehen muss, na ja, auch wollte.
                        Allgemein war es eine günstige Reise, preislich gesehen. Somit bekam ich die Buchungsbelege für einen Platz im Bus, der vom ZOB in Hamburg abfuhr und direkt an einem Tag nach Danzig fuhr, jedoch Langfuhr, ansteuerte.

                        Der Reihe nach:
                        Als ich mich angemeldet hatte, bekam ich die Bestätigung und alles wurde rechtlich abgedeckt, wenn man, wie es üblich ist, alles per Vorkasse zahlt.
                        Einzelzimmer in Euro = 219.00
                        Busreise Tot. in Euro = 119.00
                        Somit gesamt in Euro = 338.00 das sind in CHF = 405.00
                        Der Flug schlug mit 80 Euro zu Buche= Hin und zurück mit germanwings. Günstiger ging es doch nicht.
                        Den Flug hatte ich per Internet gebucht, man muss dann schon aufpassen, den günstigsten zu bekommen, zumal sich die Preise täglich ändern können. So blieb ich bei germanwings hängen und buchte zum Abend, weil es am Mittag gerade mal
                        Fr. 100.00 teurer wäre, so also am Abend um 19:50 Uhr Einsteigezeit. Aber zwei bis drei Stunden vor dem Abflug muss man an der Abfertigung sein. Das ging ohne Verspätung und meine selber ausgedruckte Bordkarte gab mir die Gelegenheit, direkt durch die Gepäck- und Menschen-Kontrolle zu gehen. Koffer für die Bording- Mitnahme durfte nur folgende Aussen - Masse haben: Höchstens 55 x 40 x 20 cm. Meiner war kleiner. Gefährlich hatten die mein Desinfektionsmittel eingestuft, das wurde in einem Erkennungskasten jedoch als nicht gefährlich erkannt. Zugelassen waren nur jeweils 100 ml. Gut als Händedesinfektion. Für Dusche etc. hatte ich Spray mitgenommen.
                        Also auf Sitz 20 F ging es ab in die Lüfte. Ich tauschte mit einem jungen Mann, der sich dann freute, am Fenster sitzen zu dürfen.
                        Gegen 21:20 Uhr wurde ich in Hamburg erwartet. Wir fuhren mit einem Smart direkt zum Hotel cockpit. Ich hatte Übernachtung mit Frühstück zu € 48.00 plus € 08:00, also alles für 56 Euro. Dort tranken wir zum Tagesende noch ein Alsterwasser. Ich lud den Verantwortlichen, Herrn Carl Narloch ein. Lieber wäre mir eine Bar gewesen. Na ja, dort am Tisch bot ich ihm mein "DU" an, er war erfreut zumal er 41 Jahre alt ist. Ein toller Typ, der alles im Griff hatte.
                        Der Rückflug von Hamburg nach Zürich am 17. 10. sei kurz erwähnt, da ich wieder mit Germanwings einem Airbus 319 mit 150 Plätzen flog. Ab Hamburg um 19:06 Uhr, an Zürich um 20:53 Uhr. Mit dem Zug in einer Stunde nach St. Gallen.
                        Weiter des Berichtes:
                        Am Morgen des12. 10. nach dem Frühstück wurde ich abgeholt und zum Busplatz gebracht. Enorm, wohin die alle fuhren, in sämtliche Destinationen, ob Deutschland oder Ausland, die alle elektronisch angeschrieben waren und so auch parkten. Nun waren wir 37 Personen und um 09 Uhr fuhren wir pünktlich ab. Gegen Mittag waren wir dann in Berlin, Pausen eingerechnet. Der Halt war in Berlin - Bernau, um noch 8 Personen aufzunehmen. Somit waren wir 45 Personen.
                        Wir waren dann gleichen Tages in Langfuhr ( Max Halbe Platz ) in der Ballettschule, im angrenzenden Gästehaus, Heeresanger 5. Die Zimmer hatten alle WC / Dusche und Kessel zum Selber-kochen von Tee oder Kaffee, war alles parat. Doch wenn auch sauber, meine ich, dass die Sauberkeit teils nicht unserem Standard entspricht, Teppich abgenutzt und verflust. In der Dusche hing ein Schlauch, dessen Innenseite sichtbar war, da die Hülle sich als nicht mehr zeitgemäss auswies. Keine Ablage für Seife, die man dann in Eigenregie irgendwie einklemmen musste. Das Zahn-Glas sah aus, als hätte es noch aus der Kriegszeit bestanden, also nahm ich einen Ersatz, nämlich mein Wasser-Glas. Das Bord vor dem Spiegel ertrug gerade die Zahnbürste, es war nämlich aus Weichplastik. Das Bett war nicht zu beanstanden. Mein kleiner Handkoffer, den ich mit an Bord des Fliegers nahm, war somit für meine Dienste bestens geeignet. Ich brauchte keinen Schrank etc.
