Namen in der Danziger Volksstimme 1920

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  • Karin K
    Forum-Teilnehmer
    • 30.03.2013
    • 236

    #106
    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

    Die Ausgaben 195 und 196:

    195-1920 21.08.1920

    Polizeibericht vom 21. August 1920

    Gefunden: 1 Brieftasche mit etwas Geld und Papieren für Josef Saß, abzuholen von Herrn Karl Voß, Brettgasse 125
    1 schwarze Brieftasche mit Geld und eine Quittung vom Kaufhaus Stobbies, abzuholen vom Rektor Herrm Bidder, Schleusengasse 3

    Standesamt – Todesfälle

    Leutnant im Gren-Regt Nr 5 Johann Gustav Günther 26 J 8 M
    – Witwe Wilhelmine Lenkeit geb Pinski 82 J
    – Frau Margarethe Freikowski geb Alsguth 28 J 4 M
    – T d Hilfsheizers Johann Formella 1 J
    – Arbeiter Albert Tetzmer 45 J 4 M
    – S d Schlossers Wilhelm Wieder 5 J 1 M
    – Witwe Henriette Pilowski geb Meredig 86 J 5 M
    – T d Maschinisten Ernst Rothmann totgeb
    – Bürstenmacher Adolf Schmidt 58 J 8 M
    – Frau Klara Thiel geb Stolz 42 J 4 M

    196-1920 23.08.1920

    Danziger Nachrichten

    Verschwundener Eisenbahnanwärter. Verschwunden ist seit dem 12. August der Eisenbahnanwärter Paul Walles, geboren am 21. Juli 1901 in Langfuhr. Er ist ca 1,75 Meter groß, schlank, braune Gesichtsfarbe, ohne Bart, dunkles Haar, trug einen braunen Anzug und Eisenbahndienstmütze.

    Verschlepptes junges Mädchen?. Seit dem 16. August ist die 15jährige Frieda Rohde, Langfuhr, Anton-Möllerweg 5 wohnhaft, verschwunden. Sie ist 1,60 Meter groß, korpulent, hat blondes Haar und blaugraue Augen. Sie trägt ein graues Kleid mit weißen Pünktchen und großem schwarzen Kragen, hohe Schnürschuhe und schwarze Strümpfe. Es wird vermutet, daß ihr ein Unglück zugestoßen ist.

    Polizeibericht vom 22 und 23. August

    Gefunden: 1 braune Brieftasche mit Papieren für Henry Plath und Maria Roch
    1 Portemonnaie mit Geld, abzuholen von Frl. Marta Boehm, Röpergasse 13
    1 schwarzseidenes Tuch, abzuholen von Herrn Küster Rautenberg, Schüsseldamm 57

    Standesamt – Todesfälle

    S d Unternehmers Ernst Klimnick 8 W
    – Dienstmädchen Lucie Pasanski fast 32 J
    – T d Arbeiters August Czoska 3 J 8 M
    – S d Malers Hieronymus Preuschoff 9 M
    – S d Kassierers Hermann Lang 15 J 10 M
    – Lehrer a d Paul Groth 68 J 11 M
    – Invalide August Dück 81 J 8 M
    – T d Melkers Nikolaus Sarakan 6 J 10 M
    – Frau Klara Palubitzki geb Neumann 49 J 5 M
    – S d Arbeiters Hermann Schulz 8 J 7 M
    – Rentenempfängerin Friederike Theiß 58 J 6 M
    – T d Monteurs Wladislaw Post 2 Tg
    – Stadtsekretär a D Albert Kautz 67 J 8 M
    – T d Rohrlegers Alfred Neumann 4 M
    – S d Kaufmannes Harry Brown 9 J 1 M
    – Kaufmann Max Löwenstein 86 J 1 M
    Herzliche Grüße von Karin!
    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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    • Karin K
      Forum-Teilnehmer
      • 30.03.2013
      • 236

      #107
      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

      Die Ausgaben 197 und 198:

      197-1920 24.08.1920

      Danziger Nachrichten

      Hehlerei mit Taschentüchern.
      Der frühere Oberleutnant jetzige Havariekommissar Brinkmann in Danzig stand vor dem Schöffengericht unter der Anklage der Hehlerei. Er hatte von dem Stauer Golinski in Brösen 38 Dtz. Taschentücher gekauft, die dem amerikanischen Roten Kreuz aus dem Freihafen gestohlen waren. Der Angeklagte zahlte für das Taschentuch 2 Mark und verkaufte sie weiter. Er und Golinski erhielten Strafbefehle. Letzterer beruhigte sich dabei, der Angeklagte Brinkmann erhob Einspruch und entschuldigte sich damit, daß er nicht gewußt habe, daß die Taschentücher gestohlen waren. Das Gericht ließ diese Entschuldigung aber nicht gelten, da er als Havariekommissar wissen mußte, daß ein Stauer nicht in den rechtmäßigen Besitz von 38 Dutzend Taschentüchern für den Verkauf kommen kann. Der Strafbefehl lautete auf 14 Tage. Das Gericht erhöhte die Strafe auf 6 Wochen Gefängnis.

      Ehedrama in der Alten Schloßbrauerei.
      Eine furchtbare Bluttat hat sich gestern nachmittag bald nach 1 Uhr in der Alten Schloßbrauerei in der Rittergasse abgespielt. Hausbewohner hörten um die angegebene Zeit dumpfe Geräusche, die aus dem Restaurationslokal kamen. Da in den Räumen selbst eine auffallende Stille Herrschte, ging man dem Schall nach und betrat die Küche. Dort lag der Pächter des Restaurants, der 36 alte Ökonomiepächter Otto Lepke, mit einer Schußwunde am Kopf bewußtlos am Boden, einige Schritte davon in einer großen Blutlache seine junge Frau, die tot war und eine Schußwunde in der Brust hatte. Offenbar hatte sich hier ohne jegliche Zeugen ein Ehedrama abgespielt, das in erster Linie durch die an Geisteskrankheit grenzende übergroße Nervosität des Mannes herbeigeführt zu sein scheint. Leppke war ursprünglich Schiffszimmermann, hatte einige Zeit am Kriege teilgenommen und war dann später vertretungsweise mit der Ökonomie der Lokalitäten der Schloßbrauerei betraut worden. Eine bei ihm zunehmende Nervosität artete zeitweise in Verfolgungswahn aus. Der Unglückliche war aus diesem Grunde auch bereits auf seinen Geisteszustand hin untersucht, jedoch, nachdem er einige Zeit im städtischen Krankenhause zur Beobachtung gewesen, von dort als ungefährlich wieder entlassen worden. L wurde bewußtlos nach dem Krankenhause überführt, wo er in den Abendstunden gestorben ist. Die zwei kleinen Kinder des Ehepaares wurden einstweilen bei Hausbewohnern untergebracht.

      Leichtsinnige Tötung eines Arbeiters.
      Man schreibt uns: der Gastwirt Balinger aus Mönchengrebin vergnügte sich am Sonnabend vormittag mit Angeln. Da er seine Angel nach vergeblichen Versuchen nicht heraus bekam, vermutete er einen fetten Aal. Da er diesen nicht fahren lassen wollte, lief B nach seinem Gehöft, holte sich einen Schweinetrog, ließ in diesen seinen Arbeiter Ernst Eckhardt, geboren am 31. August 1900 in Danzig, heineinsteigen und gab dann dem Trog einen Stoß, daß er bis zur Mitte der Mottlau fuhr. Hier kenterte das für den Transport eines Menschen völlig unbrauchbare Fahrzeug, der junge Mensch stürzte ins Wasser und ertrank. Nach 20 Minuten glückten die Bergungsversuche, jedoch das Leben Eckhardts war entflohen. So mußte der junge Mann, der die ganze Hoffnung und Stütze seiner alten Großeltern war, durch das unentschuldbare Verhalten eines leichtsinnigen Arbeitgebers sein Leben lassen.

