Namen in der Danziger Volksstimme 1920

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  • ada.gleisner
    Forum-Teilnehmer
    • 17.02.2008
    • 882

    #16
    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

    Liebe Karin,
    ich finde diese Zeitungsberichte aus einer vergangenen Zeit sehr interessant, sie bringen einem die Vergangenheit sehr nahe. Ich lese sie sehr gern, Gruß von Ada
    Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

    Kommentar

    • Karin K
      Forum-Teilnehmer
      • 30.03.2013
      • 236

      #17
      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

      Danke schön für die Rückmeldung. Ich freue mich jeden Tag auf die "Geschichten aus der Vergangenheit" und stelle sie gerne hier ein.

      Die Ausgaben 24 und 25:

      024-1920 29.01.1920

      Der Sturm auf das Polizeipräsidium

      Man stelle sich einmal vor, im Deutschland Wilhelms II hätten eines Morgens zwei Arbeiter im betrunkenen Zustande auf der Straße randaliert und, als sie von der Schutzmannschaft zur Ruhe gewiesen werden, diese mit Ausdrücken wie „Ihr kaiserlichen Schweinehunde“, „Ihr kriegt eins in die Fresse“, „Wir schmeißen euch die Helme vom Kopf“ beschimpft. Die Folge wäre gewesen, daß man die beiden Skandalmacher zur Wache geschleppt und dort nicht nur ihre Personalien festgestellt, sonder sie gleich in Haft genommen hätte. Vielleicht wären sie auch noch dort durchgebläut worden. Nun denke man aber ferner, was für ein Geschrei das ordnungsliebende Bürgertum erhoben hätte, wenn dann eine Abteilung Arbeiter mit Knüppeln und Revolvern bewaffnet vor das Polizeipräsidium gezogen wäre, um ihre beiden Kameraden zu befreien. Auch wenn letzteres sich heute ereignete, würde wahrscheinlich sofort die ganze bewaffnete Macht in Tätigkeit treten gegen die ungebührlichen Eindringlinge.
      Vorgestern haben sich, wie wir gestern berichteten, im Polizeipräsidium ähnliche Dinge abgespielt. Nur waren es hier keine Arbeiter, die auf der Straße skandaliert hatten, es waren auch keine Arbeiter, die mit Knüppel, Messer und Revolver bewaffnet ins Polizeirevier eindrangen. Es waren vielmehr zwei Offiziere der Reichswehr, die in früher Morgenstunde (wahrscheinlich zur Feier des Geburtstages ihres Wilhelm von Amerongen) auf der Straße skandalierten, und die die Bürgerwehrmänner mit Ausdrücken wie „Ihr Spartakisten“, „Pollacken“ und „sozialdemokratische Schweinehunde“ beschimpften. Das Unglaubliche bei dem Vorfall ist aber, daß ein Leutnant es wagen konnte, an der Spitze einer Soldatenabteilung einzudringen. Darin offenbarte sich wieder die ganze Frechheit und Brutalität des deutschen Militarismus. Er ist auch jetzt noch nicht tot. Wenn er durch den Ausgang des Krieges und durch die Revolution vernichtende Schläge erhalten hatte, so ist er durch den unseligen Bruderkampf in den Reihen des Proletariats, den die Unabhängigen als frisch-fröhlichen Kampf zum Weitertreiben der Revolution für notwendig ansehen, wieder mehr und mehr erstarkt.
      Als in der vorigen Woche der Presse Mitteilung von der Abschiedsparade der Truppen gemacht wurde, hatte einer unserer Mitarbeiter daran glossierende Mitteilungen geknüpft. Darüber war die hiesige konservative Zeitung fast aus dem Häuschen geraten. Auch mancher von uns glaubte in der Abschiedsstunde etwas versöhnlicher gegen den abziehenden Militarismus sein zu können. Aber schnell sind diese Genossen eines anderen gelehrt worden. Wir haben ja erlebt, daß die Abschiedskundgebung zu einer monarchistischen Demonstration benutzt wurde, indem man unter den Klängen von „Heil dir im Siegerkranz“ durch die Straßen marschierte. Der deutsche Militarismus kann eben sein Wesen nicht ändern, bevor nicht aus allen Führerstellen die Leute des monarchistischen Deutschlands verschwunden sind. Wie man selbst hier in dem kleinen Freistaat Danzig etwas Militarismus aufleben lassen möchte, zeigte sich bei den Beratungen über die Errichtung der Sicherheitswehr, wo von Seiten der Offiziere gemeint wurde, daß insbesondere der Bischofsberg und der Hagelsberg von der Sicherheitswehr besetzt werden müßten.
      Nach all diesen Erfahrungen kann es uns Sozialdemokraten niemand verdenken, wenn wir ohne Wehmut den deutschen Militarismus scheiden sehen. Auch uns schmerzt die Losreißung Danzigs vom deutschen Vaterland, und wir sehen durchaus nicht erfreut in die Zukunft, weil wir wissen, daß den deutschen Militarismus ein fremdländischer ablösen wird. Aber wenn sich der deutsche Militarismus in den Tagen des Abschieds von Danzig noch solche frechen Übergriffe zuschulden kommen läßt, dann werden wird wirklich befreit aufatmen, von ihm in Zukunft verschont zu sein.
      In der nächsten Zeit wird sich der Aufbau des Freistaates Danzig vollziehen. Wir haben hier kürzlich ausgeführt, daß er einzigartigen Umständen seine Entstehung verdankt. Aber wenn wir auch einen englischen Oberkommissar und eine Ententebesatzung bekommen, so haben wir doch die Hoffnung, daß wir die Verfassung des neuen Freistaates nach unseren eigenen Wünschen werden formen können. Sorgen wir dann dafür, daß für den Geist des Militarismus im neuen Staat kein Raum mehr ist. Das wird um so mehr geschenen, je mehr sich die Danziger Arbeiterschaft von den Putsch- und Verschwörerphantasien der Unabhängigen lossagt. Nur dann wird es uns gelingen, Reaktion und Militarismus aus dem neuen Danzig fernzuhalten und dieses zu einem wirklichen „Freistaat“ zu machen.

      Lokales

      Ein englisches Kommando. Gestern morgen ist der englische Oberst Hobbs mit fünf Offizieren und etwa zehn Mann, Schneidern und Burschen, hier eingetroffen. Die Mannschaften sind in der Wiebenkaserne untergebracht, die Offiziere dagegen in Bürgerquartieren. Heute wird ein Vorkommando in Danzig eintreffen, bestehend aus zehn Offizieren und etwa hundert Mann. Die Mannschaften werden in der Kaserne der Bastion Roggen einquartiert werden. Wie die „D. Z.“ meldet, soll Danzig nur mit einem englischen und einem französishen Bataillon belegt werden, und zwar soll das englische Bataillon in Danzig und das französische in Neufahrwasser stationiert werden.

      Polizeibericht vom 29. Januar 1920

      Gefunden: 1 schwarze Ledertasche mit 2 Stüllen Brot, abzuholen von Herrn Alois Keister, Birkenallee 13 a

      Aus dem Freistadtbezirk

      Zoppot. Die Stadtverordnetensitzung am 27. Januar leitete Stadtverordnetenvorsteher Förster. Gewählt als unbesoldete Magistratsmitglieder wurden Mansky, Mathieu (Sozd), Dziek, Dt. Donnerberg, Dr Leski und Dr. Wagner (Zusammenfassung)

      025-1920 30.01.1920

      Volksversammlung der heimattreuen Oberschlesier

      Vorsitzender, Seminarleiter Gebauer
      Neu wurden Gütervorsteher Schwarzer, Kaufmann Berliner, Rendant Cießlinski und Architekt Ahrend in den Vorstand gewählt.
      Die Laute spielte die einheimische Elsa Krischen
      Frl. Ahlsdorf als Vortragende
      Frau Kapellmeister Driesen, bisher am Stadttheater in Breslau tätig
      Frau Frankenstein
      Landsmann, Opernsänger und Spielleiter Max Aschner vom Stadttheater

      Polizeibericht vom 30. Januar 1920

      Gefunden: 1 goldenes Pincenez an einer schwarzen Schnur, abzuholen von Herrn Karl Salomon, Michaelsweg 51 a
      Zugelaufen: 1 Hund mit Marke 176/19, abzuholen von Frl. Gertrud Fischer, Ferberweg 7 b

      Standesamt – Todesfälle

      S d Eisenbahn-Arbeiters Friedrich Pieger 21/2 Std – Uhrmachermeister Willy Junker 57 J 4 M – Kontoristin Selma Frankenstein 18 J 6 M – T d Sergeanten Georg Behrendt, totgeb – Kupferschmied Adolf Thiel 35 J 9 M – Maurer Joseph Urowski 58 J 4 M – Witwe Rosalie Hiller geb Hiller 76 J – S d Schuhmachers Gustav Haase 5 M – Rentenempfängerin Marie Pusch, fast 88 J – Rentier Franz Suckau 67 J 5 M – Witwe Marie Schulz geb Barschke 78 J 6 M – S d Arbeiters Willy Wicht 9 W – Rentenempfänger Emil Grentz 68 J 4 M – unehelich 1 T

      Aus dem Freistadtbezirk

      Ohra. In der gestrigen Sitzung der Gemeindevertretung, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Lind, wurden zunächst 5 Gemeindeschöffen gewählt und zwar die Gemeindeverordneten Rewold vom Bürgeverein, Turski vom Zentrum, Brill, Löschkowski und Temp von der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft. (gekürzt)

      Oliva

      Gemeindevertreter-Versammlung. Zu Armenvorstehern wurden gewählt

      Bezirk1 Herr Ficht, Bezirk 2 Herr Senkpiel, Bezirk 3 Fräulein v. Zelewski, Bezirk 4 Herr Raddatz, Bezirk 5 Herr Berschhintzki, Bezirk 6 Genosse Rottka,, Bezirk 7 Genosse Max Ostrowski, Bezirk 8 Frau Gensch, Bezirk 9 Herr Tietze, Bezirk 10 Genosse Ewert, Bezirkt 11 Herr Hilger, Bezirk 12 Herr Kaminski. Die Schöffenwahl ergab folgendes Resultat: Vom Zentrum Rentier Max Erdmann, Baugewerksmeister Edmund Klawikowski; von den Deutschnationalen Rentier Adolf Pfau und Dr. Herbert Kreuzburg, von den Demokraten Rentier Max Stumm und von den Sozialdemokraten Bureauangestellter Kuhn (gekürzt)
      Herzliche Grüße von Karin!
      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

