Häkergasse

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Mariolla
    Forum-Teilnehmer
    • 20.07.2008
    • 336

    #46
    AW: Häkergasse

    Hallo waldkind,

    durch meine Familien-Recherche (auch in der Häkergasse), bin ich noch auf zwei Gewerke gestoßen, die 1942 ansässig waren.

    Vielleicht kann sich noch jemand an die "Heißmangel" erinnern, sie gehörte der Frau Käthe Knochel, Häkergasse Nr. 31 und an die Schuhmacherei incl. Schuhwaren Inh. Rudolf Drews, Häkergasse Nr. 23.

    Liebe Grüße
    Mariolla alias Marion
    Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen und
    es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
    Slaw.Sprichwort

    Kommentar

    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #47
      AW: Häkergasse

      Hallo Marion und an alle anderen,

      wie ich bereits sagte, habe ich nur die Gewerbe eingetragen, bei denen es sich um einen eindeutigen Eintrag handelte.
      Bei Käte Knochel stand 1942 in Häkerstraße 31:

      Knochel Käte Heißmangel

      Für mich ist das zunächst kein eindeutiger Eintrag. Es könnte auch bedeuten, dass sie in einer Heißmangel arbeitete, oder nicht?
      Was meinen die erfahrenen Danziger dazu?
      Für Käte Knochel gab es in Häker Nr.31 anno 1937 noch keinen Eintrag.

      Für Drews Rudolf in Nr.23 steht anno 1942:
      Drews Rudolf Schuhm.Mstr. (E)
      Drews Erich Kfm
      Auch das ist für mich zunächst kein eindeutiger Eintrag für ein Geschäft.
      Allerdings haben wir für das Jahr 1937 folgenden Eintrag:
      Drews Rudolf Schuhm Mstr (E) in Nr.23
      Drews Erich, Schuhw Gesch in Nr.31

      Da ist der letzte Eintrag der einzige eindeutige (und der findet sich auch auf dem gezeichneten Plan von 1937).

      Da sind wir dann auf die Mithilfe des Forums angewiesen. Beziehungsweise Marion, wenn du eindeutigere Quellenangaben hast, schreibe sie hier mal hin.
      Wer kann sonst noch etwas dazu sagen? Hinweise jeder Art sind herzlich willkommen.
      Es gibt ja zu den Einwohnerbüchern einen Gewerbenachweis. Diese sind hier im Forum nicht eingestellt. Daher kann ich nicht nachsehen. Aber wenn jemand zuhause diesen Gewerbenachweis hat, könnte er vielleicht mal nachsehen?


      @ Erwin: Ja deine Kopie aus dem Einwohnerbuch von 1940 ist herzlich willkommen. Vielleicht finde ich dort noch weitere Hinweise. Meine Postanschrift:

      Miriam Denise Weeke
      Postfach 21 03 42
      10503 Berlin

      Im Einwohnerbuch 1901 stehen nur Berufsbezeichnungen, nicht aber Geschäft. Was mich zunächst wundert, weil ja die Häker-Gasse seit dem Mittelalter auf alle Fälle die Häker-Gasse war. Dann muss es seitdem hier auch Hökerer gegeben haben. Warum nicht 1901? Kann eigentlich nicht.
      LG vom waldkind
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

      Kommentar

      • Mariolla
        Forum-Teilnehmer
        • 20.07.2008
        • 336

        #48
        AW: Häkergasse

        Hallo Miriam,

        bei mir im Adressbuch 1942 stehen, in der Anlage IV, die Gewerke mit entsprechender Werbung sowie Anschrift.
        Auf Seite 907 (unter Anlage IV-S.31) - Heißmangel Käthe Knochel und
        auf Seite 937 (unter Anlage IV-S.61) Einzelhandel Schuhwaren, Rudolf
        Drews. (Auch angegeben mit Schuhmacherei).

        Liebe Grüße
        Mariolla alias Marion
        Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen und
        es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
        Slaw.Sprichwort

        Kommentar

        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #49
          AW: Häkergasse

          Hallo Marion,
          wenn es so ist, dass du in einer Art Anlage alle Gewerke aufgeführt hast und das auch noch mit entsprechender Werbung. Dann ist es wohl so wie du sagst und wir müssten also diese beiden, Käthe Knochel und Rudolf Drews noch aufnehmen für 1942.

