Der Park in Orunia (Ohra)

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #46
    AW: Der Park in Orunia (Ohra)

    Hallo an alle,
    tut mir leid mit den fehlenden Leerzeichen. Die waren in der Vorschau nicht zu sehen. Da war alles astrein. Achselzucken ..

    Hallo Inge-Gisela,
    ich wiederum habe beim Lesen gedacht "Welch ein klares eindeutiges Deutsch!" Der Waage muss ein guter Gelehrter gewesen sein, eine gute Bildung gehabt haben. Wo finden wir heute im Deutschen eine so klare Sprache? Nirgendwo, es gibt Kauderwelch, Bürokratensprache, Denglisch. Ich fühle mich wohl dabei, wenn ich nicht bei jedem Satz darüber nachdenken muss, was er bedeuten könnte. Jedenfalls hat Waage ein gutes Werk getan. Er wollte etwas für die Nachwelt erhalten und das ist ihm gelungen. Dass seine Arbeit eines Tages so sehr wichtig werden könnte, damit hat er selber nicht gerechnet.

    An einen Opfer- und Grabhügel hatte ich selber auch gedacht, weil er so ganz die Form danach hat. Die Götter wohnten eh, wenn möglich, auf dem Berg. In der Niederung wird es Weiden, Erlen und Birken gegeben haben. Auf dem Berg aber Eichen, Buchen, Eschen, Ahorn usw. Bäume für Bauten, Waffen, Werkzeuge und fette Früchte für Mensch und Tier. Daher liegt eine Huldigung im Heiligen Haine einem Fruchtbarkeitsgott, eventuell auch einem Kriegsgott, nahe. Dass es sich um einen Fruchtbarkeitsgott handelte, darauf verweist auch die Flora. Eine Flora kann aufgestellt worden sein nach oder bei der Christianisierung. Sie sollte die heidnische Fruchtbarkeitsgöttin vertreiben, blieb dieser aber vom Prinzip her gleich. Aber wer weiß, vielleicht war diese Statue gar nicht Flora, sondern die Götzenstatue der heidnischen Göttin, die man dann einfach umgetauft hat. Ich finde auch die Geschichte mit den fünf Brüdern nicht abwegig, denn schließlich wurde jeder Ort irgendwann mal zum ersten mal besiedelt. Diese Besiedelung erfolgte gar oft durch Brüder, die sich die Aufgaben teilten. Unter dem Segen dieser Gründungsbrüder standen die Nachkommen auch nach ihrem Tode. Diese wiederum wendeten sich an die toten Ahnen, um mit ihnen das Schicksal der Gemeinde zu teilen, um sie um Schutz zu bitten. Dafür opferte man ihnen. Das hat nichts mit Glauben zu tun, sondern damit, dass die Wand zwischen Diesseits und Jenseits dünner war als heute. Die Lebenden kommunizierten mit den Toten als wären sie nicht tot (sind sie ja auch nicht). Die Sinneswahrnehmung und Intuition war stärker ausgeprägt als beim heutigen Menschen, die starke Verbindung mit der Natur war überlebensnotwendig.
    Für mich erklärt das, warum mich dieses Fleckchen Erde immer so fasziniert hat. Faszinierend finde ich auch, dass, wenn wir diesen Ausführungen folgen und Glauben schenkten, der Hoenepark vom Anfang an durch viele Jahrhunderte ein Ort der Fürsten war, wozu ich die heidnischen Priester dazu zähle, bis zu dem Tag als Emilie Hoene es ganz dem Volke übergab.

