Störtebeker - ein Danziger?

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  • Peter von Groddeck
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 1517

    #31
    AW: Störtebeker - ein Danziger?

    Hallo,
    das Nowgorod, das etwa 200 km südlich von St. Petersburg am Ilmensee liegt ist die Hansestadt. Ich war voriges Jahr dort. Bei einer Stadtführung sah ich an einer Hauswand eine große alte Landkarte, die alle Hansestädte zeigte. Verwundert fragte ich die Stadtführerin warum ausgerecnet Kalkar (Kreis Kleve) in rot dargestellt war. Antwort, dies war bei einem Hansetag der Neuzeit in Nowgorod das Gastgeschenk der Stadt Kalkar.
    Gruß Peter
    Tue recht und scheue niemand.

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    • radewe
      Forum-Teilnehmer
      • 08.03.2008
      • 935

      #32
      AW: Störtebeker - ein Danziger?

      Guten Abend,
      das Thema der Hanse ist sehr umfangreich, im Museum zu Lübeck gibt es Erklärungen hierzu.

      Hängengeblieben sind bei mir, nach meinem Besuch dort, die Unterschiede zu den Hansestädten; Hansekontoren [dazu gehörte(n) z.B. Nowgorod (Petershof)]; hanseatische Niederlassungen / - Handelshöfe.
      Heute werden die unterschiedlichen o.g. Begriffe/Orte irrtümlich als Hansestädte bezeichnet.

      Grüße von Hans-Werner
      Ich suche Geburtsdaten Michael BERGMANN um *1808, WO??
      Im November 1835 heiratet er `katholisch´ Anna Elisabeth SCHULZ aus Zoppot.
      Er, seine Ehefrau & die Nachkommen lebten in Carlikau, Fischerkolonie (Fischerplatz).

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      • Ulrich 31
        Forum-Teilnehmer
        • 04.11.2011
        • 8551

        #33
        AW: Störtebeker - ein Danziger?

        Hallo in die Hanse-Runde,

        nun habe ich wieder Zeit fürs Forum. Ich freue mich, dass inzwischen mein Zweifel (siehe #71) bestätigt wurde, aber besonders freue ich mich darüber, dass durch solche Runde der Wissenshorizont erweitert wird. Wer von uns hat vorher schon gewusst, dass es zwei Nowgorods gibt? Vermutlich Peter.

        Das mir bisher nicht bekannte Weliki Nowgorod (im #72-Link auch "Welikij Nowgorod" geschrieben; korr.: "eine der ältesten Städte Russlands"), diese bedeutende Hansestadt, hat diese sehr umfangreiche, zuletzt am 3. Dezember 2014 geänderte Wikipedia-Seite > http://de.wikipedia.org/wiki/Weliki_Nowgorod , zu der es heißt: "Dieser Artikel wurde am 27. November 2010 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen."

        Aus diesem wirklich lesenswerten Artikel geht u.a. hervor, dass "Nowgorods architektonisches Erbe seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe" ist, und weiter: "Weliki Nowgorod ist Mitglied des Städtebundes der Neuen Hanse. Insgesamt unterhält Weliki Nowgorod Städtepartnerschaften mit sieben Orten:", darunter die deutsche Stadt Bielefeld. Zu dieser Städtepartnerschaft heißt es: "Bielefeld nahm als Folge eines Beschlusses des Bundestages zur militärischen Nachrüstung im Winter 1983/84 Kontakt zu Weliki Nowgorod auf. Aus dem anfänglichen Briefkontakt entwickelte sich bis 1987 eine Städtepartnerschaft. In den 1990er-Jahren unternahmen die Bielefelder viele Hilfstransporte in die russische Partnerstadt, und noch heute werden soziale Projekte in Weliki Nowgorod finanziell unterstützt."

