Die Deutschen nach 1945 in Danzig

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • ingrid.beckert
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 139

    #16
    Danzig nach 1945

    Auch ich bin von den Berichten sehr gerührt und danke
    Regina und Heinz dafür .
    Selbst in unsere Familie sind nicht alle nach Deutschland gegangen.
    Eine Cousine von meiner Mutter ist nach 1945
    in Polen/Bromberg geblieben .
    Es war für sie und ihre Familie nicht immer leicht .

    viele Grüsse
    Ingrid
    Semrau-Kestner-Steinbrügger-Will-Krüger-Koschke-Schulz-Kung-Kommritz
    Engbrecht-Goerz-Henning-Tabbert-Basner-Modersitzki-Schönhoff

    Kommentar

    • radewe
      Forum-Teilnehmer
      • 08.03.2008
      • 935

      #17
      Auch ich habe die Berichte mit großem Interesse gelesen, meine Hochachtung allen Leidtragenden.
      Ich hoffe, dass die Nachkriegsgeborenen diese bitteren Erfahrungen beim nächsten Meinungsaustausch berücksichtigen.

      Grüße von Hans-Werner aus Hamburg
      Ich suche Geburtsdaten Michael BERGMANN um *1808, WO??
      Im November 1835 heiratet er `katholisch´ Anna Elisabeth SCHULZ aus Zoppot.
      Er, seine Ehefrau & die Nachkommen lebten in Carlikau, Fischerkolonie (Fischerplatz).

      Kommentar

      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #18
        Hallo Hans-Werner,
        diese Hoffnung beruht auf Gegenseitigkeit. Auch Nachkriegsgeborene haben bittere Erfahrungen gemacht. Unter anderem deswegen fragte ich nach, um diese Erfahrungen einordnen zu können. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass es allen, die nach 1946 geboren wurden, gut erging. Es gibt so etwas wie eine zweite Schuld in unserem Land. Ich bin dankbar für jeden, der bereit ist eine Brücke zu bauen zwischen Jung und Alt, damit wir verstehen, verarbeiten und loslassen können. Das ist auf beiden Seiten nicht immer leicht.

        Daher danke ich Rudolf, Regina und Heinz herzlich dafür, dass ihr dieses Wagnis eingegangen seid. Niemals habe ich eine so tiefe Dankbarkeit empfunden wie jetzt. Danke, Miriam.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

        Kommentar

        • jonny810
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 2423

          #19
          Berichte der älteren Generation

          Hallo Miriam, ich lese deine sachlichen Beiträge recht gerne.

          Du schreibst von Brücke bauen, zwischen jungen und älteren Menschen.

          Ich habe die schlimmen Kriegsjahre mit erlebt und würde gerne, jüngeren Menschen aus dieser Zeit berichten. Es müßte nur ein erkennbares Interesse der Jüngeren an die ältere Generation heran getragen werden.
          Das meine ich!

          Ich bin Jahrgang 1937 und habe ein sehr intaktes Lasngzeit Gedächnis.

          Zwei Beiträge, welche diese Erlebnisse widerspiegeln habe ich schon vor

          längerer Zeit eingestellt.

          Es sind so enssenzielle Eindrücke, die vergißt man sein Leben lang nicht.

          Sollen die Jüngeren sich melden und Fragen stellen. Ich bin gerne bereit, diese mit zu beantworten.

          Noch einen schönen Sonntag. Erhart
          Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
          "Nec Temere - Nec Timide"
          Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

          Kommentar

          • ingrid.beckert
            Forum-Teilnehmer
            • 11.02.2008
            • 139

            #20
            Ich kann Miriam nur beipflichten.

            Für uns Nachkrigsgeborene und noch Kinder von Vertriebenen zu sein,
            war nicht immer einfach ,für die damalige Zeit.
            ICh bin immer interessiert auf die Berichte unseren älteren Forumsmitglieder, nur so kann man doch verstehen und verarbeiten.


