Namen in der Danziger Volksstimme 1920

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Ute Marianne
    Forum-Teilnehmer
    • 23.11.2010
    • 1098

    #31
    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

    Hallo Jokoda,

    Ja meine Liste fürs Archiv wird auch nicht kürzer.
    Habe ja nun neue Infos bekommen und nun geht die Suche in Kirchenbücher kath und auch evangelisch weiter.
    Was suchst du im Archiv ? Meldekarten ?


    Liebe Grüße Ute

    Kommentar

    • Karin K
      Forum-Teilnehmer
      • 30.03.2013
      • 236

      #32
      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

      Die Ausgaben 45 und 46:

      045-1920 23.02.1920

      Lokales

      Zum stellvertretenden Vorsteher und stellvertretenden Waffenrat, der 16. Armen- und Waisenkommission ist an Stelle des Herrn Cornelsen Herr Drogeriebesitzer Albert Jahnke, wohnhaft Weidengasse 54, bestellt worden.

      Aus den Gerichtssälen

      Die beleidigte Lehrerin. Die Witwe Malwine Jungus in Heubude ärgerte sich darüber, daß ihr 10jähriger Sohn in der Schule bestraft worden war. Sie ging zu der Lehrerin in Krakau und macht ihr vor der Klasse heftige Vorwürfe. Sie beleidigte die Lehrerin und schlug sogar mit der Faust und dem Pantoffel auf sie los. Von der Lehrerin wurde sie dann hinausgewiesen. Das Schöffengericht verurteilte die J wegen Beleidigung und Körperverletzung zu 80 Mark Geldstrafe.

      Gestohlene Felle. Der Zimmermann Anton Manz in Danzig brach im November bei einem Kaufmann ein und stahl hier 5 Rinderfelle, 5 Schaffelle und 30 Kaninchenfelle im Werte von 750 Mark. Die Ware wollte er an einen Kaufmann weiterverkaufen. Doch dieser erkannte, daß ihm eine Hehlerei zugemutet wurde, und er machte Anzeige. Die Strafkammer verurteilte M zu 1 Jahr Gefängnis wegen Diebstahls. Seiner Angabe, daß er die Felle von einem Unbekannten erhalten habe, wurde nicht geglaubt.

      Standesamt – Todesfälle

      Witwe Hulda Schmidt geb Kruschel 84 J 6 M – T d Arbeiters August Zelinski 1 J 8 M – Witwe Amalie Lerkau geb Thrun 67 J 8 M – S d Bäckers Wilhelm Butschkau 1 J 8 M – Schiffbauer Emil Micks 61 J 9 M - Werkführer Johann Nerenberg 79 J 5 M – Witwe Maria Nachtwey geb Brauer 81 J 5 M – Frau Gertrud Strause geb Nickel 38 J 8 M – S d Kasernenwärters Ferdinand Gegenick 6 M – Frau Johann Ja??tomski geb Szezigtewski 51 J 8 M – Kaufmann Otto Schöpfer 55 J 7 M – T d Zimmermanns Joseph Golombiewski 11 J 4 M – Frau Maria Paragening geb Witznick 32 J 2 M – Schneider Paul Hooge 25 J 6 M

      Aus dem Freistadtbezirk

      Praust. Bei der heute vorgenommenen Gemeindevorsteherwahl wurde der bisherige Amts- und Gemeindevorsteher Wilhelm Hoffmann, dessen zwölfjährige Amtszeit demnächst abläuft, wiedergewählt.

      046-1920 24.02.1920

      Aus dem Freistadtbezirk

      Stadtverordnetenversammlung in Zoppot

      Zu Eingang der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde ein Schreiben des Magistrats der Stadt Danzig verlesen, in welchem der Freude über den Zoppoter Protest gegen die Auslieferung des Oberbürgermeisters Sahm Ausdruck gegeben wird.
      Als Stadtverordneter eingeführt und verpflichtet wurde durch den Bürgermeister der Zimmerer Oskar Ehlert.
      Nach einer Ansprache des Herrn Bürgermeisters Dr. Laue erfolgte die Einführung folgender unbesoldeter Stadträte: Bureauhilfsarbeiter Matthieu (Sozialdemokrat.), Oberlehrer Dr. Dannenberg, Rentier Dzaak, Dr. Ing Lübke, Rentier Manski und Sanitätsrat Dr. Wagner. Stadtverordneter Förster begrüßte die Neueingeführten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß in Zukunft das Zusammenarbeiten von Magistrat und Stadtverordneten ein harmonisches sein möge. Den Dank an Bürgermeister und Stadtverordnetenkollegium sprach Stadtrat Dzaak aus. - Stadtrat Dr. Wagner legte sein Amt als Stadtverordneter nieder.
      Die folgenden Punkte der Tagesordnung fanden leichte Erledigung.
      Den Jahresrechnungen des städtischen Gutes für 1915, 16, 17 wurde Entlastung erteilt.
      Stadtverordneter Kaescher beantragte die Erteilung der Entlastung für die Jahresabrechnung der Gasanstalt für 1915 zu vertagen: dem wurde entsprochen. Es soll zunächst das Ergebnis des Gerichtsverfahrens gegen den Gasanstaltsdirektor Günther abgewartet werden.

      Vorwürfe gegen Stadtrat Dr. Grünspan
      lagen einer Behandlung wegen Beleidigung zu Grunde, die sich gegen die Frauen B. Krüger und M. Delke richtete, und das Schöffengericht am Sonnabend zwei Stunden lang beschäftigte. Der Anklage lagen Behauptungen zugrunde, die in einer Versammlung des Wirtschaftsbundes Danziger Hausfrauen im November aufgestellt worden sind und darin gipfelten, daß der Leiter des Danziger Ernährungsamtes nicht immer ganz uneigennützig gehandelt haben solle. So wurde davon geredet, daß er auch Butter erhalten haben soll. Solche Redensarten sind in der Zeit der Lebensmittelknappheit gar nichts seltenes. Die Schinkenvorräte bestimmter Herrschaften haben in Deutschland denn auch häufig schon ein starkes Märchenleben geführt. Man mußte deshalb unter allen Umständen erwarten, daß solche Behauptungen niemals ohne triftige Grüne und nur nach eigener Kenntnis der behaupteten Tatsachen aufgestellt werden. In diesem Falle war die Anklage ursprünglich auch auf die inzwischen entlassene Hausmannsfrau ausgedehnt. Der Magistrat zog gegen sie den Strafantrag jedoch zurück. So kam sie als Zeugin vor das Gericht. Si eund ein anderer ebenfalls entlassener Angestellter bekundeten, daß nach Eintritt der Rationierung im Jahre 1917 im Bureau Butter in offenen Paketchen für Dr. Günspan abgegeben worden sei. Es wurde aber leider nicht näher nachgeprüft, ob dies nicht etwa beschlagnahmte Butter war, die dem Leiter des Amtes zur amtlichen Aufbewahrung gebracht war. Die notwendige Aufklärung litt darunter, daß Dr. Grünspan wegen einer dringenden Dienstreise nicht anwesend sein konnte. Der Vertreter des Magistrats, Rechtsanwalt Dr. Rosenbaum, erklärte, daß die Zeugen sich vor allem in der Zeit irrten. Dr. G habe nicht 1917, sondern bereits 1916, also noch vor der Rationierung Butter bezogen. Käse habe er für seine Familie mitgenommen, weil dies ungehindert erlaubt war. Noch jetzt im Ernährungsamt und seit längerer Zeit dort tätige Angestellte stellten die Behauptungen der vorgenannten Zeugen in Abrede. Amtsanwalt Böhm beantragte die Freisprechung der Frau Krüger, weil sie nur den Eingang von Butterpaketen für Dr. G, aber sonst nichts Strafbares behauptet habe. Dr. G habe tatsächlich seine Befugnisse überschritten, als er der Hausmannsfrau für ihr krankes Kind wiederholt ½ Pfund abließ, obwohl die Rationierung bereits bestand. (Die Hausmannsfrau hatte sich als Zeugin darauf berufen, daß sie gerade diesen Umstand so genau behaupten könne, weil sie die Butter für ihr krankes Kind erhielt, das im Jahre 1917 gestorben sei). Gegen Frau Delke forderte der Amtsanwalt 20 Mark Geldstrafe oder 2 Tage Haft.
      Das Gericht sprach beide Beschuldigte schon nach ganz kurzer Beratung frei.
      Die Verhandlung machte, die völlige Objektivität des Gerichtes selbstverständlich vorausgesetzt, mitunter einen eigenen Eindruck. In einer Pause machte Amtsanwalt Böhm deutlich im Zuhörerraum hörbare Bemerkungen, die nach Unvoreingenommenheit gegen Dr. G gerade nicht klagen: Völlig unverständlich ist nur, wie das Gericht zu der Meinung kommen konnte, Dr. G habe sich offene Butterpakete schicken lassen. Zu dieser Annahme gehört ein Glauben, den man so leicht nicht wieder finden wird.
      Gegen die Freisprechung ist vom Magistrat sofort Berufung eingelegt worden.