        Zum Thema "Hanse" füge ich noch diese Informationen an:
        - Wikipedia-Seite "Hanse" > http://de.wikipedia.org/wiki/Hanse .
        - Website "Städtebund - Die Hanse" > http://www.hanse.org/de/ .
        - Wikipedia-Seite "Hansestadt" > http://de.wikipedia.org/wiki/Hansestadt .
        - Karte und Namen der Hansestädte > http://www.hanse.org/de/hansestaedte/nordseeraum/ .
        - Webseite "Entwicklung der Hanse", zusammengestellt von Martin Schlu > http://www.martinschlu.de/kulturgesc...ntwicklung.htm .

        Und dies noch zum geplanten Europäischen Hansemuseum in Lübeck:
        - Wikipedia-Seite "Europäisches Hansemuseum" > http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C...es_Hansemuseum
        - Website "Europäisches Hansemuseum" > http://hansemuseum.eu/ .
        - Website "LÜBECK Fenster" > http://www.luebeck.de/tourismus/kult...s-hansemuseum/ .

        Mit dieser Wissenserweiterung wünscht allen ein schönes zweites Adventswochenende mit besten Grüßen aus Berlin
        Ulrich

        Kommentar

        • Antennenschreck
          Forum-Teilnehmer
          • 05.09.2011
          • 1833

          #34
          Hallo,

          da kein richtiger Danzig- und Störtebeckerbezug vorhanden ist, habe ich Nowgorod bis jetzt nicht beachtet bei meinen Recherchen. Es gibt aber recht viele Stellen, welche sich speziel hiermit befassen, und nicht nur bei Wikipedia:

          Wenn auch nicht ganz so günstig wie im Westen, verliefen doch auch im Norden und Osten die Dinge ohne schwerere Kriesen. Allerdings verlor Nowgorod zu Anfang des Jahres 1478 seine Selbsständigkeit; an die Stelle der Republik trat die Herrschaft des Grossfürsten von Moskau. Die deutschen Kaufleute wurden unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen; sie wurden gefangen genommen, ihre Waaren mit Beschlag belegt. Aber deutlich zeigte sich jetzt, wie gering das Interesse der gesamten Hanse an dem einst so blühenden und wichtigen Hofe geworden war. Nur die livländischen Städte, die in doppelter Weise geschädigt und bedroht waren, rührten sich.....


          Tschü.......

          Hallo,

          eigenmtlich haben wir das Thema Störtebeker / Danzig soweit durch. Man könnte (sollte eigentlich) einen extra Thread (oder auch mehrere) zum Thema: Danzig / Orden / Hanse / Mittelalter.... machen (bei hinreichendem Interesse). Aber mal noch was zu Nowgorod:

          Von großer Wichtigkeit war Danzig für den hansisch-russichen Handel, soweit er sich auf die heutigen russischen russischen Ostseeprovinzen erstreckt. Es kommen hier namentlich Reval und Riga in Betracht; von diesen Städten wurden dann die Waren auf den russischenh Markt gebracht. Das Hinterland zu Reval und Riga bildete Nowgorod, ein uralter Freistaat, der seit alters her die Rohprodukte des inneren Rußland mit Benutzung des Wolchow, des Ladogasees und der Newa nach Wisby brachte. Mit der Verbreitung hansischen Handels in Livland und Estland rissen die Hansen diesen Handel, der bis dahin von den Russen besorgt war, ebenfalls ganz an sich. Seit dieser Zeit beginnt die hansische Epoche in Nowgorod.

          Tschü....

