Marienkult in Danzig?

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #31
    Curicke

    Zitat von Christkind
    Reinhold Curicke hat eine historische Beschreibung der Stadt Danzig herausgegeben.
    Ein Faksimile- Druck des im Jahre 1687 erschienenen Buches wurde von Siegfried Rosenberg 1979 in der Danziger Verlagsgesellschaft Paul Rosenberg herausgegeben.
    (Es soll ja Leute geben, die ein Original besitzen!!!! )

    Ich habe einen Nachdruck.
    Gruß von Christa
    Hallo Christa,
    nachdem es bei mir mit der ersten Bestellung Curicke nicht geklappt hatte, habe ich mit der zweiten Glück gehabt. Man soll eben mit seinen Errungenschafften nicht zu laut tönen. Also nun habe ich auch einen Curicke-Nachdruck, sieht aus wie frisch gedruckt, kostet inclusive Mehrwertsteuer und Versand 49,95€. Da habe ich nun vorerst genug Beschäftigung. Nun wird es Zeit, dass ich mir mal einen alten Stowasser suche (Latein-Lexikon), um die eingegrauten Zellen auf Trab zu bringen. Da ist übrigens auch eine Abbildung vom Hagelsberg drin. Der wurde hier doch irgendwo gesucht.
    Verstaubte Wörter findet man dort. Wisst ihr was eine Peinstube ist? Ich denke mal, es ist eine Folterkammer.
    Also danke Christa für deinen Hinweis.LG Miriam
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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    • Christkind
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 1568

      #32
      Zitat von Miriam Weeke
      Verstaubte Wörter findet man dort. Wisst ihr was eine Peinstube ist? Ich denke mal, es ist eine Folterkammer.

      Ja, ich weiß. Meine Peinkammer ist die Küche !
      Im Stockturm in Danzig befand sich die Peinkammer.
      In einem kleinen Büchlein "Der Stockturm in Danzig" von Hans Rhaue, dem Begründer des Büchergewölbes im Stockturm,wird einiger der Insassen dieser Verbrecherzellen in der " Stockturm - Phantasie" gedacht.

      _______
      Gruß von Christa
      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
      (M. Gandhi)

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      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #33
        Stachnik - Curicke

        Zitat von grabschau
        hello Miriam, ich könnte Dir ein Buch von den kath. Kirchen (Klöstern) in Danzig leihen von Dr. Richard Stachnik- ich schreibe "leihen" Am 21. Juli bin ich in Berlin für ganz kurz, aber bis dahin hast Du die 153 Seiten gelesen u. kannst es mir im Hotel hinterlegen oder wir nehmen 1 Berliner-Weiße zusammen ganz kurz - Bitte teile mir privat Deine Adresse mit ! sonniger Gruß aus Paris von Sigi
        Hallo Sigi,
        dein Buch ist auch eben angekommen. Nun werde ich fleißig lesen und wir sehen uns bald auf eine Berliner-Weiße. Danke!


        Hallo Christkind,
        meine junge Tochter hat schon angemeldet, dass sie den Curicke erben möchte. Na wer hatte hier Sorgen die Jugend könnte sich nicht für Danzig interessieren? Man muss den wissbegierigen Kindern nur die rechte Literatur bieten. Ist halt was anderes als die modernen Ausmalkopien.

        LG Miriam.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #34
          Maria, Heiligen, Klöster und Hospitäler

          Nachdem ich einen ersten Blick durch Stachniks danziger Kirchengeschichte (1959) gewagt habe, folgendes:

