AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten
Ich habe die Russen in meinem Elternhaus Martschinke in Hundertmark/ Gemeinde Müggenhahl
erlebt. Meine Eltern, Hugo und Frieda Martschinke und mein Bruder waren alle im unsern Hause
geblieben. Meinen Bruder Fritz und meinen Vater nahmen sie schon gleich zur Sammel-Stelle
Praust in Gefangenschaft. Wir hatten alle große Angst. Unsere Nachbarin Preschkes waren auch
in ihrem Haus geblieben. Es lag eine große Spannung in der Luft, was wird nun mit uns geschehen.
Unsere Nachbarin Paul und Hedwig Preschke hatten 3 Töchter, Frieda, Wanda und Edith. Ich hatte
für sie ein Versteck in unserem Taubenschlag gefunden. Die russischen Soldaten vergewaltigten
alle deutschen Frauen und wollten die Töchter erneut vergewaltigen. Sie fanden sie nicht in
unserem Taubenschlag. Da kam am nächsten Tag ein russischer Offizier, sehr fein angezogen
mit guten Umgangston zu mir. Er nahm mich mit zu den Eltern ins Nachbarhaus und sagte zu
mir, die Nachbaren müßten sofort ihr Haus verlassen. Ihre Töchter würden gesucht werden und
die Eltern müßten ihr Versteck preisgeben. Es gab vereinzelnd russische Militärangehörige, die
nach ihrer Möglichkeit das Leben deutscher Zivilisten zu retten versuchten. Leider hatten die
Nachbarin bedenken ihr Haus zu verlassen. Sie hielten sich mit ihren ihren noch verbliebenen
Habseeligkeiten im leeren Pferdestand auf. Die Soldaten würden sonst in unserem Gebäude
nach ihren Töchtern suchen und somit blieben sie lieber auf ihren eigenen Pferdestand.
Die russischen Soldaten fanden die Nachbarstöchter bei uns im Taubenschlag nicht und ich
selbst habe unter Lebensandrohung ihren Aufenthalt verschwiegen. Dafür sollte ich später
noch schwer bezahlen müssen. Am nächsten Morgen suchte ich das Nachbarhaus auf um
den Nachbaren die gute Botschaft zu erbringen. Mein Versteck im Taubenschlag war sicher.
Leider waren sie im Hause nicht auffindbar. Die russischen soldaten hatten sie getötet und
im Vorgarten mit einer Pferdeleine gefesselt vergraben. Die russischen Grausamkeiten hatten
damit noch längst nicht ihren Schrecken verloren. Der Kampf um das Leben ging täglich weiter.
Eine beschäftgte Ukrainerin bei uns im Hause während des Krieges hatte mir mein Leben gerettet.
Die russischen Kommissare suchten alle Häuser auf, um junge Menschen in russische Gefangenschaft
zu holen und das bedeutete überwiegend den Tod. Z B. mein Bruder Fritz Jahrgang 1928 überlebte
in einem Thorn'schen Gefangenschaft das Jahr 1945 nicht. Ich wurde von der Ukrainerin gewahr,
dass ich auf der Liste für die Gefangenschaft stand. In manchen Dingen hatte ich ihr in unserem
Hause Gefälligkeiten erweisen können. Sie setzte sich für mich ein, und wie es manchesmal das
Schicksal mit einem Menschen will kann auch ein Zufall Hilfe sein. Ich war in Besitz eines Platten-
spielers mit Schlager-Schallplatten gekommen. Es war ein Tausch für 11 Kaninchen während
meiner Lehrzeit. Darunter auch russische Schallplatten ..Kalinka - Kalinka und viele andere
deutsche Schlager, die gern gehört wurden. Dieser Besitz war für mich ein Verhandlungsangebot
an die Russen. Die Ukrainerin als Dolmetscherin und als meine Fürspracherin war meine
Lebensretterin. Die russischen Soldaten wollten die Musik und ihren Sieg mit Tanzen feiern.