      Polizeibericht vom 24. Februar 1920

      Gefunden: 1 Perlenhandtasche, enthaltend 1 Portemonnaie mit etwas Geld, Briefmarken und Notizen von Frau Emilie Doletzki, Hundegasse 75
      1 Brillantohrring, abzuholen von Herrn Emil Abromeit, 2. Damm 7
      Eingefunden: 1 Huhn, abzuholen von Herrn Hermann Schulz, Karthäuser Straße 63

      Standesamt – Todesfälle

      Schreiber Otto Selinski 24 J – Frau Martha Macholl geb Wollschon 50 J 2 M – S d Bäckermeisters August Guztuski, 2 Tg – Lehrer a D Johann Buffandewski 84 J 10 M – Frau Emma Kallonweck geb Fröhling 71 J 9 M – S d Maurers Max Hoffmann 14 J 10 M – Frau Emma Twardokus geb Kapahnke 29 J 1 M – S d Arbeiters Franz Heimowski 5 M – Schlosser Hermann Bluhm 25 J – Bauarbeiter Robert Thober 40 J 6 M – Fleischergeselle Fritz Geisler 26 J 7 M – Witwe Emilie Petermann geb Burmeister 78 J – Kaufmann Reinhold Schmeichel 58 J 11 M – Dienstmädchen Marie Krause 24 J – Händler Casimier Sierocki 55 J 5 M – Pfarrer Adolf Fabricius 78 J 8 M – Frau Antonie Holinski geb Palutzki 28 J 7 M – Elektromonteur Waldemar Piekonowski 19 J 9 M – T d Werfthelfers Eduard Selz 3 J 10 M – S d Werkführers Gerhard Werner 4 W – Aufseher Rudolf Muhlberger 60 J 10 M – Frau Anna Buddatsch geb Palachowski 38 J 9 M – Witwe Margarete Würfel geb Schculz 46 J 7 M – T d Schneiders Gustav Wahrenberg 10 M – Tischler Gottfried Hohnfeld 87 J 2 M – Hospitalistin Auguste Schultz 85 J 4 M – Frau Anna Schirrmacher geb Rumpczykowski 53 J 2 M – Hospitalistin Marie Reineß 80 J – Frau Anna Rogalski geb Lubowski 42 J 11 M – T d Schuhmachermeisters Paul Meyer 11 M – T d Arbeiters Robert Klein 9 M – Frau Luise Habel geb John 26 J – S d Arbeiters Joseph Krajewski 18 J 8 M – T d Elektromonteurs August Schröter 8 M – S d Schneiders Fritz Schilling 8 W – Witwe Anna Rundt geb Mestna 81 J – Witwe Maira Zeitz geb Rotzoll 79 J 9 M – T d Kaufmanns Paul Johannes Formella 10 Std – S d Arbeiters Franz Deya 2 J 4 M – S d Maurers Robert Hintz 8 M – Frau Auguste Weiß geb Rhaese 46 J 5 M – Buchhalterin Gertrud Schieck 31 J 5 M – Obersignalgast a D Max Klein 20 J 9 M – Arbeiter Fritz Kindel 17 J 1 M – Maler Max Engelhardt 48 J 7 M – Arbeiter Gustav Sachmilewski 28 J – Schneider Wilhelm Roßland 31 J 8 M – unehelich 4 Söhne (Grippeepidemie in Danzig)

      Ohraer Standesamtliche Nachrichten
      Für die Woche vom 13. bis 20. Februar
      Geburten: 3 Knaben, 5 Mädchen
      Sterbefälle. Witwe Dorothea Melchior geb Markscheffel 88 J – Ehefrau Maria Brunort geb Marquard 38 J – Witwe Anna Radtke geb Langenauer 36 J – Kind Paul Zendrowski 2 J 7 M – Kind Willy Kauschinski 9 M
      Herzliche Grüße von Karin!
      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

      Kommentar

      • Rüdiger S.
        Forum-Teilnehmer
        • 05.01.2012
        • 646

        #33
        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

        Hallo Karin,

        vielen Dank für Deine Mühe. Hochinteressant, diese alten Berichte.

        Frage in die Runde:
        wozu brauchte die 16. Armen- und Waisenkommission einen stellvertretenden Waffenrat?

        Viele Grüße
        Rüdiger
        Es gibt nichts Gutes / außer: man tut es. (Erich Kästner)

        Kommentar

        • Karin K
          Forum-Teilnehmer
          • 30.03.2013
          • 236

          #34
          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

          ich denke, wenn man aus dem Waffen- einen Waisenrat macht, könnte das einen Sinn ergeben...

          Alle Angaben sind ohne Gewähr
          Herzliche Grüße von Karin!
          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

          Kommentar

          • Karin K
            Forum-Teilnehmer
            • 30.03.2013
            • 236

            #35
            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

            Die Ausgaben 47 und 48:

            047-1920 25.02.1920

            Danziger Nachrichten

            Ein tödlicher Unfall.
            Der Arbeiter Johann Roeske aus Neufahrwasser, Albrechtsstraße Nr 10, begab sich auf den an der Bahnhofsfähre in Neufahrwasser liegenden Dampfer „Shortville“ und fiel in den Schiffsraum. Als ein Mann der Besatzungsmannschaft zufällig in den Schiffsraum kam, fand er den dort liegenden Roeske, der noch schwache Lebenszeichen von sich gab. Die Leiche wurde nach dem städtischen Leichenhaus geschafft. Roeske hatte nichts auf dem Dampfer zu tun, sondern war nur aus Neugier an Bord gegangen.

            Vergiftung durch Leuchtgas. Der Zuschneider Hermann Lewandowski, Breitgasse 33, und seine Ehefrau wurden gestern früh von Hausbewohnern in ihrer Wohnung bewußtlos aufgefunden. L hatte vergessen, vorgestern abend bei Eintritt der Gassperre den Gashahn abzustellen. Die vorgenommenen Wiederbelebungsversuche hatten erfreulicherweise Erfolg, so daß es dem Ehepaar jetzt wieder gut geht.

            Neue Schulvorstände. Für die neu zu bildenden Schulvorstände der Schulen Lauental, Schellmühl, Brösen, Fischmeisterweg, Weichselmünde, Heubude, Kakau und Westl.-Neufähr werden der Stadtverordnetenversammlung vom Magistrat folgende Personen vorgeschlagen:
            1 Lauental: Rektor Michna, Schularzt Dr. Wobbe, Neufahrwasser, Fuhrhalter Adolf Kleist, Möwenweg 7, Schmied Bernhard Nowak, Redeskaweg 1, Bauunternehmer Robert Bluhm, Redeskaweg 19
            2 Schellmühl: Der 1. Lehrer Hora, Schularzt Dr. Wegeli, Langfuhr, Fabrikbesitzer Backhaus, Marxstraße 1, Werkmeister Müller, Broschkischerweg 32, Werkmeister Bendig, Broschkischerweg 18
            3 Brösen: Rektor Palm, Schularzt Dr. Wobbe, Neufahrwasser, Hilfswärter Franz Dasche, Pistoriusstraße 6, Vorarbeiter und Hausbesitzer Joseph Kurowski, Weißhoferstraße 3, Werftarbeiter Gustav Zuchaschewski, Conzestraße 6
            4 Fischmeisterweg: Rektor Dombrowski, Schularzt Dr. Dütschke, Neufahrwasser, Professor Sonntag, Fischmeisterweg 1, Kaufmann Robert Müller, Fischmeisterweg 1 a, Eigentümer August Szezebny, Fischmeisterweg 16
            5 Heubude: Rektor Lewiowski, Schularzt Dr. Backe, Heubude, Dammstraße 4, Hofbesitzer Johann Meybaum, Heidestraße 21, Bäckermeister Wilhelm Renk, Dammstraße 84, Kaufmann Otto Blank, Heidseestraße 32
            6 Krakau: Lehrer Schubert, Schularzt Dr. Backe, Heubude, Magistratsgutspächter Oskar Gehrke, Stromufer 8, Werkmeister und Eigentümer Karl Schiemann, Dünenweg 2/7, Werftarbeiter und Eigentümer Ernst Grawe Dünenweg 5
            7 Neufähr: Hauptlehrer Welz, Schularzt Dr. Backe, Heubude, Werkmaschinist Ernst Schneider, Quellbergweg 28, Eigentümer Karl Führer, Besitzer Emil Elsner, Sandkrugweg 3/5
            8 Weichselmünde: Hauptlehrer Schöwe, Schularzt Dr. Düschke, Neufahrwasser, Eigentümer Johann Morawski, Weichselmünde, Norderstraße 9, Bootbauer Max Kosch, Festungsstraße 37, Landwirt Fritz Mierau, Pulversraße 7
            Zum Mitglied des Schulvorstandes für die Schule am Schwarzen Meer wird an Stelle des verstorbenen Rentiers Dehn Frau Ingenieur Schulze, Schwarzes Meer 1, vorgeschlagen.

