Namen in der Danziger Volksstimme 1920

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Karin K
    Forum-Teilnehmer
    • 30.03.2013
    • 236

    #1

    Namen in der Danziger Volksstimme 1920

    Teilweise ist die Qualität der genutzen Scans leider sehr schlecht so dass Lesefehler nicht auszuschließen sind. Gerade bei den Zahlen 3 und 8 kann es zu Verwechslungen gekommen sein.

    Artikel sind meist gekürzt was ich gekennzeichnet habe. Wer Interesse hat kann die Artikel im Gesamten weiterlesen. Manche Artikel zeichnen meiner Meinung nach ein interessantes Bild der damaligen Gesellschaft, diese habe ich teilweise zusammengefasst, teilweise ganz übernommen.



    Danziger Volksstimme 001-1920 02.01.1920

    Lokales

    Der seltene Fall einer Drillingsgeburt ist in Danzig geschehen. Die Gattin des Schneiders Rüschke, Pfefferstadt 50, wurde von drei gesunden Kindern entbunden. Die Mutter ist wohlauf. Beide Eltern sind taubstumm.

    Standesamt - Todesfälle:

    S. des Schmiedes Johann Miolk 9 J. 7 M. - Rentenempfängerin Gertrud Kloß, 26 J. 4 M – Frau Amalie Strauß geb Schulz 62 J. 4 M – Techniker Julius Liedtke, 22 J 1 M – Witwe Luise Ketz geb Hering, 80 J 1 M. - Meßgehilfe, Grenadier im Reichswehr-Infanterie-Regiment 33, Friedrich Karl, Zielke, 19 J 10 M – Schneider Phillip Ludwig, 77 J 3 M – Arbeiter Franz Costofski, 16 J 3 M – unverehelichte Marie Splösteter, 77 J 9 M – Hospitalist Gustav Bahr 74 J 3 M

    002-1920 03.01.1920

    Gerichtsecke

    Der Hoffnungsvolle und der Genarrte.

    Der 19jährige Handlungsgehilfe Georg Arndt in Danzig hatte sich vor der Strafkammer wegen Utnerschlagung von 320 000 Mark zu verantworten (gekürzt)

    Aus den Ostprovinzen

    Dt. Eylau

    Ein Harlekinspiel

    Der Hauseigentümer Konstantin Lugiewitz, Bahnofstraße 74 wohnhaft, wurde vor einiger Zeit auf Befehl des Leutnants Meyer von der Sicherheitspolizei Dt. Eylau verhaftet.

    Der Sachverhalt ist folgender:

    Leutnant Meyer verkehrt bei der Frau Malewski und amüsiert sich dauernd damit, daß er nach einer Ziehharmonika Tänze aufführt. Der Hauswirt Lugiewitz, dessen Wohnung sich unter der der Frau Malewski befindet, war nicht in der Lage, bei dem Lärm seine geschäftlichen Angelegenheiten zu erledigen und schickte deshalb seinen sechzehnjährigen Sohn Alfons nach oben und ließ um etwas mehr Ruhe bitten. Der Herr Leutnant bot dem jungen Manne Ohrfeigen an und droht, ihn die Treppe hinunterzuwerfen. Darauf ging Herr Lugiewitz selbst nach oben, um den Herrn Leutnant persönlich zu sprechen. Herr Meyer drohte dem Hauswirt ebenfalls mit Hinauswerfen, nahm seinen Revolver und sagte, wenn er nicht sofort seine Wohnung verließe, werde er ihn über den Haufen schießen.

    Der Wirt entwand dem Herrn Leutnant die Schusswaffe und nahm sie mit in seine Wohnung.

    Nach etwa fünf Minuten erschienen etwa 20 Mann der Sicherheitspolizei, umgeschnallt und mit Karabinern bewaffnet, und umstellten das ganze Haus. Zwei in einem Lokal des Hauses befindliche Gäste wurden in roher Weise verprügelt, weil sie das Lokal verlassen wollten und der Leutnant befohlen hatte, aus dem Hause niemand heraus- oder hineinzulassen. Sechs Mann der Sicherheitspolizei begaben sich zum Hauswirt, Herrn Lugiewitz, und verhafteten ihn. Auf Herrn Lugiewitz Frage, wer die Verhaftung angeordnet, erklärten diese, daß der Herr Leutnant Meyer hierzu den Befehl gab.

    Herr Lugiewitz wurde nun zur Polizeiwache gebracht und nach Aufnahme des Tatbestandes freigelassen, trotzdem der Herr Leutnant telephonisch angeordnet hatte, Hernn Lugiewitz in Haft zu behalten, da Fluchtverdacht vorliege. Der Polizeikommissar fand wohl ein Haar in der Suppe und kam dem Ansinnen des Herrn Leutnant deshalb nicht nach. So geschehen im Jahre des Heils 1919, ein Jahr nach der Revolution in der Stadt Dt.-Eylau!

    Der schwangere Pastor

    In Mengede in Westfalen wurde in einer öffentlichen Versammlung gerügt, dass ein Milchhändler Milch an den Pfarrvikar Klein abliefere. Der Milchhändler verteidigte sich, indem er ausführte, daß er die Milch an den Pfarrer zu liefern gezwungen sei, weil derselbe eine ordentliche, amtlich gestempelte Milchkarte besitze, und zwar eine Milchkarte für hoffende Frauen. - Lasset die Kindlein zu mir kommen, predigt der Gottesmann, und er trinkt ihnen die Milch fort.

    Todesanzeigen

    Touristenverein – Die Naturfreunde

    Am 31.12.19 wurde uns nach langem, aber stets mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Weggenossin Gertrud Kloss durch den Tod entrissen. Eine begeisterte Schwärmerin für die Natur und ein selten treues Mitglied unseres Vereins. Wir verlieren viel mit ihr. Ein bleibendes Gedenken in unserem Kreise bleibt unserer Freundin gesichert.
    Die Ortsgruppenleitung.
    i. A. Reinhold Partikel
    Tag und Stunde der Beerdigung wird den Naturfreunden noch besonders bekannt gegeben.

    Gestern abend 9 Uhr entschlief plötzlich meine liebe Frau und Mutter
    Rosalie Bütau
    im 69. Lebensjahre
    Der trauernde Gatte nebst Kinder.
    Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Januar vom Trauerhause, Ulmenweg 8, aus statt.

