AW: Speicherinsel
Liebe Speicherinsel-Interessierte,
ich versuche hier, einiges zur Danziger Stadtplanung für die Nordspitze der Speicherinsel (nördlich der Milchkannengasse/Stągiewna) zusammenzutragen.
Bisher sind hier offensichtlich noch keine genauen Pläne für die Neubebauung dieses Areals bekannt (siehe dazu http://www.forum.danzig.de/showthrea...0950#post90950 > #10).
Gezeigt wurden hier bislang in diesem Thread (#14) und im Thread „Gdansk 2015“ (#60) Bilder zum jetzigen Istzustand der Speicherinsel-Nordspitze und ein polnischer Bericht zur hier geplanten Neugestaltung (siehe gleichfalls Link zu #14 in diesem Thread), zu dem es hier bisher leider noch keine deutsche Zusammenfassung gibt.
Im Internet finden sich indes über Google verschiedene Publikationen zu diesem Thema, die allerdings alle, soweit ich das erkennen kann, keine verbindliche Aussage zu einer konkreten Neubauplanung dieses Inselteils beinhalten. Ich nenne hier diese Beispiele, die z.T. auch Erinnerungen an die Vergangenheit dieses Areals zeigen:
1) http://www.jessner.homepage.t-online.de/speicher.htm (Homepage von Jessner: So sah es früher auf der Nordspitze der Speicherinsel aus.)
2) http://www.dywidag-systems.de/en/ref...ig-poland.html (Bauarbeiten 2013/2014: Hohlstäbe zur Sicherung der Kaiseiten)
3) http://www.marcopolo.de/reisefuehrer...121609315.html (aktuelle Touristeninformation)
4) http://www.baunetz.de/campus-masters...nsk_68728.html (Abschlussarbeit 2007/Fachhochschule Potsdam: Idee eines Museums für Moderne Kunst auf der Speicherinsel)
5) http://vertano.com/de-projects-11.html (VERTANO-Plan einer dichten Bebauung)
6) https://www.flickr.com/photos/stadt_...detail/?page=2 (Div. Fotos der zerstörten Speicherinsel, auf “Thumbnails” klicken)
7) http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/a..._1985_2004.pdf (Zitat aus Seite 5/18:
„IV. Die Wiederherstellung von Straßenzügen auf der Speicherinsel in
Gdansk seit 1995
Während große Teile die Rechtstadt von Gdansk nach dem Zweiten Weltkrieg
wiederhergestellt und rekonstruiert wurden, blieb die Speicherinsel (Wyspa
Spichrzöw) in der Mottlau weitgehend unbebaut. Erst 1995 wurde mit der
Wiederherstellung auch der Speicherbauten begonnen (Abb. 13).11 Sie bilden
gewissermaßen den Rahmen der rekonstruierten Altstadt. Darüber hinaus
wurde auf Grundlage archäologischer Grabungen ein Straßenzug hinter den
Speicherbauten (Abb. 14) wiederhergestellt.
Während die Stadt und die Denkmalbehörden dies nicht forderten, waren
der Investor und sein Planungsbüro in Gdansk die treibende Kraft für die
Rekonstruktion des Vorkriegszustandes und legten entsprechende Entwürfe
vor. Die Denkmalbehörden beteiligten sich in der ersten Planungsphase an
der Festlegung der Fassadengestaltung. In der zweiten Planungsphase
jedoch versuchten sie, keinen Einfluß auf die architektonischen Details zu
nehmen. Bemerkenswert an diesem Verfahren ist, daß nun zum ersten Mal
auch die Rekonstruktion von Bauten des 19. Jahrhunderts nicht mehr tabu
ist (Abb. 15).“
Es ist zu vermuten (und aus meiner Sicht zu befürchten), dass die Stadt Gdansk Grund und Boden der Nordspitze der Speicherinsel längst an meistbietende Investoren zum Zweck einer Neubebauung verkauft hat und diesen freie Hand lässt, was Art, Umfang und Aussehen dieser Bebauung betrifft. Wie eine solche Bebauung mit sicher gewinnmaximierender Zielsetzung möglicherweise aussehen wird, zeigt der o.a. Link 5) – für mich eine grässliche Vorstellung!