                        Frühstück war genügend und fand den Beifall, doch der Saft war wohl Wasser mit Fruchtgeschmack. Ich nahm immer Konfitüre, die auf dem Teller stand und Käse. Kaffee war irgend ein Pulver und Wasser aus dem Wärmebehälter. Egal, es hatte keiner zu meckern, zumal man ja auf einer Reise nie tolle Ansprüche stellen sollte. Ich war zufrieden.
                        Geplant waren: Ausflüge nach Zoppot, Danzig= Gr.Werder, Dz. Niederung, Orgelkonzert in Oliva, Ausflug zum Standesamt zum Abholen von alten Geburtsurkunden und den Besuch der Deutschen Gemeinde. Der geführte Ausflug zum Standesamt oder zum Staatsarchiv für Ahnenforschung etc. fiel aus unbekanntem Grund aus. Manche Dinge waren eben nicht so genau zu nehmen.
                        Viele Gesprächsthemen wurden erörtert. Polnische Journalisten schrieben in der Zeitung, dass man die Eigentumsfragen klären sollte, nämlich mit Eintritt Polens in die EU. Dies betreffe u. a. auch die vertriebenen Deutschen. Das betonte die polnische Zeitung Rzeczpospolita. Dazu machte der Autor der Zeitung, Jerzy W. Solecki, den Vorschlag, den Berechtigten die verlorenen Grundstücke und Immobilien entweder wiederzugeben oder Entschädigungen über einen Fonds zu zahlen, an dem der polnische und der deutsche Staat sowie die EU teilnehmen könnten, natürlich auch für uns, da wir ein Zehnfamilienhaus in Danzig, Stadtgraben 16 besassen. Bravo, da hatte mal einer den Mumm, zu sagen, was andere zwar denken mögen, sich aber zurückhielten. Politiker-Geschwafel. Wir bekommen aber immer die gleichen Sätze zu hören die sich auf die völkerrechtswidrigen Umstände berufen und man sich seitens der Politik möglichst zurückhalten will. Das Verhältnis der Polen zu den Deutschen ist immer noch nicht im rechten Licht und wird es wohl auch nicht werden. Ich sehe hier keiner guten Dinge entgegen. Man sollte der Hydra einen Kopf abschlagen, auch auf die Gewissheit hin, dass wieder einer nachwächst.
                        Ich lasse mir nichts sagen und rede über die Zustände, die ich vertreten kann.
                        Weiter zu meinem Ausflug:
                        Ein Euro stand zum Zloty wie 1 : 4. So konnte man feststellen, ob es in einem Kantor gerecht zuging, was es tat. Man hatte uns geraten, möglichst Geld in 5 Euroscheinen mitzunehmen, womit mein Geldgürtel voll war. Euro war willkommen.
                        Die Polen haben Mentalitäten, die teils undeutsch sind. Der Begriff Westpreussen ist weder in der polnischen Staatlichkeit noch im Bewusstsein der dortigen Bevölkerung existent, ausgenommen die winzige Zahl der deutschstämmigen Minderheit und natürlich aller noch lebenden Millionen, die es kannten. Die Deutschen, die noch in Danzig leben, sind assimiliert, sprechen besser polnisch als deutsch. Ich meine die Personen, die nicht Danzig verlassen mussten, also ununterbrochen dort lebten.
                        Der erste Tag war für mich Danzig, ganz alleine und in der Hoffnung, etwas wieder zu sehen. Ich hatte einen Plan, der noch die deutschen Namen aufwies und einen Plan in Polnisch, so las ich die Strassenschilder.
                        Also nach dem Frühstück um 7 Uhr des ersten Tages am 13. Oktober, hatte ich mich von einer Busreise abgemeldet, um Danzig zu erforschen, teils durch ca. 260 Bilder
                        und ganz alleine und ruhig.
                        Mit der Strassenbahn fuhr ich von Legionow = dem Gästehaus zum Hauptbahnhof. Dazu muss ich bemerken, dass die Jugend, die in der Elektrischen sass, sofort aufstand und mir den Platz anbot. Das ist mir hier, in der westlichen Sphäre noch nie passiert, es lümmeln sich eher Kinder von Schwarzen und anderen Menschen auf den Sitzen rum.
                        Ich war baff erstaunt, das ist sicher gute Erziehung, eben gelernt oder erlernt.
                        Noch etwas ist wichtig zu erwähnen: Personen, die 70 und älter sind, müssen nichts bezahlen, auch nicht im Bus, wohl aber im Zug. Es gibt noch gute Zeichen in anderen Ländern.

