AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920
Die Ausgaben 80,81,82,83,84 und 86:
080-1920 06.04.1920
Gefunden: 1 loser Darlehnskassenschein, abzuholen von Herrn Kaufmann Kalinski, Englischer Damm 16
1 loser Darlehnskassenschein, abzuholen von Frau Kirschporsti, Strandgasse 13, Türe 19
Standesamt – Todesfälle
Witwe Elvira Pirtz geb Engelmann 75 J 7 M
– Schiffbauer Theophil Kochanowski 40 J 4 M
– Arbeiter Karl Schramowski 26 J 6 M
– Frau Luise Fischer geb Hoffmann 62 J 2 M
– S d Bureauhilfsdieners Gottfried Kuhr 9 J 5 M
– Witwe Minna Schmidt geb Barlasch 71 J 7 M
– T d Maschinenschlossers Erich Drews 2 M – Frau Anna Jepp geb Basener 47 J 11 M
– T d Kaufmannes Paul Jeschke 3 J 4 M
– Witwe Maria Gehrmann geb Henning 54 J 9 M
– Frau Anna Beuster geb Ragge 39 J 5 M
– Arbeitsbursche Paul Merloch 16 J 7 M
– Frau Mathilde Schmidt geb Müller 64 J 6 M
– Deputant Johann Perschowski 45 J 8 M
081-1920 07.04.1920
Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)
Gendarmerie-Wachtmeister Otto Voß 46 J 5 M
– Witwe Marie Krüger geb Radtke 88 J 11 M
– Frau Minna Aschendorff geb Schröder 19 J
– Witwe Johanna Demmler geb Richard 84 J 7 M
082-1920 08.04.1920
Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)
T s Schlossers Wilhelm Behrendt 1 J 5 M
– S d Schlossers Paul Bendig 8 J 6 M
– T d Arbeiters Johann Peschnitzki 2 Wch
– Arbeiter Carl Behrendt 39 J 7 M
-T d Postaushelfers Alexander Strebewski 8 M
– unehelich 1 S
083-1920 09.04.1920
Polizeibericht vom 9. April 1920
Gefunden: 1 Straßenbahnfahrkarte für Karl Becker, Hansaplatz 11
1 Anhänger, abzuholen von Frau Herpen, Jäschkentalerweg 37
1 Bernsteinbrosche in Silberfassung, abzuholen von Frau Martha Johl, Kalkgasse 8 c, 8 Treppe
084-1920 10.04.1920
Standesamt – Todesfälle
Frau Amalie Wiechmann geb Busanke 61 J 2 M
– Arbeiter Joseph Rumscheck 26 J 7 M
– Frau Johanna Abrahamsohn geb Auendt 57 J 2 M
– Rentenempfänger Adolf Münz 68 J 2 M
– Arbeiter Friedrich Waschowski 49 J 5 M
– Arbeiter Artur Behrendt 70 J 10 M
– Kriegsinvalide Otto Moldenhauer 35 J 4 M
– Hofmeister August Buße 57 J 7 M
– S d verstorbenen Bahnarbeiters Leo Grabowski 8 J 11 M
– Dienstmädchen Gertrud Selzig 21 J 10 M
– Arbeiter Franz Klinski 51 J 4 M
– unehelich 1 S, 1 T
086-1920 13.04.1920
Aus den Gerichtssälen
Ein Mordvorhaben nicht angezeigt. Die Witwe Ottilie Kunkel in Langfuhr hatte sich vor der Strafkammer zu verantworten, weil sie davon Kenntnis gehabt haben soll, daß ihr Mann ermordet werden sollte und es unterlassen habe, von diesem Vorhaben der Behörde Anzeige zu machen, damit diese die Ausführung des Mordes verhüten konnte. Wie seinerzeit berichtet worden ist, wurde am 27. November 1919 der Ehemann der Angeklagten, der in Hochstrieß, Brentauerweg 8 wohnhafte Fuhrhalter Kunkel erschossen. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich zunächst auf einen Fahnenschmied Senkbeil, dann auf die Ehefrau Kunkel und schließlich lenkte sie selber den Verdacht auf den Besitzersohn Johann Marschall in Quaschin, der auch der wirkliche Mörder gewesen ist. (gekürzt)
Danziger Nachrichten
Aufklärung des Doppelmordes. Die blutige Untat, die in diesen Tagen Danzigs Interesse, trotz vieler anderer Sorgen, beherrschte, hat bereits ihre Aufklärung gefunden: Die Täter, eine ganze Familie Pusdrowski, die Große Schwalbengasse 20 wohnte, konnten bereits verhaftet werden. Es handelt sich augenscheinlich, wie man von vornherein vermuten mußte, um eine recht dunkle Schieberkatastrophe. Der Mord wurde in der Wohnung der P.s begangen. Die Ermordeten sind als der frühere polnische Bankangestellte Theodor Kobiella aus Alt-Grabau bei Berent und dessen Braut, ein Fräulein Arczyk, Holzmarkt Nr 27/28 festgestellt. Die nachmittag im Armenhause bei Oliva vorgenommene Leichenschau ergab, daß Kobiella durch einen Schuß in den Kopf und seine Braut durch zwei Schüsse in Kopf und Brust getötet worden sind. Als Täter wurden verhaftet der Arbeiter Viktor Pusdrowski und dessen erwachsene Kinder, der Monteur Otto Pusdrowski sowie die Tochter Frieda.