      Verschwundenes Kind.
      Verschwunden ist seit dem 16. August das 5jährige Söhnchen Heinz des Schlossers Wilhelm Wieder, Engl. Damm Nr 20 wohnhaft. (gekürzt)

      Aus dem Freistadtbezirk

      Bandendiebstähle auf dem Lande.
      Vor der Strafkammer hatten sich die Landarbeiter Heinrich Rediger, Hermann Gant, Julius Gant, Albert Hartwig, dessen Söhne Albert und Paul H, Hermann Herbst, Reinhold Korschin, sämtlich aus Marienau, wegen gemeinsamer Diebstähle zu verantworten. Da die einzige Zeugin, Frau Rediger, vor Gericht von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch nahm, wurden alle Angeklagten freigesprochen (Zusammenfassung)

      Polizeibericht vom 24. August 1920

      Gefunden: 1 Quittungskarte für Franziska Rexin
      1 Portemonnaie mit Geld und Fahrkarte 2. Klasse nach Zoppot, abzuholen von Herrn Robert Ruth, Allmodengasse 2
      1 silberne Halskette mit Anhänger, abzuholen von Frau Gertrud Riemer, Harptstraße 8
      1 Hundemaulkorb mit Marke 1710, abzuholen von Frau Klara Kiesewetter, Heubude, Wasserstraße 7
      Zugelaufen: 1 kleine schwarz-weiße Hündin mit Lederriemen, abzuholen von Herrn Karl Großmann, Langgarten 101

      Standesamt – Todesfälle

      S d Arbeiters Wilhelm Kroll 3 M
      – T d Holzarbeiters Otto Bartsch 7 W
      – Sara ?bach 7 J
      – Seemann James Grainger 5 J (wohl eher nicht)
      – T d Arbeiters Franz Richert 1 J
      – unverehelichte Leisa Gutstadt 18 J
      – Rentier Martin Andres 74 J 8 M
      – Maschinenschlosser August Kelditsch 24 J 7 M
      – Landessekretär Johannes Mast 55 J 4 M
      – Restaurateur Otto Leppke 36 J 7 M
      – unehelich 1 S

      198-1920 25.08.1920

      Polizeibericht vom 25. August 1920

      Gefunden: 1 schwarzseidener Damenregenschirm, abzuholen von Frau Therese Blodzikowski, Fischmarkt 30
      Zugelaufen: 1 grauer Schäferhund mit Halsband ohne Marke, abzuholen von Frau Emma Borm, Hakelwerk 3 / 4
      Herzliche Grüße von Karin!
      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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      • Karin K
        Forum-Teilnehmer
        • 30.03.2013
        • 236

        #108
        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

        Die Ausgaben 199 und 200:

        199-1920 26.08.1920

        Polizeibericht vom 26. August 1920

        Gefunden: 1 goldener Kneifer mit Etui, abzuholen von Frau Alma Hoffmann, Hochstrieß 18
        1 goldene Sicherheitsnadel, abzuholen von Herrn Hermann Kölle, Langgarter Wall ?
        Zugelaufen: 1 dunkelbraune Jagdhündin mit Halsband ohne Marke, abzuholen von Herrn Franz Schulz, Fleischergasse 82

        Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

        Invalide Albert Potulski 78 J 8 M
        – T d Eisenbahn-Werkhelfers Otto Schewe 7 Std
        – S d ?-Betriebssekretärs Otto Hellwig 6 J 2 M
        – T d Elektrotechnikers Johannes Gadowski 7 M
        – Schuhmacher Erdmann Bansemer 78 J 8 M
        – T d Eisenbahnschaffners Otto Gehrmann 8 M
        – Ingenieur Karl Beck 48 J 9 M
        – Witwe Karoline B??galla geb Lüdeke 88 J 10 M
        – Bureauvorsteher August Knebel 50 J 9 M
        – Frau Mathilde Leppke geb Hüneke 33 J 11 M
        – Witwe Marie Jeschonek geb Hannemann 58 J 8 M
        – Arbeiter Bruno Pul? 20 J 10 M
        – Knabe Nathan Fel ? J
        – unehelich 1 T

        200-1920 27.08.1920

        Vor den Augen seiner Braut erschoß sich gestern nachmittag in Oliva der 19jährige Eisenbahner Tarnowski. Der junge Mann kam aus dem Hause der Kletschkauer Meierei trat einige Schritte auf die Straße und schoß sich, während seine Braut am Fenster stand, eine Kugel in den Kopf. Der Tod trat nach kurzer Zeit ein. Die näheren Beweggründe sind nicht bekannt, jedoch kann man wohl zweifellos Liebeszerwürfnisse voraussetzen.

        Polizeibericht vom 27. August 1920

        Gefunden: 1 lange silberne Damenuhrkette, abzuholen von Frl. Erna Liebracht
        1 silberner Manschettenknopf, abzuholen von Frau Luise Krupp, Langgarten 51, Hof
        Zugelaufen: 1 Ziege, abzuholen von Frau Krause, Sandweg, Kreis Danziger Niederung
        Herzliche Grüße von Karin!
        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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        • Karin K
          Forum-Teilnehmer
          • 30.03.2013
          • 236

          #109
          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

          Die Ausgaben 201, 202 und 203:

          201-1920 28.08.1920

          Polizeibericht vom 28. August 1920

          Gefunden: 1 loser Papiergeldbetrag, abzuholen von Herrn Franz Engler, Unterstraße 34
          1 Päckchen mit Servietten, abzuholen von Herrn Elias, Tobiasgasse 14, 2 Tr
          1 goldene Halskette mit Anhänger, abzuholen von Frl. Emma Tolke, Burggrafenstraße 2, 2 Tr

          Standesamt – Todesfälle

          Invalide Ludwig Hebel 37 J
          – Witwe Klara Groß geb Kraft 69 J 4 M
          – S d Landwirts Markus Feld 7 J
          - unverheiratete Elwina ?büttel 82 J 8 M
          – Frau Ernestine Werstemann geb David 38 J 6 M
          – Metallarbeiter Hirschel Grünberg 63 J
          – Frau Siewa Zaff geb Baß 68 J
          – Frau Johanna Stuwe geb Schwenzfeier 24 J 6 M
          – Bürgerwehrmann Emil Hermann Frankowski 32 J 8 M
          – unehelich 3 S

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          Eva Lehmann
          Artur Staeck
          Verlobte.
          Ich habe mich mit der jüngsten Tochter Eva des Buchhändlers Herrn Dr. Bernhard Lehmann und seiner Frau Gemahlin Annemarie geb von Haumann verlobt
          Danzig, im August 1920
          Artur Staeck,
          Führer der Danziger Bürgerwehr.

          202-1920 30.08.1920

          Standesamt – Todesfälle

          Frau Henriette Biestend geb Schulz 40 J 8 M
          – Witwe Laura Schwertfeger geb Sieg 37 J 1 M
          – Frau Emilie Topp geb Mathis 61 J 9 M
          – S d Händlers Paul Kuhn 9 Std
          – Invalide Leopold Waltereit 94 J 4 M
          – Witwe Maria Lau geb Witkowski 66 J 7 M
          – S d Holzhändlers Samuel Kirdicznik 9 J
          – T d Arbeiters Kurt Grandel totgeb.
          - unehelich 2 T

          203-1920 31.08.1920

          Danziger Nachrichten

          Bei einem Autounfall bei Oliva kamen ein Oberkellner Max Bienert und eine Frau Dorothea Tigall ums Leben, ebenso eine noch nicht identifizierte männliche Person (Zusammenfassung)

          Standesamt – Todesfälle

          Rentier Otto Grunau, fast 87 J
          – T d Tischlers Otto Prange 3 W
          – Oberfeuerwehrmann Rudolf Schirrmacher fast 64 J
          – Witwe Chafe Wermann 60 J
          – Frau Auguste Bladorpski geb Schröder fast 46 J
          - unehelich 1 T
          Herzliche Grüße von Karin!
          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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          • Karin K
            Forum-Teilnehmer
            • 30.03.2013
            • 236

            #110
            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

            Die Ausgaben 204 und 206:

            204-1920 01.09.1920

            Aus den Gerichtssälen

            Mehldiebstahl. Der Arbeiter Gustav August Holz in Danzig war im Freihafen tätig und entwendete hier der interalliierten Mission beim Verladen 12 Pfund Mehl, die ihm am Freihafentor von der Wache abgenommen wurden. Da er wegen Diebstahls vorbestraft ist und sich im Rückfall befindet, wurde er von der Strafkammer wegen Diebstahls zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

