Namen in der Danziger Volksstimme 1920

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  • Karin K
    Forum-Teilnehmer
    • 30.03.2013
    • 236

    #61
    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

    Die Ausgaben 80,81,82,83,84 und 86:

    080-1920 06.04.1920

    Gefunden: 1 loser Darlehnskassenschein, abzuholen von Herrn Kaufmann Kalinski, Englischer Damm 16
    1 loser Darlehnskassenschein, abzuholen von Frau Kirschporsti, Strandgasse 13, Türe 19

    Standesamt – Todesfälle

    Witwe Elvira Pirtz geb Engelmann 75 J 7 M
    – Schiffbauer Theophil Kochanowski 40 J 4 M
    – Arbeiter Karl Schramowski 26 J 6 M
    – Frau Luise Fischer geb Hoffmann 62 J 2 M
    – S d Bureauhilfsdieners Gottfried Kuhr 9 J 5 M
    – Witwe Minna Schmidt geb Barlasch 71 J 7 M
    – T d Maschinenschlossers Erich Drews 2 M – Frau Anna Jepp geb Basener 47 J 11 M
    – T d Kaufmannes Paul Jeschke 3 J 4 M
    – Witwe Maria Gehrmann geb Henning 54 J 9 M
    – Frau Anna Beuster geb Ragge 39 J 5 M
    – Arbeitsbursche Paul Merloch 16 J 7 M
    – Frau Mathilde Schmidt geb Müller 64 J 6 M
    – Deputant Johann Perschowski 45 J 8 M

    081-1920 07.04.1920

    Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

    Gendarmerie-Wachtmeister Otto Voß 46 J 5 M
    – Witwe Marie Krüger geb Radtke 88 J 11 M
    – Frau Minna Aschendorff geb Schröder 19 J
    – Witwe Johanna Demmler geb Richard 84 J 7 M

    082-1920 08.04.1920

    Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

    T s Schlossers Wilhelm Behrendt 1 J 5 M
    – S d Schlossers Paul Bendig 8 J 6 M
    – T d Arbeiters Johann Peschnitzki 2 Wch
    – Arbeiter Carl Behrendt 39 J 7 M
    -T d Postaushelfers Alexander Strebewski 8 M
    – unehelich 1 S

    083-1920 09.04.1920

    Polizeibericht vom 9. April 1920

    Gefunden: 1 Straßenbahnfahrkarte für Karl Becker, Hansaplatz 11
    1 Anhänger, abzuholen von Frau Herpen, Jäschkentalerweg 37
    1 Bernsteinbrosche in Silberfassung, abzuholen von Frau Martha Johl, Kalkgasse 8 c, 8 Treppe

    084-1920 10.04.1920

    Standesamt – Todesfälle

    Frau Amalie Wiechmann geb Busanke 61 J 2 M
    – Arbeiter Joseph Rumscheck 26 J 7 M
    – Frau Johanna Abrahamsohn geb Auendt 57 J 2 M
    – Rentenempfänger Adolf Münz 68 J 2 M
    – Arbeiter Friedrich Waschowski 49 J 5 M
    – Arbeiter Artur Behrendt 70 J 10 M
    – Kriegsinvalide Otto Moldenhauer 35 J 4 M
    – Hofmeister August Buße 57 J 7 M
    – S d verstorbenen Bahnarbeiters Leo Grabowski 8 J 11 M
    – Dienstmädchen Gertrud Selzig 21 J 10 M
    – Arbeiter Franz Klinski 51 J 4 M
    – unehelich 1 S, 1 T

    086-1920 13.04.1920

    Aus den Gerichtssälen

    Ein Mordvorhaben nicht angezeigt. Die Witwe Ottilie Kunkel in Langfuhr hatte sich vor der Strafkammer zu verantworten, weil sie davon Kenntnis gehabt haben soll, daß ihr Mann ermordet werden sollte und es unterlassen habe, von diesem Vorhaben der Behörde Anzeige zu machen, damit diese die Ausführung des Mordes verhüten konnte. Wie seinerzeit berichtet worden ist, wurde am 27. November 1919 der Ehemann der Angeklagten, der in Hochstrieß, Brentauerweg 8 wohnhafte Fuhrhalter Kunkel erschossen. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich zunächst auf einen Fahnenschmied Senkbeil, dann auf die Ehefrau Kunkel und schließlich lenkte sie selber den Verdacht auf den Besitzersohn Johann Marschall in Quaschin, der auch der wirkliche Mörder gewesen ist. (gekürzt)

    Danziger Nachrichten

    Aufklärung des Doppelmordes. Die blutige Untat, die in diesen Tagen Danzigs Interesse, trotz vieler anderer Sorgen, beherrschte, hat bereits ihre Aufklärung gefunden: Die Täter, eine ganze Familie Pusdrowski, die Große Schwalbengasse 20 wohnte, konnten bereits verhaftet werden. Es handelt sich augenscheinlich, wie man von vornherein vermuten mußte, um eine recht dunkle Schieberkatastrophe. Der Mord wurde in der Wohnung der P.s begangen. Die Ermordeten sind als der frühere polnische Bankangestellte Theodor Kobiella aus Alt-Grabau bei Berent und dessen Braut, ein Fräulein Arczyk, Holzmarkt Nr 27/28 festgestellt. Die nachmittag im Armenhause bei Oliva vorgenommene Leichenschau ergab, daß Kobiella durch einen Schuß in den Kopf und seine Braut durch zwei Schüsse in Kopf und Brust getötet worden sind. Als Täter wurden verhaftet der Arbeiter Viktor Pusdrowski und dessen erwachsene Kinder, der Monteur Otto Pusdrowski sowie die Tochter Frieda.
    Über die Tat ist bis jetzt folgendes bekannt geworden: in dem Hause Große Schwalbengasse Nr 20 bewohnten der Arbeiter Pusdrowski mit seinen Kindern ein nach dem Hofe hinaus gelegenes Zimmer und darüber im obersten Stockwerke des kleinen Gebäudes ein Schlafzimmer. Die Familie Pusdrowski erfreute sich bei den Hausbewohnern keines besonderen Rufes. Sie stand im Verdacht, von Diebstählen und Schiebergeschäften zu leben. In der Nacht zum Sonnabend zwischen 11 und 12 Uhr vernahm ein in dem Hause wohnende Familie drei dumpfe Schläge. Es fiel ihr, wie auch anderen Hausbewohnern auf, daß in den von den Pusdrowskis bewohnten Räumen die ganze Nacht über viel hin- und hergelaufen wurde. Die Pusdroswkis besaßen einen vierrädrigen Wagen, derselbe in dem die Leichen nach Hochstrieß geschafft wurden. Dieser Wagen wurde morgens zwischen 4 und 5 Uhr von dem Hofe aus, wo er gewöhnlich stand, auf die Straße geschoben. Hierauf hörte man, daß aus der Wohnung der Pusdrowskis mehrere schwere Gegenstände die Treppen hinunter geschleift wurden. Dann luden Otto P und seine Schwester zwei anscheinen Stroh enthaltende Säcke auf den Wagen und fuhren davon. Auf Grund der Mitteilungen der Hausbewohner wurden die drei Pusdrowskis am Montag vormittag verhaftet. Der ermordete Kobiella hatte seit vorigem Herbste bei seiner Schwägerin im Hause Schillgasse Nr 9 gewohnt. Seine Stellung bei der polnischen Bank gab er vor Ostern auf und machte selbstständig Geschäfte mit An- und Verkäufen von Geld. Hierbei scheint er die Bekanntschaft des jungen Pusdrowski und dessen Schwester gemacht zu haben. Man spricht davon, daß er Banknoten im Betrage von weit über 50000 Mark bei sich führte. Dieser Umstand scheint dem Pusdrowski bekannt gewesen zu sein und wurde dem K zum Verhängnis. Kobiella war schon seit mehr als acht Tagen nicht mehr in seiner bisherigen Wohnung erschienen. Wo er sich inzwischen aufgehalten hat, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich jedoch machte er während dieser Zeit die nähere Bekanntschaft der Pusdrowskis. Am Freitag abend, etwa um 8 Uhr, soll er sich in einem bekannten Cafe am Langen Markt aufgehalten haben, in dem solche Geldgeschäfte, wie er sie betrieb, an der Tagesordnung sind.
    Die blutige Tat ist so recht ein Spiegelbild der Zustände, die durch ein gewisses Schieber- und Spekulationsgelichter nach der Abreißung von Deutschland in Danzig geschaffen worden sind.
    Gegen den jungen Pusdrowski schwebt noch immer der Verdacht, daß er die Dame getötet hat, die im letzten Winter am Fenster ihrer an der Ecke Weiden- und Strandgasse gelegenen Wohnung erschossen worden ist. Dieser Verdacht soll sich inzwischen bis zum Nachweise der hohen Wahrscheinlichkeit verdichtet haben.
    Bei der Vernehmung der Verhafteten legte die Nähterin Hedwig Pusdrowski schließlich ein Geständnis ab. Der Ermordete hatte sich mit ihrem Bruder bei Bieberstein getroffen, und da er nicht genügend Geld bei sich hatte, sich erboten, in die Wohnung des P zu kommen. Sie gab ferner an, daß der Mord in ihrer Abwesenheit von ihrem Bruder ausgeführt worden sei. Sie sei nur bei der Wegschaffung der Leichen behilflich gewesen.
    Der Bruder, der trotz Vorhalt des Geständnisses seiner Schwester zunächst noch hartnäckig leugnete, wurde dieser gegenübergestellt und bekam, als sie bei dem Geständnis blieb, einen
    Ohnmachtsanfall. Nachdem er sich erholt hatte, bequemte auch er sich zum Geständnis, beschuldigte aber seine schwester als Anstifterin, die bei der Tat zugegen war. Nach Entnahme der Brieftasche des Kobiella hätte beide gemeinsam mit dem Verpacken der Leichen begonnen. Nach dem Geständnis liegt ein wohlüberlegter Raubmord vor .
    Der Vater der beiden war wegen Verdachts der Mitwisserschaft in Haft genommen, ist aber wegen Mangels an Beweisen entlassen.
    Zur Tat ist eine Armeepistole verwandt. Weder diese noch Geld sind trotz mehrmaliger Durchsuchungen gefunden.

    Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

    T d Schriftsetzers Hermann Tuphorn 1 J 8 M
    – S d Bureauangestellten Albert Knoblauch 10 Min – Klempner Max Otto Krüger 30 J 6 M
    – Korbmacher Friedrich Droheim 70 J 1 M
    – Witwe Amelie Kohrt geb Krüger 67 J
    Herzliche Grüße von Karin!
    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

    Kommentar

    • Bartels
      Forum-Teilnehmer
      • 25.07.2012
      • 3448

      #62
      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

      Hallo Karin,

      Dir auch vielen Dank für die Mühe und
      ein Fleißkärtchen für die Gerichtsberichte aus Danzig!

      Herzliche Grüsse
      Rudolf H. Böttcher
      Beste Grüsse
      Rudolf H. Böttcher

      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
      Familie Zoll, Bohnsack;
      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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      • Stejuhn
        Forum-Teilnehmer
        • 09.08.2011
        • 1023

        #63
        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

        Hallo Karin,

        vielen Dank für die große Mühe die Du Dir jeden Tag machst.
        Ich bin jeden Tag neugierig und lese alles genauestens durch. So hoffe ich auch etwas unter Standesamt/Todesfälle über meine Familie zu erfahren.

        Viele Grüße Sigrid
        Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
        Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

        Kommentar

        • Karin K
          Forum-Teilnehmer
          • 30.03.2013
          • 236

          #64
          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

          Die Ausgaben 87 und 88:

          087-1920 14.04.1920

          Polizeibericht vom 14. April 1920

          Gefunden: 1 Perlenpompadour mit Portemonnaie und Taschentuch, abzuholen von Herrn Max Wientz, Piwkostraße 20
          1 Halskette mit dunkelroten Glasperlen, abzuholen von Herrn Stadtsekretär Arndt, Jäschkentalerweg 4
          1 goldenes Medaillon mit Monogramm, abzuholen von Herrn Otis Felix, Faulgraben 8
          1 Faß mit gemahlenem Kaffee, abzuholen von Herrn Zollaufseher Reinhardt, Albrechtstraße 21

          088-1920 15.04.1920

          Danziger Nachrichten

          Tödlicher Unglücksfall. Auf dem englischen Dampfer Pasatia wurde der bei der Entlöschung tätige Arbeiter Theophil Schultenberg, Oliva, Zoppoter Straße 71, von einer Schlinge mit in die Höhe gerissen und gegen die Luke geschleudert. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Der herbeigerufene Arzt konnte nur den bereits eingetretenen Tod feststellen.

          Eine Einbrecherjagd über Dächer gab es am Montag mittag am Katharinen-Kirchensteig. Sie führte zur Festnahme des Diebes. Gegen 11 Uhr vormittags war bei dem Kaufmann Fricke, Pfefferstadt 52, eingebrochen worden, wobei der Verbrecher, der Maschinist und ehemalige Angehörige des Arbeiterrats des Instandsetzungsamtes Ferdinand Trybull aus Schidlitz, als er seine Beute zusammenpacken wollte, von Frau Fricke gehört wurde. Er entfloh und wurde von dem Polizeiwachtmeister Fritz bis zum Katharinen-Kirchensteig verfolgt, wo er im Hause 13/14 hochlief, um über die Dächer zu entkommen. Mit Hilfe des Polizeiwachtmeisters Popp II gelang es jedoch, auf dem nächsten Hause seiner habhaft zu werden. Als man sich ihm näherte, faßte er in die Tasche, so daß man annehmen mußte, daß er sich mit dem Revolver verteidigen würde. Bei seiner Festnahme trug der Arbeiter eine Säbelverletzung an der linken Hand davon. Trybull, der vorbestraft ist, ist bereits dem Gerichtsgefängnis zugeführt worden. Er behauptet, daß bei dem Einbruch noch zwei andere, ihm angeblich unbekannte Männer beteiligt gewesen seien.

          Polizeibericht vom 15. April 1920

          Gefunden: 1 Haarpfeil, abzuholen von Herrn Amtsgerichtssekretär Richter, Werftgasse 1 c I

          Standesamt – Todesfälle

          S d verstorbenen Kriegsinvaliden Friedrich Koßlowski 6 M
          – Schuhmacher Karl Lehrke 77 J
          – Witwe Augusta Wagner geb Drews 84 J 1 M
          – Frau Bertha Sialaff geb Krause 25 J 1 M
          – Witwe Franziska Skowronski geb Mdzikowski 77 J 6 M
          – Witwe Wilhelmine Parsentz geb Zimmermann 86 J 5 M
          – Witwe Mathilde Neumann geb Näck 70 J 6 M
          – Witwe Elisabeth Peters geb Schidlewski 88 J 6 M
          – Besitzer Gustav Klatt 56 J 3 M
          – Besitzer Theophil Kreft 69 J 6 M
          – Kutscher Johann Senger 68 J 10 M
          – unverhelichte Auguste Meyer 70 J 7 M
          – T d Arbeiters Alfred Sonnemann totgeb
          – Witwe Helene Neumann geb Kühl 64 J 9 M
          – unehelich 1 S
          Herzliche Grüße von Karin!
          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

          Kommentar

          • Karin K
            Forum-Teilnehmer
            • 30.03.2013
            • 236

            #65
            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

            Die Ausgaben 89 und 90

            089-1920 16.04.1920

            Danziger Nachrichten

            Schwere Angriffe auf Beamte
            Die Kriminalbeamten Czerwinski und Schick passierten am Mittwoch abend gegen 9 ½ Uhr bei ihrem Rundgang das Schwarzsche Restaurant in der Olivaer Straße Nr 63. Als sie hineingingen befanden sich darin nur zwei Seeleute. Die Beamten setzten sich und tranken ein Glas Bier. Inzwischen kam der Arbeiter Zocha aus Brösen und setzte sich zwischen die Beamten, die sich aber ganz ruhig verhielten. Zocha stand auf und trat dem einem Beamten auf den Fuß, was sich die beiden verbaten. Darauf stürzten etwa fünf Arbeiter in das Lokal, ergriffen die Stühle und schlugen auf die Beamten ein. Da sie sich der Menge nicht erwehren konnten, machten sie von ihrer Waffe Gebrauch. Zocha erlitt einen Lungenschuß und der Arbeiter Zirotzki vom Fischmeisterweg einen Bauch- und einen Kopfstreifschuß. Die beiden Verletzten wurden mittels Sanitätswagen nach dem städtischen Krankenhause geschafft. Auch die Beamten haben mehrere Verletzungen aufzuweisen. Allem Anscheine nach sind die Beamten von den Angreifern verfolgt worden.

            Versuchte Beraubung eines Fuhrwerks auf der Speicherinsel.
            Wegen versuchten Diebstahls, Hausfriedensbruches und Körperverletzung hatte sich der Arbeiter Felix Semrau in Danzig vor der Strafkammer zu verantworten. Am 23. September 1919 hielten sich auf der Speicherinsel im „Halben Mond“ eine Anzahl arbeitsloser Leute auf, darunter auch der Angeklagte. Als ein mit gefüllten Säcken beladenes Fuhrwerk vorbeifuhr, kamen die Leute heraus und versuchten den Wagen zu berauben. Der Angeklagte machte mit den anderen, unbekannten Personen den Versuch einen Sack herunterzuziehen und er versuchte schließlich den Führer des Wagens an den Füßen herunterzuziehen. Der Führer trat dann dem Angeklagten mit seinem Revolver, den er zu solchen Schutze bei sich führte, entgegen und drohte ihn niederzuschießen. Der Angeklagte gab dann dem Führer, der auf die Straße getreten war, einen Stoß, so daß er zur Erde fiel. Der Führer überlegte nun ob er den Angreifer niederschießen solle, aber er tat es nicht. Ihm wurde dann ein Spatenstiel gereicht, mit dem er auf den Angeklagten einschlug. Dieser machte weiter den Versuch in den Speicher wiederrechtlich einzudringen. Der Angeklagte suchte sich vor Gericht mit Trunkenheit zu entschuldigen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 2 Jahren Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt daß die Beraubung von Fuhrwerken auf der Speicherinsel eine häufige Erscheinung sei. Hier ist zwar ein Bandendiebstahl nicht erwiesen, aber man sei doch gemeinsam vorgegangen. Nur die Jugend des Angeklagten habe ihn vor einer noch härteren Strafe bewahrt.

