Mysteriöses Massengrab in Marienburg entdeckt

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  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2508

    #16
    Hallo Daniel
    Ich begrüße es sehr, dass du dich auch nur durch Fakten leiten lässt.Nemmersdorf ist wieder eine andere Geschichte. Laut Wikipedia, ist dieses Massaker bis heute nicht eindeutig geklärt.
    Viele Grüße
    Belcanto

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    • Daniel Hebron
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 331

      #17
      Zitat von Belcanto
      Hallo Daniel
      Ich begrüße es sehr, dass du dich auch nur durch Fakten leiten lässt.Nemmersdorf ist wieder eine andere Geschichte. Laut Wikipedia, ist dieses Massaker bis heute nicht eindeutig geklärt.
      Viele Grüße
      Belcanto
      Hallo Belcanto,

      auch da bin ich Deiner Meinung. Damals wie heute bin ich einerseits davon ueberzeugt, dass jener Herr damals in Nemmersdorf furchtbare Dinge gesehen hat, aber dass andererseits der Herr mit seiner Propagandaluege auch nicht unrecht hatte. Genau deshalb wollte ich nicht, dass sie sich vor meiner Nase verhauen.

      Viele Gruesse
      Daniel
      Tu as sans doute déjà, lecteur bénévole, bien des récits sur la ville ancienne et commerçante de Dantzig....

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #18
        Schönen guten Abend,

        ich bin gerade mit meiner Frau einige polnischsprachige Beiträge und Artikel (u.a. einen aus der Dziennik Baltycki vom 19.12.) durchgegangen. Im Wesentlichen habe ich schon die aktuellen Erkenntnisse mitgeteilt. Es scheint jedoch auch ziemlich sicher zu sein, dass alle Tote zur gleichen Zeit in das Massengrab gebracht wurden. Offensichtlich waren an den Untersuchungen auch Spezialisten von der Kriegsgräberfürsorge dabei, die jedoch keine Munition fanden. Lediglich eine wahrscheinlich russische Patronenhülse wurde aufgefunden.

        An einigen Knochen wurden vermutliche Schussverletzungen festgestellt.

        Nach wie vor gibt es also große Rätsel...
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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        • Daniel Hebron
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 331

          #19
          Hallo Wolfgang,

          ein ganz normaler Zahnarzt koennte wahrscheinlich innerhalb kurzer Zeit und relativ zuverlaessig anhand der Gebisse/Gebissreparaturen feststellen ob die menschlichen Ueberreste aus dem 20. Jahrhundert oder aus dem Mittelalter sind.

          Dass die Toten etwa zur gleichen Zeit in's Grab kamen bringt der Ausdruck "Massengrab" mit sich. Aber sind es jetzt Pesttote, Schwedenopfer oder wirklich Opfer des WKII? Massengraeber gab's fuer alle.

          Eine einzige russische Patronenhuelse? Die kann auch ganz zufaellig dorthin gekommen sein.

          "Vermutliche Schussverletzungen", dazu sage ich nur eins: Keine Kugeln gefunden und eine einzige Patronenhuelse bei ueber 1000 Toten.

          Das ist wirklich alles sehr raetselhaft.

          Viele Gruesse
          Daniel
          Tu as sans doute déjà, lecteur bénévole, bien des récits sur la ville ancienne et commerçante de Dantzig....

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #20
            Zitat von Daniel Hebron
            Das ist wirklich alles sehr raetselhaft.
            Die Toten müssen aus der Zeit um das Kriegsende stammen, denn so wie ich es verstanden habe, liegen sie in Bombentrichtern.

            Außerdem steht in einem Zeitungsartikel, dass nach der von den Deutschen angeordneten Evakuierung der Bevölkerung noch rund 3.000 Einwohner zurück blieben. Von diesen sind zwischen 800 und 1.500 verschollen.
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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            • Daniel Hebron
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 331

              #21
              Zitat von Wolfgang
              Die Toten müssen aus der Zeit um das Kriegsende stammen, denn so wie ich es verstanden habe, liegen sie in Bombentrichtern.
              Hallo Wolfgang,

              auch das hat im Zweifelsfall wenig zu bedeuten. Hast Du schon einmal "Im Westen nichts Neues" gelesen? Wie bereits Beerdigte bombardiert wurden und wieder aufgewuehlt worden sind?