            Aus den Gerichtssälen

            Nächtlicher Raub. Gestern wurde vor dem Schwurgericht gegen den Schlosser Johann Günther aus Konarschin verhandelt, der wegen Raubes angeklagt war. Die Tat wurde in der Nacht zum 6. August, abends 11 Uhr, bei dem Altsitzer Jeschke in Groß-Klinsch ausgeführt. Der Angeklagte leugnet die Tat, sein Mittäter ist noch nicht festgestellt. Das bestohlene Ehepaar will den Angeklagten jedoch ganz bestimmt wieder erkennen. Er arbeitete in Groß-Klinsch bei seiner Nichte. Im gleichen Hause, einem Abbau, wohnte der beraubte Altsitzer, der den Angeklagten genau kannte. Der Angeklagte hatte sich bei der Tat vermummt. Die Tat wurde jedoch nach der Aussage der Beraubten in der Weise begangen, daß der Täter nachts mit Gewalt in die Wohnung eindrang und sofort mit einem Armeerevolver schoß. Der Eindringling verlangte dann Geld und verletzte den Altsitzer durch einen Streifschuß am Kopfe. Ein Geldbetrag wurde dann in Höhe von 3500 Mark herausgegeben. Eine zweite Person stand draußen, ohne zunächst einzugreifen. Während der Tat erleuchtete der Täter das Zimmer mit einer elektrischen Taschenlampe. Nachdem der Altsitzer aus der Wohnung geflohen war und die Frau in der Tür festgeklemmt wurde stieg der zweite unbekannte Täter durch das eingeschlagene Fenster ins Zimmer und nahm das Geld aus der Kommode, um dann zu verschwinden. Auch der erste Räuber ging dann davon. Für die Täterschaft des Angeklagten ergeben sich eine Anzahl Beweise. Er hat zu seiner Nichte gesagt, daß er sich gern Geld besorgen würde. Einem anderen Zeugen schlug er diesen Raub geradezu vor. Nach der Tat verließ er Groß Klinsch, ging nach Konarschin und dann nach Danzig. Er machte nach dem Raube größere Ausgaben, obwohl er vorher über Mangel an Geld klagte. Am 7. August fuhr er nach Danzig zum Domizil und machte auch hier Ausgaben. Auch ein Fahrrad kaufte er in Dirschau. Der Angeklagte hat den Krieg mitgemacht. Für den Staatsanwalt bestand kein Zweifel, daß der Angeklagte der Täter war. Die Verdachtsumstände gibt er auch zu, nur nicht die Tat. Die Geschworenen bejahten die Schuldfragen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 8 Jahren Zuchthaus und 8 Jahren Ehrverlust.

            Schieberfrechheit. Vor der Strafkammer wurde über eine größere Schiebersache verhandelt, an der 8 Personen beteiligt sind. Wegen Diebstahls und Hehlerei wurden angeklagt der Schiffsbauer Max Weber, der Tischler Erich Schrader in Danzig, der Monteur Wilhelm Eicke in Danzig, der Kaufmann Ignaz Woyezechowski in Zoppot, der Seemann Emil Sepp in Danzig, der Offizierstellvertreter Kurt Klaas in Zoppot, der Bankbeamte Albert Fluthwedel in Danzig und eine Bureaugehilfenwitwe. Sepp ist flüchtig. Fluthwedel und Klaas waren nicht erschienen, gegen die Witwe soll getrennt verhandelt werden. Es kam nur gegen die vier ersten Angeklagten zu einem Urteil. (gekürzt)

            Ein ungetreuer Posthelfer. In der in dieser Woche begonnenen Schwurgerichtszeit hatte sich zunächst der Kaufmann Bogislaw von Bokowski in Danzig zu verantworten. Die Anklage lautete auf Unterschlagung amtlicher Gelder und Unterdrückung von Urkunden. Der Angeklagte ist unverheiratet und kam als Schwerverletzter aus dem Felde. Er hat ein Bein verloren und bezog eine Rente von monatlich 105 Mark, die im Juli 1919 auf 194 Mark erhöht wurde. Er war eine Zeit lang stellenlos und will 4000 Mark Schulden gehabt haben. B wurde bei der Hauptpost in Danzig als Aushelfer beim Schalterdienst angestellt und erhielt täglich 12 Mark. In dieser Eigenschaft behielt er eingezahlte Geldbeträge zurück, verwendete sie für sich und schickte das Geld erst später ab, als er auf dem gleichen Wege weitere Summen unterschlagen hatte. So hatte er etwa 3000 Mark unterschlagen. Dann griff er zu einem anderen Verfahren. Er unterschlug einfach das Geld, die Summe wurde gar nicht in das Annahmebuch eingetragen, sondern im eigenen Interesse verwandt. Die Zahlkarten behielt er zurück und trug sie in seinem Notizbuch bei sich. In 7 Beträgen nahm er auf diese Weise zusammen etwa 24000 Mark an sich. Die Unterschlagungen wurden in der Zeit vom Juli bis September begangen. Das Geld hat B restlos durchgebracht. Er verlor sein Notizbuch und dadurch kam die Sache heraus. Der Angeklagte ist geständig. Die Schuldfragen wurden von den Geschworenen unter Zubilligung mildernder Umstände bejaht. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr.

            Aus dem Freistadtbezirk

            Feuer in Brentau. Von einem schweren Unglück wurde am Sonntag der Besitzer Mishkowski in Brentau betroffen. Als er vom Kirchgang zurückkehrte, fand er nur noch die rauchenden Trümmer seiner Besitzung vor. Während seiner Abwesenheit war aus bisher noch ungeklärter Ursache Feuer auf dem Gehöft entstanden, das mit großer Schnelligkeit die Besitzung vernichtete. Verbrannt sind außer dem Mob: 2 Pferde und 2 Ziegen, sowie eine große Anzahl an Hühnern.

            Großfeuer bei Steegen. Ein vermutlich infolge Brandstiftung entstandenes Feuer vernichtete am Sonntag abend zwei große Scheunen und den Stall des Amtsvorstehers Richard Sellke-Ziesewald. Der Inhalt der Scheunen, mehrere landwirtschaftliche Maschinen und Wirtschaftsgeräte sind den Flammen zum Opfer gefallen. Das Vieh konnte noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Das Wohnhaus und der Speicher sind dank der günstigen Windrichtung unversehrt geblieben.

            In der Weichsel ertrunken
            Am Sonnabend abend ist der etwa 50 jährige Arbeiter Levien aus Neufahrwasser ertrunken. Er befand sich an diesem Tage auf einem Vergnügen in dem früheren Seffertschen Lokal und verließ gegen 9 Uhr das Lokal mit dem Bemerken, er hätte sich genug amüsiert und werde nach Hause gehen. Der Inhaber des Lokals mußte ihm noch einen Hut borgen, da die Garderobe verschlossen war. Als er bis Sonntag morgen nicht nach Hause gekommen war, ließ seine Frau die Weichsel vor dem Lokal durch Peilen absuchen. Gegen 1 Uhr mittags wurde die Leiche gefunden und nach der städtischen Leichenhalle geschafft. L ist wahrscheinlich in der Dunkelheit direkt in die Weichsel gegangen.

            Von der Straßenbahn überfahren.
            Die leidige Unsitte des Anhängens an die elektrische Straßenbahn hat gestern wiederum einen betrüblichen Unfall gezeitigt. Der 8jährige Sohn des Arbeiters Krause aus Neufahrwasser, Kirchenstraße 8, vergnügte sich am Exerzierplatz Neufahrwasser mit dem Anhalten an die Plattformen der Straßenbahn, wobei er zu Fall kam und unter den Wagen geriet. Hierbei wurden ihm die Füße überfahren. Nach Anlegung eines Notverbandes durch einen Arzt wurde der Bedauernswerte mit dem Sanitätswagen nach dem Krankenhause gebracht.

            Polizeibericht vom 25 Februar

            Zugelaufen: 1 Huhn, abzuholen von Herrn Hermann Schulz, Karthäuserstraße 63

            048-1920 26.02.1920

            Lokales

            Verhaftete Schreibmaschinendiebe. In der Nacht zum 22. Februar ist aus dem Bureau des Holzarbeiterverbandes eine Schreibmaschine und eine Aktentasche gestohlen worden. Als Täter sind die Brüder Paul und Wladislaus Szymanski, der Arbeiter Rudolf Schilling und der Kaufmannsgehilfe Johannes Kasper von hier ermittelt worden. Die Schreibmaschine haben sie verkauft und das Geld verbraucht.

            Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Die beiden Söhne Reinhold und Fritz des Arbeiters Millack aus Rückwerder bei Tiegenort liefen auf der Weichsel Schlittschuh. An einer dünnen Stelle brach der eine von ihnen plötzlich ein. Der jüngere Bruder Fritz wollte ihn durch Reichen einer Eispicke retten. Dabei traf ihn das gleiche Geschick. Sofort herbeigerufene Hilfe vermochte nur noch die Leichen zu bergen.

            Aus den Gerichtssälen

            Die Tötung des Gastwirts Wilke
            Vor dem Schwurgericht wurde gestern vormittag gegen den Fleischer Johannes Karkoska aus Danzig verhandelt, der der Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt war. Karkoska hatte am 11. August v. J nach einem ausgedehnten Zechgelage den Gastwirt Wilke in Ohra-Niederfeld erschossen. Vor der Strafkammer, die gegen K wegen fahrlässiger Tötung verhandeln sollte, hatte der Angeklagte die Erklärung abgegeben, daß er in Notwehr gehandelt habe. Da in diesem Falle die Strafkammer unzuständig war, wurde die Angelegenheit dem Schwurgericht überwiesen.
            Die gestrige Verhandlung ergab folgendes Bild: Karkoska kehrte nach einem abgeschlossenen Pferdehandel mit seinen Freunden Schmidt und Köhler in leicht angetrunkenem Zustande bei Wilke ein. Beim Zechen kam es zum Streit. Karkoska feuerte aus einem Revolver zwei Schüsse ab, die in die decke einschlugen. Wilke wies seine Gäste daraufhin aus dem Lokal. Karkoska blieb vor der Haustüre stehen. Der Gastwirt versah sich jetzt gleichfalls mit einem Revolver und trat vor die Türe. Er gab, nachdem er den Platz erleuchtet hatte, drei Schüsse ab, von denen einer Schmidt am Bein verletzte. Der Getroffene rief Wilke zu, weshalb er auf ihn schieße. Er erhielt die Antwort, daß nicht ihm, sondern „dem anderen Lumpen“ der Schuß gegolten habe. Karkoska nahm an, daß er gemeint war und gab deshalb einen Schuß ab, der den Gastwirt tödlich verletzte. Die Geschworenen nahmen an, daß Karkoska in Notwehr gehandelt habe und verneinten die Schuldfrage. Das Gericht sprach daraufhin den Angeklagten frei.

