Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

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  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2508

    #16
    AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

    Da das stimmt leider. Wer eine Hakennase hatte, wurde verdächtigt ein Jude zu sein.Wenn man die Kirchenbücher, der Familie lückenlos nachverfolgen kann, kann man auf manche Überraschung stoßen.
    Viele Grüße
    Belcanto

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    • Marc Malbork
      Forum-Teilnehmer
      • 23.02.2008
      • 1050

      #17
      AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

      Zitat:Dabei war es u.a. auch so, dass sie mit ihrer Familie 1934/35 (gemeint wohl 1944/45, Rüd.) von Gallkehmen (später Hohenschanz) nach Neustadt und von dort weiter nach Danzig geflohen ist. In Danzig kamen sie in ein Auffang- und Gefangenenlager, wo sie in den Sommermonaten lebten. Erst 1944/45 wurden sie mit einem Zug in einen Ort namens "Schnoffau" (wenn ich meine Oma richtig verstanden habe) gebracht, von dort nach Berlin Scheune und dann weiter nach Barth-Holtz (an der Ostsee).
      Mit allem Vorbehalt, weil ich nicht dabei war und nach dem Kriege geboren bin: Es scheint sich um eine "normale" Fluchtgeschichte aus dieser Zeit zu handeln.

      Nach den ersten russischen Vorstößen im Herbst 1944 wurde der nordöstlichste Teil Ostpreußens von der Bevölkerung Ende 1944 geräumt. Eigentlich waren wohl nur die südlichen Kreise Ostpreußens Auffanggebiet, aber wer individuell ohne Treck reiste kam auch schon weiter nach Westen (Neustadt/Danzig) durch. Im Zuge der näherrückenden Front mag man dann von Neustadt nach Danzig gelangt sein. Zum Auffanglager in Danzig kann ich nichts sagen, das könnte sich mit ein paar mehr Informationen etwa zur Lage in der Stadt aber wohl klären lassen. Die Zwangsausweisung im Sommer 1945 dürfte dann in der Tat über Schlochau gegangen sein. Berlin Scheune ist mir (als Berliner) unbekannt, es wird Stettin (Ortsteil) Scheune gemeint sein. Das war das letzte Lager für die ausgewiesenen Deutschen. Wer dort als Deutscher im Sommer 1945 war, den würde ich aus Taktgefühl von mir aus nicht nach Einzelheiten fragen. Die Flucht könnte dann im Gebiet des sog. Stadtholzes bei Barth in der Nähe von Stralsund geendet haben.

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      • ada.gleisner
        Forum-Teilnehmer
        • 17.02.2008
        • 882

        #18
        AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

        Ich gehe auch davon aus, daß die Zeittafel von Lena P. nicht ganz stimmt. Anstatt 34/35 muß es sicher 44/45 heißen. Aber wiederum nicht ganz stimmig ist, daß sie in den Sommermonaten 44 in einen Auffanglager in Danzig gelebt haben. Übrigens ein Kriegsgefangenenlager für Engländer gab es, soweit ich mich erinnere, auf dem Stolzenberg oder doch ganz in der Nähe. Ab und zu waren englische Kriegsgefangene in unserem Garten und haben dort Gartenarbeiten erledigt. Grüße von Ada
        Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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        • Familie Lowitsch
          Forum-Teilnehmer
          • 11.02.2008
          • 283

          #19
          AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

          Hallo Renate, könnte es sich um eines der zwei sogenannten NARVIK-Lager gehandelt haben? Im früheren Forum hatte ich seinerzeit nach der Lage gefragt, da mein Großvater als ehemaliger Schichauer dort interniert war und möglicherweise auch dort starb.
          Wenn ich mich richtig erinnere, befand sich NARVIK II in Langfuhr, nicht weit der ehemaligen Karl-Freyburger Straße bzw. Richtung Flugplatz. Und in eben jenem Lager hat es einfache Baracken gegeben, in denen wärend des Krieges wohl (auch) Engländer waren, die wiederum unter anderem auf der Schichau-Werft arbeiteten.
          es grüßt Mandy aus dem Brandenburger Forrest
          "Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht."Erich Fried

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #20
            AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

            Schönen guten Abend,

            nach meiner Kenntnis wurden KEINE deutschen Flüchtlinge im Narviklager untergebracht. Momentan begeben wir uns ins Reich der Spekulationen.