          Hallöle,

          für alle die, welche sich nicht durch Wiki Links klicken mögen, hier noch mehr zum Thema aus alten Dokumenten:

          Von Riga aus stand dem Handel durch den Wasserlauf der Düna das ganze diesen Fluß umgrenzende Gebiet offen mit seinen damals wichtigen Handelsplätzen Dünaburg, Polozk und Witebsk. Im Anschluß an das Aufblühen der baltischen Städte hatte sich Nowgorod ebenfalls als Handelssitz ersten Ranges entwickelt; schon 1191 ist ein Verkehr Nowgorods mit deutschen Kaufleuten nachweisbar. Aus dem Jahre 1269 datiert das große Privileg, das den Handel zwischen Russen und Deutschen im einzelnen regelt. Auf dem dortigen Peterhof fand der Austausch zwischen den Erzeugnissen des ganzen russischen Reiches, unter denen Pelzwerk die bedeutendste Rolle spielte, mit den Erzeugnissen der westlichen Industrie und des westlichen Gewerbefleißes statt.....


          Tschü......

          Hallöle,

          hier mal noch eine Episode, welche direkt Danzig und Nowgorod betrifft und irgendwie bezeichnend ist für die damalige Zeit:

          Zu ihrer größten Blüthe hat sich ohne Zweifel diese Handelsthätigkeit unter Hochmeister Conrad von Jungingen erhoben. In seinen späteren Bedrängnissen sah der Orden (1444) mit Wehmuth auf eine Zeit zurück, wo der Ordensschäffer in Marienburg mit einem Betriebskapital von mehr als 100000 Mark Geschäfte machte und wo, wie im Jahre 1404, in den Speichern von Marienburg und sieben anderer Burgen allein an Roggen über 6000 Last aufgelagert waren. Es findet sich keine Spur, dass diese Betriebsamkeit vor 1382 mit der der Städte in Collision gekommen wäre. Auf der Tagfahrt zu Marienburg 2. April 1388 werden zum ersten Male Klagen der Städte gegen den Orden laut, welche seit dem in stärkerem oder schwächerem Tone während dieser ganzen Periode wiederholt von dem Vorhandensein wirklicher Missbräuche unzweideutiges Zeugniss ablegen. Die Ordensbeamten beanspruchen nämlich für ihre kaufmännischen Geschäfte Theilnahme an allen Handelsfreiheiten der Städte, namentlich auf den Hanseatischen Kontoren, halten sich aber nicht für verpflichtet, die auf diesen Kontoren herrschenden Hanseatischen Satzungen zu befolgen, wodurch nicht nur der Orden, sondern auch die Preussischen Städte mit den Hanseaten in widerwärtige Misshelligkeiten gerathen. So befrachtet z.B. 1391 der Grossschäffer von Marienburg ein Schiff nach Brügge, obgleich die Schifffahrt dorthin verboten ist und wird deshalb von den Aldermännern daselbst aus des Kaufmanns Rechte gewiesen. Selbst in der Zeit, wo Hanseaten und Preussen in die Entrichtung des Pfundgeldes eingewilligt haben, weigern sich die Handelsschiffe des Ordens 1401 dasselbe zu bezahlen. Da man in Nowgorod Preussisches „Herrengut“ nicht zulassen will, so erlaubt der HM 1392 seinen Städten nicht einem Vertrage der Hanseaten mit Nowgorod beizutreten. …

          Auf die Zerwürfnisse zwischen dem Orden einerseits und der Hansa und Danzig auf der anderen Seite hatte ich ja schon früher hingewiesen, diese scheinen ihren Ursprung Anfang des 15 Jh. zu haben und sind von da an immer schlimmer geworden.


          Tschü.....

          Hallöle,

          So etwa ab 1420 scheinen die Seeräuber, möglicherweise auf Betreiben Dänemarks, wieder verstärkt im Ostseeraum zu agieren. Sicher aber nicht Störtebecker, der damals recht alt und kopflos gewesen sein müsste. Da der Orden inzwischen keinerlei wirkliche Gewalt mehr darstellt, übernimmt Danzig weitestgehend den Schutz der Handelswege in Richtung Westen:

          Ebenso übernimmt sie (die Stadt Danzig) es hauptsächlich, den Handel Preussens in diesen unruhigen Zeiten mit Waffengewalt zu schützen. Da die wiederholten Raubüberfälle der Dänen, der Wendischen Städte (eigentlich die Hansa selbst mit Lübeck voran) und der Seeräuber die neutralen Schiffe in grosse Gefahr bringen, so lässt si zu öfteren Malen die in ihrem Hafen zu einer Flotte vereinten Handelsschiffe durch Kriegsschiffe geleiten......