              Der erste Schritt muss immer eine halbwegs exakte Altersbestimmung sein!

              Viele Gruesse
              Daniel
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              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #22
                Zitat von Daniel Hebron
                Der erste Schritt muss immer eine halbwegs exakte Altersbestimmung sein!
                Ich weiß zu wenig über den Ermittlungstand, aber so wie es aussieht, gehen mittlerweile alle davon aus, dass es Opfer aus dem Jahr 1945 sind. Für mich ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum nach 2 1/2 Monaten noch immer keine offiziellen Ermittlungsergebnisse zu den ersten Funden veröffentlicht werden, aber ich bin mir sicher, dass es inoffiziell sehr wohl Ergebnisse gibt. Denn selbst offiziellerseits scheint man mittlerweile davon auszugehen, dass es deutsche Einwohner Marienburgs waren.

                Sorry, dass ich nicht fließend polnisch kann, aber ich habe bereits den Link [COLOR=#9f300b]http://www.marienburg.pl/printview.p...da0dba8294bdc1 genannt, unter dem man sich jederzeit aktuell informieren kann.
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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                • Daniel Hebron
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 331

                  #23
                  Hallo Wolfgang,

                  wenn da so spaerlich mit Emittlungsergebnissen verfahren wird kann man doch wirklich nur spekulieren. Das wissen aber die Ermittlungsbehoerden auch.

                  Ach ja, Pesttote und Schwedenopfer waeren natuerlich auch "deutsche Einwohner Marienburgs" gewesen.

                  Viele Gruesse
                  Daniel
                  Tu as sans doute déjà, lecteur bénévole, bien des récits sur la ville ancienne et commerçante de Dantzig....

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                  • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.02.2008
                    • 160

                    #24
                    Tote in Bombentrichtern vor Kriegsende 1945

                    Lieber Wolfgang und Interessierte,

                    in meinen ersten Berichten aus Danzig über März/April 1945,
                    habe ich auch beschrieben, daß Tote in Oliva in Bombentrichtern
                    oder anderen Vertiefungen verscharrt wurden.
                    Frauen, alte Männer und Jungen, die gerade mit einer Schaufel
                    umgehen konnten, wurden von sowjetischen Soldaten aufgegriffen,
                    so auch ich, und mußten Leichen und Reste von Toten verscharren.
                    Hinter der Front war der Anteil der weiblichen Soldaten hoch,
                    die als Wachen und Ordinanzen tätig waren.
                    Angefahrener Schutt wurde oft als Abdeckmaterial verwendet.
                    Die Angst vor Seuchen war da auch die Sorge der sowjetischen
                    Administration. - Selbst wurde ich als 13-jähriger am 5.6.1945
                    in Praust geimpft. - Das habe ich bereits vor 10 Jahren bechrieben.-

                    Bei meinen Besuchen in Danzig 1998, 2001, 2006 und 2007 habe ich
                    immer an jene Erlebnisse gedacht. So habe ich mich immer für
                    Grabungen interessiert, die z.B. 2007 am Fuße der Westerplatte
                    gemacht wurden. Ein halber Meter war die Abdeckschicht feineres Material und darunter war gröberer Schutt erkennbar.
                    Auch dazu hatte ich mich in unserer alten Danzig-Liste geäussert.
                    Waren es offizelle Grabungen, oder Sucher nach den
                    begehrten Erkennungsmarken ? - Dazu hat damals auch Walter Krüger
                    geschrieben.- Wenn man aber als Tourist in seiner Geburtsheimat
                    unterwegs ist, kann man derartiges nicht weiter verfolgen.

                    Man kann nur auf objektive und sorgfältige Arbeit bei der Aufklärung
                    dieser Funde hoffen und das dabei Spekulationen unterlassen werden.

                    Auch mein Vater, der Zivilgefangener im Narviklager war, hat mir
                    erzählt, was er von der Entsorgung Toter wußte. Dazu möchte ich
                    im neuen Jahr schreiben.

