Der Park in Orunia (Ohra)

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8567

    #31
    AW: Der Park in Orunia (Ohra)

    Hallo Rudolf,

    herzlichen Dank für Deine großartige Rätsellösung zu "Reyers-Garten" (#27) - und damit zugleich die endliche Antwort auf waldkinds Frage vor gut 7 Jahren! So habe auch ich wieder einmal dazugelernt. Und der Herr Gottfried Reyger sollte folglich in die Liste der Danziger Persönlichkeiten (Wikipedia) aufgenommen werden, wo er z.Z. noch fehlt.

    Mit besonderem Dank für Deinen doppelten Gruß nach Berlin schickt Dir beste Grüße nach Frankenthal
    Ulrich

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    • sarpei
      Forum-Teilnehmer
      • 17.12.2013
      • 6091

      #32
      AW: Der Park in Orunia (Ohra)

      Hallo miteinander,

      für alle Interessierten nachstehend zwei Beschreibungen zum Hoene-Park aus Veröffentlichungen der 1920er-Jahre. Zum Lesen und Freuen.

      ************************************************** ***************************************
      aus: John Muhl: Ausflüge in die Danziger Umgegend und das Werder-Gebiet (1922)

      5. Hoenepark
      -------------

      Der Hoenepark in Ohra (-Aue) ist ein wahres Kleinod in der an Wundern der Natur so reichen Danziger Umgebung. Unmittelbar am Marktplatz von Ohra, dicht oberhalb der Radaune gelegen, ist der Park mit der Straßen- oder Vorortbahn in wenigen Minuten und auf der prächtigen Radauneuferpromenade, die uns vom Petershagener Tor schnurgerade hinführt, in einer kleinen Stunde bequem zu erreichen.
      Seit 1600 ist der Park, an dessen Eingang stets ein schmuckes Landhaus gestanden hat, bis zu den Freiheitskriegen im Besitz von Danziger Bürgermeistern gewesen. Bartel Schachmann (1612), Johann Czirenberg (1636), v. Groddeck (1770) und Reyger (1785) haben dort gesessen. Als er in Groddeck’schem Besitz war, besuchte den Park der berühmte Schweizer Johann Bernoulli, der ihn rühmend in seinem Reisetagebuch erwähnt. Zu Reygers Zeiten hatte der Garten, den ein Verwandter des Bürgermeisters, der Botaniker und Physiker Dr. Reyger mit den seltensten Bäumen und Gewächsen besiedelt hatte, Weltruf. Kaiser und Könige haben ihn aufgesucht.
      Der schwedische Gesandschaftssekretär, der Franzose Charles Ogier, der 1636 in Danzig weilte, nennt den Czirenberg’schen Park in seinem Tagebuch den schönsten Garten in Danzig und schildert ausführlich seine Schönheiten: Er bestehe aus drei Bergen, dem Leimberg, dem Tränenberg, und dem Fiinfbrüderberg, den 5 erratische Blöcke zierten. Im Tale fließe die Bäk und speise herrlich große Fischteiche. Es gebe dort wunderbare Bäume, seltene Gewächse, Wandelgänge, Aussichten, Alleen, Labyrinthe, Grotten, Brücken, Terrassen, Springbrunnen, Quellen und verborgene Fontänen, die mit neckischem Strahl den nicht Eingeweihten plötzlich benäßten. Schwäne, Pfauen und andere stolze Vögel belebten den Park.
      Wenn bei der Belagerung Danzigs 1813 die künstliche Gartenpracht auch verschwunden ist, die Berge, die Aussichten, die schönen Teiche sind geblieben, prachtvolle Bäume wieder herangewachsen und ob des Frühlings zarter, grüner Hauch auf den Hängen liegt, des Hochsommers Sonnenglut auf den Wipfeln lastet oder die Farbenpracht des Herbstes die waldigen Ufer der Teiche schmückt, zu jeder Jahreszeit ist der Besuch des Parks ein hoher Genuß. Und jeder Danziger wird dem Fräulein Emilie Hoene Dank wissen, daß es bei ihrem 1917 erfolgten Tode dies schöne Grundstück seiner Vaterstadt testamentarisch geschenkt hat.
      Am Deutschen Tage, am 14. August 1921, hat einer der Felsblöcke vom Heimatverein Ohra die schöne Inschrift erhalten: „Wir wollen deutsch und einig sein!“