            Viele Grüße
            Ingrid
            Semrau-Kestner-Steinbrügger-Will-Krüger-Koschke-Schulz-Kung-Kommritz
            Engbrecht-Goerz-Henning-Tabbert-Basner-Modersitzki-Schönhoff

            Kommentar

            • Helga +, Ehrenmitglied
              Moderatorin
              • 10.02.2008
              • 1948

              #21
              Zitat von radewe
              [FONT=Comic Sans MS]Auch ich habe die Berichte mit großem Interesse gelesen,]
              Persönliche Berichte finden wir immer wieder mal an verschiedenen Stellen im Forum, z. B. hier:

              https://www.danzig.de/forumdisplay.php?f=44
              Viele Grüße
              Helga

              "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

              Kommentar

              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #22
                Zitat von Joniszus
                Es sind so enssenzielle Eindrücke, die vergißt man sein Leben lang nicht.
                Sollen die Jüngeren sich melden und Fragen stellen. Ich bin gerne bereit, diese mit zu beantworten.
                Danke Erhart,
                für dein Entgegenkommen. Ich glaube, manchmal ist es schwer die richtigen Fragen zu stellen, genauso wie es schwer sein kann zu antworten. Manchmal fehlen einem die Worte. Brücken kann man von zwei Seiten aus begehen. Es kommt nicht darauf an wie schnell man darauf vorwärts kommt, sondern dass man Schritte tut, wie auch immer man in der Lage ist, sie zu tun. Ich habe meine heutigen Gefühle in ein Gedicht gepackt und schenke es euch. Es ist ja Muttertag. Miriam


                An einem Grab
                aus Erinnerungen
                suche ich meine Worte
                und finde sie nicht.

                Würde dich küssen,
                könnte ich deinen Kopf
                in meinem Schoß
                halten.

                Die Trauer
                meiner Knochen
                in den Wind
                schlagen.

                Tränen weinen,
                die nicht mehr
                nur im heißen Sand
                vergehen.

                Dein Ave Maria
                zum ersten mal
                lieben lernen.

                Und nie wieder -
                nie wieder
                vierblättrige Kleeblätter
                suchen,

                um zu überleben.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                Kommentar

                • mkleiss
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 296

                  #23
                  Zitat von Joniszus
                  ... würde gerne, jüngeren Menschen aus dieser Zeit berichten. Es müßte nur ein erkennbares Interesse der Jüngeren an die ältere Generation heran getragen werden.......Sollen die Jüngeren sich melden und Fragen stellen...
                  Hallo,

                  dann versuche ich es an dieser Stelle zum x-ten Male, obwohl mein Beitrag wahrscheinlich wieder "überlesen" wird....:

                  Was für Kinderspiele machte man, was tat man im "Urlaub" (gab es den überhaupt?), welche Feste feierte man, wie war das Familienleben, die Schule, womit beschäftigte man sich und, und und...

                  Für mich sind Schilderungen über das Leben, so wie Ihr es erlebt habt unendlich wertvoll und helfen mir persönlich, viele Dinge abseits der großen Politik zu verstehen. Und manchmal weiß ich gar nicht, welche Fragen ich stellen soll, wenn mir bestimmte Dinge gar nicht bekannt sind.

                  Ich freue mich über JEDEN Erlebnisbericht!

                  Gruß

                  Michael
                  - Wie sollen wir wissen, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen..? -

                  Kommentar

                  • jonny810
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.02.2008
                    • 2423

                    #24
                    Gedicht zum Muttertag

                    Hallo Miriam,

                    so etwas können nur Menschen mit Emotionen schreiben. So glaube ich.

                    Wäre meine Mutter noch am Leben, hätte sie im Jahr bestimmt mehrere Muttertage.

                    Man sollte viel häufiger an unsere Vorgänger-Generation denken und berücksichtigen, was die als junge Menschen für eine Jugendzeit hatten, im Vergleich, zu heute.

                    Wollen wir dankbar sein, für die vielen , guten Jahre die wir bis jetzt erleben durften. Erhart
                    Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                    "Nec Temere - Nec Timide"
                    Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                    Kommentar

                    • jonny810
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 2423

                      #25
                      Richtige Fragen?