          Danzig war bereits vor der Inbesitzname durch den Deutschen Orden christianisiert. Man könnte meinen, dass wir mehr Zeugnisse von christlichen Missionaren in Danzig haben als von Bewohnern selber. So finden wir die ersten nachweisbaren schriftlichen Quellen Danzigs im Zusammenhang mit einem Missionar, dem hl.Adalbert, der 997 von Polen aus zur Missionierung der Pommern und Preußen aufgebrochen ist. Bis zum 13.Jh. stand die Stadt unter den Fürsten der Samboriden, denen ganz Pomerellen unterlag. Diese Fürsten sorgten für eine florierende Verknüpfungen mit deutschen Händlern, um die Stadt zur Blüte zu bringen. Gleichsam förderten sie die Gründung von Klöstern, die Gutsschenkungen und besondere Rechte erhielten. Bevor also der Deutsche Orden die Herrschaft beanspruchte, gab es verschiedene Klöster und Kirchen und damit auch Heiligen- und Marienverehrung. Diese Verehrungen muss man aus damaliger Sicht betrachten, wo diese - wie soll ich sie jetzt nennen? - Sinnbilder, Idole tatsächlich im Glauben der Menschen Verantwortung trugen für die Ordnung des Lebens und dem Schicksal von Völkern und Menschen. Insofern gab es nicht nur eine Marienverehrung, auch andere Heilige hatten Aufgaben, wie etwa Hl. Katharina, Hl.Brigitte, Hl.Elisabeth, Apostel Peter und Paul usw.. Was also die Religion anbelangte traf der Deutsche Orden auf offene Ohren, nannte man seine Mitglieder auch "Marienritter". Man kann also eine Marienverehrung bis auf die Anfänge der schriftlichen Überlieferungen zurückführen.

          Die Orden und Klöser waren es, die für die sozialen und karikativen Aufgaben zuständig waren. Da es ja nicht die Sozialversicherungen, wie Kranken-,Arbeitslosen-,Rentenversicherungen gab, war der notleidende Mensch sich selber überlassen. Hier setzten die Klöster ein Gegengewicht. Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass Orden gerne ins Land gelockt und beschenkt wurden. Nicht nur die Adelsleute beschenkten die Orden. Auch die kleinen Leute gaben gerne ihre Erbschaften an die Orden. In diesem Zusammenhang sind dann die Hospitäler zu sehen, die aus "christlicher Nächstenliebe" betrieben wurden, da man in jedem Hilfsbedürftigen die Gestalt Christi sah. Auch das Beschenken der Bettler geschah aus den Klosteregeln heraus. Wer kennt den Spruch nicht "der zehnte Teil für den Bettler"?

          In Folge dessen ist es logisch, dass Hospitäler im Zusammenhang mit Kirchen oder Klöster genannt wurden. Die Kirchen und Hospitäler wurden von den Orden gebaut. Kenne ich aus meiner Kindheit auch noch. Auch die Waisenhäuser gehörten zu irgend einem Kloster.

          Zu Beginn der Herrschaft durch den Deutschen Orden soll Danzig 1500 Einwohner gehabt haben. So etwa geht es ja auch aus den uns bekannten Kupferstichen hier im Forum hervor. 1450 soll es dagegen 25 000 Einwohner gehabt haben. Diese Zahlen sind meines Erachtens wichtig, um sich ein Bild davon machen zu können, was gewaltsame "Chrisitanisierung" bedeuten kann. Eine Ortschaft von 1500 Menschen einzunehmen ist für eine gerüstete Mannschaft keine so große Kunst.

          Es soll bereits vor den Zeiten des Deutschen Ordens eine Marienkirche gegeben haben, von der man aber nicht mehr weiß, wo genau sie gestanden hat.

          Bei der Marienkirche, die vom Deutschen Orden erbaut wurde, habe ich mich immer gefragt, warum die keine ordentliche Kirchturmspitze hat, wo doch gerade der Kirchturm die Verbundenheit mit Gott anzeigt. War nun dem Orden die weltliche Macht lieber, fragte ich mich. Aber der Kirchen korpus zeigt ernsthaft genug Erdverbundenheit und weltliche Strebsamkeit, das müsste nicht durch einen gebrochenen Kirchturm verdeutlicht werden. Nun drängt sich mir der Verdacht auf, dass der Turm aus strategischen Gründen nicht hochgebaut ist. Da wäre er ja im Kriegsfalle das erste Ziel des Feindes gewesen.