      ************************************************** ***************************************
      aus: Hans Reichow: Alte bürgerliche Gartenkunst - Ein Bild des Danziger Gartenlebens im 17. und 18. Jh. (1927)

      Der Höhnepark
      --------------
      Während bei den zuletzt geschilderten größeren Anlagen die landschaftlichen Gartenteile immer noch gegenüber der strengen Gesamtgliederung und vorherrschend architektonischen Gestaltung zurücktreten, überwiegen sie beim ‚Höhnepark‘ in Ohra derart, daß der Laie ihn fälschlicherweise für einen reinen Naturpark halfen kann, zumal die Spuren alter regelmäßiger Gestaltung in der näheren Umgebung des Hauses seit der letzten Umwandlung des Gartens in den víerziger Jahren des 19. Jahrhunderts stark verwischt worden sind.
      Dennoch fällt es nicht schwer nachzuweisen, daß man auch hier vom Hause aus nicht unmittelbar in einen Landschaftspark, sondern erst in einen architektonisch gestalteten Gartenteil gelangte, dessen Hauptwege und Achsen, weitergeführt, das einende Band zwischen Haus, Garten und Park bildeten. Der wiedergegebene Gesamtplan stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und zeigt, wie der Garten nach seiner Verwüstung durch die Belagerung von 1513 im wesentlichen neu erstanden ist. Bei der Neuanlage bemühte man sich natürlich dem veränderten Geschmack Rechnung tragend, auch die erhaltenen regelmäßigen Teile rein naturalistisch umzugestalten. Aber in dem ursprünglich rechteckigen Teil hinter dem Hause erkennt man trotz der krampfhaft geschlängelten Wegführung und den unregelmäßig verteilten ‚Klumbs‘ von Blumen und Ziersträuchern das große, regelmäßige Hauptparterre, dessen Mittelweg und Achse sich in der noch vorhandenen Allee fortsetzt.
      Außerdem bestätigen literarische Quellen, daß selbst hier, wo das ursprünglich Gegebene den Landschaftspark angebracht erscheinen ließ, in Zeiten höchster Blüte der Gartenkunst das Haus von einem regelmäßigen Garten umgeben war. Bernouilli sagt nur, daß der Garten wenig Parterres enthalten und dermaßen abwechselnd sei, daß er selbst einem Engländer gefallen würde. Genaueres aber hören wir durch Ogiers viel früheren Bericht aus dem Jahre 1636, als der Garten, damals im Besitz des Bürgermeisters Czirenberg, seiner Schönheit wegen schon bekannt war. Er sagt: „Dieser Ort ist dank seiner Lage und der anmutigen, uns umschmeichelnden Natur ringsum sehr reizvoll. Dort im Park sahen wir sanft ansteigende Hügel, ragenden Wald, hier breite Wiesen, dort blühende Bäume und Blumen ringsum, auch murmelnde Bäche, die verschiedene Teiche füllten, eine prächtige Gelegenheit zum Baden und Fischfang: auf ihnen schwammen zwei schneeweiße Schwäne; zwei stolze Pfauen wandelten hochmütigen Blickes umher; eine Unzahl anderer Vögel flog neugierig um uns herum. Jedes Eckchen, jeden Winkel besuchten wir im Garten, jeden Durch- und Umblick genossen wir. Es fehlte jenem so ergötzlichen Garten auch nicht an besonderer Kultur und Pflege. Nur weil die Natur die Kunst jederzeit übertrifft, lobte ich zuerst die natürliche Anmut dieses Ortes; aber es waren auch Plätze mit Blumenbeeten da, Säulenhallen, Wandelgänge, Seitenwege, Labyrinthe, künstliche und natürliche; unter den Bäumen viel gepfropfte und okulierte Obstbäume. Da gab es ferner Quellen in poliertem Stein gefaßt, verborgene Fontänen, die mit neckischem Strahl den Nichteingeweihten plötzlich benäßten. Gleichsam um die Natur zu zwingen, waren an einem langen, hölzernen Spalier, an der Süd- und vollen Sonnenseite Rebenschößlinge gepflanzt; denn sonst pflegt die Natur hier in diesem Klima Weinreben nicht zu dulden, wennschon auch die Menschen diesem Wein gegenüber bescheiden und nachsichtig sind.“ Die Schilderung mit den typischen Einzelheiten, wie sie regelmäßigen Lustgärten der Renaissance und des Barock eigen sind, zeigt, daß damals die regelmäßige Gestaltung im Höhnegarten doch mehr zu ihrem Recht gekommen ist, als heutiger Zustand und Plan vermuten lassen.