      Kommentar

      • Karin K
        Forum-Teilnehmer
        • 30.03.2013
        • 236

        #18
        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

        Die Ausgaben Nr 26 und 27

        026-1920 31-01-1920

        Der Sturm auf die „Volksstimme“

        Der so erfolgreiche Angriff der Hagelsbergtruppen auf das hiesige Polizeipräsidium hat zu weiteren Heldentaten angespornt. Da bei dem Kampf im Polizeipräsidium 3 Bürgerwehrleute verwundet worden waren, so suchten sich die Marsjünger neue Gegner aus. Und diese glaubte man in den Redakteuren der „Volksstimme“ gefunden zu haben, weil diese über die skandalösen Vorgänge auf dem Polizeipräsidium der Wahrheit gemäß berichtet hatten. So erschienen gestern in unserer Redaktion vier Mann der Reichswehr und verlangten den Genossen Loops zu sprechen. Auf dessen Frage nach ihrem Begehren erklärten sie die beiden Artikel der „Volkstimme“ für „Schwindel“. Das Unteroffizierkorps wäre durch dieselben aufs schwerste beleidigt worden. Sie verlangten aufgezeigt, daß die Redaktion den Berichterstatter über den Vorfall nennen möge, damit man denselben „zur Rechenschaft ziehen könne“. Selbstverständlich wurde von unseren Genossen dieses, gelinde gesagt, dreiste Verlangen zurückgewiesen. Auf die erstaunte Frage unserer Genossen, wo denn in den beiden Artikeln das Unteroffizierkorps beleidigt worden sei, spielten sich die 4 Mann als Verteidiger der Offiziere auf. „Unsere Führer sind beleidigt worden und damit auch wir selbst. Solche Beleidigungen der Offiziere aber können wir nicht ruhig hinnehmen“. Schließlich zogen die 4 „Beleidigten“ ab, nachdem sie sich noch in herabsetzender Weise über die Bürgerwehr geäußert hatten.
        Auch dem unabhängigen Stadtverordneten Rahn wurde von einigen bewaffneten Soldaten ein Besuch abgestattet, die gestern morgen 7 Uhr mit Kolbenstößen an seiner Tür pochten und Einlaß begehrten. Rahn holte gegen die Soldaten polizeilichen Schutz herbei, fand aber bei der Rückkehr die Soldaten nicht mehr vor. Die „Danziger Allgemeine Zeitung“ spricht von einer „Deputation, die die Truppenteile an Herrn Rahn gesandt hätten“. Eigenartige Deputation, die in voller Ausrüstung am frühen Morgen mit Kolbenschlägen Einlaß begehren.
        Das genannte hiesige Junkerblatt nennt unseren Bericht über die Vorgänge am Mittwoch „tendenziös entstellt“ und „sozialistische Übertreibung“. Daß er nur der Wahrheit entspricht, müssen selbst ungewollt die Schwurzeugen der „Allgemeinen“ zugeben. Unser Redaktionsbesuch erklärte, daß „nur“ 40 Mann ins Polizeipräsidium eingedrungen seien. Über die Zahl wollen wir auch gar nicht streiten; daß die beiden Offiziere betrunken waren und auf der Straße lärmten, gibt selbst das Brunzenblatt zu. Allerdings schreibt es rücksichtsvoll, daß die beiden Lärmmacher sich nur in „gehobener Stimmung“ befanden.
        Im Interesse des Ansehens der deutschen Republik hätten wir gewünscht, daß sich der Abschied der deutschen Wehrmacht von Danzig in würdigerer Form vollzogen hätte.

        Die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins

        Genosse Maslow (Kassenwart)
        Wahl des 1 Vorsitzenden, die durch den Fortgang des bisherigen Vorsitzenden von Danzig-Stadt, Genosse Krüger, notwendig wurde. Der durch den Vorstand vorgeschlagene Genosse Fooken (Anton Fooken, Geschäftsführer, Schüsseldamm 53/55, aus Adressbuch Danzig 1920) wurde einstimmig gewählt.
        Bei dem 3. Punkte, Neuwahl des Jugendausschusses, gab Genosse Weber einen kurzen Bericht über die Zusammensetzung und Tätigkeit der früheren Ausschüsse und schlug die Wahl eines neuen vor. Es wurden folgende Genossen gewählt: Weber, Biester, Hackbardt, Prohl, Schneider und die Genossin Springel.
        Hierauf gab Genosse Gehl eine Übersicht über unsere Parteipresse […]
        In die Pressekommission wurden die Genossen Nagrotzki, Müller, Woelk, Kauffmann und Klotzowski gewählt.[...]
        Genosse Behrendt.

        Standesamt – Todesfälle

        Straßenbahnschaffner Franz Cyperski 26 J 3 M – Witwe Martha Schulz geb Grau 54 J 1 M – S d Elektrikers Siegfried Scharschmidt 2 J 5 M – S d Arbeiters Adolf Rydzewski 1 J 7 M – S d Hilfsweichenstellers Heinrich Wassberg 3 M – Unverehelichte Charlotte Gottschau 77 J 4 M – Rentiere Berta von Schulzendorff 90 J 4 M – Sprachlehrerin Ella Perschat 29 J 5 M – Frau Adele Pischowski geb Droß 73 J 9 M – Prokurist Henry Schweitzer 75 J 6 M – S d Laboranten Oskar Malcherczyk 8 Tg – Zugführer Hermann Wrage 54 J 8 M – Unverelichte Alice Adam 19 J – unehelich 1 Sohn, 1 Tochter

        Anzeigen

        Sozialdem. Verein Danzig Stadt
        Am Mittwoch, den 28 Januar verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser Genosse, der Kupferschmied
        Adolf Thiel
        Ehre seinem Andenken
        Die Beerdigung findet am Montag, den 2. Februar von der Leichenhalle des St. Barbara-Friedhofs statt.
        Der Vorstand

        Verband der Kupferschmiede
        Filiale Danzig
        Am 28.1.20 verstarb nach kurzer aber schwerer Krankheit unser treues Vorstandsmitglied und treuer Kollege
        Adolf Thiel
        Mit ihm ist einer der Besten von uns genommen.
        i. A. Der Vorstand

        Am 28.1.20 starb nach kurzem schweren Leiden unser werter Kollege
        Adolf Thiel
        Tief erschüttert stehen wir an der Bahre dieses Kollegen. Sein Andenken wird von uns nie vergessen werden.
        Die Kollege der Kupferschmiedewerkstatt der Danziger Werft
        Die Beerdigung findet am Montag, den 2.2.20 um 3 Uhr nachm von der Leichenhalle des St. Barbara-Friedhofs aus statt

        027-1920 02.02.1920

        Die Auszuliefernden

        Nach einer im „Echo de Paris“ veröffentlichten Liste wird von Frankreich die Auslieferung folgender Personen gefordert:
        Kronprinz Rupprecht von Bayern wegen Departationen in Nordfrankreich, Herzog Albrecht von Württemberg wegen Massakers in Namur, Generaloberst von Kluck wegen Ermordung von Geiseln in Simbis und von Zivilpersonen in Aerschoet, Generalfeldmarschall v. Mackensen wegen Diebstahls, Brandlegungen und Hinrichtungen in Armenien, V. Lancken wegen Ermordung der Miß Cavell und des Kapitäns Fryatt, Admiral v. Capelle wegen Verbrechens durch den U-Bootkrieg, General Liman v. Sanders wegen Massakers in Armenien und Syrien, General Stenger wegen Befehls, keine Gefangenen zu machen, General von Stransky wegen Plünderung bei Ermordung von 105 Zivilpersonen, General v. Terann wegen Hinrichtung von 102 Einwohnern von Arlon, Gebrüder Niemyer im Gefangenlager von Holzminden wegen Grausamkeiten gegen englische Gefangene, Major v. Götz wegen Grausamkeiten im Lager von Magdeburg, Leutnant Rudocker wegen Grausamkeiten Im Lager Ruhleben, General v. Kessel wegen Grausamkeiten im Lager Döberitz, Major v. Bülow wegen Zerstörung von Aerschoet und wegen Erschießung von 150 Zivilpersonen, General von Manteuffel wegen Brandlegung in Loewen.

        Lokales

        Genosse Adolf Bartel
        ist von der Pressekommission und dem Landesvorstand zum Hauptschriftleiter der „Volksstimme“ gewählt worden. Gen. Bartel ist durch seine frühere langjährige Tätigkeit der Danziger Arbeitschaft wohl bekannt. Er war zuletzt leitender Redakteur der „Königsberger Volkszeitung“. (gekürzt)

        Der „Danziger Hof“ verkauft. Das Hotel „Danziger Hof“ ist am Sonnabend von dem bisherigen Besitzer Dr. K. Herbst an Direktor Alex Braune, G m b H. Berlin, für den Preis von 8 Millionen Mark verkauft worden. Dr. Herbst erwarb das Hotel im vorigen Frühjahr von dem Begründer und langjährigen Leiter für 2 ¼ Millionen. Der neue Besitzer ist in Danzig durch die von ihm ins Leben gerufenen und geleiteten Künstlerspiele im Festsaal des „Danziger Hofs“ und die Künstler-Diele in den Nebenräumen bekannt.

        Eine Riesenunterschlagung auf der Reichswerft.
        Auf der Danziger Reichswerft ist der Werftverwaltungssekretarialassistent Oskar Reichel mit 365000 Mark Lohngeldern verschwunden. (gekürzt)

        Generalversammlung des deutschen Bauarbeiterverbandes (Auszüge)
        Den Kassenbericht gab an Stelle des in der Heilanstalt weilenden Kollegen Haß, der Kollege Adam.
        An der Aussprache des Geschäfts- und Kassenberichts beteiligten sich die Kollegen Hartmann, Voß, Koch, Schönholz, Ostrowski, Radetzki, Kohnsch, Hintz und Jasinkski.
        Nunmehr erfolgte die Wahl des Vorstandes. Dieses Mal standen zur Wahl der 1. Vorsitzende, 2. Kassierer und der Schriftführer. Einstimmig wurden die Kollegen Brill als 1. Vorsitzender, Ringe als 2. Kassierer und Bernecker als Schriftführer wiedergewählt. Als Revisoren wurden die Kollegen Kobusch, Dieball und Boll gewählt.
        […] An der folgenden lebhaften Aussprache beteiligten sich die Kollegen Koch, Jasinski, Szelonzeck, Voß, Radetzki, Beuster, Hartmann, Kömmling, Zoch, Gutmeyer, Beyer, Ringe, Orlowski und Kobusch.

        Raubmord!

        Am 26. Januar d. Js wurde die 74 Jahre alte Witwe Adele Pilchowski, geb Droß, verwitwete Petrick in ihrer Hundegasse 76, 1. Treppe, belegenen Wohnung mit dem Kopf in einem Schal am Bettfuß hängend tot aufgefunden. (gekürzt)

        Standesamt – Todesfälle

        Handlungsgehilfe, Musketier im Inf-Regt- Nr 129, Kurt Friedrich Rosien 21 J 6 M – Selterfüller, Unteroffizier im Inf-Regt. 129, Paul Bruno Dirkowski 23 J 11 M – Kriegsinvalide Karl Licy 73 J 5 M – Witwe Anna Rautenberg geb Neumann 75 J 5 M – S d gefallenen Wehrmannes Felix Omnitz 7 J – Witwe Klara Golibersuch, geb Kutzner 78 J 1 M – Invalide Michael Deimre 77 J 1 M – Hospitalistin Maria Schadau 60 J 8 M – Unverehelichte Leonhardia Kraskowski 54 J – Witwe Anna Dulski geb Bonk fast 78 J – Pianistin Elfriede Budzinski 18 J 6 M – Frau Bertha Brothe geb Hildebrandt, 64 J 7 M – S d Schlossers Albert Wichmann 8 M – S d Arbeiters Benno Groth 10 M – S d ??aushelfers Heinrich Rose 6 J 8 M – T d Bäckermeisters Albert Klingenberg 7 Wch – S d Arbeiters Felix Eppe 6 M

        Aus dem Freistadtbezirk

        Ohra. Sämtliche Kleidung und Wäsche wurde der Familie des Tapezierers Doworetzki aus der verschlossenen Wohnung gestohlen. Die Tat geschah in den Abendstunden, als die Bestohlenen an einer Geburtstagsfeier in der Nachbarstraße teilnahmen.
        Herzliche Grüße von Karin!
        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

        Kommentar

        • Karin K
          Forum-Teilnehmer
          • 30.03.2013
          • 236

          #19
          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

          Die Ausgaben 28 und 29

          028-1920 03-02-1920

          Lokales

          Schließung der hiesigen Schichauwerft!
          Am gestrigen Montag, 1 Uhr mittags, ist die Werft von Schichau durch die Direktion geschlossen worden. Seit dem 8 Dezember gab es Lohnverhandlungen die aber gescheitert waren (Zusammenfassung)

          Polizeibericht vom 3. Februar 1920

          Gefunden: 18 russische Wechsel, abzuholen von Herrn Franz Hapka, Birkenallee 7/8
          1 Kissenbezug, abzuholen von Frl Engel, Breitgasse 71 b

          Aus dem Freistadtbezirk

          Zoppot

          Die berechtigtes Aufsehen erregenden Unterschlagungen bei der Zoppoter Gasanstalt, die zur Verhaftung des Assesors Günther führten, beschäftigen jetzt das Zoppoter Amtsgericht. Gegen G. Ist das Verfahren wegen Veruntreuungen eröffnet worden.