            Einbruchdiebstahl. Vor der Strafkammer hatten sich der Arbeiter Alois Sarrach und der Schlosser Max Pompecki in Danzig wegen eines Einbruchdiebstahls zu verantworten. Die Sache kam bereits im Wucherausschuß zur Sprache. Ein Justizwachtmeister verließ nachmittags sein Haus und als er wiederkehrte fand er es teilweise ausgeräumt. Die Einbrecher hatten Sachen und Kriegsanleihepapiere im Werte von etwa 8000 Mark gestohlen. Mit einem Dietrich hatten sie die Stubentür geöffnet. Der Bestohlene bemerkte bei der Rückkehr den Diebstahl und ging nach dem Hauptbahnhof, da er wußte, daß sich hier im Wartesaal 4. Klasse das Diebesgesindel aufhält. Er bemerkte hier den S, der früher bei ihm tätig war und den er auch vorher in der Nähe seines Hauses gesehen hatte. S wurde unruhig, als er den Justizwachtmeister sah und so konnte letzterer dem Angeklagten auf die Stirn zu sagen, daß er ihn bestohlen habe und er zur Polizei mitkommen möge. Ein Teil der Gegenstände war bereits an einen Kassuben weiterverkauft. Die Zahlscheine fanden sich noch vor. Das Gericht verurteilte S zu 3 Jahren Zuchthaus, Pompecki zu 2 Jahren Gefängnis.

            Polizeibericht vom 26. Februar

            Gefunden: 1 Darlehnskassenschein, abzuholen von Herrn Kaufmann Kalinski, Engl. Damm 16

            Standesamt – Todesfälle

            Rentier Eduard Knuth 86 J 10 M – Bahnwärter a D Bernhard Kaschubar fast 88 J – Nähterin Klara Kocsin 76 J 2 M – T d Zimmermanns Johann Arendt 2 J 1 M – T d Borschlossers Franz Fromming 1 J – Frau Elisabeth Sperling geb Kobzinksi 67 J 8 M – S d Tischlermeisters Anton Krieger 1 J 10 M- Witwe Friederike Pätschke geb Sagert 67 J 7 M – Nähterin Elisabeth Stein 57 J 8 M – Arbeiterin Erna Fredrichs 15 J 4 M - Arbeiter Anton Biellak 29 J 10 M – Frau Rosa Muschewski geb Hermann 85 J 7 M – Schiffseigner Gustav Marten 60 J 5 M – Schneiderin Charlotte Borchert 17 J 10 M – S d Straßenbahnschaffners August Derra 3 W – T d Arbeiters Waldemar Krueger 9 M

            Nachruf

            Sozialdemokratischer Verein Ohra
            Am Montag, den 23.Februar 1920 verchied unsere langjährige Genossin
            Frau Berta Schilke geb Grumkow
            im Alter von 60 Jahren.
            Wir werden der Genossin ein gutes Andenken bewahren.
            Der Vorstand.
            Die Beerdigung findet Sonnabend, den 28. nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Ostbahn 9, statt. Rege Beteiligung erbeten.
            Herzliche Grüße von Karin!
            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

            Kommentar

            • Ute Marianne
              Forum-Teilnehmer
              • 23.11.2010
              • 1098

              #36
              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

              HAllo und einen schönen Sonntag,

              Ist ja sehr vergnüglich was alles so gefunden wurde .Ob heute so etwas auch passiert.


              Liebe Grüße Ute

              Kommentar

              • jokoda
                Forum-Teilnehmer
                • 07.10.2012
                • 115

                #37
                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                Hallo Ute,
                Suche gezielt Heirats-,Geburts-u.Taufurkunden mit Schwerpunkt der FN Koppelwiser,Rick u.Sengstock.
                Hoffe damit mehr und bessere urkundlichere Zuordnungen zu erhalten.
                MfG jokoda

                Kommentar

                • Insel2008
                  Forum-Teilnehmer
                  • 29.03.2008
                  • 779

                  #38
                  AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                  Hallo jokoda,
                  dieser thread wird liebenswürdigerweise von UteK mit Informationen aus der Zeitung "Danziger Volksstimme" gefüllt. Darin suchen muß jeder selber.
                  Für Deine Namenssuche ist die folgende Forumsadresse besser geeignet:
                  https://www.danzig.de/forumdisplay....en-Namenssuche
                  Grüße von Inselchen2008
                  Meine Namens-u.Ortsuche:
                  https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

                  Kommentar

                  • Insel2008
                    Forum-Teilnehmer
                    • 29.03.2008
                    • 779

                    #39
                    AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                    Verbesserung: wird natürlich von Karin K gefüllt.
                    Grüße von Inselchen2008
                    Meine Namens-u.Ortsuche:
                    https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

                    Kommentar

                    • Karin K
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.03.2013
                      • 236

                      #40
                      AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                      Die Ausgaben 49 und 50:

                      049-1920 27.02.1920

                      Danziger Nachrichten

                      Bestätigung der sozialdemokratischen Stadträte
                      Die im Dezember von der neuen demokratisch zusammengesetzten Stadtverordnetenversammlung gewählten 14 Stadträte haben sämtlich die Bestätigung des Staatskommissars Foerster erhalten. Damit sind auch unsere Genossen Nagrotzki und Wölk als die ersten sozialdemokratischen Stadträte Danzig bestätigt worden. (gekürzt)

                      Gefaßte Einbrecher

                      Bei einem versuchten Einbruchdiebstahl auf dem dritten Damm wurden am 26 Januar, 12 ½ Uhr nachts, die langgesuchten Ein- und Ausbrecher Hermann Duidzinski und Willi Böhnke von hier überrascht. In ihrer Begleitung fand sich noch der Arbeiter Albert Schröter, Unterstraße 14 wohnhaft. Bei Duidzinski wurde ein scharfgeladener Revolver, eine Menge Dietriche und bei Böhnke eine scharfgeladene Armeepistole vorgefunden. Zu dem Polizeiwachtmeister Drews, von dem sie überrascht und festgenommen wurden sagte Duidzinski, daß er ihn unbedingt erschossen hätte, falls er ihn früher erkannt hätte. Duidzinkski hat eine mehrjährige Zuchthaus- und Böhnke eine mehrjährige Gefängnisstrafe zu verbüßen.

                      Aus den Gerichtssälen

                      Landfriedensbruch vor dem Schwurgericht
                      Wegen Landfriedensbruchs hatten sich heute der Arbeiter Albert Wolf in Danzig, der Arbeiter Albert Krüger in Neufahrwasser, der Arbeiter August Schmidt in Neufahrwasser und der Arbeiter Albert Behling in Neufahrwasser zu verantworten. Behling war nicht erschienen. Der Landfriedensbruch wurde am 26 Juli, nachmittags 8 Uhr, in Neufahrwasser im Hafen begangen. Von einem Schiffe wurde Wein und Rum in einen Speicher der Firma Wolff ausgeladen. Diese Getränke reizten die Arbeiter und es wurden Getränke ausgeteilt. Bald tummelte sich eine Menge von etwa 70 Personen vor dem Speicher an, und man versuchte den Speicher zu stürmen. Im Speicher waren bereits einige Personen, darunter auch Behling, die die Fässer anbohrten und Getränke für die Menge abfüllten. (gekürzt)

                      Danziger Nachrichten

                      Beerdigung einer Parteigenossin
                      Die Ohraer Parteigenossen werden gebeten, sich bei der Beerdigung der Genossin Schilke am Sonnabend, den 28. zahlreich zu beteiligen. Die Verstorbene war jahrelang Mitglied des sozialdemokratischen Vereins. Ihr großer Wunsch, den in französischer Gefangenschaft schmachtenden Sohn noch einmal zu sehen, ging nicht mehr in Erfüllung. Ein schwerer Grippeanfall verlief tödlich. Die Beerdigung findet nachmittags um 4 Uhr vom Trauerhause, Ostbahn Nr. 9 statt.

                      Polizeibericht vom 27. Februar 1920

                      Gefunden: 1 Etui mit Brotmarken, abzuholen von Frl. Elisabeth Kamin, Mirchauer Weg 4

                      Standesamt – Todesfälle

                      S d Bureaugehilfen Ernst Kämpfe 9 J 7 M – S d Terrazofabrikanten Valentino Tromentin 8 J – Frau Rosalie Aalbude geb Nickel 47 J 3 M – Steuer Johann Roesle 45 J 6 M – Frau Valerie Olszewski geb Peplinski 66 J 3 M – Generalagent Robert Zamkowski 49 J 7 M – Frau Louise Sch?? geb Milke 59 J 8 M – Eigentümer unleserlich 59 J 10 M – Witwe Julianne Potratz geb Becker 70 J 2 M – T d Hilfsschaffners Max Nelke totgeb (ab hier weitgehend unleserlich )

                      050-1920 28.02.1920

                      Danziger Nachrichten

                      Raubüberfall auf dem Bahnhof. Der Heizer Artur Grabowski aus Emaus und der Schiffszimmermann Oskar Schiller, Karthäuserstraße, lösten sich am Mittwoch Bahnsteigkarten und begaben sich auf den Bahnsteig, wo der Berliner Zug abfahrbereit stand. Auf dem Bahnhof entrissen sie einer Dame eine Handtasche mit 3000 Mark und einer zweiten Dame einen Karton, in dem sich Ausweispapiere auf den Namen Frau Auguste Artschwager geb Gapzart, 80 Mark Geld und zwei Fahrkarten nach Berlin befanden, und ergriffen mit ihrer Beute die Flucht. Sie wurden aber auf das Geschrei der Bestohlenen von hinzueilenden Bahnbeamten ergriffen. Die Tasche mit dem Gelde wurde gefunden und der Bestohlenen zugestellt. Der Karton blieb verschwunden.