          Es ist dann anzunehmen, dass Rudolf Drews das Schuhgeschäft auch schon 1937 betrieb.

          Vielen Dank Marion für deinen Hinweis. Wenn sonst noch jemandem etwas auffällt bitte melden.

          LG waldkind.
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

          Kommentar

          • waldkind
            Forum-Teilnehmer
            • 06.10.2008
            • 2366

            #50
            AW: Häkergasse

            Anscheinend waren wir mit der Häkergasse doch noch nicht fertig.
            Hier einen Nachtrag für 1942:

            Nr. 2: Oskar Kroll, Schneiderei
            Nr. 7: Stanislaus Celmer, Kolonialwaren
            Nr.18: Marie Reschau (Fa), Kolonialwaren
            Nr.18: Leo Dombardt, Schuhwaren-Einzelhandel
            Nr.48: Gottlieb Krack, Schneidereien
            Nr.56: Viktor Busse (Fa), Kolonialwaren
            Nr.58: Adolf Wendt, Seiler

            Die Angaben im Einwohner-Verzeichnis stimmen nicht immer mit denen im Gewerbe-Verzeichnis überein.

            @Ulrich: Ich möchte die Angaben für die Büttelgasse noch im Gewerbe-Verzeichnis kontrollieren, bevor ich die Zeichnung mache. Gerade dabei habe ich dann die weiteren Gewerke für die Häkergasse gefunden, die wir bisher noch nicht hatten.
            LG waldkind

            @all: Dann habe ich in meinen Unterlagen noch den Vermerk gefunden, dass das Häkertor 1481/82 gebaut wurde.
            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

            Kommentar

            • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
              Forum-Teilnehmer
              • 11.02.2008
              • 160

              #51
              AW: Häkergasse

              Hallo Miriam,
              die Post wird noch fertig gemacht und
              geht Morgen nach Berlin ab.
              1) 4 Seiten aus dem Einwohnerbuch 1940/41
              2) Eine Kopie aus einem Stadtplan 1939
              3) Eine Kopie aus einem Stadtplan 1822
              4) Kopie eines Panorama-Bildes in Richtung
              Häkergasse und Mottlau, vom Turm der
              Marienkirche, vor 1945. Die Kirche im Bild
              ist die St. Johannes-Kirche, dahinter liegt
              die Häkergasse. Nach rechts Richtung Mottlau
              liegt das Häkertor. Es hat zwei schlanke gemauerte
              Türme. Nördlich davon liegt der Fischmarkt.
              Als Junge mit 10-13 Jahren, bin ich in Richtung
              Burgstraße 19a öfters gegangen, zum Papierwaren-
              Geschäft Behrens. Die Tante war eine Schwester
              meiner Mutter. 19a/19b Lau Helmut und Walter,
              sind meine Vettern. Meine Mutter ist eine geb. Lau,
              aus dem Landauer Bruch.
              5) Danzig um 1500, nach O. Klöppel
              6) Ein Danziger Wappen, farbig.
              7) Mittelalterliche Zeichnung, am Kai d. Fischmarktes,
              etwa vor dem Häkertor. Der Turm links im Bild,
              der Schwanenturm, ist restauriert und steht
              heute allein. Es war der wasserseitige Turm
              der ältesten Mauer zwischen Rechtstadt und
              Altstadt, im 15.Jhd. in der Hansezeit,
              vor der früheren Ordensburg.
              8) Schwarzweiß-Aufnahme Am Fischmarkt.
              Über den Dächern wieder die Turmspitze
              von St. Johann und in der Mitte lesbar das
              KAUFHAUS:
              A.C. Stenzel (Fa.) nach Einw,-Buch 1940.
              Inhaber Constantin Dirksen
              Damen-, Herren- und Berufsbekleidung
              Kleiderstoffe Gardinen und Betten
              Fischmarkt 29/34 Tel. 27878 und 27833
              Zweiggeschäft Neufahrwasser
              Olivaer Straße 53/54 Tel. 35352
              Also da Häkertor befindet sich links vom Kaufhaus.