                    Alles Gute beim Rutsch ins neue Jahr und vorallem Gesundheit !
                    Es grüßt Erwin Völz

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                    • Belcanto
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.09.2008
                      • 2508

                      #25
                      Was Daniel schreibt, kann ich nur unterstützen. Schon oft hat man sich getäuscht. Es sind noch viele Fragen zu beantworten. Wir sollten abwarten was die Untersuchung erbringt!
                      Viele Grüße
                      Belcanto

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                      • Kurti

                        #26
                        Pesttote mit Kugeln im Kopf ?

                        Hallo Daniel,

                        wie Du gleich lesen wirst war die Suche mit einem Metalldetektor nach Kugeln nur eine Sache von 10 Minuten und nicht währen der Zeit der Hauptausgrabungen in den letzten Wochen...

                        Hier ist ein brandneuer Artikel zu dem Thema bei Polskaweb News

                        http://polskaweb.eu/ziviles-massengr...ten-45677.html

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                        • Kurti

                          #27
                          . Es geht weiter mit den "Pesttoten" in anderen Teilen Polens

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                          • Kurti

                            #28
                            Zitat von Erwin-Danzig
                            in meinen ersten Berichten aus Danzig über März/April 1945,
                            habe ich auch beschrieben, daß Tote in Oliva in Bombentrichtern
                            oder anderen Vertiefungen verscharrt wurden.
                            Hallo Erwin,

                            genauso etwas hatten wir zuerst auch vermutet. Was allerdings im Falle Marienburg gegen Bombenopfer spricht sind Durchschusslöcher in Schädeln und das Schweigen der Bevölkerung der Stadt. Auch das seltsame Verhalten der Staatsanwaltschaft spricht nicht gerade für Bombenopfer. Wir vermuten dass sich hier die polnische Miliz mit Blut besudelt hat.

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                            • Kurti

                              #29
                              Marienburg und Polskaweb

                              Zitat von Wolfgang
                              Hallo Kurti,

                              Polskaweb ist eine Informationsquelle neben vielen anderen derer ich mich bediene und als solche mag ich Polskaweb sehr wohl. Aber Polskaweb ist - weil Vieles reißerisch aufgemacht und nicht immer sorgfältig recherchiert ist - mit großer Vorsicht zu genießen.

                              Polskaweb macht mit den Artikeln alleine sicherlich kein Geld. Aber Polskaweb ist ja auch kein Nachrichtendienst sondern offensichtlich eine Plattform, die mit unterschiedlichsten Angeboten -darunter eben auch die boulevardmäßig aufgemachten Nachrichten- Besucher zu anderen Seiten locken möchte, auf denen dann Geld verdient wird.

                              Es gibt dort u.a. seriöse Reiseangebote, aber dann auch noch die Seiten des "Polska Randka Clubs", auf der nicht immer ganz seriös klingende Angebote zu finden sind.

                              Um noch einmal abschließend auf die "Nachrichten" zu sprechen zu kommen: Die Informationen über die Skelettfunde in Marienburg habe ich bei Polskaweb erstmals gelesen und den Hinweis auf den Artikel hier in unser Forum gestellt. Aber wie auch bei so manchen anderen Quellen muss man schon sehr genau lesen und möglichst noch andere Informationen hinzuziehen.
                              Hallo Wolfgang !

                              Ich kann nicht erkennen dass Polskaweb es irgendwann mal irgendwo übertrieben hat. Selbst in dem Marienburg Miysterium scheint die erste Fassung von Polskaweb News nun durch die laufenden Ereignisse bestätigt. Ich finde es vor allen Dingen hervorragend dass es gerade Polskaweb ist welche immer exklusive Berichte in deutscher Sprache bringt, die man als Nicht-Pole sonst eigentlich selten erfährt.

                              Offensichtlich hat sich Opferzahl im Massengrab von Marienburg nun auf 1500 erhöht. Es ist nun nicht mehr nur irgendein Fund von vielen. Ich habe das Gefühl dass dieser Fund noch Furore machen wird. http://polskaweb.eu/ziviles-massengr...ten-45677.html

                              Polskaweb berichtet über angebliche weitere Massengräber, u.a. auch in der Nähe der deutschen Grenze. Es werden Bewohner und Ortschaften namentlich genannt die man leicht selbst besuchen kann.

