@Wolfgang
Wenn Du weißt, was das für einen Tempel gibt bei Euch, 2 km weiter am Kanal entlang neben der Straße, dann schreib das mal im Forum. Würde mich interessieren. Sieht aus als ob da eine Sekte einziehen will.
"Trotzdem bin ich gespannt zu erfahren, was Poguttke antreibt, die Kontinuität staatsrechtlicher Souveränität der Freien Stadt post-1945 juristisch anerkennen zu lassen. Warum die Vergangenheit in die Zukunft zerren?"
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Antwort: Ja was treibt mich eigentlich an? Es ist zum einen der Umstand, daß meine ganze Sippschaft Danziger sind, daß ich stolz bin auf unsere Danziger Geschichte, und ich über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfüge. Zum anderen befasse ich mich nun seit Jahrzehnten mit unserer Geschichte, und im besonderen mit der Frage, inwieweit wir Danziger unser Schicksal der Vertreibung, Enteignung und Entrechtung selbst verschuldet haben. Entgegen meiner anfänglichen Angst auf die Bestätigung der Selbstverschuldung zu stoßen ist das Gegenteil eingetreten. Es war ein langer Prozess, denn Literatur die sich mit dem Völkerrecht Danzigs befaßt ist schwer zu finden. Es geht auch nicht darum die Vergangenheit hervorzuzerren, sondern sie abzuarbeiten. Dies ist um so mehr erforderlich, wenn in Europa alle wie versprochen in den Europäischen Grundsätzen, die gleichen Rechte haben sollen. Rechte haben sich in der Vergangenheit entwickelt und knüpfen an die Gegenwart an, das ist bei allen Staaten so, auch bei uns. Allerdings gibt es bei uns Danzigern drei Versionen der historischen Interpretation, die danziger, die polnische und die deutsche. Die Unterschiede der Auslegung lassen sich sehr gut bei Wikipedia verfolgen. Richtig ist jedoch um es mal kürzer zu machen, daß wir Danziger neben den Kaschuben die Ureinwohner des Weichseldeltas sind. Als wir dort siedelten war weit und breit noch kein Pole in Sicht. Jenseits der Nogat siedelten die Pruzzen, die ab und an mal auf Raubtour vorbeischauten und das Kloster in Oliva zerstörten. Um 1440 besiegten wir Danziger an der Seite Polens den Deutschen Orden und erhielten vereinbarungsgemäß dafür die Krone in unserem Wappen, als Zeichen unserer Königlichen Rechte. Seit 1445 bis 1793 war Danzig eine eigenständige Republik unter dem diplomatischen Schutz des Königs von Polen. Danzig war nie ein Teil Polens, aber 350 Jahre lang sein wichtigster Wirtschaftspartner. Als dann Polen als Staat im Jahre 1793 durch Preußen, Österreich und Rußland vernichtet wurde, hatte auch Danzig keine Chance mehr seine Freiheit zu behaupten und fiel an Preußen. In diesem Zusammenhang wurde dann Danzig bei der Gründung des Deutschen Reiches für einige Jährchen deutsch, bis Polen und Danzig endlich wieder als Staaten durch den Versailler Vertrag restauriert wurden. Allerdings kam Danzig nun nicht mehr in den Genuß des diplomatischen Schutzes durch den König von Polen, sondern wurde unter die Schutzgarantie und Schutzverpflichtung der internationalen Staatengemeinschaft gestellt. Wirtschaftlich waren jedoch beide Länder wieder miteinander verbunden. Da wir genau wie Polen völkerrechtlich ein Staatsrecht haben, haben wir genau wie Polen das Recht auf die Wiederherstellung. Auch der Wiederherstellung vieler osteuropäischer Staaten die wieder restauriert wurden und nun zu Europa gehören liegen die Versailler Verträge zugrunde. Unsere Rechte einzufordern ist also in Europa nichts außergewöhnliches sondern eher schon ein Routinevorgang, ich kann hier wirklich keine Probleme erkennen, auch nicht im Zusammenwachsen der alten und neuen Siedler, da wir ja schon aus historischen Gründen eine andere Verbindung zu Polen haben als Deutschland oder Rußland.
Hallo Michael,
ich danke für die "Blumen" und für deinen hervorragenden Beitrag. Ich habe in letzter Zeit häufiger die Erfahrung machen müssen , dass etwas mehr Nähe zu einem Ort oft die Dinge in etwas anderem Licht erscheinen lässt, ganz besonders bei meiner Verwandtschaft im südlichen Afrika. Was "Freizügigkeit" im europäischen Sinn bedeutet und das wir dankbar dafür sein können , dass wir sie haben. Mir ist dabei in vielen "Gesprächen"
Jonny810, ist ja schon gut. Aber achte doch bitte in Zukunft auf Deine Rechtschreibung. Das macht gar keinen guten Eindruck. Bedenke bitte, dass der ganze Thread im Internet durch Google auffindbar ist. Das dauert Monate, bis der aus den Cashes wieder verschwunden ist
.... der Beitrag hat sich verselbstständigt also jetzt weiter...
auch klar geworden , dass uns eine Zukunftsgestaltung ohne Vergangenheitsbewältigung nicht gelingen wird oder mit anderen knapperen Worten : es gibt keine Zukunft ohne die Vergangenheit. Schon , wenn wir morgen aufwachen werden , ist das Heute Vergangenheit. Sollen wir es einfach vergessen?
Liebe Grüße und tschö, je nach Landstrich in einer anderen Schreibweise
Hallo
Es stellt sich die Frage ob alle diese Beiträge an der richtigen Stelle stehen...
Glaube das unter " Rechtliches " etwas anderes ursprünglich gedacht wurde....
Viele Grüße
Hans-Jörg
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