      [ATTACH=CONFIG]22918[/ATTACH]

      ************************************************** ***********************************

      Bartel Schachmann (1612)
      ====================
      Taucht bei Cuericke im ‚Verzeichnüß der Bürgermeister der Rechten Stadt Dantzig‘ als Bartell Schachtman auf. Er war der 76 in der Reihe, wurde im Jahr 1605 erwählt und hatte dieses Amt neun Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1614 inne.
      Bei Weichbrodt: Bartholomäus v. Schachmann, * 01.09.1559, † 23.04.1614, Kaufmann, weitgereist, Kunstsammlung, 1592 Schöppe, 1594 Ratsherr, 1605 Bürgermeister, ließ das Zeughaus und Festungswerke bauen.

      Johann Czirenberg (1636)
      ===================
      In der gleichen Quelle Johann Zierenberg genannt. Er war die Nummer 84, wurde im Jahr 1630 gewählt und war 12 Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1642 im Amt.
      Bei Weichbrodt findet er sich als Johann IV., * 01.09.1574, † 21.04.1642. luth., 1585 Danziger Gymnasium, stud. in Leipzig und Krakau, 1603 Schöppe, 1615, Ratsherr, 1629 Richter, 1630 Bürgermeister, 1626 und 1636 Burggraf, 1638 Reichstag in Warschau; erbt von Barthel Schachmann und Michael Kerl 1636 den Hoenepark.

      v. Groddeck (1770)
      ===============
      Hierbei handelt es sich nach Cuericke sicher um den Kaufmann Carl Groddeck, der als 126. Bürgermeister im Jahr 1758 gewählt wurde und dieses Amt 16 Jahre bis zu seinem Tod am 28.12.1774 ausübte.

      Reyger (1785)
      ===========
      Nach Curicke (handschriftlich ergänzt) und Weichbrodt passt das Jahr 1785 auf Johann Gottfried Reyger, der als 135. Bürgermeister im Jahr 1780 in das Amt gewählt wurde. Nach Weichbrodt wurde er am 03.04.1725 geboren, studierte im Jahr 1747 Jura in Leyden, war Kaufmann und Bürgermeister und wurde am 04.06.1793 zu Grabe getragen.

      aus:
      Reinhold Curicke: Der Stadt Dantzig historische Beschreibung (1687)
      Dorothea Weichbrodt: Patrizier, Bürger, Einwohner der Freien und Hansestadt Danzig (1986)


      Viele Grüße

      Peter
      Angeh

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      • Inge-Gisela
        Forum-Teilnehmer
        • 09.11.2012
        • 1842

        #33
        AW: Der Park in Orunia (Ohra)

        Vielen Dank Peter :-)

        LG Inge-Gisela

        Kommentar

        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #34
          AW: Der Park in Orunia (Ohra)

