Marienkult in Danzig?

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #16
    Zitat von Christkind
    Nun habe ich eine Weile überlegt:Soll ich oder soll ich nicht.
    Nämlich dieses religiöse Thema weiterführen.
    .... aber Religion weckt nun mal Emotionen.....
    Hallo Christa,
    hallo Miriam,

    es wäre schade, wenn religiöse Themen -negative- Emotionen wecken würden.

    Religion ist nicht nur einfach Geschichte, Kultur. Das Bekenntnis zur Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft verdient immer Anerkennung. Und genauso ist es auch mit Themen, die sich mit der Religion befassen. Achtung vor einem Menschen heißt auch, seine Religion zu achten. Da darf es keine "Emotionen" geben. Bei politischen Themen können sich die Geister scheiden - aber bei religiösen Themen sollte stets Toleranz vor dem, was dem Anderen heilig ist, die Diskussion maßgeblich beeinflussen.

    Religiöse Fragen und Themen -und ganz besonders wenn sie Danzig berühren- dürfen nie ein Tabu sein. Im Gegenteil: Sie sind erwünscht weil sie mit uns und mit unserem Sein untrennbar verbunden sind.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

    Kommentar

    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #17
      Klöster und Kirchen in Danzig

      Hallo an alle,

      in Hans-Joachim Kürtz seinem Danzig auf Seiten 24/25 gibt es einen Stadtplan von Danzig aus dem 17.Jh.. Da sind folgende Kirchen, Klöster und Hospitäler eingetragen:

      Kirche Dreifaltigkeit Teutsche Polnische Kirch und Closter
      H.Geist Kirch und Hospital
      Dominicaner Kirch und Closter
      Carmelitaner Kirch und Closter
      S.Elisabeth Kirch und Hospital
      S.Catharina Kirch
      S.Jacobs Kirch und Hospital
      Patres Misericordiae Kirch und Closter

      Komisch, die Marienkirche ist nicht aufgeführt. Die muss es zu diesem Zeitpunkt aber gegeben haben. Trug sie zwischendurch einen anderen Namen?
      Es gab offensichtlich viele Klöster in Danzig im Laufe der Geschichte: Zisterzienser, Franziskaner, Deutscher Orden, Dominikaner. Und wer waren die Patres Misericordiae?
      Gehörten die Hospitäler immer automatisch zu einer Kirche oder einem Closter?
      Waren die oben genannten Kirchen alle katholische oder sind da auch Protestantische darunter? (müsste ja wohleigentlich auch welche protestantisch sein.)
      Spannend finde ich die H.Geist Kirche, die offensichtlich extra für Deutsche und Polen war. Daran knüpfen sich viele Fragen an. Durften denn die Polen nur diese Kirche besuchen oder auch andere. Oder gab espolnische Gründer und Erbauer zu dieser Kirche.

      Also ihr Lieben alle, esbrenntmir wieder unter den Nägeln etwas zu erfahren. Weiß einer was darüber. Über jedes noch so kleines Fitzelchen Wissen freue ich mich. LG Miriam
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

      Kommentar

      • Christkind
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 1568

        #18
        Zitat von Miriam Weeke
        Hallo an alle,

        in Hans-Joachim Kürtz seinem Danzig auf Seiten 24/25 gibt es einen Stadtplan von Danzig aus dem 17.Jh.. Da sind folgende Kirchen, Klöster und Hospitäler eingetragen:

        Kirche Dreifaltigkeit Teutsche Polnische Kirch und Closter
        H.Geist Kirch und Hospital
        Dominicaner Kirch und Closter
        Carmelitaner Kirch und Closter
        S.Elisabeth Kirch und Hospital
        S.Catharina Kirch
        S.Jacobs Kirch und Hospital
        Patres Misericordiae Kirch und Closter

        Komisch, die Marienkirche ist nicht aufgeführt. Die muss es zu diesem Zeitpunkt aber gegeben haben. Trug sie zwischendurch einen anderen Namen?
        Es gab offensichtlich viele Klöster in Danzig im Laufe der Geschichte: Zisterzienser, Franziskaner, Deutscher Orden, Dominikaner. Und wer waren die Patres Misericordiae?
        Gehörten die Hospitäler immer automatisch zu einer Kirche oder einem Closter?
        Waren die oben genannten Kirchen alle katholische oder sind da auch Protestantische darunter? (müsste ja wohleigentlich auch welche protestantisch sein.)
        Spannend finde ich die H.Geist Kirche, die offensichtlich extra für Deutsche und Polen war. Daran knüpfen sich viele Fragen an. Durften denn die Polen nur diese Kirche besuchen oder auch andere. Oder gab espolnische Gründer und Erbauer zu dieser Kirche.

