Maler, Grafiker, Bildhauer

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  • sarpei
    Forum-Teilnehmer
    • 17.12.2013
    • 6090

    #226
    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

    Hallo waldkind!

    Das von dir im Beitrag #225 referenzierte Bild auf den Seiten 44-45 findet sich auch (rechte Seite, zweites Bild von oben) unter folgendem Link wieder:




    Viele Grüße

    Peter

    Kommentar

    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #227
      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

      Danke Peter,
      so ist es auch von Johann Carl Schulz. Dann hat er das Bild einmal als Radierung und einmal mit Farbpigment geschaffen. Das ließe darauf schließen, dass er zuvor eine sorgfältige Skizze angelegt hatte.

      Hier habe ich noch ein schönes Bild von Carl Schultz entdeckt, Beischlag, könnte auch in Danzig sein.


      Insgesamt fällt Carl Schulz im Netz, selbst bei wikipedia, recht mager aus. Das sollten wir mal ändern
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

      Kommentar

      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #228
        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

        Wenn es stimmt, dass die Nazis das Standbild 1936 entfernten, dann ist der wikipedia-Eintrag "Kriegsverlust" falsch. Das sind für mich zwei völlig verschiedene Sachverhalte. Nun wünsche ich allen noch einen schönen Restsonntag. wk.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

        Kommentar

        • Marc Malbork
          Forum-Teilnehmer
          • 23.02.2008
          • 1050

          #229
          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

          Hallo Ulrich, waldkind, et al. :

          Die Entfernung der August-Statue dürfte keine "faschistische" Naziaktion gewesen sein. 1931 - 1934 fanden Restaurierungsarbeiten im Artushof statt. "Aus Gründen der Stilreinheit" entfernte man "störende Zutaten aus späterer Zeit (Meyer, Der Artushof in Danzig, 2. Auflage (nach 1934), S. 5). Das marmorne Standbild des Königs August III in römischer Tracht von Meißner 1755 kam deshalb ins Stadtmuseum (so Dehio/Gall, Deutschordensland Preußen, 1952, S. 31). Die Verlustgeschichte wäre deshalb näher beim ehem. Stadtmuseum, heutigem Nationalmuseum, zu klären.


          Der danach in einer leicht nationalistisch gefärbten deutschsprachigen Artushofbroschüre (M. u. A. Szypowski, Danzig. Der Artushof, wohl um 1997) enthaltene Satz "Um 1935, als die Nazis die Andenken an Polen vernichteten, wurde das Denkmal August III beseitigt und es verschwand spurlos" dürfte falsch sein. Der alte Dehio - faktisch mit Stand von 1944 - wird mit seinen fachkundigen, zeitgenössischen Bearbeitern Gall und Bernhard Schmid insoweit wohl zutreffend sein. Bauliche "Purifizierungen" dieser Art waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Wiederherstellungen von Architektur nicht unüblich. Erst in neuerer Zeit entspricht es eher dem Restaurierungs- und Wiederherstellungsstandard die Dinge so zu lassen wie man sie (zuletzt) vorfindet.

          Beste Grüße
          Marc

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          • Ulrich 31
            Forum-Teilnehmer
            • 04.11.2011
            • 8549

            #230
            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

            Zu #226:

            Danke, Peter, für diesen Hinweis. - Das betr. Bild (Zeitangabe: "Mitte 19. Jh.") zeigt die große Halle des Artushofs und in deren Mitte die Marmorstatue Augusts III. Zum besseren Anschauen diese Vergrößerung: > https://upload.wikimedia.org/wikiped...a%C5%84sku.jpg.

            Beste Grüße
            Ulrich

            Kommentar

            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8549

              #231
              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

              Fortsetzung zu #230:

              Bisher wurden in diesem Thread mehrere Abbildungen der betr. Marmorstatue in der Halle des Artushofs gezeigt, die dort unterschiedliche Standorte jener Statue erkennen lassen. Das in #230 verlinkte Bild zeigt die Statue mittig in der Halle (etwas genauer beschrieben in #209 um 1902: "frei im mittleren Raume, etwas nach dem Hintergrunde stehend[e]"). Dagegen zeigen die in #201 verlinkte Postkarte und das Bild mit dem ellenlangen Link in #200 die betr. Statue nicht mittig, sondern ziemlich nah vor der erkennbaren Fensterwand. Dieser Bildvergleich verdeutlicht, dass die Statue Augusts III. im Artushof dort mindestens zwei verschiedene Standplätze hatte. Unklar ist bisher hier, wann und wie lange genau diese Standplätze bestanden.