    Am 31. Dezember entschlief sanft nach schwerem Leiden
    Fräulein
    Gertrud Kloß
    im Alter von 26 Jahren
    Langfuhr, den 2. Januar 1920
    Im Namen der Hinterbliebenen
    Frau M. Spindler

    Lokales

    Regierungsrat Prochnow schwer verunglückt.

    Etwa 17 Kilometer vor Graudenz geriet der Kraftwagen des Regierungsrats Prochnow, in dem außer ihm noch Stadtrat Dr. Grünspan und zwei weitere Personen saßen, infolge der Glätte der Landstraße ins Schleudern. Der Wagen schlug gegen einen Baum. Der Regierungsrat Prochnow wurde zwischen Auto und Baum derart gepreßt, daß er eine schwere Beckenquetschung und innere Verletzungen, darunter eine Blasenzerreißung, erlitt. Die übrigen Insassen des Kraftwagens kamen unverletzt davon.

    Einbruch in ein Geschäft

    Der Pferdehändler Paul Ott aus Danzig unternahm mit dem flüchtigen Kalkoski in der Nacht zum 2. Oktober 19 einen Einbruch in ein Geschäft und stahl hier 1 Sack Rohkaffee, 1 Ztr. Kakao und eine Kiste Sekt im Werte von mehreren Tausend Mark. Ott stand vor der Strafkammer und wurde zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

    Polizeibericht vom 3. Januar 1920 (Auszug)

    Gefunden: 1 Rolle mit aufgeklebten Hauptnahrungsmarken, gestempelt: Ofschonka, Heubude
    Zugelaufen: 1 großer hellgrauer Schäferhund, abzuholen von Fräulein Margarethe Mielke, Rambau 13

    Standesamt - Todesfälle

    Lehrer, Leut. d. R. Im J-R. 141, Paul Voigt-Ströhl, 24 J 8 M – S. des Schlossers Joseph Löhr, 13 Tg – Arbeiter Paul Borowski, 44 J 1 M – Witwe Anna Bremer geb Formell, 81 J 3 M – Witwe Emilie Schauer geb Plehn 75 J 3 M – Kontoristin Erna Görtz 22 J 3 M – S. des Vizewachtmeisters Felix Kalis 8 J 5 M – S. des Kaufmann Wilhelm Thonert 16 J 2 M – S des Straßenbahnschaffners Wilhelm Schelper 3 M – S. des Arbeiters Paul Zajewicz 9 Wch – Witwe Henriette Berens geb Grobe 86 J 8 M – Frau Marie Wachowius geb Kratzki 74 J 9 M

    Anzeige

    Kaufmännische Privatschule Otto Siede-Danzig
    Inhaber und langj. Leiter: Alfred Siede.
    Holzmarkt 25/26 Ecke Breitgasse
    Ausbildung von Damen und Herren in Buchführung und Kontor-Arbeiten
    Herzliche Grüße von Karin!
    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.
  • Bartels
    Forum-Teilnehmer
    • 25.07.2012
    • 3448

    #2
    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

    Herzlichen Dank Karin,

    freue mich schon auf die nächste Fortsetzung!
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

    Kommentar

    • Karin K
      Forum-Teilnehmer
      • 30.03.2013
      • 236

      #3
      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

      Ausgaben 3 und 4:

      003-1920 05.01.1920

      Lokales

      Weitere Verhandlungen Danzig-Polen

      Kaufmann Jewelowski und der Direktor der Waggonfabrik Danzig, Perkug, sind am 3. d. Mts. nach Warschau gereist, um an Besprechungen über Regelung der Ein- und Ausfuhr der damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Fragen teilzunehmen.


      Die sozialistische Stadtverordnetenfraktion hat sich in einer am Sonnabend abgehaltenen Sitzung konstituiert. Sie wählte zu ihren Vorsitzenden die Genossen Rahn und Grünhagen, zum Schriftführer den Genossen Kunze. - An dem Festessen, das im Anschluß an die erste Stadtverordnetensitzung am nächsten Freitag stattfinden soll, wird sich die Fraktion nicht beteiligen. - Das Bureau der Fraktion befindet sich beim Genossen Rahn, Langfuhr, Brunshöfer Weg 14.

      Zum stellv. Bezirksvorsteher für den 33. Stadtbezirk ist an Stelle des Herrn Wichhold, Herr Gärtnereibesitzer Oskar Dietrich, wohnhaft Neufahrwasser, Bergstraße 18 a, bestellt worden.

      Nachruf!
      Am Freitag, den 2. Januar, starb infolge eines Herzschlages unsere alte und treue Mitstreiterin
      Rosalie Bütau
      im Alter von 69 Jahren
      Durch ihre aufrichtige Mitarbeit hat sich die Entschlafene ein dauerndes Andenken gesichert
      V. Bezirk Sozialistische Partei Danzig

      Anzeigen

      Zuschneide-Kursus

      Am 5 Januar beginnt in der Gewerbehalle – Schüsseldamm Nr 62 – mein Winter-Zuschneidekursus für Damen- und Herrengarderoben, verbunden mit Meisterprüfungskursen.
      Fritz Sieg,
      Schneidermeister und Zuschneidelehrer der staatl. Meisterprüfungskurse.
      Anmeldungen Delbrückallee 3, parterre.

      Ich habe mich in Danzig als Rechtsanwalt niedergelassen. Mein Büro befindet sich in Danzig-Langfuhr, Hauptstraße 82.
      Hirsch,
      Rechtsanwalt

      004-1920 06.01.1920

      Gerichtsecke

      Ein Halsabschneider

      Vor dem Schöffengericht hatte sich der Kaufmann Eduard Müller in Danzig wegen übermäßiger Preissteigerung zu verantworten (gekürzt)

      Pferdediebstahl

      Der Besitzer Leo Steinke und der Besitzer Franz Kreft in Neugrabau hatten sich wegen eines Diebstahls an einem Pferde vor der Strafkammer zu verantworten (gekürzt)

      Kettenhandel mit Zigaretten

      Der Kaufmann Paul Busch in Danzig, ein 19jähriger Mann, wollte leicht Geld verdienen (gekürzt)

      Polizeibericht vom 4. und 5. Januar 1920 (Auszüge)

      Gefunden:

      1 goldene Uhr mit Monogramm von Frau Geheimrat Jacob, Hauptstraße 24
      1 zweirädriger Handwagen, abzuholen von Bürgerwehrmann Thun, Bischofsberg 4

      Standesamt

      Todesfälle

      Arbeiter Franz Stamm 71 J 2 M – Frau Frieda Paninski geb Omieczynski fast 36 J – Witwe Anna Deik, geb Gehrke 88 J 9 M – T des Schmiedegesellen Hugo Schmidt 9 Stunden – S. des Arbeiters Franz Karster, totgeb – T d Schneiders August Rieschke, 6 Tage – Bureauvorsteher Albert Tiwinski 64 J 8 M – Frau Pauline Bonschkowski geb Klatt 51 J 4 M.