            Die Beute der Schiebermörder.
            Es ist jetzt mit ziemlicher Sicherheit festgestellt, daß der in der Großen Schwalbengasse ermordete Kobiella einen Betrag von 30000 Mark in Banknoten, und seine Braut einen Betrag von 10000 Mark bei sich führten. Eine Haussuchung bei den Tätern hat bisher noch nicht zur Auffindung des Geldes geführt. Die Verhafteten behaupten, daß die ganze Beute nur 1000 Mark betragen habe, die für Anschaffungen besonders für die Schwester verwendet worden seien. Es ist anzunehmen, daß das Mörderpaar noch im Laufe des Freitags das Geld irgendwo verborgen haben. Die Hedwig Pusdrowski versucht jetzt alles was sie bisher gestanden hat, zu widerrufen und bezichtigt den Bruder alleine der Tat. Sie selbst will sich vorher aus dem Zimmer begeben haben. Als sie wieder hereingekommen sei, hätten die Leichen im Zimmer gelegen.

            Polizeibericht vom 16. April 1920

            Gefunden: 1 goldener Ring mit rotem Stein, abzuholen von Fräulein Auguste Herrmann, Ahornweg 16
            1 Pack Streichhölzer, abzuholen von Herrn Reg-Sekr. Bartels, Am Johannisberg Nr 4
            Zugelaufen: 1 schwarz-graue Henne, abzuholen von Frau Margarete Heyn, Brösen, Danzigerstraße 4

            090-1920 17.04.1920

            Schwerer Unfall eines Kindes. Ein bedauernswerter Unglücksfall ereignete sich Donnerstag nachmittag auf dem Hofe Schneidemühle 1 a. Beim Spielen mehrerer Kinder an einem der dort stehenden Rollwagen erhielt der achtjährige Knabe Otto Lalaika mit der Deichsel eines in Bewegung geratenen Rollwagens einen Schlag gegen den Kopf. Er erlitt einen Schädelbruch und mußte deshalb in das Städtische Krankenhaus gebracht werden.

            Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

            Wirtschafterin Wilhelmine Emilowski 24 J 2 M
            – T d Nieters Anton Pflicht 4 Wch
            – Seemann Viktor Serotzki 22 J 1 M
            – Zimmergeselle Albert Richert 49 J 5 M
            – Kaufmann Karl Wilutzki 52 J 3 M
            – Frau Friederike Roggatz geb ?? 32 J
            – S d Arbeiters August Kempa 11 J 4 M
            – S d Arbeiters Christian Laleike 7 J 6 M
            – Arbeiter Adolf Bon 46 J 3 M
            - ??wärter Franz Rogalski 22 J 2 M
            – unehelich 1 S 1 T

            Anzeige

            Allen Verwandten, Bekannten und Freunden die traurige Mitteilung, das unser innigst geliebter jüngster Sohn, Bruder, Schwager und Enkel, der Seemann
            Viktor Serotzki
            den schweren Verletzungen erlegen ist, die ihm durch einen Beamten der Sicherheitswehr während einer Auseinandersetzung zugefügt worden sind.
            Danzig-Neufahrwasser, den 17. April 1920
            Die trauernden Eltern und Geschwister
            Weitere Mitteilungen über die Beerdigung werden noch bekannt gegeben.
            Herzliche Grüße von Karin!
            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

            Kommentar

            • Karin K
              Forum-Teilnehmer
              • 30.03.2013
              • 236

              #66
              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

              Die Ausgaben 91 und 92:

              091-1920 19.04.1920

              Standesamt – Todesfälle

              Frau Ida Duckstein geb Kastaun 51 J 9 M – S d Bildhauers Hermann Haak totgeb – T d Schlossers Rudolf Barbutzki 7 T – Arbeiter Alexander Roß 68 J 4 M – Rentenempfänger Heinrich Bartton 60 J 2 M – S d Heizers Richard Schmeling 11 M – unverehlichte Klara Wisotzki 91 J 7 M – Arbeiter Helene Detlaf 18 J 9 M – Nähterin Emma Stobbe 44 J 9 M – Kriegsinvalide Otto Czaya 41 J 7 M – S d Malers Johann Neubauer 6 M

              092-1920 20.04.1920

              Danziger Nachrichten

              Schießerei in der Wallgasse
              In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag fand an der Ecke Hohe Seigen Wallgasse eine Schießerei statt, wobei der Waffenmeisteranwärter Bruno Dzuck, wohnhaft Kastanienweg 19, einen Bauchschuss und sein Bruder Willy Dzuck, wohnhaft Altstädtischer Graben 81, einen linken Oberschenkelschuß erhielt. Die beiden besuchten am Sonnabend abends ein Tanzvergnügen der Waffenmeisteranwärter im Werftspeisehaus, wobei sie mit einem Paar, das den Anstand verletzte, in Streit gerieten. Nach Schluß des Vergnügens wurden die Brüder D von dem gemaßregelten Tänzer und zwei anderen Burschen aufgelauert und zur Rede gestellt, wobei es dann zu der Schießerei kam. Die Täter konnten bisher noch nicht festgestellt werden. Bruno D ist auf dem Transport nach dem Krankenhause seinen Verletzungen erlegen. Willy D wurde nach Anlegen eines Verbandes aus dem Krankenhaus entlassen.
              Durch die eifrig fortgesetzten Ermittelungen der Kriminalpolizei hat die Schießerei bereits ihre Aufklärung gefunden und zur Festnahme des Täters geführt. Es ist der Kaufmannsgehilfe Franz Keßler, geboren am 25. August 1897 in Danzig, Schichaugasse 12 bei seinem Schwager Schöneck wohnhaft. K stellte die ihm zur Last gelegte Tat in Abrede. Trotzdem er von Zeugen als Täter erkannt wurde, gab er die Tat nicht zu. Erst nach dem ihm eine gleiche Schießerei an demselben Abend um 11 Uhr nachts in der Breitgasse nachgewiesen wurde, wobei er auf den Klempner Friedrich Gawrotzki einen Pistolenschuß abgegeben hatte, hat er auf das gegen ihn erdrückend gesammelte Material ein offenes Geständnis abgelegt. K will in Notwehr gehandelt haben. Die von ihm benutzte Browningpistole will er in der Wallgasse fortgeworfen haben. Er wurde dem Gericht zugeführt.

              Aus den Gerichtssälen

              Ein frecher Diebstahl. Am 31. Januar kam ein Lehrer in ein hiesiges Hotel und hing hier seinen Pelz auf, um ans Büfett zu treten. Im Lokal saßen längere Zeit 2 Männer, die augenscheinlich auf die Gelegenheit warteten einen Gast zu bestehlen. Kaum war der Lehrer am Büfett so griffen die beiden Männer nach dem Pelz und liefen hinaus. Der Lehrer verfolgte sie und konnte nur noch den Schlosser Friedrich Steckel in Danzig ergreifen. Die andere Person mit dem Pelz entkam und ist bis heute noch nicht entdeckt. Steckel hatte sich vor dem Schöffengericht zu verantworten. Er will natürlich die reine Unschuld sein. Er folgte zufällig dem anderen Pelzdieb und verwies den Lehrer an die Diebesbörse auf dem Hauptbahnhof. Der Pelz hat einen Wert von 1500 Mark. In ihm steckte eine Pistole im Wert von 700 bis 800 Mark und ein Paar Pelzhandschuhe im Wert von 250 Mark. Die Sachen sind verloren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis.

              Polizeibericht vom 20. April 1920

              Gefunden: 1 Portemonnaie mit Geld, abzuholen von Frau Emma Scharping, Jopengasse 6
              1 Handwagen, abzuholen von Walter Hermann, Heilige Geistgasse 23

              Danksagung

              Für die zahlreichen Beileidskundgebungen zum Tode unseres Sohnes und Bruders, des Seemanns
              Viktor Serotzki
              sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Reicher Trost war es uns, daß sich an dem Leichenbegängnis so viele Parteigenossen und Einwohner von Neufahrwasser und Umgebung beteiligten. Zu besonderem Dank haben uns alle erschienenen Mitglieder des Handwerker-Gesangvereines durch ihre gesanglichen Darbietungen verpflichtet. Ferner danken wir dem Redner, der in seiner Gedenkrede am Grabe uns Worte des Trostes spendete.
              Danzig-Neufahrwasser den 19. April 1920
              Die untröstlichen Eltern und Geschwister
              Herzliche Grüße von Karin!
              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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              • Karin K
                Forum-Teilnehmer
                • 30.03.2013
                • 236

                #67
                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                Die Ausgaben 91 und 92:

                091-1920 19.04.1920

                Standesamt – Todesfälle

                Frau Ida Duckstein geb Kastaun 51 J 9 M
                – S d Bildhauers Hermann Haak totgeb
                – T d Schlossers Rudolf Barbutzki 7 T
                – Arbeiter Alexander Roß 68 J 4 M
                – Rentenempfänger Heinrich Bartton 60 J 2 M
                – S d Heizers Richard Schmeling 11 M
                – unverehlichte Klara Wisotzki 91 J 7 M
                – Arbeiter Helene Detlaf 18 J 9 M
                – Nähterin Emma Stobbe 44 J 9 M
                – Kriegsinvalide Otto Czaya 41 J 7 M
                – S d Malers Johann Neubauer 6 M