            Lena, als Du zwei Mal schriebst 1934/35 - meintest Du da 1944/45? Wenn ja, dann gab es eine Flucht vor den Russen -nicht vor den Polen- erstmals Mitte Oktober 1944 als die Russen vorübergehend auf breiter Front einbrachen. Diese Flüchtlinge kehrten jedoch zumeist nach Abzug der Russen wieder in ihre Dörfer und Städte zurück. Wenn vereinzelt Flüchtlinge im Großraum Danzig blieben, dann waren sie im Oktober 44 noch halbwegs anständig untergebracht und ganz sicher nicht in Gefangenenlagern mit feindlichen Inhaftierten.

            Prekär wurde die Situation ab Januar 45. Wenn mit Neustadt Weyherowo gemeint ist, dann dürfte bei Vormarsch der Russen eine Flucht von dort aus eher Richtung Westen erfolgt sein und zwar nordöstlich der von Westen vorrückenden russischen Verbände deren Ziel es war, die deutschen Einheiten und Danzig einzukesseln.

            Der Name Kirstein gibt keinen Hinweis darauf, dass er jüdischen Ursprungs ist. Lena, ich fürchte, ohne weitere Hinweise Deiner Oma über Zeiträume, Orte, Fluchtwege oder sonstige kleine Mosaiksteinchen wird alles Spekulation bleiben müssen.
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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            • Lena Pegel
              Forum-Teilnehmer
              • 12.10.2009
              • 9

              #21
              AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

              Wie gesagt, ich kann nur wiedergeben, was meine Oma erzählte, allerdings in einem sehr klaren Zustand, wie ich bemerken möchte. Sie wusste Details, die mich persönlich sehr überrascht haben (zB dass sie jeden Sonntag mit ihrem Vater und den Nachbarn auf der Kutsche des Vaters 36 Kilometer weit nach Stallupönen gefahren sind, also 1,5 Stunden wie sie mir sagte, um in die evgl. Kirche zu gehen).

              Meine „Zeittafel“ stimmt schon, denn meine Oma erzählte, dass sie zwei Mal geflüchtet sind. Wie gesagt, einmal 34/35 von Gallkehmen nach Danzig und erst 44/45 wieder von Danzig nach Norddeutschland. Die Zeit in Danzig haben sie, laut meiner Oma, in besagtem Auffanglager verbracht.

              Es gibt noch eine Anekdote, die meine Oma erzählte, sie ist mir heute eingefallen und möglicherweise gibt es einen tieferen Hintergrund als ich erkennen kann: sie schilderte, dass sie einmal auf ihrer Arbeitsstelle in Norddeutschland (sie wohnten in Barth, ihr Flucht-Endziel) zu Ostern das erste Mal mit dem Brauch in Berührung kam, Ostereier zu verstecken und zu suchen. Ihre Kolleginnen sprachen ihr gut zu und sagten: „Los Erika, such die Ostereier.“ Und sie haben lustig gesucht und gesammelt. Meine Oma kannte diesen Brauch bis zu diesem Zeitpunkt nicht und kam dementsprechend freudig nach Hause, um ihren Eltern die gesammelten bunten Eier zu zeigen. Ich glaube ihr Vater war es, der dermaßen ausrastete, dass er sie totgeschlagen hätte, wäre die Mutter nicht dazwischen gegangen. Nun stellt sich mir die Frage, warum jemand so derart zornig sein kann, dass die Tochter Ostereier gesammelt hat. Könnte es also sein, dass es einen religiösen Glauben gibt, in dem es verboten war, dies zu tun!?!?!?