      Anzeige

      Meine Verlobung mit Fräulein Martha Frohnert hebe ich meinerseits auf.
      Albert Schneider, Danzig-Kralau

      Nachrichten

      Aus dem Freistadtbezirk

      Oliva

      Auf der Rodelbahn verunglückt ist am vergangenen Sonntag die Tochter des Glasermeisters Ruth von hier. Das junge Mädchen erlitt schwere Verletzungen am Kopfe (gekürzt).

      Anzeige

      Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden aller Verwandten, Bekannten, Freunde und Genossen am Sarge unserer lieben Entschlafenen, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dannebaum am Grabe, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank.

      Langfuhr, den 6. Januar 1920
      August Bletau nebst Kindern.
      Herzliche Grüße von Karin!
      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

      Kommentar

      • Karin K
        Forum-Teilnehmer
        • 30.03.2013
        • 236

        #4
        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

        Nr 5 und 6

        005.1920 07.01.1920

        Standesamt - Todesfälle

        S d Besitzers Wladislaus Retzlaff, 14 J 7 M – S d Muskikers Emil Schmidt 8 M – Privatier Rudolf Eltermann, 86 J 1 M – T d Schriftsetzers Leo Jog 3 W – Witwe Malwine Maschewski geb Hein 81 J 3 M – Witwe Auguste Schramowski geb Gogge 73 J 6 M – Witwe Mathilde Raabe geb Krüger 78 J 6 M

        006.1920 08.01.1920

        Nachruf

        Deutscher Eisenbahner-Verband
        Ortsgruppe Danzig, Bezirk Udz.
        Nachruf
        Am Montag, den 5. Januar verstarb unser Kollege, Hilfsschaffner Paul Denz
        Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten
        Der Vorstand
        i. A. Glaeske
        Die Beerdigung findet am Freitag, den 9. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Oliva, Schönfelderweg 33 aus statt. Um rege Beteiligung wird gebeten.

        Gestern früh entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Tochter
        Frau Anna Heidenberger geb Schwertfeger, verw. Göhrke
        im Alter von 28 Jahren.
        Dieses zeigt tiefbetrübt an
        Paul Heidenberger
        Danzig, den 8. Januar 1920
        Herzliche Grüße von Karin!
        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

        Kommentar

        • Karin K
          Forum-Teilnehmer
          • 30.03.2013
          • 236

          #5
          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

          Nr 7 und 8

          007-1920 09.01.1920

          Standesamt - Todesfälle

          Schiffer, Unteroffizier im Pionier-Batl. Nr. 26 Karl August Schulz, 27 J ?M – unverehelichte Anna Weitzner 38 J 8 M – Witwe Emilie Schadowski geb Lemke 85 J 6 M – Schmied Anton Rezin 61 J 7 M – T d Arbeiters Otto Wessel totgeb – Invalide Franz Pardel?? 41 J 1 M – Invalide Friedrich Peters 68 J 7 M – Arbeiter Richard Boerschke 67 J 9 M – Hilfsweichensteller Johannes Lützow 24 J 11 M – Witwe Johanna Fleischhauer geb Machholski 78 J 10 M

          Gerichtsecke

          Der Arbeiter Johann Liedtke in Danzig, Schriftführer der kommunistischen Partei, wurde wegen unerlaubten Waffentragens zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt (Zusammenfassung)

          Polizeibericht vom 8. Januar 1920 (Auszüge)

          Gefunden: 1 brauner Kinderkragen, abzuholen von Stankowski, Steinschleuse 2, 1 vierrädriger Handwangen, abzuholen von Herrn Rendant Walther, Hauptstraße 37

          Fleischverkauf in Oliva durch

          Fleischermeister Heinrich Frommann
          Fleischermeister Rudolf Haber
          Fleischermeister Kohn
          Fleischermeister Dverks
          Fleischermeister Geschke
          Fleischermeister Felix Haber

          Polizeibericht vom 9. Januar 1920 (Auszüge)

          Gefunden: 2 Pakete mit Wurst, Butter und Butterschnitten, abzuholen von Herrn Kriminalwachtmeister Schalla, Sandgrube 51 b

          008-1920 10.01.1920

          Teilnehmer der ersten Sitzung des neuen Stadtparlaments Danzig ( die Namen in der Reihenfolge der Nennung im Bericht)

          Herr Brunzen (wird zum 1 stellvertretenden Vorsitzenden gewählt)
          Genossin Käthe Leu (fehlte wegen Krankheit)
          Genosse Stadtverordneter Grünhagen
          Genosse Stadtverordneter Nagrotzki
          Zeitungskönig Stadtverordneter Fuchs
          alter Vorsteher Geh. Justizrat Keruth (wird zum 1. Vorsteher gewählt)
          Bürgermeister Dr. Bail
          Alterspräsident Lange
          Stadtverordnete Gebauer und Häbel
          Oberbürgermeister Sahm (nicht anwesend, befand sich in Paris)
          Genosse Kohn
          Deutschdemokrat Castei (wird zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt)
          Genosse Rahn
          Zentrumsmann Ewert (wird zum Ordner gewählt)
          Pole Kwiatkowski (wird zum stellvertretenden Ordner gewählt)
          Deutschnationaler Falkenberg (wird zum Protokollführer gewählt)
          ? (unleserlich) Busch wird diese Tätigkeit gegen Bezahlung ausführen
          christlicher Gewerkschafter Saikowski
          In den Wahlausschuss wurden gewählt: die Sozialisten Karschefski, Kunze, Plitner, Woelk, von der F. W. B. Fuchs, L. Fuhlbrügge; die Deutschdemokraten Caskei, Dr. Hermann; vom Zentrum: Dr. Thun, Saikowski, der Pole Dr. Kucharz; die Deutschnationalen Grunzen, Bumke, Frl. Meier.