        Also ihr Lieben alle, esbrenntmir wieder unter den Nägeln etwas zu erfahren. Weiß einer was darüber. Über jedes noch so kleines Fitzelchen Wissen freue ich mich. LG Miriam
        Ja, Miriam, da hilft nun nuschte nichts, da muss ich mal den Curicke zur Hand nehmen, denn der bietet wirklich ganz viel Informationen zum Thema Kirchen in Danzig.
        Über 30 Seiten beschreiben die Kirchen und Klöster von Danzig.
        Ich nenne mal die abgebildeten:
        Die Große Pfarrkirche zu St. Marien, (2) mit ausführlicher Geschichte und Beschreibung
        Die Niewe Capelle (Königl.Kapelle)
        S. Johanni
        H.Geist
        Dominicaner Kloster
        S. Catharinen
        S.Barthelmes (Bartholomäi)
        S.Jacob
        S. Elisabeth
        S. Brigitten Kloster
        H.Dreifaltigkeit
        S. Barbara
        S.Peter und Paul
        h. Leichnams Kirche
        Alle Gottes Engeln
        Petershagen S.Salvaters Kirche

        Churicke schreibt dazu:
        "So wie es der Stadt Dantzig an allerhand schönen köstlichen Gebäuden nicht mangelt/ also seind saselbst nicht weniger allernad herrliche Kirchen7Schulen /Hospitäler/ und dergleichen Häuser zu sehen/ von denen ich in diesem und folgenden Capiteln auch etwas melden muss.Und anfänglich zwar / was die Kirchen belanget / seind deroselben in der Rechten Stadt/ etliche in der Alten Stadt/ etliche in den Vorstädten /etliche auch außerhalb Thores/ nahe an der Stadt gelegen...."
        In der Rechten Stadt führt er 6 Kirchen auf, in den Vorstädten 4, außerhalb 3.
        " Seind alles in= und bey Dantzig 17 Kirchen zu finden. Darunter dan die Grosse Pfarrkirche zu S. Marien(welche man per eminentiam auch insgemein die Pfarr= Kirche nennet) die vornehmste und prächtigste ist."

        Curicke schreibt am Ende des VI. Capitels:
        "Dieses ist also die Notell der Prediger allhier/welche biß auf diesen Tag alle Evangelische Prediger/wenn sie zur Kirche bestellet werden / unterschreiben müssen."

        Von der Königl. Kapelle ( meine Taufkirche ) steht zu lesen, dass der Grundstein am 21. Juli 1678 gelegt, und 1681 fertig wurde.

        Gut haben es Lateiner, denn hier wird sehr viel in Latein berichtet.
        _______
        Nun, Miriam, noch etwas, was im religiösen leben meiner Familie übluch war:
        Kamen wir aus der Kirche,war unser Gruß zu Hause beim Eintreten in die Wohnung:
        "Gelobt sei Jesus Christus"
        Antwort der im Raum Weilenden:
        "In Ewigkeit.Amen."

        Kamen wir an einer Kirche vorbei, sprachen wir den Lobspruch ebenfalls still vor uns hin.(Das tue ich heute noch.)
        Gingen wir aus dem Haus,benetzten wir dieFinger mit Weihwasser und machten ein Kreuzzeichen.