                        Unser Haus ist weg: Zerbombt-Zerschossen-Verbrannt- dem Erdboden gleich.

                        Vom Hauptbahnhof ging ich erst ein Stück zurück, da wir gegenüber dem "Eiskeller" wohnten, also Nähe der Vorortbahn. Ich wollte doch wenigstens unser Haus ungefähr ausmachen, Stadtgraben Nr. 16. Was ich zu sehen bekam, waren nur Schienen aus unserer Zeit, die aber gänzlich mit Unkraut überwuchert waren, da fuhr kein Zug mehr, ein Wunder, dass es aber noch Schienen hatte. Ein Foto machte ich als Beweis.
                        Gegenüber der Schienen konnte ich nur erahnen, wo wir mal wohnten. Die Strasse ist verbreitert worden, die Schienen versetzt und der Autoverkehr ist enorm hektisch, gross und es gibt teils auch Stau.
                        Dann kommt der Hansaplatz und zur rechten Seite dann Pfefferstadt. Aber als wäre es nie so gewesen. Kein Kiosk an der Ecke Hansaplatz, um Limonade, Brausepulver oder Drops zu kaufen, Vorbei.
                        Aber ein grosses Geschäftshaus, aus Glas und Stahl steht dort, das ist nicht unser Danzig. Dieses neue Haus gab es damals, vor ungefähr 20 Jahren, als wir Danzig besuchten noch nicht. Hochhaus würde man sagen. Carl Narloch unser Reisebegleiter ist Programmierer und hatte dort in dem grossen Haus, die Computer eingerichtet.
                        Ich ging zum Hohen Tor und Stockturm dann vorbei am Theaterplatz und zum Holzmarkt. Dann zur Hauptpost und zum Rathaus, weiter zur Marienkirche. Die wollten Eintritt haben. Das fand ich etwas komisch, machte eine Aufnahme und zog mich zurück. Irgendwo dort bestieg ich so ein Buggy, in dem hätten 4 Personen Platz, und müssten 45 Euro zahlen. Bei mir, da ich alleine war machte er es für 30 Euro in einer Stunde. Ich sagte zu, zahlte und stieg ein. So hoppelten wir die Gassen ab. Er, ein Holländer, kannte sich aber aus und erzählte viele Dinge. So fuhren wir durch Lange Gasse, Hunde Gasse, Langer Markt, Brot Bänken Gasse, Heilige Geist Gasse, Breit Gasse, dort zum Krantor, Johannis Gasse. Als die Stunde um war, verliess ich den Wagen. Es war gut mal sitzen zu können, da man alles nie abgehen kann. Doch ich ging nochmals Richtung Langer Markt, um über die Brücke zu gehen. Dort hatten die Arbeiter den Steg erneuert, so dass ich einen sehr guten Blick zum Krantor hatte. Aber wie die arbeiten, ist schon erwähnenswert. Man legt erst eine Seite mit Bohlen und Brettern und verschraubt sie. Nun erfolgt die Nebenseite, alles mit ganz neuen Hölzern aber wenn man arbeitet so schraubt man diese nicht plan neben die anderen, nein sie stehen ca. 1 cm tiefer. Wie das wohl aussieht, wenn es fertig ist? Das ist polnische Wirtschaft. Bis eine Person stolpert, na und?

