Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/Ebenf

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  • NOWYSTAW
    Forum-Teilnehmer
    • 09.02.2018
    • 223

    #1

    Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/Ebenf

    Guten Tag Peter!

    Auch ich suche Informationen zur Auswanderung von Jekaterinoslaw/Jamburg/Ebenfeld zwischen 1915 und 1920. Meine Ur-Grossmutter Anna Tetzlaff geborene Harder hat 1914 ihr zweites Kind in der Kolonie bekommen und ihr drittes Kind in Neuteich. In der Zwischenzeit muß also die Familie ausgewandert sein.
    Hast du irgendwelche Informationen in Erfahrung bringen können, Peter?

    Vielen Dank im Voraus für eine Rückantwort!

    LG. Marion!
    Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde; Bibeltext Pred 3,1-22
  • NOWYSTAW
    Forum-Teilnehmer
    • 09.02.2018
    • 223

    #2
    AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

    Kann es sein, daß der erste Weltkrieg 14/18 eine Rolle gespielt hat in der Gegend. Es macht mich stutzig, weil zwischen 1914 und 1921 kein Kind geboren wurde in der Familie Tetzlaff. Wo war Johann Tetzlaff *1884?

    LG. Marion!
    Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde; Bibeltext Pred 3,1-22

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    • waldling +6.8.2023
      Forum-Teilnehmer
      • 04.09.2011
      • 2320

      #3
      AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

      Hallo Marion,

      schau mal hier https://wolhynien.de/history/history.htm

      Einige Berichte die dir vielleicht Antworten geben. Es ist zwar eine andere russische Region, aber die Bedingungen in Russland unter dem Zaren und später unter Lenin waren wohl gleich.

      Gruß
      Uwe

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      • sarpei
        Forum-Teilnehmer
        • 17.12.2013
        • 6090

        #4
        AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/Eb

        Einen schönen guten Tag, Marion!

        Einer der Gründe für die Rückwanderung von 'Preussischen Untertanen' nach Westpreussen lag in der Politik Bismarks begründet. Sein Ziel: Schaffung eines 'Bollwerks' gegen die polnische Ansiedlungspolitik in den östlichen preussischen Provinzen. Mit Ende der 1880er Jahre entfaltete die sog. Ansiedlungskommission ihre Tätigkeiten. Es wurden Staats-Domänen und Rittergüter aufgekauft, parzelliert und für Ansiedler vorbereitet. Ab 1905 ging es im Bereich Löbau/Westpreussen und Tannenberg/Ostpreussen rund. Bis kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs siedelten sich meine 1865 nach Südrussland ausgesiedelten Familienmitglieder dort an zwei Stellen wieder an.

        Ein wesentlicher Grund für die Rücksiedlung lag in dem für die Ansiedler zunehmend problematischer werdenden Klima in Südrussland. Die preussischen Ansiedler waren i.d.R. nach wie vor preussische Untertanen, behielten ihre deutsche Sprache und leisteten ihren Wehrdienst in Preussen ab. Hinzu kam das Gefälle zwischen der Ertragskraft der Ansiedler-Höfe und denen der russischen Bevölkerung. Das war natürlich nicht die von Russland erwartete Integration und so wurden nach und nach die für die Ansiedlung erlassenen Vergünstigungen (Steuerfreiheit, Selbstverwaltung, Wehrfreiheit) zurück genommen. Als dann auch die deutschen Schulen geschlossen wurden, war zumindest für meinen Großvater Ende mit lustig. Das war ein Glück für ihn und seine Familie, so entging er den Gräeul der Oktoberrevolution und den 'Säuberungen'.

        Das er wegen der Ansiedlung im späteren polnischen Korridor damit gewissermaßen vom Regen in die Traufe kam, ist eine andere Geschichte.


        Viele Grüße

        Peter

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        • Fischersjung
          Forum-Teilnehmer
          • 10.11.2015
          • 5608

          #5
          AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

          Hallo Marion,
          Der 1.WK war ein entscheidender Zeitraum für die deutschen Siedler in Wolhynien.