          Teilnehmer der ersten Sitzung des neuen Stadtparlaments Zoppot (nur die Namen in der Reihenfolge der Nennung im Bericht)

          Bürgermeister Dr. Laue
          ältester Stadtverordneter Schwalm
          Dr. Wagner
          Ergebnis der Wahlen:
          1. Vorsitzender mit 17 Stimmen Stadtverordneter Förster, 12 Stimmen Dr. Reinecke
          1. Stellvertreter Splett mit 17 Stimmen
          2. Stellvertreter Mathieu mit 18 Stimmen
          Stellvertreterin Frau Buchmüller mit 17 Stimmen, 11 Stimmen auf Kanter
          Im ersten Wahlgange wurde Frl. Seiffert gewählt, die aber ablehnte
          Protokollführer Bureaudirektor Raymund mit allen gegen eine Stimme wiedergewählt
          Herzliche Grüße von Karin!
          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

          Kommentar

          • Karin K
            Forum-Teilnehmer
            • 30.03.2013
            • 236

            #6
            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

            Ausgaben 9, 11 und 12

            009-1920 12.01.1920

            Lokales

            Der älteste deutsche Richter

            Das 60jährige Richterjubiläum feiert dieser Tage der Geheime Justizrat Wedekind in Danzig. Seit 30 Jahren Vorsitzender der hiesigen Kammer für Handelsfragen. Mit fast 82 Jahren ist er der ältereste preußische und wahrscheinlich auch der älteste deutsche amtierende Richter. Der Jubilar ist ein naher Verwandter des verstorbenen Dichters Frank Wedekind.

            Zum Fleischverkauf ist der Fleischer Anton Potrikus, Neufahrwasser, Fischmeisterweg Nr 34 neu zugelassen. Er ist berechtigt, Kunden, die ihr Geschäft wechseln wollen, anzunehmen.
            Danzig, den 10.Januar.1920
            Der Magistrat

            011-1920 14.01.1920

            Polizeibericht vom 14. Januar 1920 (Auszüge)

            Gefunden: 1 Geldschein, abzuholen von Herrn Polizeiwachtmeister Rack, Mirchauer Promenadenweg 3
            1 Regenschirm mit einer braunen Krücke, abzuholen von Herrn Polizeiwachtmeister Patzke, Straußgasse 71
            1 silberner Anhänger, abzuholen von Schüler Alfons Ley, Abbeggasse 1 a

            Anzeigen

            200 Mark Belohnung!

            Am 25.12.19 vormittags ist von Rammbau ein älterer sehr kräft. Dobermann, tiefschwarz mit wenig braunen Abzeichen entwendet worden. Er trug ein mit Muscheln besetztes Halsband und hört auf den Namen Laten. Name des Anzeigenden wird verschwiegen. Um Nachricht bittet
            Kriegsbeschädigter Neubauer,
            Rammbau 13, 3 Treppen

            012-1920 15.01.1920

            Standesamt – Todesfälle

            Kutscher, Fahrer von der Freiw. Feld-Bäck-Kol. 1 Jakob Koslowski 38 J 4 M – Rentiere Margarethe Bauer 67 J 6 M – Witwe Wilhelmine Wegner geb Bedarf 78 J 10 M – Frau Helene Dreyer geb Stöß 64 J 4 M – Witwe Adelheid Held geb Hein 70 J 8 M – T d Polizeiwachtmeisters Otto Eltermann, totgeb – Fabrikarbeiter Kanonier im Feld-Art-Regt 227, Franz Davidowski 27 J 7 M – Unverhelichte Renate Schulz, 36 J 2 M – Hausmädchen Johanna Dirks 21 J – Schiffskapitän Theodor Fernau 84 J 1 M – Lehrerin Elsbeth Erpenstein 57 J 3 M – Wirtschafterin Frieda Krebs 31 J 7 M
            Herzliche Grüße von Karin!
            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

            Kommentar

            • Karin K
              Forum-Teilnehmer
              • 30.03.2013
              • 236

              #7
              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

              Ausgaben 13 und 14

              013-1920 16.01.1920

              Gerichtsecke

              Fahrlässige Tötung

              Am 21. Juni (19) wurde auf der hiesigen Klawitterwerft der Schiffsjunge Böttcher tödlich gequetscht (gekürzt)

              Polizeibericht vom 18. Januar 1920 (Auszüge)

              Gefunden: 1 Korb mit Eßgeschirr, abzuholen von Herrn Dr. Dulz, Langgasse 9.1
              Zugelaufen: 1 großer schwarzer Hund mit Halsband gez. Stehler, Silberhammer, abzuholen von Herrn Alexander Miotke, Brösen, Konze-Straße 11
              1 grau und weiß gefleckte Ziege mit Halsriemen, abzuholen von Herrn Kaufmann Frost, Lindenstraße 5

              Standesamt – Todesfälle

              Rentenempfänger Julius Lietz 55 J 3 M – Rentenempfängerin Marie Kuch 66 J – S d Kutscher Erich Birzle, totgeb – Arbeiter Johann Damps 29 J 11 M – Schüler Hermann Wasserberg 8 J 1 M

              Nachruf

              Gestern früh entschlief sanft nach langem schwerem Leiden meine liebe Frau, Mutter und Großmutter
              Friederike Orlowski geb. Schröder
              im noch nicht vollendeten 55. Lebensjahre.
              Dieses zeigen tiefbetrübt an
              Georg Orlowski und Kinder.
              Schidlitz, den 15 Januar 1920
              Die Beerdigung findet Sonnabend, nachm. 3 Uhr vom Trauerhause Schidlitz, Oberstraße 81 aus, statt.

              014-1920 17.01.1920

              Polizeibericht vom 17.Januar 1920

              Gefunden

              1 Fahrrad mit Werkzeugtasche, abzuholen von Herrn Bernhard Milewski, Jopengasse 4, Hof 2
              Zugelaufen: 1 Ziege, abzuholen von Herrn Kaufmann Frost, Lindenstraße 5

              Standesamt – Todesfälle

              S d Kesselschmieds Gustav Siebert 2 J 6 M – Kaufmann Kurt Schmidt 30 J 4 M – Hospitalistin Luise Plath 79 J 3 M – Sattler Max Jacobi 42 J 1 M – Rentenempfängerin Auguste Seidei 75 J 7 M – unehelich 1 Sohn und 1 Sohn totgeboren

              Vom Werden und Vergehen

              Interessante Einblicke in die Bevölkerungsbewegung Danzig gewährten die Zusammenstellungen der Standesämter. Sie sind der Maßstab, den wir anlegen müssen, wenn man uns von gewisser Seite den Krieg immer wieder als Kulturfaktor und als Stahlbad anpreist. Wer die folgenden Zahlen mit Nachdenken liest, der wird nur mitleidig den Kopf schütteln können über die Narren, die ihm etwas anderes sagen wollen, als es die Zahlen tun.