            Standesamt – Todesfälle

            Arbeiter, Musketier im Inf-Regt Nr 343 Rudolf Albert Richert 22 J 1 M
            – S d Tischlergesellen Albert Trappner 11 Tg
            – Frau Anna Hennecke geb Schulz 38 J 6 M
            – Frau Pauline Ganswindt geb Voßberg 37 J
            – Müller Arnold Jannek 25 J 2 M

            206-1920 03.09.1920

            Standesamt – Todesfälle

            S d Schuhmachers Konstantin Zielinski 4 Tg
            – S d Buchhandlungsgehilfen Hubert Reczik 5 M
            – Schiffskoch Johannes Kruis 40 J
            – T d Rentiers August Wisnewski 5 M
            – S d Eisenbahn-Zeichners Theophil Filarski 6 W
            – Frau Johanna Prieß geb Krüger 45 J 9 M
            – Frau Emma Ladewig geb Lehmann 58 J 8 M
            – Eisenbahnsekretär Friedrich Wilhelm Jaeschke 32 J 1 M
            – Arbeiter George Maß 69 J 1 M
            – Frau Cäcilie Formella geb Figall 36 J
            – Witwe Dorothea Figall geb Swiezlowski 68 J 7 M
            – Abteilungsvorsteher a D Wendelin Steinberg 48 J 10 M
            – S d Sattlers Werner Czoski 8 M
            – unehelich 1 S 2 T
            Herzliche Grüße von Karin!
            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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            • Karin K
              Forum-Teilnehmer
              • 30.03.2013
              • 236

              #111
              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

              Die Ausgaben 207 und 208:

              207-1920 04.09.1920

              Aus den Gerichtssälen

              Mit einem Ballen Leinwand abgefaßt. Der Arbeiter Julius Bähr in Danzig wurde mit einem Ballen Leinwand, der vorher von der interalliierten Mission gestohlen wurde, aufgefaßt. Wegen Begünstigung wurde er zu 1 Monat Gefängnis verurteilt (Zusammengefasst)

              Hehlerei und Scheckfälschung. Der Kaufmann Walter Bohl, der Kaufmann Richard Kuckmann und der Drogist Siegmund Samulski, sämtlich in Danzig, standen vor der Strafkammer unter der Anklage der Hehlerei, der Urkundenfälschung und des Betruges (gekürzt)

              Polizeibericht vom 4. September 1920

              Zugelaufen: 1 junge weiße Ziege, abzuholen von Willy Elendt, St-Michaelsweg 74

              Standesamt – Todesfälle

              Frau Rosa Wisniewski geb Freymann 59 J 6 M
              – Sattler Johann Zywick fast 66 J
              – Frau Ida Frost geb Roß 41 J 4 M
              – Witwe Karoline Hudetz geb Hroch 65 J 4 M
              – Kontoristin Gertrud Gehrmann 20 J 5 M
              – Arbeiter Leo Ptoch 20 J 10 M
              – Tapezierer Adolf Kamischke 48 J 6 M
              – Diakonisse Elise Schneidewind 51 J 8 M
              – unehelich 1 S

              208-1920 06.09.1920

              Standesamt – Todesfälle

              Schmied Theodor Stark 58 J 6 M
              – Kellner Marian Bienert 41 J 8 M
              – Witwe Anna Winkler geb Stromski 39 J 8 M
              – Frau Anna Laß geb Thurk 56 J 11 M
              – Frau Carola Fajngold geb Fels 24 J 2 M
              – Frau Mathilde Dargatz geb Pettke 62 J
              – Oberbaurat Ernst Friese 51 J 10 M
              – Frau Marie Schulz geb Strezelow 69 J 9 M
              – Invalide Karl Grahn 80 J 9 M
              – T d Justizwachtmeisters Joseph Poetsch 5 M
              – unehelich 1 T
              Herzliche Grüße von Karin!
              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

              Kommentar

              • Karin K
                Forum-Teilnehmer
                • 30.03.2013
                • 236

                #112
                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                Die Ausgaben 209, 210 und 211:

                209-1920 07.09.1920

                Danziger Nachrichten

                Ermittelte Schaukästendiebe. Die entwichenen Fürsorgezöglinge Albert Rathske, Alfred Swinke und Otto Mielke sind heute in aller Frühe durch die Kriminalpolizei festgenommen worden. Sie stehen unter Verdacht, eine Menge Schaukästen erbrochen und Paßdiebstähle ausgeführt zu haben. In ihrem Besitz ist ein Anzahl Lederportemonnaies gefunden, deren Eigentümer noch nicht ermittelt werden konnten. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen sie auch einem Schaukasten.
                Die Bestohlenen werden ersucht, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.

                Polizeibericht vom 7. September 1920

                Aus den Gerichtssälen

                Reisegeldschwindel. Der Apotheker Josef Komischke in Danzig, jetzt in Haft, hatte sich vor dem Schöffengericht wegen Betruges zu verantworten. Er kam in Juli 1920 zu dem Schatzmeister des Vereins heimattreuer Schlesier und erzählte diesem, er wolle für einen Freund aus Schlesien 300 Mark Reise- und Verpflegungsgeld. Dieser Freund stehe mittellos da. Der Angeklagte berief sich auf einen hiesigen Zahnarzt. Der Kassierer hielt aber zuvor Nachfrage und erfuhr, daß alles Schwindel sei. Weder der Freund war zu finden, noch kannte der Zahnarzt den Angeklagten. Dieser Betrug blieb also im Versuch stecken. Nach zwei Tagen tauchte der Angeklagte in Zoppot im Restaurant Rheingold auf und machte hier eine Zeche von 334 Mark. Als er bezahlen sollte, stellte sich heraus, daß er kein Geld bei sich hatte. Er machte einige schwindelerregende Ausflüchte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen versuchten und vollendeten Betruges zu 3 Monaten Gefängnis.

                Gefunden: 1 goldenes Medaillon mit 2 Photographien, abzuholen von Frau Helene Tetzlaff, Brunshöferweg 40 III
                1 goldener Ring mit rotem Stein, abzuholen von Frl. Charlotte Müller, Hundegasse 101
                Eingefunden: 2 weiße Enten, abzuholen von Frau Maria Wick, St Albrecht, Praustergang 22

                Standesamt – Todesfälle

                S d Kellners Bruno Friese 5 Min
                – Köchin Elsa Elisabeth Stein 24 J
                – Schuhmacher Reinhold Hildebrandt 38 J 8 M
                – Schlachter, Obermatrose vom Kriegsschiff „Kolberg“ Alfred Walter Westerwick 23 J 5 M
                – Arbeiter, Musketier im Inf-Regt 343 Rudolf Albert Richert 22 J 1 M
                - Schneider, Musketier im Inf-Regt 128, Richard Gutzner 22 J 6 M
                – S d Beamten Kasimir Pawlowski 1 J 3 M
                – S d Sattlers Julius Koch 18 J 7 M

                210-1920 08.09.1920

                Danziger Nachrichten

                Wegen Höchstpreisüberschreitung bestraft. Dem Fleischermeister Fillbrandt, Breigasse, ist aufgrund der Feststellung, daß er gekochten Schinken zu 30 Mark für das Pfund verkauft hat, der Handel mit Lebensmitteln auf die Dauer von 3 Monaten untersagt.

                Polizeibericht vom 8. September 1920

                Gefunden: 1 goldene Damenarmbanduhr, vor einem Jahre gefunden, abzuholen von Herrn Wilhelm Gruhn, Wallgasse 17 a
                2 weiße Enten, abzuholen von Frau Marie Mick, Praustergang 22
                1 Ziege, abzuholen von Frau Krause, Sandweg, Kreis Danziger Niederung

                211-1920 09.09.1920

                Danziger Nachrichten

                Fettkäse umsonst gab es am Dienstag auf dem Fischmarkt. Die Inhaberin der Meierei Steckel warf mit beiden Händen sog. Limburger in das Publikum. Die Ursache war nicht Reue über die bedeutende Höchstpreisüberschreitung, sondern die Frau leistete den Polizeibeamten, die den Käse beschlagnahmt hatten, Widerstand. Wie uns von Augenzeugen berichtet wird, gelang es der Frau den Käse auf die Erde und dann auf die Straße zu werfen. Der Limburger war mit 10 Mark, statt mit 5,40 verkauft worden.

