War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Peter von Groddeck
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 1517

    #31
    AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

    Hallo,
    das ganze erinnert mich an die Aussage, die vor ein paar Jahren durch die Welt ging: "Die Stadt Bielefeld gibt esin Wirklichkeit nicht"
    Gruß Peter
    Tue recht und scheue niemand.

    Kommentar

    • Antennenschreck
      Forum-Teilnehmer
      • 05.09.2011
      • 1833

      #32
      AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

      Hallo,

      es ist sicher ein geringer Unterschied zwischen der Behauptung das Bielefeld nicht existiere und unserer Suche für Belege das Danzig das 3. Land war welches Fernsehen einführte. Denn, Versuche für TV Sendungen gab es ab den späten zwanziger Jahren mehr oder weniger Weltweit. Nur da klafft doch noch eine gewaltige Lücke bis zu einem Regelbetrieb, als da wären:

      wo stand der Sender (sicher nicht im Hafen, da der dümmste Platz)

      wer betrieb das Programm (sicher nicht das deutsche Reich)

      wer lieferte wieviel TV Geräte an wen (sicher nicht das deutsche Reich)

      über welchem Zeitraum wurde der Sender betrieben ( definitiv nicht mehr 1939)

      wer hatte die technische Leitung und die Versuche durchgeführt (sicher nicht die Reichspost)

      wer hat das ganze finanziert (sicher nicht das Reich)

      gibt es irgendwo ein TV Gerät von damals aus Danzig ( im Reich gab es über 80 verschiedene Typen treils bis heute)

      gibt es eine Zeitung von damals die das Ereigniss erwähnt (bis jetzt gibt es keine)

      und da sind noch so einige Sachen mehr, welche eher gegen einen TV Regelbetrieb sprechen als dafür. Ich habe ein relativ großes Archiv (auch viele technische Beschreibungen und internationale Patentschriften) zum Thema Technik im kompletten neunzehnten Jahrhundert, und da gibt es wirklich heftige Sachen, welche wir oft der heutigen Zeit zurechnen. Nur leider steht da absolut gar nichts zum Thema TV Sendungen 1937 in Danzig, obwohl noch die Hellschreiberverbindung (unserem heutigen Faxgerät ähnlich) nach Bueno Aires erwähnt wird. Man findet sogar Details zu den allergeheimsten Führerkabeln (einige tausend km Breitbandkabel durch Deutschland) nur eben so gar nichts zum oben erwähnten Thema. Also lasst uns einfach weitersuchen und fragen, vielleicht findet sich ja doch noch wer der belastbare Fakten liefert.

      Gruß Arndt
      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

      Kommentar

      • Poguttke
        • 20.05.2008
        • 523

        #33
        AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

        Also wenn der Flottenbesuch durch eine Fernsehübertragung begleitet wurde, werden wir sicher einen Artikel darüber in den Danziger Neuesten Nachrichten finden, Gero

        Kommentar

        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #34
          AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

          Schönen guten Abend,

          ich bin ein wenig fündig geworden: In der neuen "Encyklopedia Gdańska", einem fast 1.200 Seiten dicken und kiloschweren Wälzer ist ein Artikel zu finden "Telewizja w Gdańsku do 1945" (Fernsehen in Danzig bis 1945). Leider reichen meine Polnischkenntnisse noch nicht aus, um alle Details zu verstehen. Aber auch meine Frau schüttelte nur den Kopf und sagte, der Artikel sei recht chaotisch geschrieben und für sie kaum verständlich. Das mag vielleicht auch an diesem fachspezifischen Thema liegen.

          Es scheint aber so zu sein, dass aus Berlin vier Sendewagen nach Danzig geschickt wurden von denen einer in der Postgasse und drei auf der Speicherinsel standen. So wie ich das verstand, gab es einen Sendebetrieb vom 28.07.-10.08.1937 mit u.a. Aufnahmen der Olympischen Spiele 1936. Daneben sind natürlich noch viele weitere Informationen vorhanden.

