Müller P. Buchholz W.

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  • Inge Mü.
    Forum-Teilnehmer
    • 27.05.2021
    • 18

    #1

    Müller P. Buchholz W.

    Hallo zusammen,
    Ich bin sehr unsicher aber ich erzähle einmal kurz.
    Mein verstorbener Vater ist in Danzig geboren. 1943 nach einen Bombenangriff floh er mit seinem Bruder aus Danzig. Da war er 13 Jahre alt. Seine Oma hatt man auf einer Liege aus einem bombadierten Haus getragen. Alles muss sehr chaotisch und bedrohlich gewesen sein. Ich glaube, er glaubte seinen Erinnerungen selber nicht. Von seinen Eltern und Geschwistern hat er nie wieder etwas gehört. In Dortmund fand er eine neue Heimat hat aber nicht über die Vergangenheit erzählen können. Ich vermute da er stark traumatisiert war.
    Was er erzählt hat:
    Mein Vater Otto ( Hermann ?) Müller am 23.09.1930 in Danzig geboren, evangelisch und getauft. Er hatte mehrere Geschwister. Er berichtet viel von der Stadtmitte- Brunnen, schöne Häuser und Marienkirche.
    Sein Vater hieß Paul Müller und soll zuletzt auf der Werft gearbeitet haben.
    Seine Mutter hiess Wally Müller geborene Buchholz.

    Er berichtet von einen Opa der im Stadtheater eine eigene Werkstatt hatte. Er meinte er war Instrumentenmeistermacher???

    Er berichtet von Besuchen im ländlichen Bereich bei Verwandten und vom Strand und schwimmen.

    Er berichtet von einen Onkel der ein " hohes Tier" zu dieser Zeit gewesen sein soll.

    Er berichtet das er öfters einen Schulhof hat fegen müssen,- f den Rektor.

    Der Name von Stein ist auch einmal gefallen.

    und er sagte das er in der Hitlerjugend war.

    Alles sehr porös,- ich weiss,- und dennoch frage ich hier in die Runde: "gibt es irgendwelche Aufzeichnungen, Wissen, die / das mir helfen könnten meine Familienwurzeln zu finden"?!!!
    Es erscheint mir ausweglos .
    Lieben Dank an alle die sich diesen Text durchlesen und darüber nachdenken.
    Über Ideen oder Erkenntnisse würde ich mich freuen.
    Inge
  • sarpei
    Forum-Teilnehmer
    • 17.12.2013
    • 6085

    #2
    AW: Müller P. Buchholz W.

    Hallo Inge,

    für mich sieht das nach einer zweimaligen Heirat aus. Hier die wahrscheinlich erste:

    Am 4. August 1927 heirateten in Danzig:

    1. der Arbeiter Paul STEIN, katholisch, * 11.06.1903 i Danzig, wohnhaft Kolkowgasse 2 in Danzig,
    Vater: Atbeiter Peter Wilhelm STEIN
    Mutter: Maria geb. KAPITZKI
    (beide wohnhaft in Danzig)

    2. die Aufwärterin Wally Agnes BUCHHOLZ, evangelisch, * 23.05.1901 in Danzig, wohnhaft Pfefferstadt 4 in Danzig,
    Vater: Instrumentenmacher Hermann Robert BUCHHOLZ
    Mutter: Auguste Emma geb. WUNDERLICH
    (beide wohnhaft in Danzig)

    Da passt für mich zu viel mit deinen Angaben zusammen, als dass es ein Zufall sein kann.


    Viele Grüße

    Peter

    Kommentar

    • sarpei
      Forum-Teilnehmer
      • 17.12.2013
      • 6085

      #3
      AW: Müller P. Buchholz W.

      ... auf den standesamtlichen Geburtseinträgen von Paul STEIN und Wally BUCHHOLZ ist nur die im Beitrag #2 angesprochene Heirat als beischrieb vermerkt.

      Peter

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      • Lavendelgirl
        Forum-Teilnehmer
        • 11.01.2015
        • 4012

        #4
        AW: Müller P. Buchholz W.