              9) a) Farbpostkarte aus alter Zeit vor 1945.
              An der Langen Brücke, links das Krantor,
              über der Häuserfront die Spitze des Turmes
              der St. Johannes-Kirche. Die Bezeichnung
              Lange Brücke geht bis zum Häkertor.
              Danach ist es der Fischmarkt.

              b) Luftaufnahme mit St. Marien im Zentrum der
              alten Danzigs vor 1945, mit seiner engsten
              Bebauung. Vorne rechts das Rathaus und
              der Lange Markt.

              - Das diese Stadt, dei einer Bombardierung und Beschuß
              in der zweiten Märzhälfte 1945 platt gemacht wurde,
              kann sich jeder vorstellen und meine Familie saß im
              Bunker Pfefferstadt und war einer der wenigen Überlebenden.
              Nachzulesen im Internet unter Erwin Völz,
              INFERNO DANZIG 28.Marz 1945.

              10) Nun grüße ich mit einem Bild diese Erläuterungen,
              aus meiner Wohnung in Moers, an meinem 77. Geburtstag
              mit Sicht auf drei meiner jüngsten Enkel,
              darüber ein Danziger Krantorbild und ein Danziger Blaker,

              Eine schöne Adventszeit wünscht Erwin Völz

              Kommentar

              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #52
                AW: Häkergasse

                Hallo Erwin,
                das hört sich ja toll an. Da werde ich noch zur Häkergassen-Spezialistin. Bin mal gespannt.:surprised:.
                Eigentlich war die Häkergasse nur eine neugierige Idee von mir. Als ich ein Kind war erzählte mir eine Nachbarin von den Russen in Bezug auf Vertreibung und mit meiner Mutter sprach sie etwas über die Häkergasse. Das ist mir ganz schwach in Erinnerung geblieben.
                Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Gewerbe in der Stadt gab, dann noch von der gleichen Sparte. Aber es war ja nun mal eine Handelsstadt.
                Ja ich bin auch schon auf die Idee gekommen in Luftbildern nach der Häkergasse zu suchen. Macht Spaß! Aber noch kenne ich die alte Stadt nicht gut genug, um jedes Luftbild interpretieren zu können.

                Ich wünsche dir eine gute Adventszeit Erwin. Bis bald, waldkind.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                Kommentar

                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #53
                  AW: Häkergasse - Büttelgasse

                  Hallo Ulrich,
                  ich habe das bisher bekannte Gewerbe der Büttelgasse in die Zeichnung eingetragen. Wenn wir noch Weiteres entdecken,müssen wir es nachtragen. Die genaue Lage der Häuser kenne ich nicht. Die hier eingetragene entspricht den Angaben aus dem Einwohnerverzeichnis 1942.
                  LG waldkind
                  Angeh
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • Ulrich
                    Forum-Teilnehmer
                    • 30.01.2009
                    • 280

                    #54
                    AW: Häkergasse

                    Hallo liebes Waldkind,
                    ich danke Dir recht herzlich für die Zeichnung und die Angaben. Bis heute hatte ich immer gedacht, dass die Büttelgasse 6 das Eckgrundstück auf der Gegenseite war. Vielleicht hast aber Du recht.
                    Zu dem Haus Büttelgasse 6 kann ich entsprechend der mir vorliegenden Lastenqausgleichsakten noch sagen - wenn es interessiert -: Das Haus, auf dem Eckgrundstück Häkergasse Ecke/Büttelgasse bestand aus einem Souterrain, Hochparterre, erster und zweiter Etage und Dachgeschoss. Im Souterrain befanden sich gesondert das Büro der Firma "Hollando" und deren Lagerraum (Innhaber bis 1937 Alex Weichbrodt, Grundstück und Haus dann an Gattin Alma, Fa. "Hollando" an Sohn Heinz übergeben), im Hochparterre und in der 1. und 2. Etage je 2 Zweizimmerwohnungen und je 1 Einzimmerwohnung).
                    Noch eine Frage, Waldkind, bist Du Dir über die Straßenseite von Büttelgasse 6 sicher?
                    Zu [SIZE="3"] Gewerbe in der Büttelgasse gehört auch Folgendes:
                    "Am 22. Oktober 1937, unmittelbar nach der Auflösung des Zentrums und der Vernichtung des letzten Widerstands der Opposition, wurden die jüdischen Markthändler von ihren bisherigen Ständen in Danzig und Langfuhr vertrieben und von der Polizei gezwungen, in Danzig in der Büttelgasse, in Langfuhr in der Birkenallee, ihre Verkaufsstände aufzuschlagen. Diese Ausschaltung und Absonderung der fast ausschließlich polnisch-jüdischen Markthändler erfolgte unter Anwendung von Gewalt, und die ihnen zugewiesenen Plätze waren wegen der engen Zufahrtsstraßen schwer zugänglich" (Samuel Echt, Die Geschichte der Juden in Danzig, Leer 1972, S. 172).
                    Und zur Umgebung (vermutlich u.a. Häkergasse, Lavendelgasse): "Gleichzeitig zogen Nazihorden in Zivil, begleitet von Kindern und Neugierigen, durch die an der Markthalle gelegenen Straßen, kennzeichneten die jüdischen Geschäfte mit der Aufschrift "Jude", zertrümmerten die Fenster und beschädigten oder stahlen die Warenauslagen. Die Polizei schritt nicht ein; die jüdischen Ladeninhaber waren schutzlos" (Samuel Echt, Ebenda).
                    Liebe Grüße
                    Ulrich