                      Einbruchdiebstahl nach Wäsche. Wegen einer Reihe von Einbruchdiebstählen hatten sich vor der Strafkammer der Bäckerlehrling Albert Görtz in Danzig, der Hausdiener Paul Albert Merholz in Danzig, der Arbeiter Gustav Kreft in Brentau, der Arbeiter Albert Koschinski in Danzig, der Arbeiter Peter Nurech in Ohra und die Arbeiterfrau Franziska Zilenke in Danzig zu verantworten. Die ersten fünf Personen brachen in verschiedene Wohnungen Danzigs ein und stahlen hier Wäsche. An die Frau Zilenke wurde Wäsche im Wert von 2000 Mark für 130 Mark verkauft. Das Gericht verurteilte Görtz zu einem Jahre Gefängnis, Merholz zu 3 Jahren Gefängnis, Kreft zu 2 Wochen Gefängnis, Koschinski und Nurech zu 2 Monaten Gefängnis wegen Diebstahls, die Zilenke zu 4 Monaten Gefängnis wegen Hehlerei.

                      Polizeibericht vom 28. Februar 1920

                      Gefunden: 1 Portemonnaie mit Geld, einer russischen Münze und Taschenkalender, abzuholen von Frau Krause, Altstädtischen Graben 48, 2 Tr.
                      Verloren: 1 dunkelgrüne Brieftasche mit zirka 300 Mark und Papieren für August Irmer aus Thorn.

                      Standesamt – Todesfälle

                      S d Sicherheitsbeamten Friedrich Garde 4 M – Aushilfbote Musketier im Reserve-Inf-Regt 40, Kurt Ernst Ulpke 20 J 11 M – Frau Minna Schwartz geb Goebel 79 J 11 M – Frau Wanda Bonkowski geb Zimay 37 J 5 J – Frau Martha Butzian geb Sonneberg 35 J 4 M – S d Schneiders Paul Trepczyk 19 Tg – unverehelichte Ottilie Caspari 64 J 11 m – Frau Frieda Grabowski geb Gronau 34 J 8 M – Verkäuferin Margarete Krüger 22 J 8 M – S d Arbeiters Ludwig Fröhlich 10 M – Frau Pauline Czoske geb Olschewski 37 J 3 M – S d Schneider Paul August Bahr 1 J 2 M

                      Anzeige

                      Heute Nacht um 1 Uhr starb nach kurzem schwerem Leiden unsere innig geliebte Tochter und Schwester Hilda nach soeben vollendetem 13. Lebensjahr.
                      Dies bringen allen Bekannten hiermit zur Kenntnis
                      Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister
                      August Sickfeld und Frau Margarethe geb Aufrecht nebst Kinder
                      Zoppot den 26. Februar 1920
                      Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29 Februar 1920, nachm. 2 ½ Uhr, vom Trauerhause Heinrichsallee Nr 15 aus statt.
                      Herzliche Grüße von Karin!
                      Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                      Kommentar

                      • Karin K
                        Forum-Teilnehmer
                        • 30.03.2013
                        • 236

                        #41
                        AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                        Die Ausgaben 51 und 52:

                        051-1920 01.03.1920

                        250000 Kriegsgefangene zurückgekehrt
                        Wie die Reichsstelle für Kriegs- und Zivilgefangene mitteilt, sind bis zum heutigen Tage 250000 Kriegsgefangene aus Frankreich und Belgien in die Heimat zurückgekehrt. Die Transporte laufen fortgesetzt weiter und vollziehen sich ohne irgendwelche Stockungen. Wenn dasselbe Tempo beibehalten wird, so dürften mit Ablauf der nächsten sechs Wochen sämtliche Gefangene der Heimat wieder zurückgegeben sein.

                        Polizeibericht vom 29. Februar und 1. März 1920

                        Gefunden: 1 Brennstoffkarte für Eisenbahnschaffner Marquard
                        1 Darlehnskassenschein, abzuholen von Herrn Polizeiwachtmeister Rack, Mirchauerpromenadenweg 3
                        1 Kindergummischuh, abzuholen von Herrn Martin Manthei, Birkenallee 4
                        Verloren: 1 schw. Geldscheintasche mit zirka 20 Mark, 6 Seifenkarten und 1 Karte von der Volkshochschule für Erna Kohnke
                        1 braune Brieftasche enthaltend zirka 20 Mark, 1 goldene Uhr mit silberner Kette, 2 silberne Etuis, Briefe und Ausweis pp für Erika Krüger

                        Standesamt – Todesfälle

                        Frau Meta Wandel geb Gohlke 35 J 4 M – Schiffskapitän Jakob Dramborg 68 J 8 M – Frau Paula Kowallowsky geb Przybyszewski 29 J 1 M – Witwe Louise Heinrich geb Ahnert 64 J 10 M – T d Arbeiters Karl Trud 8 M – T d Schneiders Franz Wittkowsky 1 J 1 M – Kaufmann Wilhelm Krämer 57 J 2 M – Arbeiter Julius Lewanski 59 J 8 M – Frau Emma Schimakowski geb Hein 46 J 1 M – Rentenempfängerin Johanna Berg 77 J 5 M – Witwe Ottilie Caspari geb Hirschfeld 55 J 11 M – Kaufmann Robert Centnerowski 55 J 8 M – Rentier Dr. Georg Daffé 75 J 3 M – Witwe Elisabeth Schneider geb Borowski 80 J 9 M – Schuhmachermeister Mathias Wiemer 74 J 5 M

                        Anzeige

                        Deutscher Transportarbeiter-Verband
                        Ortsverwaltung Danzig
                        Den Verbandsmitgliedern die traurige Nachricht, daß in der letzten Woche nachstehende Kollegen verstorben sind:
                        1 Der Hafenarbeiter Karl Wallrath
                        40 Jahre alt, von einem Bürgerwehrmann erschossen
                        2 Der Hafenarbeiter Anton Raulien
                        52 Jahre alt, durch Unglücksfall
                        3 der Hafenarbeiter Johann Röske
                        46 Jahre alt, durch Unglücksfall
                        4 der Geschäftskutscher Franz Mucharowski
                        31 Jahre alt, an der Grippe
                        Ehre ihrem Andenken
                        Die Bestattung der Kollegen hat bereits stattgefunden
                        Die Ortsverwaltung, i A E. Werner

                        052-1920 02.03.1920

                        Polizeibericht vom 2. März 1920

                        Gefunden: 1 schwarzer Kinderkragen, abzuholen von Frl Frieda Mordzeck, Jäschkenstraße 42
                        1 Bernsteinbrosche mit Silbereinfassung, abzuholen von Frau Martha Johl, Kallgasse 8 c III

                        Standesamt – Todesfälle

                        Witwe Pauline Kunkel, geb Kassen 76 J 2 M – Arbeiter Erich Grabewski 21 J 6 M – Frau Franziska Neumann geb Trosiener 23 J 8 M – Arbeiter Johann Kapteina 47 J 6 M – Barmherzige Schwester Wilhelmine (genannt Avcadia avateini) 35 J 2 M – Bäcker Karl Schatzlowski (genannt Hausdorf) 75 J 3 M – Witwe Julianna Staeder geb Gurski 87 J 5 M – Witwe Justine Böttcher geb Koschke 83 J 9 M – Büchsenmacher a D Ernst Wagner 78 J 7 M – Putzmacherin Elsa Hein 21 J 9 M – Seminarist Unteroffizier im Inf-Regt Nr 151 Walter Bruno Isedor Gottfried 20 J 1 M – Fabrikarbeiter Musketier im Inf-Regt Nr 34 Arthur Julius Karp 23 J 6 M – Musketier im Inf-Regt Nr 67 Paul Barganowski 20 J 7 M – T d Straßenbahnschaffners Franz Woßmann 12 J 2 M – Frau Louise Hermann geb Zinnert 50 J 3 M – Kaufmann Johannes Joseph Meloch 37 J 2 M – Schiffszimmermann Johann Peters 65 J 10 M - Frau Anna Schiek geb Calmsee 57 J 2 M – T d Arbeiters Paul Pischel 1 J 5 W – Postanzhelfer Robert Emil Schnaak 31 J 4 M – unehelich 1 Sohn, 1 Tochter

                        Aus dem Freistadtbezirk

                        Tödlicher Eisenbahnunfall

                        Am Sonnabend verunglückte der Bankdirektor Dr. Jasinski auf dem Bahnhof Oliva tödlich. Er war auf der Heimfahrt nach Zoppot mit dem letzten Zuge versehentlich in Oliva ausgestiegen. Als er seinen Irrtum bemerkte wollte er im letzten Augenblick, als sich der Zug bereits wieder in Bewegung befand, wieder einsteigen. In der Dunkelheit verfehlte er das Trittbrett und geriet unter die Räder. Obgleich die Notbremse sofort gezogen wurde, konnte der Verunglückte nur noch als Leiche geborgen werden.