                Polizeibericht vom 9. September 1920

                Gefunden: 1 Portemonnaie mit größerem Geldbetrag und Briefmarken, abzuholen von Frau Anna Janzen, Rittergasse 27 III

                Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

                Pfarrer Karl Georg Franz,61 J
                – Friseurlehrling Bruno Walter 17 J
                – T d Arbeiters Karl Marquardt 6 M
                – Geh Postrat a D Kurt Treichel 69 J 1 M
                – Witwe Martha Müller geb Bahr 50 J 10 M
                – S d Schriftsetzers Emil Ezertier 2 Tg
                – S d Stellmachers Stephan Zimny 5 W
                – S d Mechanikers Bruno Dargel totgeb
                – unehelich 4 S

                Aus den Gerichtssälen

                Großer Stoffdiebstahl und Hehlerei. 10 Personen standen vor der Strafkammer in der Anklageband unter der Beschuldigung des Diebstahls und der Hehlerei. Es waren dies der Bergmann Hermann Blum, der Sattler Franz Roggenbuck, der Kaufmann Willy Delke, der Schneider Bernhard Prohma, der Arbeiter, Ringkämpfer Hugo Kluth, der Konditor Erich Delke, der Bäckermeister Wilhelm Zinser, der Schneider Walter Riedel, der Schneidermeister Johann Miotke, der Schneider Alfons Timmelmeyer, sämtlich in Danzig, Erich Delke in Neufahrwasser. (gekürzt)

                Ein Autoführer überfallen. Wegen schwerer Körperverletzung hatten sich der Melker Hans Labudda und der Schlosser Paul Rusch aus Danzig vor der Strafkammer zu verantworten. Die Angeklagten waren bei einer Festlichkeit im Gewerkschaftshaus in der Hintergasse. Als nachts ein bestelltes Auto vorfuhr, verlangten die beiden Angeklagten von dem Autoführer, daß er sie nach Hause fahre. Als der Autoführer dies verweigerte, griff Labudda zum Messer und stach dem Autofahrer nach dem Bauch, traf aber nur die Hand des Angegriffenen, da dieser den Stich abwehrte. Ferner erhielt der Autoführer einen Schlag ins Auge. Diesen Schlag soll Rusch ausgeführt haben, doch konnte dies nicht erwiesen werden. Die Strafkammer sprach deshalb Rusch frei. Labudda wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

                Ein Messerstecher angeschossen. Im April 1919 war in Praust ein Kommando Soldaten. Der Unteroffizier Specka stand mit einem Mädchen nachts auf der Straße als der Zimmermann Otto Kretschmer vorüber ging. Kretschmer beschimpfte nun den Unteroffizier und ging schließlich mit einem Messer auf ihn los und brachte ihm eine Verletzung bei. Der Unteroffizier nahm dann seinen Revolver und schoß dem Kretschmer in den Oberschenkel. Als der Angeschossene auf dem Boden lag, kam seine Mutter hinzu und diese beschimpfte nun den Unteroffizier und sein Mädchen. Die Frau hatte sich vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung zu verantworten und wurde zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen Kretschmer sollte auf seinen Wunsch ohne seine Anwesenheit verhandelt werden, da er sich außerhalb des Freistaates befindet. Er sollte sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Verhandlung gegen ihn mußte jedoch vertagt werden, da sich seine Anwesenheit als notwendig erwies.
                Herzliche Grüße von Karin!
                Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                Kommentar

                • Karin K
                  Forum-Teilnehmer
                  • 30.03.2013
                  • 236

                  #113
                  AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                  Die Ausgaben 212 und 213:

                  212-1920 10.09.1920

                  Danziger Nachrichten

                  Eine neue, blutige Ehetragödie.
                  Im Hause Lastadie 32 hat sich gestern vormittag eine neue Ehetragödie abgespielt. Die Frau des Kellners Ernst Taube hatte sich nach dreijähriger unglücklicher Ehe vor etwa 14 Tagen von ihrem Manne getrennt. Die Frau hielt sich nun bei Bekannten auf. Gestern vormittag erschien T, angeblich um seine Frau zur Rückkehr zu bewegen. Als er keinen Erfolg hatte, zog er einen Revolver und legte auf die Frau an. Frau Taube flüchtete, verfolgt von dem Wütenden durch die drei Wohnungn des Hauses. Dabei gab Taube zwei Schüsse auf sie ab, von denen einer den Daumen an der linken Hand der Frau zerschmetterte. Frau Taube stürzte dann ohnmächtig auf der Schwelle der Wohnung zusammen. Der Kellner glaubte nun, seine Frau getötet zu haben und richtete den Revolver gegen sich selbst. ER schoß sich eine Kugel in den Mund, die ihm die Wirbelsäule durchschlug und sich noch ein Stück in die Wand bohrte. T brach blutüberströmt tot zusammen und wurde durch die herbegeeilte Polizei mittelst Tragwagen nach dem Leichenschauhause gebracht. Die Verletzung der Frau ist unerheblicher Natur.
                  Zu den Ursachen dieser Tragödie wird noch mitgeteilt, daß sich der Mann keines guten Leumundes zu erfreuen hatte. Taube soll seine Frau wiederholt mißhandelt haben, wenn sie ihn um 'Geld zu den notwendigsten wirtschaftlichen Dingen anging. Schon vor einiger Zeit hatte sie ihn deshalb verlassen, kehrte dann aber auf sein Bitten zurück. Nach ihrem letzten Fortgehen hatte sie gegen ihren Ehemann die Scheidungsklage eingereicht. Der Sühnetermin sollte in den nächsten Tagen stattfinden.

                  Unglücksfall?
                  Der Ehemann Kasper, Lauentalerweg 11, wird mit seinem Sohn Helmut seit gestern abend vermißt. Beide waren mit dem Übersetzen von Passagieren zwischen der Handelskompagnie und dem Kaiserhafen beschäftigt. Es besteht die Möglichkeit, daß die Genannten ihren Tod durch Ertrinken gefunden haben. Die Ehefrau bittet jeden, der über den Verbleib ihres Gatten und Sohnes etwas weiß, ihr Nachricht zukommen zu lassen.

                  Den Arbeitegeber unter falschem Namen bestohlen.
                  Der Arbeiter Otto Liedtke, in Klein Plehnendorf geboren, hatte sich bei den Besitzer Behrent in Trutenau als Woychichowski vermietet. Er war auch im Besitz von Papieren auf diesen Namen. Diese hatte ihm sein Freund Richard Behnke, mit welchem er aus der Strafanstalt Stuhm entwichen ist, verschafft. Mit diesem stahl er in der Nacht zum 7. d Mts seinem Brotherrn ein Pferd, Wagen und neun Pferdegeschirre. Behnke hatte außerdem von sämtlichen Satteln die Schweißblätter abgeschnitten. Pferd und Wagen wurden auf dem Felde in der Nähe von Düvelkau vorgefunden. Durch die sofort angestellten Nachforschungen der Kriminalpolizei gelang es, den angeblichen Woychikowski in der Person des Liedtke festzunehmen: die Pferdegeschirre wurden in einem Hehlernest vorgefunden und konnte soweit alles dem Besitzer zugestellt werden. Die Schweißblätter sowie sich selbst hat Behnke in Sicherheit gebracht.

                  Beim Kohlenstehlen verhaftet wurden die Arbeiter Bruno Hermann und Ferdinand Huß. Als sie von Aufsichtsbeamten der Eisenbahn beim Stehlen am Leegetor betroffen wurden, gaben sie Schüsse ab. Sie wurden dingfest gemacht und dem Gericht zugeführt.

                  Sich selbst der Kriminalpolizei gestellt hat sich der Arbeiter Willy Demolski, aus Ohra, Neue Welt 20, welcher seinen Vater in der Nacht vom 6 zum 7 d Mts mit einer Selbstladepistole in den Hinterkopf geschossen hat.