                    Kommentar

                    • Ulrich
                      Forum-Teilnehmer
                      • 30.01.2009
                      • 280

                      #55
                      AW: Häkergasse

                      Hallo Waldkind,

                      wenn ich das richtig sehe, beziehen sich Deine Pläme der Gewerbe der Häkergasse auf das Jahr 1942.
                      Wenn Du Interesse daran hast, dort - vielleicht auch nur ein weinig - Firmen[SIZE="4"]geschichte der Häkergasse hineinzubringen, dann würdest Du vermutlich bereits für das Jahr 1937 teilweise zu anderen Namen von Firmeninhabern gelangen.
                      Denn 1937 war, wenn ich das richtig sehe, die große Zeit der Vertreibung der meisten Danziger jüdischen Firmeninhaber und deshalb vermutlich auch hür die Häkergasse das Jahr der meisten Firmenübertragungen von Juden oder Personen jüdischer Herkunft auf Personen oder Gesellschafter nicht-jüdischer Herkunft.
                      Das Eckhaus Büttelgasse 6/Ecke Häkergasse etwa sei, so lese ich, im "Branchenverzeichnis IGH" (Was immer das ist) unter "Fuhrwesen, Automobil" für die Fa "Weichbrodt und Schlawjinski" für das Jahr 1937 zum letzten Mal mit "Büttelgasse 6" eingetragen.
                      Wär doch schade, wenn in Deinen "Plänchen", wie Du sie nennst, die vertriebenen jüdischen, bzw. die als jüdisch angesehenen Alteigentümer der Firmen der Häkergasse in Vergessenheit gerieten.
                      Liebe Grüße, ganz frisch im neuen Jahr
                      Ulrich

                      Kommentar

                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #56
                        AW: Häkergasse

                        Hallo Ulrich,
                        ganz richtig ordnest du meine Arbeit nicht ein, denn es gibt sehr wohl für die Häkergasse einen Plan wie auch eine Aufstellung aus dem Gewerbeverzeichnis. Es war nicht meine Absicht mir die gleiche Mühe auch für die Büttelgasse zu machen. Außerdem war und ist es nicht mein Verlangen diese Pläne öffentlich zu interpretieren, weil ich meine, wer es genau wissen will, kommt von alleine darauf.
                        Wie ich sehe, ist dein Interesse an der Firmengeschichte dieser beiden Straßen groß. Daher schlage ich vor, dass du dein Wissen hier unabhängig von meiner Mitarbeit für die Allgemeinheit zur Verfügung stellst. Ich verstehe nicht ganz, warum ich von der Büttelgasse eine Zeichnung machen sollte, wenn du dich selber gut, oder besser als ich, auskennst. Warum machst du diese Zeichnung dann nicht selber?
                        Ich denke, ich habe in diesem Thread genug Forschungsarbeit betrieben - war just for fun - und das soll es für mich auch bleiben. Wenn es andere gibt, die es besser können - gerne!