        Hallo Peter,

        deine Hypothese passt leider nicht zu dieser Sterbeurkunde:
        Name: Brigitte Charlotte Stein
        Sterbealter: 0
        Art des Ereignisses: Sterbefall (Tod)
        Geburtsdatum: 20. Jul 1942
        Sterbedatum: 29. Dez 1942
        Sterbeort: Danzig-Langfuhr, Freie Stadt Danzig, Preußen
        [Polen]
        Tod - Standesamt: Danzig I, Freie Stadt Danzig, Krs Danzig
        Vater:
        Paul Stein
        Mutter:
        Wally Agnes Stein
        Urkunde Nummer: 3514

        Liebe Grüße,
        Frank
        Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

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        • Lavendelgirl
          Forum-Teilnehmer
          • 11.01.2015
          • 4012

          #5
          AW: Müller P. Buchholz W.

          Hallo Inge,

          liegt dir eventuell die Geburtsurkunde deines verstorbenen Vaters vor?
          Vielleicht handelt es sich bei der Familie STEIN um seine Pflegeeltern?

          Ich muss dem Peter recht geben.
          Es gibt eigentlich zu viele Übereinstimmungen, kann eigentlich kein Zufall sein!

          Viele Grüße,
          Frank
          Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

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          • Lavendelgirl
            Forum-Teilnehmer
            • 11.01.2015
            • 4012

            #6
            AW: Müller P. Buchholz W.

            Hallo Inge,

            zu #4

            1942 war die Familie STEIN wohnhaft in der St. Bartholomäikirchengasse 10.
            Sagt dir diese Anschrift etwas?

            Die Heimatortskartei Danzig beinhaltet zwar eine Karte für Paul STEIN, diese gibt aber leider nicht mehr her.

            Viele Grüße,
            Frank
            Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

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            • Inge Mü.
              Forum-Teilnehmer
              • 27.05.2021
              • 18

              #7
              AW: Müller P. Buchholz W.

              Vielen lieben Dank an Euch!Nun bin ich sehr verwirrt!

              Ich bekomme die Informationen noch nicht übereinander. Ich muss nachdenken. Müller?, Stein?, Buchholz?

              Es gab keine Geburtsurkunde meines Vaters! Im Stammbuch der Familie steht "Beurkundung nicht nachgewiesen".

              Mein Vater wollte nicht über seine Vergangenheit sprechen.

              Mein Vater hat seine Geburtsstadt sehr geliebt und verschiedene Strassen genannt. Es lag immer irgendwie ein Schleier darüber. Nicht greifbar. Bartholomäikirchengasse? Ich weiß es nicht.


              Auch meinen Geschwistern hat er kaum etwas erzählt. Er sagte einmal ,-er habe uns nach seinen Geschwistern / Angehörigen benannt
              Irmgard , Werner, Otto, Paul,- tja und ich sollte Edeltraut heißen. Ob da etwas Wahres dran ist?

              Der Instrumentenmacher Hermann Buchholz mit seiner Tochter Wally ist schon ziemlich einzigartig und macht mir jetzt viele Gedanken.

              Für jeden weiteren Anhaltspunkt bin ich dankbar.
              Euch einen schönen Abend

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              • Lavendelgirl
                Forum-Teilnehmer
                • 11.01.2015
                • 4012

                #8
                AW: Müller P. Buchholz W.

                Hallo Inge,

                es wäre wohl am besten, du würdest dir die Geburtsurkunde deines Vaters in Danzig, beim dortigen Standesamt, bestellen!

                URZĄD MIEJSKI W GDAŃSKU
                Urząd Stanu Cywilnego
                Krzysztof Bartoszewicz
                Inspektor
                Nowe Ogrody 8/12
                80-803 Gdańsk

                (Herr Bartoszewicz versteht deutsch).

                Viele Grüße,
                Frank
                Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

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                • sarpei
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.12.2013
                  • 6085

                  #9
                  AW: Müller P. Buchholz W.

                  Hallo Inge,

                  auch wir bekommen deine Ausgangsinformationen nicht zu 100% mit den Fundstücken übereinander. Warum nun dein erneuter Hinweis "Für jeden weiteren Anhaltspunkt bin ich dankbar." etwas ändern soll, erschließt sich mir nicht. Vielleicht führt es uns ja gemeinsam weiter, wenn du etwas zum Stand der dir vorliegenden Dokumente eteas sagen könntest. Zumindest ein Familienbuch scheint ja zu existieren. Darüber hinaus könnten folgende Unterlagen weitere Hinweise liefern:

                  1. Standesamtlicher Geburtseintrag deines Vaters. Erhältlich beim Standesamt in Gdansk für direkte Nachkommen, also nach deinen Ausführungen auch für dich. Geburtseinträge, die weniger als 100 Jahre zurück liegen sind definitiv nicht online verfügbar (Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten).