Danach hatte ich nach der Beruhigung von den Hauptkriegswirren in Danzig feststellen können,
dass ich keinen deutschen, jungen Menschen meines Jahrgangs 1928 mehr angetroffen hatte,
mein Bruder war ja auch Jahrgang 1928 und musste 1945 im Lager Thorn sterben.
kurt m
Ich habe die Russen in meinem Elternhaus Martschinke in Hundertmark/ Gemeinde Müggenhahl
erlebt. Meine Eltern, Hugo und Frieda Martschinke und mein Bruder waren alle im unsern Hause
geblieben. Meinen Bruder Fritz und meinen Vater nahmen sie schon gleich zur Sammel-Stelle
Praust in Gefangenschaft. Wir hatten alle große Angst. Unsere Nachbarin Preschkes waren auch
in ihrem Haus geblieben. Es lag eine große Spannung in der Luft, was wird nun mit uns geschehen.
Unsere Nachbarin Paul und Hedwig Preschke hatten 3 Töchter, Frieda, Wanda und Edith. Ich hatte
für sie ein Versteck in unserem Taubenschlag gefunden. Die russischen Soldaten vergewaltigten
alle deutschen Frauen und wollten die Töchter erneut vergewaltigen. Sie fanden sie nicht in
unserem Taubenschlag. Da kam am nächsten Tag ein russischer Offizier, sehr fein angezogen
mit guten Umgangston zu mir. Er nahm mich mit zu den Eltern ins Nachbarhaus und sagte zu
mir, die Nachbaren müßten sofort ihr Haus verlassen. Ihre Töchter würden gesucht werden und
die Eltern müßten ihr Versteck preisgeben. Es gab vereinzelnd russische Militärangehörige, die
nach ihrer Möglichkeit das Leben deutscher Zivilisten zu retten versuchten. Leider hatten die
Nachbarin bedenken ihr Haus zu verlassen. Sie hielten sich mit ihren ihren noch verbliebenen
Habseeligkeiten im leeren Pferdestand auf. Die Soldaten würden sonst in unserem Gebäude
nach ihren Töchtern suchen und somit blieben sie lieber auf ihren eigenen Pferdestand.
Die russischen Soldaten fanden die Nachbarstöchter bei uns im Taubenschlag nicht und ich
selbst habe unter Lebensandrohung ihren Aufenthalt verschwiegen. Dafür sollte ich später
noch schwer bezahlen müssen. Am nächsten Morgen suchte ich das Nachbarhaus auf um
den Nachbaren die gute Botschaft zu erbringen. Mein Versteck im Taubenschlag war sicher.
Leider waren sie im Hause nicht auffindbar. Die russischen soldaten hatten sie getötet und
im Vorgarten mit einer Pferdeleine gefesselt vergraben. Die russischen Grausamkeiten hatten
damit noch längst nicht ihren Schrecken verloren. Der Kampf um das Leben ging täglich weiter.
Eine beschäftgte Ukrainerin bei uns im Hause während des Krieges hatte mir mein Leben gerettet.
Die russischen Kommissare suchten alle Häuser auf, um junge Menschen in russische Gefangenschaft
zu holen und das bedeutete überwiegend den Tod. Z B. mein Bruder Fritz Jahrgang 1928 überlebte
in einem Thorn'schen Gefangenschaft das Jahr 1945 nicht. Ich wurde von der Ukrainerin gewahr,
dass ich auf der Liste für die Gefangenschaft stand. In manchen Dingen hatte ich ihr in unserem
Hause Gefälligkeiten erweisen können. Sie setzte sich für mich ein, und wie es manchesmal das
Schicksal mit einem Menschen will kann auch ein Zufall Hilfe sein. Ich war in Besitz eines Platten-
spielers mit Schlager-Schallplatten gekommen. Es war ein Tausch für 11 Kaninchen während
meiner Lehrzeit. Darunter auch russische Schallplatten ..Kalinka - Kalinka und viele andere
deutsche Schlager, die gern gehört wurden. Dieser Besitz war für mich ein Verhandlungsangebot
an die Russen. Die Ukrainerin als Dolmetscherin und als meine Fürspracherin war meine
Lebensretterin. Die russischen Soldaten wollten die Musik und ihren Sieg mit Tanzen feiern.
Danach hatte ich nach der Beruhigung von den Hauptkriegswirren in Danzig feststellen können,
dass ich keinen deutschen, jungen Menschen meines Jahrgangs 1928 mehr angetroffen hatte,
mein Bruder war ja auch Jahrgang 1928 und musste 1945 im Lager Thorn sterben.
kurt m
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