          Praust

          Bei der Gemeindeschöffenwahl wurden gewählt: Oberschirrmeister a D Kurt Julius Zube (Mehrheitssoz.), Postschaffner Albert Datschewski (Mehrheitssoz), Baugewerbeassistent (Johannes Schulz (Chritl. Bp.), Werkmeister Karl Schöffenburg (Fr. Wirtsch. Vereinig.).

          029-1920 04-02-1920

          Eugen Sellin +

          Genosse Eugen Sellin ist gestern abend auf der Fahrt nach Berlin im D-Zug plötzlich verschieden.
          Die Danziger und westpreußische Sozialdemokratie hat mit Eugen Sellin einen ihrer bewährtesten Vorkämpfer verloren. An drei Jahrzehnte ist er in Danzig und Westpreußen ein Vorkämpfer für den Sozialismus gewesen
          […] Der Verstorbene hat ein Alter von 56 Jahren erreicht. Er hatte das Zimmererhandwerk gelernt und war später lange als Zimmererpolier tätig. Seit 1914 war er Geschäftsführer der „Allgemeinen Ortskrankenkasse Danziger Niederung“. Von seinen beiden Söhnen schmachtet der eine seit Jahren in russischer Gefangenschaft in Sibirien.
          Genosse Sellin ist wahrscheinlich einem Herzschlag erlegen.(gekürzt)

          65000 Gefangene aus Frankreich heimgekehrt.
          Berlin, 3. Feb. (W.T.B) Die Reichszentrale für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit, daß bis zum 31 Januar rund 65000 Gefangene, darunter über 1000 Offiziere aus französischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt sind.

          Danziger Stadtverordneten-Versammlung
          Carlson am Pranger
          Die Sitzung wird vom Vorsteher Keruth eröffnet. Anwesend sind 54 Stadtverordnete. Käthe Leu ist zum ersten Mal erschienen und wird von dem Bürgermeister Dr. Bail in der herkömmlichen Weise durch Handschlag verpflichtet.
          Vor Eintritt der Tagesordnung stellt Genosse Archynski eine dringliche Anfrage betreffs der Schichau-Angelegenheit.
          Die Anfrage hat folgenden Wortlaut:
          1. Ist dem Magistrat bekannt, daß die Firma F. Schichau am 2. Februar durch Schließung ihrer Werke 2800 Arbeiter fristlos entlassen hat?
          2. Was gedenkt der Magistrat zu tun, um die durch die Massenkündigung entstandene Not zu lindern?
          3. Ist der Magistrat gewillt und bereit, neben der geltenden Arbeitslosenunterstützung Geld und Naturalien an die Arbeitslosen zu überweisen?
          Die beiden sozialistischen Fraktionen unterstützen den Antrag. Widerspruch wird von keiner Seite erhoben. Bürgermeister Dr. Bail erklärt sich bereit, in Vertretung des Oberbürgermeister Sahm, der durch Teilnahme an einer Sitzung augenblicklich verhindert ist, die Anfrage zu beantworten. Bindende Erklärungen kann er jedoch nicht abgeben, da der Magistrat erst am nächsten Tage mit der Sache beschäftigen werde. Nachdem ein Antrag auf Besprechung der Anfrage angenommen worden ist, weist
          Genosse Arczynski
          als Redner unserer Fraktion auf die Bekanntmachung der Schichauwerft an den Anschlagsäulen der Stadt hin, nach der der Betrieb geschlossen und die Arbeiterschaft entlassen ist. Es werde versucht, das Inkrafttreten des Friedensvertrages reaktionären Zwecken dienstbar zu machen. Das Arbeitslosenelend solle noch vergrößert werden. Zu den 6000 Danziger Arbeitslosen kommen noch 2800 hinzu. Weitere 2800 Arbeiter, zum großen Teil mit Weib und Kindern, sollen dem Hunger preisgegeben werden. Als Grund der Entlassung werde Verstoß gegen die Arbeitsordnung angegeben. Seit wann sei das denn ein Grund zur Kündigung der ganzen Belegeschaft. Dadurch werde der Arbeitslosenetat gewaltig belastet. Die Firma Schichau sei in der Lage, die geforderten Löhne zu zahlen, die niedriger sind als die in den anderen Danziger Großbetrieben. Die Arbeiterschaft habe sowohl in den Lohnforderungen als in der Frage der Akkordarbeit weitgehendes Entgegenkommen bewiesen. Die Ansammlungen auf der Werft haben keinen gewalttätigen Charakter gehabt. Es habe kein Grund zur Schließung des Betriebes vorgelegen. Die Opfer dieses frivolen Tuns müssen geschützt werden. Es sei selbstverständlich, daß die Entlassenen die Erwerbslosenunterstützung erhielten, doch noch darüber hinaus müsse für die Gemaßregelten gesorgt werden, da niemand mit den Sätzen der Arbeitslosenunterstützung auskommen könne. Der Oberbürgermeister müsse her eingreifen (Dieser betritt inzwischen den Saal.)
          Gaikowski (Zentr.) bestätigt die Ausführungen des Vorredners. Die Bekanntmachung der Firma Schichau ergebe ein falsches Bild. Es handelt sich nicht um einen Streik, sondern um eine Aussperrung.
          Stadtverordneter Keruth unterbricht den Redner und ersucht ihn, nicht auf die Ursachen der Bewegung einzugehen.
          Die Sozialisten erheben dagegen Widerspruch.
          Gaikowski beantragt, den Entlassenen die Erwerbslosenunterstützung zuzubilligen.
          Mau erklärt, daß die Schließung des Betriebes eine Provokation der Arbeiterschaft sei, die auf ordnungsmäßige, Wege für ihre Forderungen gekämpft habe. Das Verhalten Carlsons schädige die Allgemeinheit. (Zwischenruf: Raus mit ihm nach Schweden.)
          Die Erklärung des Oberbürgermeisters, daß er dem Beschluß der letzten Stadtverordnetenversammlung über die Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung nicht beitreten könne, sei eine Herausforderung der Arbeiterschaft.
          Stadtv. Ritz (Dem.) verurteilt gleichfalls das Verhalten Carlsons. Die Arbeiter haben Entgegenkommen gezeigt, um das Wirtschaftsleben nicht auf das Spiel zu setzen. Die Firma gehe dagegen rücksichtslos und brutal vor.
          Oberbürgermeister Sahm: Die Stadtverordnetenversammlung ist kein Schlichtungsausschuß und kann auf die Gründe für oder gegen nicht eingehen. (Sehr richtig! Bei den Deutschnat.) Er gedenke beiden Parteien seine guten Dienste anzubieten zur Beilegung des Konflikts. Es muß geprüft werden, ob nicht auf Grund der Gewerbeordnung noch Lohn zu beanspruchen ist. Sein ablehnender Standpunkt gegenüber dem Beschluß der letzten Sitzung über die Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung sei keine Provokation der Arbeiterschaft.
          Genosse Grünhagen: Die Angelegenheit ist von außerordentlicher Tragweite. Die Firma hat sich stets über das Allgemeinwohl hinweggesetzt. Auch der Magistrat hat das bei der Ueberlandzentrale erfahren müssen.
          Dr. med. Thun (Zentr.) bemerkt, daß er die Schichauarbeiter seit 30 Jahren behandelte und sie deshalb besser kenne, wie mancher sogenannter Arbeitervertreter. (Er schaut dabei nach den Unabhängigen, die lebhaft gegen die Behauptung protestieren.) Redner teilte unter allgemeiner Aufregung mit, daß schon vor dem Kriege Arbeiter der Firma Schichau, die fest in Arbeit standen, der Armenpflege zur Last fielen, wenn sie mehr als fünf Kinder hatten.
          Der Pole Jedwabski wünscht, daß die Entlassenen vor Not geschützt werden.
          Als Mau noch einmal das Wort ergreift und in bezug auf Carlson von einem Kerl spricht, machen Vorsteher Keruth und Oberbürgermeister Sahm darauf aufmerksam, daß es nicht zulässig ist, sich über Abwesende so zu äußern.
          Dr. Herrmann (Dem.) unterhält sich zunächst mit dem Genossen Grünhagen und Käthe Leu über die Frage, ob der gesamte deutsche Kapitalismus oder einzelner seiner Vertreter zu verurteilen sind. Von der Vermittlung des Oberbürgermeisters verspricht Redner sich wenig nach den Erfahrungen, die Oberbürgermeister Scholz vor sieben Jahren mit der Schichauwerft gemacht habe. Scholz sei brüsk abgewiesen worden.
          Genosse Arezynski weist darauf hin, daß es sich weder um einen Streik noch um eine Aussperrung handelt, sondern um die Schließung des Betriebes. Eine Vermittlung nehmen wir an. Die Sicherheitswehr hat in diesem wirtschaftlichen Kampf nichts zu suchen.
          Fühlbrügge (F.W.D.) vertritt den Standpunkt, daß nur die unschuldig Entlassenen Erwerbslosenunterstützung erhalten sollen.
          Schmidt (U.S.) stellt fest, daß es ein Lehrer und Mitglied der F.W.D ist, der gegen die Arbeiter auftritt.
          Brunzen I stellt sich auf den Standpunkt des Magistrats.
          Dr. Neumann (F.W.D.) ist der Ansicht, daß die Reden der Arbeitervertreter nur Propagandareden sind. Man müsse beide Teile hören, wenn man ein ganzes Bild erhalten will.
          Rahn richtet an den Oberbürgermeister den Wunsch, für Arbeitsgelegenheit zu sorgen. Er erinnert ferner daran, daß noch eine Kriegsverordnung besteht, nach der die Öffnung des Betriebes erzwungen werden kann.
          Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird gegen die Stimmen der Sozialisten, Polen und eines Teils der Demokraten angenommen. (gekürzt)

          Aus dem Freistadtbezirk

          Groß-Zünder

          In der Gemeindevertretersitzung zum 1. d. Mts fand die Wahl des Gemeindevorstandes statt. Es wurden der Wiegemeister und frühere Amts- und Gemeindebetreiber Paul Hellwig zum Gemeindevorsteher, Friseur Robert Michalski zum 1. Schöffen, Hofbesitzer Hugo Behrendt zum 2. Schöffen und Lehrer Georg Konitzer zum stellvertr. Schöffen gewählt.