        Und nun noch: alle Achtung und meine Anerkennung für deinen bewundernswerten Einsatz im Forum.
        _______
        Mit Grüßen von Christa
        Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
        (M. Gandhi)

        Kommentar

        • Marc Malbork
          Forum-Teilnehmer
          • 23.02.2008
          • 1050

          #19
          Zitat von Miriam Weeke

          1. Hans-Joachim Kürtz seinem Danzig auf Seiten 24/25 gibt es einen Stadtplan von Danzig aus dem 17.Jh..

          2. Komisch, die Marienkirche ist nicht aufgeführt. Die muss es zu diesem Zeitpunkt aber gegeben haben. Trug sie zwischendurch einen anderen Namen?

          3.Es gab offensichtlich viele Klöster in Danzig im Laufe der Geschichte: Zisterzienser, Franziskaner, Deutscher Orden, Dominikaner. Und wer waren die Patres Misericordiae?

          4.Gehörten die Hospitäler immer automatisch zu einer Kirche oder einem Closter?

          5.Waren die oben genannten Kirchen alle katholische oder sind da auch Protestantische darunter? (müsste ja wohleigentlich auch welche protestantisch sein.)
          Also liebe Miriam, von ganz unkirchlichen Pfingstvergnügen zurückgekehrt stürze ich mich mal kurz auf deine Kirchen unter Zuhilfenahme von Büchern und Google.

          1. Das von dir genannte Buch kenne ich nicht. Nach deiner Beschreibung muss es sich aber um die Karte von Seutter handeln, nach meinen Angaben herausgegeben 1740.

          2. Dort ist die Marienkirche nicht aufgeführt, weil sie unter "Die Rechte Statt" im Plan selbst benannt wird.

          3. Patres Misericordiae ist der Orden der Barmherzigen Brüder, den es wohl noch heute gibt. Ich habe jetzt beim Nachgucken wegen der angeführten Kirche nebst Spital gelernt, dass dies in Alt-Schottland schon außerhalb der Stadtbefestigung ungefähr in gerader Richtung vor dem heutigen Leegen Tor lag. Das Kloster wurde 1806 aufgehoben.

          4. Fürs frühneuzeitliche Gesundheitswesen bin ich leider überhaupt kein Experte. Einfach nach den mir bekannten Stadttopographien würde ich mal sagen, zu Hospitälern gehörten in der Regel auch Kirchen, wenn die Sache von geistl. Orden betrieben wurde, es konnten Hospitäler aber auch von den Städten selbst betrieben werden.

          5. "Dreifaltigkeit" ist uns heute als "St. Trinitatis" bekannt - zuletzt bis 1945 ev., die Angabe "Teutsche Polnische Kirche" kann ich zurzeit nicht erklären,
          Hl. Geist - bin nicht sicher, meine bis 1945 ev.-reformiert,
          Dominikanerkirche - St. Nikolai kath,
          Karmeliter - auch Weißmönchenkloster genannt mit entsprechend hübscher Straßenbezeichnung anbei - kath (St.Joseph),
          St. Elisabeth - ev (bis 1920 Garnisonskirche),
          St. Katharinen - ev
          St. Jakob - war bereits seit dem frühen 19. Jh. profaniert, ua. Stadtbibliothek.

          Die bedeutenden Kirchen Marien, Johannis, Barbara waren ev., Peter und Paul ev-reformiert.

          Bilderchen der Kirchen hatte ich mal hier eingestellt:
          https://www.danzig.de/showpost.php?p=3348&postcount=5

          Wegen der von "Christkind" in ihrem Beitrag geschilderten Bräuche darf für die Nicht-Christen unter uns mit dem hier natürlich angezeigten Respekt, also erläuternd und ohne irgendeine eigene Wertung, noch kurz angemerkt werden, dass sie von evangelischen Christen nicht vollzogen werden. Das gilt auch für Marienkult und Heiligenverehrung im Übrigen. Der sachliche Grund bei den evangelischen Christen liegt u.a. in der für sie zentralen Bedeutung der sogenannten Rechtfertigungslehre aus dem Römerbrief der Bibel, dort heißt es: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde allein durch den Glauben und nicht durch des Gesetzes Werke. Aus evangelischer Sicht sind Marienkult, Heiligenverehrung und individuelle Kulthandlungen weder nötig noch ausreichend um Gottes Gnade zu erlangen und deshalb wurde dies in die tägliche Glaubenspraxis nicht übernommen.