                        Am Abend waren wir gegen zwölf Leute, die es zum Essen zog, aber die Anmeldung wurde zwar angenommen, doch das Restaurant hatte geschlossen. Auch eine Mentalität. Was nun. Wir gingen in ein Restaurant neben dem Krantor, um dort wirklich gut zu speisen und preislich absolut günstig.
                        Das muss man sagen, in Polen ist es billig, sogar in dem von Touristen bevölkerten Danzig.
                        Eine deutsche Bäckerei bestand dort seit 85 Jahren. Als wir an der Nebengasse einbogen, roch es herrlich nach frischem Brot und Kuchen, sowie auch Kaffee. Für mich irgendwann als Abstecher und zum Schauen und die Leute anzusehen.

                        Wir gingen bei Dunkelheit durch die Gassen, ich machte von der spärlich beleuchteten Marienkirche eine Aufnahme. Kamera am Laternenmast gehalten, damit nichts verwackelt. Die Gassen sind im Dunkeln wirklich herrlich anzusehen. An manchen Tischen, die vor Lokalen standen, sassen junge Leute und unterhielten sich, alles in einem ruhigen Ton.
                        Einer unserer Gruppe rief auf einmal, er wolle uns nach Zoppot ins Kasino einladen, was wir nicht gegen 23 Uhr machten. Jedenfalls wäre das für den eine teure Einladung geworden. Wir gingen zum Bahnhof um mit der Strassenbahn zum Gästehaus zu fahren. Ich glaube es war die Elektrische Nummer 8. Mein Zimmer hatte im ersten Stock die Nummer 116
                        Es kommt der zweite Tag mit einer Busfahrt nach Hela:
                        Hier muss ich bemerken, dass dort die hohen Fichten standen, herrlich anzusehen, rechts und links der Strasse, auch das Wasser sah man gut durch die Bäume schimmern, auf der ganzen Fahrt bis zum Ende der Halbinsel. Unser Pech war, dass es dann regnete und erst aufhörte, als der Tag vorbei war. In Hela ( polnisch Hel ) musste ich mir einen Regenschirm kaufen, aber für umgerechnet 1 Euro war es ein gutes Geschäft. Das war ein Tante Emma Laden. Der junge Mann hatte viele Dinge dort. Die kleinen Läden sind überall zu sehen, sie werden auch besucht, denn nicht immer kann man zum Markt fahren. In der Grossen Mühle gab es viele Läden, teils für Esswaren, teils für Mode und auch Elektronik.
                        Den Hinweis auf ein WC konnte man überall lesen, das sind gegen Bezahlung von ca. 10 Cent geführte Anlagen. Besser sauber und dafür zahlen. Diese Art von Toiletten sind viel zu sehen, sogar gross angeschrieben. Da wird etwas für die Menschen getan. Tourismus wird angeheizt und gefördert.
                        Hela hatte auch ein WC, nur war es geschlossen. Aber ein Mann von einem Restaurant kam mit einem Schlüssel angelaufen, also wird er sein heiliges Toilettchen laufend beschauen.
                        Hela hatte einen Wald, der uns alle zum Staunen brachte. Sicher 30 Meter hohe Bäume, mehrheitlich Fichten. Am Heisternest fuhren wir vorbei. Man sah dort viele kleine Ferienhäuschen. Da dachte ich an unsere Familienferien und an die Amerikaner, die halbrunden, mit Zuckerguss versehenen, Kuchen.
                        Das war der zweite Tag.
                        Nun wurde am folgenden Tag eine Busfahrt in die Danziger Niederung gemacht. Irgendwann und irgendwo stieg Wolfgang Naujocks zu, um hier die Reise zu begleiten. Das war von einem Kenner der Materie und der Gegend toll. Mir gefiel diese Art der Information.