          Standesamt – Todesfälle

          T d Maschinenschlossers Kurt Caspers, totgeb. - Schneiderin Therese Krohn 65 J 6 M – T d Maschinenschlossers Kurt Golz 8 M – S d Photographen Ernst Marquardt 1 J 2 M – Frau Marie Gohl geb Kaminski 54 J 3 M – Witwe Marie Groß geb Codak 72 J ? M – Frau Justiana Kastella geb Boehmke 68 J 6 M – Witwe Auguste Freudenreich geb Hellwig 72 J 10 M – Rentenempfängerin Marie Nipkow 88 J 8 M – Witwe Pauline Groth geb Schulz 78 J 10 M – Hospitalist Theodor Boeck 76 J 8 M – Bildhauer Hermann Hagedorn 71 J – Frau Marie Steichert geb Bornewski 51 J – Witwe Wilhelmine Sodat geb Reschke 75 J 10 M – Kanzlist Karl Klitzki 51 J 3 M – Frau Hedwig Lietzke geb Schulz 33 J – unehelich 1 Sohn, 2 Töchter

          Anzeigen

          Danksagung
          Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Herren Kollegen, meinen herzlichen Dank.
          Danzig, den 4. Februar 1920
          Emma Thiel
          Herzliche Grüße von Karin!
          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

          Kommentar

          • Karin K
            Forum-Teilnehmer
            • 30.03.2013
            • 236

            #20
            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

            Die Ausgaben 30 und 31

            030-1920 05.02.1920

            Die Auslieferungsnote überreicht

            Dienstag wurde vom französischen Ministerpräsidenten Millerand dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation, Freiherrn von Lersner die Note überreicht, in der die Entente die Auslieferung von 900 Deutschen fordert.
            Obwohl Herr v. Lersner bereits am letzten Sonnabend die ausdrückliche Weisung erhalten hatte, eine derartige Note ohne weiteres an das Auswärtige Amt weiterzuleiten, hat er die Note an Herrn Millerand zurückgesandt mit der Erklärung, daß er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könne, bei der Auslieferung Deutscher mitzuwirken. Herr v. Lersner hat telegraphisch seine Entlassung aus dem Reichsdienst nachgesucht und sofort erhalten.
            Der offizielle Inhalt der Note ist der Berliner Regierung noch nicht bekannt geworden. In den Berliner Blättern wird aber folgender Auszug aus der Liste veröffentlicht:
            Herzog Albrecht von Württemberg, Sixt v. Armin, Prinz Rupprecht von Bayern, vier Herren von Below, darunter Otto v. Below, Graf v. Bernstorff, v. Beseler, v. Bethmann Hollweg, Otto v. Bülow, G. v. Capelle, Graf Carmer, v. Deimling, Deimler, Dschemal Pascha, Enver Pascha, Prinz Ernst von Sachsen, Freiherr v. Fakenhausen, v. Falkenhayn, v. Gallwitz, v. Gebsattel, v. Gemmingen, Alfred von Glasenapp, Graf v. Häseler, v. Hausen, v. Haniel, Großherzog v. Hessen, Generalfeldmarschall v. Hindenburg, Prinz August von Hohenzollern, Prinz Ettel Friedrich von Hohenzollern, Prinz Friedrich von Preußen, v. Ingenohl, v. Kluck, Linsingen, General Ludendorff, Generalfeldmarschall von Mackensen, Herzog von Mecklenburg, v. Moltke, Oberbürgermeister Sahm, Reinhold Scheer, Talaat Pascha, v. Tirpitz, v. Trotha, Tualff v. Tschepe, Graf Waldersee, Zimmermann.

            Standesamt – Todesfälle

            S d Schlossergesellen Bernhard Kramer 1 J 3 M – Pivatiere Merle Rednitz 75 J 9 M – Witwe Marie Riegel geb Makowski 68 J 8 M – Arbeiter Alfres Weigle 26 J 1 M – Bankdirektor Leo Schulz 35 J – Invalide Albert Stach fast 71 J

            Aus dem Freistadtbezirk

            Stutthoff. Am 1. d. Mts fand auch hier die Gemeindevorsteher- und Schöffenwahl statt. Der bisherige Gemeindevorsteher Carl wurde wiedergewählt. Schöffen wurden die Gemeindevertreter Preuß, Schöler, Beker und der bisherige Schöffe Willms.

            Nachruf

            Am Mittwoch, nachts, verstarb unerwartet im Eisenbahnzug auf der Fahrt nach Berlin, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Bruder und Onkel, das Mitglied der Preußischen Landesversammlung
            Kassenrendant
            Eugen Sellin
            an seinem 55. Geburtstage.
            Danzig, den 4. Februar 1920
            Die trauernden Hinterbliebenen
            Tag der Bestattung wird noch bekannt gegeben

            Sozialdemokratischer Verein Danzig-Stadt
            Plötzlich und unerwartet verstarb am Dienstag abend der Mitbegründer und langjähriger Vorsitzende des Vereins
            der Landtagsabgeordnete
            Eugen Sellin.
            Ein unermüdlicher Vorkämpfer und tatkräftiger Mitarbeiter unserer Sache ging mit ihm dahin. Seit 1886 Mitglied der Partei, verkörpern sich in dem Verstorbenen einige Jahrzehnte der Entwickelungsgeschichte der Danziger Arbeiterbewegung. Mit zäher Ausdauer bearbeitet er nicht nur den Boden seiner Vaterstadt, auch in der Provinz hat er in unablässiger Pionierarbeit die ersten Keime der Parteibewegung setzen und pflegen helfen.
            Erst spät hat er die Erfolge seiner jahrzehntelangen Arbeit heranreifen sehen. Als ihm im Januar 1919 das Vertrauen der westpreußischen Wähler das Mandat zur verfassungsgebenden preußischen Landesversammlung übertrug, war er in seiner parlamentarischen Arbeit unermüdlich, um die Interessen seiner Wähler zu vertreten. Auf der Fahrt zur Tagung des Parlaments schloß sein arbeitsreiches Leben.
            Ehre seinem Andenken!
            In seiner Unermüdlichkeit für unsere Sache wird er uns stets ein leuchtendes Vorbild bleiben
            Der Vorstand
            Zeit und Stunde der Beerdigung wird noch bekannt gegeben.

            Plötzlich und unerwartet riß der Tod unseren Kameraden
            Eugen Sellin
            aus unseren Reihen. In 33jähriger ununterbrochener Mitgliedschaft stand er in vorderster Reihe als leuchtendes Beispiel der jüngeren Kameraden
            Wir verlieren in dem Verstorbenen einen der Besten unter uns.
            Zentralverband der Zimmerer
            Zahlstelle Danzig

            031-1920 06.02.1920

            Gerichtsecke

            Preßbeleidigung

            Am 27. August wurde im Reinkestal im Pelonker Walde beim Holzfällen die Frau Jahr aus Langfuhr durch einen polnischen Hilfsgendarm mit einem Karabiner erschossen. „Das freie Volk“ brachte diese Mitteilung. Der Einsender hatte die beiden feldgrauen Hilfsgendarme, von denen die Tat ausging, für Soldaten der Reichswehr angesehen und bezeichnet. Als Überschrift wurde das Stichwort „Mordtat der Noskegarde“ gewählt. Der verantwortliche Redakteur des Blattes, Genosse Bruno Gebauer, wurde vom Schöffengericht wegen Beleidigung der Reichswehr, zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und die Sache kam vor dem Berufungsgericht zur nochmaligen Verhandlung. Genosse Gebauer stellte den Beweis, daß er an diesem Tage von 10 – 2 Uhr im Versorgungsausschuß anwesend war, um seine Rentenansprüche zu regeln. Er habe von der Notiz erst aus der Zeitung Kenntnis erhalten. Die Notiz sei von einem bürgerlichen Sekretär verfaßt und eingereicht worden, der den Täter als Soldaten ansprach und sich insofern irrte. Es sei nicht des Angeklagten Absicht, durch Beleidigungen politisch wirken zu wollen. Der Staatsanwalt beantragte 500 Mark Geldstrafe. Das Urteil lautete wegen fahrlässiger Beleidigung der Reichswehr auf 100 Mark Geldstrafe. Veröffentlichung des Urteils in der „Danziger Zeitung“ und Einziehung der betreffenden Nummer der Zeitung „Das freie Volk“.

            Gefaßter Mehlschieber. Der frühere Mühlenbesitzer, jetzige Gastwirt Gustav Sprengler in Danzig ließ sich mit einem Fuhrwerk 7 Zentner Mehl zubringen. Das Fuhrwerk war mit Holz beladen und hatte darunter das Mehl versteckt. Im Stadtgebiet wurde das Fuhrwerk als verdächtig angehalten, und das Mehl wurde beschlagnahmt. Da der Empfänger Spengler keine Ausfuhrerlaubnis hatte, erfolgte Anklage. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen unerlaubten Ausführens von Mehl aus dem Kommunalverbande zu 150 Mark Geldstrafe und Einziehung des Erlöses.

            Einseitige Justiz?

            Für die am Montag, den 23. Februar, beginnende Schwurgerichtszeit sind folgende Geschworene durch den Landgerichtspräsidenten ausgelost worden: Kaufmann Max Bogdanski in Zoppot, Kaufmann John Axt in Oliva, Diplom-Ingenieur Dr. Fischer in Oliva, Banksyndikus Beck in Zoppot, Architekt Adolf Bielefeldt in Zoppot, Garnison-Oberinspektor Brütz in Oliva, Dachdeckermeister Odor in Ohra, Kaufmann Julius Woelke in Ohra, Kaufmann Karl Fierke in Oliva, Diplom-Ingenieur Werner Krecz in Danzig, Rentier Lindenberg in Zoppot, Kaufmann Leo Neumann in Danzig, Rentier Neheyser in Langfuhr, Eisenbahnsekretär Albert Moritz in Langfuhr, Kunstmaler Wahl in Oliva, Rentier Behrendt in Oliva, Kaufmann Konrad Lück in Danzig, Kaufmann Monfehr in Langfuhr, Rechnungsrat Meisner in Neufahrwasser, Rentier Magnet in Renkau, Fabrikbesitzer Diohl in Ohra, Kaufmann Marneck in Langfuhr, Apotheker Hein in Zoppot, Mittelschullehrer a D. Otto Moritz in Langfuhr, Oberpostassistent Neuber in Danzig, Betriebsmeister Federau in Oliva, Architekt, Maurer- und Zimmermeister Paul in Langfuhr, Fabrikbesitzer Kirschberger in Ohra, Hammerwerksbesitzer Walter Fast in Oliva, Kaufmann Ernst Fast in Oliva. (gekürzt)

            Standesamt – Todesfälle

            Student, Ltn. d. R im Garde-Landw.Fußartill-Batl. Norbert Josef Führer 26 J 8 M – Pensionierte Pfarrer Daniel Uebe 76 J 3 M – Frau Kätze Caspitz geb Schwerpinski 24 J 5 M – T d Arbeiters Paul Piotsowski 2 J 8 M – Witwe Dorothea Ewersbach geb Dirschauer 76 J 8 M – Witwe Wilhelmine Stengel geb Wohlert, fast 85 J – Rentenempfänger Robert Komm, 74 J – T d Schmieds Joseph Kondel 7 J 5 M – T d Schlossers Johann Czestricki 11 M – Arbeiter Friedrich Grabowski fast 54 J – unehelich 1 Sohn, 1 Tochter

            Nachruf

            Arbeitergesangverein „Sängergruß“
            Danzig
            Am Dienstag, den 3. d. Mts, verschied plötzlich infolge Herzschlages unser langjähriger Sangesbruder und Ehrenmitglied
            Eugen Sellin.
            In dem Verstorbenen verlieren wir einen Mitbegründer unseres Vereins und unermüdlichen Förderer des Arbeitergesanges.
            Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten
            Der Vorstand

            Sozialdemokrat. Verein Danzig-Stadt
            Die Beerdigung unseres Genossen, des Landtagsabgeordneten
            Eugen Sellin
            findet am Sonntag, nachmittags 8 Uhr, vom Trauerhause Schichaug. 12 aus statt.
            Die Beisetzung erfolgt auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde.
            Die Parteimitglieder treffen sich ½ 3 Uhr am Hansaplatz. Zahlreiche Beteiligung der Bezirke erwartet.
            Der Vorstand.
            Herzliche Grüße von Karin!
            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

            Kommentar

            • Karin K
              Forum-Teilnehmer
              • 30.03.2013
              • 236

              #21
              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

              Die Ausgabe 32 und 33:

              032-1920 07.02.1920

              Lokales

              Eine Studienreise nach Warschau haben heute unsere Genossen Arezynski, Bohn, Nagrotzki, Bölkner und Woelk angetreten. Die Einladung dazu ist an die genannten Genossen vom polnischen Komitee für Danzig in Warschau ergangen. Sie bezweckt insbesondere das Studien der Arbeiterverhältnisse in Polen, daneben sollen sich unsere Genosse aber gleichzeitig über die Wirtschafts- und Ernährungslage in Polen unterrichten. Die Reise wird voraussichtlich 6 – 8 Tage dauern. Außer unseren Genossen nehmen von Seiten der U.S.P die Genossen Tietkau, Kunze, Plettner, Raube und Schulz ebenfalls teil

              Der Prozeß gegen den Gattenmörder Bruno Thimm aus Ohra, der bekanntlich seine Frau tötete und unter einen Schweinehock vergrub, wird in der ersten Schwurgerichtsperiode beginnen, und zwar ist nicht Anklage auf Mord, sondern nur auf vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge gestellt.