              Zu der auf allen hier gezeigten Abbildungen zu sehenden Fensterwand hinter der dort zeitweise nahen Statue muss ich meine Angabe in #200 korrigieren. Diese Fensterwand ist nicht die Außenwand des Artushofs, sondern sie begrenzt den hinteren Teil der Halle im Artushof. Dies kann man auf den bisherigen Bildern am berühmten besonders hohen Kachelofen rechts hinten erkennen, aber den schlüssigen Beweis liefert das folgende verlinkte Bild, das auch die andernorts erwähnte Uhr in der Fensterfront zeigt: > https://www.google.com/maps/uv?pb=!1...88e7-jBf&hl=de.

              Gute Nacht mit besten Grüßen
              Ulrich

              Kommentar

              • Ulrich 31
                Forum-Teilnehmer
                • 04.11.2011
                • 8549

                #232
                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                Zu #229:

                Hallo Marc,

                danke für Deine interessante Information zum "Umzug" der August-Statue in das frühere Danziger Stadtmuseum in der Fleischergasse 25-28 (ehemaliges Franziskanerkloster; heute Nationalmuseum Danzig mit neuer Adresse Torunska 1/Thornscher Weg). [FONT=&amp]Ich bin gespannt, ob sich jemand zu diesem Punkt mit konkreten Angaben melden wird - vielleicht aus dem Fachbereich "Gedanistik" (= Danzigkunde) der Universität Danzig (siehe dazu mein kürzlich gestartetes Forum-Thema "In Danzig kann man Gedanistik studieren": > https://www.danzig.de/showthread.ph...stik-studieren )."


                [/FONT]Zum "Umzug": Es ist sicher nicht abwegig zu vermuten, dass bei der von Dir erwähnten Restaurierung des Artushofs "aus Gründen der Stilsicherung", die u.a. zur Entfernung der August-Statue führte, die Ideologie der inzwischen Danzig beherrschenden Nazis mit im Spiel war.

                Beste Grüße
                Ulrich

                Kommentar

                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #233
                  AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                  Guten Morgen an alle.

                  Danke, lieber Ulrich, dass du dich noch einmal um den genauen Standpunkt der Statue gekümmert hast. Mit den Bildern und dem Kachelofen kann ich es mir schon ganz gut vorstellen. Wan die Statue umgestellt wurde? Auf alle Fälle vor 1831. Denn im Adressbuch 1831 wird ja genau dieser Sachverhalt bejammert. Carl Schulz schrieb wohl auch, dass die Umstellung bereits mindestens 20 Jahre vorbei sein mochte. Dann wären wir bei 1850. Aber Schultz hatte das Adressbuch bestimmt nicht gelesen. Wir müssen davon ausgehen, dass es sich bei den Arbeiten von Johann Carl Schultz um historische Arbeiten handelt. Das bedeutet, er hat kein reales Abbild geschaffen, sondern ein Abbild davon wie es mal war. Das darf er ja. Und ich hätte es auch so gemacht, weil ja der ursprüngliche Standort für ein Bild (und nicht nur dafür) sehr viel mehr Spannung hergibt. Wir können jetzt echt froh sein, dass wir die Postkarte sehen durften, denn das ist die mir bisher einzige Abbildung, die diesen Standort, den es seit mindestens 1831 gab, zeigt.

                  Lieber Marc,
                  ich danke dir sehr für deine Ausführungen!!!
                  Ich hatte nämlich den Hinweis, die Fachisten hätten das Standbild entfernt, schon früher im Netz gelesen und verschwiegen. Denn auffällig ist, dass es keinerlei Beleg dafür gibt. Der wikipedia-Eintrag ist indes viel zu schwammig. Bei solchen Situationen gehen bei mir grundsätzlich die Alarmglocken an und ich frage mich, warum wohl wer was zu verschweigen hat. Dein Beitrag macht die Sache für mich auf alle Fälle stimmiger. Wenn die Nazis es entsprechend ihrer Verordnungen entfernt hätten, müsste es irgendwo einen Akteneintrag darüber geben. Wenn aber etwas spurlos verschwindet, hat entweder einer geklaut oder etwas zu vertuschen, z.B. ein unglückliches Versehen. LG waldkind
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #234
                    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                    Könnte es nicht auch sein, dass das Standbild erst vom Artushof ins Stadtmuseum kam und dass es dann von hier aus "entsorgt" wurde, weil nicht deutsch genug. Aber dann müsste es auch irgendwo einen Akteneintrag geben, so solche Akten nicht im Krieg verlustig gingen. LG wk.
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                    • Antennenschreck
                      Forum-Teilnehmer
                      • 05.09.2011
                      • 1833