                  Polizeibericht vom 10. September 1920

                  1 Gummi-Tabaksbeutel, abzuholen von Frl Margarete Tiedemann, Gustav-Raddeweg 8

                  Standesamt – Todesfälle

                  Kaufmann Richard Marzahn 48 J 8 M
                  – S d Arbeiters Friedrich Krainich 11 M
                  – Witwe Henriette Serguß geb Füllbrandt 75 J 8 M
                  – Arbeiter Emil Marczinski 37 J
                  – unehelich 1 S 1 T

                  Aus den Gerichtssälen

                  Ein unverbesserlicher Fürsorgezögling. Der Fürsorgezögling Rechmann aus Heubude kniff aus seiner Anstalt aus und verübte Diebstähle. Dafür wurde er zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, die er jetzt verbüßt. Weiter vollführte er einen Einbruchsdiebstahl bei einer Dame in Danzig und stahl hier Kleidungsstücke im Werte von etwa 10000 Mark. Wegen dieses Diebstahls hatte er sich jetzt vor der Strafkammer zu verantworten, die ihn zu einer Gesamtstrafe von 1 ½ Jahren Gefängnis verurteilte.

                  Bodendiebstähle. Die Arbeiter Richard Redzewski und Albert Mankowski in Ohra unternahmen dort mehrere Bodendiebstähle und stahlen dabei Wäsche und Kleidungsstücke. Die gestohlenen Sachen verkauften sie an den Arbeiter Franz Zimmermann in Ohra. Die drei Personen hatten sich nun vor der Strafkammer zu verantworten. Das Gericht verurteilte Redzewski und Mankowski wegen Diebstahls zu je 1 Jahr Gefängnis. Sie wurden sofort in Haft genommen. Zimmermann wurde wegen Hehlerei zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

                  213-1920 11.09.1920

                  Danziger Nachrichten

                  Überrumpelter gewalttätiger Pferdedieb.
                  Der von der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft lange gesuchte Verbrecher Paul Zesian, welchem eine ganze Menge Verbrechen, in der Hauptsache Pferde- und Viehdiebstähle zur Last gelegt werden, wurde heute durch die Kriminalpolizei im Schlaf überrumpelt und festgenommen. Er war im Besitzer einer scharf geladenen Armeepistole und einer Menge Munition sowie einiger Schlachtmesser. Zesian hatte sich vorgenommen, die ihn festnehmenden Beamten zu erschießen. Daß er die Tat ausführen wollte, hat er sogar bei seiner Festnahme zugegeben.

                  Diebstahl durch eine Schwindlerin. Eine Schwindlerin erster Güte Karoline Wollenweber ist durch die Kriminalpolizei festgenommen worden. Sie hat sich als Rückwanderin aus Rußland ausgegeben und hierdurch das Mitleid ihrer Mitmenschen erweckt. Sie nutzte die Gelegenheit aus und stahl einem Gastwirt in Groß-Plehnendorf Gold- und Silbersachen im Werte von 10000 Mark. Ihre Beute hatte sie bei verschiedenen Geschäftsleuten unter Vorlegung richtiger Ausweise untergebracht. Die gestohlenen Sachen konnten zum größten Teil dem Eigentümer zugestellt werden.

                  Polizeibericht vom 11. September 1920

                  Gefunden: 1 Paß für Frau Marta Podgurski, geb Koslowski
                  1 schwarze Handtasche enth. Portemonnaie und größeren Geldbetrag, Taschentuch, Kamm, Gebiß pp abzuholen von Frau Martha Just, Wallgasse 24 a
                  1 zweirädriger Handwagen, abzuholen von Frau Gertrud Pautel, Abbeggasse 8 b

                  Standesamt – Todesfälle

                  Kaufmann Karl Spitzer 55 J 1 M
                  – Rentenempfängerin Emilie Kluck 44 J 8 M
                  – S d Kellners Scholaum Braun 10 J 1 M
                  – S d Arbeiters Eduard Kunath 10 W
                  – S d Arbeiters Emil Gutowski 8 J 2 M
                  – Kellner Ernst Taube 20 J 9 M
                  – S d Arbeiters Georg Butzlaff 11 W
                  – S d Bahnwärters Bernhard Lenz 2 M
                  – Arbeiter Paul Czarwecki 47 J 2 M
                  – Dewana Sendrowitsch 16 J
                  – Frau Agnes Girth geb Parchem 29 J 10 M
                  – S d Schiffszimmermanns Emil Teßmer 10 W
                  Herzliche Grüße von Karin!
                  Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                  Kommentar

                  • Karin K
                    Forum-Teilnehmer
                    • 30.03.2013
                    • 236

                    #114
                    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                    Die Ausgaben 214 und 215:

                    214-1920 13.09.1920

                    Aus den Gerichtssälen

                    Erschwindelungsversuch von Erwerbslosenunterstützung. Der Arbeitsbursche Kurt Stoll, Petershagen, Reinkesgasse 5, hatte am 29.1.20 versucht, die Vormerkkarte seines Bekannten Witthold beim hiesigen Arbeitsamt zur Abstempelung zu bringen, indem er sich für diesen ausgab. Er wollte W hierdurch in den Genuß der Erwerbslosenunterstützung für diesen Tag setzen. Der Betrugsversuch wurde entdeckt und neben Witthold auch Stoll dieser Tage vom Schöffengericht mit 5 Tagen Gefängnis rechtskräftig verurteilt. Zugleich wurde St, der auch Erwerbslosenunterstützung bezog, dauernd von der Erwerbslosenfürsorge ausgeschlossen.

                    Beim Einbruchdiebstahl abgefaßtt. Der Arbeiter Alfons Krüger und der Monteur Max Saditzki in Danzig brachen gemeinsam ins Josefshaus ein und wurden dabei abgefaßt. Die Strafkammer verurteilte Krüger wegen versuchten Einbruchdiebstahls zu 1 ½ Jahren Gefängnis. Saditzki ist vielfach vorbestraft und wurde aus dem Zuchthause vorgeführt. Er erhielt eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten.

                    Treue Schwesternliebe. Die 17jährige Arbeiterin Luise Fröse in Ohra wohnt bei ihren Eltern und mit dem Bruder zusammen. Sie wußte, daß der Bruder 1000 Mark besaß. Er wußte, daß er seiner Schwester nicht trauen konnte und verschloß deshalb sein Geld. Doch die Schwester wußte auch in das verschlossene Spind einzudringen und die 1000 Mark zu stehlen. Der Bruder war über diese Tat sehr empört und stellte deshalb Strafantrag. Das Mädchen wurde zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

                    Hehlerei mit Schreibmaschinen. Einem Kaufmann in der Delbrückallee wurden 4 Schreibmaschinen im Werte von etwa 40000 Mark gestohlen. Die Diebe sind unbekannt, aber vier Hehler hatten sich vor der Strafkammer zu verantworten. Es waren dies der Kaufmann Bernhard Stempaß, der Schiffszimmerer Otto Schulz, der Arbeiter Max Jaschinski und der Photograph Walter Anders, sämtlich in Danzig. (gekürztI

                    Standesamt – Todesfälle

                    Bahnarbeiter, Musketier der 10. Kompanie des Inf-Regts Nr 402 Ernst August Neumann 24 J 10 M
                    – S d Fischhändlers Emil Bock 3 M
                    – Schneider Franz Splitt 24 J
                    – T d Klempners Johann Gröber 8 M
                    – Kaufmann Julius Braunsdorf 71 J 7 M
                    – Witwe Therese Hinz geb Katschmorkowski 52 J 2 M
                    – Kaufmann Ludwig Mühle 34 J 7 M
                    – unehelich 1 T

                    215-1920 14.09.1920

                    Danziger Nachrichten

                    Vom Herzschlag überrascht wurde heute vormittag der Baugewerksmeister Willers, Hopfengasse 15, auf dem Mieteinigungsamt. Bei den dort von ihm angestrengten Verhandlungen um Erhöhung des Mietpreises überfiel ihn wahrscheinlich infolge der Aufregung ein Unwohlsein, wobei der Tod durch Herzschlag eintrat.