    Mit "preußische Heiden" mag Waage die Slawen meinen. Der Ausdruck ist leicht irreführend denke ich. Nun hoffe ich, es sind keine Leerzeichen verloren gegangen. Dir und euch einen schönen Abend. wk.
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

    Kommentar

    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #47
      AW: Der Park in Orunia (Ohra)

      Hallo Ohra-Freunde,
      ich habe versucht, die Legende über die Einteilung des Hoene-Gartens zu entziffern (siehe Beitrag 32). Wer es vermag schaut noch einmal drüber, denn viele Augen sehen mehr. Es sind sicher Fehlerchen drin, doch ergibt sich trotz allem ein plastisches Bild vom Garten. Die Einteilung:


      a Gemüsegarten
      b Baumschulen
      c Obstgarten
      d Alleen mit Obstbäumen
      e Alleen mit Kastanien oder Ahorn
      f Aussichten
      g Lustgarten mit dergleichen Partien
      h Teiche
      i Fischkelter Fischhelter Fischkeller???
      k kleines Bassin zur Unterhaltung …
      l Somerhäuser ???
      m Bänke
      n Eisgrube
      0 Wohnung für den Gartenwächter
      p herrschaftliches Wohnhaus
      q Wirtschaftsgebäude und Treibhaus
      r Beete in feine Blumen
      s Klumb von Blumen und blühende(vermutlich Sträucher oder Stauden)
      t Klumb von Strauch und Baum


      Wir sehen vorne links neben dem Herrschaftshaus einen ziemlich großen Gemüsegarten. Hier hatten auch noch Kartoffeln und Weißkohl Platz, um über die kalte Jahreszeit zu bringen. Vermutlich befand sich hier auch ein Kräutergarten. Kräuter waren als Apotheke, zur Würze, für den Tee und für die Sinne wichtig. Hinter dem Herrschaftshaus befanden sich auf einer Terrasse zwei große Bänke. Vor der Anlage und rechts unten sieht es wie in der Mitte nach Teichen aus. Zu wessen Unterhaltung das Bassin diente und wie es sich von den anderen Teichen unterschied wird nicht klar. Rechts unterhalb der Mitte des Bildes befand sich ein großer Obstgarten. Ob da wohl Kirschen standen? Die waren nämlich nur für die Edleren. Etwas nördlicher war eine Baumschule. An ihrem Rand befand sich das Wohnhäuschen für den Gartenwächter. Außer dem Gartenwächter gab es bestimmt einen oder mehrere Gärtner. Ob der im Gesindehaus wohnte? Dieses befand sich links vertikal zum Herrenhaus. Im selben Gebäude befand sich ein Treibhaus. In dem Treibhaus gab es sicher Exoten, z.B.Orangenbäumchen oder Zitronen. Am oberen Ende lag der Aussichtspunkt. Unklar ist mir l, gedeutet als Somerhäuser. Könnten Lauben oder Pergolen sein. Würde jedenfalls in die Umgebung des Parks bzw. Landschaftsgartens passen. Aber schaut noch einmal drauf, ob ihr etwas anderes entziffert. Offenbar wurde Fischzucht betrieben. Aber was Punkt i darstellt ist mir unklar. Fischkelter, Fischkeller,Fischhelter, keine Ahnung was genau es heißt. Es gab Alleen mit Obstbäumen, Kastanien und Ahorn. Das sind Bäume, die für die Sinne gedacht sind, also zum Lustwandeln. Aber wer weiß, vielleicht hat man bei den Kastanien und Ahornen auch an die Pferde gedacht. Es gab eine Eisgrube, das war wohl der Kühlschrank. Summa summarum war dieser Garten prachtvoll. Er musste auch den Danzigern als reines Schmuckstück gegolten haben. Er bot alles, wonach man begehrte. Der Teich für die Fischzucht und gute Bewässerung machte den Ort für eine Gartenanlage zum idealen Standort. Er lockte Vögel an, die auf dem Tisch landeten. Man konnte jagen, Obst, Gemüse und Kräuter ziehen und wurde gewiss auch von der wilden Natur noch beschenkt. Also so weit weg war ich mit meiner Idee vom Reiher-Garten dann doch nicht ;-) Da in einen solchen Garten Statuen gehörten, wird eine davon die Flora gewesen sein, die es irgendwann mal umhaute. LG vom dipl.lapla wk.
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