          Hallo an alle,
          da musste ich nun erst mal meine Karten hervorholen und genauer hinsehen. Nach sieben Jahren verliert sich manches im Nebel ;-)
          Bei dem Gartenplan,den Peter jetzt hier eingestellt hat, dachte ich gleich an einen Englischen Landschaftsgarten, aber frühere Elemente der Gartenarchitektur scheinen auch noch vorhanden. Erinntert vom Prinzip her an den Schlosspark zu Berlin-Charlottenburg. Wenn Reyger dort einen Botanischen Garten anlegte auf dem Gelände, wäre es verständlich, wenn in einem offiziellen Plan/Karte die Anlage sich "Reygers Garten" nennt. Zeitlich käme das hin. Im Plan von 1807 finde ich den Namen Reyers Garten, im Plan von 1811 "Reyere Garten" und Reyger starb 1793 oder 1788 (da sind sich die Gelehrten noch nicht ganz einig). In Sachen Buchstabe nehme ich es aber sehr genau. Vielleicht könnte es im Plan von 1807 auch "Reyere Garten" heißen sollen. Fragt sich dann, warum Reyger zu Reyere wird. Ein zeitgemäßer französischer Touch??? Umgekehrt, wenn Reyere der Schreibfehler wäre und es "Reyers" hätte heißen müssen, dann bleibt für mich die Frage bestehen, warum man anstelle von Reyger "Reyer" schrieb.

          Auf jeden Fall ist es interessant, dass auf dem Gelände ein Botanischer Garten angelegt wurde. Das 19.Jahrhundert war das Jahrhundert der Importe exotischer Bäume. In unserer Phantasie können wir uns vorstellen, dass wir bis dahin mehr einheimische Gehölze im Park fanden. Ab Reyger werden die Exoten im Vordergrund gestanden haben. Das war damals so eine Art internationaler Sport, der Wissenschaft und Forschung diente, aber auch dem Laien Erkenntnis vermittelte. Das war bei weitem pflegeintensiver als heute, weil diese Art der Baumzucht und -pflege in den Kinderschuhen steckte, während wir heute wissen, was geht und was nicht.
          Ich frage mich nun, ob ich mir diesen Garten im 16./17.Jh. eher geometrisch vorstellen muss. Das wäre wohl der Fall gewesen, wenn er ein Nutzgarten war. Das war ja in jener Zeit üblich, denn Reichtum erkannte man an der Ausbeutbarkeit reicher Frucht. Wenn er eine Art Lustgarten war, wovon man ausgehen kann, da er den Bürgermeistern gehörte, die wandeln ja gerne Lust, so wird dort neben der reichen Beute auch Schattenspender, Augenweide und Sinneslust, also schöne Bäume, Duft, Farbe etc. eine Rolle gespielt haben.

          Also wenn es noch Ideen gibt zu dem "g", dem "e" bzw. "s" nur her damit :-)


          Hallo Peter,
          im Text "Der Hoenepark" mit dem Plan der Gartenanlage ist ein Tippfehler? Müsste 1813 gewesen sein, nicht 1513. Danke für dein Engagement.
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • sarpei
            Forum-Teilnehmer
            • 17.12.2013
            • 6091

            #35
            AW: Der Park in Orunia (Ohra)

            Hallo Waldkind,

            bzgl. der Jahresangabe hast du natürlich recht. Das ist mir nach dem OCR-Durchlauf leider durch die Lappen gegangen - sorry.

            Beim Familiennamen geht es munter zwischen Reyer, Reyger und Reyher hin und her.

            Würdest du mir die von dir erwähnten Pläne als Scan/Foto zusenden wollen/können?


            Viele Grüße

            Peter

            Kommentar

            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8567

              #36
              AW: Der Park in Orunia (Ohra)

              Hallo Ohra-Interessierte!

              Zuerst danke ich Dir, lieber Peter, sehr für Deine interessanten Ausführungen in #32 zu diesem Park, in die Du wieder viel Mühe investiert hast.

              Auch heute berichtet gdansk.pl wieder über die aktuelle Erneuerung dieses Parks, die am kommenden 1. Adventssonntag besonders gefeiert werden wird. Das nochmals gezeigte 2-Minuten-Video hat leider in der Vollbildversion gelegentliche Störungen. - Hier der betr. Bericht:

              > http://www.gdansk.pl/wiadomosci/Gwia...ROGRAM,a,95134 (polnisch),
              > https://translate.google.com/transla...-text=&act=url (deutsch).

              Gruß Ulrich

              Kommentar

              • Bartels
                Forum-Teilnehmer
                • 25.07.2012
                • 3448

                #37
                AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                Hallo,

                bis zu Standesamtszeiten hat jeder oft so geschrieben wie er es gehört hat.