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              • Lena Pegel
                Forum-Teilnehmer
                • 12.10.2009
                • 9

                #22
                AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                @ Wolfgang:

                34/35: 1. Flucht aus Gallkehmen (später Hohenschanz, an der lit. Grenze, Kreis Stallupönen, später Ebenrode) über Neustadt nach Danzig mit dem Pferdetreck (Planwagenflucht).

                Auffanglager in Danzig, dort in den Sommermonaten untergebracht (laut meiner Oma)

                Die Pferde wurden der Familie von den Polen geklaut.

                44/45: 2. Flucht aus Danzig nach vermutl. Schlochau (meine Oma sagte „Schnoffau“, denke aber, sie meinte Schlochau), mit dem Zug angebl. bis „Berlin Scheune“, könnte aber Stettin Scheune gemeint sein (so denke ich), dort Aufenthalt (wie lange kann ich nicht sagen), dann mit dem Zug nach Barth-Holz in Mecklenburg (das war extra ein Zug für diese Menschen, die in das Flüchtlingslager Barth-Holtz gebracht wurden). In der Stadt Barth ließ sich die Familie dann nieder.

                Über das Flüchtlingslager in Barth gibt es im Internet gerade mal zwei vage Einträge.

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                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #23
                  AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                  Hallo Lena,

                  war dann Deine Oma 10 Jahre in Danzig? Oder ging sie zwischenzeitlich nach Stallupönen zurück? Was könnte der Grund gewesen sein 1934/35 aus dem sicheren Stallupönen zu flüchten? Wenn es politische oder religiöse Gründe waren, dann war Danzig zwar bis Kriegsausbrauch ein bisschen liberaler, aber ich wäre sicherlich nicht aus diesen Gründen nach Danzig geflüchtet, sondern wahrscheinlich nach Polen oder in ein anderes Land. Außerdem wurden die jüdischen Mitbürger zwar 1934/35 diskriminiert, aber noch nicht lebensbedrohend verfolgt.

                  Danzig war kein sicherer Zufluchtsort für Jene, die -aus welchen Gründen auch immer- das Reich verlassen mussten. Wenn sicher ist, dass Deine Oma 34/35 erstmals flüchtete, liegt in der Klärung dieser Frage vielleicht der Schlüssel für die Beantwortung aller Folgefragen.
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                  Kommentar

                  • Lena Pegel
                    Forum-Teilnehmer
                    • 12.10.2009
                    • 9

                    #24
                    AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                    Lieber Wolfgang,

                    laut übereinstimmenden Aussagen meiner Oma und deren Schwester kamen die Polen (nicht die Russen, ich habe mehrmals nachgefragt!) nach Gallkehmen (sicher auch in andere umliegende Dörfer, aber Spekulationen lasse ich mal beiseite), „sie kamen ins Haus, haben Bilder, Taufscheine, Geld zerschnitten und Grammofonplatten zerhackt. Haben Vieh und Pferde vertrieben. Sie [die Familienmitglieder] wurden aus den Häusern vertrieben und sind dann mit einem Pferdetrack los …“ Das ist die Aussage. Warum die Polen nun kamen und nicht die Russen, warum 34/35 und nicht zu einem späteren Zeitpunkt, warum sie Gallkehmen überfielen, das mit seinen 118 Einwohnern sicher nicht das paradiesische Ziel einer Eroberung ist … ich weiß es nicht. Daher meine Fragen. Vielleicht hat ja irgendjemand, der dies liest, eine plausible Erklärung für all dies.

                    Kommentar

                    • Wolfgang
                      Forumbetreiber
                      • 10.02.2008
                      • 11623

                      #25
                      AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                      Liebe Lena,

                      ich kann auf Deine Fragen nur mit den Schultern zucken. Ich habe keine Idee, wann POLEN in Gallkehmen gewesen sein könnten. Heute ist das Gebiet russisch und die Russen haben Gallkehmen nach Kriegsende vollkommen zerstört. Es existiert nicht mehr.