                    Polizeibericht vom 14. September 1920

                    Gefunden: 1 braunes Portemonnaie mit Pfandschein für Erna Becker
                    1 braune Handtasche mit Briefen für Frieda Lehrke
                    1 goldene längliche Brosche mit blauem Stein, abzuholen von Frau Marie Graß, Lange Brücke 8

                    Aus den Gerichtssälen

                    Eine „billige“ Einkaufsfahrt.
                    Die drei Arbeiterinnen Marie, Gertrud und Helene Borkowski, sowie die Ehefrau Marie Senger, sämtlich in Langfuhr, fuhren nach Zoppot, um hier einen Käuferdiebstahl auszuführen (gekürzt)

                    Ein unredlicher Postaushelfer:
                    Der frühere Postaushelfer Felix Steichert in Danzig war auf der Post als Paketausträger beschäftigt. Er nahm nun von einem Kollegen ein Paket, das dieser auszutragen hatte, an sich und legte es in sein eigenes Fach, um es dann wahrscheinlich für sich zu verwenden. Dies wurde aber von einem andern Kollegen bemerkt und es erfolgte Anzeige. St hatte sich nun vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte will sich mit dem Paket nur geirrt haben. Das Gericht glaubte an diesen Irrtum nicht und verurteilte den Angeklagten wegen Beiseiteschaffung von Gegenständen, die ihm in amtlicher Eigenschaft zugänglich waren, zu 3 Monaten Gefängnis.
                    Herzliche Grüße von Karin!
                    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                    Kommentar

                    • Karin K
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.03.2013
                      • 236

                      #115
                      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                      Die Ausgaben 216 und 217:

                      216-1920 15.09.1920

                      Aus den Gerichtssälen

                      Ein teures Schäferstündchen.
                      Die berufslose Helene Glowiente in Danzig nahm den liebesdurstigen Müller Krönke an einem schönen Juniabend zu sich auf. Da er eine gefüllte Brieftasche bei sich hatte, nahm sie ihm aus dieser einen polnischen Tausendmarkschein, einen deutschen Hundertmarkschein und einen Fünfzigmarkschein. Diese Geliebte stand nun vor dem Schöffengericht, das sie wegen Diebstahls zu 3 Monaten Gefängnis verurteilte.

                      Einen Motor gestohlen. Der Arbeiter Paul Sikorra in Danzig entwendete aus einem Betriebe einen Motor im Werte von 3200 Mark und versuchte ihn durch einen Schiffbaumeister und einen Schlosser zu verkaufen. Er wurde abgefaßt und hatte sich nun vor der Strafkammer zu verantworten, die ihn wegen schweren Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis verurteilte.

                      Die Freizügigkeit der Musiker. Der Restaurateur Hermann Konietzko in Danzig beschäftigte eine Kapelle von vier Musikern von auswärts, die vor dem Kriege nicht in Danzig wohnten. Er wurde angeklagt, sich gegen die Verordnung des Demobilmachungsausschusses vergangen zu haben, nach der derartige Personen nicht beschäftigt werden dürfen. Das Schöffengericht sprach ihn aber frei, da Orchestermitglieder nicht zu diesen Personen gehören sollen, auf die sich die Verordnung bezieht.

                      Danziger Nachrichten

                      Unglücksfall oder Verbrechen? Verschwunden ist seit dem 7 d Mts die vierzehnjährige Tlchter Lene des Malers Rogowski, Steindamm 3, 2 Tr. Die Eltern befürchten, daß dem Kinde ein Unglück zugestoßen oder ein Verbrechen an ihm verübt worden ist. Etwaige Nachrichten werden an die Eltern oder an die Kriminalpolizei erbeten.

                      Polizeibericht vom 15. September 1920

                      Gefunden: 1 schwarzseidene Kinderjacke mit weißem Kragen, abzuholen von Frau Rosalie Pioch, Baumbachallee 10
                      Zugelaufen: 1 deutscher Schäferhund ohne Halsband, abzuholen von Herrn Wilhelm Ferchenbauer, Michaelisweg 3 / 4

                      Standesamt – Todesfälle

                      T d Kriegsinvaliden Karl Brauer 2 J 8 M
                      – T d Schiffszimmermanns Eugen Lange 8 M
                      – Witwe Margarete Adam geb Witzky 35 J 5 M
                      – S d Landwirts Sischa Imleer 13 J 7 M
                      – Invalide Johann Roetzel 86 J 4 M
                      – T d Beton-Meisters Wladislaus Lewandowski 9 M
                      – General-Agent Franz Kühn 55 J 8 M
                      – Frau Luise Hinz geb Bergmann 24 J 7 M
                      – T d Gärtners Johannes Herling, totgeb.
                      - Rentenempfängerin Luise Rietrewski 64 J 7 M
                      – Rentier Felix Willers 64 J
                      – unehelich 1 S 3 T

                      217-1920 16.09. 1920

                      Danziger Nachrichten

                      Römer mit seiner Braut in Hamburg verhaftet.
                      Der Kaufmann Römer, früherer Leiter der Danziger Obst- und Gemüsestelle, war bekanntlich wegen großer Veruntreuungen geflüchtet. Er ist jetzt mit seiner Braut, einer Kontoristin Hinz, in Hamburg verhaftet worden. R gab an, daß er die veruntreuten Gelder in Höhe von einer halben Million Mark in Zoppot verspielt hätte. Bei den Verhafteten wurden nur noch 3 Mark vorgefunden. Es wird nun auch festgestellt werden können, wo und auf welche Weise Römer diese große Veruntreuung begangen hat. Denn bisher wurden die eigentlich nur in Frage kommenden Unterschleife bei der Obst- und Gemüsestelle stets mit der Begründung bestritten, daß eine Benachteiligung dieser städtischen Einrichtung nicht festzustellen gewesen wäre.

                      Zur Neuwahl der Schulvorstände hat der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung die folgenden Personen zu Schulvorständen vorgeschlagen:
                      Lauental:
                      Fuhrhalter Adolf Kleist, Möwenweg 7
                      Schmied Bernhard Nowak, Radefke-Weg 1
                      Frau Marie Bluhm, Radefke-Weg 19
                      Schellmühl:
                      Glasmacher Siutz, Broschkischer Weg 15
                      Werkmeister Bendig, Broschkischer Weg 15
                      Frau des Vorarbeiters Zirkel, Broschkischer Weg 20
                      Brösen:
                      Hafenarbeiter Franz Daschke (kath), Pistorius-Straße 6
                      Arbeiter August Krause, Conze-Straße 10
                      Frau Bäckermeister Helene Haffelberg (ev), Nordstraße 1
                      Saspe-Fischmeisterweg:
                      Professor Sonntag, Fischmeisterweg 1
                      Eigentümer August Szczesny, Fischmeisterweg 16
                      Frau Elisabeth Kutzel, Tischlersfrau, Fischmeisterweg 28
                      Weichselmünde: Eigentümer Johann Morawski, Norderstraße 9
                      Bootsbauer Max Kosch, Festungsstraße 37
                      Witwe Meta Fischhorn, Retzstraße 2
                      Heubude:
                      Arbeiter Parl Aßmus Waldstraße 3
                      Fleischermeister Karl Meyer, Seebadstraße 6
                      Frau Bäckermeister Renk, Dammstraße
                      Krakau:
                      Eigentümer Ernst Grawe, Dünenweg 5
                      Schlosser und Maschinenbauer Emil Sturmat, Dünenweg 27
                      Frau Auguste Schneider, Dünenweg 7
                      Westl-Neufähr:
                      Maschinist Ernst Schneider, Quellbergweg 28
                      Zimmermann Johann Garthke, Alter Postweg 3
                      Frau Ottilie Willer, Quellbergweg 11
                      Für den Schulvorstand der Knabenschule Neufahrwasser beantragt der Magistrat an Stelle des verstorbenen Schneidermeisters Worske Frau Berta Büttner geb Unruh, Olivaer Straße 8, sowie den Schulvorstand der Bezirk-Schule Althof an Stelle des verzogenen Kaufmanns August Blohm den Hallenmeister Walter Ziemann, Engl. Damm 20, zu wählen.