                        Die Häuser, teils sehr alt und dem Verfall preisgegeben, oder andere die noch gut aussahen, es waren Vorlaubenhäuser, oder Vorhofhäuser, die gerade in den Gegenden der Kaschuben standen. Wir hielten und machten Besichtigungen, welche wirklich aussagekräftig waren. Die Polen sind alle sehr fromm und natürlich hauptsächlich katholisch. Somit sahen wir auch Kirchen und Kirchlein, teils sehr gut erhalten. Kaplica Matki Boskiej Czestochowskiej w. Palczewie.
                        Polnische Sprache ist nicht gut für uns.
                        Dann hatten wir Apfelbäume gesehen, die in der Nähe unseres Aufenthaltes standen. Da ging man einfach hin und pflückte sich ca. drei Äpfel der guten Sorte, nicht gespritzt und leicht säuerlich. Weit und breit kein Mensch zu sehen, nur aus der Ferne kam ein kleiner Hund angelaufen, um sich bei uns einzuschmeicheln. Auch Apfelstücke schienen ihm zu schmecken. Die Natur ist ruhig und gediegen, sie hat das, was man hier im Westen nicht mehr sieht. Störche gab es im Oktober keine, sie hinterliessen ihre Nester, gross und mächtig. Aber man konnte erahnen, wie es wohl im Sommer Klapperte, als die Balz begann, oder als die Jungen heranwuchsen, somit gefüttert wurden. Die Wiesen waren teils saftig grün und die Wälder stolz und erhaben. Ja, da hatte die Misswirtschaft etwas Gutes hinterlassen, denn manchmal sahen wir auch versteppte Wiesen. Immer fragte mich mein Sitznachbar, ob das nun Steppe sei oder Sumpf. Er hätte es beim nächsten Halt doch prüfen können.
                        Im Hotel trank ich einen Kaffee zu 5.00 Zloty, was einen Wert von € 1.25 hatte, günstig.
                        Am 14. 10. fuhren wir an das Wasser, an die Ostsee. Man riecht es förmlich und die See rauschte, der Strand war nicht belebt, da es wohl in den Monaten Juni, Juli und August sehr heiss war und die Badehungrigen sich dort abkühlten. Die Strandhäuschen waren geschlossen, es gab nichts mehr zu trinken oder zu essen.
                        Esther Rosenberg machte sich im Bus bekannt und sprach mit vielen Leuten, machte sich Notizen um wohl zu berichten.
                        Gegen Mittag fuhren wir das Schloss Krockow an. Gelegen im Herzen der Kaschubei, in der Nähe zu den Küstenstränden. Ein einzigartiges Hotel mit 70 Betten und exklusiver Gastronomie. Besichtigung der alten Räumlichkeiten, immerhin 700 Jahre alt. Das würde mir gefallen. Die Brüder als Bild, der eine in polnischer Uniform und der andere hatte die deutsche Uniform an. So war das Schloss im Krieg nur als Besuch für jene gedacht, die sich erholen wollten. Das Essen bestand aus Lachssuppe, ganz vorzüglich und dann natürlich Lachsstücke, sowie Dorschfilet und Salzkartoffeln. Ich bestellte mir ein Glas Weisswein, aus der Sorte trocken.
                        Neben mir am Tisch sassen ein Ehepaar aus Rügen = Rüganer.
                        Am Mittwoch, 15. 10. hatten wir in Danzig ein Restaurant ausfindig gemacht. Also bestellten wir auch hier Fisch und Bratkartoffeln. Der Fisch kam als feine Lachsschnitte, aber statt Bratkartoffeln gab es Klösse, so kleine, die auch schmeckten und als wir alle fertig waren kamen die Bratkartoffeln. Organisation war in diesem Restaurant gleich Null, ich glaube die waren überfordert.
                        