              Gerichtsecke

              Wasser statt Petroleum. Wegen Betruges hatte sich der Arbeiter Bernhard Czefzinski in Danzig vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte mit einem nicht auffindbaren Arbeiter Klein traf in November den Gastwirt Grzenkowitz aus Schlawkau auf dem Hauptbahnhof Danzig und bot letzterem Petroleum zum Kauf an. Da auch dieser Artikel sehr gesucht ist, ging der Gastwirt darauf ein. Am 29.11.1919 wurde er telegraphisch nach Danzig beordert, und in einem Lokal am brausenden Wasser, wurde das Geschäft abgeschlossen. Der Angeklagte verkaufte drei Fässer mit 700 Liter Petroleum für 2800 Mark. Der Angeklagte versicherte noch, daß das Petroleum gut sei und daß er es in seiner Lampe ausprobiert habe. Die Fässer wurden auf das Fuhrwerk geladen und das Geld ausgezahlt, das die beiden Schwindler sich sofort teilten. Zu Hause probierte der Gastwirt das Petroleum und fand, daß es nur den Geruch mit diesem Leuchtstoff gemein hatte und im übrigen lediglich Wasser war. Es brannte auch nicht im geringsten in der Lampe. Der Betrogene fuhr sofort nach Danzig zurück und stellte den Angeklagten zur Rede, doch dieser erwiderte kurz mit der Antwort Götz von Berlichingens. Auch vor Gericht suchte der Angeklagte die Schuld auf Klein zu schieben. Das Gericht ging aber auf diese Dreherei nicht ein, sondern erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und eine Geldstrafe von 1000 Mark wegen Betruges.

              Polizeibericht vom 7. Februar 1920

              Gefunden: 1 grauer Trikothandschuh, abzuholen von Herrn Eduard Rochler, Eigenhausstraße 29
              1 Kindergummischuh, abzuholen von Herrn Martin Manthei, Birkenallee 4, 2 Tr.

              Standesamt – Todesfälle

              Schuhmacher, Kan im Feldart-Regt 403, Eduard Wilhelm Peters, 34 J 2 M – Kaufmann Paulus Frekmann, 46 J 3 M – T d Schuhmachermeisters Stephanus Haftmann 1 J 10 M – Frau Marie Kozubek geb Rimot 29 J 4 M – Frau Margarethe Heinkele geb Lange 34 J 3 M – T d Arbeiters Leo Schwinke 1 Tg – Schmiedegeselle August Jäkel 28 J 9 M

              Aus dem Freistadtbezirk

              Zoppot

              Zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen Polen und den deutschen Stadtverordneten kam es bei der gestrigen Stadtverordnetensitzung, als folgendes Schreiben des Zoppoter Magistrats an den Magistrat Danzig zur Verlesung kam:
              „Das schmachvolle Auslieferungsverlangen unserer Feinde hat auch in Zoppot berechtigte Empörung und Entrüstung ausgelöst. Soweit sich das Verlagen gegen die Person Ihres geehrten Herrn Oberbürgermeisters richtet, bitten wir, diesen Empfindungen noch besonderen Ausdruck geben zu dürfen.
              Herr Oberbürgermeister Sahm hat in seiner kurzen, aber durch Ueberwindung ungewöhnlicher Schwierigkeiten ausgezeichneten Amtszeit sich auch in weitesten Kreisen der Zoppoter Bevölkerung bereits ein außergewöhnliches Maß von Wertschätzung und Vertrauen erworben. Im voraus von der Grundlosigkeit jeder Verdächtigung überzeugt, beglückwünschen wir die Stadt Sanzig zu ihrem Stadtoberhaupt und geben uns der Hoffnung hin, daß Herr Oberbürgermeister Sahm recht lange der Freien Stadt Danzig und damit auch der Stadt Zoppot erhalten bleiben und sie einer glücklichen Zukunft entgegenführen möge.“
              Da die Polen Protest einlegten gegen die Absendung des Schreibens, sie aber in der Minderheit machtlos dagegen waren, legte der Pole Kuhnert seinen Posten als erster Schriftführer des Stadtverordnetenbureaus nieder. An seine Stelle wurde Stadtverordneter Karpinski vom Zentrum gewählt. (gekürzt)

              Elbing

              Bezüglich der stillgelegten Schichauwerke in Elbing hat Oberpräsident Winnig auf Veranlassung des Arbeitsministers vermittelnde Verhandlungen eingeleitet. Nachdem in den letzten Tagen bereits in Elbing die ersten Schritte hierzu getan waren, verhandelte Oberpräsident Winnig in Königsberg am Freitagmorgen mehrere Stunden lang mit den Arbeitgebervertretern, um deren Ansichten über die seitens der Schichauwerke erfolgte Stillegung der Betriebe festzustellen und die Möglichkeit einer direkten Verhandlung zwischen Arbeiterschaft und Arbeitgeber zur Beilegung des Konfliktes zu suchen. Über die Erörterungen wird dem Arbeitsminister berichtet werden. Es steht zu erwarten, daß nunmehr direkte Verhandlungen zwischen der Leitung der Schichauwerke und den Vertretern der Gewerkschaften eingeleitet werden können, in denen über die Möglichkeit einer baldigen Wiederaufnahme der Arbeit bestimmte Abmachungen angestrebt werden sollen.

              Nachruf

              Am Dienstag verstarb plötzlich im Eisenbahnzug auf der Fahrt nach Berlin unser langjähriger Freund und Gewerkschaftsfunktionär
              Eugen Sellin.
              Die Gewerkschaftsbewegung unserer engen Heimat erleidet hierdurch einen schmerzlichen Verlust. Mehr als 30 jährige Tätigkeit in der Gewerkschaftsbewegung haben diesen Namen bekannt gemacht. In Sellin verkörpert sich ein großes Stück der hiesigen Gewerkschaftsgeschichte.
              Ein Mensch von seltener Reinheit, Überzeugung und Arbeitslust, dem die Sache alles und die eigene Person nichts galt, ist in dem Toten dahin gegangen.
              Er war langjähriger Vorsitzender seiner Berufsorganisation, des Zimmererverbandes am Orte, Mitglied des Gesellenausschusses der Bauinnung, Gesellenvertreter bei der Handwerkskammer, Berufsberater für unsere Kriegsverletzten, Beisitzer im Reichsversicherungsamt und Abgeordneter der Landesversammlung für Preußen.
              Das Kartell der zentralorganisierten Gewerkschaften verliert in Sellin einen alten, bewährten Mitarbeiter, auf dessen Rat stets Gewicht gelegt wurde.
              Wir werden sein Andenken in Ehren halten!
              Die Beisetzung erfolgt auf dem Friedhof der frei-religiösen Gemeinde. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Schichaugasse 12, aus satt. Die Gewerkschaftsmitglieder treffen sich um 2 ½ Uhr auf dem Hansaplatz.
              Das Kartell der zentralorg. Gewerkschaften Danzigs.
              i. A.: der Kartellausschuß.

              033-1920 09.02.1920

              Lokales

              Die Reichswehr verabschiedet sich

              Zu den Skandalaffären, die die deutschen Kommißknechte in der letzten Zeit in Danzig heraufbeschworen haben, hat sich ein neuer Fall gesellt. Im Wartesaal 4. Klasse des Hauptbahnhofes entspann sich Sonnabend abend gegen 8 Uhr zwischen etwa 10 Soldaten der Reichswehr (I-R 128) und etwa 100 Zivilpersonen ein Streit, der schließlich zu einer wüsten Schlägerei ausartete. Die Soldaten zogen das Seitengewehr und hieben auf die Zivilisten ein. Hinzueilende Bürgerwehrleute, die einen besonders hart bedrängten Zivilisten nach der Bahnhofswache in Sicherheit bringen wollten, waren gegenüber den nachdringenden Soldaten machtlos. Beim Eintritt in das Wachtzimmer erhielt der Arbeiter Arthur Bekoch einen Stich in die Herzgegend, der den baldigen Tod des Getroffenen zur Folge hatte. Ein Soldat wurde durch Messerstiche erheblich verletzt, so daß er nach dem Garnisonslazarett überführt werden mußte. Durch weitere hinzueilende Soldaten nahm die Schlägerei immer größeren Umfang an. Die Soldaten mußten schließlich das Feld räumen und die Flucht ergreifen. Es wurden ihnen noch einige Schüsse nachgesandt, die jedoch fehlgingen, so daß kein weiteres Opfer gefordert wurde.

              Tödliches Fliegerunglück.

              Am Sonnabend Mittag gegen 12 Uhr verunglückte auf dem Langfuhrer Flugplatz der Chefpilot Willi Wendt, der im Dienste der Danziger Luftreederei stand. Der 23jährige Flieger, der in Langfuhr wohnte und verlobt war, acht im Gegenwart von Bekannten Probeflüge. Zum Schlusse stieg er noch einmal in geringe Höhe von etwa 100 Meter auf. Der Motor war nicht ganz in Ordnung und er kam mit Gas herunter. Er wollte dicht vor der Flugzeughalle landen. Als er auf dem Boden aufstieß, entstand eine Explosion, und im Augenblick entzündete sich das Gas, und das Flugzeug stand in Flammen. In kurzer Zeit war es mit dem Flieger verbrannt. Man fand die Leiche schwarz gebrannt, nackend und in gekrümmter Lage. Ein anwesender Freund des Verunglückten, Dr. med Hartmann, konnte nur noch den Tod feststellen.

              Gerichtsecke

              Eine Strafe? Der Gutsbesitzer Paul Brieskorn in Semlitz fütterte seine Pferde mit Roggen, statt mit Hafer, was zur Anzeige gebracht wurde. Das Schöffengericht verurteilte ihn jetzt wegen Verfütterns von Brotgetreide zu 200 Mark Geldstrafe.
              Solche Strafen stehen in keinem Verhältnis zu dem Verbrechen, daß hier gegen ein ganzes Volk begangen worden ist. Wir leiden Hunger an Brot und Kartoffeln. Kein Korngetreide sollte verfüttert werden. Aus schnöder Gewinnsucht ist hier gegen diese Verordnung verstoßen worden. Der teure Hafer wurde verkauft und dafür das billigere Brotgetreide verfüttert. Der Erfolg solchen Vergehens ist der, daß wir jetzt weniger Brot erhalten.