          Inzwischen hat sich Danzig wohl von der Hansa und dem Orden abgewandt und macht seine Geschäfte mit Flandern und England:

          1427 zieht sich eine neue grosse Sundflotte zu Johannis in Danzig zusammen; ihr sind 6 „Admiralsschiffe“ zugeordnet, von denen 2 das Geleite nach Flandern, 2 nach England und 2 nach Holland geben sollen. Die Nachricht von dem Unglück, das damals die Lübecker Kriegsflotte und eine aus der Bretagne kommende Handelsflotte im Sunde betroffen hat, bestimmt den Danziger Rath, nur den Aussenhansischen Schiffen die Theilnahme an jener Fahrt zu gestatten.....

          Aber es dauert nicht lang und man schmiedet wieder neue Allianzen und verwirft die alten:

          1428 am 5. Juni übernimmt Danzig gegen die Wendischen Städte die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass aus Preussen Niemand Salz nach Skandinavien bringe; in dem selben Jahr am 15. December fordert der Hochmeister die Stadt auf, ihn in der Bekämpfung der Seeräuber zu unterstützen; die Prisen sollte sie behalten dürfen; 1429 fährt aufs Neue eine Flotte von 61 und 1432 eine andere von 59 Preussischen Schiffen, letztere unter 4 Admiralen, von Danzig aus......

          So ändern sich ständig die Machtverhältnisse in und um Danzig, die Engländer waren 1427 noch Haupthandelspartner und schon Anfang 1429 nicht mehr erwünscht in der Ostsee, ja man mußte sich militärisch vor ihnen schützen....

          Tschü.......

          Hallöle,

          hier noch ein Ausschnitt aus einem Buch, über die Gerichtsverhältnisse im 11. u. 12 Jahrhundert im nördlichen Deutschen Reich:

          Wir finden Gaue, die in Unterabteilungen zerfallen, wie die fränkischen Hundertschaften, wenngleich der Name Hundertschaft hier fehlt. Wir finden Gaugerichte und Hundertschaftsgerichte und in beiden Richter und Urteilsfinder. In den Gaugerichten tritt der Graf; allerdings mehr ausnahmsweise, als Vorsitzender auf. Sonst und stets im Gerichte der Hundertschaft gebührt die Leitung und Vollstreckung einem Unterbeamten, dem Schulzen. Der Asega ist nicht Gesetzessprecher, sondern lediglich Urteilsfinder. Es ist nicht nur ein einziger Asega im Gau vorhanden, sondern jedem Gau gehören mehrere, anscheinend je 12 Asegen an. Sie treten zum Gerichte und beschränkter zum Hundertschaftsgerichte zusammen und entsprechen insofern den fränkischen Schöffen. Doch ist jeder Asega durch die Eingesessenen eines kleineren Unterbezirks bestellt und für diesen Bezirk in erster Linie zuständig. Neben dem Schulzen und den Asegen stehen in jedem 12 Dingzeugen. Sie werden ursprünglich für den Einzelfall aufgeboten (Königszeugen). Später sind sie ständige Beamte (tolva und atthen), die sich als Amtszeugen oder Gemeindegeschworene bezeichnen lassen, in den Marktorten aber Schöffen heissen. Nahezu deas gleiche Bild zeigen die Quellen bis ins 14. Jahrhundert. Die persönliche Mitwirkung des Grafen ist in späterer Zeit allerdings vollkommen beseitigt.


          Tschü......