Am Nachmittag gingen wir in Danzig-Langfuhr zum Bund der Deutschen Minderheit. Der Verein hatte ein Haus für ihre Zwecke eingerichtet. Wir waren eingeladen und kamen durch die Ausflüge erst etwas später an, so um 16.00 Uhr. Alles aber telefonisch angekündigt. Die hatten sich viel Mühe gemacht mit Gebäck, also Kuchen in verschiedenen Arten, da konnten wir essen, als seien wir ausgehungert. Ganz gut gebacken in eigener Regie, dazu dann Kaffee. Wir brachten als Geschenk einige vakuumverschlossene Kaffeebohnensäcke mit, aber gemahlen. Ich habe immer das Gefühl, dass die alle keinen Kaffee machen können. Der Leiter des Vereins sprach in Deutsch, so eine Art Ansprache und dann wurde ein Lied gesungen, was sage ich ein Lied? Es waren deren 20, die von einer Frau vorgetragen wurde. Begleitet mit einem klavierähnlichen Gerät, angeschlossen am Computer. Das kam uns vor, wie Karaoke und die Dame dachte sicher, sie könnte singen. Sie sang in höchsten Tönen, teils mit verklärtem Blick in die Runde Aber auch dieser Abend ging zu Ende. Warum auch nicht, es war wohl ihr Hobby.
                        Jedenfalls wurden wir herzlich begrüsst und man gab sich alle Mühe, damit wir ein gutes Bild mit uns tragen konnten. Toll, dass es so etwas noch gibt. Wäre wohl früher nicht möglich gewesen, da man nie Deutsch sprechen durfte. Aber das ist wieder Politik.
                        Das war der Abschluss der Reise.
                        Am 16. 10. ging es wieder Richtung Berlin, um unsere Leute abzuladen, dann nach Hamburg und Carl Narloch hatte dort einen kleinen Smart, mit dem wir zur Wohnung fuhren.
                        Wir machten noch einen Rundgang durch Hamburg, auch an der Philharmonie vorbei, dann sahen wir Polizeiaufgebote in enormen Mengen mit Mannschaftswagen. In der Nähe gab es nämlich eine Synagoge und man sah zwei Türme von den Islamgläubigen = Moscheen. Da war dann wohl etwas los. Wir gingen nur weiter und zu einem Art Bistro, in dem es Uhren und alte Radios sowie viele Dinge aus der Nachkriegszeit gab. Dort tranken wir etwas und so erfuhr ich, dass man da auch Filme für das Fernsehen drehte. Krimis etc.
                        Ich war froh, am Abend in der kleinen Wohnung zu sein. Am nächsten Tag, dem 17. 10. hatten wir noch Zeit für Hamburg und dann ging es zum Flughafen.
                        Mit dem Zöllner konnte ich mich unterhalten, weil es mein Messer beanstanden wollte, doch als ich ihm klar machte, dass eine Klingenlänge ab 6 cm verboten sei, während meine nur 5,5 cm hatte, schaute er seine Kollegen an und meinte, dass ich mich auskenne. Das Messer war natürlich anstandslos durchgegangen.
                        Und nun muss ich noch sagen, dass einige Orte, die ich aus der Kriegszeit kannte, in denen wir laufend wohnten, oder ferienhalber besuchten, in diesem Jahr nicht ansehen konnte. Ich würde gerne nach:
                        -- Schönwarling. Dort hinter der Bühne nachsehen, ob unser Schrank noch stand.
                        -- Thorn
                        -- Stuhm
                        -- Leipe ( Internatsschule )
                        -- Lienfelde ( die Ruhe und das bäuerliche Essen - Schweine, die aus dem Wald kamen )
                        -- Heubude und eine Tramstation vordem am Heidsee durch den Wald gehen und die Gerüche wahr nehmen. Es roch doch nach Tannenholz, ob Fichte oder andere.
                        -- Danzig = Bischofsberg - Hagelsberg - Zigankenberg - Langfuhr Posadowskyweg Nummer 45 - Ostseestrasse 78 in Langfuhr - Standesamt wegen Geburtsurkunden - Grundbuchamt wegen des Hauses in Danzig Stadtgraben 16 - nochmals Steffenspark - und noch viele Wege, die mit der Zeit zu notieren sind.
                        Alle diese Erlebnisse zeigen mir doch, dass die Heimat nicht zu löschen ist und mit mir verbunden ist, mein Leben lang.
                        Ich danke für die Möglichkeit der Bundesreise nach Danzig, die den Menschen, die nicht dabei sein konnten, ein Erlebnis der besonderen Art verwehrten. Ja Ihr habt wirklich etwas vermisst.
                        Geschrieben am 11. November 2014