                      #235
                      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                      Hallöle,

                      was mich die ganze Zeit wundert ist, wieso Friedrich August als sächsischer Kurfürst und polnischer König nicht deutsch genug gewesen sein sollte, war er doch der dritte Sohn von einem deutschen Kurfürsten Ehepaar (was in zweiter Linie auch auf dem polnischen Thron saß), und war er doch bei Weitem deutscher als sein Mitbewerber und Gegenkönig Stanislaus Leßczynski. Wenn die Nazis dessen Büste entfernt hätten, oder hätten entfernen lassen, dann könnte ich das irgendwie noch nachvollziehen. Ich meine, wir führen hier eine Art Phantomdiskussion um des Kaisers Bart.

                      LG Arndt
                      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                      • Ulrich 31
                        Forum-Teilnehmer
                        • 04.11.2011
                        • 8549

                        #236
                        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                        Dies noch zum Thema August-Statue im Artushof:

                        Im Rechtstädtischen Rathaus Danzig fand am 3. August 2020 der Vortrag "Die Geschichte des Artushofes in Danzig" statt. Vortragende war die Leiterin des Artushofes Danzig, Izabela Jastrzembska-Olkowska M.A..

                        Diese Veranstaltung kündigte das Kulturreferat des Westpreussischen Landesmuseums in Warendorf (> http://westpreussisches-landesmuseum...lturreferates/ ) mit folgender Zusammenfassung an:

                        [FONT=Calibri][FONT=Calibri]"Die bunten Fassaden der nach dem Krieg wiederhergestellten Bürgerhäuser verzaubern jeden Besucher Danzigs. Die Langgasse und der Lange Markt liegen zwischen dem Goldenen und dem Grünen Tor und verlaufen parallel zur Mottlau. Am Langen Markt stehen die wichtigsten Profanbauten der Rechtsstadt, darunter das Rathaus und der Artushof.
                        Artushöfe existierten im Mittelalter überall in Europa. Hier versammelten sich reiche Bürger und Anhänger der legendären Tafelrunde von König Artus. Besonders in den Städten der Hanse waren diese Höfe eine Modeerscheinung. Bei einem Krug Bier wurden wichtige Absprachen getroffen und Verträge geschlossen.
                        Der Danziger Artushof (Dwór Artusa) wurde bereits im 14. Jahrhundert gegründet, brannte jedoch im Jahr 1477 ab. Das heutige Gebäude wurde im Stil der Spätgotik neu erbaut und öffnete 1481 seine Tore. Die gotische Rückfront blieb bis zum heutigen Tag erhalten. Die Fassade des Artushofes wurde in der Neuzeit zweimal geändert, zunächst 1552, dann zwischen 1616 und 1617. Die zweite Umgestaltung fand unter der Leitung von Abraham van den Blocke statt, einem deutschen Architekten und Bildhauer flämischer Herkunft. Auch die Innenräume wurden mehrfach ergänzt, überwiegend aus Sachspenden der jeweiligen Bruderschaften, die im Artushof ihre Banken unterhielten. Obwohl der Artushof im Krieg stark gelitten hat, kann man sein Interieur heute dank der sorgfältigen Rekonstruktion wieder bestaunen.

                        Izabela Jastrzembska-Olkowska M.A. ist Kunsthistorikerin und Leiterin des Artushofes Danzig. In ihrem Vortrag wird sie die Geschichte dieses einzigartigen Gebäudes beleuchten und den Besuchern mithilfe ihrer Präsentation einen Einblick in die eindrucksvollen Innenräume des Artushofes mitsamt ihrer kunstvollen Ausgestaltung geben."
                        [/FONT]
                        [FONT=verdana]Meine Vorstellung und Hoffnung: Ein Forum-Teilnehmer, möglichst mit polnischen Sprachkenntnissen, setzt sich mit der genannten Leiterin des Artushofes direkt in Verbindung und versucht, von ihr zu erfahren, was aus der August-Statue geworden ist.

