in Danzig nach 1945 und danach im Westen
Hallo ins Forum,
auch ich habe bis 1950 in Langfuhr mit meiner Mutter u. meinem Opa gelebt. Ein Kind das zu deutscher Zeit im Oktober 1944 geboren wurde.
Meine Mutter hat sich bis nach Dirschau zu Familie durchgeschlagen.
An viele Hauswände in Danzig wurden Nachrichten geschrieben damit Familienmitglieder sich finden konnten.- Mein Opa wurde am Ende des Krieges aus dem KZ Buchenwald von den Amerikanern befreit. Er ein sehr kranker Mann nur noch 45kg schwer schlug sich durch nach Danzig in der Hoffnung Familie zu finden. Meine Oma war einen Monat vor meiner Geburt gestorben mit nur 51 J. Von den Aufregungen der Verhaftung hat sie sechs Schlaganfälle erlitten. -Mein Opa hat als Dolmetscher u. Zollbeamter zum Glück auch polnisch gesprochen. Meine Mutter hatte polnisch statt Französisch in der Schule gelernt. Das war sehr hilfreich als nun die Polen in Danzig Einzug hielten. Und mich lehrte die Mutter nicht die deutsche Sprache aus Angst vor Represalien der Polen. Hätte mich ja als Kleinkind verplappern können was zu Unannehmlichkeiten geführt hätte. Es gab solche Fälle wo selbst die Kinder von Polen verhauen wurden wenn sie deutsch sprachen. Zwei meiner Onkel konnten kein polnisch und kamen jeden Tag zerschlagen nach Hause u. weinten bitterlich zu Hause. Statt wieder in ihrem Beruf als Schiffsmakler zu arbeiten schleppten sie nun Kohlensäck im Danziger Hafen. So erging es den meisten in Danzig verbliebenen Deutschen.
Endlich kam eine Nachricht über das Rote Kreuz, dass mein Vater nach vielen Jahren der Gefangenschaft in Sibirien nach Westdeutschland gelangt war. -Nach vielen Bemühungen gelang es meiner Mutter eine Ausreise dorthin zu bekommen. Wir nahmen Abschied von meinem Großvater den wir nie mehr wiedersahen. Er starb dann 1954.- Mit dem Zug durch die ehem.DDR gelangten wir nach einer Woche Fahrt dann in Friedland . Jetzt waren wir endlich im Westen. Dann kamen wir in die Nähe von Frankfurt/Main. Dort erwartete uns Armut . Wir wohnten in einer Mansarde im dritten Stock die eigentlich für solche Mädchen die mit Amerikanern gingen vorgesehen war. Der Bürgermeister des Ortes wollte uns den Zuzug zum Vater verwehren obwohl er in St.Petersburg geboren war. Seine Worte waren: soll ihre Frau doch hingehen wo sie herkommt. Die Toilette war über die Straße in einer Ruine. Mein Vater kämpfte auch um seine Wiedereinstellung zur Polizei. Vorher arbeitete er als Tellerwäscher bei den Amerikanern. Dort traf er im Büro zum Glück auf einen Schulkameraden aus Danzig der ihm diese Stelle besorgte. Hier hast Du Essen für Dich u. Deine Familie waren seine Worte. Endlich dann im Jahr 1952 bekam der Vater die Einstellung als Polizeibeamter. Unser Glück nun endlich zusammen zu sein dauerte nur sechs Jahre weil mein Vater mit nur 39Jahren im Jahr 1958 an Darmkrebs verstarb. Die vielen Jahre der Gefangenschaft hatten wohl dazu beigetragen.
Jutta
Hallo ins Forum,
auch ich habe bis 1950 in Langfuhr mit meiner Mutter u. meinem Opa gelebt. Ein Kind das zu deutscher Zeit im Oktober 1944 geboren wurde.
Meine Mutter hat sich bis nach Dirschau zu Familie durchgeschlagen.
An viele Hauswände in Danzig wurden Nachrichten geschrieben damit Familienmitglieder sich finden konnten.- Mein Opa wurde am Ende des Krieges aus dem KZ Buchenwald von den Amerikanern befreit. Er ein sehr kranker Mann nur noch 45kg schwer schlug sich durch nach Danzig in der Hoffnung Familie zu finden. Meine Oma war einen Monat vor meiner Geburt gestorben mit nur 51 J. Von den Aufregungen der Verhaftung hat sie sechs Schlaganfälle erlitten. -Mein Opa hat als Dolmetscher u. Zollbeamter zum Glück auch polnisch gesprochen. Meine Mutter hatte polnisch statt Französisch in der Schule gelernt. Das war sehr hilfreich als nun die Polen in Danzig Einzug hielten. Und mich lehrte die Mutter nicht die deutsche Sprache aus Angst vor Represalien der Polen. Hätte mich ja als Kleinkind verplappern können was zu Unannehmlichkeiten geführt hätte. Es gab solche Fälle wo selbst die Kinder von Polen verhauen wurden wenn sie deutsch sprachen. Zwei meiner Onkel konnten kein polnisch und kamen jeden Tag zerschlagen nach Hause u. weinten bitterlich zu Hause. Statt wieder in ihrem Beruf als Schiffsmakler zu arbeiten schleppten sie nun Kohlensäck im Danziger Hafen. So erging es den meisten in Danzig verbliebenen Deutschen.
Endlich kam eine Nachricht über das Rote Kreuz, dass mein Vater nach vielen Jahren der Gefangenschaft in Sibirien nach Westdeutschland gelangt war. -Nach vielen Bemühungen gelang es meiner Mutter eine Ausreise dorthin zu bekommen. Wir nahmen Abschied von meinem Großvater den wir nie mehr wiedersahen. Er starb dann 1954.- Mit dem Zug durch die ehem.DDR gelangten wir nach einer Woche Fahrt dann in Friedland . Jetzt waren wir endlich im Westen. Dann kamen wir in die Nähe von Frankfurt/Main. Dort erwartete uns Armut . Wir wohnten in einer Mansarde im dritten Stock die eigentlich für solche Mädchen die mit Amerikanern gingen vorgesehen war. Der Bürgermeister des Ortes wollte uns den Zuzug zum Vater verwehren obwohl er in St.Petersburg geboren war. Seine Worte waren: soll ihre Frau doch hingehen wo sie herkommt. Die Toilette war über die Straße in einer Ruine. Mein Vater kämpfte auch um seine Wiedereinstellung zur Polizei. Vorher arbeitete er als Tellerwäscher bei den Amerikanern. Dort traf er im Büro zum Glück auf einen Schulkameraden aus Danzig der ihm diese Stelle besorgte. Hier hast Du Essen für Dich u. Deine Familie waren seine Worte. Endlich dann im Jahr 1952 bekam der Vater die Einstellung als Polizeibeamter. Unser Glück nun endlich zusammen zu sein dauerte nur sechs Jahre weil mein Vater mit nur 39Jahren im Jahr 1958 an Darmkrebs verstarb. Die vielen Jahre der Gefangenschaft hatten wohl dazu beigetragen.
Jutta


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