                        Tiegenhof. Nächtlicher Raubüberfall.
                        Eine maskierte Bande von 5 bis 7 Mann erbrach in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag die Haustüre des Besitzers Schwarzrock-Schönsee und drang in das Haus ein. Dem sich in seinem Bett aufrichtenden 78jährigen S wurde von den Einbrechern Blendlaterne und Revolver vor die Brust gehalten: „Geld oder das Leben“. Aus Angst gab der alte Mann den Räubern 700 Mark aus dem Schrank, wobei er bemerkte, daß er kein bares Geld mehr im Hause habe. Als die Diebe beim Durchsuchen des Bettes eine Geldtasche mit 7000 Mark fanden, schrie einer derselben: „Schießt den Hund über den Haufen, er hat gelogen.“ Hierauf erbrachen sie sämtliche Räume und Schränke und stahlen Wäsche, Fleisch und Räucherwaren. Außer S befand sich noch seine Nichte im Hause, die ebenfalls bedroht wurde und ihr Zimmer nicht verlassen durfte. Während des Einbruchs hatte ein Teil der Bande das Haus umstellt.

                        Anzeige

                        Am 23 v Mts ist der frühere Stadtrat
                        Herr Stadtältester Dr. Dasse
                        im Alter von 75 Jahren einem langen Leiden erlegen.
                        Wir betrauern den Heimgang dieses aufrechten Mannes, der mehr als 30 Jahre lang Mitglied der städtischen Körperschaften, davor 15 Jahre unbesoldeter Stadtrat gewesen ist, und auch allezeit um das Wohl unserer Stadt, namentlich ihrer Jugend bemüht hat. Als er im Jahre 1911 aus gesundheitlichen Grünen sein Amt niederlegte, haben wir ihn in dankbarer Anerkennung seines Wirkens zum Stadtältesten gemacht!
                        Wir werden ihm auch fernerhin ein dankbares Andenken bewahren.
                        Der Magistrat
                        i A Bail
                        Bürgermeister
                        Die Stadtverordneten-Versammlung
                        Keruth,
                        Geheimer Justizrat
                        Herzliche Grüße von Karin!
                        Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                        Kommentar

                        • Karin K
                          Forum-Teilnehmer
                          • 30.03.2013
                          • 236

                          #42
                          AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                          Die Ausgaben Nr 53 und 54:

                          053-1920 03.03.1920

                          Aus dem Roten Hause Danzigs

                          Einführung der ersten sozialdemokratischen Stadträte

                          Die gestrige Sitzung der Erwählten des Roten Hauses zeichnete sich wieder durch eine Länglichkeit aus, die weder der Presse zusagen kann noch die Güte der Beratungen fördert. Von 4 bis nach 10 Uhr abends mußten die Vertreter der Presse, nach schwerer Tagesarbeit, noch ihren Dienst verrichten. Die einleitende Parade hat die Einführung der neuen Stadträte. Unter ihnen befanden sich auch als die ersten beiden Sozialdemokraten die Genossen Nagrotzki und Woelk. Damit ist der kapitalistische Ring, den das alte Dreiklassenjoch um das Danziger Rathaus fester als sonst in Deutschland geschmiedet hatte, erst endgültig gesprengt. Und es war ein gutes Zeichen, daß den neuen sozialdemokratischen Stadträten ein Reaktionär so historischer Bedeutung wie der einstige Baugewerksmeister Herzog weichen mußte. Dafür blieb dem Magistrat der Bäckerobermeister Karow erhalten, der sich als einstiger Strekrebell neben der roten Nachbarschaft gewiß äußerst wohl fühlen wird. Die Einführung der neuen Männer erfolgte durch Bürgermeister Dr. Bail, weil Oberbürgermeister Sahm aus einem für ihn sehr schmerzlichen Grunde nicht anwesend war. In der Korona des Magistrats vermißte der Kenner aber vor allem den Kämmerer Dr. Goert, den einst rühmlichst bekannten Leiter des Danziger Armenwesens. Er war an dem festlichen Ereignis so dringend verhindert, daß man ihn noch um 5 Uhr in der Langgasse wandeln sehen konnte. Für ihn war es doch wohl zu anstrengend, sich selbst davon zu überzeugen, daß Regierung und Sozialdemokratie heute doch nicht mehridiotisch entgegengesetzte Begriffe sind. Inzwischen hat er zwar, als er in Altona Senator werden wollte, vor allem Volke versichert, daß er sozialdemokratischen Bestrebungen zwar sympathsich gegenüber stehe. Aber die Altonaer sind nicht so leichtgläubige Leute und da scheint die einseitige Liebe wohl auch nicht zu lange gedauert zu haben...
                          Breiteren Raum nahmen in den Verhandlungen die Erörterungen über den letzten Streik in den lebenswichtigen städtischen Betrieben ein. Unsere Genossen Arczynski und Grünhagen ließen gar keinen Zweifel darüber, daß es in so lebenswichtigen Betrieben, wegen der schweren Bedrohung der Allgemeinheit, zu keinem Streik kommen dürfe. A berief sich sehr richtig auf die Stellungsnahme des Danziger Arbeiter- und Soldatenrates, der die Pflicht zur Arbeit in solchen Betreiben auch während eines Generalstreiks vorschrieb. Doch betonten unsere Redner mit dem gleichen Nachdruck, daß für den Magistrat aus dem gleichen Grunde in erster Linie soziale, nicht formal-buraeukratische Gesichtspunkte maßgebend sein müßten. Besonderen Dank habe die Technische Nothilfe nicht verdient.
                          Die vom Magistrat beantragten Teuerungszulagen benutzte der Unabhängige Gebauer zu einem speziellen Heldenstück. Er forderte, genau entgegengesetzt seinem früheren Standpunkt, den Genosse Grünhagen gestern in der „Volksstimme“ darlegte, höhere Zulagen für die geringer Besoldeten. Genosse Grünhagen rechnete darauf mit dem demagogischen Doppeltalent deutlich ab. Zur revolutionären Abwechselung lobte die Unabhängige Käthe Leu die Wirkung der privaten sozialen Fürsorge. Arge Mißstände auf dem städtischen Rieselgut rügte Genosse Reek. Der Pächter Hallmann zahlt jährlich nur 28000 Mark Pacht und bezieht aus der Verpachtung des halben Landes an kleine Leute schon 100000 Mark. Dabei befindet sich das Gut in jammervoller Verfassung. Der Kriegsbeschädigten, die erst während des Krieges nach Danzig gekommen sind, nahm sich Genosse Behrend an. Diese Bedauernswerten erhalten hier keine Arbeit nachgewiesen und auch keine Erwerblosenunterstützung. Assessor Berent verteidigte diese Benachteiligung. Doch konnte er wenigsten mitteilen, daß neuerdings auch diese Kriegsbeschädigten, die entdgültig von der früheren Reichswerft und Schichau entlassen worden sind, die Arbeitslosenunterstützung erhalten. Warum dann dieses Verfahren nicht auch allen Leuten in gleicher Lage zugute kommt, können wir nicht verstehen. Jedenfalls war es sehr richtig, was der Zentrums-Stadtv. Dr. Thun gegen die Juristen- und Assessoren-Wirtschaft im Danziger Rathaus sagte. Genosse Arczynski konnte ergänzend darauf hinweisen, daß sogar im städtischen Arbeitsamt, wo dies zuerst unbedingt notwendig ist, nicht ein einziger Mann der Praxis sitzt.
                          Eine neue Polendebatte veranlaßte eine persönliche Beschwerde über angebliche Benachteiligung polnischer Kinder beim Sprachunterricht. Vom Stadtschulrat konnten die Bemängelungen als mindesten übertrieben zurückgewiesen werden, wie der polnische Stadtv. Dr. Kubacz selbst zugab. Bemerkenswert ist, daß ein wesentlicher Teil der nur 700 Anmeldungen zum polnischen Sprachunterricht von deutschen Eltern eingegangen ist, die ihre Kinder in der polnischen Sprache ausbilden lassen wollten, während der Unterricht nur polnischen Kindern gewährt werden soll. Doch sind in acht Fällen die Anträge auch direkt gefälscht gewesen; in nicht zu wenigen Fällen sind sie ferner nicht von den zuständigen Erziehungsberechtigten gestellt worden.