          Hallöle,

          was sich manche hier im Forum fragen könnten: Wieso macht sich wer soviel Gedanken um Störtebecker. Gut denn, für meine Person ist das recht schnell und einfach zu erklären:

          Ich hatten als Schulkind eine minimale Leseunlustigkeit, und habe nur das gelesen was ich unbedingt musste oder das was mich wirklich interessierte. Unter der letzteren Literatur befanden sich 3 dicke Sagen und Märchenbücher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ein neueres Buch über Störtebecker. Wenn ich also mal was gelesen habe, so war meist eines dieser Bücher. Und das tragische Ende der Seeräuber ging mir irgendwie nie so richtig aus dem Sinn, da die Sagen und Märchen in der Regel einen positiven Ausgang hatten.

          Tschü......
          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

          Kommentar

          • StampCollector
            Forum-Teilnehmer
            • 19.01.2014
            • 924

            #35
            AW: Störtebeker - ein Danziger?

            Also Antennenschreck,

            was Du bisher über Störtebeker, Danzig, den Deutschen Orden, Polen im Mittelalter etc. etc. geschrieben hast, hat mich ehrlich gesagt tief beeindruckt!
            Mach da bitte weiter. Ich lese da gerne mit!

            SC

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            • Antennenschreck
              Forum-Teilnehmer
              • 05.09.2011
              • 1833

              #36
              Hallo,

              ein anderer denkbarer Weg sich dem Thema zu näher, kann über die verwendeten Schiffstypen führen. Denn eins gilt es zu benken: das Schiff mit dem man angreift sollte wenigstens so groß sein wie das angegriffene.

              Tschü....

              Hallöle,

              das bedeutet, dass sich der Seeräuber von Anfang an auf eine bestimmte Zielgruppe festlegen muss, er bestimmt also mit seinem ersten (oft auch einzigen) Schiff wen er zum Freund und wen zum Feind hat. Denn die Schiffsgröße bestimmt wiederum den Tiefgang desselben, und somit den Operationsbereich und auch die Operationsreichweite. In den wenigen alten Quellen (ich habe nur 2), welche man zu Störtebecker findet, wird immer von einer Mannschaft von mehr als 70 Leuten gesprochen. Das allerdings wäre schon ein recht großes und teures Schiff, welches nur in wenige große Häfen einlaufen konnte. Solch große Häfen gab es damals in der Regel nur in großen Küstenstädten, wie z.B. Hamburg, Schleswig, Wismar oder Stralsund. Sehr viele andere Häfen waren zu seicht, besonders während der Ebbe und für solch große Schiffe nicht verwendbar:

              Damals aber hielt man sich nahe an der Küste, so dass die im Nordseeverkehr beschäftigten Schiffe keinen großen Tiefgang haben konnten. Vielfach wurde der Verkehr nur durch Ewer, bis zu 8 Lasten groß, vermittelt, auf größere Entfernung durch Seeschiffe von 12 bis 30 Lasten.

              Um also sicher vor Piraten zu sein brauchte man nur mit kleineren Schiffen dicht unter Land zu segeln. Allerdings war man dadurch noch mehr auf eine günstige Windrichtung angewiesen, da man hier logischerweise nicht so gut vor dem Wind kreuzen konnte. Und wenn man sowieso dicht am Land segelte, lag der Gedanke nahe diese Transporte gleich auf dem Landweg zu befördern. Also hat sich das Seeräuberunwesen wohl fast ausschließlich gegen die großen Überseeschiffe der Hanse gerichtet, und wenn das Störtebeckerschiff tatsächlich in der Nähe der Küste aufgebracht wurde, dann sicher nur weil es auf Grund gelaufen ist. Aber für diese Tat käme dann kein so großes Schiff, wie die „Bunte Kuh“, in Frage, schon eher mehrere kleinere Schiffe mit weniger Tiefgang. Es muß sich da allerdings um eine größere Anzahl von kleinen Schiffen gehandelt haben, den wenn deren Anzahl zu gering ist, hätte sich das große manövrierunfähige Störtebeckerschiff, mit seinen höher liegenden Kanonen, sehr gut verteidigen können. Im Grundsatz könnte ich mir vorstellen, dass Störtebecker auf Grund gelaufen war und auf die nächste Flut warten musste um wieder frei zu kommen. Hierbei wurde er entdeckt und verraten. Es wurden aus den nächsten Häfen umgehend alle verfügbaren kleineren Schiffe an die Stelle geschickt, und schafften es ihn zu überwältigen. Oder was mir wahrscheinlicher erscheint, man versprach ihm einen fairen Prozess wenn er sich ergibt. In einer Quelle wird behauptet, dass ein Verräter die Ruderanlage mit Blei ausgegossen hätte und dadurch das Schiff manövrierunfähig wurde. Ich könnte mir da eher die Sandbankvariante (mit oder ohne Verrat) vorstellen, aber wie gesagt, das sind nur meine Spekulationen.