                  2. Sollte dein Vater nach 1957 geheiratet haben, gilt folgendes:
                  "... ab 1958 wurden die Familienbücher eingeführt in Form von DIN A4-Kartonblättern wo die Eltern auch mit aufgeführt wurden sowie die Kinder, wen die geheiratet haben, Scheidung und Tod wurden dort ebenfalls vermerkt.". Es lohnt sich auf jeden Fall diesbezüglich beim Standesamt nachzufragen, das am Todesort deines vaters zuständig war.

                  3. Standesamtlicher Sterbeeintrag. Im Zusammenhang mit dem Punkt 2. solltest du eine unbeglaubigte Ablichtung aus dem Sterberegister anfordern.

                  4. Im gleichen Zuge: nach Beiakte erkundigen. In der Beiakte bzw. Sammelakte werden alle (Antrags-)Unterlagen die zu einer Eintragung im Personenstandsregister führen gesammelt. Auf jeden Fall nachfragen, ob so etwas existiert/angelegt wurde.

                  Möglicherweise lässt sich ja irgendein weiterführender Hinweis in den genannten Dokumenten finden.

                  Darüber hinaus an dich die Frage: was weißt du zu der Flucht im Jahr 1943? Wohin ging diese? Zu einem der nicht näher genannten Verwandten auf dem Lande?


                  Viele Grüße

                  Peter

                  Kommentar

                  • Lavendelgirl
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.01.2015
                    • 4012

                    #10
                    AW: Müller P. Buchholz W.

                    Hallo Inge,

                    auch ein Zufall?

                    Am 04.05.1932 starb in Danzig eine Edeltraud Margot MÜLLER.
                    Vater: Paul Müller
                    Mutter: Angelika geb. WARMINSKI.

                    Viele Grüße,
                    Frank
                    Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

                    Kommentar

                    • Inge Mü.
                      Forum-Teilnehmer
                      • 27.05.2021
                      • 18

                      #11
                      AW: Müller P. Buchholz W.

                      Ich habe nur unser Familienstammbuch.
                      Die erste Seite ist die beglaubigte Abschrift DIN A 4 Karton - Blatt
                      Müller Otto, 23.09.1930 in Danzig geboren, evangelisch
                      Vater: Müller PAUL zuletzt wohnhaft in Danzig
                      Mutter: Müller WALLY geborene BUCHHOLZ
                      Es gibt eine Zwischenzeile: - 6. angelegt Standesamt Dortmund
                      Bei der Geburt meiner ältesten Schwester erscheint erstmalig zum Vornamen meines Vaters auch noch Hermann
                      OTTO HERMANN Müller

                      Aus den Erzählungen meines Vaters muss ich davon ausgehen das der Name STEIN eine größere Bedeutung in unserem Leben hat.
                      Ob es zu einer zweiten Heirat gekommen ist oder ein anderer Name angenommen wurde erschließt sich mir noch nicht.
                      Warum sollte mein Vater seinen Familiennamen ändern?

                      Ich denke es ist unwahrscheinlich , dass es mehrere Instrumentenmachermeister in Danzig gab die Buchholz oder Müller hiessen und eine Tochter Namens Wally hatten. Der Eintrag zu Buchholz und Stein erscheint mir naheliegend.

                      Ich werde nun wie angeraten:
                      - das Geburtenregister Gdansk anschreiben
                      - am Standesamt Dortmund anfragen

                      und das Bundesarchiv in Berlin kontaktieren.
                      Ich glaube mehr kann ich nicht machen.

                      Ich werde mitteilen was ich erfahre.

                      Kommentar

                      • Fischersjung
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.11.2015
                        • 5608

                        #12
                        AW: Müller P. Buchholz W.

                        Hallo Inge,
                        auf der Geburtsurkunde Nr. 2067 StA Danzig (siehe auch #2 u.#3) von Wally Agnes BUCHHOLZ, einsehbar hier in Ancestry, ist vermerkt:

                        Gestorben, StA Osterburg/Altm., Nr.151/1953

                        https://www.ancestry.de/discoveryui-.../6147466:60749
                        Grüße von Joachim

                        Kommentar

                        • sarpei
                          Forum-Teilnehmer
                          • 17.12.2013
                          • 6085

                          #13
                          AW: Müller P. Buchholz W.

