Unsere Jugendzeit
Lieber Erhart ,
Deinen Bericht und auch Deine Auffassung zu allem , was mit Krieg und Waffen zu tun hat , habe ich mit großem Interesse gelesen .
So ähnlich war es auch bei uns zu Hause , neben den Eltern wohnten noch wir 3 Geschwister in einer 2-Zimmer-Wohnung . Meine Eltern hatten Mühe , uns alle zu ernähren und groß zu ziehen , was ihnen auch unter Zurückstellung eigener Bedürfnisse gelang . Mein Vater war in der Freistaatzeit mehrmals arbeitslos und so hatte meine Mutter die ganze Last häufig alleine zu tragen , was letztendlich zu Lasten ihrer Gesundheit ging . Zum Glück hatten wir in Heubude noch unsere Oma Hulda Buddatsch , die uns Kindern in schlechten Zeiten immer etwas zusteckte .
Das alles habe ich in meinen Aufzeichnungen detailliert beschrieben , soweit ich mich daran erinnern konnte .
In meinen Erinnerungen habe ich aber auch zu den Zeiten während des Krieges und der Kampfhandlungen die mir unvergeßlichen Eindrücke aufgeführt .
Ein besonderes Ereignis möchte ich daraus zitieren :
"Eines Tages (Anmerkung - es war zwischen dem großen Bombenangriff auf Heubude am 27./28.03. und dem Erscheinen der Russen am 01.04.1945 , wir befanden uns im Keller des heute noch existierenden Hauses Dampfbootstraße 3 ) brachten 2 Soldaten einen verwundeten Jungen von vielleicht 14 oder 15 Jahren in den Keller , er hatte die Uniform eines Flakhelfers an .Ich beobachtete ihn neugierig , denn ich konnte äußerlich keine Verwundung erkennen . Einer der Soldaten holte aus einer Wohnung einen Lehnstuhl , man setzte ihn hinauf und sie sagten ihm , daß schnellstens ein Sanitäter kommen wird , der sich um ihn kümmern wird .
Der Sanitäter kam jedoch so bald nicht und so trösteten ihn die Anwesenden und versuchten , ihn abzulenken . An der Reaktion des Jungen konnte man sehen , daß ihm das Antworten Schwierigkeiten bereitete und ihm beim Sprechen etwas Blut aus dem Mund lief . Das Atmen fiel ihm immer schwerer und es war zu sehen , daß das Bluten zunahm . Vermutlich aus Angst rief er um Hilfe und dabei hörte allmählich der Blutfluß auf , es bildete sich vor seinem Mund und auf der Uniformjacke ein rosafarbener Blutschaum , der im Laufe der Zeit immer stärker wurde . Ich erinnere mich genau , daß er irgendwann nach seiner Mutter rief . Mein Vater hatte von der Pumpe im Garten frisches Wasser geholt und ihm wurde der Schaum aus dem Gesicht und auch der Schweiß , der ihm von der Stirn lief , abgewischt . Nach einer Weile verstummte er . Kurz danach kamen 2 Sanitäter , um ihn zu holen , sie stellten nur fest , daß es zu spät war . Als mein Vater ihnen vorwarf , daß sie früher hätten kommen müssen , meinten sie daß er keine Ahnung hätte , was draußen vor sich ging ."
Viele Jahre bzw. Jahrzehnte habe ich über all diese Erlebnisse nie gesprochen . Allerdings muß ich gestehen , daß ich mitunter regelrechte Albträume hatte und auch jetzt noch habe . Dieser von Deutschland ausgelöste Krieg mit 50 Millionen Toten und verwüsteten Ländern hat mich dazu gebracht , alles zu hassen , was mit Krieg und Gewalt zu tun hat .
Trotz dieser oben geschilderten Begebenheit wünsche ich allen Forumteilnehmern einen schönen Tag - der Heubuder Rudi
Lieber Erhart ,
Deinen Bericht und auch Deine Auffassung zu allem , was mit Krieg und Waffen zu tun hat , habe ich mit großem Interesse gelesen .
So ähnlich war es auch bei uns zu Hause , neben den Eltern wohnten noch wir 3 Geschwister in einer 2-Zimmer-Wohnung . Meine Eltern hatten Mühe , uns alle zu ernähren und groß zu ziehen , was ihnen auch unter Zurückstellung eigener Bedürfnisse gelang . Mein Vater war in der Freistaatzeit mehrmals arbeitslos und so hatte meine Mutter die ganze Last häufig alleine zu tragen , was letztendlich zu Lasten ihrer Gesundheit ging . Zum Glück hatten wir in Heubude noch unsere Oma Hulda Buddatsch , die uns Kindern in schlechten Zeiten immer etwas zusteckte .
Das alles habe ich in meinen Aufzeichnungen detailliert beschrieben , soweit ich mich daran erinnern konnte .
In meinen Erinnerungen habe ich aber auch zu den Zeiten während des Krieges und der Kampfhandlungen die mir unvergeßlichen Eindrücke aufgeführt .
Ein besonderes Ereignis möchte ich daraus zitieren :
"Eines Tages (Anmerkung - es war zwischen dem großen Bombenangriff auf Heubude am 27./28.03. und dem Erscheinen der Russen am 01.04.1945 , wir befanden uns im Keller des heute noch existierenden Hauses Dampfbootstraße 3 ) brachten 2 Soldaten einen verwundeten Jungen von vielleicht 14 oder 15 Jahren in den Keller , er hatte die Uniform eines Flakhelfers an .Ich beobachtete ihn neugierig , denn ich konnte äußerlich keine Verwundung erkennen . Einer der Soldaten holte aus einer Wohnung einen Lehnstuhl , man setzte ihn hinauf und sie sagten ihm , daß schnellstens ein Sanitäter kommen wird , der sich um ihn kümmern wird .
Der Sanitäter kam jedoch so bald nicht und so trösteten ihn die Anwesenden und versuchten , ihn abzulenken . An der Reaktion des Jungen konnte man sehen , daß ihm das Antworten Schwierigkeiten bereitete und ihm beim Sprechen etwas Blut aus dem Mund lief . Das Atmen fiel ihm immer schwerer und es war zu sehen , daß das Bluten zunahm . Vermutlich aus Angst rief er um Hilfe und dabei hörte allmählich der Blutfluß auf , es bildete sich vor seinem Mund und auf der Uniformjacke ein rosafarbener Blutschaum , der im Laufe der Zeit immer stärker wurde . Ich erinnere mich genau , daß er irgendwann nach seiner Mutter rief . Mein Vater hatte von der Pumpe im Garten frisches Wasser geholt und ihm wurde der Schaum aus dem Gesicht und auch der Schweiß , der ihm von der Stirn lief , abgewischt . Nach einer Weile verstummte er . Kurz danach kamen 2 Sanitäter , um ihn zu holen , sie stellten nur fest , daß es zu spät war . Als mein Vater ihnen vorwarf , daß sie früher hätten kommen müssen , meinten sie daß er keine Ahnung hätte , was draußen vor sich ging ."
Viele Jahre bzw. Jahrzehnte habe ich über all diese Erlebnisse nie gesprochen . Allerdings muß ich gestehen , daß ich mitunter regelrechte Albträume hatte und auch jetzt noch habe . Dieser von Deutschland ausgelöste Krieg mit 50 Millionen Toten und verwüsteten Ländern hat mich dazu gebracht , alles zu hassen , was mit Krieg und Gewalt zu tun hat .
Trotz dieser oben geschilderten Begebenheit wünsche ich allen Forumteilnehmern einen schönen Tag - der Heubuder Rudi
Miriam
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