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                        • Gerhard_Wolfgang
                          Forum-Teilnehmer
                          • 21.01.2012
                          • 7

                          #42
                          AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                          Lieber Carl.
                          Danke Dir für Deine Hilfe, denn ohne Deinen Einsatz wäre ich wohl nicht so gut durch gekommen. Ich denke an den Flug, Danke, und an das Logis, Danke. Ich hätte mit Dir gerne einen getrunken , doch die Zeit war knapp. Vielleicht an einem anderen Male?
                          Herzlichst Gerd aus St. Gallen - Schweiz

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                          • GiselaMaria
                            Forum-Teilnehmer
                            • 25.02.2012
                            • 38

                            #43
                            AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                            Mit Interesse habe ich die Berichte über diese Reise gelesen. Auch die vielen Bilder gesehen, die Herr Narloch ins Netz gestellt hat. Wegen schlechter Gefähigkeit ist es mir nicht möglich, an solchen Reisen teilzunehmen, denn gutes Gehen ist absolut erforderlich. Aber ich konnte durch die Berichte, die mein Bruder Gerd aus St.Gallen übermittelte, in gewisser Weise daran teilnehmen. Und natürlich durch die Reisebeschreibungen einzelner Mitreisender und der Herren Naujocks und Narloch.
                            Interessant ist auch, wie verschieden die Einzelnen die Reise wahrnehmen und Unterschiedliches erlebt haben.
                            Es grüßt Sie Gisela Thun

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                            • Heinzhst
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 450

                              #44
                              AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                              Lieber Gerd, vielen Dank für deinen Reisebericht.
                              Schönen Gruß in die Schweiz.
                              Heinz (Jahrgang 34 )
                              Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
                              A.G.

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                              • Gerhard_Wolfgang
                                Forum-Teilnehmer
                                • 21.01.2012
                                • 7

                                #45
                                AW: III. BundesReise nach Danzig 12.-16. Oktober 2014

                                Lieber Wolfgang. Eine Reisebeschreibung habe ich ausgeführt. Weiter oben in dieser Reihe.
                                Wegen der Toiletten, oder sonst wie = "ich muss einmal". Der Bus hatte doch eine Toilette und es war mir vergönnt, sie zu benutzen (im Sitzen, wegen der Rumpelei ) weil ich nun wirklich musste, Aber da kein Lämpli brannte, nahm ich meine Taschenlampe zur Hilfe. Natürlich sollte man nach Möglichkeit das WC nur in Notfällen benutzen, dann warten bis zum nächsten Halt an einer Tankstelle, das hatte doch allgemein vorzüglich geklappt. Ich fand das als geglückt. Über das "warum" muss man wohl nicht reden.
                                Mal hören, was dort für Echos kommen.
                                Viele Grüsse Gerhard-Wolfgang aus der Schweiz.

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