                        Ulrich[/FONT]
                        [/FONT]

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                        • Marc Malbork
                          Forum-Teilnehmer
                          • 23.02.2008
                          • 1050

                          #237
                          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                          Hallo in die Runde:
                          Ganz kurz, hab gerade wenig Zeit:

                          Also August ist nach diesen Seiten (habe sie mir per Google ins Englische übersetzen lassen) "Kriegsverlust 1945" nach letztem Aufenthalt im Stadtmuseum. Rest (Tafel) dort erhalten. Burggrafenseite auch zur Entstehungsgeschichte der Skulptur.
                          https://muzeumpomorza.pl/resource/4867_gdansk-krol-august-iii.html

                          https://www.gdanskstrefa.com/burgrab...rdzy-osadzony/

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                          • love danzig
                            Forum-Teilnehmer
                            • 09.11.2015
                            • 1494

                            #238
                            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                            Hallo,
                            Rückmeldung aus Gdansk. They it disappeared in 1945 , most likely during The Liberation by Soviets.
                            Gruß Roman

                            Kommentar

                            • Ulrich 31
                              Forum-Teilnehmer
                              • 04.11.2011
                              • 8549

                              #239
                              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                              Hallo Marc,

                              da hast Du uns mit #237 trotz weniger Zeit eine wahre Fundgrube an Danziger Bildmaterial geliefert (man kann in der geöffneten Museumsseite vielfältig danach stöbern) und außerdem endlich Beweismaterial für den "Umzug" der August-Statue ins Danziger Stadtmuseum. Herzlichen Dank dafür! - Für die anderen Forumer zeige ich daraus die folgenden verlinkten Bilder von der uns interessierenden Statue, z.T. mit neuer Erkenntnis:

                              > https://muzeumpomorza.pl/resource/48...ru-artusa.html
                              > https://i2.wp.com/www.gdanskstrefa.c...36&h=573&ssl=1
                              > https://i2.wp.com/www.gdanskstrefa.c...56&h=573&ssl=1
                              > https://i2.wp.com/www.gdanskstrefa.c...96&h=688&ssl=1

                              Der polnische Kontext zu den 3 letzten Bildern lautet in deutscher Google-Übersetzung:

                              > Direkt unter diesen Bildern:
                              "Denkmal für August III. Dekoratives Gitter und Gedenktafel vom Denkmal; Sammlung des Danziger Museums." D.h. diese 3 Bilder stammen offensichtlich aus dem Danziger Stadtmuseum.

                              > Oberhalb dieser Bilder:
                              "So wurde am Geburtstag des Königs, der als einziger polnischer König nie in Danzig erschien, ein Denkmal von Johann H. Meissner am Artushof errichtet. Der König erschien darauf als römischer Kaiser, auf dem Sockel stand eine lateinische Inschrift: "Bis August III, König von Polen, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, der beste Herrscher, Vater des Vaterlandes, wegen der ständigen Bestätigung der Rechte und des Handels an Land und auf See, erweiterte diese Statue als Beweis Ihre Andacht musste 1755 auf eigene Kosten von den treuesten und gehorsamsten Danziger Kaufleuten ausgestellt werden."

                              Dieses Denkmal stand bis 1933, obwohl es in verschiedene Ecken des Artus-Hofes verlegt wurde, als es dem Stadtmuseum übergeben wurde. Dort errichtete er ein antikes Denkmal und ging 1945 verloren. Ein Rost und eine Inschrift an der Tafel sind erhalten."

                              Beste Grüße
                              Ulrich

                              Kommentar

                              • waldkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #240
                                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                                [FONT=Times New Roman]Liebe Forumer,