Über die Tat ist bis jetzt folgendes bekannt geworden: in dem Hause Große Schwalbengasse Nr 20 bewohnten der Arbeiter Pusdrowski mit seinen Kindern ein nach dem Hofe hinaus gelegenes Zimmer und darüber im obersten Stockwerke des kleinen Gebäudes ein Schlafzimmer. Die Familie Pusdrowski erfreute sich bei den Hausbewohnern keines besonderen Rufes. Sie stand im Verdacht, von Diebstählen und Schiebergeschäften zu leben. In der Nacht zum Sonnabend zwischen 11 und 12 Uhr vernahm ein in dem Hause wohnende Familie drei dumpfe Schläge. Es fiel ihr, wie auch anderen Hausbewohnern auf, daß in den von den Pusdrowskis bewohnten Räumen die ganze Nacht über viel hin- und hergelaufen wurde. Die Pusdroswkis besaßen einen vierrädrigen Wagen, derselbe in dem die Leichen nach Hochstrieß geschafft wurden. Dieser Wagen wurde morgens zwischen 4 und 5 Uhr von dem Hofe aus, wo er gewöhnlich stand, auf die Straße geschoben. Hierauf hörte man, daß aus der Wohnung der Pusdrowskis mehrere schwere Gegenstände die Treppen hinunter geschleift wurden. Dann luden Otto P und seine Schwester zwei anscheinen Stroh enthaltende Säcke auf den Wagen und fuhren davon. Auf Grund der Mitteilungen der Hausbewohner wurden die drei Pusdrowskis am Montag vormittag verhaftet. Der ermordete Kobiella hatte seit vorigem Herbste bei seiner Schwägerin im Hause Schillgasse Nr 9 gewohnt. Seine Stellung bei der polnischen Bank gab er vor Ostern auf und machte selbstständig Geschäfte mit An- und Verkäufen von Geld. Hierbei scheint er die Bekanntschaft des jungen Pusdrowski und dessen Schwester gemacht zu haben. Man spricht davon, daß er Banknoten im Betrage von weit über 50000 Mark bei sich führte. Dieser Umstand scheint dem Pusdrowski bekannt gewesen zu sein und wurde dem K zum Verhängnis. Kobiella war schon seit mehr als acht Tagen nicht mehr in seiner bisherigen Wohnung erschienen. Wo er sich inzwischen aufgehalten hat, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich jedoch machte er während dieser Zeit die nähere Bekanntschaft der Pusdrowskis. Am Freitag abend, etwa um 8 Uhr, soll er sich in einem bekannten Cafe am Langen Markt aufgehalten haben, in dem solche Geldgeschäfte, wie er sie betrieb, an der Tagesordnung sind.
Die blutige Tat ist so recht ein Spiegelbild der Zustände, die durch ein gewisses Schieber- und Spekulationsgelichter nach der Abreißung von Deutschland in Danzig geschaffen worden sind.