                Französischer Touch? Die Franzosen hatten immer Kartographen in ihrer Truppe, die oft die ersten modernen Pläne und Karten mit Metermaß erstellt haben. - Danziger wie Daniel Chodowiecki sprachen fliessend französisch.
                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher

                Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                Familie Zoll, Bohnsack;
                Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #38
                  AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                  Hallo an alle!
                  Hallo Rudolf,
                  jaja, ich weiß wohl, dass man damals nach Lust und Laune schrieb. Und wenn einmal in einer Karte ein Name steht, schreibt der nächste Stecher oder Drucker einfach ab. Als ich den Namen vor vielen Jahren las und noch keine Ahnung hatte von dem Park, da entstand in meiner Phantasie ein schöner Garten, paradiesisch, mit vielen schönen Reihern. ... :-) Wenn dies auch nur meiner Phantasie vom Paradiese entspricht, so mag dies Fleckchen Erde aber sehr wohl einigen Menschen dazu gedient haben sich ein ganz persönliches kleines Paradies zu erschaffen. Mit dem Französisch hast du recht. Am Hofe war es sowieso in und dann kam Napoleon und haute Friedrich Wilhelm III. auf die Mütze, so dass da noch ein bisschen mehr Französisch ins Kartenwerk kam.

                  Hallo Peter,
                  mir geht auch so manches durch die Lappen ;-) Habe es auch nur erwähnt, damit niemand in Verwirrung gerät.
                  In dem Thread über die Wasserabmahlmühlen findest du in Beitrag 2 von Rainer einen Link zu einem Messtischblatt, entworfen 1807, gestochen 1813. Da steht z.B. "Reyers" drin. Glaube kaum, dass ich Karten habe, die du nicht hast. Aber wenn du etwas Geduld hast, suche ich meine Schätze hervor und schicke dir alles, was ich finde. Noch eine Frage habe ich an dich: Die Beschriftung des Gartenplanes aus dem Gartenbuch über Danzigs Gartenkunst, hast du sie in einer leserlichen Form vorliegen? Ich nämlich nicht.

                  Hallo Ulrich,
                  danke erst mal für dein Engagement. Inzwischen haben wir schon viele Informationen zu diesem Garten. Mein ursprüngliches Gefühl, dass das ein wunderschönes Fleckchen Erde war, hat mich nicht betrogen. Mehr und mehr entsteht in mir ein Film von der Entwicklung dieses Gartens. Sehr interessant!
                  Was aber ist aus der schönen Flora geworden, die in diesem Garten gestanden haben soll? Das wüsste ich gerne. Aber das werden wir nie erfahren.

                  Auf alle Fälle finde ich es gut, dass die Gdansker sich den Garten herrichten ließen und weiterhin ihn genießen. Er hat sicher etwas von seinem ursprünglichen Zauber behalten, aber auch viel davon verloren.
                  Schöne Grüße vom Dipl.Ing. waldkind
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • sarpei
                    Forum-Teilnehmer
                    • 17.12.2013
                    • 6091

                    #39
                    AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                    Hallo waldkind!

                    Danke, habe den 'Reyers Garten' jetzt auch auf der Karte gefunden! Leider kann ich bzgl. der Beschriftung des Gartenplans nichts Klareres anbieten. Das war schon in dem Buch leicht 'unterirdisch' ... .


                    Viele Grüße

                    Peter

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8567

                      #40
                      AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                      Für Ohra-Freunde sind vielleicht noch diese früheren Forum-Informationen interessant:

                      - Thread "Erinnerungen an Ohra": > https://www.danzig.de/showthread.ph...rungen-an-Ohra und
                      - Thema "Märcheninsel Hoenepark": > https://www.danzig.de/showthread.ph...nsel-Hoenepark
                      (gefunden in Wolfgangs neuer Zusammenfassung "Artikel aus 'UNSER DANZIG' in unserem Forum": > https://www.danzig.de/showthread.ph...-unserem-Forum ).