                      Polizeibericht vom 16. September 1920

                      Gefunden: 1 zweirädrger Handwagen mit 2 eisernen Stützen, abzuholen von Herrn Friedrich Engler, Nonnenacker 12
                      Zugelaufen: 1 junge Dobermannhündin mit Halsband ohne Marke, abzuholen von Frl. Edith Sabrowski, Kl Gasse 14
                      1 junger brauner Jagdhund, abzuholen von Otto Lorenz, Weißmönchenhintergasse 21

                      Standesamt – Todesfälle

                      Arbeiter Walter Elßner 48 J 9 M
                      – Frau Emma Taube geb Stoppanski 80 J 1 M
                      – Uhrmacher Johann Korzeniewski 86 J 4 M
                      – Witwe Julianna Giese geb Schwarz 80 J 8 M
                      – Frau Klara Templin geb Linde 54 J 4 M
                      – unehelich 1 S
                      Herzliche Grüße von Karin!
                      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                      Kommentar

                      • Christkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 1568

                        #116
                        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                        Hallo Karin!
                        Ich bin überwältigt.Es kostet sicher viel Zeit, alles abzutippen.Und deshalb möchte ich mich bedanken und dir schreiben, dass ich mit großem Interesse die Nachrichten verfolge, die schlimmen und die lustigen Ereignisse lese. Das ist das pralle Danziger Leben! Gangster, Mörder, nette Leute, ehrliche Finder... alles da!
                        Und wie erstaunlich ist es für uns heute, dass jeder Betrüger mit vollem Namen genannt wird. Welcher Berichterstatter würde sich das heute trauen?
                        Nun hoffe ich , dass meine Familie keine Schandtat begangen hat; man kann ja nie wissen...
                        Schöne Grüße, Christa
                        Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                        (M. Gandhi)

                        Kommentar

                        • Karin K
                          Forum-Teilnehmer
                          • 30.03.2013
                          • 236

                          #117
                          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                          Hallo Christa, danke schön! Ja, ich finde es auch verblüffend wenn mit Namen und Adresse jeder weiß was ein anderer getan hat (oder getan haben soll). Vielleicht sollte es die Leute auch davon abhalten böse Dinge zu tun, wenn auch mit mangelhaftem Erfolg. Auf jeden Fall hatten die Leute Ideen und wussten sich zu helfen. Interessant finde ich ja das Wuchergesetz, heute leben ganze Berufszweige davon dass sie Dinge kaufen und mit viel Gewinn wieder verkaufen, damals war es strafbar. So ändern sich die Zeiten und die Moral.

                          Die Ausgaben 218 und 219:

                          218-1920 17.09.1920

                          Aus den Gerichtssälen

                          Verhängnisvolle Aufregung. Der Arbeiter Michael Schlicht aus Rosenberg hat im Kriege einen Kopfschuß erhalten und ist seitdem leicht aufgeregt und nervös. Am 2. März war er mit einem anderen Arbeiter zusammen in der Wohnung, und beim Verlassen derselben schlug Schlicht den anderen Mann, hinter dem er ging, ohne jeden Anlaß ins Genick und gab ihm dann einen Messerstich ins Gesicht. Schlicht hatte sich nun vor dem Schöffengericht zu verantworten. Er gab an, daß der andere Arbeiter so viel „gequasselt“ habe, was ihn aufregte. In der Aufregung habe er ihm den Schlag versetzt. Das Gericht verurteilte Schlicht wegen gefährlicher Körperverletzung zu 1 Monat Gefängnis.

                          Danziger Nachrichten

                          Vermuteter Unglücksfall. Seit dem 8. d Mts wird das 21jährige Hausmädchen Franziska Petowski, das bei ihrer Dienstherrschaft am Olivaer Tor wohnte, vermißt. Da keine Beweggründe für das längere Fernbleiben in ihrer Brotstelle bekannt sind, wird vermutet, daß ihr ein Unglück zugestoßen ist. Die Kleidung der Petowski bestand in einem roten Wollkleid, einer Jacke aus dem gleichen Stoff, weißen Strümpfen und hohen schwarzen Schnürschuhen. Über ihren Verbleib konnte bisher nichts zur Aufklärung ermittelt werden. Nachrichten dieserhalb sind an die Kriminalpolizei zu richten.

                          219-1920 18.09.1920

                          Polizeibericht vom 18. September 1920

                          Gefunden: 1 Portemonnaie mit Geldschein, abzuholen von Frl Hedwig Grünewald, Ferberweg 18 1 Tr
                          1 kurzer mausgrauer Pelzkragen, abzuholen von Frau Elsa Brüggemann, Sandgrube 36

                          Standesamt – Todesfälle

                          Emigrant Moses Szames 85 J
                          – Frau Auguste Hohmann geb Gartmann 58 J 10 M
                          – Witwe Auguste Teschmer geb Fromm 77 J 8 M
                          – Brauer Albert Nowalkowiez 54 J 4 M
                          – Witwe Luise Kreutzer geb Schalweck 59 J 9 M
                          – Frau Laura Witzke geb Heidemann 35 J 8 M
                          – Witwe Emilie Pohl geb Schüle 71 J 7 M
                          – Witwe Laura Strumkowski geb Thonert 79 J 9 M
                          – T d Zimmermanns Willy Wessel 10 M
                          – Eisenbahn-Obersekretär, Rechnungsrat August Therton 79 J 8 M
                          – Bäckermeister Karl Kurvert 52 J 6 M
                          – Frau Pauline Kückel geb Zacharias 31 J
                          – Tischler Ferdinand Kapitzke 51 J 5 M
                          – unehelich 1 T
                          Herzliche Grüße von Karin!
                          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                          Kommentar

                          • Karin K
                            Forum-Teilnehmer
                            • 30.03.2013
                            • 236

                            #118
                            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                            Die Ausgaben 220, 221 und 222:

                            220-1920 20.09.1920

                            Polizeibericht vom 19. und 20. September

                            Gefunden: 1 Portemonnaie mit Geld und Fahrkarte Neumünsterberg-Danzig, abzuholen von Herrn Kirchendiener Tillner, Professorgasse 1
                            1 Handtasche mit Inhalt und Ausweis für Olga Wallhausen, abzuholen von Frau Margarete Schuwkowski, Melzergasse 11/13
                            1 Paar Kinderschnürschuhe und Strümpfe, abzuholen von Herrn Gefangenenaufseher Brehmer, Karrenwall 6, Polizei-Gefängnis
                            1 silberne Herren-Ankeruhr, abzuholen von Herrn Krüger, Schichaugasse 21 b

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                            Polizeibericht vom 21. September 1920

                            Gefunden: 1 längliche goldene Brosche mit blauem Stein, abzuholen von Frau Marie Groß, Kl Hosennähergasse 9
                            1 goldenes Kettenarmband, abzuholen von Frau Auguste Hoppe, Tobiasgasse, Heiligegeisthospital 8
                            1 Milchkanne, abzuholen von Frau Margarete Jaranowski, Schüsseldamm 69 I
                            Zugelaufen: 1 Foxterrierhündin, abzuholen von Herrn Polizei-Oberwachtmeister Czach St Albrecht

                            222-1920 22.09.1920

                            Danziger Nachrichten

                            Verschwundenes Kind. Am Donnerstag, den 16. September nachmittag 4 Uhr, ist von der Wäschetrockenstelle Tobiasgasse 10 die dreijährige Tochter des Kaufmannes Emil Haase, Altstädtischer Graben 60, fortgekommen. Das Kind war bekleidet mit dunkelblauem Kleidchen, braunen Strümpfen, schwarzen Lederschuhen, einer hellgrauen Schürze mit eingestickten Vögeln und hat hellblondes gekräuseltes Haar. Das Kind trägt, da es sich in ärztlicher Behandlung befindet um Leib und rechte Hüfte einen Gipsverband. Es liegt die Vermutung nahe, daß das Kind, das nur einige Minuten ohne Aufsicht war, auf die Straße gelaufen ist und dann weiter in den Straßen umherirrte und jetzt von Leuten absichtlich zurückgehalten wird oder gar aus Danzig fortgeschleppt ist.
                            Möglich ist aber, daß es in die an der Wäschetrockenstelle vorüberfließende Radaune gefallen und am brausenden Wasser in die Mottlau getrieben ist. Die Eltern des Kindes sichern demjenigen der das Kind wiederbringt, oder die Leiche findet eine Belohnung zu.