Hier hätte m.E. die Stadt Gdansk die ideale Möglichkeit gehabt (die sie nun leider vertan hat), aus dem Ruinenfeld nach 1945, das fast 70 Jahre lang brachlag, etwas ganz Neues zu machen. Wenn es mir möglich gewesen wäre, bei der Stadtplanung von Gdansk mitzureden, hätte ich mit allem Nachdruck dafür plädiert, statt an eine Neubebauung dieses Speicherinsel-Areals (vielleicht sogar mit zitierten Speichern von früher, die heute nicht mehr für die früheren Zwecke benötigt werden) viel besser an eine das ganze Areal erfassende Grünanlage (fachmännisch gestalteter Park mit Baumbestand etc.) ohne Autoverkehr zu denken, also quasi an eine „grüne Lunge“ für die Bevölkerung mitten in der Stadt in idealer Lage. Eine solche Vision, der ich auch den riesigen ehemaligen Backsteinspeicher mit seinen beiden Höckern (im Volksmund deshalb wohl „Kamel“ genannt), der wirklich kein architektonisches Schmuckstück ist, ohne Nostalgie-Schmerz geopfert hätte, hätte zudem den großen Vorteil gehabt, dem Stadtbild an der Mottlau ein großzügiges, befreiendes Aussehen zu geben: mit freiem, grünem Blick von der Langen Brücke zwischen Grüner Brücke und Krantor auf die Niederstadt.
In meinen Augen hätte hier weniger Geld in der Stadtkasse eine deutliche optische und psychologische Aufwertung der Innenstadt von Gdansk gebracht. - Schade, dass diese (meine) Vision Illusion bleibt!
Beste Sonntagsgrüße sendet aus Berlin (mit 34 Inseln im Stadtgebiet!)
Ulrich
Liebe Speicherinsel-Interessierte,
ich versuche hier, einiges zur Danziger Stadtplanung für die Nordspitze der Speicherinsel (nördlich der Milchkannengasse/Stągiewna) zusammenzutragen.
Bisher sind hier offensichtlich noch keine genauen Pläne für die Neubebauung dieses Areals bekannt (siehe dazu http://www.forum.danzig.de/showthrea...0950#post90950 > #10).
Gezeigt wurden hier bislang in diesem Thread (#14) und im Thread „Gdansk 2015“ (#60) Bilder zum jetzigen Istzustand der Speicherinsel-Nordspitze und ein polnischer Bericht zur hier geplanten Neugestaltung (siehe gleichfalls Link zu #14 in diesem Thread), zu dem es hier bisher leider noch keine deutsche Zusammenfassung gibt.
Im Internet finden sich indes über Google verschiedene Publikationen zu diesem Thema, die allerdings alle, soweit ich das erkennen kann, keine verbindliche Aussage zu einer konkreten Neubauplanung dieses Inselteils beinhalten. Ich nenne hier diese Beispiele, die z.T. auch Erinnerungen an die Vergangenheit dieses Areals zeigen:
1) http://www.jessner.homepage.t-online.de/speicher.htm (Homepage von Jessner: So sah es früher auf der Nordspitze der Speicherinsel aus.)