          Kommentar

          • waldkind
            Forum-Teilnehmer
            • 06.10.2008
            • 2366

            #20
            Kirchen und Klöster in Danzig

            Liebe Christa, lieber Rüdiger,
            vielen Dank für die Antworten.

            Liebe Christa, leider weiß ich nicht wer der Churicke ist. Kannst du mir das noch erklären? Du hast dir wirklich viel Arbeit gemacht, auch noch altdeutsche Texte abzuschreiben. Ich mag solche Texte, bin auch Lateiner, aber bräuchte echt mal einen Auffrischungskurs. Danke dir.

            Lieber Rüdiger,
            im Traume erschien mir in der Nacht ein Bild, das mich wissen ließ, die Marienkirche ist nicht expliziet in der Legende aufgeführt, sondern hübschest im Plan selber mitten in der "Rechte Statt" eingezeichnet. Ja auch Landschaftsplanerinnen werden mit zunehmendem Alter kurzsichtiger und übersehen leicht mal etwas. Vielleicht kannst du mir unabhängig von Klöstern und Kirchen erklären, was ist: Echte Statt, Nieder Statt, Die Speicher?

            Ich werde über eure Beiträge erst einmal ein paar Tage brüten müssen, um alles zu verstehen und einzuordenen. Aber heute und morgen brauche ich meine Zeit auf alle Fälle für den Eifler Schienenbus und dann hätten wir noch die Eisenbahn in Danzig.

            Liebe Christa ich danke dir auch für die Erzählung eurer eigenen religiösen Bräuche zu hause, und dir Rüdiger für die Ausführungen über evangelische Grundsätze. Wenn es also bei den Protestanten keine Marienverehrung gibt, stellt sich mir erneut die Frage, warum behielten dann die Protestanten den Namen "Marienkirche" bei? Meine bisherigen Recherchen haben ergeben, dass es in Danzig viel mehr Protestanten gab und gibt als Katholiken. Was könnte der Grund dafür sein, dass die Kirche nicht umbenannt wurde?

            Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass ich in Sachen Religion nicht parteiisch bin. Ich bin das Kind eines evangelischen Vaters und einer katholischen Mutter und weiß aus nächster Nähe sowohl, was Religion einem Menschen bedeuten kann, aber auch wie Religionskrieg zustande kommen kann und wie grausam es im Grunde ist, den Menschen in seiner Grundüberzeugung nicht zu respektieren. Toleranz und Respekt sind mir deshalb wichtig. Ich selber bin weder katholisch noch evangelisch, aber einige Sitten und Gebräuche sind mir noch in Erinnerung geblieben. Christa, deswegen kommt mir das, was du schreibst, bekannt vor. Es war für mich wichtig zu sehen, was von dem, was meine Mutter lebte, war "typisch katholisch" und was war "typisch danzigerisch" und wo hat der Krieg noch nachgeholfen.

            Ich grüße euch und alle ganz :heart:lich, Miriam.

            Zitat von Rüdiger
            Wegen der von "Christkind" in ihrem Beitrag geschilderten Bräuche darf für die Nicht-Christen unter uns mit dem hier natürlich angezeigten Respekt, also erläuternd und ohne irgendeine eigene Wertung, noch kurz angemerkt werden, dass sie von evangelischen Christen nicht vollzogen werden. Das gilt auch für Marienkult und Heiligenverehrung im Übrigen. Der sachliche Grund bei den evangelischen Christen liegt u.a. in der für sie zentralen Bedeutung der sogenannten Rechtfertigungslehre aus dem Römerbrief der Bibel, dort heißt es: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde allein durch den Glauben und nicht durch des Gesetzes Werke. Aus evangelischer Sicht sind Marienkult, Heiligenverehrung und individuelle Kulthandlungen weder nötig noch ausreichend um Gottes Gnade zu erlangen und deshalb wurde dies in die tägliche Glaubenspraxis nicht übernommen.
            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