      Kommentar

      • Inge-Gisela
        Forum-Teilnehmer
        • 09.11.2012
        • 1842

        #48
        AW: Der Park in Orunia (Ohra)

        Liebes Waldkind,
        vielen Dank für Deinen Bericht. Wenn man die alten Ohra-Ansichtskarten betrachtet, kann man sich dies alles gut vorstellen. Als ich im Park war, sah ich erwartungsgemäß "leider" keine Obstbäume mehr, und nur Tauben, Enten und kleine Piepmätze. Und wenn der Park nun etwas modernisiert wird für die Bevölkerung, was ja schön ist, werden sich sicherlich nicht viele andere Tiere dort einfinden, die die Ruhe lieben.

        [ATTACH=CONFIG]23136[/ATTACH]

        [ATTACH=CONFIG]23137[/ATTACH]

        [ATTACH=CONFIG]23138[/ATTACH]

        LG Inge-Gisela
        Angeh

        Kommentar

        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #49
          AW: Der Park in Orunia (Ohra)

          Danke, Inge Gisela, für die schönen Bilder mit den trauernden Weiden. Wir könnten zwei weiße Schwäne auf den Teich malen und ein paar Pfauen in den Park setzen, das beflügelt die Vorstellungskraft für den Park von damals.
          Einen groben Fehler habe ich gemacht in meinem letzten Beitrag. Ich habe nicht berücksichtigt, dass der Plan in Beitrag 32 nicht nördlich ausgerichtet ist. Es fehlt ja der Nordpfeil. Da heute meist die Pläne oben Norden zu liegen haben, bin ich in die Falle getappt. Denke oben ist nicht Norden sondern Westen. Was ich in dem Plan nicht erkenne, das ist die Pecke. Soll es der dünne graue Strich sein, der von links oben diagonal bis zur Mitte rechts und dann an der rechten Seite lang läuft???
          Ich denke für das 16. Jh. müsste man sich den Garten vorne geometrischer vorstellen. Der Obstgarten könnte sogar der gleiche gewesen sein in seiner Art, er nannte sich damals vermutlich nur Baumgarten. Vielleicht stand da noch eine Mispel und eine Quitte drin, oder mehrere. Bis bald, lG wk.
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

          Kommentar

          • waldkind
            Forum-Teilnehmer
            • 06.10.2008
            • 2366

            #50
            AW: Der Park in Orunia (Ohra)

            Ich habe mir Punkt i noch einmal angesehen, so weit irgendwie lesbar. Ich meine dort steht "Fischhelter". Das könnte mit der Fischzucht zu tun haben. Entweder, dass hier der Laich sich ungestört entwickeln durfte, also geschützt z.B. vor Entenfraß. Oder hier wurden Käfige gehalten, in denen gefangene Fische umher schwammen, also so ähnlich wie die großen Aquarien im Speiserestaurant. Irgend so was könnte es gewesen sein, aber ich bin weder Angler noch Fischer, sondern kann nur spekulieren. So nun Guts Nächtle, wk.
            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

            Kommentar

            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8548

              #51
              AW: Der Park in Orunia (Ohra)

              Aktuelle Fotos vom neugestalteten Park in Ohra.

              Hallo an die Ohra-Freunde,

              warum schaut keiner von Euch gelegentlich in die gute Berichterstattung von gdansk.pl, wo immer wieder etwas über den Park in Ohra geschrieben wird? Ihr dürft nicht immer nur auf Informationen dazu von mir warten. Ich höre ohnehin damit generell auf. - Hier aber noch diese schönen Fotos vom neugestalteten Park, die Euch sicher gefallen werden:

              > https://translate.google.com/transla...-text=&act=url (deutsch).