          Warum ist nun die Marienkirche nach der Reformation nicht umgetauft worden? Erstmal hätte man all die anderen Kirchen auch umgetauft werden müssen, die waren zu einem großen Teil auch nach Heiligen benannt. Außerdem hatte die Reformation möglicherweise mehr mit Politik als mit Religion zu tun. Zwar ging es auch um religiöse Inhalte, aber mehr ging es gegen die wirtschaftliche Ausbeutung des Dritten Standes.

          Das war es für heute, viel Spaß beim Lesen. Miriam
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • waldkind
            Forum-Teilnehmer
            • 06.10.2008
            • 2366

            #35
            Waldaltäre

            Eine Frage ins Forum:

            Marienaltäre, -bilder, -kreuze zieren in vielen Regionen Deutschland nicht nur Kirchen und Kapellen. Sie schauen einem reichlich von öffentlichen Plätzen, Straßenecken und Waldkapellen entgegen. Ja sogar in den entlegensten Ecken der Wälder findet unsereiner Maria in ihrer ewig dahinströmenden Sanftmut.

            Mich als Waldkind hat das manchmal gewundert. Tage und Wochen kommt manchmal keine Mensch vorbei an so einem Bild, aber dann plötzlich taucht einer aus dem Nichts auf, bringt dem Marienbild Blumen und fängt an mächtig viel mit dieser Frau zu sprechen:

            Heilige Jungfrau Maria...
            es folgt ein Ave-Maria und dann erfährt Maria alles von diesem Menschen, wie er leidet und lebt, was in freut und glücklich macht, danken und bitten. Alles was einem Menschen an Gefühlen und Seele zur Verfügung steht, wird der heiligen Jungfrau Maria dargeboten.

            Ich als Waldkind finde das interessant. Ich stehe dann manchmal hinter einem Baum und höre mir die Gebete an. Manchmal, wenn es einem Menschen sehr schlecht geht, so dass er sich vielleicht das Leben nehmen möchte, dann ruft ich die Elfen und Wichtel herbei, dass sie dem Betenden mächtig viel frische Luft, Liebe und Waldkraft zufächeln, so dass er sich wieder einkriegt. Die menschen wissen manchmal gar nicht, was diese kleinen Waldgeister alles für sie tun. Nun gut, jetzt zu meiner Frage:


            Gibt es in bzw. um Danzig auf den Straßen, in Häusernischen, am ostseestrand, gibt es da irgendwo Altärchen, Bildchen, Waldkapellchen oder gab es sie mal. Also kleine orte, wo sich die Einsamen und Gläubigen auch außerhalb der Kirchen hinwenden konnten. Weiß da einer was da drüber??? Hast du vielleicht schon einmal dort drüben ein Altärchen entdeckt?

            Mit mooslichen taufrischen Waldgrüßen, waldkind.
            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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            • Heinzhst
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 450

              #36
              AW: Marienkult in Danzig?

              Waldkind fragt:

              Gibt es in bzw. um Danzig auf den Straßen, in Häusernischen, am ostseestrand, gibt es da irgendwo Altärchen, Bildchen, Waldkapellchen oder gab es sie mal. Also kleine orte, wo sich die Einsamen und Gläubigen auch außerhalb der Kirchen hinwenden konnten. Weiß da einer was da drüber??? Hast du vielleicht schon einmal dort drüben ein Altärchen entdeckt?

              Mit mooslichen taufrischen Waldgrüßen, waldkind
              ========================================

              Hallo Waldkind, ich kenne im Raum Danzig nur eine Stelle mit so einem
              Bildchen.
              In Oliva an der Hauptstr. gegenüber der Strasse "Am Schloßgarten" stand -oder steht noch?- eine Marien-Statue. Ich bin als Schulkind dort täglich vorbei gegangen.

              Heinz
              Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
              A.G.

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              • Marc Malbork
                Forum-Teilnehmer
                • 23.02.2008
                • 1050

                #37
                AW: Marienkult in Danzig?