          Ich werde den Artikel morgen einscannen und ich hoffe, ich finde jemanden der ihn übersetzen kann.

          Viele Grüße aus dem Werder
          Wolfgang
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

          Kommentar

          • buddhaah
            Forum-Teilnehmer
            • 08.09.2010
            • 275

            #35
            AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

            Wolfgang,

            der gesamte Inhalt der Encyklopedia Gdanska ist auch online unter http://www.encyklopediagdanska.pl.

            Der von dir besagte Artikel ist auch online als Volltext:



            ... und... was soll ich sagen... du bist fündig geworden! Es war tatsaechlich 1937!!

            Ich mache mal die Uebersetzung.

            Kommentar

            • buddhaah
              Forum-Teilnehmer
              • 08.09.2010
              • 275

              #36
              AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

              Hans-Jörg. Wenn du etwas wartest, stelle ich meine *nicht-maschinelle* Uebersetzung hier rein. Ich bin sicher, sie ist besser, als die Google-Übersetzung.

              Rechtlich sehe ich keine Bedenken - aber lasse mich gerne vom Admin belehren.

              Kommentar

              • Bartels
                Forum-Teilnehmer
                • 25.07.2012
                • 3448

                #37
                AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                Verantwortlich für die Ausstrahlung: Arbeitsfront der NSDAP

                Sendetermine: 28. Juli bis 10 August 1937

                Ausstrahlung durch: Rundfunk Berlin-Mitte

                Ü-Wagen: 3 x auf der Speicherinsel, 1 x Postgasse
                mit Standleitung-Verbindung nach Berlin

                Empfänger: Telefunken FE Typ 4, mit einer Bildschirmdiagonale von 18 × 24 cm

                Veranstaltungslokale:
                - UT Lichtspiele Kinosaal GmbH ( Kino), Elisabeth-Kirchengasse 9 - dort Uraufführung
                - Hotel Monopol, Hundegasse 16/17
                - Tischlergasse 41/42
                - Weidengasse 1a
                - Vorstädticher Graben 61
                - Goldenes Tor

                Vorführungen: 11-12, 16,30-17,30, 20-21 Uhr

                Eintrittspreis 7 Pfennig pro Stunde

                Themen:
                - Flottenbesuch deutscher Minensuchboote
                - Ausschnitte aus der Berliner Olympiade 1936
                - Komödie
                - Kurzfilme, Danziger Straßenszenen
                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher

                Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                Familie Zoll, Bohnsack;
                Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                Kommentar

                • buddhaah
                  Forum-Teilnehmer
                  • 08.09.2010
                  • 275

                  #38
                  AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                  Hier nun das Verbatim, meine ungeduldigen Mitforisten...


                  FERNSEHEN IN DANZIG. VOR 1945

                  Einen großen Beitrag zur Theorie, sowie zu den praktischen Aspekten der Fernübermittlung von Bild und mit ihm einhergehendem Ton hatten Erfinder aus Pommern. Paul Nipkow aus Lauenburg i. Pom. (22 VIII 1860 – 24 VIII 1940 Berlin), Schöpfer der sog. Nipkow-Scheibe, sowie der Konstrukteur von Fernsehsende- und -empfangsanlagen, der Danziger Otto Bronk (29 II 1872 – 5 VIII 1951 Berlin), der viele Jahre für die deutsche Firma Telefunken arbeitete.

                  Bis 1939 waren die Amerikaner Pioniere des massenhaften Fernsehempfangs (5 tausend Zuschauer; der Amerikaner John Logie Baird, 1888–1946, wird allgemein als Vater des modernen Fernsehens angesehen), sowie die Engländer (2 tausend), die Deutschen (einige Tausend in der Region Berlins alleine). Die Bedeutung des Fernsehens für Propagandazwecke, sowie für die Verbreitung der Errungenschaften Deutschlands auf dem Gebiet der neuen Technologien verstanden die Nazis, darunter auch das Propagandaministerium des dritten Reiches unter der Führung Joseph Goebbels'. Auf seine Anregung hin, stellte die deutsche Post, die die Schirmherrschaft über das im Entstehen begriffene Fernsehen übernommen hatte, das neue Medium - aus Anlass erst der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, und dann 1937 in vielen deutschen Städten - breiten Gesellschaftsschichten vor.