              Viele Grüße
              Ulrich

              Kommentar

              • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                Forum-Teilnehmer
                • 13.02.2008
                • 3493

                #52
                AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                Danke Ulrich fuer Deine Muehe. Bin ja kein Ohrscher aber in dem Park wuerde ich gern meine Zeit verbringen. Wie man sieht, an der Natur, den Anlagen, dem Altchen auf dem 'Pony' und den Radfahr Wegen ist es ideal fuer jung und alt. Lieben Gruss von der Feli

                Kommentar

                • Inge-Gisela
                  Forum-Teilnehmer
                  • 09.11.2012
                  • 1842

                  #53
                  AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                  Ulrich, auch ich danke Dir. Was hat sich der Park verändert. Als ich 2013 dort war an zwei verschiedenen Tagen, ist mir außer ein paar Joggern, ein paar Enten und Tauben niemand über den Weg gelaufen. Ich war fast allein. Was ich allerdings etwas bedaure, dass auch die Fahrradfahrer dort auf den Gehwegen fahren. Leider stelle ich auch hier immer wieder fest, dass viele von ihnen rücksichtslos sind, rechts oder links an einem vorbeirasen, anstatt vorher mal zu klingeln oder wenn nötig, auch mal abzusteigen. So habe ich das gerade hier in Hamburg am Alsterlauf erfahren müssen. Man kann froh sein, wenn nicht einige Fußgänger/Kinder dabei zu Schaden kommen, vom Radfahrer selbst mal ganz abgesehen.

                  LG Inge-Gisela

                  Kommentar

                  • Ulrich 31
                    Forum-Teilnehmer
                    • 04.11.2011
                    • 8548

                    #54
                    AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                    Zur Erinnerung:

                    Forum-Thema "Märcheninsel Hoenepark" (aus "Unser Danzig" vom Dezember 1954) von Wolfgang am 06.12.2008:
                    > https://www.danzig.de/showthread.ph...nsel-Hoenepark .

                    Gruß Ulrich

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8548

                      #55
                      AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                      Ich wundere mich immer wieder, dass im Forum, soweit von mir erkennbar, niemand von sich aus die Berichte des offiziellen Danzig-Portals gdansk.pl liest und anschaut. Und wenn es tatsächlich anders sein sollte, ist jedenfalls niemand bereit, mich mit der Weitergabe des dort Erfahrenen an das Forum abzulösen. Das finde ich sehr schade.

                      Heute nun berichtet gdansk.pl von einem schönen, sehr gut besuchten Konzert im Park zu Ohra, das dort gestern stattgefunden hat. Hier verlinkt dieser Bericht mit etlichen Laufbildern und einem Musik-Video, das sich anzuhören lohnt:

                      > https://www.gdansk.pl/wiadomosci/Par...skiej,a,122798 (polnisch),
                      > https://translate.google.com/transla...-text=&act=url (deutsch),
                      > https://translate.google.com/transla...-text=&act=url (englisch).

                      Gute Unterhaltung wünscht den gdansk.pl-Muffeln mit besten Sonntagsgrüßen
                      Ulrich

                      Kommentar

                      • Inge-Gisela
                        Forum-Teilnehmer
                        • 09.11.2012
                        • 1842

                        #56
                        AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                        Hallo Ulrich,

                        dann kehrt ja doch wieder etwas Leben nach Orunia (Ohra) zurück und sei es nur in den Sommermonaten. Übrigens, unter Angelikas Link habe ich wieder das alte Tor zum ehemaligen Hoenehaus zum Park hin entdeckt. So konnte ich es mit dem heutigen neuen auf einem mir vor kurzem gesandten Foto vergleichen. Es sieht so aus wie das frühere. Das finde ich sehr schön. Am Haus selbst ist leider bisher weiter nichts geschehen, es macht immer noch einen etwas trostlosen Eindruck.

                        Lb Gruß

                        Inge-Gisela

                        Kommentar

                        L