              Es starben im Jahre 1913 bei den Danziger Standesämtern 3178 Personen. Im Jahre 1918 verlangte der Tod 5880 Opfer. Im Jahre 1919 ging die Zahl der Todesfälle erheblich zurück, immerhin aber betrug sie noch 3973 Personen, erreichte also noch nicht den Stand des letzten Friedensjahres.

              Ein ähnliches Bild gibt die Zahl der Geburten. Sie erreichte im Jahre 1918 ihren tiefsten Stand, um im Jahre 1919 wieder außerordentlich zu steigen. Es weisen Geburten auf:

              1913 1918 1919
              Standesamt I 2771 1686 2209
              Standesamt II 1832 1839 2168
              Standesamt III 398 181 238

              Ganz anders verläuft die Heiratskurve. Einer geringen Senkung in den ersten Kriegsjahren folgte 1919 eine steile Aufwärtsbewegung, die mit einem Mehr von 1078 Eheschließungen fast die doppelte Größe des letzten Friedensjahres erreicht.
              Herzliche Grüße von Karin!
              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

              Kommentar

              • Karin K
                Forum-Teilnehmer
                • 30.03.2013
                • 236

                #8
                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                Ausgaben 15 und 16

                015-1920 19.01.1920

                Lokales

                Raubüberfall bei Heubude. Am vergangenen Freitag, abends 9 Uhr, wurde die Arbeiterin Wittenberg auf offener Straße beraubt. Frau Wittenberg ist Witwe und in der Haupteisenbahnwerkstätte beschäftigt. In der Kaffeeküche ist ihr der Verkauf von Kaffee, Bier, Zigarren und Zigaretten übergeben. In der Küche sind öfter Einbruchdiebstähle vorgekommen, wobei die Zigarren, Zigaretten und die Kasse verschwanden. Die Frau wollte sich nun von weiteren Diebstählen sichern und nahm daher die Waren und die Kasse jeden Abend mit nach Hause. Die nicht verkauften Waren, den Kassenbestand hatte sie auch am Freitag abend in ihrer Handtasche. Auf dem Wege von der Haupteisenbahnwerkstätte nach Heubuderstraße lauerte der Räuber an einer finsteren Stelle des Weges die Frau auf, versetzte ihr einen Schlag auf den Kopf und entriß ihr die Handtasche. Der Täter entkam. Die Frau konnte nur feststellen, daß er ein großer Mann war.

                Standesamt – Todesfälle

                Rentenempfänger Ludwig Kirstein 61 J – T d Eisenbahnschaffners Otto Klein 3 M – Rentier Karl Sebbe 76 J 3 M – Rentier Wilhelm Zühlke 88 J 7 M – Witwe Karoline Drechsler geb Schulz 69 J 2 M – Privatier Johann Piotrowski 78 J 8 M – Frau Klara von Schach geb Wiens 47 J 8 M

                016-1920 20.01.1920

                Theater und Konzerte

                „Unschuld“. Ein Drama von Fritz Droop.
                Im Schauspielhaus zu Hannover fand am 14. Januar die Uraufführung der dreiaktigen dramatischen Dichtung „Unschuld“ von Fritz Droop (früher Redakteur an den Danziger Neueste Nachrichten) statt und hatte sehr starken Erfolg. (gekürzt)

                Lokales

                Der Zentralverband der Angestellten hielt am Sonnabend seine Generalversammlung ab. Kollege Kuntze gab den Geschäftsbericht. Kollege Böhnke gab dann den Bericht der Delegierten für das Gewerkschaftskartell und die Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten-Verbände. In den Vorstand wurden gewählt: 1 Vorstand Kunze, 2. Vorstand Georg Leu, Kassierer Szarasinski, Schriftführer Ludwig und Loops, Beisitzer Kobkella, v. Schönholz, Schill und Güldner. (gekürzt)

                Polizeibericht vom 20. Januar 1920 (Auszüge)

                Gefunden: 1 schw Portemonnaie mit etwas Geld, abzuholen von Herbert Ketterling, Eigenhausstraße 16
                1 Paar Herrenhandschuhe, abzuholen von Herrn Polizeiwachtmeister Potrykus, Brösen
                1 Kinderplüschkragen, abzuholen von Frl. Ella Darga, Heubude, Dammstraße 42
                1 silberne Herrenarmbanduhr, abzuholen von Herbert Ketterling, Eigenhausstraße 16
                Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzbr. Abzeichen, abzuholen von Frl. Mielke, Rammbau 13

                Standesamt – Todesfälle

                Frau Gertrud Schingowski geb Pawelski 27 J – Witwe Henriette Goetz geb Alexander 71 J 9 M – S d Schlossers Emil Kletz 13 J 5 M – S d Arbeiters Friedrich Marzahn, totgeb. - S d Käsereibesitzers Robert Esau 3 M – Frau Margarethe Steiner geb Rogoschinski 40 J 11 M – Frau Bertha Ziegert geb Schlicht 36 J 7 M – Invalide Wilhelm Thiel 77 J – S d Bäckergesellen Ernst Neumann 7 M – Vorarbeiter Julius Wilhelm 66 J 10 M – Tischlergeselle Eduard Ortmann 31 J 8 M – Invalide Ferdinand Retzlaff 70 J – unehelich 1 Tochter
                Herzliche Grüße von Karin!
                Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                Kommentar

                • Karin Langereih
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.02.2008
                  • 1092

                  #9
                  AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                  Hallo Karin,
                  vielen Dank für Deine Mühe.
                  Es sind sehr interessante Namen dabei.
                  Viele Grüße Karin L.