                092-1920 20.04.1920

                Danziger Nachrichten

                Schießerei in der Wallgasse
                In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag fand an der Ecke Hohe Seigen Wallgasse eine Schießerei statt, wobei der Waffenmeisteranwärter Bruno Dzuck, wohnhaft Kastanienweg 19, einen Bauchschuss und sein Bruder Willy Dzuck, wohnhaft Altstädtischer Graben 81, einen linken Oberschenkelschuß erhielt. Die beiden besuchten am Sonnabend abends ein Tanzvergnügen der Waffenmeisteranwärter im Werftspeisehaus, wobei sie mit einem Paar, das den Anstand verletzte, in Streit gerieten. Nach Schluß des Vergnügens wurden die Brüder D von dem gemaßregelten Tänzer und zwei anderen Burschen aufgelauert und zur Rede gestellt, wobei es dann zu der Schießerei kam. Die Täter konnten bisher noch nicht festgestellt werden. Bruno D ist auf dem Transport nach dem Krankenhause seinen Verletzungen erlegen. Willy D wurde nach Anlegen eines Verbandes aus dem Krankenhaus entlassen.
                Durch die eifrig fortgesetzten Ermittelungen der Kriminalpolizei hat die Schießerei bereits ihre Aufklärung gefunden und zur Festnahme des Täters geführt. Es ist der Kaufmannsgehilfe Franz Keßler, geboren am 25. August 1897 in Danzig, Schichaugasse 12 bei seinem Schwager Schöneck wohnhaft. K stellte die ihm zur Last gelegte Tat in Abrede. Trotzdem er von Zeugen als Täter erkannt wurde, gab er die Tat nicht zu. Erst nach dem ihm eine gleiche Schießerei an demselben Abend um 11 Uhr nachts in der Breitgasse nachgewiesen wurde, wobei er auf den Klempner Friedrich Gawrotzki einen Pistolenschuß abgegeben hatte, hat er auf das gegen ihn erdrückend gesammelte Material ein offenes Geständnis abgelegt. K will in Notwehr gehandelt haben. Die von ihm benutzte Browningpistole will er in der Wallgasse fortgeworfen haben. Er wurde dem Gericht zugeführt.

                Aus den Gerichtssälen

                Ein frecher Diebstahl. Am 31. Januar kam ein Lehrer in ein hiesiges Hotel und hing hier seinen Pelz auf, um ans Büfett zu treten. Im Lokal saßen längere Zeit 2 Männer, die augenscheinlich auf die Gelegenheit warteten einen Gast zu bestehlen. Kaum war der Lehrer am Büfett so griffen die beiden Männer nach dem Pelz und liefen hinaus. Der Lehrer verfolgte sie und konnte nur noch den Schlosser Friedrich Steckel in Danzig ergreifen. Die andere Person mit dem Pelz entkam und ist bis heute noch nicht entdeckt. Steckel hatte sich vor dem Schöffengericht zu verantworten. Er will natürlich die reine Unschuld sein. Er folgte zufällig dem anderen Pelzdieb und verwies den Lehrer an die Diebesbörse auf dem Hauptbahnhof. Der Pelz hat einen Wert von 1500 Mark. In ihm steckte eine Pistole im Wert von 700 bis 800 Mark und ein Paar Pelzhandschuhe im Wert von 250 Mark. Die Sachen sind verloren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis.

                Polizeibericht vom 20. April 1920

                Gefunden: 1 Portemonnaie mit Geld, abzuholen von Frau Emma Scharping, Jopengasse 6
                1 Handwagen, abzuholen von Walter Hermann, Heilige Geistgasse 23

                Danksagung

                Für die zahlreichen Beileidskundgebungen zum Tode unseres Sohnes und Bruders, des Seemanns
                Viktor Serotzki
                sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Reicher Trost war es uns, daß sich an dem Leichenbegängnis so viele Parteigenossen und Einwohner von Neufahrwasser und Umgebung beteiligten. Zu besonderem Dank haben uns alle erschienenen Mitglieder des Handwerker-Gesangvereines durch ihre gesanglichen Darbietungen verpflichtet. Ferner danken wir dem Redner, der in seiner Gedenkrede am Grabe uns Worte des Trostes spendete.
                Danzig-Neufahrwasser den 19. April 1920
                Die untröstlichen Eltern und Geschwister
                Herzliche Grüße von Karin!
                Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                • Karin K
                  Forum-Teilnehmer
                  • 30.03.2013
                  • 236

                  #68
                  AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                  Die Ausgaben 93 und 94:

                  093-1920 21.04.1920

                  Aus den Gerichtssälen

                  Schleichhandel mit Mehl. In der Berufungsstrafkammer wurde über einen Schleichhandel mit Mehl und Fleisch verhandelt. Angeklagt waren die Kommissionärin Fräulein Helene Berta Meyer, der Mühlenbesitzer Anton Rosinke, der Kaufmann Paul Röhr, der Kaufmann Hans Wieschinske , der Kaufmann Johann Zatur, der Kaufmann Felix Knorr und der Fuhrhalter Albert Keller. Rosinke wohnt in Putzig, die anderen in Danzig. (gekürzt)

                  Hehlerei mit Metall. Der Händler Isidor Dehn und dessen Ehefrau Johanna Dehn hatten sich vor der Strafkammer wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu verantworten. Lehrlinge von der Danziger Werft brachten von der Werft Eisen, Bronze und Messing hin und verkauften das Metall in dem Geschäft des Angeklagten. Dies geschah in 25 Fällen. Die Angeklagten nahmen das Metall an, ohne nach der Herkunft zu fragen. Sie mußten sich sagen, daß die Lehrlinge die Sachen nicht rechtsmäßig erworben hatten. Die Sachen wurden von der Frau angenommen. Die Strafkammer verurteilte die Frau wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu der Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus. Der Ehemann wurde freigesprochen, da seine Mittäterschaft nicht erwiesen ist.

                  Ein ungenehmer Liebhaber. Der Kellner Rudolf Bladowski war mit einer Verkäuferin verlobt und wohnte mit ihr zusammen. Er gebrauchte Geld und stahl seiner Braut einfach 900 Mark. Als sie eines Tages in der Kirche war, benutzte er die Gelegenheit, seiner Braut 1600 Mark zu nehmen. Wenigsten war dies Geld nach ihrer Heimkehr verschwunden. Die Verlobung ging dann auseinander und als Bladowski sie verließ, nahm er von ihr noch 1000 Mark mit. Er hatte sich nun vor dem Schöffengericht zu verantworten. Das Gericht verurteilte ihn wegen des Diebstahls an den 900 Mark und den 1000 Mark zu 6 Monaten Gefängnis. Der Diebstahl an den 1600 Mark blieb ungeklärt. Während sich die Richter zurückzogen benahm sich der Angeklagte sehr frisch in der Anklagebank und ließ sich auch von dem Amtsanwalt nicht zurechtweisen. Der Angeklagte meinte: Sie haben mir gar nichts zu sagen. Wir sind im Freistaat. Wegen dieser Ungebühr vor Gericht bestrafte ihn das Gericht mit 80 Mark Geldstrafe.

                  Danziger Nachrichten

                  Verhafteter Ausbrecher. Der von Polizei und Staatsanwaltschaft langgesuchte Verbrecher Paul Plentkowski, der im Oktober aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis entwichen ist, konnte von der Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen werden.

                  Ermittelter Betrüger. Es gelang der Danziger Polizei, den Arbeiter Julius Pasewark festzunehmen. Dieser hat durch Betrügereien eine Unmenge Personen geschädigt. Im Kreise Danziger Niederung, namentlich Schönbaum, Heubude, Neufähr und Umgebung hat er Bestellungen auf Saatkartoffeln entgegengenommen und sich eine Anzahlung geben lassen. Die Besteller warten aber vergebens auf die Saatkartoffeln.

                  Beraubung einer Wohnung. Der Arbeiter Karl Stein, Niedere Seigen 14 wohnhaft, hat am Montag am hellen Tage bei einer Trinitiatiskirchengasse 5 wohnhaften Familie eingebrochen und eine Menge Gold- und Silbersachen sowie andere Gegenstände gestohlen. Von der hinzukommenden Bewohnerin wurde er beider Tat ertappt. Er floh, doch gelang es, ihn durch hinzukommende Passanten in der Katergasse festzunehmen.

                  Polizeibericht vom 21. April 1920

                  Gefunden: 1 braune Brieftasche mit polnischem Gelde und Paß für Frau Lida Glazer, geb Blawat
                  1 Paar Schäfte zu Kinderschuhen, abzuholen von Herrn Ferdinand Stoerk, Gasanstalt 2

                  Standesamt – Todesfälle

                  S d Bankangestellten Theodor Kraza 1 M
                  – Frau Bertha Fintei geb Thießen 74 J
                  – T d Heizers Felix Heldt 12 W
                  – Straßenbahnschaffner August Moeller 86 J 5 M
                  – Kutscher Anton Grubba 57 J 8 M
                  – S d Sattlers Joseph Winschofski 2 W
                  – Witwe Rosalie Krause geb Bass 60 J 2 M
                  – Witwe Wilhelmine Hopp geb Schönnagel 64 J 8 M
                  – Fischer Wilhelm Mühlberg 63 J 8 M
                  – Arbeiter Franz Reitzel 15 J 6 M
                  – Arbeiter Alexander Eberhardt 20 J 8 M
                  – Frau Klara Horn geb Wahls 58 J 5 M
                  – unehelich 1 S 1 T

                  094-1920 22.04.1920

                  Danziger Nachrichten

                  Die Erweiterung des Danziger Stadtrates
                  ist am Montag von Oberkommissar Reginald Tower bestätigt worden. Als neu hinzugezogene Mitglieder der politischen Parteien bzw deren Stellvertreter sind ernannt worden: Oberrregierungsrat a D Karl Kette – Zoppot (Stellv. Werftbesitzer Willi Klawitter) von den Deutschnationalen; Amtsrichter Dr. Löning (Stellv. Bankier Dr. Damme) von den Deutschdemokraten; Dekan Sawatzki (Stellv. Gewerksschaftssekretär Gaikowski) von der Christlichen Volkspartei; der frühere Reichskommissar Julius Gehl (Stellv. Gewerkschaftssekretär Brill) von der Sozialdemokratie; Kaufmann Raube (Stellv. Kaufmann Radni) von den Unabhängigen; Arzt Dr. Kubacz (Stellv. Rechtsanwalt Langowski) von den Polen. Die erste Sitzung des erweiterten Staatsrats soll heute abgehalten werden.