            Kommentar

            • Christkind
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 1568

              #21
              Zitat von Miriam Weeke

              Liebe Christa, leider weiß ich nicht wer der Churicke ist. Kannst du mir das noch erklären?
              Reinhold Curicke hat eine historische Beschreibung der Stadt Danzig herausgegeben.
              Ein Faksimile- Druck des im Jahre 1687 erschienenen Buches wurde von Siegfried Rosenberg 1979 in der Danziger Verlagsgesellschaft Paul Rosenberg herausgegeben.
              (Es soll ja Leute geben, die ein Original besitzen!!!! )

              Ich habe einen Nachdruck.
              Ernst Bahr schreibt zur Einführung zum Nachdruck über Curicke:
              "Reinhold Curicke stammte aus einer reformierten Danziger Familie.Er wurde am 12. Januar 1610 als Sohn des Danziger Unterrichters Georg Curicke geboren.Seine Mutter Maria war eine geborene Trebnitz.Bereits im Jahre 1626 studierte Reinhold Curicke in Rostock,1630 in Königsberg Rechtswissenschaft. 1638 wurde er Sekretär des Danziger Rats und blieb in diesem Amte bis zu seinem Tode am 2. April 1667..."
              Ernst Bahr beendet seine einleitenden Worte:
              "Wohl nur wenige Städte weit und breit haben aus jener Zeit eine solche Gesamtdarstellung ihrer Geschichte aufzuweisen.Sie ist ein lebendiges Zeugnis des Selbstbewußtseins der Bürger dieser Stadt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und ihres Stolzes auf ihre schon damals so glänzende Vergangenheit und mächtige Gegenwart.Ein Stolz, dem ihre heutigen Nachfahren in der Vertreibung nicht ohne Wehmut gegenüberstehen."

              Soweit zum Curicke.
              Wegen deiner Frage zum Namen der Marienkirche könnte ich mir nur denken, dass Umbenennungen von Kirchen nicht üblich waren. ??
              Dass evangelische Kirchen, sobald sie wieder katholische Kirchen werden,neu geweiht werden,ist üblich, aber für mein Verständnis absurd.
              Aber auch die Reformierten sind beim Ausräumen von katholischen religiösen Symbolen nicht zimperlich umgegangen.



              Was ich selbst für mich wichtig und richtig finde, das kann ich nur erwähnen, und ich möchte auch keine Wertung.
              _____

              Gruß von Christa
              Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
              (M. Gandhi)

              Kommentar

              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #22
                Zitat von Christkind
                Reinhold Curicke hat eine historische Beschreibung der Stadt Danzig herausgegeben.
                Ein Faksimile- Druck des im Jahre 1687 erschienenen Buches wurde von Siegfried Rosenberg 1979 in der Danziger Verlagsgesellschaft Paul Rosenberg herausgegeben.
                (Es soll ja Leute geben, die ein Original besitzen!!!! )
                Ich habe einen Nachdruck.
                Hallo Christa,

                davon habe ich auch schon mal gehört Und es soll auch welche geben, die Original und Nachdruck besitzen. Ich denk aber, da steht das gleiche drin - bis natürlich auf die individuellen und umfangreichen handschriftlichen Notizen im Nachdruck...

                Schöne Grüße aus dem bewölkten Danzig!
                Wolfgang
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                Kommentar

                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #23
                  Reinhold Curicke

                  Hallo Christa, hallo Wolfgang,
                  da habe ich einen kleinen Link zu Curicke efunden. Sieht ja vielversprechend aus.Ob man denn den Nachdruck erstehen könnte noch?



                  Das Werk sieht ja nach "Goldschätzchen" aus. LG Miriam
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #24
                    Reinhold Curicke

                    Da habe ich glatt was im Online-Antiquariat gefunden, ca 50,-€. Über den Preis kann man wahrscheinlich nicht meckern.
                    Es gibt verschiedene Ausführungen. Da weiß ich durch die Glasfaser-Strippe natürlich nicht, worin der Unterschied besteht. Also nun bin ich mal gespannt, ob ich da was abkriege.