              Standesamt – Todesfälle

              Frau Johanna Schönke geb Bartnick 76 J – Frau Katharina Strauß geb Penner 68 J 9 M – Verkäuferin Franziska Siegelt 32 J 6 M – Verkäuferin Marie Chmielewski, 39 J 9 M – Kaufmann Paul Rudolph 67 J 8 M – Witwe Mathilde Draws geb Ziemann 74 J 4 M – Schuhmacher Josef Walder 47 J 5 M – Erich Baumgardt 15 J 7 M – T d Reichswehrmannes Karl Zeidecker 8 M – Witwer Rosalie Dodenhoeft geb Foth 69 J 8 M – Lehrer a D Bernhard Ritschmann 67 J 7 M – Ordensschwester Philomenia Protula Smentowski 26 J 9 M – Frau Marie Hinz geb Marquardt 28 J 11 M – Witwe Elise Neubücker geb Ahrens 75 J 8 M – T d Stellmachers Leo Przchlewski 1 J

              Aus dem deutschen Osten

              Schneidemühl. Das Schwurgericht verurteilte am Sonnabend den Eisenbahnattentäter Otto Perleberg, der als Hauptschuldiger mit den Russen Woyczyk und Jaczynski am 20. Januar vorsätzlich das furchtbare Eisenbahnunglück herbeiführte, zum Tode. (gekürzt)

              Nachruf

              Am Freitag den 6. des Monats, verschied plötzlich und unerwartet bei der Entbindung meine liebe Frau, meiner Kinder treusorgende Mutter und Tochter
              Marie Auguste Kozubeck
              geb Nimoth
              im Alter von 29 Jahren, 4 Monaten.
              Dies zeigen im tiefsten Schmerze an
              Die trauernden Hinterbliebenen
              Joseph Kozubeck
              nebst Kinder und Eltern
              Die Beerdigung findet am Mittwoch den 11. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Kath-Kirchenhofes, Halbe Allee, aus statt.

              Sozialdemokr. Verein Danzig-Stadt
              Am Freitag verstarb plötzlich unsere Genossin
              Frau Marie Kozubeck
              Ehre ihrem Andenken!
              Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Febr. Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St-Katharinen-Kirchhofes statt.
              Zahlreiche Beteiligung erwartet
              Der Vorstand

              Amtliche Bekanntmachungen

              Fortdauernde Verstöße gegen die Arbeitsordnung, Eigentumsvergehen in wachsendem Umfange und die allgemeine Disziplinlosigkeit haben zu einer solchen Gefährdung des Betriebes der Danziger Werft (früheren Reichswerft) geführt., daß der Erfolg der in Angriff genommenen Umstellung des Werftbetriebes auf wirtschaftliche Grundlage und produktive Arbeit in frage gestellt ist. Die Vorgänge, die sich am 27. Januar auf der Werft abgespielt und bedauerlicherweise zu Beleidigungen und tätlichen Angriffen auf den Werftleiter Herrn Prof. Noé, geführt haben, haben bewiesen, daß die gegenwärtigen Verhältnisse im Betriebe unhaltbar geworden sind. Unsere Bemühungen, Herrn Prof. Noé, die im Interesse der Aufrechterhaltung der Disziplin erforderliche Genugtuung durch Erklärungen seitens der Arbeiterschaft zu verschaffen, haben leider zu keinem Ziele geführt. Wir sind daher genötigt gewesen, die Werft zu schließen.
              Für die Dauer der Kündigungsfrist wird der Lohn weiter gezahlt. Die Art und Weise, in welcher die Auszahlung erfolgt, wird noch bekanntgemacht werden.
              Bei einer Wiedereröffnung des Betriebes, über die Bekanntmachungen noch ergehen werden, kommen nur solche Arbeiter für die Einstellung in Frage, die sich auf den Boden der Entschließung stellen, welche der Betriebsarbeiterrat der Betriebsversammlung der Arbeiterschaft am 2. Februar des Jahres zur Annahme vorgelegt hat. Die Meldung zur Arbeit auf der Werft wird daher die Erklärung in sich schließen, daß der Arbeitsuchende die einzelnen Vorgänge am 27. Januar, insbesondere die gegen Herrn Prof. Noé gerichteten Beleidigungen und Angriffe auf das Schärfste verurteilt und bedauert.
              Bei der Wiedereröffnung des Werftbetriebes wird unter den sich zur Arbeit meldenden Personen eine besondere Auswahl vorbehalten.
              Arbeiter, die sich innerhalb 3 Tage trotz ergangener Aufforderung zur Aufnahme der Arbeit nicht auf der Werft einfinden, werden nicht wieder eingestellt und verlieren den Anspruch auf Lohnzahlung.
              Danzig, den 7. Februar 1920
              Der Magistrat

              Arbeiter der Danziger Werft (Reichswerft), die unter Anerkennung der für die Wiedereinstellung bekanntgemachten Bedingungen (Bekanntmachung des Magistrats vom 7. Februar) bereit sind, die Arbeit wieder aufzunehmen, werden ersucht, sich schriftlich unter Angabe der Adresse, des Handwerks und der Markennummer unverzüglich bei der Direktion der Danziger Werft zu melden.
              Einberufung der Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt durch schriftlichen Bescheid der Werftleitung
              Danzig, den 9. Februar 1920
              Der Magistrat.
              Herzliche Grüße von Karin!
              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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              • Karin K
                Forum-Teilnehmer
                • 30.03.2013
                • 236

                #22
                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                Die Ausgaben 34 und 35:

                034-1920 10.02.1920

                Gerichtsecke

                Mehl und Kleie verschoben. Auf dem Güterbahnhof in Ohra wurden im Juli etwa 100 Zentner Roggenmehl und 9 Zentner Kleie verschoben. Im Einverständnis mit den Beamten und Arbeitern der Eisenbahn wurde dieses Mehl für 125 Mark den Zentner gekauft und für 1,35 Mark das Pfund im einzelnen weiterverkauft. Der Werfthelfer Paul Wichmann in Ohra führte das Geschäft aus und er hatte sich vor dem Schöffengericht zu verantworten. Das Gericht erkannte dahin, daß der Angeklagte sich einer Höchstpreisüberschreitung schuldig gemacht hat und daß er ferner beschlagnahmtes Mehl ohne Erlaubnis aus dem Kommunalverbande ausgeführt habe. Das Urteil lautete auf 1000 Mark Geldstrafe.

                Polizeibericht vom 10. Januar 1920

                Gefunden: 1 Quittungskarte für Frau Anna Zielke
                1 Päckchen mit Briefpapier; 1 grauer Stoffhandschuh; 1 Buch für Felix Dombrowski, Schwarzes Meer 7
                1 Fahrrad ohne Gummibereifung, abzuholen von Herrn Otto Kettler, Neufahrwasser, Hafenstraße 9

                Standesamt – Todesfälle

                Frau Margarete Lagadoni geb Schmidt 38 J 4 M – T d Schmiedegesellen Karl Schwarz, totgeb. - Witwe Juliane Hildebrandt geb Schmidt 30 J 1 M – Unverehlichte Bertha Mau, 84 J 10 M – Kaufmann Oskar Steppke 41 J 4 M – T d Friseur Leo Kaemmerer 3 W – Blumenbinderin Emma Ander 34 J 3 M – Tischler Johannes Meyer 69 J 9 M – Arbeiter Eduard Jedwinski 61 J 4 M – T d Korbmachers Ernst Lange 6 J 10 M – Schlosser Friedrich Rickel 46 J 10 M – Hafenarbeiter August Stomke 36 J 4 M – Nähterin Frieda Kahl 82 J 3 M – Frau Agathe Preuß geb Preuß 41 J 8 M – unehelich 1 Sohn

                Nachruf

                Am Dienstag, den 3. Februar 1920, verschied plötzlich unser Geschäftsleiter
                Herr Eugen Sellin
                Mitglied der Preuss. Landesversammlung
                Derselbe hat seit Gründung der Krankenkasse mit Umsicht und großer Sachkenntnis die Leitung in Händen gehabt und wir werden ihm stets ein treues Andenken bewahren
                Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse des Kreises Danziger Niederung.

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                Guttempler-Logenhaus
                An der großen Mühle Nr 14
                Donnerstag den 12. Februar, abends 6 ½ Uhr
                Unterhaltungsabend
                veranstaltet von der Vereinigung alkoholgegnerischer Frauen Danzigs
                Geige: Herr Hugo Raschewski
                Deklamation: Frl. Charlotte Rose
                Gesang: Frl. Martha Lenz
                Tanzvorführungen: Frl. Redlin
                Vortrag: Frau Paula Junker über
                „Die Erziehung eines starken Geschlechts im Freistaat Danzig, die Aufgabe der Frauen“
                Der Reinertrag wird dem Danziger Jugendfürsorge-Verband zugeführt.

                035-1920 11.02.1920

                Lokales

                Herrenlose Diebesbeute. Die Arbeiter Willy Feierabend, Kirchenweg 1, und Paul Forstenbacher, Böttchergasse 8, wurden gestern beide mit Paketen angetroffen, in denen sich Wäsche befand. Feierabend wollte die Wäsche am Bahnhof von einem Unbekannten und Forstenbacher von dem Arbeiter Friedrich Partikel, Breitgasse 18, gekauft haben. Wie festgestellt, rührte diese Wäsche aus zwei größeren Einbrüchen Pfefferstadt 43 und 76 her. Die Hehler wurden dem Gericht zugeführt. - Einige Wäschestücke gez. B. M. und M. K., 4 Drillichjacken und 1 goldene Damenkapseluhr sind bisher noch nicht rekognosziert. Etwaige Eigentümer werden ersucht sich bei der Kriminalpolizei zu melden.

                Reginald Towers Ankunft

                Der vorläufige Oberkommissar für den Freistaat Danzig, Reginald Tower, ist heute in Danzig eingetroffen. Er wurde heute vormittag um 10 Uhr am Hauptbahnhof von den Spitzen der hiesigen Behörden und dem englischen General Haiking empfangen. Danach begab er sich nach seinen Wohnräumen im ehemaligen Oberpräsidium.
                Der Empfang Towers bot erneut Gelegenheit, den englischen Militarismus aus der Nähe kennen zu lernen, da zur Begrüßung auch die hiesige englische Besatzung kommandiert worden war. Die Engländer vollführten dasselbe militärische Schauspiel, das wir vom einstigen deutschen Militarismus her kennen: Regimentsmusik und wehende Fahnen, Paradeschritt und Gewehrpräsentierung, schneidige Kommandorufe und Absperrung des Publikums. Alles Dinge von denen der Sieg der Entente über den „deutschen Militarismus“ die Welt erlösen sollte. Ein Danziger Arbeiter hatte sicherlich recht, als er beim Anblick des militärischen Schauspiels erklärte: De send genau so wie unsre, nur dat wie nich verstoahne, wat sie schabbre.