                  Ein Opfer der Arbeit
                  Einen bedauerlichen Unfall erlitt Dienstag nachmittag der Arbeitsbursche Georg Schiedemann, Feldstraße 11. Beim Bedienen der Hobelmaschine auf seiner Arbeitsstelle, Bärenweg 3, geriet er mit der rechten Hand in die Messer der Maschine, wobei ihm die Hand vollständig abgeschnitten wurde. Der Verunglückte wurde in das städtische Krankenhaus eingeliefert.

                  Von einem Automobil getötet.
                  Über einen tragischen Unfall, dem ein junges blühendes Menschenleben vorgestern nachmittag zum Opfer fiel, wird gemeldet: Von einem Automobil überfahren wurde Dienstag nachmitags die 17 Jahre alte Elfriede Kups, Michaelsweg 3, an der Haltestelle der Elektrischen an der Feldbahnstraße. Angeblich soll das junge Mädchen mit noch anderen von einem jungen Menschen belästigt worden und auf der Flucht vor diesem quer über die Straße gelaufen sein, wobei sie von einem vorbeifahrenden Auto überrascht und überfahren wurde. Die Unglückliche wurde sogleich ins städtische Krankenhaus gebracht, wo jedoch nur noch der inzwischen eingetretene Tod festgestellt wurde. Der Autofahrer fuhr davon, ohne sich um sein Opfer zu kümmern. Leider war es bis jetzt nicht möglich, den Kraftwagen und seinen Führer festzustellen.

                  Polizeibericht vom 22 April 1920

                  Gefunden: 1 schwarzes Portemonnaie mit Geld und Briefmarken, abzuholen von Herrn Friedrich Preuß, Schwarzer Weg 2
                  1 neuer Herrenstrohhut, abzuholen von Herrn Gustav Wienk, Konsulweg 1, 2 Tr
                  Herzliche Grüße von Karin!
                  Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                  • Karin K
                    Forum-Teilnehmer
                    • 30.03.2013
                    • 236

                    #69
                    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                    Die Ausgaben 95 und 96:

                    095-1920 23.04.1920

                    Schiffszusammenstoß.
                    Am 4. Juni vormittags erfolgte im Kaiserhafen ein Zusammenstoß des Passagierdampfers Juno mit der Dampfbarkasse Sperber, wobei der Sperber und auch Juno beschädigt wurden. Vor dem Schöffengericht hatten sich der Heizer Franz Eichstädt und der Hilfsschiffführer Franz Karschnik in Neufahrwasser wegen Verschulden dieses Zusammenstoßes zu verantworten. Die Angeklagten führten den Sperber. Juno fuhr von Danzig nach Westerplatte und traf im Kaiserhafen den Sperber, der von Neufahrwasser kam. Juno hatte hier angelegt und der Zusammenstoß erfolgte, nachdem Juno wieder losgefahren war. Sperber konnte nicht schnell genug ausweichen und Juno nicht mehr ausreichend stoppen. Karschnik hatte kurz zuvor den Befehl an Eichstädt übergeben. Eichstädt wieder erklärte, daß er von der Schiffsführung nichts verstehe. Der Führer des Juno hatte vor der Abfahrt kein Signal gegeben. Lotsenkommandeur Wunderlich bekundete als Sachverständiger, daß der Führer des Juno verpflichtet war, vor der Abfahrt ein Signal zu geben; dann wäre der Führer des Sperber gewarnt gewesen. Ferner hätte der Führer des Juno noch einige Sekunden warten können. Dann würde er den Kurs des Sperber erkannt haben, der Zusammenstoß wäre dann nicht erfolgt. Das Gericht sprach nun die beiden Angeklagten frei.

                    Einbruch in eine Wohnung.
                    In eine Langfuhrer Wohnung wurde zweimal zur Nachtzeit eingebrochen, während der Inhaber der Wohnung verreist war. Die Spinde und Kommoden wurden ausgeräumt und die gestohlenen Sachen in einer Droschke fortgefahren. Angeklagt waren der Arbeiter Josef Lippke, die Arbeiterin Marta Meyer in Danzig, der Dreher Willy Mey in Elbing, und der Arbeiter Abraham Schwarz in Danzig. Lippke soll die Diebstähle ausgeführt und die Meyer soll ihn dabei begünstigt haben, indem sie in der Droschke mitfuhr. Mey und Schwarz sollen sich der Hehlerei schuldig gemacht haben. Die beiden Hehler waren nicht erschienen und es wurde gegen sie ein Haftbefehl erlassen. Die Meyer wurde freigesprochen, da sie in gutem Glauben gehandelt haben kann. Lippke, der vorbestraft ist, und eine Strafe verbüßt, erhielt eine Zusatzstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus.

                    Standesamt – Todesfälle

                    Frau Berta Roesler geb Woelm 54 J 6 M
                    – T d Besitzers Otto Jahr 10 M
                    – Photograph Johannes Rosalowski 88 J 10 M
                    – Frau Martha Elisabeth Quidzinski geb König 25 J 11 M
                    – Arbeiter Johann Freymann 70 J 2 M
                    – Arbeiter Ferdinand Stahlke 68 J 11 M

                    096-1920 24.04.1920

                    Polizeibericht vom 24. April 1920

                    Zugelaufen: 1 gelb und weiß-gefleckter Windhund, abzuholen von Herrn Franz Lange, Am brausenden Wasser 3
                    1 junger schwarz und weiß-gefleckter Terrier, abzuholen von Herrn Paul Czarnecki, Hundegasse 100

                    Standesamt – Todesfälle

                    Fürsorgezögling Kurt Starke 9 J 7 M
                    – Waffenmeister-Anwärter Bruno Dzuck 30 J 6 M
                    – Schneider Johann Schypski 59 J 10 M
                    – Arbeiter Joseph Ohler 30 J 6 M
                    – T d Kutschers Franz Kolinski totgeb.

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                    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                    Kommentar

                    • Karin K
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.03.2013
                      • 236

                      #70
                      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                      Die Ausgaben 97, 98, 99 und 100:

                      097-1920 26.04.1920

                      Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

                      Kohlenarbeiter, Musketier der 11 Komp. Inf-Regt 144 Willy Heinrich Spade 19 J 10 M
                      – T d Monteurs Paul Herrmann 18 J 7 M
                      – Arbeiter Ernst Schulz 18 J 4 M
                      – Instrumentenmacher Johann Haißner 38 J 11 M
                      – Metalldreher Gustav Wichmann 32 J 8 M
                      – T d Drehers Ernst Spezkina 8 J6 M
                      – Schuhmacher Karl K??lowski 82 J
                      – Frau Auguste Koskiewski geb Brigandt 70 J 8 M
                      – Frau Elisabeth Neumann geb Schwarzkopf 64 J 2 M
                      – unehelich 1 S

                      098-1920 27.04.1920

                      Danziger Nachrichten

                      Rätselhafter Sprung aus dem Fenster. Einen Selbstmordversuch machte Sonntag früh der Kaufmann Alexander Piklinski, wohnhaft Große Mühlengasse 3 – 4. Er sprang aus dem Fenster des zweiten Stockes eines fremden Hauses am Holzmarkt auf die Straße. Mit schweren Verletzungen wurde er in das städtische Krankenhaus eingebracht.

                      099-1920 28.04.1920

                      Standesamt – Todesfälle

                      Generalmajor a D Rudolf Demuth 70 J 9 M
                      – Maurer Werner Zickelkau 71 J 8 M
                      – T d Arbeiters Adolf Klaffke 8 M
                      – Konditor, Unteroffizier des Inf-Regt 176 Oskar Guske 25 J 9 M
                      - S d Lehrers Bruno Borchert 2 Std
                      – Kriegsinvalide Paul Radde 84 J 5 M
                      – Bureaugehilfe Friedrich Rahde 28 J 4 M
                      – Lokomotivheizer Johann Tuszynski 32 J 6 M
                      – Arbeiter Johann Raetzke 77 J 2 M
                      – Arbeiter Johann Kutella 39 J 10 M
                      – Pförtner Otto Raddatz 65 J 10 M
                      – S d Kaufmannes Jakob Cohn 5 M
                      – Rentiere Anna Reinhardt 76 J 5 M
                      – Rentiere Auguste Willms 79 J 3 M

                      100-1920 29.04.1920

                      Danziger Nachrichten

                      Verhaftete Einbrecher. In der Nacht vom 26. zum 27. d Mts ist bei dem Kaufmann Albert Kreft, Heubuderstraße 2 eingebrochen und ein 2 Zentner schweres Schwein im Werte von 1000 Mark und 10 Hühner im Werte von 500 Mark gestohlen worden. Als Täter sind der Seemann August Heike, Kneipab 38 und Arbeiter Fritz Strauß, Sandweg 44 wohnhaft, ermittelt worden. Die Täter hatten den Stall aufgebrochen, das Schwein geschlachtet und dasselbe nebst den 10 Hühnern mit einem Boot fortgeschafft. Das noch vorgefundene Fleisch wurde beschlagnahmt und dem Bestohlenen zurückgegeben.