                      Frage doch einfach drauf los. Wieviel Kinder Wie groß die Wohnung. Was hat der Vater beruflich gemacht, wart ihr abends satt u.v.m. es gibt so viele Ansatzpunkte, Frage doch, ob die Eltern einen Telefon-Anschluß hatten. Seit ihr mit dem Geld ausgekommen was der Vater verdient hatte. Frage über Fragen. Fange mal an, der Rest geht dann wie geschmiert. Erhart
                      Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                      "Nec Temere - Nec Timide"
                      Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                      Kommentar

                      • Helga +, Ehrenmitglied
                        Moderatorin
                        • 10.02.2008
                        • 1948

                        #26
                        Zitat von mkleiss
                        was tat man im "Urlaub" (gab es den überhaupt?), welche Feste feierte man, wie
                        Für mich sind Schilderungen über das Leben, so wie Ihr es erlebt habt unendlich wertvoll und helfen mir persönlich, viele Dinge abseits der großen Politik zu verstehen.l
                        Hallo Michael,

                        bei meinem Vater war es in jedem Sommer so, daß mein Großvater mit den 4 Kindern auf den Hof seiner Schwester nach Ostpreussen fuhr. Ich sehe sie vor mir, wie sie von der Häkergasse aus, beladen mit etliche Koffern sich auf den Weg zum Bahnhof machte, damals lief man ja noch.....Er fuhr dann nach ein paar Tagen zurück nach Danzig, aber die Kinder und reichlich Vettern und Basen verbrachten die ganzen Sommerferien dort und hatten viel Spaß, bis sie dann von den Eltern wieder abgeholt wurden.

                        Das Familienleben war zu einem großen Teil durch die Bäckerei meines Opas mitbestimmt. Die Jungens mußten schon vor der Schule so einiges an Brötchen austragen, dann Frühstück und ab in die Schule. Nach der Schule dann essen, Schularbeiten (die an einem großen Tisch neben der Bachstube gemacht wurden, damit die Eltern immer mal einen Blick drauf haben konnten) und für jeden seine Pflichten in Haus oder Backstube. Mein Vater war der Kleinste und mußte am wenigsten mithelfen. Eben jeder nach seinen Kräften.

                        Daneben war immer noch genügend Zeit um mit dem Rad nach Heubude zum Strand zu fahren, viel später gar mit einem Moped, zum Kanu fahren und Freunde treffen. Bei meinem Vater weniger beliebt aber Pflicht war der monatliche Theaterbesuch. Sehr geliebt hingegen die ebenfalls regelmäßigen Kinobesuche.

                        An den Sonntagen mußten alle sehr früh aufstehen und dann fuhr Opa mit den Kindern auf Fahrrädern raus in die Natur, während Großmutter lieber daheim blieb und dafür sorgte, daß irgendwann die Bäckerei geöffnet wurde. (auch am Sonntag, wenn ich das richtig verstanden habe). An schönen Sommernachmittagen fuhr man dann gerne mit dem Schiff nach Zoppot oder besuchte die Verwandtschaft oder bewirtete eben diese Verwandtschaft zuhause.

                        Das alles sind zwar zwar nicht meine Erinnerungen, aber die meines Vaters, meiner Tanten und meines Opas, die ich oft gehört habe.
                        Zuletzt ge
                        Viele Grüße
                        Helga

                        "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

                        Kommentar

                        • Helga +, Ehrenmitglied
                          Moderatorin
                          • 10.02.2008
                          • 1948

                          #27
                          Kleiner Irrtum

                          UPPPS, ich merke grad, das Thema heißt ja eigentlich "nach 1945".

                          Sorry und Asche auf Haupt..... Soll ich es löschen?
                          Viele Grüße
                          Helga

                          "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

                          Kommentar

                          • mkleiss
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 296

                            #28
                            Zitat von Helga
                            .... Soll ich es löschen?..
                            Hallo Helga,

                            denke, das muss nicht sein. Egal wo es steht, sind Erinnerungen auch aus 2.Hand immer gerne gelesen. Man muss ja nicht in Schubladen (bzw. Überschriften denken.