2) http://www.dywidag-systems.de/en/ref...ig-poland.html (Bauarbeiten 2013/2014: Hohlstäbe zur Sicherung der Kaiseiten)
3) http://www.marcopolo.de/reisefuehrer...121609315.html (aktuelle Touristeninformation)
4) http://www.baunetz.de/campus-masters...nsk_68728.html (Abschlussarbeit 2007/Fachhochschule Potsdam: Idee eines Museums für Moderne Kunst auf der Speicherinsel)
5) http://vertano.com/de-projects-11.html (VERTANO-Plan einer dichten Bebauung)
6) https://www.flickr.com/photos/stadt_...detail/?page=2 (Div. Fotos der zerstörten Speicherinsel, auf “Thumbnails” klicken)
7) http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/a..._1985_2004.pdf (Zitat aus Seite 5/18:
„IV. Die Wiederherstellung von Straßenzügen auf der Speicherinsel in
Gdansk seit 1995
Während große Teile die Rechtstadt von Gdansk nach dem Zweiten Weltkrieg
wiederhergestellt und rekonstruiert wurden, blieb die Speicherinsel (Wyspa
Spichrzöw) in der Mottlau weitgehend unbebaut. Erst 1995 wurde mit der
Wiederherstellung auch der Speicherbauten begonnen (Abb. 13).11 Sie bilden
gewissermaßen den Rahmen der rekonstruierten Altstadt. Darüber hinaus
wurde auf Grundlage archäologischer Grabungen ein Straßenzug hinter den
Speicherbauten (Abb. 14) wiederhergestellt.
Während die Stadt und die Denkmalbehörden dies nicht forderten, waren
der Investor und sein Planungsbüro in Gdansk die treibende Kraft für die
Rekonstruktion des Vorkriegszustandes und legten entsprechende Entwürfe
vor. Die Denkmalbehörden beteiligten sich in der ersten Planungsphase an
der Festlegung der Fassadengestaltung. In der zweiten Planungsphase
jedoch versuchten sie, keinen Einfluß auf die architektonischen Details zu
nehmen. Bemerkenswert an diesem Verfahren ist, daß nun zum ersten Mal
auch die Rekonstruktion von Bauten des 19. Jahrhunderts nicht mehr tabu
ist (Abb. 15).“
Es ist zu vermuten (und aus meiner Sicht zu befürchten), dass die Stadt Gdansk Grund und Boden der Nordspitze der Speicherinsel längst an meistbietende Investoren zum Zweck einer Neubebauung verkauft hat und diesen freie Hand lässt, was Art, Umfang und Aussehen dieser Bebauung betrifft. Wie eine solche Bebauung mit sicher gewinnmaximierender Zielsetzung möglicherweise aussehen wird, zeigt der o.a. Link 5) – für mich eine grässliche Vorstellung!
Hier hätte m.E. die Stadt Gdansk die ideale Möglichkeit gehabt (die sie nun leider vertan hat), aus dem Ruinenfeld nach 1945, das fast 70 Jahre lang brachlag, etwas ganz Neues zu machen. Wenn es mir möglich gewesen wäre, bei der Stadtplanung von Gdansk mitzureden, hätte ich mit allem Nachdruck dafür plädiert, statt an eine Neubebauung dieses Speicherinsel-Areals (vielleicht sogar mit zitierten Speichern von früher, die heute nicht mehr für die früheren Zwecke benötigt werden) viel besser an eine das ganze Areal erfassende Grünanlage (fachmännisch gestalteter Park mit Baumbestand etc.) ohne Autoverkehr zu denken, also quasi an eine „grüne Lunge“ für die Bevölkerung mitten in der Stadt in idealer Lage. Eine solche Vision, der ich auch den riesigen ehemaligen Backsteinspeicher mit seinen beiden Höckern (im Volksmund deshalb wohl „Kamel“ genannt), der wirklich kein architektonisches Schmuckstück ist, ohne Nostalgie-Schmerz geopfert hätte, hätte zudem den großen Vorteil gehabt, dem Stadtbild an der Mottlau ein großzügiges, befreiendes Aussehen zu geben: mit freiem, grünem Blick von der Langen Brücke zwischen Grüner Brücke und Krantor auf die Niederstadt.
In meinen Augen hätte hier weniger Geld in der Stadtkasse eine deutliche optische und psychologische Aufwertung der Innenstadt von Gdansk gebracht. - Schade, dass diese (meine) Vision Illusion bleibt!
Beste Sonntagsgrüße sendet aus Berlin (mit 34 Inseln im Stadtgebiet!)
Ulrich
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