                  In Danzig war die örtliche Arbeitsfront der NSDAP Organisator der Ausstrahlungen, jedoch wurden diese von einem Team des deutschen Fernsehens vom 28 VII - 10 VIII 1937 vorbereitet, mit Hilfe von telefonischen und Funkverbindungen zum Berliner Rundfunkzentrum
                  Nach Danzig kamen vier riesige Ü-Wagen: 3 wurden auf der Speicherinsel aufgestellt, einer in der Postgasse, nahe des Telegrafenamtes bei der Hundegasse 114/116, wo eine direkte Verbindung nach Berlin bestand. Diese wurden mit Orten (in der Stadt) verbunden, an denen aus Berlin gelieferte Fernsehgeräte der Firma Telefunken des Typs FE 4, mit einer Bildschirmgröße von 18 x 24 cm und einem Bild in schwarz-grünem Farbton, aufgestellt wurden.

                  Die Fernsehgeräte befanden sich im Kino UT Lichtspiele GmbH an der Elisabeth-Kirchengasse 9, wo die feierliche Eröffnung der Danziger Vorführungen stattfand, im Hotel Monopol bei der Hundegasse 16/17, einem Saal in der Tischlergasse 41/42, in der Weidengasse 1a, am Vorstädtichen Graben 61, sowie in einem Saal im ersten Stock des Grünen Tores.

                  Die Vorführungen fanden statt um 11–12, 16.30–17.30, 20–21 Uhr. Der Eintritt in den Vorführungssaal kostete 7 Pfennige pro Stunde Programm. Die Zuschauer konnten folgende Filme sehen: in den Danziger Hafen einlaufende deutsche Trawler, Fragmente der Olympischen Spiele von Berlin 1936, sowie eine banale Komödie.

                  Eine Abwechslung stellten auf Zelluloid gedrehte Kurzfilme dar, die auf den Strassen Danzigs aufgenommen wurden und nach ihrer Entwicklung und elektronischer Bearbeitung per Leitung aus den Ü-Wagen an die Vorführsäle übertragen wurden.
                  Es fehlen weitere Informationen, ob vor 1945 in Danzig eine solche Vorführung wiederholt wurde, oder ob das Fernsehen in Danzig weitere Abonnenten hatte. Die Entwicklung des Fernsehens wurde durch den Verlauf des 2. Weltkrieges gehemmt.

                  Kommentar

                  • Bartels
                    Forum-Teilnehmer
                    • 25.07.2012
                    • 3448

                    #39
                    AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                    Zu den Veranstaltungslokalen:

                    - UT Lichtspiele (KINO), St.-Elisabeth-Kirchengasse 9 - dort Uraufführung
                    - Hotel Monopol, Hundegasse 16/17
                    - Tabakwaren Deckert, Tischlergasse 41/42
                    - Tabakwaren Pennig, Weidengasse 1a - (Nr. 1 war (1942) Residenz Forster)
                    - Druckerei Kafemann, Vorstädtischer Graben 61
                    - Goldenes Tor
                    Beste Grüsse
                    Rudolf H. Böttcher

                    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                    Familie Zoll, Bohnsack;
                    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                    Kommentar

                    • Bartels
                      Forum-Teilnehmer
                      • 25.07.2012
                      • 3448

                      #40
                      AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                      Lieber Hans-Jörg,

                      bevor Du müde in Dein Bett sinkst: Ausser uns letzten Mohikanern ist in Deutschland niemand an dem Thema Danzig interessiert! Das zeigt schon Wikipedia, zu vielen, wenn auch nur kleinen englischen Ortsartikeln gibt es bis heute keine deutsche Entsprechung.
                      Beste Grüsse
                      Rudolf H. Böttcher

                      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                      Familie Zoll, Bohnsack;
                      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                      Kommentar