                  Kommentar

                  • Insel2008
                    Forum-Teilnehmer
                    • 29.03.2008
                    • 779

                    #10
                    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                    Hallo Karin, auch ich verfolge interessiert Deine Einstellungen hier, Danke.
                    Letzte Nacht bin ich dann auf die HP gegangen und las 2 Stunden!!
                    Grüße von Inselchen2008
                    Meine Namens-u.Ortsuche:
                    https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

                    Kommentar

                    • Karin K
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.03.2013
                      • 236

                      #11
                      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                      vielen Dank!

                      die Ausgaben 17, 18 und 19

                      017-1920 21.01.1920

                      Aus dem deutschen Osten

                      Ein schweres Eisenbahnunglück bei Schneidemühl (gekürzt)

                      In der Nacht von Montag zu Dienstag etwa um 2 Uhr ist in Kilometer 234 zwischen Schönlanke und Schneidemühl der in Richtung von Berlin nach Schneidemühl fahrende Post- und Eilgüterzug 6117 anscheinend infolge eines verbrecherischen Anschlages durch Lösen von Schienenlaschen entgleist. […] Von den Reisenden des D-Zuges sind 18 getötet, 20 verletzt, darunter 8 schwer. […]

                      Wie die „Schneidemühler Zeitung“ meldet, lauten die Namen der beim Eisenbahnunglück ums Leben Gekommenen wie folgt:

                      Hilfsschaffner Holz-Schneidemühl
                      Hilfsschaffner Franz Krüger U-Schneidemühl
                      Walter Gerhammer – Königsberg
                      Robert Albat, Kaufmann in Graudenz
                      Wilhelm Albat, Kaufmann in Graudenz
                      Robert Albat, Unteroffizier in Graudenz
                      ein Marinesoldat, dessen Name nicht festzustellen ist
                      Wilhelm Schneil, Wachtmeister bei der Sicherheitswehr in Königsberg
                      Sergeant Hoboist Johann Krogol aus Anklam
                      Heimrich Schrempffer-Mitau
                      ein Schaffner, dessen Name noch nicht festzustellen ist
                      Erich Gepfer, Unteroffizier aus Hamburg
                      Heinrich Daun-Ludwigshafen
                      Dr med. Müller-Königsberg
                      Emil Hetzke, Vizefeldwebel aus Bonkenwalde, Kr. Heiligenbeil
                      Bodo Kolbe, Gefreiter auf einer Urlaubsreise nach Berlin,
                      Dr Hildebrand aus Danzig
                      eine schwerverwundete Frau, die auf dem Transport verschied

                      Polizeiberich vom 21. Januar 1920 (Auszüge)

                      Gefunden: 1 Haarkamm, abzuholen von Herrn Bruno Fliege, Olivaerstraße 27 b

                      Standesamt – Todesfälle

                      S d Arbeiters Johann Vogel, totgeb – Witwe Wilhelmine Kirchhoff geb Goll 75 J 1 M – Arbeiterin Margarethe Arendt 22 J 11 M – Gendarmeriewachtmeister Friedrich Thierfeldt 59 J 4 M – Frau Martha Steffen geb Birschke 42 J 3 M – Feuerwahrmann Gustav Striese 55 J 1 M – Invalide Karl Klawitter 50 J 4 M – unehelich 2 Söhne, 1 Tochter

                      018-1920 18.01.1920

                      Standesamt – Todesfälle

                      Witwe Julianna Grenz geb Hein 71 J 10 M – Witwe Luise Krokel geb Polck 76 J 10 M – Bürgerwehrwachtmeister Julius Hoppe 58 J 9 M – T d Kaufmanns Leo Peißderski 11 Wochen – Landwirt Leo Roß Alter unleserlich – Binnenlotse Friedrich Wehdorn 55 J 9 M – Witwe Johanna Gutzelt geb Penner 70 J 4 M – S d Maurers Oskar Petschke 6 J 1 M

                      019-1920 23.01.1920

                      Lokales

                      Bankau. Schweinediebstähle

                      In der Nacht vom 17. zum 18. d Mts, sind den Arbeitern Josef Potrykus, Andreas Januschewski und Marek Worzuk sämtlich aus Bankau je 3 Schweine im Werte von 1100 Mark mittels Einbruch entwendet worden (gekürzt)

                      Gerichtsecke

                      Duldung von Glücksspielen. Der Gastwirt Joseph Höft in Danzig dultete in seinem Lokal Glücksspiele. Mehrere Gäste wurden getroffen, als sie „Coths Segen bei Cohn“ spielten. Das Schöffengericht verurteilte Höft zu einer Geldstrafe von 800 Mark. Die anderen drei Angeklagten wurden freigesprochen, da sie das Spiel nicht gewohnheitsmäßig betrieben hatten.

                      Leerstehende Wohnungen anmelden. Der Werftbeamte a D Georg Küstner in Danzig hatte es unterlassen, eine leerstehende Wohnung beim Wohnungsamt anzuzeigen. Es erfolgte Anzeige und das Schöffengericht verurteilte ihn wegen dieser Unterlassung zu 80 Mark Geldstrafe.

                      Unerlaubte Beschäftigung von Arbeitern. Dem Kaufmann Hermann Riffel in Stadtgebiet wurde vom Demobilmachungsamt aufgegeben zwei russische Arbeiter aus der Arbeit zu entlassen. Dieser Aufforderung kam er aber nicht nach. Das Schöffengericht verurteilte Riffel deshalb zu 20 Mark Geldstrafe.

                      Polizeiberichtbericht vom 23. Januar 1920

                      Zugelaufen

                      1 Hund mit weißer Brust und weißen Pfoten, abzuholen von Herrn Wilhelm Wölter, Gr. Gasse 7

                      Standesamt – Todesfälle

                      Büchsenmacher a D Gustav Groß 75 J 6 M – Frau Bertha Krause geb Ruth 51 J 8 M – Rau Anna Bott geb Stobsinski 38 J 7 M – Hausbesitzerin Johanna Albrecht 66 J 9 M – Betriebsmeister Otto Schwartz 88 J 8 M – Rentenempfängerin Florentine Walter 65 J ? M – Rentier Eduard Kubart 73 J – Frau Johantke Freimuth geb Zieb?? 26 J 4 M – Witwe Maria Engel geb Penkert fast 68 J – unehelich 1 Sohn
                      Herzliche Grüße von Karin!
                      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                      Kommentar

                      • Karin K
                        Forum-Teilnehmer
                        • 30.03.2013
                        • 236

                        #12
                        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                        Ausgaben 20 und 21

                        020-1920 24.01.1920

                        Lokales

                        Eine Achtzigjährige. Die Kochfrau Wilhelmine Bartel hier, Mutter des hier und über Danzig hinaus bekannten Genossen Adolf Bartel, vollendet bei körperlicher und geistiger Rüstigkeit, ihr 80. Lebensjahr.