                        Frohes Weiterforschen und liebe Grüße an alle. Im Übrigen verbindet mich persönlich nichts mit der Häkergasse, hoffe aber dem einen oder anderen mit meiner unzulänglichen Arbeit gedient zu haben. Für das Jahr 2010 habe ich anderes im Auge, das mich zur Zeit mehr interessiert.
                        waldkind
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                        Kommentar

                        • Helga +, Ehrenmitglied
                          Moderatorin
                          • 10.02.2008
                          • 1948

                          #57
                          AW: Häkergasse

                          Im Übrigen verbindet mich persönlich nichts mit der Häkergasse, hoffe aber dem einen oder anderen mit meiner unzulänglichen Arbeit gedient zu haben.
                          Ja, mir Miriam. Und ich finde deine Pläne alles andere als unzulänglich, sondern wunderbar. Für mich ein ganz wichtiges Stück Damals. Ich kenne die Häkergasse ja nur wie sie heute ist und von den Erzählungen meines Vaters. Aber diese und deine Pläne machen mir ein rundes Bild. Vieleb vielen Dank dafür..
                          Zuletzt ge
                          Viele Grüße
                          Helga

                          "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

                          Kommentar

                          • Ulrich
                            Forum-Teilnehmer
                            • 30.01.2009
                            • 280

                            #58
                            AW: Häkergasse

                            Liebes Waldkind,

                            tut mir leid, ich wollte Deine Mühen und Deine Arbeit in keiner Weise kritisieren. Deine Arbeit an den "Plänchen" finde ich ganz toll, wie ich das aber auch immer geschrieben habe. Deine Arbeit hat mein topografisches Vertändnis für beide Straßen, für die Gewerbe und für die Vorgänge dort verbreitert.

                            Du tust mir allerdings zuviel Ehre an, wenn Du glaubst, dass ich der große Spezialist für Häkergasse und Büttelgasse bin. Bin ich nicht. Bis Du Deine "Plänchen" ins Forum gestellt hast, wofür ich Dir, wie gesagt, echt dankbar bin, hatte ich keinen blassen Schimmer davon, welche Gewerbe - außer die der Büttelgasse 6 - in Büttelgasse und Häkergasse waren.
                            Ich weiß nur ganz speziell von der Büttelgasse 6 etwas, und zwar nur aus den mir vorliegenden Lastenausgleichs-und Wiedergutmachungsakten und den Erzählungen meiner Verwandten. Und das, was ich dazu weiß, habe ich geschrieben, als Beitrag zum Thema Häkergasse mit der Erweiterung Eckhaus Büttelgasse, - das wars.
                            Ich habe so etwas eie eine kleine Sympathie für die Häkergasse. Sie spielte in den Erzählungen meiner Vorfahren und Verwandten immer eine wichtige Rolle. Und ich denke, sie war auch tatsächlich eine wichtige Straße, als Verbindung vom Fischmarkt zur Markthalle, zwei Stationen, die etwa Danziger Hausfrauen der Rechtsstadt für ihren Einkauf, mitunter täglich, aufsuchten.
                            Die Häkergasse spielte u.a. deshalb im Leben meiner Verwandten eine wichtige Rolle, weil sowohl Wohnung (Lawendelgasse 8) und Geschäft "Hollando", Margarine Spezialhaus, (ebenfalls Lawendelgasse 8) , als auch das gemischt genutzte Grundstück und Haus Büttelgasse 6, späterer Firmensitz der Firma "Hollando" und des Omnibusunternehmens von "Weichbrodt und Schllawjinski" beide an einer Ecke zur Häkergasse lagen.
                            Entschuldigen muss ich mich dafür, dass ich übersehen habe, dass Du in einem früheren Beitrag izum Thema die Gewerbe der Häkergasse von 1937/38 bereits aufgelistet hast.
                            Hast recht, ich kann mir die selbst nebeneinanderstellen und vergleichen.
                            Das zeigt aber auch das Fehlen einer "Geschichte der Arisierung" in Danzig, wie sie etwa für einzelne deutsche Städte vorliegt, z.B. Hans-Christian Dahlmann, "Arisierung" und Gesellschaft in Witten", Münster 2001.
                            Ich hoffe, liebes Waldkind, das ich alles richtig gerückt habe.
                            Es grüßt Dich herzlich
                            Ulrich

                            Kommentar

                            • waldkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.10.2008
                              • 2366