                      • Bartels
                        Forum-Teilnehmer
                        • 25.07.2012
                        • 3448

                        #41
                        AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                        Lokale (Korrektur):

                        - Grünes Tor, Saal der Stadt Danzig
                        Beste Grüsse
                        Rudolf H. Böttcher

                        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                        Familie Zoll, Bohnsack;
                        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                        Kommentar

                        • Bartels
                          Forum-Teilnehmer
                          • 25.07.2012
                          • 3448

                          #42
                          AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                          Hallo Arndt,

                          unterschätze in dieser Zeit nicht das Deutsche Reich bzw. das NS-System, die haben 1937 schon kräftig in den Freistaat "hineingefunkt" und die Kommissare des Völkerbundes haben machtlos zugesehen ...

                          Das ist zum Beispiel auch für den Flugverkehr und den Flughafen Danzig belegt.
                          Beste Grüsse
                          Rudolf H. Böttcher

                          Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                          Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                          Familie Zoll, Bohnsack;
                          Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                          Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                          http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                          Kommentar

                          • Antennenschreck
                            Forum-Teilnehmer
                            • 05.09.2011
                            • 1833

                            #43
                            AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                            Hallöle,

                            also erst einmal zum Thema Video Standleitungen für TV übertragung. Es wurden damals im ganzen Reich koaxiale Breitbandkabel verlegt, primär zum Zweck der Bildtelefonie und sekundär für TV Signalübertragung. Diese Kabel hatten aller 17,5 km einen Verstärker und erreichten so beachtliche Streckenlängen. Erstmalig wurde auf der Leipziger Messe eine solche Verbindung nach Berlin vorgestellt. Das war glaube ich 1935 (könnte nachschauen). Die längsten Strecken dieser Art liefen von Berlin über Nürnber und München bis nach Wien. Eine ebenfalls lange Strecke ging von Berlin nach Paris und versorgte die deutschen Soldaten in Frankreich mit TV. Ab Kriegsbeginn wurden solche Kabel dann immer öfter zur Übertragung von Luftlagebildern genutzt und die Bildtelefonie darüber komplett eingestellt. Richtung Danzig gab es aber keine solchen Kabel, Polen hätte einer solchen Verlegung sicher auch nicht zugestimmt. Schon die ersten Versuche mit TV Signalen zeigten aber auch, dass der Empfang von einem TV Signal und die Wiederausstrahlung nicht gut geht und führte dazu, dass in Berlin alle Fernsehstuben und Krankenhäuser über Breitbandkabel versorgt wurden. Auch wurden alle TV Aufnahmen (ausser Olympiade) umgefilmt. Sie wurden immer erst auf Film gemacht und dann von einer el. Kamera aufgezeichnet und gingen zum Sender. Die meissten el. Kameras von damals waren einfach noch nicht empfindlich genug um ein verwertbares Signal bei wechselnden Lichtstärken zu liefern. Und die wenigen die das mit Tageslicht konnten waren wahre Monster von Größe und Gestalt. Die selbe Szene auf der Kinoleinwand wiederum leuchtete so zu sagen von selbst und die wuchtige TV Kamera konnte immer am selben Ort stehen bleiben.
                            Warum nun sollte jemand Material was er eh schon auf Film hat und im Kino vorführen kann jetzt erst wieder sendefähig machen um es in Danzig senden zu können? Im Reich hat man nach der Olympiade auch kaum noch Live Sendungen über TV gebracht sondern das öffentliche Fernsehen ab Kriegsbeginn immer weiter zurückgefahren und am Ende nur noch Lazarette stundenweise damit versorgt, da die Verletzten oft nicht ins Kino konnten. Es konnten die im Reich schon verlegten Breitbandkabel auch erst nach und nach in Betrieb gehen, da Telefunken die nötigen Verstärker nicht schnell genug lieferte und ab Kriegsbeginn dann fast gar nicht mehr. Deshalb liefen die Kabel oft nur im Trägerfrequenzbetrieb für Telefonie und Telegraphie bis 600 kHz (wie z.B. Berlin - Hamburg) und der Bereich bis 1 - 6 MHz wurde nicht benutzt.
                            Es muß doch irgend eine Zeitung von damals davon Kenntniss bekommen haben? In der betriebsinternen Telefunkenzeitschrift wird zumindest an keiner Stelle etwas über Danzig geschrieben. Und eigentlich kann man hier viel lesen was wie wo Telefunken gebaut hat.
                            Die erwähnten mobilen Sendestationen standen zum Beispiel auch mal auf dem Brocken, sind aber wie der Name schon sagt gerade kein typisches Merkmal für einen Fernsehregelbetrieb und kein Mensch hätten wegen solcher Versuche viel Geld für einen privaten TV Empfänger ausgegeben. Ich könnte mir denken das man gesagt hat. du kannst dir die Filme hier im Kino ansehen und zum Vergleich auf einem Fernseher der hier steht. Dafür musste man das Signal aber nicht erst groß aussenden um es auf einem TV Empfänger sichtbar zu machen, was in Deutschland in den Fernsehstuben normalerweise auch nicht geschah sondern über Breitbandkabelanschluß gemacht wurde. Ein privater TV Empfänger zu Hause war auch im Reich eher die Ausnahme und nicht die Regel, zumal der problemlose TV Empfang nur in einem engen Bereich um den Sender (Berlin Witzleben, zeitweise Brocken) möglich war. Da gingen die Leute schon öfter ins Kino, da waren die Bild- und Tonqualität allemal besser.