                          Hallo Inge,

                          bei einer dünnen Ausgangslage bzgl. der Familiensituation bleibt manchmal nichts Anderes übrig, als 'auf den Busch zu klopfen'. Genau das mache ich mit den nachfolgenden Ausführungen auf Basis deiner Anmerkungen:

                          - Er berichtet von einen Onkel der ein " hohes Tier" zu dieser Zeit gewesen sein soll.
                          - Warum sollte mein Vater seinen Familiennamen ändern? .

                          --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

                          Walter STEIN, * 06.11.1896 in Schwelm (Rheinland), † 11.08.1985 in Garmisch Partenkirchen

                          Walter Stein war vom 4. Oktober 1941 bis März 1945 Polizeipräsident in Danzig.

                          Informationen über seine Ausbildung sind nicht bekannt. Im 1. Weltkrieg war er Frontsoldat. Vor 1930 wurde er Mitglied der NSDAP (alte SS-Garde). Zwischen 1934 und 1938 war er in SS-Bezirkskommandos im westlichen und südlichen Teil Deutschlands tätig. Von November 1938 bis März 1941 war er Polizeipräsident in Konstanz am Bodensee, von März 1941 bis Oktober 1941 war er Polizeichef in Horn.

                          In Danzig war er verantwortlich für die Kriminalpolizei (Kripo) und die Ordnungspolizei (Schupo) in Danzig und Zoppot. Er arbeitete im Polizeipräsidium am Karrenwall 6. Formal wurde seine Tätigkeit durch die Bürgermeister von Danzig und Zoppot, den Leiter der Ordnungspolizei (Falkowski) und den Leiter Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst überwacht. Faktisch arbeitet er bei der Erfüllung seiner Aufgaben direkt mit der Gestapo in Danzig zusammen, die seine untergeordneten Dienste zur Durchführung ihrer operativen Pläne nutzte (Menschenjagden, Durchsuchungen, Identifizierung von bezeichneten Personen, Beschlagnahme von Lebensmitteln auf Bahnhöfen usw.).

                          Vom 1. November 1944 bis Januar 1945 hatte er vorübergehend auch das Amt des Polizeipräsidenten in Łódź inne. Nach dem 30. März 1945 wurde er in Deutschland von den Alliierten verhaftet und nach ersten Verhören zur weiteren Untersuchung an Polen ausgeliefert. Er wurde im August 1946 zusammen mit dem ehemaligen Gauleiter Albert Forster in das Internierungslager in Gdańsk gebracht.

                          Es gibt keine Informationen über den Verlauf der Ermittlungen zu seinen Kriegshandlungen oder den Verlauf des Prozesses selbst. Es wird vermutet, dass er aufgrund des Mangels an Beweisen und Zeugenaussagen über seine Kriegsverbrechen in Danzig in einem Geheimprozess nur wegen der Mitgliedschaft in der SS verurteilt wurde. Davon zeugt die Tatsache, dass er bereits am 27. November 1953 aus dem polnischen Gefängnis entlassen wurde und in den Westen ging. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

                          --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

                          Wie gesagt: der Zusammenhang ist pure Fiktion von mir. Aber immerhin ein plausibler Grund für eine Namensänderung, wenn man sich von der Person eines Walter Stein distanzieren will.


                          Viele Grüße

                          Peter

                          Kommentar

                          • Beate
                            Administratorin
                            • 11.02.2008
                            • 4836

                            #14
                            AW: Müller P. Buchholz W.

                            Guten Tag allen,

                            Liebe Inge,
                            Peters Recherchen gäben sicher auch eine Ursache an, warum der Vater über manches in Danzig nicht sprechen, sich nicht erinnern wollte... Verständlich für mich. Damit müssen wir auch immer bei der Ahnenforschung rechnen: dass manche Familiengeschichte umformuliert werden muss!

                            Schöne Grüße, Beate
                            ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

                            Kommentar

                            • Fischersjung
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.11.2015
                              • 5608

                              #15
                              AW: Müller P. Buchholz W.

                              Hallo Peter,
                              eine sehr gute Recherche zu einem Walter STEIN.
                              Es hat hier nichts mit 'auf den Busch zu klopfen' zu tun. Geschichte und Vergangenheit ist und war in diesem Fall so.

                              Man könnte jetzt noch die Sterbeurkunde im StA Osterburg/Altmark mit der Nr.151 aus dem Jahr 1953 suchen/anfordern um zu sehen unter welchem
                              Nachnamen Wally Agnes geborene BUCHHOLZ verstorben ist > dann hätte man es eventuell!
                              Grüße von Joachim

                              Kommentar

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