Gegen den jungen Pusdrowski schwebt noch immer der Verdacht, daß er die Dame getötet hat, die im letzten Winter am Fenster ihrer an der Ecke Weiden- und Strandgasse gelegenen Wohnung erschossen worden ist. Dieser Verdacht soll sich inzwischen bis zum Nachweise der hohen Wahrscheinlichkeit verdichtet haben.
Bei der Vernehmung der Verhafteten legte die Nähterin Hedwig Pusdrowski schließlich ein Geständnis ab. Der Ermordete hatte sich mit ihrem Bruder bei Bieberstein getroffen, und da er nicht genügend Geld bei sich hatte, sich erboten, in die Wohnung des P zu kommen. Sie gab ferner an, daß der Mord in ihrer Abwesenheit von ihrem Bruder ausgeführt worden sei. Sie sei nur bei der Wegschaffung der Leichen behilflich gewesen.
Der Bruder, der trotz Vorhalt des Geständnisses seiner Schwester zunächst noch hartnäckig leugnete, wurde dieser gegenübergestellt und bekam, als sie bei dem Geständnis blieb, einen
Ohnmachtsanfall. Nachdem er sich erholt hatte, bequemte auch er sich zum Geständnis, beschuldigte aber seine schwester als Anstifterin, die bei der Tat zugegen war. Nach Entnahme der Brieftasche des Kobiella hätte beide gemeinsam mit dem Verpacken der Leichen begonnen. Nach dem Geständnis liegt ein wohlüberlegter Raubmord vor .
Der Vater der beiden war wegen Verdachts der Mitwisserschaft in Haft genommen, ist aber wegen Mangels an Beweisen entlassen.
Zur Tat ist eine Armeepistole verwandt. Weder diese noch Geld sind trotz mehrmaliger Durchsuchungen gefunden.
Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)
T d Schriftsetzers Hermann Tuphorn 1 J 8 M
– S d Bureauangestellten Albert Knoblauch 10 Min – Klempner Max Otto Krüger 30 J 6 M
– Korbmacher Friedrich Droheim 70 J 1 M
– Witwe Amelie Kohrt geb Krüger 67 J
Die Ausgaben 80,81,82,83,84 und 86:
080-1920 06.04.1920
Gefunden: 1 loser Darlehnskassenschein, abzuholen von Herrn Kaufmann Kalinski, Englischer Damm 16
1 loser Darlehnskassenschein, abzuholen von Frau Kirschporsti, Strandgasse 13, Türe 19
Standesamt – Todesfälle
Witwe Elvira Pirtz geb Engelmann 75 J 7 M
– Schiffbauer Theophil Kochanowski 40 J 4 M
– Arbeiter Karl Schramowski 26 J 6 M
– Frau Luise Fischer geb Hoffmann 62 J 2 M
– S d Bureauhilfsdieners Gottfried Kuhr 9 J 5 M
– Witwe Minna Schmidt geb Barlasch 71 J 7 M
– T d Maschinenschlossers Erich Drews 2 M – Frau Anna Jepp geb Basener 47 J 11 M
– T d Kaufmannes Paul Jeschke 3 J 4 M
– Witwe Maria Gehrmann geb Henning 54 J 9 M
– Frau Anna Beuster geb Ragge 39 J 5 M
– Arbeitsbursche Paul Merloch 16 J 7 M
– Frau Mathilde Schmidt geb Müller 64 J 6 M
– Deputant Johann Perschowski 45 J 8 M
081-1920 07.04.1920
Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)
Gendarmerie-Wachtmeister Otto Voß 46 J 5 M
– Witwe Marie Krüger geb Radtke 88 J 11 M
– Frau Minna Aschendorff geb Schröder 19 J
– Witwe Johanna Demmler geb Richard 84 J 7 M
082-1920 08.04.1920
Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)
T s Schlossers Wilhelm Behrendt 1 J 5 M
– S d Schlossers Paul Bendig 8 J 6 M
– T d Arbeiters Johann Peschnitzki 2 Wch
– Arbeiter Carl Behrendt 39 J 7 M
-T d Postaushelfers Alexander Strebewski 8 M
– unehelich 1 S
083-1920 09.04.1920
Polizeibericht vom 9. April 1920
Gefunden: 1 Straßenbahnfahrkarte für Karl Becker, Hansaplatz 11
1 Anhänger, abzuholen von Frau Herpen, Jäschkentalerweg 37
1 Bernsteinbrosche in Silberfassung, abzuholen von Frau Martha Johl, Kalkgasse 8 c, 8 Treppe
084-1920 10.04.1920
Standesamt – Todesfälle
Frau Amalie Wiechmann geb Busanke 61 J 2 M
– Arbeiter Joseph Rumscheck 26 J 7 M
– Frau Johanna Abrahamsohn geb Auendt 57 J 2 M
– Rentenempfänger Adolf Münz 68 J 2 M
– Arbeiter Friedrich Waschowski 49 J 5 M
– Arbeiter Artur Behrendt 70 J 10 M
– Kriegsinvalide Otto Moldenhauer 35 J 4 M
– Hofmeister August Buße 57 J 7 M
– S d verstorbenen Bahnarbeiters Leo Grabowski 8 J 11 M
– Dienstmädchen Gertrud Selzig 21 J 10 M
– Arbeiter Franz Klinski 51 J 4 M
– unehelich 1 S, 1 T
086-1920 13.04.1920
Aus den Gerichtssälen
Ein Mordvorhaben nicht angezeigt. Die Witwe Ottilie Kunkel in Langfuhr hatte sich vor der Strafkammer zu verantworten, weil sie davon Kenntnis gehabt haben soll, daß ihr Mann ermordet werden sollte und es unterlassen habe, von diesem Vorhaben der Behörde Anzeige zu machen, damit diese die Ausführung des Mordes verhüten konnte. Wie seinerzeit berichtet worden ist, wurde am 27. November 1919 der Ehemann der Angeklagten, der in Hochstrieß, Brentauerweg 8 wohnhafte Fuhrhalter Kunkel erschossen. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich zunächst auf einen Fahnenschmied Senkbeil, dann auf die Ehefrau Kunkel und schließlich lenkte sie selber den Verdacht auf den Besitzersohn Johann Marschall in Quaschin, der auch der wirkliche Mörder gewesen ist. (gekürzt)
Danziger Nachrichten
Aufklärung des Doppelmordes. Die blutige Untat, die in diesen Tagen Danzigs Interesse, trotz vieler anderer Sorgen, beherrschte, hat bereits ihre Aufklärung gefunden: Die Täter, eine ganze Familie Pusdrowski, die Große Schwalbengasse 20 wohnte, konnten bereits verhaftet werden. Es handelt sich augenscheinlich, wie man von vornherein vermuten mußte, um eine recht dunkle Schieberkatastrophe. Der Mord wurde in der Wohnung der P.s begangen. Die Ermordeten sind als der frühere polnische Bankangestellte Theodor Kobiella aus Alt-Grabau bei Berent und dessen Braut, ein Fräulein Arczyk, Holzmarkt Nr 27/28 festgestellt. Die nachmittag im Armenhause bei Oliva vorgenommene Leichenschau ergab, daß Kobiella durch einen Schuß in den Kopf und seine Braut durch zwei Schüsse in Kopf und Brust getötet worden sind. Als Täter wurden verhaftet der Arbeiter Viktor Pusdrowski und dessen erwachsene Kinder, der Monteur Otto Pusdrowski sowie die Tochter Frieda.