                Auf dem Weg von Tcew nach Malbork, alte Reichsstraße 1, hart nördlich von Gnojewo am Abzweig nach Szymankowo, gibt es es ein kleines original-gotisches Baudenkmal, in deutscher Zeit von allen die "Buhschamenka" genannt (Überlieferung: meine Oma ), abgeleitet wohl vom polnischen Wort boza me(n)ka für "Marter Gottes".



                Schmid, Bau- und Kunstdenkmale Kreis Marienburg, 1919, S. 65:
                Gemauerte turmartige Bauten für das Kruzifix sind in den polnischen Kreisen der Provinz (= Westpreußen, anm. Rüdiger) häufig und heißen dort "boza meka". Sie stammen aus dem 18. oder 19. Jh.. Gotische gemauerte Wegekreuze sind sehr selten.

                Dehio, 1993, erwähnt noch eine Wegkapelle in Königsdorf/Królewo.

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                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #38
                  AW: Marienkult in Danzig?

                  Zitat von Heinzhst
                  ich kenne im Raum Danzig nur eine Stelle mit so einem Bildchen.
                  Schönen guten Abend,
                  hallo Waldkind, hallo Heinz,

                  mir fiel auf Anhieb auch nichts ein. Aber dann dachte ich daran, wann Prozessionen stattfinden und wohin sie gehen. Und da gibt es heute selbst in Danzig und in den Vororten einige Plätze.

                  In der Umgebung von Danzig, in den Dörfern, sind Kreuze und Marienbilder nichts seltenes. Meist sind sie blumen-, häufig auch girlandengeschmückt. Bei mir in Prinzlaff haben wir Richtung Nickelswalde ebenfalls eine solche Andachtsstätte die stets gepflegt wird.
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #39
                    AW: Marienkult in Danzig?

                    Danke Heinzhst, Rüdiger, Wolfgang!
                    Jetzt kann ich mir ein bißchen vorstellen, ob es Gebetsstellen an Häusern, in Flur und Wald in Danzig und Umgebung gibt. Ich selber stamme aus einem Wald der vorwiegend von einer katholischen Bevölkerung geprägt wurde. Da wird es ein wenig anders gewesen sein als in Danzig, wo nur ein Drittel der Bevölkerung katholisch ist. Ich stelle mir vor, dass das Leben für einen Katholiken, der in einer Gegend aufwächst, die quer durch alle Jahrhunderte streng katholisch geprägt war, ein ganz anderes ist als das eines jenen, der in einer Gegend aufwächst, die überwiegend von Andersgläubigen geprägt ist.

                    Da stellte ich mir die Frage, ob Letztere ebensolch strenge bzw treu überzeugte Riten leben wie die Erstern. Aber so ganz habe ich noch kein Gefühl für eine Antwort darauf.

                    Lg waldkind.
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                    Kommentar

                    • Wolfgang
                      Forumbetreiber
                      • 10.02.2008
                      • 11623

                      #40
                      AW: Marienkult in Danzig?

                      Hallo Waldkind,

                      heute ist die Einwohnerschaft Danzigs mit überwältigender Mehrheit katholisch. Vor Kriegsende war es etwas mehr als ein Drittel, aber Probleme untereinander gab es nicht.

                      Nach der Reformation und seinen unmittelbaren Folgen tolerierten sich die beiden großen Religionen weitestgehend. Die Katholiken waren zwar in der Minderzahl, sie bildeten aber keine Minderheit. Das heißt, sie konnten ungehindert ihre Religion ausüben und leben.