          Die Großeltern meiner Frau wurden im Januar 1915 von ihrem Hof in West Wolhynien in ein Internierungslager in der Nähe von Wanburg im Gouvernement Samara nach Russland verschleppt. So erging es fast allen deutschen Familien aus den deutschen Dörfern in Wolhynien.
          Die Mehrzahl der deutschen Siedler waren noch staatenlos und sollten entweder die polnische oder russische Angehörigkeit annehmen.
          Nur die wenigsten entschieden sich dafür.
          Die Wolhynien Deutschen konnten nach dem 1.WK in ihre Heimatdörfer auf ihre Höfe zurück.
          Die meisten Höfe waren geplündert und teilweise zerstört.
          Viele des ehemaligen gerufenen deutschen Siedler verließen das Gebiet in Richtung Westen nach Westpreußen oder Pommern.
          Die Familie meiner Frau siedelte dann zum Schluß im Raum Muschten, Kreis Züllischau-Schwiebus und stellte 1932 den Antrag auf Einbürgerung in das deutsche Reich.
          In Frankfurt/Oder lag eine Einbürgerungsakte über 90 Seiten mit einer Unmenge von Beurteilungen von Arbeitgebern, NSDAP Bonzen, Bürgermeistern, Sippenärzten und und und.
          Spannend zu lesen allemal.
          Grüße von Joachim

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          • NOWYSTAW
            Forum-Teilnehmer
            • 09.02.2018
            • 223

            #6
            AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

            Guten Abend Peter, Joachim und Uwe!

            Herzlichen Dank für eure Rückmeldungen!
            Ich bin erstaunt, was ihr von euren Ahnen herausgefunden habt.
            Ich habe von der Ukraine Bescheid bekommen, daß keinerlei Unterlagen vorhanden sind und ich solle in Russland nachfragen, was ich auch gemacht habe, da aber noch keine Antwort erhalten habe.

            Aber die geschichtlichen Hintergründe interessieren mich auch, weil die in meinem Ahnenbuch wichtig sind, damit man die ganzen Umstände versteht.

            Also, vielen Dank, daß ich auf euch immer zählen kann!
            Ich wünsche einen schönen Abend allerseits!

            LG. Marion!
            Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde; Bibeltext Pred 3,1-22

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            • sarpei
              Forum-Teilnehmer
              • 17.12.2013
              • 6090

              #7
              AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

              Hallo Marion,

              falls dich die Geschichte ein wenig mehr interessiert, hier eine kleine Auswahl an Materialien:

              '200 Jahre Ansiedlung der Deutschen im Schwarzmeergebiet' von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.
              '250 Jahre russlanddeutsche Geschichte' dito
              Die deutschen Ansiedelungen in Russland, 1867, von Friedrich Matthäi
              Die deutschen Kolonien im Schwarzmeergebiet, dem früheren Neu-(Süd-)Rußland von Dr. Karl Stumpp
              Die deutschen Kolonien in Südrussland, 1905, von Conrad Keller
              Diese Steine - Die Russlandmennoniten, 2001, von Adina Regehr und Delbert Plett
              Grunau und die Mariupoler Kolonien, 1942, von Jakob Stach
              Unsere Kolonien, 1887, A. Klaus


              Viele Grüße

              Peter

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              • Fischersjung
                Forum-Teilnehmer
                • 10.11.2015
                • 5608

                #8
                AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

                Hallo Marion,
                eine Einbürgerungsakte, unsere zug sich bis 1938 hin, hat einen großen Vorteil für Familienforscher. In diesem Dokument findet man nicht nur Beurteilungen von staatlichen Stellen und Parteien sondern auch von damals volljährigen Personen deren handschriftlichen Lebenslauf.
                Wer noch mehr Glück hat wird auch Fotos der Personen und Kinder finden können.
                Es lohnt sich immer zu erforschen ob es einen solchen Antrag gibt.
                Grüße von Joachim

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                • sarpei
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.12.2013
                  • 6090

                  #9
                  AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

                  Hallo Marion,

                  in dem Beitrag #2 schreibst du von 'Auswanderung von Jekaterinoslaw/Jamburg/Ebenfeld'. Das ist mir ehrlich gesagt zu 'global'. Hast du ein Dokument, aus dem durch weitere Angaben oder Stempelungen hervorgeht, WELCHES Ebenfeld gemeint ist? Es ist leider so, dass in dem Siedlungsgebiet des ehemaligen Generalgouvernements Jekaterinoslaw eine ganze Menge Dorfnamen mehrfach vorkommen - Ebenfeld gehört dazu.