              Tschü.....

              Hallo,

              ich bin im Moment etwas verhindert in diesem Thread sehr umfangreich zu agieren, da anderweitig beschäftigt. Man kann aber an den Hits erkennen, dass er (der Thread) doch gelesen wird. Ich würde also einfach anregen hier mal mehr Diskussion reinzuwerfen. Wenn ich über die Feiertage etwas mehr Luft habe, werde ich mich auch wieder mehr einklinken. Wir könnten ja auch einfach mal einen Thread eröffnen, z.B. genannt Danzigs Ursprung. In diesem kann dann jeder Infos zu der wirklich alten Geschichte Danzigs beitragen. Manchmal finden sich da noch Sachen, welche so noch nicht bekannt waren - wie in dem Fall mit dem TV Programm von / in Danzig.

              Tschü......
              Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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              • Ulrich 31
                Forum-Teilnehmer
                • 04.11.2011
                • 8551

                #37
                AW: Störtebeker - ein Danziger?

                Hallo Arndt,

                Du kannst uns ja mal schon die Fundstellen nennen, aus denen Du Deine Beiträge schöpfst. Dann könnten wir uns inzwischen weiter einlesen und evtl. das eine oder andere dazu sagen. - Vielen Dank!

                Ich wünsche Dir und allen anderen im Forum frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2015, das die Forumer zu vielen interessanten Beiträgen anregen möge - vor allem solchen über das alte, aber auch solchen über das neue Danzig.

                Mit besten Grüßen aus Berlin
                Ulrich

                Kommentar

                • Antennenschreck
                  Forum-Teilnehmer
                  • 05.09.2011
                  • 1833

                  #38
                  AW: Störtebeker - ein Danziger?

                  Hallo Ulrich,

                  im Grunde sind die meisten meiner Quellen von forgottenbooks. Nur ist es hier wichtig wie man sucht (regular Expressions). Normal gesucht kommt da nicht viel bei rüber. Oft finde ich Sachen, welche ich im Moment so gar nicht gesucht habe. Auch hilft die Suche mit /ncr (not Country request) bei bei Google viel, nur geht dann filetype eben nicht mehr. So hangle ich mich immer weiter, und speichere erst einmal immer - denn gelöscht ist dann später schnell.

                  Tschü...
                  Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                  Kommentar

                  • perepere
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.02.2008
                    • 41

                    #39
                    AW: Störtebeker - ein Danziger?

                    Danke Antennenschreck für die interessanten Artikel über Störtebecker und die Einflüsse auf die Politik der Hanse. Ich lese bestimmt auch die zukünftigen Artikel darüber. Frohe Festtage wünscht Perepere

                    Kommentar

                    • Antennenschreck
                      Forum-Teilnehmer
                      • 05.09.2011
                      • 1833

                      #40
                      Hallo,

                      hier mal ein Stück zur Entstehung der Hanse:

                      Im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts breitete sich das deutsche Volk erobernd und kolonisierend über die im Süden und Südosten die Ostsee begrenzenden Länder aus. Die Folge davon war, dass die Stellung des Ostseegebietes innerhalb des Weltverkehrs eine völlig andere wurde. Denn bisher war die Ostsee ein von den Skandinaviern und Slaven beherrschtes Meer gewesen. Deutsche Händler waren zwar schon seit dem 10. Jahrhundert in zunehmender Anzahl an ihren Küsten erschienen. Aber diese Verbindungen waren gleichwohl spärliche und bis ins 12. Jahrhundert waren die Ostseeländer vielmehr das Endgebiet byzantinischer und etwa auch arabischer Handelseinflüsse gewesen. Nun jedoch kamen sie politisch in ihren wichtigsten Teilen und wirtschaftlich bald sämtlich unter die Herrschaft der Deutschen. Erleichtert wurde der Umschwung in den wirtschaftlichen Verhältnissen dadurch, dass um dieselbe Zeit infolge der verheerenden Ausbreitung der Mongolen von Osten her nach Russland und infolge der ausgedehnten Festsetzung der überaus unternehmenden italienischen Händler im griechischen Reich und an der Küste des Schwarzen Meeres die Verkehrsbeziehungen und Handelswege des Südens zur Ostsee gestört, zum Teil durch die Italiener nach dem Nordrande des Schwarzen Meeres in ihre dortigen glänzenden Kolonialstädte abgelenkt wurden. So vollzog sich der für den Verlauf der Geschichte so folgenreiche Frontwechsel in der Stellung des Ostseegebietes. Unter der Einwirkung der deutschen Besiedelung entwickelten die südlichen und südöstlichen Ostseeländer eine rasch zunehmende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Es wuchs die Erzeugung von Rohstoffen, die großenteils Massengüter waren, und die Aufnahmefähigkeit für die Gebrauchs- und Luxusartikel, die im Westen und Süden Europas oder im Orient hergestellt und gewonnen und an der Schwelle Deutschlands und der Nordsee auf niederländischem Boden zu Markte gebracht wurden. Es war natürlich, dass die Deutschen auch die Vermittler eines Austausches zwischen beiden so verschieden mit Produkten ausgestatteten Wirtschaftsgebieten wurden. Unlösbar fest gliederten sie durch ihre Kolonisation und ihre Handelstätigkeit das Ostseegebiet dem germanisch-romanischen Kulturkreis des mittleren und westlichen Europa an und verbanden insbesondere die Länder der Ostsee und Nordsee zu einem einheitlichen zusammenhängenden Kultur- und Handelsgebiet. Von England und den Niederlanden, später auch von den französischen spanischen und portugiesischen Küsten erstreckte sich dieses bis nach Nowgorod am Ilmensee und nach der oberen Düna, von den Karpathen und den mitteldeutschen Gebirgen bis hinauf über die skandinavischen Völker......


                      Übrigens mal eine Brücke ins Heute, von mir:

                      Man hört ja so oft, dass Fisch gesund ist und man viel davon essen soll. Ja, man trifft sogar Vegetarier welche Fisch essen, als ob Fische Pflanzen wären. Woher könnte das wohl kommen?

                      Es soll wohl früher viel mehr kirchliche Feiertage als heute gegeben haben, und diese beschränkten sich oft nicht auf einen einzelnen Tag, sondern gleich mal auf eine Woche oder mehr. Nun war aber gerade an kirchlichen Feiertagen eine gewisse Zurückhaltung bei der Ernährung erwünscht, wenn nicht sogar vorgeschrieben. Das bedeutetet unter anderem kein Fleischverzehr an solchen Tagen. Um da eine gewisse Linderung ins angeordnete Fasten zu bekommen, legte die Kirche fest, dass Heringe eben keine richtigen Tiere sind. Also wurde der Hering zum Fleischersatz für die Feiertage erklärt. Da er (der Fisch) scheinbar (vielen Leuten) nebenbei auch noch schmeckte, wurde er mit der Zeit zum Hauptnahrungsmittel, und nicht nur während der Feiertage. Und diese Mengen an Hering kamen überwiegend von skandinavischen Fischern. Trinken durfte man übrigens auch an Feiertagen genug, insbesondere Wein (welcher in der Menge aus südwestlichen Regionen kam).