                            Gruß Arndt
                            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                            Kommentar

                            • Poguttke
                              • 20.05.2008
                              • 523

                              #44
                              AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                              In Danzig war die örtliche Arbeitsfront der NSDAP Organisator der Ausstrahlungen, jedoch wurden diese von einem Team des deutschen Fernsehens vom 28 VII - 10 VIII 1937 vorbereitet, mit Hilfe von telefonischen und Funkverbindungen zum Berliner Rundfunkzentrum
                              Nach Danzig kamen vier riesige Ü-Wagen: 3 wurden auf der Speicherinsel aufgestellt, einer in der Postgasse, nahe des Telegrafenamtes bei der Hundegasse 114/116, wo eine direkte Verbindung nach Berlin bestand. Diese wurden mit Orten (in der Stadt) verbunden, an denen aus Berlin gelieferte Fernsehgeräte der Firma Telefunken des Typs FE 4, mit einer Bildschirmgröße von 18 x 24 cm und einem Bild in schwarz-grünem Farbton, aufgestellt wurden.

                              Die Standleitung nach Berlin diente meines Erachtens nur zur Behandlung technischer Probleme, es war doch viel einfacher und auch logisch, Kameras und Empfänger direkt mit Kabel zu verbinden, das waren ja keine großen Entfernungen, und der propagandistische Vorführeffekt wurde dadurch nicht geschmählert, Gero

                              Kommentar

                              • Wolfgang
                                Forumbetreiber
                                • 10.02.2008
                                • 11623

                                #45
                                AW: War der Freistaat Danzig das dritte Land der Erde das Fernsehen einführte?

                                Schönen guten Nachmittag,
                                hallo Gero,

                                möglicherweise habe ich etwas überlesen, aber ich fand nirgendwo eine Aussage, dass es eine Standleitung -welcher Art auch immer- zwischen Danzig und Berlin gab. Das wäre, wie bereits auch schon gesagt, über den Korridor schwierig zu machen gewesen.

                                Fakt ist, dass es August/September Fernsehübertragungen innerhalb Danzigs gab. Unklar ist noch das WARUM. Ebenso interessant wäre es zu wissen, warum die Arbeitsfront Organisator war. Sah man Danzig bereits als "reichsdeutsche Stadt" die man bei den Ausstrahlungen nicht übergehen wollte? War das eine Demonstration der Zugehörigkeit zum Reich?

                                Viele Grüße aus dem Werder
                                Wolfgang
                                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                                Kommentar

                                L