                      Polizeibericht vom 29. April 1920

                      Gefunden: 1 silberne Damenarmbanduhr, abzuholen von Herrn Rentier Schülke, Schwarzerweg 2
                      1 Schächtelchen mit Monogramm versehenen Trauringen, abzuholen von Fräulein Else Wieczoreck, Grüner Weg Nr 8
                      Herzliche Grüße von Karin!
                      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                      • Karin K
                        Forum-Teilnehmer
                        • 30.03.2013
                        • 236

                        #71
                        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                        Die Ausgaben 101 und 102:

                        101-1920 30.04.1920

                        Volkshochschule. Die Aufführung von Beethovens grandioser „Neunten Symphonie“ am Montag, den 3. Mai, in der Sporthalle verspricht nach bereits abgehaltenen Proben ganz besonders zu glücken. Es wirken außer dem wesentlich verstärkten Stadttheaterorchester und dem Boikschor sehr viele musikalische Damen und Herren aus der Gesellschaft Danzigs mit. Dazu kommen im Männerchor noch der geschlossene Lehrergesangsverein – Leitung Emil Schwarz – und Seminarchor – Leitung Alfred Gebauer -, so daß dem Kapellmeister Viktor Wolfgang Schwarz als Gesamtleiter über 450 Mitwirkende zur Verfügung stehen – ein mächtiger Tonkörper. Der „Neunten“ voran geht noch Beethovens herrliche Ouvertüre zu „Egmont“ und „Adelaide“, gesunden von Konzertsänger Bauer, der schon zweimal im philharmonischen Chor zu Berlin unter Professor Siegfried Ochs die Tenorpartie in der „Neunten“ nach den Kriterien glänzend gesungen hat. (gekürzt)

                        Polizeibericht vom 30. April 1920

                        Gefunden: 1 Ledertasche mit Geld und Papieren für Gertrud Celmer, abzuholen von Herrn Direktor Olschewski, Altstädtischer Graben 111

                        Standesamt – Todesfälle

                        Seemann, Matrose vom Vorpostenboot „Norburg“ Otto Kurt Hassenstein 31 J 4 M
                        – Kaufmann Paul Nedtwig 37 J 2 M
                        – S d Telegraphenanwärters Franz Meierski 3 J 1 M
                        – unverehelichte Luise von Busekist 57 J 4 M
                        – Fischer Adolf Fischmann 24 J 3 M
                        – Frau Martha Blosta geb Philipp 32 J 3 M
                        – Invalide Johann Wittkowski 58 J 4 M
                        – Kaufmann Richard Momber 65 J 5 M
                        – unehelich 1 T

                        102-1920 03.05.1920

                        Danziger Nachrichten

                        Eifersuchtsdrama oder Revolverunfall?
                        Wieder hat der Revolver ein blühendes junges Menschenleben zum Opfer gefordert. Die 20 Jahre alte Hedwig Bathner hatte am Donnerstag abend mit ihrem Bräutigam, dem Maschinenbauer Richard Boguslawska, ein Vergnügen im Bildungsvereinshause besucht, von dem der B sie heimbegleitete. Im Flur ihrer Wohnung Mattenbuden 27 verabschiedeten sich die Liebenden, wobei B an seinem Revolver herumhantierte. Plötzlich löste sich ein Schuß, und das Mädchen brach, durchs Herz getroffen tot zusammen. Man brachte die Unglückliche noch nach dem Krankenhause, wo sie jedoch bald ihren Verletzungen erlag. B hat sich sogleich der Polizei gestellt. Da man hier allein auf die Angaben des Mannes, der geschossen hat, angewiesen bleibt, muß man in der Beurteilung nach jeder Hinsicht vorsichtig sein. Es kann sowohl eines der, bekanntlich an Tanzstätten ja nicht seltenen, Eifersuchtsdramen, wie auch nur – allerdings ganz unverantwortliche Fahrlässigkeit vorliegen. Auf jeden Fall sollte dieser erschütternd traurige Abschluß des Daseins eines eben noch lebensfroh sich freuenden jungen Menschenkindes die Scheu vor der Schußwaffe, die heute leider als harte Folge des Krieges nur zu häufig fehlt, wieder verstärken.

                        Wieder ein Opfer der Straßenbahn. Ein überaus schwerer Unfall ereignete sich Donnerstag vormittag gegen 11 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofes. Das fünf Jahre alte Kind Hedwig Plagemann, Karpfenseigen 12, wurde, als es über die Straße laufen wollte, von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn erfaßt und überfahren. Das Kind erlitt schwere Verletzungen am linken Ober- und Unterschenkel und mußte ins städtische Krankenhaus eingeliefert werden.
                        Wen die Schuld an diesem schweren Unfall trifft, steht noch nicht fest. Doch hofft man, das verstümmelte Kind wenigstens am Leben zu erhalten.

                        Schwere Unfälle bei Schichau
                        Die schweren Unfälle mehren sich auf der Schichauwerft in letzter Zeit in einer Häufigkeit, die bei genügenden Schutzvorrichtungen undenkbar sein müßte. Mehrere Arbeiter sind in den letzten 14 Tagen durch Sturz oder Befallen mit schweren Gegenständen schwer verletzt worden. Der Betrieb der Schichauwerft stand schon stets in dem Ruf besonderer Unfallgefahren. Sie scheint jetzt noch erhöht zu sein. Am Donnerstag stürzte sogar der Meister der Kupferschmiede L. Tharandt von einer Leiter rücklings so schwer in den Schiffsraum, daß er einen Schädelbruch erlitt und auf der Stelle tot blieb. Erst mit Hilfe eines Krahnes konnte der Verunglückte aus der Tiefe, die ihm den schrecklichen Tod gebracht hatte, nach oben befördert werden. T war bereits über 25 Jahre auf der Werft tätig. Wenn er sich auch bei der Arbeiterschaft nicht beliebt gemacht hat, so wird sein unter solchen Umständen erfolgter Tod doch niemand gleichgültig lassen. Er stürzte deshalb ab, weil eine Sproße der Leiter gebrochen war. Ein Arbeiter hatte dies schon früher bemerkt und eine Tafel „Vorsicht“ an der gefährdeten Stelle befestigt. Trotzdem bestieg T., wohl weil er die Warnung übersehen hatte, die Leiter und ging so direkt in seinen Tod.

                        Nicht identisch. Der Schlosser Paul Jankowski, Große Gasse 17 wohnhaft, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem in der vorigen Woche wegen Diebstahls verurteilten Schlosser gleichen Namens nicht identisch ist.

                        Polizeibericht vom 2. und 3. Mai 1920

                        Gefunden: 1 goldene Halskette mit goldenem Medaillon, mit 4 roten Steinen, abzuholen von Bureauhilfsarbeiter Wisotzki, Delbrückallee 7a
                        1 goldener Trauring, abzuholen von Fräulein Hildegard Selon, Hauptstraße 113, bei Stumpf

                        Standesamt – Todesfälle

                        Fuhrhalter Albert Kuhl 87 J 10 M
                        – Rentiere Agnes Hundt 86 J 5 M
                        – Schneiderin Olga Weber 58 J 8 M
                        – Werkmeister Ferdinand Brüggemann 66 J 8 M
                        – Witwe Julianne Wilhelm geb Gera 58 J 4 M
                        – Lehrerin Charlotte Kulling 21 J 4 M
                        – Arbeiter Paul Böhnke 37 J 5 M
                        – Franz Preuß 49 J 9 M
                        – Maurer August Leschinski 68 J 8 M
                        – Frau Meta Boldowski 86 J 6 M
                        – Lehrer Maximilian Kaemmerer 68 J 1 M
                        – Bureaubeamter Paul Schulz 48 J 1 M
                        – Kupferschmiedemeister Leonhard Tharandt 60 J 4 M
                        – Uhrmacher, Musketier im Inf-Regt Nr 563 Aloysius Pauls 22 J 3 M
                        Herzliche Grüße von Karin!
                        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                        • Karin K
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                          • 30.03.2013
                          • 236

                          #72
                          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                          Die Ausgaben 103 und 104:

                          103-1920 04.05.1920

                          Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

                          Kellner Max Beckmann 41 J 4 M
                          – Stadt. Aufs a D Gustav Rehfuß 67 J 7 M
                          – T d Kaufmanns Johann Bigott 8 M
                          – Invalide Julius Standfuß ??J 2 M
                          – S d Arbeiters Gustav Ebel 5 Wch

                          104-1920 05.05.1920

                          Danziger Nachrichten

                          Vom Risiko der Arbeit
                          Beim Betreten des Maschinenraumes auf dem Dampfer Lanor geriet am Sonnabend der 15jährige Schiffsjunge Bruno Pawlowski, Heubuder Straße 28 a, in das Kurbellager der Maschine. Dem Unglücklichen wurde der linke Unterschenkel derart verletzt, daß er ins städtische Krankenhaus eingeliefert werden mußte.
                          Diese sogar für doch stets volksfreundliche Wahlzeiten überaus dürftige Notiz der „Danziger Neuesten Nachrichten“ sagt gar nichts über die Ursachen des verhängnisvollen Betriebsunfalles. Schließlich ist es doch aber am wichtigsten auch erfahren zu können, wie sich der Unfall überhaupt ereignen konnte.