                Polizeibericht vom 11. Februar 1920

                Gefunden: 1 brauner Pelzkragen, abzuholen von Frl. Anna-Marie Hoffmann, Eichenallee 2
                1 Laterne, abzuholen von Frau Zegke, Kollowgasse 9/10
                Zugelaufen: 1 Kaninchen, abzuholen von Herrn Bürgerwehrmann Zielke vom 3. Polizeirevier, Büttelgasse

                Standesamt – Todesfälle

                T d Kriegsinvaliden Karl Klinger 1 J 9 M – Nähterin Bertha Wachholz 62 J 8 M – Frau Johanna Rehse geb Reeschke 28 J 8 M – S d Arbeiters Franz Selinski, totgeb. - Witwe Marie Lietzkau geb Schwerdtfeger 80 J 5 M – T d Seemanns Albert Saworski 7 Std – Witwe Adelheid Banselow geb Berg 90 J 8 M – Witwe Mathilde Blanowski geb Kresin 77 J 3 M – Schiffszimmermann Emil Tetzner 30 J 4 M – S d Anstreichers Johann Grabowski 18 J 11 M – Dienstmädchen Margarete Sabjetzki 49 J 8 M – Schornsteinfeger Edwin Wormuth 32 J 2 M – unehelich 1 Sohn
                Herzliche Grüße von Karin!
                Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                • Karin K
                  Forum-Teilnehmer
                  • 30.03.2013
                  • 236

                  #23
                  AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                  Die Ausgaben 37, 38 und 39:

                  037-1920 13.02.1920

                  Standesamt – Todesfälle

                  Schlosser, Schütze im Res-Inf-Regt 238, Bruno Albert Rosemann 20 J 2 M – S d Bäckermeisters Johannes Birk 14 J 6 M – Frau Auguste Hipp geb Manzey 77 J 6 M – Schiffbauer Anton Schwenzflier 56 J 1 M – Lehrer Bruno Wreike 88 J 4 M – Schuhmachermeister Johann Eggert 68 J 7 M – Unverehelichte Anna Waldow 78 J 5 M – Kaufmann Walter Ketzler 18 J 9 M – S d Kaufmanns Oskar Peters 4 M – Rentenempfänger Hermann Pawlowski 75 J 4 M – Seemann Hermann Beckmann 23 J 1 M – Schmied Emil Grulke 24 J – Invalide Valentin Wiliweck fast 76 J – Frau Therese Uhrheimer geb Salewski 41 J – Frau Margarethe Braun geb Drosdalski 47 J 6 M

                  038-1920 14.02.1920

                  Polizeibericht vom 14. Februar 1920

                  Zugelaufen: 1 großer tigerfarbener Hofhund mit Halsband, abzuholen von Herrn Paul Gumbiewski, Saspe-Schwarzhof

                  Standesamt – Todesfälle

                  S d Maschinenbauers Erich Steveke 9 M – Kindergärtnerin Betty Stange 22 J 9 M – Rentenempfänger Wilhelm Schulz 79 J 1 M – Witwe Maria Rehaag geb Kloschewski 66 J 6 M – Kontorist Walter Lepke 23 J 8 M – Invalide Jakob Liedtke 82 J 8 M – Frau Johanna Rohde geb Schulz 51 J 5 M – Frau Elisabeth Drzibowski geb Dukel fast 77 J – Schneiderin Helene Seeberger 39 J 5 M – Witwe Maria Kantowski geb Schittkowski 79 J 4 M

                  039-1920 16.02.1920

                  Lokales

                  Wie man schiebt.

                  Eine Schiebergesellschaft von 12 Personen hatte sich dieser Tage vor der Strafkammer wegen Urkundenfälschung, Diebstahls und Hehlerei zu verantworten. Es handelte sich um den Diebstahl von 2 Waggons schottischer Heringe im Werte von etwa 100000 Mark. Angeklagt waren der Eisenbahnarbeiter Josef Kuckelkorn, der Eisenbahngehilfe Ludwig Kewitz, der Schlosser Eugen Deutschland, der Gastwirt Ernst Großkreuz, der Monteur Thomas Bernoteck, der Kaufmann Wilhelm Sochs, der Kaufmann Paul Röhr, der Kaufmann Georg Röhr, der Kaufmann Theophil Majewski, der Händler Franz Pallsch, der Handlungsgehilfe Wilhelm Wendel und der Fuhrhalter Franz Drosdowski. Die Straftaten wurden Ende Oktober in Neufahrwasser und Danzig begangen (gekürzt)
                  Herzliche Grüße von Karin!
                  Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                  Kommentar

                  • Karin K
                    Forum-Teilnehmer
                    • 30.03.2013
                    • 236

                    #24
                    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                    Die Ausgaben 40 und 41:

                    040-1920 17.02.1920

                    Lokales

                    Festgenommener Heiratsschwindler. Der Maler Alfred Sakowski, der eine Wohnung in Marschau, eine in Zoppot und eine in Danzig inne hatte, hat seine Ehefrau im November verlassen und sich mit einer Dame aus gutem Hause verheiratet. Nach kaum ¼ jähriger Ehe lernte eine Dame aus Marschau kennen, der er sofort Heiratsanträge machte. Zum Einkauf von Sachen erschwindelte er von dieser Dame 1600 Mark, goldene Ringe und anderes mehr. Durch Zufall kamen die beiden betrogenen Frauen zusammen. Die zweite Ehefrau erstattete bei der Kriminalpolizei Anzeige und gelang es am Sonntag, den Sakowski festzunehmen. Nach Briefen, die man bei ihm fand, hat er Heiratsanträge auch sonst häufig gemacht und anscheinend auch viele Personen durch Schwindeleien betrogen. Etwaige Personen können sich bei der Kriminalpolizei melden.

                    Polizeibericht vom 17. Februar 1920

                    Gefunden: 1 brauner Kinderpelzkragen, abzuholen von Stankowski, Steinschleuse 2 a, 1 Tr.

                    Standesamt – Todesfälle

                    Witwe Elise Meyer geb Siekmann 74 J – Frau Marie Reschke geb Schewe 53 J 4 M – Frau Auguste Kaschmer geb Krause 45 J 8 M – Invalide Johannes Krüger 65 J 8 M – Witwe Albertine Gallenszewski geb Lange 70 J 7 M – Oberfeuerwerker Robert Mehl 35 J – Student, Vizefeldwebel im Infanterie-Regiment Nr 29 Wilhelm Burbach 21 J 10 M – Hausdiener, Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 129, Artur Alexander Hinz 21 J 8 M – Kinderpflegerin Frieda Kleis 23 J 10 M – Frau Id aStellmach geb Tiede 33 J 10 M – Frau Irma Koppelwieser geb Otto 21 J 6 M – Berufsloser Hans Demski 24 J 10 M – Schiffzimmermann Johann Schwilski 71 J 10 M – Handlungsgehilfe Paul Kowalski 29 J 1 M – Witwe Helene Manthei geb Petzel 69 J 10 M – Frau Lina Ebert geb Adameit 40 J 6 M – T d Arbeiters Augustin Maschereck 11 M – T d Briefträgers Konstantin Rogalski 16 J 8 M – Arbeiter Friedrich Reschke 16 J 11 M – Invalide August Rick 70 J 4 M – Schlosser Oskar Lehnau 50 J 9 M – Maschinist Heinrich Zahlmann 76 J 4 M – Frau Wilhelmine Lenser geb Kasischke 55 J 10 M – Arbeiterin Franziska Krause 64 J 7 M – Frau Elma von Graeve geb von Halle, genannt von Lipiatz 62 J 8 M – Emilie Richert 68 J 5 M – Witwe Emma Bordel geb Hildebrandt 44 J 6 M – Witwe Martha Martadam geb Krause 59 J – unehelich 2 Söhne

                    041-1920 18.02.1920

                    Lokales

                    Aus den Gerichtsälen

                    Schwurgericht. Die am 23. Februar 20 beginnende Schwurgerichtszeit dürfte etwa 2 Wochen in Anspruch nehmen. Es kommen voraussichtlich etwa 20 Fälle zur Erledigung. Bis jetzt sind zur Verhandlung folgende Strafsachen angesetzt: am 23. Februar gegen den Kaufmann Bogislaw von Bakowski in Danzig wegen Amtsunterschlagung usw. Am 24 Februar gegen den Schreibergehilfen Bruno Wachowiak, den Glaser Otto Weller, den Arbeiter Albert Hartmann und den Arbeiter Friedrich Umlandt, alle in Haft wegen Meuterei. Dann noch in einer Sache Günther. Am 25. Februar gegen den Fleischer Johannes Karlowska in Danzig wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Am 26. Februar gegen den Arbeiter Albert Waff, in Danzig, den Arbeiter Albert Behling in Neufahrwasser, den Arbeiter Albert Krüger in Neufahrwasser und den Arbeiter August Schmidt in Neufahrwasser wegen Landfriedensbruchs.

                    Zum Bezirksvorsteher für den 2 Stadtbezirk ist an Stelle des Herrn Dannenberg, Herr Klempnermeister Emil Krause, wohnhaft Poggenpfuhl 11, bestellt worden.

                    Polizeibericht vom 18. Februar 1920

                    Gefunden: Brief- und Lebensmittelmarken, abzuholen von Herrn Johann Bielski, Schüsseldamm 2
                    eine 4 Meter lange Feldbahnschiene, abzuholen von Herrn Otto Miotke, Weichselmünde, Segelstraße 3

                    Standesamt – Todesfälle

                    S d Werkmeisters Hans Wolf, 9 J 6 M – S d Oberfeuerwehrmanns Bruno Helanstädt 3 J 5 M – Verkäuferin Margarete Kahl 19 J 10 M – S d Hilfsweichenstellers Heinrich Erdmann 4 W – Schneidermeister Karl Olivier 67 J 6 M – T d Arbeiters Albert Dombrowski 1 J 1 M – S d Kutschers Bernhard Zajewicz 7 M – Unverehelichte Olga Kolczkowski 55 J 3 M – Töpfer August Berger 64 J – Marine-Chefingenieur Felix Kaminski 55 J 5 M – S d Arbeiters Johann Kowalewski 10 J 5 M – Restaurateur Hugo Dombrowski 46 J 1 M
                    Herzliche Grüße von Karin!
                    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                    • Bartels
                      Forum-Teilnehmer
                      • 25.07.2012
                      • 3448

                      #25
                      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                      Danke Karin,

                      tolle Arbeit!!!

                      Wer verliert eine "4 Meter lange Feldbahnschiene"? - Anscheinend wurde schon damals alles geklaut, was fort zu bewegen war - bis zum Hering, dieser gleich waggonweise!
                      Beste Grüsse
                      Rudolf H. Böttcher

                      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                      Familie Zoll, Bohnsack;
                      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                      • Karin K
                        Forum-Teilnehmer
                        • 30.03.2013
                        • 236

                        #26
                        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                        Ja, die Danziger waren nicht alle nur Engel. Mein Favorit ist bislang der "schwangere Pastor".

                        042-1920 19.02.1920

                        Polizeibericht vom 19. Januar 1920

                        Gefunden: 1 rote Brieftasche mit Lebensmittelkarten für Hermann Giesebrecht und Luise Sterl
                        1 Aluminiumschlüssel, abzuholen von Herrn Friedrich Bauer, Tobiasgasse 11

                        Standesamt – Todesfälle

                        Frau Agnes Pawella geb Rebmann 84 J 5 M – Frau Martha Groebke geb Penker 44 J 4 M – T d Vortischlers Albert Gerlach 24 Stunden – Frau Klara Schlawinski geb Fausche, 55 J 11 M – Arbeiter Gustav Geffle 61 J 6 M – T d verstorbenen Nieters Petrus Weick 12 J 10 M – Witwe Luise Frankenstein geb Meck 29 J 9 M – Kaufmann Johannes Gehrmann 51 J 2 M – Frau Hulda Schmerling geb Thun ?? J 1 M – Besitzer Hermann Kotzke 25 J 10 M – S d Buchdruckers Franz Poeltt 5 M – Frau Martha Schlick geb Stelwog 30 J 5 M – Unterwachtmeister Franz Hermanowski 27 J 7 M – Nieter Karl Kebning 57 J 8 M – unehelich 1 Tochter

                        043-1920 20.02.1920

                        Lokales

                        Ein tödlicher Unglücksfall hat sich am Mittwoch beim Holzfällen zugetragen. Der Arbeiter Wladislaus Flosecki, der im Brentauer Walde arbeitete, wurde von einem Baum so schwer verletzt, daß er nach Einlieferung in das Krankenhaus den Verwundungen erlag.