                  Viele Grüße

                  Peter

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                  • NOWYSTAW
                    Forum-Teilnehmer
                    • 09.02.2018
                    • 223

                    #10
                    AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

                    Ja, Peter, die Geschichte interessiert mich, danke für die Infos. Es gibt noch viel zu tun!
                    Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde; Bibeltext Pred 3,1-22

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                    • sarpei
                      Forum-Teilnehmer
                      • 17.12.2013
                      • 6090

                      #11
                      AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/Eb

                      Hallo Joachim,

                      bzgl. der Einbürgerungsakte hast du schon Recht. Nur: ein preussischer Untertan, der z.B. vor Ende des 1. Weltkriegs in Westpreussen siedeln wollte, musste nicht eingebürgert werden ... .
                      Aber, da es auch für Andere von Interesse ist: kannst du angegen, WO nach solchen Einbürgerungsakten geforscht werden kann?


                      Viele Grüße

                      Peter

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                      • waldling +6.8.2023
                        Forum-Teilnehmer
                        • 04.09.2011
                        • 2320

                        #12
                        AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/Eb

                        Hallo Peter,

                        das ist schon richtig. Meine Urgroßeltern kamen als "russische Untertanen" vor dem ersten Weltkrieg aus Wolhynien nach Nordschleswig. Mögliche Einbürgerungsakten sollten in Schleswig liegen. Meine Anfrage blieb ohne Erfolg. Einbürgerungsakten aus dieser Zeit sind schwierig sind nicht so erfolgreich zu bekommen, wie Eing.-Akten aus der Zeit während bzw. Ende des 2. Weltkrieges. Für letzten genannten Zeitraum habe ich einige Akten in Berlin anfordern können.

                        Beste Grüße
                        Uwe

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                        • NOWYSTAW
                          Forum-Teilnehmer
                          • 09.02.2018
                          • 223

                          #13
                          AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

                          Hallo Peter, die Schreiben haben sich gerade gekreuzt.
                          Also, ich habe die Heiratsurkunde meiner Grosseltern, da ist die Geburtsadresse von Johann Tetzlaff so angegeben. Auf der Sterbeurkunde vom Urgroßvater steht Ebenfeld Standesamt Marienheim.
                          Vielleicht kann man mit "Marienheim" die Ortschaft eingrenzen.

                          LG. Marion!
                          Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde; Bibeltext Pred 3,1-22

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                          • NOWYSTAW
                            Forum-Teilnehmer
                            • 09.02.2018
                            • 223

                            #14
                            AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

                            Hallo Uwe!

                            Eine Einbürgerungsakte würde natürlich viel klären, auch in meinem Fall. Auswanderung von Jekaterinoslaw/Ukraine nach Neuteichsdorf/Danzig ca. 1918/20. Gibt es sowas denn?

                            LG. Marion!
                            Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde; Bibeltext Pred 3,1-22

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                            • waldling +6.8.2023
                              Forum-Teilnehmer
                              • 04.09.2011
                              • 2320

                              #15
                              AW: Auswanderung/Zurückwanderung der Fam. Tetzlaff von Jekaterinoslaw/Jamburg/E

                              Hallo Marion,

                              wie geschrieben, ich sollte mich für Schleswig-Holstein an das Archiv Schleswig wenden. Was ich dann tat, leider ohne Erfolg. Versuche das Landesarchiv deines Bundeslandes auffindig zu machen.

                              Beste Grüße
                              Uwe

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