                            Polizeibericht vom 22. September 1920

                            Gefunden: 1 blauseidener Damenschirm, abzuholen von Frl. Elli Kaiser, Husarengasse 6 II

                            Standesamt – Todesfälle

                            Witwe Elisabeth Dorloff geb Kohn 85 J 9 M
                            – Witwe Benedicta Mann geb Buhr 74 J 8 M
                            – Witwe Emilie Leinwand geb Krüger 83 J 10 M
                            – S d Straßenbahnschaffners Hermann Ritsch 4 J 11 M
                            – Frau Luise Lange geb Senger 32 J 4 M
                            – Witwe Justine Link geb Rathke 63 J 6 M
                            – Invalide Karl Holstein 75 J 7 M
                            – unverehelichte Emma Bahr 18 J 8 M
                            – unehelich 1 S
                            Herzliche Grüße von Karin!
                            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                            Kommentar

                            • Karin K
                              Forum-Teilnehmer
                              • 30.03.2013
                              • 236

                              #119
                              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                              Die Ausgaben 223 und 224:

                              223-1920 23.09.1920

                              Danziger Nachrichten

                              Neue Bilder. Zwei Judentypen aus dem Auswandererlager hat der Danziger Maler Paul B Dannowski mit der Kreide festgehalten. Der junge Maler, der sich darin fern von modernen Schulen und Richtungen hält, legt das Hauptgewicht auf zeichnerische Lebendigmachung des Objekts, und wer den Feldzug durch Polen und Rußland mitgemacht hat, wird den Brustbildern Dannowskis erneut zustimmen; sie sind von großer Echtheit und werden besonders den Beifall jener finden, die sich in den gegenwärtigen Strömungen der Malerei nicht zurecht finden können. Denn D gibt ihnen keine Rätsel auf. Mit sicherer Hand gibt er die Köpfe eines jungen und eines alten Juden. Bei jenem ist die Schwermut und leise Trauer nur ins Auge verlegt, dem Alten aber, obwohl die zeichnerisch schwächere Arbeit, ist der ganze Jammer seines gehetzten Volkes ins Gesicht geschrieben.
                              Es ist den Bildern, zumal ihr Erlös den Mittellosen der auswandernden jüdischen Bevölkerung zufließt, weiteste Verbreitung zu wünschen.

                              Durch die Straßenbahn überfahren wurde am Montag nachmittag der Oberwachtmeister G. Kuhlmann von der Sicherheitspolizei. Am Weichselbahnhof versuchte er auf einen in Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen aufzuspringen. Hierbei geriet der Säbel zwischen seine Beine und brachte ihn zu Fall. Er wurde überfahren, wobei der linke Unterschenkel zermalmt wurde. Der Verunglückte wurde ins Städtische Krankenhaus geschafft, wo der Unterschenkel sofort amputiert werden mußte.

                              Gefunden: 1 Marabukragen, abzuholen von Herrn Johann Wichmann, Wallgasse 5
                              1 braune Zigarrentasche mit Lotterielos, abzuholen von Herrn Lehrer Voeske, Bahnhofstraße 8

                              224-1920 24.09.1920

                              Standesamt – Todesfälle

                              Marine-Obermeister Claus Westing 68 J 8 M
                              – Witwe Emilie Preuß geb Korsiv 78 J
                              – Frau Konstantia Dechsel geb Hasemann 76 J
                              – Frau Marie Schwertfeger geb Neudam 68 J 6 M
                              – T d Maschinisten Heinrich Brandt 5 Std
                              – Witwe Florentine Brost geb Ratzki 75 J
                              – T d Arbeiters Johannes Böhnke 1 J 4 M
                              – Arbeiter Johann Ruch 70 J 6 M
                              – Hospitalist Albert Julius Wick fast 80 J
                              – Witwe Auguste Dirks geb Sommer 70 J 1 M
                              – Fleischermeister Albert Stryewski 85 J 6 M
                              – Arbeiter, Pionier von der Minenwerfer-Komp 187, Felix Emil Engel 22 J 1 M
                              Herzliche Grüße von Karin!
                              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                              Kommentar

                              • Karin K
                                Forum-Teilnehmer
                                • 30.03.2013
                                • 236

                                #120
                                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                                Die Ausgaben 225 und 226:

                                225-1920 25.09.1920

                                Danziger Nachrichten

                                Preistreiberei mit Briketts. Die Händlerin Marie Kroll in Danzig kaufte einen Waggon Briketts zum Preise von 4,80 Mark den Zentner. Vom Brennstoffamt war der Verkaufspreis mit 7,80 Mark festgesetzt. Die Händlerin nahm aber 11,50 Mark für den Zentner. Das Schöffengericht verurteilte sie wegen Preistreiberei zu 500 Mark Geldstrafe und Einziehung des übermäßigen Gewinns mit 16,80 Mark. Die Angeklagte legte Berufung ein, aber die Berufungsstrafkammer bestätigte das Urteil des Schöffengerichts.

                                Namensänderung. Dem Maschinisten Bernhard Milkowski in Danzig ist die Ermächtigung erteilt worden, seinen Familiennamen in Rex zu ändern.

                                Polizeibericht vom 25. September 1920

                                Gefunden: 1 goldener Freundschaftsring, abzuholen von Frau Antonie Rautenberg, Am Holzraum 21

                                Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

                                Arbeiter, Musketier im Inf-Regt 402 Ernst August Neumann 24 J 10 M
                                – Arbeiter, Musketier im Inf-Regt 343 Rudolf Albert Richert 22 J 1 M
                                – Witwe Auguste Hollan geb Schmidt fast 85 J
                                – T d Kohlenhändlers Theodor Neumann 3 M
                                – Frau Ernestine Kahane geb Jampoller 72 J
                                – S d Schmiedegesellen Stanislaus Flandrejewski 5 M
                                – T d Gewerkschaftsangestellten Walter Joseph 7 M
                                – Kellner Franz Schober 49 J 1 M

                                226-1920 27.09.1920

                                Danziger Nachrichten

                                Auf tragische Weise ums Leben gekommen ist am Sonnabend nachmittag das 4jährige Töchterchen des Tischlermeisters Grenkowski, Poggenpfuhl 86. Das Kind stürzte in einem unbewachten Augenblick aus dem zweiten Stock durchs Fenster. (gekürzt)

                                Aus dem Fenster gesprungen. Am Sonnabend um 4 Uhr morgens stürzte sich der Tischlermeister Klaus, wohnhaft Am Spendhaus 1, vom ersten Stock des Hauses durch das Fenster. Er erlitt einen Beinbruch und Kopfverletzungen und mußte deshalb dem Krankenhause zugeführt werden. K leidet seit längerer Zeit an Geistesstörungen. Es ist somit anzunehmen, daß er sein Vorhaben unter dem Eindruck geistiger Umnachtung ausgeführt hat.

                                Aus den Gerichtssälen

                                Auch ein Zug nach der Stadt. Der Arbeiter Gustav Schramm Neuendorf hatte sich wegen einer Reihe von Einbruchdiebstählen vor der Strafkammer zu verantworten. Die ländlichen Diebstähle an Nahrungsmitteln genügten ihm nicht mehr. Er strebte nach Uhren, Schmucksachen, Geld usw. Dabei handelte er, obwohl eine jugendliche Person, allein. In Danzig, Oliva und Zoppot führte er neun schwere Diebstähle aus und in zwei weiteren Fällen versuchte er solche Diebstähle. Das Gericht verurteilte ihn zu 4 Jahren Gefängnis.

                                Zuchthäusler und Dieb. Der Handlungsgehilfe Max Sabitzki in Danzig ist achtmal vorbestraft und saß im Zuchthause in Sonnenburg. Hier gelang es ihm auszubrechen und nach Danzig zu entkommen. Er stand nun wieder vor der Strafkammer, denn in Danzig ist er bei einem Kaufmann in dessen Wohnung eingedrungen und hat ihm Sachen im Werte von etwa 1000 Mark gestohlen. Das Gericht verurteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus.

                                Einbruchdiebstahl beim Vater. Vor der Strafkammer stand der Seefahrer Heinrich Kluth in Danzig unter der Anklage des Einbruchdiebstahls bei seinem Vater. Er wollte für seinen Lebensunterhalt dadurch sorgen, daß er bei seinem Vater Einbrüche verübte. Der Vater mochte aber gegen seinen Sohn keine Strafanzeige erstatten. Als K nun einen nächtlichen Einbruchdiebstahl wiederholte, wurde er von seinem Vater abgefaßt und nun zur Anzeige gebracht. Das Gericht verurteilte den Sohn wegen Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis.
                                Herzliche Grüße von Karin!
                                Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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