Über die Tat ist bis jetzt folgendes bekannt geworden: in dem Hause Große Schwalbengasse Nr 20 bewohnten der Arbeiter Pusdrowski mit seinen Kindern ein nach dem Hofe hinaus gelegenes Zimmer und darüber im obersten Stockwerke des kleinen Gebäudes ein Schlafzimmer. Die Familie Pusdrowski erfreute sich bei den Hausbewohnern keines besonderen Rufes. Sie stand im Verdacht, von Diebstählen und Schiebergeschäften zu leben. In der Nacht zum Sonnabend zwischen 11 und 12 Uhr vernahm ein in dem Hause wohnende Familie drei dumpfe Schläge. Es fiel ihr, wie auch anderen Hausbewohnern auf, daß in den von den Pusdrowskis bewohnten Räumen die ganze Nacht über viel hin- und hergelaufen wurde. Die Pusdroswkis besaßen einen vierrädrigen Wagen, derselbe in dem die Leichen nach Hochstrieß geschafft wurden. Dieser Wagen wurde morgens zwischen 4 und 5 Uhr von dem Hofe aus, wo er gewöhnlich stand, auf die Straße geschoben. Hierauf hörte man, daß aus der Wohnung der Pusdrowskis mehrere schwere Gegenstände die Treppen hinunter geschleift wurden. Dann luden Otto P und seine Schwester zwei anscheinen Stroh enthaltende Säcke auf den Wagen und fuhren davon. Auf Grund der Mitteilungen der Hausbewohner wurden die drei Pusdrowskis am Montag vormittag verhaftet. Der ermordete Kobiella hatte seit vorigem Herbste bei seiner Schwägerin im Hause Schillgasse Nr 9 gewohnt. Seine Stellung bei der polnischen Bank gab er vor Ostern auf und machte selbstständig Geschäfte mit An- und Verkäufen von Geld. Hierbei scheint er die Bekanntschaft des jungen Pusdrowski und dessen Schwester gemacht zu haben. Man spricht davon, daß er Banknoten im Betrage von weit über 50000 Mark bei sich führte. Dieser Umstand scheint dem Pusdrowski bekannt gewesen zu sein und wurde dem K zum Verhängnis. Kobiella war schon seit mehr als acht Tagen nicht mehr in seiner bisherigen Wohnung erschienen. Wo er sich inzwischen aufgehalten hat, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich jedoch machte er während dieser Zeit die nähere Bekanntschaft der Pusdrowskis. Am Freitag abend, etwa um 8 Uhr, soll er sich in einem bekannten Cafe am Langen Markt aufgehalten haben, in dem solche Geldgeschäfte, wie er sie betrieb, an der Tagesordnung sind.
Die blutige Tat ist so recht ein Spiegelbild der Zustände, die durch ein gewisses Schieber- und Spekulationsgelichter nach der Abreißung von Deutschland in Danzig geschaffen worden sind.
Gegen den jungen Pusdrowski schwebt noch immer der Verdacht, daß er die Dame getötet hat, die im letzten Winter am Fenster ihrer an der Ecke Weiden- und Strandgasse gelegenen Wohnung erschossen worden ist. Dieser Verdacht soll sich inzwischen bis zum Nachweise der hohen Wahrscheinlichkeit verdichtet haben.
Bei der Vernehmung der Verhafteten legte die Nähterin Hedwig Pusdrowski schließlich ein Geständnis ab. Der Ermordete hatte sich mit ihrem Bruder bei Bieberstein getroffen, und da er nicht genügend Geld bei sich hatte, sich erboten, in die Wohnung des P zu kommen. Sie gab ferner an, daß der Mord in ihrer Abwesenheit von ihrem Bruder ausgeführt worden sei. Sie sei nur bei der Wegschaffung der Leichen behilflich gewesen.
Der Bruder, der trotz Vorhalt des Geständnisses seiner Schwester zunächst noch hartnäckig leugnete, wurde dieser gegenübergestellt und bekam, als sie bei dem Geständnis blieb, einen
Ohnmachtsanfall. Nachdem er sich erholt hatte, bequemte auch er sich zum Geständnis, beschuldigte aber seine schwester als Anstifterin, die bei der Tat zugegen war. Nach Entnahme der Brieftasche des Kobiella hätte beide gemeinsam mit dem Verpacken der Leichen begonnen. Nach dem Geständnis liegt ein wohlüberlegter Raubmord vor .
Der Vater der beiden war wegen Verdachts der Mitwisserschaft in Haft genommen, ist aber wegen Mangels an Beweisen entlassen.
Zur Tat ist eine Armeepistole verwandt. Weder diese noch Geld sind trotz mehrmaliger Durchsuchungen gefunden.
Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)
T d Schriftsetzers Hermann Tuphorn 1 J 8 M
– S d Bureauangestellten Albert Knoblauch 10 Min – Klempner Max Otto Krüger 30 J 6 M
– Korbmacher Friedrich Droheim 70 J 1 M
– Witwe Amelie Kohrt geb Krüger 67 J
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