                      Wann waren Polen in Gallkehmen? 1934/35? Kaum vorstellbar. 1944/45? Als die Russen dort waren, haben sie sicherlich keine Polen reingelassen.

                      Interessante und ungeklärte Fragen. Ich schlage vor, dass Du Dich an Spezialisten und Knowhow-Träger in der Heimatkreisgemeinschaft Stallupönen/Ebenrode wendest. Die Homepage auf der Du auch Telefonnummern findest ist http://www.ebenrode.de.vu/,

                      Es wäre nett, wenn Du uns informieren würdest, solltest Du dort weiterführende Informationen erhalten.
                      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                      Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                      • Marc Malbork
                        Forum-Teilnehmer
                        • 23.02.2008
                        • 1050

                        #26
                        AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                        Hallo Lena,

                        interessante Familiengeschichte, für 34/35 sehe ich aber absolut keine Erklärung.

                        Polenüberfälle im Spätsommer 1944 kann es im Raum Stallupönen/Gallkehmen aber tatsächlich gegeben haben. Man muss dazu sehen, dass sich ca. ab August 44 Memelland und Nordostpreußen schon in Auflösung befanden und im angrenzenden polnisch-litauischen Gebiet die sog. Partisanentätigkeit der Polen erheblich zunahm. Übergriffe der Partisanen auf deutsches Gebiet (u.a. Treuburg) sind belegt. Für einen Partisanenüberfall würde das von dir angedeutete Wegtreiben des Viehs (dann wohl in die schon von den Partisanen jenseits der ehem. und heutigen Grenze beherrschten Gebiete) und der Vandalismus sprechen. Das alles war schon, bevor die Russen zunächst Ende 44 und dann endgültig ab Januar 45 kamen.

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                        • Lena Pegel
                          Forum-Teilnehmer
                          • 12.10.2009
                          • 9

                          #27
                          AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                          Sagen wir es mal so: meine Oma war 1934/35 gerade mal 3 bzw. 4 Jahre alt, 1944/45 dementsprechend 13 bzw. 14 Jahre jung. Die Flucht aus Gallkehmen 34/35 hat sie sicher in ihrem Bewusstsein gespeichert, aber nach den vielen Fragezeichen bei den super Mitforschern hier im Forum lasse ich den Gedanken zu, dass sie vielleicht alles immer und immer wieder nacherzählt bekommen hat und somit von den Geschichten der Familie lebt. Dh ob es nun Polen waren, die Gallkehmen überfielen, oder eben doch die Russen, da liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo zwischen Phantasie und echter Erinnerung begraben.

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                          • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.02.2008
                            • 160