                          Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Montag vormittag in der ehemaligen 2. Leibhusarenkaserne in Hochstrieß. Beim Nachladen einer Pistole durch den Wachtmeister Lungwitz von der 3. Hundertschaft der Danziger Sicherheitspolizei entlud sich die Waffe und das Geschoß drang dem Beamten in die Brust. Schwer verletzt wurde er in das städtische Krankenhaus eingeliefert.

                          Aus den Gerichtssälen

                          Auf der Autofahrt bestohlen. Ein Müller aus der Gegend von Tuchel kam nach Danzig und hatte viel Geld bei sich. Dies bedrückte ihn offenbar. Er begab sich in ein Kaffeehaus und fand hier bald ein Liebchen und den Boten Theodor Laska in Danzig. Man vergnügte sich und fuhr dann abends gemeinsam nach Zoppot und zwar in einem Auto. Gegen Morgen kehrte man zurück. Der Müller schlief auf der Rückfahrt ein und nun fiel ihm sein Papiergeld aus der Tasche. Laska konnte nun der Versuchung nicht widerstehen und nahm 5000 Mark an sich. In Danzig stieg Laska aus und nachher bemerkte der Müller, daß ihm doch mehr Geld fehlte, als ihm lieb war und er freiwillig ausgegeben hatte. Er machte Anzeige und der Dieb wurde entdeckt. Er stand nun vor dem Schöffengericht und erhielt wegen Diebstahls eine Strafe von 6 Monaten Gefängnis.

                          Eine Kuh gestohlen. Der Arbeiter Bruno Kranich in Lauenstein wollte sich eine Kuh zum Schlachten besorgen. Als Opfer suchte er sich einen kleinen Eigentümer in Grenzdorf aus. Er holte sich zu der Tat seinen Freund, den Landwirt Paul Grönke in Grenzdorf und führte mit diesem gemeinsam den Diebstahl aus, indem Grönke Schmiere stehen sollte. Kranich holte die Kuh aus dem Stalle und brachte sie in der gleichen Nacht nach Lauenstein zum Fleischer Willy Karloska, um sie ihm zum Schlachten anzubieten. Von diesem Angebot machte der Fleischer aber keinen Gebrauch. Die drei Genannten waren vor dem Schöffengericht als Angeklagte. Grönke hatte sich wegen Krankheit entschuldigen lassen und die Verhandlung gegen ihn wurde vertagt. Karloska wurde wegen Hehlerei freigesprochen, Kranich wurde wegen Diebstahls zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.

                          Polizeibericht vom 5. Mai 1920

                          Gefunden: 1 Perlenportemonnaie mit etwas Geld, abzuholen von Herrn Kapellmeister Fuchs, Langgarten 27 a
                          Herzliche Grüße von Karin!
                          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                          • Karin K
                            Forum-Teilnehmer
                            • 30.03.2013
                            • 236

                            #73
                            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                            Die Ausgaben 105 und 106:

                            105-1920 06.05.1920

                            Danziger Nachrichten

                            Geständnis der Schiebermörder
                            Vor dem Untersuchungsrichter haben das frühere Dienstmädchen Hedwig Pusdrowski und ihr Bruder das Geständnis abgelegt, daß sie bereits seit einiger Zeit Banknotenhändler in ihre Wohnung gelockt haben, um sie dort zu ermorden und zu berauben. Die Pusdrowski kannte die ermordete Arczyk und deren Bräutigam, den früheren Bankangestellten Kobiella, aus einer früheren Stellung her. Frl. Arczyk hatte auf dem Holzmarkt in einer Pension gewohnt, in der die Pusdrowski als Dienstmädchen beschäftigt war. Dabei hatte die P. Erfahren, daß die Arczyk und ihr Bräutigam mit Bandknoten handelten.
                            An dem Tage des Mordes hatte sie sie unter dem Vorwand eines Platingeschäftes nach der Wohnung in der Schwalbengasse gelockt und hier war dann die Tat begangen worden. Bei den früheren Personen, die von dem Mörderpaar in die Wohnung gelockt worden waren, scheiterte die Ausführung ihrer Pläne größtenteils daran, daß stets mehrere männliche Personen mitgekommen waren. Aus diesem Grunde hatte es dem Mörderpaar an dem nötigen Mut gemangelt. In dem Falle Kobiella sollte eigentlich auch nur Kobiella in die Wohnung kommen, er erschien jedoch mit seiner Braut, die er so ungewollt in den Tod führte. Bekanntlich bestritt die Hewig P bisher, selber an der Tötung beteiligt gewesen zu sein.

                            Polizeibericht vom 6. Mai 1920

                            Gefunden: 1 goldenes Kettenarmband mit Sicherheitskette, abzuholen von Frau Antonie Dirks, Ohra, Boltengang 8

                            Standesamt – Todesfälle

                            Mechaniker Paul Wachholz 31 J 10 M
                            – S d Korbmachers Viktor Bonk 11 Wch
                            – S d Arbeiters Heinrich Kraemer 8 M
                            – Arbeiterin Hedwig Rathner 19 J 11 M
                            – S d Holzarbeiters Christian Pikorrek 7 J 7 M
                            – Verkäufer, Sergt im Inf-Regt 450 Paul Anton Malz 27 J 7 M
                            – T d Justizwachtmeisters Joseph Treppner 7 M
                            – Weichensteller Paul Willmann 32 J 8 M
                            – Frau Helene Kuschel geb Pieper 62 J 3 M
                            – Witwe Auguste Schawelcke geb Sakolowski 86 J 6 M
                            – Expert Emil Sielsch, fast 80 J
                            – unehelich 2 T

                            106-1920 07.05.1920

                            Aus den Gerichtssälen

                            Eine Getreideschiebungssache vor dem Obergericht
                            Der Waffenmeister Theophil Perschke in Danzig war im Freihafen in Neufahrwasser beschäftigt, aus dem Schiff für die amerikanische Mission Mehl in Güterwagen zu verladen. Er beschloß, gemeinsam mit dem Rangiermeister Franz Schielke in Neufahrwasser einen Güterwagen mit 326 Ztr Mehl für sich zu verschieben. Perschke hatte eine Schiffsluke zu beaufsichtigen und so hatte man den Bock zum Gärtner gemacht. Am 11. September mittags sollte die Verschiebung vor sich gehen. Der Rangiermeister schob einen Güterwagen in den Freihafen, der hier beladen und plombiert wurde. Unbeaufsichtigt ließ er den Waggon herausschieben. Um nun den Waggon Mehl zu Geld zu machen, bediente man sich eines Vermittlers, des Schlossers Lenz, der das Mehl dem Spediteur Gollunski für 1,20 Mark das Pfund anbot. Gollunski stellte einen Frachtbrief von Neufahrwasser nach Danzig Olvaertor aus und unterschrieb ihn mit dem Namen Goldbluhm. Adressiert war das Mehl an Gollunski selbst. Gollunski hatte einen Kompagnon, dem er von diesem unerlaubten Geschäft nichts mitteilte. Der Inhalt des Waggons wurde auch nicht als Mehl, sondern als Gerbstoff bezeichnet. Am 16 September traf der Waggon auf dem Güterbahnhof Olvaertor ein. Das Mehl versuchte man nun ganz dreist dem Wirtschaftsausschuß der Eisenbahnbeamten auf der Direktion anzubieten und zwar für 2 Mark das Pfund. Dieser Kauf kam aber nicht zu Stande und inzwischen kam der Diebstahl heraus. Die Strafkammer hatte Perschke und Schielke zu je 1 ½ Jahren Gefängnis wegen Diebstahls und Lenz sowie Gollunski zu 6 und 9 Monaten wegen Hehlerei verurteilt. Die Verurteilten legten Berufung ein. Es wurde geltend gemacht, daß hier nicht Diebstahl sondern Betrug vorliege. Bezüglich des Ankaufs wurde darauf hingewiesen, daß das Mehl ordnungsgemäß gehandelt wurde und auch der Wirtschaftsausschuß angenommen hatte, daß es sich hier um einwandfrei erworbenes Mehl handelte. Es wurde beantragt, die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zurückzuverweisen. Das Obergericht verwarf jedoch die Revision.

                            Nachklänge zum Kellnerstreit

                            Am 19. April 1919 wurden in Langfuhr gelegentlich des Kellnerstreits Ausschreitungen begangen, die jetzt vor dem Schöffengericht zur Verhandlung kamen. Angeklagt waren die Kellner Zialkowski und Braeck, sowie der Büffettier Ackermann in Danzig. Die Angeklagten zogen mit etwa 40 Mann nach Langfuhr und repidierten die Lokale nach Streikbrechern. Etwa 20 bis 25 Personen gingen in die Lokale Zinglershöhe, Kaffee Hochschule und Sporthalle. Von den Wirten wurden sie aus dem Lokal gewiesen, doch dieser Aufforderung leisteten sie nicht Folge. Im Kaffee Hochschule trat der Wirt den Eindringlingen mit dem Revolver entgegen. Zur Schießerei kam es jedoch nicht. Der Wirt holte polizeiliche Hilfe herbei, die auch eingriff. Der Polizeiwachtmeister war von einem Bürgerwehrmann begleitet. Ziolkowski griff den Bürgerwehrmann an und entriß ihm das Gewehr und legte auf den Bürgerwehrmann an. Die Sache sah recht bedrohlich und auch für die Gäste gefährlich aus. Der Bürgerwehrmann wurde außerdem von Ackermann beleidigt. Das Gericht billigte den Angeklagten mildernde Umstände zu. Ziolkowski wurde wegen Hausfriedensbruches und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 500 Mark Geldstrafe, Ackermann wegen Hausfriedensbruches und Beleidigung zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Braeck wurde freigesprochen.
                            Das Gericht hat sich auf einen vernünftigen Standpunkt gestellt, und die Angeklagten nur zu Geldstrafen verurteilt. Um so unbegreiflicher ist das Verhalten des Gerichtes, das wegen desselben Deliktes kürzlich einige Angestellte zu Gefängnisstrafen verurteilte.