                              #59
                              AW: Häkergasse

                              Lieber Ulrich,
                              ich habe mich nicht kritisiert gefühlt, sondern ich habe momentan keine Zeit um weiter über die Häkergasse nachzudenken. Ich meinte nur, dass meine Möglichkeiten aus der Ferne, als Nachkriegsgeborene, begrenzt sind. Ich begrüße es sehr, wenn jeder das Wissen, das er zu dieser Straße hat hier einbringt.
                              Mein Interesse an die Häkergasse kam nicht aus meiner Familie heraus, es war eine fixe Idee, Liebe auf dem ersten Blick - ohne zu wissen warum. Ich habe versucht diese Straße in meiner Vorstellungswelt, in der Fantasie ein Stück weit auferstehen zu lassen, für mich und für andere. Es war wie ein schönes Experiment, um das Herz zu öffnen für eine längst vergangene Zeit, eine Zeit, in der mein Großvater, meine Großmutter mit ihren Kindern lebten. Vielleicht wohnten sie niemals in der Häkergasse, aber vielleicht gingen sie dort einkaufen, Butter und Brot oder Schuhe. Der Häkergasse ist es gelungen in mir Liebe zu wecken für eine ganze Stadt. Diese Liebe fühlt sich so ähnlich an als wenn ich mit jemandem mein Butterbrot teile oder meinen letzten Keks. Diese Straße bewegt sich in mir so lebendig, dass ich anfangen könnte Geschichten zu schreiben oder Filme zu drehen oder Isometrien zu zeichnen. Aber Zeit ist begrenzt.
                              Ich habe meine Weihnachtspost noch nicht beantwortet und danach
                              möchte ich mich ein bisschen um die Straßen, Bauten und Gräber kümmern, in denen meine Vorfahren lebten.
                              So sind wir denn, lieber Ulrich, beide keine Häkergassen-Experten, und haben trotzdem etwas zustande gebracht.
                              Herzlich Miriam

                              @Helga: Danke für dein Lob. Ich freue mich darüber, dass du und andere in diesem Forum mitgeholfen haben, sonst hätten diese Plänchen nicht entstehen können. Ich würde mich freuen, wenn mögliche Lücken nach und nach entdeckt und gefüllt werden könnten. Und irgendwann habe ich bestimmt auch wieder Zeit an dieser Stelle zu tüffteln.
                              Herzlich Miriam
                              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                              Kommentar

                              • Ulrich
                                Forum-Teilnehmer
                                • 30.01.2009
                                • 280

                                #60
                                AW: Häkergasse

                                Für Waldkind

                                Am 20.9.79 schrieb der Danziger Heinz Weichbrodt in einem Brief an einen anderen Danziger, Herrn K.:

                                "Direkt an der Markthalle, - Lawendelgasse Ecke Häckergasse - hatte mein Vater 1907 mit dem Ldenverkauf von Margarine begonnen. Weil er seine erste Margarine wohl aus Holland bezog, nannte er seine Firma "Hollando", eingetragen als "Danziger-Margarine-Spezialhaus Hollando".... Unter diesem Namen mein Vate und später ich (Jahrgang 1910) die Margarine als Handelsware - also nie Eigenfabrikation - vertrieben...
                                (Ich) würde .. die haushaltsmäßige Verbreitung der Margarine in Danzig dem damaligen Wirken meines Vaters zuschreiben: Die Lage des Ladens an der Markthalle war denkbar günstig. Selbst aus der Niederung kamen die Frauen, wenn sie von den "Weichsel"-Dampfern am Fischmarkt ausstiegen, die Häckergasse herauf zum großen und kleinen "Dämmchen" - soll heißen Dominikanerplatz (gingen).
                                Damals wurde die Margarine noch unausgeformt in ovalen Kübeln geliefert. Im väterlichen Laden wurde sie in 5 zusammenhängende Marmorverkaufsbehälter getan und daraus mit dem Butteklatscher ausgeformt. In der warmen Jahreszeit wurde zwischen die Behälter zerkeinertes Eis gepackt.
                                Nach der Inflation gab es dann die Verpackungsverordnung, wonach Margarine nur in Würfelform mit dem roten Streifen feilgeboten werden durfte.
                                Der Vertieb ging bis Kriegsende eine Ecke weiter an der Büttelgasse...
                                (Sie) haben.. meine Erinnerungen angesprochen....
                                Mit heimatlichen Grüßen bin ich Ihr..."

                                Herzliche Grüße
                                Ulrich

                                Kommentar

                                L