                    I am very happy. Danke Christa,ohne dich wäre ich nicht auf das schöne Werkgestoßen! Jupidupidu, der Tag ist gerettet. Miriam
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                    • grabschau, + 06.11.2012
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 496

                      #25
                      Die kath. Kirche in Danzig

                      hello Miriam, ich könnte Dir ein Buch von den kath. Kirchen (Klöstern) in Danzig leihen von Dr. Richard Stachnik- ich schreibe "leihen" Am 21. Juli bin ich in Berlin für ganz kurz, aber bis dahin hast Du die 153 Seiten gelesen u. kannst es mir im Hotel hinterlegen oder wir nehmen 1 Berliner-Weiße zusammen ganz kurz - Bitte teile mir privat Deine Adresse mit ! sonniger Gruß aus Paris von Sigi

                      Kommentar

                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #26
                        Hallo Grabschau
                        ich habe mir einen Curicke online bestellt, der soll (glaube ich an die 500 Seiten haben,oder 300? vergessen). Da wurden zwei angeboten, jetzt natürlich nur noch einer.. Auf jeden Fall wird mir das Büchlein längerfristig ein spannender Begleiter sein. Ich hoffe, es geht beim Versand nichts schief. Trotzdem danke für dein Angebot! Wir können uns gerne treffen und ein Bierchen oder ähnliches genießen. Habe es mir im Kalender vorgemerkt. Miriam

                        Zitat von grabschau
                        hello Miriam, ich könnte Dir ein Buch von den kath. Kirchen (Klöstern) in Danzig leihen von Dr. Richard Stachnik- ich schreibe "leihen" Am 21. Juli bin ich in Berlin für ganz kurz, aber bis dahin hast Du die 153 Seiten gelesen u. kannst es mir im Hotel hinterlegen oder wir nehmen 1 Berliner-Weiße zusammen ganz kurz - Bitte teile mir privat Deine Adresse mit ! sonniger Gruß aus Paris von Sigi
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • waldkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 06.10.2008
                          • 2366

                          #27
                          Hallo Grabschau,
                          ich sitze heute zu lange am Computer und brauche echt mal eine Pause. Habe deinen Beitrag falsch verstanden. Klar leihe ich mir das Buch über die Klöster gerne. Die Frage ist nur, ob man es riskieren sollte,es mit Post zu schicken. Nachher ist es weg. Man müsste es schon per Einschreiben machen.
                          Im Übrigen kann ich keine PN's an dich schicken, gesperrt. Da ist es dann schwierig mit Adresse und so.
                          LG Miriam

                          Zitat von Miriam Weeke
                          Hallo Grabschau
                          ich habe mir einen Curicke online bestellt, der soll (glaube ich an die 500 Seiten haben,oder 300? vergessen). Da wurden zwei angeboten, jetzt natürlich nur noch einer.. Auf jeden Fall wird mir das Büchlein längerfristig ein spannender Begleiter sein. Ich hoffe, es geht beim Versand nichts schief. Trotzdem danke für dein Angebot! Wir können uns gerne treffen und ein Bierchen oder ähnliches genießen. Habe es mir im Kalender vorgemerkt. Miriam
                          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                          • Marc Malbork
                            Forum-Teilnehmer
                            • 23.02.2008
                            • 1050

                            #28
                            Zitat von Christkind
                            Aber auch die Reformierten sind beim Ausräumen von katholischen religiösen Symbolen nicht zimperlich umgegangen.


                            Danzig hat dabei noch Glück gehabt. Im Ergebnis haben sich dort die gemäßigteren Lutheraner durchgesetzt, die nicht alles Katholische abräumten, sonst könnte heute niemand die Schöne Madonna in St. Marien oder das Jüngste Gericht im Natmuseum bewundern. Der Link oben bezieht sich auf die internen Auseinandersetzungen zwischen Evangelisch-Lutherischen und Evangelisch-Reformierten in Danzig. Hätten letztere "gewonnen", dann sähen Danzigs Kirchen innen so aus, wie bis heute evangelische Kirchen z. B. in der Schweiz und in den Niederlanden, Motto: Wie sie sehen, sehen sie nichts.