                            #28
                            AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                            Hallo in die Runde,
                            in meinen früheren Erlebnisberichten habe ich für die Zeit 1944 beschrieben, daß in Praust im Juli-August, die ersten Flüchtlinge aus dem baltischen Raum auftauchten. Sie lagerten mit ihren Pferdegespannen auf dem Schulhof und badeten im Radaunelanal.
                            Im Herbst riss dann der Zustrom kaum noch ab und um die Weihnachtszeit waren ständig Flüchtlinge in den Privathäusern als Einqartierung.
                            Ständig hatten wir auch immer wieder Deutsche Soldaten als Einquartierung.
                            Und im Januar 1945 begann auch die Fluchtbewegung einzelner aus unserer
                            Umgebung. So vorallem auch Nachbarn die etwas mit den Werften zu tun hatten. Meine Familie blieb in der Nähe meines Vaters, der damals als Lokführer dienstverpflichtet im Danziger Raum bleiben mußte.
                            Zu Lagerbauten möchte ich hinweisen auf die Häufung derartiger Baracken bei Schellmühl und Saspe, die schon in der Topograohischen Karte
                            Nr.1677 Danzig, 1939 eingetragen waren. Die Werften hatten schon vor Kriegsbeginn immer auswärtige Arbeiter und Auzubildende in Baracken untergebracht. - Und der Name "Narwik" soll Beziehing haben zur Ausbildung von Marine-Landungstruppen, die bis 1940 für die Landung in Narwik geschult wurden. Sicher läßt sich dieses aus der Militär-Forschung ermitteln
                            Während des Krieges wurden noch viele weitere Baracken errichtet, für alle möglichen Funktionen. So z.B. in Praust am Flugplatz, der Zuckerfabrik und beim Gut Praustfelde.
                            Nach Kriegsende wurden solche Baracken, wenn sie nicht durch Feuer zerstört waren, dann auch von der sowjetischen Armee als Lager für
                            Gefangene genutzt. So gab es ja die sog. Narwiklager für Zivilgefangene zur Demontage auf den Werften. Mein Vater war dort als Zivilgefangener
                            und hat von den großen Verlusten berichtet. Die von mir geschriebenen Berichte stehen im Internet. Der Verbleib dieser Toten ist bis heute noch nicht geklärt. Unser Freund Olter hat dieses einmal beschrieben und konnte keine Hinweise und Daten ermitteln. Dieses war damals Hoheitssache der
                            sowjetischen Troppen.
                            Auch mein Schwager, der als RAD-Mann 1944 in Oliva verpflichtet war, berichtete von Barackenunterkünften.
                            Nachdem die Demontage der Anlagen für U-Bootbau und Torpedobau
                            erledigt war, dienten die "Narwiklager-Baracken" auch der polnischen
                            Miliz als Zwischen-Sammellager für Vertriebene aus den straßenweise
                            geräumten Stadtbezirken in Danzig. Von dort aus wurden sie dann in Güterzügen in Richtung Westen abtransportiert. Welche schrecklichen
                            Dramen sich dadurch ereigneten wurde niedergeschrieben.
                            Dieses wird in verschiedenen Erlebnisberichten aus der Zeit 1945/46 aufgezählt.
                            Grüße sendet Euch Erwin Völz.

                            Kommentar

                            • Familie Lowitsch
                              Forum-Teilnehmer
                              • 11.02.2008
                              • 283

                              #29
                              AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                              Danke Erwin, jetzt weiß ich wieder, das du mir seinerzeit auf meine Anfrage zur Lage des/der NARVIK-Lager Informationen gabst.
                              Bis wann genau erfolgten die Demontagearbeiten auf der Werft? Mich interressiert besonders der Teil, wo U-Boote gefertigt bzw.repariert wurden.
                              So gab es ja die sog. Narwiklager für Zivilgefangene zur Demontage auf den Werften. Mein Vater war dort als Zivilgefangener
                              ...mein Großvater und wie ich mittlerweile weiß, auch andere Familienmitglieder.
                              Mein Großvater arbeitete im Bereich U-Boote. Hältst du es für möglich, dass in diesem Bereich auch Kriegsgefangene beschäftigt waren. Laut mündlicher Überlieferung, soll mein Opa aus diesem Grund, bei der Arbeit Waffe "getragen" haben?! Er hatte aber mit den Nazis nix am Hut und Anfragen bei entprechenden Stellen (wie z.B. WAST) ergaben, dass er nicht beim Militär war
                              es grüßt Mandy aus dem Brandenburger Forrest
                              "Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht."Erich Fried

                              Kommentar

                              • Familie Lowitsch
                                Forum-Teilnehmer
                                • 11.02.2008
                                • 283

                                #30
                                AW: Auffanglager in Danzig? Wer kann helfen?

                                Ich habe gerade ein neues Profilbild geladen.Dieses Bild dürfte garnicht existieren, da es in einem U-Boot aufgenommen sein soll Es zeigt meinen Großvater in der Mitte.
                                es grüßt Mandy aus dem Brandenburger Forrest
                                "Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht."Erich Fried

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