                      Das änderte sich erst mit der Machtergreifung der Nazis und verschärfte sich noch einmal mit Kriegsbeginn, als vor allem die katholischen Priester unter starken Druck gerieten. Auch darüber steht umfangreiche und empfehlenswerte Literatur zur Verfügung, u.a. auch über den Danziger Bischof (z.B. von Samerski, Erb).
                      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                      Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #41
                        Religionsgeschichte

                        Hallo Wolfgang,
                        leicht verwirrt bin ich. Ich habe da schon mal was anderes drüber gelesen von wegen Religionsfreiheit in Danzig. Das kam ja meist auf den Herrscher an, auf die politische Situation und darauf wo es was zu erbeuten gab. Und da standen die Katholiken nicht unbedingt immer im Rampenlicht. Nun gut, vielleicht hatten sie erst nach dem II.Weltkrieg tatsächliche Glaubensfreiheit in Danzig. Vielleicht kommt es auch nur darauf an, wer ein Buch über Danzigs Religionsfreiheit verfasst hat, dass es dazu recht entgegengesetzten Einschätzungen gibt,
                        Fachfrau für Religionsgeschichte bin ich leider nicht, eher für Äpfel, Lilien, Schlangen und Feigenblätter in der Kunst.waldkind grüßt.
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • wenzkauer
                          Forum-Teilnehmer
                          • 26.10.2008
                          • 203

                          #42
                          Brücken bauen...

                          Hallo Kiku,
                          ich komme hier nicht mehr mit. Schade nur, um die "Brücke" zu den polnischen Freunden, sie kommen schon länger nicht mehr mit.
                          Im Wald, da sind die Räuber...also aufgepaßt Waldkind, ich komme mal vorbei
                          Gruß Michael

                          Kommentar

                          • jonny810
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 2423

                            #43
                            AW: Marienkult in Danzig?

                            Hallo Michael,

                            dann komme aber als Annonymus mit viel Moos und Farn getarnt.

                            Sonst outest du dich als Mensch. Ich weiß nicht, ob das etwas wird.

                            Dann viel Erfolg bei der Suche.

                            Lasse dich nur nicht betören, du schwacher Mann

                            Komme gesund zurück, von der Exkursion.

                            Das wünschen Erhart und noch ein paar, die ich kenne.
                            Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                            "Nec Temere - Nec Timide"
                            Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                            Kommentar

                            • Wolfgang
                              Forumbetreiber
                              • 10.02.2008
                              • 11623

                              #44
                              AW: Marienkult in Danzig?

                              Hallo Waldkind,

                              ganz allgemein gehalten: Während der Reformation (die ja nun schon ein paar Jahre zurück liegt) gab es heftigste Auseinandersetzungen. Aber das war bekanntlich nicht nur in Danzig so. Auch während der Zeit einer versuchten Gegenformation ging man nicht immer christlich miteinander um. Aber wer lässt sich schon auch gerne die Marienkirche mopsen?

                              Danach, vor allem aber ab dem 18. Jahrhundert kam es zu keinen großen Problemen mehr. Katholiken -auch polnische Katholiken- konnten ungehindert ihrer Religion nachgehen. Das war auch im Danziger Umland so.

                              Erst mit Kriegsbeginn, als Hitler in Polen einmarschierte, wurde die polnische katholische Kirche -sie war und ist ein Kumulationspunkt für das polnische Nationalbewusstsein- massiv unterdrückt und viele ihrer Priester ins KZ gesteckt und ermordet. So erging es auch deutschen Amtsbrüdern die sich über Anordnungen und Befehle hinwegsetzten und z.B. Gläubigen die Beichte in polnischer Sprache abnahmen.

                              Die deutsche und polnische Geschichtsschreibung stimmt in den vorgenannten Punkten im Wesentlichen überein. Unterschiedliche Ansichten gibt es heute zum Teil nur noch beim früheren Danziger Bischof Karl Maria Splett über dessen Einflussmöglichkeiten kontrovers diskutiert wird. Splett wurde nach dem Krieg in einem Schauprozess zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt und bis heute in Polen nicht rehabilitiert.
                              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                              • Helga +, Ehrenmitglied
                                Moderatorin
                                • 10.02.2008
                                • 1948

                                #45
                                AW: Marienkult in Danzig?

                                Hallo Michael,

                                wer ist Kiku???????????
                                Viele Grüße
                                Helga

                                "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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