                                zuerst möchte ich euch allen gegenüber meiner Dankbegierde Ausdruck verleihen. "Dankbegierde" ist ein so schönes Wort aus der Ansprache zur Enthüllung des August-III.-Denkmals. Besonders schön finde ich das Bild von 1910 vom Inneren des Artushofes. Es rundet die Sache visuell ab. Und wir sehen, dass es zwei verschiedene Postkarten gegeben hat. Im Folgenden will ich ein paar Gedanken zur Symbolik dieses Standbildes schreiben. Es soll verdeutlichen, dass in der Kunst so viel mehr steckt als nur das Abbilden von etwas. Je besser die Überlegungen des Künstlers von einer Sache ist, desto größer mag das Kunstwerk zu beurteilen sein, handwerkliches Können vorausgesetzt.
                                [/FONT][FONT=Times New Roman]
                                Die Symbolik des Standbildes
                                [/FONT]
                                [FONT=Times New Roman]Zuerst dachte ich, die Darstellung des August III. wäre als Caesar-Statue gedacht gewesen. Diese ist die höchste Auszeichnung, die man einem Feldherrn oder Herrscher in der künstlerischen Darstellung hatte zukommen lassen. In diesem Falle wäre August III. als Kriegsführer ausgezeichnet worden. In solchem Falle wird er hier als Sieger geehrt. Damit bestätigen die Danziger Kaufleute den polnischen König als Schirmherr über Danzig. Gleichzeitig bekräftigen sie das Ergebnis der polnischen Thronfolge und äußern die Bitte um Frieden. Das Denkmal wird weniger als Caesarstatue gedacht worden sein, sondern vielmehr als Anlehnung an Kaiser Augustus. August III. wird hier nicht als Feldherr geehrt, sondern als Friedensschirmhüter. Sein Schwert steckt, der Kriegshelm ist niedergelegt. Er soll ein Vorbild sein, was Gerechtigkeit, Huld und Friedfertigkeit angeht. Er soll ein Hüter, wie Kaiser Augustus in Rom, der Bürgerrechte und innerstädtischen Ordnung sein. Es könnte also seine Krone nicht nur als Krone des Siegers gedacht sein, sondern als Symbol des Friedens und der Bürgerkrone. Vielleicht hat Meisner die Krone nicht nur als Lorbeer sondern auch als Steineiche gedacht. Aus dieser nämlich war die Bürgerkrone geflochten. Die Bürgerkrone war in Rom eine der höchsten militärischen Auszeichnungen, die jemand für die Errettung eines Bürgers erhielt. Bei der Symbolisierung des Friedens geht es nicht nur um den Frieden in Danzig (dass sich nicht ein Stand über den anderen erhebt), sondern um den Frieden im Welthandel und damit um den Weltfrieden schlechthin. Wir haben mit dieser Statue einen weltlichen Gegenpol zu Anton Möllers Gemälde über das Jüngste Gericht. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich der Schreiber des Adressbuches von 1831 über die Verschiebung des Denkmals an den Rand betrübt äußert. Es geht ihm die Vorbildfunktion des August III. für die Nachkommen verloren.[/FONT]
                                [FONT=Times New Roman]Der weiße Marmor ist ein Symbol für Reinheit und Unsterblichkeit. Dadurch drücken die Kaufleute ihren Respekt, aber auch ihre Hoffnung auf ewige Unversehrtheit (bedeutet hier keine Unterdrückung durch die Patrizier) aus. Wenn auch der König selber nicht unsterblich ist, so mögen doch seine Tugenden durch das Standbild ewig währen.[/FONT]

                                [FONT=Times New Roman]Hier ein Bild über die Belagerung Danzigs im polnischen Thronfolgekrieg. [/FONT]


                                [FONT=Times New Roman]Zuletzt möchte ich noch bemerken, dass August III. ein besonderer Wertschätzer der Kunst war und eine eigene Gemäldesammlung betrieb. Ihm haben wir z.B. die Sixtinische Madonna von Raffael zu verdanken oder die Bewahrung der „Schlummernden Venus“ von Giorgione, beides in der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden.[/FONT]

                                [FONT=Times New Roman]Worum es beim Verschwinden von Kunstwerken immer wieder geht ist die politische Antwort auf das, was ein Kunstwerk politisch aussagt. [/FONT]
                                [FONT=Times New Roman]Wir sollten uns vielleicht noch daran erinnern, dass es auch in der Hitler-Stalin-Verbindung um eine Art „Thronfolge über Polen“ging … [/FONT]

                                [FONT=Times New Roman]Natürlich eignen sich Kriegswirren auch immer dazu sich billigst Material zu besorgen. Denn aus so einem Marmor-August hat man für fast kein Geld schnell ein römisches Standbild für seinen Vorstadthauspark geschaffen.

                                Euch allen eine gute Nacht. waldkind.[/FONT]
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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