                            Standesamt – Todesfälle

                            S d Arbeiters Albert Weigle 4 M
                            – Invalide Jakob Julius Single fast 82 J
                            – Schmied Bruno Malikowski 81 J 1 M
                            – Witwe Marie Heß geb Specht 76 J 2 M
                            – Witwe Anna Radrowski geb Scherres 74 J 4 M
                            – Schwester des Diakonikenmutterhauses Ida Schulz 29 J 8 M
                            – Frau Bertha Stolz geb Widder 46 J 9 M
                            - T d Händlers Paul Hasuka 1 J 6 M
                            – S d Bäckers Nikolaus Becker 3 J 2 M
                            Herzliche Grüße von Karin!
                            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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                            • Karin K
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                              • 30.03.2013
                              • 236

                              #74
                              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                              Die Ausgaben 107 und 108:

                              107-1920 08.05.1920

                              Aus den Gerichtssälen

                              Angriff auf einen Kriminalbeamten
                              Ein Kriminalbeamter in Zivil und ein Polizeiwachtmeister trafen im Februar nachts den Kutscher Albert Lange in Langfuhr auf der Hauptstraße und sein Verhalten erschien den Beamten verdächtig. Sie fragten deshalb Lange nach seinem Vorhaben. Plötzlich tauchte von der anderen Straßenseite her ein Bekannter des Lange auf und nun lief Lange fort. Der Kriminalbeamte lief hinterher. Lange wandte sich dann um und gab aus einer mitgeführten Mauserpistole einen Schuß auf den Beamten ab. Dieser schlug dann mit einem Stock auf Lange ein, der dann noch einen zweiten Schuß abgab. Zum Glück trafen die Schüsse nicht, da der Beamte das Ziel durch Seitwärtshalten einer leuchtenden Taschenlampe verschob. Lange wurde dann mit dem Stock niedergeschlagen und unschädlich gemacht. Er hatte sich nun vor dem Schöffengericht zu verantworten. Er will betrunken gewesen sein, indem er für 42 Mark eine Flasche Schnaps kaufte und im Jäschkentaler Walde austrank. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 Monaten Gefängnis und 80 Mark Geldstrafe wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, unbefugten Schießens und Nichtablieferung der Schußwaffe.

                              Einen Bullen gestohlen
                              Der Fischer Robert Bahr in Bodenwinkel stahl mit einer anderen Person dem Gemeindevorsteher in Grenzdorf auf der Weide in der Nacht einen Bullen im Gewicht von 13 Zentnern und schlachtete ihn an Ort und Stelle ab. Das Fleisch wurde auf einem Kahn nach Elbing gebracht und hier im Schleichhandel verkauft. Der Bestohlene war an diesem Tage in Elbing und sah hier den Kahn mit dem Fleisch, ohne jedoch zu merken, daß es das Fleisch seines Bullen war. Erst zu Hause kam ihm der Gedanke, daß er wahrscheinlich das Fleisch gesehen hat, daß von dem gestohlenen Bullen stammte. Bahr bestreitet die Tat. Das Schöffengericht aber gewann die Überzeugung, daß Bahr der Dieb war und auch die Berufsstrafkammer trat dieser Verurteilung zu 9 Monaten Gefängnis wegen Diebstahls bei.

                              Polizeibericht vom 8. Mai 1920

                              Gefunden: 1 Portemonnaie mit zirka 70 Mark, Gepäckschein und Ausweis für Erika Bahnke, abzuholen vom Schuhmacher Herrn Peter Czucha, Sandgrube 44
                              1 goldener Trauring gezeichnet E. K und Datum, abzuholen von Frl. Hildegard Salau, Hauptstraße 118 bei Stumpf

                              Standesamt – Todesfälle

                              T d Kutschers Heinrich Dzewenkowski 9 J 8 M
                              – Privatier Ferdinand Zilski 88 J 3 M
                              – Unverhelichte Sara Banner 74 J 2 M
                              – T d Maschinisten Ernst Kothmann 7 M

                              108-1920 10.05.1920

                              Standesamt – Todesfälle (nur die leserlichen)

                              Witwe Marie Formella geb Formella 90 J 1 M
                              – Schneider Ernst Kräter 75 J 7 M
                              – T d Werkhelfers Friedrich Harder 1 J 4 M
                              – Witwe Anna Schirrmacher geb Dreyer 62 J 4 M
                              – Rentnerin Marie Schneidlich geb Hauke 69 J 8 M
                              – Witwe Anna Schwittkowski geb Konlorski fast 43 J
                              – Laboratoriumsgehilfin Gertrud Neumann 17 J 9 M
                              – Kaumann Paul Braun 24 J 9 M
                              - unehelich 1 T
                              Herzliche Grüße von Karin!
                              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                              Kommentar

                              • Karin K
                                Forum-Teilnehmer
                                • 30.03.2013
                                • 236

                                #75
                                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                                Die Ausgaben 110 und 111:

                                110-1920 12.05.1920

                                Standesamt – Todesfälle

                                Konditor Hieronymus Mroczek 30 J 7 M
                                – S d Kutschers Oskar Schlee 9 M
                                – S d Arbeiters Alex Dombrowski 2 W
                                – Frau Theodora Rollpost geb Sarnowski 35 J 11 M
                                – Witwe Johanna Golz geb Sellfe 63 J 10 M
                                – Frau Maria Schulz geb Zegte 58 J 9 M
                                – Arbeiterin Gertrud Schwenke 20 J 11 M
                                – Arbeitsbursche Hermann Kiesel 16 J 8 M
                                – Frau Marie Linde geb Rinz 73 J 4 M
                                – Frau Adeline Wille geb Rumecke 51 J 11 M
                                – Kontoristin Martha Tschaetsch 17 J 11 M
                                – unehelich 1 S 1 T

                                111-1920 14.05.1920

                                Danziger Nachrichten

                                Ausraubung eines Gutshofes

                                In der Nacht vom 10 zum 11 Mai ist auf dem Stellmachschen Grundstück in Gr-Saalau-Abbau, Kreis Danziger Höhe, ein Einbruchdiebstahl verübt worden. Dem Besitzer Johann Malkowski sind dabei zwei Kühe, ein Kalb, zwei Schweine und sechs Hühner gestohlen worden. Die Diebe sind durch Einschlagen der hinteren Wand in den Stall eingedrungen. Um den Einbruch unbemerkt ausführen zu können, haben sie den Hofhund betäubt. Im Verdacht der Täterschaft stehen fünf Männer, die am Abend vorher mit einem Handwagen durch das Dorf gezogen und seitdem nicht mehr gesehen sind.

                                Standesamt – Todesfälle

                                Witwe Anna Woitkatis geb Kolzera 71 J 4 M
                                – Postsekretär a D Eduard Gregorowski 78 J 9 M
                                – Dreher Franz Bock 61 J 5 M
                                – Arbeiter Karl Rawski 51 J 7 M
                                – Frau Klara Bastian geb Wenzel 31 J 1 M
                                – Rentier August Jaschinowski 67 J 5 M
                                – T d Heizers Johannes Kwiatkowski 1 J 4 M
                                – Schuhmachermeister Louis neumann 58 J 6 M
                                – Frau Gertrud Hockendorff geb Prinz 24 J 4 M
                                -T d Maschinenbauers Artur Fierkau 1 J 3 M
                                – S d Maurers Paul Deimer 1 J 8 M
                                – S d Arbeiters Eduard Boß 12 W
                                – Kontoristin Charlotte Panschke 22 J 4 M
                                – unehelich 1 T

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                                Am 12 Mai wurde der Hilfs-Kriminalbeamte, Mitglied der Bürgerwehr
                                Paul Mertschuweit
                                in Ausübung seines Dienstes in treuer Pflichterfüllung erschossen.
                                Wir verlieren in ihm einen unserer tatkräftigsten Beamten, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden.
                                Danzig, den 14. Mai 1920
                                Bürgerwehr Danzig

                                Allen Freunden und Bekannten, sowie den bisherigen Gästen zur gefl. Kenntnis, daß ich die Bewirtschaftung des Restaurants und Cafes
                                Im Goldenen Pflug
                                Danzig-Stadtgebiet, Am Markt, Ecke Boltengasse übernommen habe.
                                Es wird stets mein Bestreben sein, den Wünschen des geehrten Publikums in jeder Hinsicht gerecht zu werden, und bitte ich um gütigen Zuspruch.
                                Hochachtungsvoll
                                Erich Neumann
                                Herzliche Grüße von Karin!
                                Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

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