                          Polizeibericht vom 3. März 1920

                          Gefunden: 1 schwarzer Damenhut mit schwarzem Federstutz, abzuholen von Herrn Hochschulassistenten Schmidt, Goßlerallee 1
                          1 Täfelchen mit Geld und einem Bleistift, abzuholen von Herrn H Fiedelmann, Langfuhr, Pfefferstraße 14, Ecke Hauptstraße

                          Standesamt – Todesfälle

                          Witwe Auguste Nagrotzki geb Petrowski 77 J 9 M – Frau Pauline Landes geb Fritz 56 J 2 M – Schiffsbauingenieur Friedrich von Kloth 31 J 11 M – Heizer Johannes Gelwitzki 23 J 7 M – Witwe Laura Hilla geb Bold 78 J 2 M – Arbeiterin Gertrud Hildebrandt 21 J 7 M – Frau Renate Balsenowski geb Peti fast 73 J – S d Arbeiters Otto Heldt 2 Wch – Frau Amalie Ziehm geb Ohlendorf 36 J 1 M – Witwe Auguste Schwarz geb Zeppke 65 J 1 M – Kontoristin Elsbeth Dolecke 28 J 7 M – T d Schlossers Albert Neumann 10 J 9 M – Witwe Marie Steinhauer geb Froese 70 J 11 M – Witwe Johanna Ruprecht geb Koschinski 62 J 6 M – T d Schmieds Anton Thal 6 M – T d Steuermanns Joseph Hohmann 1 J 1 M – Schiffseigner Gottlieb Becker 77 J 2 M – Frau Emma Bestmann geb Tietze 44 J 5 M – Bautechniker Wilhelm Wald 62 J 8 M

                          Aus den Gerichtssälen

                          Tötung des eigenen Kindes

                          Vor dem Schwurgericht hatte sich gestern das Dienstmädchen Auguste Brasgalla, ohne festen Wohnsitz, wegen Kindstötung zu verantworten. Die 21jährige Angeklagte stammt aus Soldau. Das Haus der Eltern ist wegen des Krieges zerstört worden und die Eltern sind gestorben. Sie diente in Danzig, hatte ein Liebesverhältnis und am 4. Februar 1919 wurde sie in der Hebammen-Lehranstalt von einem gesunden Mädchen entbunden. Am 13. Februar wurde sie mit ihrem Kinde aus der Anstalt entlassen. Sie war ohne Mittel und wußte nun nicht, wo sie das Kind unterbringen sollte. Ihren alten Dienst hatte sie wieder antreten können. Das Kind durfte sie aber nicht mitbringen. Im Vorgarten des Herrschaftshauses kam ihr der Gedanke, das Kind zu erwürgen. Sie führte diesen Entschluß auch sofort aus und legte das Kind in den Garten. Dann meldete sie sich bei ihrer Dienstherrin und erklärte auf Befragen, daß sie das Kind bei einer Frau untergebracht habe. Abends holte sie ihr Kind aus dem Garten und verwahrte es in ihrem Schließjkorbe. Es blieb dort bis zum 19. November liegen. Inzwischen wechselte sie ihren Dienst und fuhr schließlich nach Soldau. Die Sache kam dadurch heraus, daß die Angeklagte ihrer Schwester den Schließkorb überließ und schrieb, sie solle nicht erschrecken, wenn sie den Schließkorb öffne. Diese ließ darauf den Schließkorb durch die Polizei öffnen, die dann das Kind vorfand. Die Angeklagte ist reumütig geständig. Sie glaubte, daß das Kind in der Anstalt bleiben konnte. Die Anstaltsleitung wieder glaubte, daß das Kind bei einer Frau untergebracht würde, wie das Mädchen auf Befragen in Aussicht stellt, und dies nahm auch die Fürsorgeverwaltung an. Sie alle aber irrten. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage nach Totschlag, unter Zubilligung mildernder Umstände. Das Gericht erkannte auf 2 Jahre, 3 Monate Gefängnis.

                          054-1920 04.03.1920

                          Nächtlicher Raubüberfall

                          In der Nacht zum 2. März drangen mehrere maskierte Männer in die Wohnung des Kirchhofwächters Witkowski, Bebsenerweg 90, ein und nötigten die Eheleute unter Vorhaltung von Revolvern zur Herausgabe ihrer Barschaft. Während einer der Täter die Eheleute unter Vorhaltung eines Revolvers bedrohte, haben die anderen beiden sämtliche Behälter erbrochen. Es filene ihnen in die Hände: 1 Handharmonika, 1 goldene Herrenuhr nebst goldener Kette, 1 Trauring mit 2 Silberstreifen gezeichnet T. W., eine Brieftasche mit 50 Mark, eine Damenhandtasche mit Silberverschluss und sämtliche Hausschlüssel. Als Täter wurden ermittel: Schlosser Gustav König, Arbeitsbursche Paul Lippke, St. Michalelsweg 14, Arbeiter Otto Jerdanski, Labesweg 15, Arbeiter Ernst Jerdanski, Labesweg 15, Elektromonteur Siegfried Schaarschmidt, Mirchauerweg 58 c, Kellner Kurt Schaarschmidt, Hochstrieß 80, Müller Otto Lehmann, Marienstraße 79. In der Wohnung des Schaarschmidt sind 4 fast neue Messingleuchter, anscheinend aus einem Kichendiebstahl herrührend, 1 Reisepelz, grau bezogen mit Waschbärkragen, und ein Teil von Waren vorgefunden, welche aus dem Einbruchdiebstahl des Eisenhändlers Paul Krüber, Hauptstraße 88, stammen. Eigentümer des Pelzes sowie der Leuchter können sich bei der Kriminalpolizeit melden.

                          Polizeibericht vom 4. März 1920

                          Gefunden: 1 goldener Ring mit blauem Stein, abzuholen von Frau Geheimrat Schulze, Steffensweg 19

                          Standesamt – Todesfälle

                          Frau Renate Balsenowski geb Pett fast 78 J – Frau Laura Ewert geb Förster 78 J 9 M – Witwe Justine Sitterin geb Lohrenz 78 J 5 M – Witwe Maria Kreft geb Wichmann 70 J – Witwe Marie Hoffmann geb Cornell 55 J – Witwe Josephine Preskowski geb Matzer 78 J 4 M – Maschinenbauer Max Koppenwieser 59 J 6 M – Witwe Rosalie Heinrich geb Offenbach 73 J 8 M – unverehelichte Marie ??der 78 J – Frau Johanna Schulz geb Marzan 38 J 3 M – Schreiberin Isolde Bredow 26 J 5 M – Landwirt Franz ?? 64 J 5 M – S d Arbeiter Heinrich Jahn ??J 4 M – Amtsvorsteher Julius von Schulz ?? J 6 M – unehelich 1 Sohn
                          Herzliche Grüße von Karin!
                          Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                          Kommentar

                          • Karin K
                            Forum-Teilnehmer
                            • 30.03.2013
                            • 236

                            #43
                            AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                            Die Ausgaben 55, 56 und 57:

                            055-1920 05.04.1920

                            Heimkehr Danziger Kriegsgefangener. Von den in französischer Hand befindlichen Kriegsgefangene sind bis heute zirka 450 aus dem Stadtkreise Danzig zurückgekehrt, so daß in den nächsten Tagen noch zirka 300 Heimkehrer aus dem Stadtkreise zurückzuerwarten sind. Die Mehrzahl der Kriegsgefangenen, die für den Stadtkreis Danzig in Frage kommen, treffen regelmäßig mittags mit dem Zuge von Königsberg-Marienburg kommend, zirka 12,20 Uhr hier ein. Auch sind bereits von dem ersten Transport aus Japan und zwar Angehörige unserer ehemaliger Kämpfer aus Tsingtau hier eingetroffen.(gekürzt)

                            Von der Sicherheitswehr erschossen. Die Arbeiter Otto Becker und Anton Ellerwald aus Weichselmünde wurden am 4. März um 3 ½ Uhr nachmittags von einem Wachtmeister der Sicherheitswehr dabei betroffen, wie sie mit einem Motorboot von einem Stettiner Dampfer, welcher am Weichseluverbahnhof gegenüber Weichselmünde lag, von dort gestohlene Steinkohlen und Heringe fortzuschaffen. Der Wachtmeister rief den Bootsinsassen wiederholt zu, sofort an Land anzulegen. Als diese nicht darauf reagierten, gab der Wachtmeister aus seiner Pistole einen Warnschuß ab.. Die Bootsinsassen riefen dem Wachtmeister darauf Schimpfworte zu und versuchten mit dem Boot zu entkommen. Daraufhin nahm der Wachtmeister den Karabiner und feuerte einen Schuss auf die Bootsinsassen ab. Von diesem Schuß wurde der Arbeiter Otto Becker getroffen und tödlich verletzt. Das Boot legte darauf in Weichselmünde an, und der Verletzte wurde nach seiner Wohnung gebracht, woselbst er infolge der Verletzung starb.

                            Ein Spielklub aufgehoben. Der Bürgerwehr ist es gelungen, einen Spielklub in der Hundegasse 119 beim Schneidermeister Dick aufzuheben. Der Wache wurde nachts Mitteilung gemacht, daß hier ein Spielklub sein Domizil aufgeschlagen habe. Mehrere Bürgerwehrleute begaben sich darauf in das Hotel und stellten hier eine Anzahl Personen als Spieler fest. Eine Menge Spielgeld wurde beschlagnahmt.

                            Standesamt – Todesfälle

                            S d Arbeiters Heinrich Jahr, 6 J 4 M – S d Hilfsmonteur Wilhelm Finselberger 3 J 4 M – S d Eisenbahnarbeiters Alexander Marlowski 11 Wch – Provinzial-Wegemeister a D August Dost 69 J 3 M – Frau Karola Witzke geb Echt 86 J 9 M – Arbeiter, ehemaliger Füsilier, Franz Grubba 26 J 6 M – T d Schmiedegesellen Paul Hallmann, totgeb – Kaufmann Julius Leon 76 J 6 M – Rentier Wilhelm Otto 54 J 2 M – Frau Hermine Peters geb Witzke fast 58 J – Witwe Helene Weisondt geb Herber 85 J 8 M – Besitzer Hermann Max, 54 J 5 M – Matrose Heinrich Bahrs 26 J 8 M – Lehrmädchen Frieda Czoske 16 J 1 M

                            056-1920 06.03.1920

                            Aus dem Freistadtbezirk

                            Diebstahl als Erziehungsmittel. Der Heizer R. Zimmermann in Klein Plehendorf stahl mit einem unbekannt gebliebenen Mann im August nachts vom einem Eisenbahnwagen am Kaiserhafen 20 Zentner Kohlen. Von dem Wachtmann wurde er dabei erkannt und hatte sich vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte meinte, er habe nicht stehlen wollen, er wollte vielmehr die Eisenbahnverwaltung nur darauf hinweisen, wie leicht bei ihr gestohlen werden könne. Das gut gemeinte Erziehungsmittel für die Eisenbahnverwaltung stand beim Schöffengericht nur geringes Verständnis, denn es erkannte auf 2 Wochen Gefängnis wegen Diebstahls.