                            Ansonsten: Quod errat demonstrandum (Was zu beweisen war)
                            Zitat von mkleiss
                            . .obwohl mein Beitrag wahrscheinlich wieder "überlesen" wird...
                            Bedauerlich, wenn manche nicht realisieren, dass Freunde des Einen im Umkehrschluss nicht automatisch Feinde des Anderen sind. Ich wünschte mir hier etwas mehr Souveränität und Professionalität...

                            Michael
                            - Wie sollen wir wissen, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen..? -

                            Kommentar

                            • Helga +, Ehrenmitglied
                              Moderatorin
                              • 10.02.2008
                              • 1948

                              #29
                              Zitat von mkleiss
                              Bedauerlich, wenn manche nicht realisieren, dass Freunde des Einen im Umkehrschluss nicht automatisch Feinde des Anderen sind.
                              Hallo Michael,

                              wie meinst du das?
                              Viele Grüße
                              Helga

                              "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

                              Kommentar

                              • Regina, +19.11.2023
                                Forum-Teilnehmer
                                • 15.02.2008
                                • 235

                                #30
                                Das zweite Teil

                                Guten Abend.
                                Mein Vater wurde 1940 eingezogen. Nun war er wieder zu Hause, nach fast 6 Jahren. Meine Mutti sagte voller Freude; morgen fangen wir an zu packen und dann geht es nach Deutschland. Aber mein vater wollte nicht . Er sagte er ist in Danzig geboren und will hier auch sterben., ausserdem gibt es in Deutschland , wegen den vielen Fluechtlingen eine grosse Arbeitslosigkeit und er hat hier schon eine Arbeit. In seiner Kompanie in Norwegen war ein Kaschube der in Neufahrwasser eine Schiffabfertigungsfirma hatte und da brauchte er meinen Vater der ausser deutsch, englisch auch nowegisch sprach.
                                Was dann bei uns zu Hause vorgegangen ist kann man kaum beschreiben. Meine Mutter und ich haben geweint, meinen juengeren Geschwistern war es egal, Hauptsache es gibt etwas zum Essen. Mein Vater liess sich polonisieren, wir mussten in die polnische Schule gehen. Das erste polnische was ich gelernt habe waren Weihnachtslieder. Nach zwei Monaten sagte meine Mutter zu mir; ich bin hier geboren, werde hier auch sterben. Sie hat niemals polnisch gelernt. Nach kurzer Zeit ist der Cheff der Firma ploetzlich verstorben, die Firma wurde von der staatlichen Direktion des Hafens uebernommen, zusammen mit meinem Vater. meine Mutter ist dann oft nach Danzig gefahren und hat auf dem Flohmarkt deutsche Buecher gekauft, hunderte. Jetzt weiss ich es dass sie die Buecher retten wollte, jahrelang hatte sie noch die stille Hoffnung, dass die Deutschen zureuck kommen.Nach Beendigung der Mittelschule wollte ich Medizin studieren, bekam aber kennen Studienplatz. Dann habe ich im Buero der Stadtverwaltung gearbeitet. Deutsch wurde in der Stadt nicht gesprochen, ich habe aber nicht gehoert dass es verboten war. Zu Hause sprachen wir nur deutsch. Manchmal musste ich die Sekretaerin des Chefes vertreten und er sagte mir, dass heute der neue Konsul des DDR
                                Konsutates kommt. Wie er mit seiner Dolmetscherin ins Vorzimmer reingekommen ist dachte ich endlich ein Deutscher und hatte vergessen, dass man nicht deutsch spricht. Ich sagte zu ihm - guten Morgen Herr Konsul, hier koennen sie ihren Mantel ablegen, was kann ich ihnen anbieten
                                Kaffee oder Tee.Er guckte mich sehr erstaunt an und sagte Herr Praesident ihre Sekretaerin spricht ja deutsch, mein Chef hat sich auch gewundert, er wusste es ja nicht.Mein naechsten Tag wurde ich nicht entlassen, sondern auf meinem Schreibtisch lag deutsche Post. Viele Briefe
                                mit verschieden Angelegenheiten , meistens Urkunden, Fragen ob das Haus steht, nach Vermissten. Ab diesem Tag hatte ich einen neuen Beruf und den Anfang eines neuen Lebens.
                                Bald mehr. Viele Gruesse
                                Regina

                                Kommentar

                                L