                              Hier ein Auszug daraus:

                              Podła Góra, eine 180 Seelen- Gemeinde auf dem Wege von Frankfurt oder in die polnische Stadt Zielona Góra macht derzeit ebenso Schlagzeilen weil hier nun auch immer mehr ermordete Zivilisten gefunden werden. Auch hier wollen wieder die jungen Bewohner der Ortschaft wissen wer sind die Opfer und wo sind die Täter. Erst am Tage vor dem heiligen Abend ist man bei der Verlegung einer Wasserleitung auf ein Grab mit 7 Zivilisten, darunter auch Kinder, im Garten eines Einfamilienhauses gestossen. Es schockt allerdings niemanden mehr in Podła Góra denn auf solche dramatische Andenken aus den 40er Jahren treffen ihre Bewohner fast bei jedem Schritt.

                              Als vor einigen Jahren Jan Adamkowski sich eine Klärgrube schaufelte stiess auch er auf mehrere menschliche Skelette. Er benachrichtigte sofort den Gemeindevorstand, doch den interessierte dies überhaupt nicht, denn solche Meldungen hörte man schon zur Genüge. Nach Aussagen von älteren Bewohnern der Gemeinde zieht sich hier ein Massengrab entlange eines Zaunes bis zum Nachbarort. "Auf dem Hof Adamkowskis braucht man nur mit dem Spaten kurz den Boden anzustechen um schon das Zerbrechen von Menschenknochen zu hören" - sagt ein anderer Bewohner der Gemeinde und fügt hinzu dass Podła Góra in den Jahren 1945/46 ein gemeiner Ort zur Ablagerung toter Deutscher gewesen sei.

                              Die jetzt gefundenen sieben Skelette hat irgendwer Weihnachten in schwarze Säcke gepackt und auf einen ehemaligen deutschen Friedhof vergraben. "Man hat dort zwei frühere Gräber ausgehoben und die Skelette dort reingeworfen. Nicht einmal die Erde hat man danach geglättet" - schimpfte ein junger Mann. "Das war die beste Lösung, denn nun können wir mit der Wasserleitung fortfahren" bestätigte nickend die Frau des Chefs der kommunalen Wasserwirtschaft.

                              Als Barbara Oleszczuk von dem unheimlichen Fund gehört hatte, ist sofort an den Zaun des Familienhauses geeilt. Sie wusste, dass man bei ihnen menschliche Überreste fand. "Es schüttelt mich immer noch, besonders bei dem Gedanken an diesen kleinen Schädeln, die von Kindern gestammt haben müssen. Vor Jahren fanden wir hier noch ganze Körper, jetzt nur noch Knochen und Schädel. Meine Eltern haben mir nie von der Vergangenheit unseres Hauses erzählt, aber das was ich hier selbst schon gesehen habe genügte oft um nächtelang nicht zu schlafen.

                              Ich war 14 Jahre alt als mein Großvater beim Graben auf dem Hof mehrere Leichen fand. Was sollte er machen ? Er hat sie eingesammelt und auf einen deutschen Friedhof gebracht. Wir haben nie etwas gepflanzt auf unserem Grundstück und niemand von uns, weder Mama noch wir haben uns getraut jemals auf den Dachboden zu gehen. Hier entlang des Asphaltweges liegen wahrscheinlich hunderte von Leichen, alle ohne Kleidung oder andere Gegenstände, doch was soll man sagen? Es ist sehr unklug diesbezüglich seinen Mund aufzumachen und eigentlich interessiert es auch hier niemanden.

                              Sofia Paszkiewicz ist im Haus gegenüber von Barbara Oleszczuk aufgewachsen. Ihre Großeltern und Eltern bewahrten sorgsam irgendein Geheimnis. Nur flüsternd wurde über diese Geschichte gesprochen. "Einst hatte mein Vater sich entschlossen einen Obstgarten anzulegen. Erst zog er einen Körper heraus, dann einen Zweiten. Beide hatten Kugeln im Kopf. Sie haben die Toten dann wieder begraben und wir durften nicht darüber sprechen wegen der Sicherheitsbehörde, vor denen sich meine Eltern fürchteten. Allgemein hieß es aber dass dies die Russen gemacht hätten" erzählte die Frau.