                        Gerichtsecke

                        Herr Uhrmacher Max Manthey, der am 14. Juni v. Js. Wegen angeblichen Möbelwuchers zu einer höheren Geldstrafe verurteilt worden war, teilt uns mit, daß die Wiederaufnahme des Verfahrens die völlige Haltlosigkeit der Anklage, die seinerzeit von Herrn Kaufmann Emil Weiß aus Oliva angestrengt worden war, ergeben hat. Die erneute Verhandlung am 16. November v. Js führte zur Freispechung des Herrn Manthey.

                        Hänsel und Gretel im Stadttheater, Oper von Humperdinck – Namen in der Reihenfolge der Nennung

                        Kapellmeister Driesen
                        Max Aschner als Spielordner
                        Ilse Wichgraf (Gretel)
                        Margarethe Fräggemann (Hänsel)
                        Frieda Herder (Mutter)
                        Fritz Bergmann (Vater)
                        Hella Boell (Taumännchen)
                        Alice von der Linden (Knusperhexe)

                        Geschäftsecke

                        Eine neue Fabrik für Terrazzo und Kunststein haben die Gebr. Weiß in Altschottland 7 – 10 in den Räumlichkeiten des alten Kaffee Rößel eröffnet (gekürzt)

                        Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen Ortsgruppe Danzig

                        1. Vorsitzender, Pfarrer Meier
                        2. Vorsitzender, Stadtsekretär Roeber

                        021-1920 26.01.1920

                        Lokales

                        Die Elbinger Schichauwerke geschlossen. (W.T.B) Die Schichauwerke haben heute ihren Betrieb stillgelegt und zwar wegen der positiven Resistenz eines Teiles der Arbeiterschaft.

                        Vorsitzender des Zoppoter Mietervereins. Amtsanwalt Wagner

                        Polizeibericht vom 25 und 26. Januar 1920

                        Gefunden: 1 kleiner goldener Ring mit blauem Stein, abzuholen von Frau Geh. Regierungsrat Schulze, Danzig-Langfuhr, Steffensweg 19

                        Standesamt – Todesfälle

                        Rentiere Johanna Schulz 81 J 3 M – Witwe Berta Lange geb Volkmann 74 J 1 M – S d Schiffers Wilh. Knopke 10 M – Arbeiter Eduard Juraschke ?3J 1 M – T d Zimmermanns Rudolf Zielke 9 M – Witwe Jenny Selofe geb Fall 52 J 9 M – T d Tischlers August Pohl, totgeb. - S d Kaufmanns Marelan Drotzlowski 7 W – T d Arbeiter Johannes Jurczik, totgeb. - Kohlenhändler Hermann Kunz 74 J 10 M – Hausdame Emilie Hausmann 71 J 1 M
                        Herzliche Grüße von Karin!
                        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                        Kommentar

                        • Karin K
                          Forum-Teilnehmer
                          • 30.03.2013
                          • 236

                          #13
                          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                          Nr 22 und 23

                          022-1920 27.01.1920

                          Gerichtsecke

                          „bestrafter“ Schleichhandel. Der Restaurateur Hans Domke in Danzig ließ durch seinen Koch ½ Rind im Schleichhandel kaufen. Angeblich hat er von dem Kauf nichts gewußt. Dies entschuldigte ihn vor dem Schöffengericht aber nicht und er wurde zu 900 Mark Geldstrafe verurteilt.

                          Heimliche Schlachtung. Der Fleischer Friedrich J. In Langfuhr schlachtete im Auftrage des Fleischermeisters Fularczik zwei Rinder und zwar ohne Genehmigung und für den Schleichhandel. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu 300 Mark Geldstrafe. Der eigentliche Täter – hier der Fleischermeister Fularczik – aber bleibt straffrei. O göttliche Gerechtigkeit.

                          Lokales

                          Die Stadtratskandidaten

                          In der heutigen Stadtverordnetenversammlung findet die Neuwahl der unbesoldeten Stadträte statt. Es sind als Kandidaten aufgestellt von
                          der Sozialdemokratischen Partie: Gen. Ragrotzki und Woelk
                          der U.S.P. Gen. Pleitner und Raube,
                          den Deutschnationalen die bisherigen Stadträte Karow und Knochenhauer, sowie Stadtverordneter Direktor Lenz,
                          der Wirtschaftlichen Vereinigung Stadtrat Ernst und Stadtverordneter Verleger Fuchs,
                          den Deutschdemokraten die bisherigen Stadträte Gronau und Neumann,
                          vom Zentrum: Stadtverordneter Weinhändler Fuchs und Gewerkschaftssekretär Krause.

                          Towers Ankunft. Der Ententeverwalter des Freistaates Danzig, Sir Reginald Tower, wird, entgegen der Meldung der „Danziger Neueste Nachrichten“ (aus bestunterichteter Seite!!!), wie ursprünglich vorgesehen, am 4. Februar in Danzig zur Übernahme seines Amtes mit einem Stabe von acht Offizieren und Beamten eintreffen. Für ihn ist eine größere Zimmerflucht im Hotel „Danziger Hof“ bereitgestellt, wo er etwa 14 Tage verbleiben und dann seinen Amtswohnsitz im Oberpräsidium nehmen wird.

                          Polizeibericht vom 27. Januar 1920

                          Gefunden: 1 loser Papiergeldbetrag, abzuholen von Herrn Pfarrer Behrendt, Altschottland 49
                          1 Paket mit Schulbüchern für Walter Chittke, abzuholen von Frau Hulda Pölling, Philippstraße 6
                          1 goldene Halskette mit godenem Medaillon nebst Photographien, abzuholen von Fräulein Margarethe Schulze, Bastion Wolf 8
                          1 kleiner schwarzer Perlenpompadour, enthaltend: Handschuhe, Taschentuch usw., abzuholen von Frau Lydia Lange, Jopengasse 54

                          Standesamt – Todesanzeigen

                          Klempnergeselle Musketier im Inf-Regt. Nr. 862 Hans Bergmann, 22 J 3 M – Arbeiter Johann Heinrichs 56 J 11 M – Frau Anna Hartwig geb Collnick 64 J 7 M – Witwe Henriette Schibowski geb Bolchert 65 J 2 M – Leutnant d. Res. Werner Dammann 26 J 9 M – T d Schmiedemeisters Robert Stanke 15 J 7 M – Frau Rosalie Kirstein geb Dombrowski 46 J 3 M – unehelich 1 Sohn

                          Letzte Nachrichten

                          Bisher 30000 Gefangene heimgekehrt.