                            Polizeibericht vom 6. März 1920

                            Gefunden: 1 Portemonnaie mit Geld, Briefmarken und Ausweis für Frau Emilie Bieder, Eschenweg 15
                            1 Paar Schäfte zu Kinderschuhen, abzuholen von Herrn Werftmeister Stoerk, Gasanstalt II
                            1 Kindergummischuh, abzuholen von Herrn Martin Manthey, Birkenalle 4
                            1 eiserne Hantel, gez. F H, abzuholen von Herrn Willy Hoffmann, Olivaerstraße 8

                            Standesamt – Todesfälle

                            T d Steinmetzes Karl Czaia 11 M – Witwe Leokadia Müller geb v Biskupsky 77J 10 M – Köchin Henriette Kamin 70 J 4 M – Witwe Marie Baltruschel geb Jatza 78 J 5 M – S d Kaufmanns Kurt Zimmermann, totgeb – Oberpostschaffner Augustin Penk 48 J 3 M – S d Arbeiters Franz Drezechowski 6 Wch – unehelich 1 S

                            057-1920 08.03.1920

                            Aus den Gerichtssälen

                            Diebstahl in der Artilleriewerkstatt. Wegen Diebstahls und Hehlerein hatten sich vor der Strafkammer der Arbeiter Rathke, der Schneider Modest, der Fräser Schröder und der Kaufmann Gitschin in Danzig zu verantworten. Aus der Artilleriewerkstatt wurden 4 Ballen Leder und 2 Ballen Flachsleinwand im Werte von 12000 Mark gestohlen. Die 3 ersten Angeklagten waren die Täter, während Gitschin die Ware für 4800 Mark kaufte und für 6300 Mark verkaufte und sich dadurch der Hehlerei schuldig machte. Das Gericht verurteilte Rathke zu einem Jahr Gefängnis, da er als Wächter gestellt war, den Modest zu 6 Monaten und Schröder zu 9 Monaten Gefängnis wegen Diebstahls und Gitschin wegen Hehlerei zu 9 Monaten Gefängnis.

                            Polizeibericht vom 7 und 8 März 1920

                            Gefunden: 1 Damenregenschirm, abzuholen von Schlossermeister Herrn Bohl, Friedenssteg 9 1 Tr
                            1 Haarkamm, abzuholen von Herrn Bureaubeamten Bruno Fliege, Olivaer Straße 27 b
                            1 goldene Halskette mit goldenem Medaillon nebst 2 Photographien, abzuholen von Frl Margarete Schulze, Bastion Wolf 3
                            Herzliche Grüße von Karin!
                            Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                            Kommentar

                            • Karin K
                              Forum-Teilnehmer
                              • 30.03.2013
                              • 236

                              #44
                              AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                              Die Ausgaben 58, 59 und 60

                              58-1920 09.03.1920

                              Polizeibericht vom 9. März 1920

                              Gefunden: 1 brauner Rosenkranz im Etui, abzuholen von Frau Emma Schulze, Am Holzraum 7, II Hinterhaus

                              Standesamt – Todesfälle

                              Witwe Johanna Schulz geb Falk 75 J 2 M – Friseur Gregor Haffke 81 J 10 M – Arbeiter Alfred Beer 46 J 2 M – Kaufmann Theodor Kryschewski 37 J 11 M – Dienstmädchen Margarete Fregin 17 J 5 M – Frau Eva Corinth geb Leskowski 33 J 4 M – Witwe Wilhelmine Dippke geb Witzke 68 J 8 M – Glasmacher Max Michaelis 38 J – Witwe Friederike Müller geb Ricke 58 J – Rentiere Johanna Lindemann 67 J 8 M – Ors?? August Grabinski 54 J 4 M – S d Arbeiters Oskar Carnowski 3 J 5 M – S d Arbeiters Eduard Wiecki 9 M – Witwe Henriette Hübner geb Westphal 78 J 5 M – Geschäftsinhaberin Helene Zeh 42 J 5 M – Witwe Edelgunde Wronna geb Gollowski 72 J 1 M – Schneiderin Helene von Wreuck 88 J 9 M – Kaufmann Robert Zeruski 49 J 4 M – Rentenempfänger Otto Muche 81 J 4 M – Schmiedemeister Stanislaus Mielcorek 48 J 6 M – Invalide August Lurkowski 65 J 6 M – Frau Minna Schwarzrock geb Arendt 63 J – Bautechniker Joseph Grabowski, fast 78 J – Witwe Marie Schwarz geb Retz 77 J 9 M – Frau Rosalie Blittschau geb Gurski 27 J 9 M – Witwe Berta Feierabend geb Ballack 76 J 3 M – Frau Martha Liedtke geb Felix 58 J – Kaufmann August König 56 J 3 M – Witwe Laura Leerwe geb Bartel 71 J 8 M – Ältester Joseph Kupper 58 J – S d Landwirts Albert Wittrin 1 J 8 M – Witwe Minna Schmidt geb Klaaßen 80 J – Witwe Rosalie Güttner geb Ludwig fast 80 J – Frau Lina Kucks geb Lorenz 26 J 8 M – Schiffbauer Adolf Sonntag 44 J 3 M – Tischler Gustav Stramka 48 J 5 M – Schriftsetzer, Gefreiter im 7. Garde-Inf-Regt Johannes Roether 22 J 7 M – Kaufmann, Leutnant der ?? 38, Fritz Winter 25 J 1 M – Diplom-Ingenieur, Regierungs-Bauführer, Leutnant d Res Colamar Hans Otto Heinrich Wollenhaupt 30 J 3 M – Witwe Laura Reinke geb Staruppe 71 J 1 M – T d Schlossers Max Jadaszewitz 1 J 1 M – Besitzer Hermann Pokriefke 52 J 6 M – Dienstmädchen Arietta Wanat 28 J 2 M – Ingenieur Rudolf Zimmermann 30 J 7 M – Fleischermeister Eduard Schlottke 40 J 3 M – Schneider Artur Mynski 26 J 8 M – unehelich 1 Sohn, 1 Tochter

                              059-1920 10.03.1920

                              Standesamt – Todesfälle

                              S d verstorbenen Böttchers Paul Krumm 10 J 3 M – Arbeiter Bernhard Weinberger 34 J 4 M – Frau Eva Schulz geb Treichel 40 J – Schneider Artur Mipass 26 J 8 M – Invalide Johann Schmidt 85 J 8 M – Arbeiter Franz Zander 47 J 8 M – Wirtin Bertha Retzlaff 30 J 10 M – Arbeiter Morrell Ronte 46 J 1 M – Arbeiterin Anna Westa 35 J 11 M – Arbeiter August Patel 71 J 5 M – Frau Johanna Schielke geb Jankowski 46 J 8 M – Kaufmann Walter Döring 51 J – Schiffer Johann Reddig68 J 5 M – Frau Helene Klein geb ?? 56 J 11 M – Schiffskapitän Wilhelm Fretwurst 71 J 8 M – Frau Justina ??nack geb Lawrenz 59 J 7 M

                              Anzeige

                              Sozialdemokratischer Verein Danzig-Stadt
                              Nach längerem Leiden, verursacht durch die Strapazen des Kriegsdienstes und der Gefangenschaft, starb unser Genosse, der frühere Bezirksleiter und jetzige 2 Vorsitzende des Bezirk Neufahrwasser
                              Paul Littschwager
                              Ehre seinem Andenken
                              Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause, Albrechtstraße 31 aus statt.
                              Der Vorstand

                              Sozialdemokratischer Verein Danzig-Stadt
                              Am Montag früh verstarb nach längerem Leiden unser Mitglied
                              Max Michaelis
                              Ehre seinem Andenken!
                              Die Beerdigung erfolgt am Freitag nachmittags ? Uhr vor der Leichenhalle des alten Heiligen??friedhofes statt
                              Der Vorstand

                              060-1920 11. März 1920

                              Polizeibericht vom 11. März 1920

                              Gefunden: 1 schwarzer Pompardur mit Paß und Messekarte für Frau Osiech aus Warschau
                              1 Perlbeutel mit Inhalt, abzuholen von Frl Else Sattler, Jakobswall Nr 22
                              1 goldener Bleistift, abzuholen von Bernhard Hinz, Jakobsgasse 4

                              Standesamt – Todesfälle

                              S d Schlosser Ernst Rathke ½ Stunde – Schneidermeister August Braun 58 J 1 M – Arbeiter Johann Albert Scharping 63 J – S d Metalldrehers Brutus Sepp 9 J 8 M – Fleischermeister Ernst Rehfuß 42 J 6 M – Frau Olga Schwarz geb Grunwald 46 J 3 M – Schlosserlehrling John Olszynski 17 J 4 M – Frau Marie Schimann geb Wesselowski 86 J 2 M – S d verstorbenen Fleischers Wilhelm Tobias 1 J 4 M
                              Herzliche Grüße von Karin!
                              Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

                              Kommentar

                              • Karin Langereih
                                Forum-Teilnehmer
                                • 17.02.2008
                                • 1092

                                #45
                                AW: Namen in der Danziger Volksstimme 1920

                                Danke Karin,
                                es waren wieder interessante Namen dabei, ob sie nun zu meiner Familie gehören, das wird sich irgendwann einmal zeigen.
                                Liebe Grüße Karin L.

                                Kommentar

                                L