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                            • J.Langfuhr
                              Forum-Teilnehmer
                              • 11.02.2008
                              • 145

                              #29
                              Zitat von Miriam Weeke
                              Eine Marienverehrung wird es in Danzig auf alle Fälle seit der Herrschaft durch den Deutschen Orden in Danzig gegeben haben. Da Kreuzritter es sich auf die Fahne geschrieben haben die Heiden zu bekehren, werden sie es mit ritterlicher Gründlichkeit getan haben. Ich vermute mal, dass es zu jener Zei eine Überlebensnotwendigkeit gewesen sein mag für die Bevölkerung an die Jungfrau Maria in besonderem Maße zu glauben. Auf alle Fälle schien Maria für den Orden eine zentrale Rolle zu spielen, weil sie die "Heilige Maria" in ihrem Gründungsnamen tragen.
                              Kreuzritter hatten, beeinflusst von Bernard von Clairvaux, vor allem die Befreiung und den Schutz des Heiligen Landes auf ihre Fahnen geschrieben. Als sie dort nichts mehr zu suchen hatten, wendeten sie sich gen Osten.
                              Die Kreuzzugsbewegung ist wesentlich durch Berhard von Clairvaux geprägt.
                              Bernard hat der keltischen Tradition nahe gestanden und soll als Bernard de Fontaine mit neun Jahren in Châtillon sur Seine eine entsprechende Initiation erhalten haben. Er hat als erster den Begriff "Notre Dame" gerbraucht. Seine Welt des westlichen Europa war geprägt von den irisch-schottischen Wandermönchen und nicht von der erst später sich durchsetzenden römischen Zentralkirche.

                              Bernard von Clairvaux hat das Wappen der Zisterzienser entworfen und eine zerbrochene Eiche, Zeichen für die untergehende Keltische Kultur(?), darin aufgenommen.
                              Nach dem Untergang der von den Druiden inspirierten Bewegung der Katharer(Ketzer) (Bewegung der Reinen) durch die Verbrennung von Saint Gilles und des Grafen Heinrich von Toulouse im Jahre 1147 könnten keltische Traditionen im Verborgenen in den alten Mönchs- und Ritterorden fortbestanden haben.

                              Neben der psychologischen Erklärung gäbe es dann eine kulturhistorische Vermutung: der starke Marienkult in den Möchs- und Ritterorden wäre dann ein subversives Fortbestehen keltischer Verehrung einer Mutterghottheit.
                              Der äußeren Unterdrückung der westeuropäischen matriarchalischen Mönchskirche und natürlich auch der Bewegung der Katharer durch die patriarchalisch-römisch-katholische Zentralkirche wäre ein bedeutendes keltisches Erbe nicht zum Opfer gefallen. Der hohe Stellenwert der Marienverehrung über die Reformation hinaus wäre weniger konfessionell als kulturell. Männlein und Weiblein "Maria" als zweiten Vornamen zu verpassen, wäre eine Verbeugung vor unseren keltischen Wurzeln über Jahrhunderte hinweg.

                              J.Langfuhr

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                              • waldkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #30
                                Kelten und Slawen

                                Hallo Lanfuhr,
                                du bist ja schon mal auf "Notre Dame" eingegangen. Aber erst jetzt, nach deinem neueren Beitrag steige ich langsam hinter die Zusammenhänge.

                                Dann wäre ich als keltische (rheinländische) Hexe und meine Danziger Mama in unseren Wurzeln nicht weit voneinander entfernt -oder besser, nah beieinander, wenngleich ich auch keine Marienverehrung im katholischen Sinne betreibe, so verehre ich auf meine Art "Mutter Erde". Also ohne Mutter scheinen die Menschen von Grund aus nicht auszukommen. Von daher erklärt sich also der Ansatz in der Psychologie, dass es einen im menschen verankerten Mutter-Archätyp gibt.

                                Nach Danzig wäre der Grundstein für eine Marienkultur demnach auf zwei Arten gekommen, einmal -nach deinen Ausführungen- durch die Kelten und einmal durch die Slawen, die ebenso weibliche Götter verehrten. Jetzt wird es spannend. Man könnte nun die keltischen und Slawischen Gemeinsamkeiten bezüglich ihrer Glaubensvorstellungen untersuchen.
                                Echt spannend.
                                LG Miriam
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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