                          Paris, 27. Jan. (Havas.) Die Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen vollzieht sich planmäßig. In St. Nazaire sind zwei Schiffe angekommen, um die Kriegsgefangenen aufzunehmen. In St. Mulo soll am 30. Januar ein Dampfer zur Aufnahme von 600 Gefangenen ankommen. 30000 in den befreiten Gebieten internierte Gefangene sind bereits abtransportiert worden. Am 25.Januar haben ungefähr 300 Offiziere den Bahnhof von St. Just mit der Bestimmung nach Worms verlassen.

                          023-1920 28-01-1920

                          Lokales

                          Die Hände an die Hosennaht!

                          Von einem unmöglichen Vorfall erhalten wir Kenntnis:
                          Am 27. Januar, 4,30 Uhr morgens, kam der Hauptmann Braun und der Leutnant Plüskow in Begleitung mehrerer Personen, in stark angetrunkenem Zustand singend und lärmend die Große Gerbergasse hinunter. Mehrmalige Aufforderung eines Bürgerwehrmannes, ruhig zu sein, leisteten sie nicht Folge. Fünf weitere Bürgerwehrleute, die auf das Notsignal herbeigeeilt waren, wurden durch die beiden Krakeeler, trotz nochmaliger Aufforderung, ruhig zu sein, auf gröblichste beschimpft.
                          „Ihr Spartakisten und sozialdemokratischen Schweinehunde – bedreckt die Bürgerwehr – jetzt könnt ihr den Englischen und Polackentanz machen“ u.ä waren die Ausdrücke, mit denen sie ihre Bildung – bedeutenderweise in ihrer Stellung in Erbpacht – dokumentieren. Auch versuchten sie die Bürgerwehrmitglieder mit Spazierstöcken zu mißhandeln und ihnen die Schilder abzureißen.
                          Herr Braun äußerte sich:
                          „Ihr kriegt eins in die Fresse, ich reiße euch die Schilder ab!“
                          Herr Hauptmann Braun drohte eine Kompanie Soldaten alarmieren zu lassen. Während der Feststellung der Personalien erging er sich fortgesetzt in beleidigenden Worten wie
                          „Ihr Pollacken, Schweine, strammstehen mußtet ihr nie!“
                          und noch andere Worte. Nach der Feststellung der Personalien wurden die beiden würdigen Vertreter des Offizierstandes entlassen.
                          Beim Verlassen der Wachtstube versuchte Herr Braun in die gegenüberliegende Polizeiwache einzutreten. Dort wurde er hinausgewiesen. Er kam zu Fall. Braun verließ nicht sogleich das Präsidium, sondern schimpfte und zeterte im Flur weiter. Schließlich führten zwei Mitglieder den betrunkenen Hauptmann Braun hierauf zur Krim-Abteilung; hier beleidigte er den diensthabenden Beamten.
                          Inzwischen rückte Lt. Plüskow mit einer Abteilung Soldaten vom Hagelsberg in Stärke von 80 – 100 Mann in voller Ausrüstung (Stahlhelm, Gewehr, Seitengewehr, Patronentaschen) ins Polizei-Präsidium.
                          Herr Lt. Plüskow war in Zivilkleidern, zog sich aber inzwischen einen Militärmantel über und schnallte das Seitengewehr über. - Er drohte sämtliche Mitglieder der Bürgerwehr verhaften zu wollen, wenn nicht gleich die Leute ausgeliefert würden, die den Hauptmann Braun festgenommen haben. Lt. Plüskow tat dabei die zweifellos vornehme Äußerung, er würde alles zu Klopsfleisch zerhacken. Sein ganzes Benehmen war überhaupt sehr laut und renitent. Ein großer Teil der Soldaten suchte nun in der Wachtstube nach den Mitgliedern der Bürgerwehr und bedrängten sie stark.
                          Sie wurden von den Soldaten schwer mißhandelt.
                          Ein Sergeant äußerte, die Bürgerwehr stände im Dienste der Kaufmannschaft, und hätten keine Berechtigung, Ordnung zu schaffen usw. - Auch erklärten und drohten die Soldaten, am folgenden Abend wieder herkommen zu wollen. Erst als Herr Polizei-Inspektor Wieland auf der Wachtstube erschien, gelang es, den Lt. Plüskow zu beruhigen. - Gegen die beiden Heimathelden ist Strafantrag gestellt worden.
                          So geschehen im Jahre des Heils 1920 zu Danzig an dem Tage, an dem man vor der Novemberwäsche eines gewissen Mannes Geburtstag in ähnlichen „Vergnügungen“ zu feiern pflegte. - Am selben Tage aber fühlte sich im Stadtparlament der Deutschnationale Philipsen berufen, einen Lobgesang auf das „heldenhafte Offizierskorps“ zu singen...

                          Polizeibericht von 27./28. Januar 1920

                          Gefunden 1 Bernsteinkette, abzuholen von Ernst Rokoschinski, Tobiasgasse 16
                          1 goldenes Kettenarmband abzuholen von H. Gutwill, Posadowskaweg 1 L
                          Zugelaufen: 1 gelb-brauner Hund mit Halsband ohne Marke, abzuholen von Bruno Schlacht, Plappergasse 1

                          Standesamt – Todesfälle

                          Invalide Heinrich Hellwig 72 J 4 M – T d Reichswehrmannes Karl Leidecker 12 W – T d Maschinenschlosser Bruno Strauch 16 J 6 M – Witwe Marie Kind geb Schönfeldt 62 J 7 M – T d Sattlers und Tapezierers Ernst Raabe 12 W – S d Schneiders August Rieschke 4 W – Lackierer Friedrich Nickel 47 J 10 M – Witwe Ernestine Wetzling geb Kunarski 67 J – Schneidermeister Peter Jakrzewski 87 J 2 M

                          Anzeige

                          35 neue emaillierte Waschschüsseln verschenke ich an bedürftige Kriegerwitwen. G. Plotzki, Klempnermeister, Schüsseldamm 11
                          Herzliche Grüße von Karin!
                          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                          Kommentar

                          • Uwe
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.08.2008
                            • 1961

                            #14
                            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                            Hallo Karin K,
                            ich lese jeden Tag interessiert "Deine" Ausgaben der Danziger Volksstimme, danke dafür! Ist sehr interessant zu lesen.


                            Herzliche Grüße

                            Uwe
                            Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                            Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                            Kommentar

                            • Heinzhst
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 450

                              #15
                              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                              Hallo Karin, ich möchte mich Uwe anschließen und mich für die Berichte bedanken.

                              Liebe Grüße, Heinz (HST)
                              Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
                              A.G.

                              Kommentar

                              L