                              "Ich kam hier in Podła Góra 1945 nach fünf Jahren Zwangsarbeit in Deutschland an." - Beginnt ein Herr Mierkiewicz seine Erzählung und gibt zu dass es ihm bei den Deutschen gut ging und er deshalb kaum Hass gegen die Deutschen hege. "Was hier in dieser Gegend geschah ist mit Worten einfach nicht zu beschreiben. Ich kann nur sagen, dass hier blutbesudelte Russen wie verrückt mordeten und dann kam unsere Miliz und die war auch nicht besser. Ich war einmal mit einem Freund zum Fischen als wir sehr viele tote Menschen im Wald fanden. Sie lagen alle nebeneinander und hatten keine Schuhe an. Wir wissen nicht wer diese Leute waren. Ich weiß nur dass die Russen eine spezielle Division hier um Grünberg im Einsatz hatte welche polnische bewaffnete Mörderbanden jagte, die es darauf abgesehen hatten Deutsche zu masakrieren" - sagte der alte Mann.

                              Wenn es Jemanden in Deutschland interessieren sollte: Der Ort Podła Góra hiess früher genauso wie die deutsche Vertriebenenchefin heute, nämlich "Steinbach". In Zielona Góra, also dem früheren Grünberg, soll darüberhinaus das größte zivile deutsche Massengrab dieser Region unter der jetzigen Universität verbaut worden sein. Im Anschluss hieran befand sich früher auch der deutsche Friedhof der Stadt, welcher zugunsten der Hochschule nach dem Kriege eingeebnete wurde. Ein ähnliches Grab vermutet man auch in Jelenia Góra (Hirschberg), wo allerdings die sowjetischen Truppen nicht einmal einmarschiert waren.

                              Es gibt weitere Hinweise auf Massengräber, eins davon soll sich in Danzig befinden und mit mehr als eintausend deutschen Zivilisten nach dem Kriege gefüllt worden sein. Es ist sehr wahrscheinlich dass wir auch hierüber alsbald berichten werden. Die junge Generation in Polen weiss ganz genau dass das heutige Deutschland und fast alle Deutschen nichts mehr mit den Nazis von damals gemein haben. Genauso fühlt man sich in Polen auch nicht verantwortlich für die Greueltaten der eigenen Vorfahren. Was diese Generation aber nicht versteht ist, dass deutsche Politiker wie Angela Merkel sich so unterwürfig vor einer gemeinsamen Aufarbeitung der wahren Geschichte drücken und den polnischen Politikern den Zucker in den Hintern blasen. Die Deutschen von heute können doch mit erhobenem Haupt durch die Welt spazieren. Die Ignoranz der deutschen Politik in Fragen um das Thema von unschuldigen, zivilen, deutschen Mordopfer, welche durch russische oder gar polnische Hände starben, ist für junge Polen erschreckend und gibt Anlass zur Sorge.

                              Bei ihrem letzten Besuch vor zwei Wochen in Danzig hatte Frau Merkel der polnischen Führung hinterlassen, dass sie sich in Fragen um das geplante deutsch-polnischen Geschichtsbuch für große Teile der polnischen Fassung der gemeinsamen Geschichte verpflichtet fühlt und diese weitestgehend promoten wird. Wenn z.B. diese Mordopfer in Marienburg Polen gewesen wären, gebe es keine Ruhe hier bis die noch lebenden Täter gefunden wären. In solchen Bestreben unterstützen die deutschen Behörden aber andersherum Polen, denn die deutsche Polizei hat erst vor wenigen Tagen einige ehemalige SS Männer in Deutschland zur Vernehmung gebracht, die durch die Warschauer Staatsanwaltschaft mit Hilfe von Interpol zur Befragung wegen ihrer Beteiligung an der blutigen Niederschlagung des Warschauer Aufstandes gesucht wurden. Das IPN in Warschau will die Auslieferung dieser ehemaligen SS Angehörigen.

                              Viele Grüsse

                              Kurti

                              Kommentar

                              • Kurti

                                #30
                                Zitat von Wolfgang
                                IEs sind an den Gebeinen die verschiedensten Verletzungen festgestellt worden, aber obwohl man auch alles mit Metalldetektoren abgesucht hat, wurden keine Geschosse gefunden.
                                Es wurde nur mit einem Metalldetektor 10 Minuten herumgespielt. Wo hast Du denn die Info darüber gefunden dass alles abgesucht worden sei ?

                                Kurti

                                Kommentar

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