                        Danziger Nachrichten

                        Schichausperre und Danzigs Ausverkauf
                        beherrschten in der Hauptsache die Verhandlungen der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die von 4 bis 9 ¾ Uhr abends dauerten, um von der geheimen Sitzung abgelöst zu werden. Die Aussperrung der Schichauarbeiter brachte ein Antrag der Zentrumsfraktion Gaikowski und Genossen zur Erörterung, der von der Stadt für die Ausgesperrten die Zahlung der Erwerbslosenunterstützung forderte. Stadtrat Dr. Mayer, dessen soziale Einsicht durch die Revolution nicht merklich geändert wurde, lehnte die Pflicht zur Gewährung der Unterstützung ab. Dafür sei auch nicht der Magistrat, sondern ein besonderer Ausschuß zuständig, der die Unterstützungspflicht bereits verneint habe, weil es sich bei dieser Arbeitslosigkeit nicht um eine Folge des Krieges, sondern um Maßnahmen eines wirtschaftlichen Kampfes handele. Diese Verweigerung des Ausschusses sei bei Stimmengleichheit der Gruppen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die Stimme des Vorsitzenden – eben des Stadtrats Dr. Mayer beschlossen worden.a Die Arbeiter könnten den Beschluß noch durch eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde angreifen. Für die Sozialdemokratische Fraktion sprach Genosse Arczynski wiederholt sehr wirksam für den Antrag. Es scheine, als habe der Fürsorgeausschuß samt dem Magistrat einen Bund mit der kapitalistischen Reaktion Carlson-Schichau geschlossen. Es liege zweifellos unverschuldete Arbeitslosigkeit und nicht solche als Folge einer Lohnbewegung vor. Die Firma Schichau habe den Schiedsspruch abgelehnt und habe dann die Arbeiter, weil sie nicht gestreikt hätten, ausgesperrt. Die Beschwerde sei völlig zwecklos, weil sie an den früheren Regierungspräsidenten Förster gerichtet werden müsse, dessen reaktionäre Unbelehrbarkeit gerade genügend bekannt sei. Bekannt sei, daß das Vorgehen Schichaus tiefere Ursachen habe. Die Danziger Arbeitgeber strebten eben die Abschaffung des Achtstundentages an. Stadtverordneter Gaikowski teilte mit, daß der Inhaber der Schichau-Betriebe, Carlson, die industriellen durch ein Rundschreiben zur gemeinsamen Schließung ihrer Betriebe aufgefordert hat! Der Schichau-Ingenieur Schiemann (F.W.B.) behauptete, daß bewaffnete Arbeiterbanden in den Betrieb eindrangen und die Sabotage durch radikale Elemente überhandnahm. Auch bewiesen die aufgestellten Streikposten, daß es sich mindestens jetzt nicht mehr um eine Aussperrung handele. Für die demokratische Fraktion erklärte Stadtv. Siebenfreund, daß sie dem Antrage zwar sympathisch gegenüber stehe, ihm jedoch aus gesetzlichen Gründen nicht zustimmen könne. Schließlich nahm die Versammlung in namentlicher Abstimmung den Antrag mit 33 gegen 26 Stimmen an.
                        Doch wird, wie die „D.Z.“ bereits heute früh mitteilt, die Arbeitslosenunterstützung trotz dieses Beschlusses nicht gezahlt werden, weil die maßgebenden Stellen bei der Ansicht verharren, daß er jeder gesetzlichen Berechtigung entbehrt.
                        Es war während der Verhandlungen über den Schichau-Terror rührend zu sehen, wie sich Herr Rechtsanwalt Neumann von der „F.W.B.“ angestrengt bemühte, unsere Genossen erzieherisch zu beeinflussen. Die „unpolitische“ Höhe seiner geläuterten Einsicht macht ihn leider viel selbstbewußter, als er verantworten kann. Vielleicht berücksichtigt er das in Zukunft doch ein wenig.
                        Der Ausverkauf Danzigs durch die Besatzungstruppen haben wir mehrfach gerügt. Die Fraktionen des Zentrums und der Demokraten und der Wirtschaftlichen Vereinigung hatten gemeinsam beantragt, daß städtische Schutzmaßnahmn gegen diese Ausraubung ergriffen werden sollen. Die „Danziger Neueste Nachrichten“ hatten sich darauf die niedliche Fälschung geleistet, das Verdienst dieses Antrages einzig ihrer „Wirtschaftlichen Vereinigung“ zuzuschreiben. Stadtv. Siebenfreund (Demok.) schilderte als Kaufmann selber eindringlich, in welche Notlage die Kaufleute durch diese Käufe gebracht würden. Er wünschte enges Zusammenarbeiten der Stadt mit Deutschland, das allein durch seine ausgedehnte Industrie der Stadt die mangelnden Waren zu angemessenen Preisen liefern könne. Der Unabhängige Rahn bewies sein berühmtes kaufmännisches Verständnis wieder glänzend durch die Forderung einer eigenen Danziger Währung. Oberbürgermeister Sahm erklärte, das wichtigste Mittel sei die Lieferung von Waren aus Deutschland. Doch könne es leider auch nur das Notwendigste liefern. Es seien bereits Verhandlungen mit Berlin abgeschlossen, die nur noch der Genehmigung des Oberkommissars bedrüften. Es müsse dafür gesorgt werden, daß keine Lebensmittel aus Danzig verschwinden. Er wolle bei Reginald Tower anregen, daß er ein Ausfuhrverbot erläßt, dann aber auch den Sold der fremden Truppen so herabsetzt, wie es der Kaufkraft des Inlandes entspricht. Es empfehle sich eine Kommission, die noch am Sonnabend zur Beratung schleuniger Maßnahmen zusammentreten solle. In diesem Sinne wurde der Antrag dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen.
                        Der polnische Stadtverordnete Rechtsanwalt Brejsch macht einen neuen Vorstoß, um Danzig als polnische Stadt erscheinen zu lassen. Nach seinen Behauptungen hätte sich die städtischen Beamten bei Aufstellung der Wählerlisten als Wahlschieber betätigt, so dafür gesorgt, daß mehr als 3000 polnische Wähler nicht anerkannt worden wären. Der Angriff fiel aber glatt ab. Für den Magistrat konnte, neben Bürgermeister Dr. Bail, besonders Assessor Dr Mayer-Borkhausen mit gutem Material nachweisen, daß die Behauptungen des polnischen Sprechers völlig unbegründet waren. Es gab bei der Debatte noch einen Zusammenstoß, weil der Deutschnationale Dr. Bumcke dem Stadtv. Brejsch recht unliebenswürdig sagte, er sei nicht wert, dem Oberbürgermeister die Schnürsenkel zu binden.
                        Ein Antrag, der „Freien Turnerschaft“ eine Behilfe von 1500 Mark zu bewilligen, wurde angenommen und dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen.

                        Aus den Gerichtssälen

                        Schwurgericht. Für die am Montag beginnende Schwurgerichtszeit sind folgende weitere Strafsachen zur Verhandlung anberaumt worden: Am 27. Februar gegen den Hilfsschaffner Bruno Thimm in Ohra wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Am 28. Februar gegen den Mechaniker Kurt Thiele, ohne festen Wohnsitz, wegen Meuterei. Gegen die frühere Postaushelferin Frau Erika Conrad in Danzig wegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung. Ein Teil der Schwurgerichtssachen wird voraussichtlich an das polnische Gericht abgegeben werden.

                        Aus dem Gefängnis ausgebrochen.
                        Der Arbeiter Friedrich Groth in Langfuhr, der Arbeiter Friedrich Retzke in Danzig und ein flüchtiger Roggenbuck waren im Danziger Zentralgefängnis in Strafhaft. Am 22. Juni entwichen die 3 aus dem Arbeitsblock und es gelang ihnen zum Tore hinaus auf die Straße zu kommen und zu entfliehen. Die beiden ersten Angeklagten hat man wieder ergriffen, und sie standen nun vor der Strafkammer. Im Gefängniswesen haben sie sich Erfahrungen erworben, denn Groth ist 26 mal, Retzke 37 mal vorbestraft. Wegen Meuterei wurden die beiden nunmehr zu je 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

                        Höhere Geldstrafe wegen Geldentwertung. Vor dem Schöffengericht hatte sich der Kaufmann Paul Gröhn in Langfuhr wegen Höchstpreisüberschreitung zu verantworten. Er verkaufte im Oktober Zucker das Pfund für 90 Pf, statt 58 Pf Höchstpreis. Das Gericht erkannte auf 3000 Mark Geldstrafe. Es wurde in der Begründung aufgeführt, daß wegen der Vergehen gegen die Preistreibereiverordnungen empfindliche Strafen verhängt werden müssen, und daß ferner auf die Geldentwertung Rücksicht zu nehmen sei. Das Geld sei entwertet, mithin müßte auch die Strafe entsprechend erhöht werden.

                        Polizeibericht vom 20. Februar 1920

                        Gefunden: 1 Regenschirm mit Krücke, abzuholen von Herrn Polizeiwachtmeister Pathke, Straußgasse 7 a
                        1 photographisches Stativ, abzuholen von Frl Frieda Weiß, Ohra, Bahnplatz 5

                        Standesamt – Todesfälle

                        Stellmacher, Musketier im Inf-Regt 175, Adolf Schröter, 19 J 7 M – Eisenbahnarbeiter, Musketier im Inf-Regt Nr 129, Otto Max Komeczykowski, Alter unbekannt – Frau Grete Czaplinski geb Konkel 83 J – Frau Marie Kiesel geb Kowski 47 J 5 M – T d Arbeiters Julius Grüneberg 3 M – T d Arbeiters August Schulz 14 J 2 M – Student Isaak Monk 18 J 11 M – Bureauhilfsarbeiter Waldemar Siemens 85 J 8 M – S d Arbeiters Karl Hoffmann, 7 W – Sprachlehrerin Albertine Fechoz 67 J 5 M – Frau ?? Kijewski geb Replinski, fast 50 J – Heizer Richard ?? 54 J 10 M – Arbeiter August Sawaski 15 J 6 M – unehelich 1 Tochter
                        Herzliche Grüße von Karin!
                        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                        • jokoda
                          Forum-Teilnehmer
                          • 07.10.2012
                          • 115

                          #27
                          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                          Hallo Karin.
                          Möchte mich auch bei Dir bedanken. Bin mit Namen Koppelwiser,Rick und Dombrowski fündig geworden.
                          Lassen diese Personen sich einordnen?Mal sehen!
                          MfG jokoda

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                          • Ute Marianne
                            Forum-Teilnehmer
                            • 23.11.2010
                            • 1098

                            #28
                            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                            Hallo Jokoda,

                            Du kannst ja versuchen an HAnd der Daten im Standesamt die Urkunden suchen zu lassen .
                            Ich habe damit Erfolg gehabt.

                            Liebe Grüße Ute

                            PS.

                            Ich suche ein Sterbefall Wilhelmine Birkel geb Groß 1918-1920.

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                            • Karin K
                              Forum-Teilnehmer
                              • 30.03.2013
                              • 236

                              #29
                              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                              Das freut mich aber, wenn ich jemandem helfen kann.

                              Liebe Ute, ich werde darauf achten; bei Birkel muss ich an Nudeln denken, daher wird mir der Name nicht entgehen.
                              Herzliche Grüße von Karin!
                              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                              • jokoda
                                Forum-Teilnehmer
                                • 07.10.2012
                                • 115

                                #30
                                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                                Hallo Ute,
                                Bin im Mai in Danzig. Die Liste für das Archiv und Standesamt ist lang.
                                Danke für Deine Reaktion

                                MfG jokoda

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