                      Gruß Ulrich

                      Kommentar

                      • Bartels
                        Forum-Teilnehmer
                        • 25.07.2012
                        • 3448

                        #41
                        AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                        Hallo,

                        "Während der Napoleonischen Kriege wurde die Anlage 1813 zerstört." - und nicht nur Reygers Garten, sondern auch ganz Stolzenberg, Alt Schottland, usw.
                        Beste Grüsse
                        Rudolf H. Böttcher

                        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                        Familie Zoll, Bohnsack;
                        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                        Kommentar

                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8567

                          #42
                          AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                          . . . , aber letztere, wie auch Schidlitz, nicht von den angreifenden Franzosen und ihren Söldnern, sondern aus kriegstechnischen Gründen von den belagerten Preußen in Danzig.

                          Kommentar

                          • waldkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.10.2008
                            • 2366

                            #43
                            AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                            Hallo Rudolf,
                            der Reyere-Garten mag 1813 zerstört worden sein, dennoch ist die Karte 1813 gestochen worden, wenn ich richtig gelesen habe. LG wk.
                            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                            • waldkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.10.2008
                              • 2366

                              #44
                              AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                              Ich glaube, den folgenden Text hatten wir noch nicht. Wer Ergänzungen hat, her damit. Auftretende Abschreibfehler sind gratis dazu. Viel Freude beim Lesen, wk.

                              Beschreibung des Waldes aus der OhraChronik von E.W.Waage:
                              Ohra hat weiter keinen Wald als dasLustwäldchen des Herrn Commerzienrath Hoene, eines Grundeigenthümersin Ohra, es ist ca. 5 Morgen groß und besteht aus zwei Theilen. Dereine, hart an dem Herrenhause belegene Theil, gehört mit zu demParke des Grundstücks und bildet den Lustwald des Eigenthümers, inihm befindet sich auf der Südseite ein bewaldeter Hügel, auf dessenSpitze, die ein Plateau von 20 Schritten bildet, fünf große Steineliegen.
                              Diese fünf großen Steine begrenzendie Westseite des Plateaus und zwar liegen sie von Norden abgemessengenau 12 gewöhnliche Schritte von einander, nur der nach Südenliegende fünfte liegt dem vierten zwei Schritte näher und istkleiner als die anderen; alle sind gesprengte Steine und haben eineLänge von 5 bis 6 Fuß. Der Durchmesser dieses kreisförmigenPlateaus hat eine Länge von 30 Schritten. Der Besitzer, HerrCommerzienrath Hoene, hält diese Steine für Opfertische der altenheidnischen Preußen und wohl mit Recht, irrig dagegen wird dieserBerg vom Volke der Fünf-Brüder-Berg genannt, glaubend es seien dortfünf Brüder, denen Ohra gehört haben mag, beerdigt.
                              Unten im Thale dieses Wäldchens, nahean dem von Schönfeld kommenden Mühlenbach, die „Bäck“ genannt,liegt an dem Stamme einer Birke eine aus Sandstein gemeißelteStatue, die Göttin Flora darstellend, der Stamm der Birke ist überdie Statue gewachsen, so daß diese bis zur Hälfte sich in ihmbefindet und mit demselben verwachsen ist. Wahrscheinlich hat derOrkan im Jahre 1818 die junge Birke geneigt, diese die vor ihrstehende Statue umgeworfen und da sie bei ihrem weiteren Wachsthumhier ein Hinderniß fand, sich in ihrem Stamme über und unterderselben erweitert. Das Volk nennt diese Statue „die faule Magd“.
                              Dieser Theil des Wäldchens ist zurHälfte umzäunt und dem Zutritte des Publikums geschlossen, währendder zweite bewaldete Hügel dem Besuche des Publikums freisteht. -Von ihm hat man die schönste Aussicht. ...
                              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                              • Inge-Gisela
                                Forum-Teilnehmer
                                • 09.11.2012
                                • 1842

                                #45
                                AW: Der Park in Orunia (Ohra)

                                Hallo Waldkind,

                                vielen Dank, und wie früher geschrieben wurde, es bringt einen ja doch ab und zu zum Schmunzeln.

                                LG Inge-Gisela

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