                      Tschü.....

                      Hallöle,

                      nun mal weiter mit dem Anfang der Hanse, vor der Mitte des 14. Jahrhunderts:

                      Die neue nachhaltige Ausbreitung und Steigerung der deutschen Handels- und Schifffahrtstätigkeit drängte nun aber den selbständigen Außenverkehr der den beiden nordischen Meeren an wohnenden Völker vollends zurück. Die Deutschen errangen über denselben und insbesondere im Wirtschaftsleben der skandinavischen Völkergruppe eine nahezu vollständige Herrschaft. Der Verkehr der Norweger nach den Niederlanden und namentlich nach England, der noch im Anfang des 14. Jahrhunderts lebhaft gewesen war, hört im Laufe der nächsten 50 Jahre ( bis ca. 1350) so gut wie völlig auf. Die dänische und schwedische Schifffahrt sank auf die Stufe dürftigster Küstenfahrt hinab und zeigte sich in nicht skandinavischen Häfen um die Mitte des Jahrhunderts kaum noch. Die russische Schifffahrt stellte in dieser Zeit den Verkehr über die Ostsee gänzlich ein, nur nach Reval setzte sie ihn mit ihren kleinen Fahrzeugen fort. Die englische nach Norwegen, die englische, flämische und friesische nach dem Osten, die gotländische nach dem Westen wurden teils in ihrer Entwicklung für längere Zeit gehemmt, teils unterdrückt. Und folgerichtig arbeiteten die gemeinsamen Niederlassungen der deutschen Kaufleute im Ausland darauf hin, innerhalb ihres Handelsbereiches dem Verkehr der Fremden möglichst enge Schranken zu ziehen. So untersagte schon die jüngere Ordnung für das deutsche Kontor zu Nowgorod, die Skra, im Jahre 1296 den Mitgliedern des Hofs unter anderem jederart Kompagnie- und Kommissionsgeschäfte mit Wallonen, Flämingern und Engländern. Ein Recht machten die deutschen Kaufleute und ihre Städte gegenüber andern meeranwohnenden Völkern geltend, die beiden Meere zu verteilen und zu verbieten. Für sich selbst aber beanspruchten sie das Vorrecht freien und ungehinderten Verkehrs auf beiden. Auch im Ausland selbst verbesserte die deutsche Kaufmannschaft ihre Stellung immer weiter. In Brabant erwarben 1315 die westdeutschen, besonders westfälischen Kaufleute einen großen und wichtigen Freibrief für ihren Handel. In Holland und Seeland erlangten die westfälischen und preußischen Kaufleute 1340 Vergünstigungen und außerdem die Lübecker. Vier Jahre später erwarb die deutsche Kaufmannschaft von König Philipp VI von Frankreich einen Freibrief, in dem ihr der Genuß aller alten Rechte und Vorzüge auf den Messen der Champagne und Brie erneuert wurde, der ihr durch die Franzosen und die anderen Fremden beeinträchtigt worden war. In England aber gerieten sowohl der Außenhandel wie auch die Finanzen des Landes und die Ausbeutung der Bergwerke während diese Zeitraumes in zum Teil große und länger dauernde Abhängigkeit von deutschen Kaufleuten, im besonderen von westfälischen und niederrheinischen Kapitalisten. Wohl in keiner Zeit der Geschichte der Hanse ragen wie in dieser letzten Periode ihrer Vorgeschichte innerhalb der hansischen Kaufmannschaft im Westen so viele einzelne, durch bedeutenden Unternehmungsgeist, Einfluß und Reichtum ausgezeichnete Persönlichkeiten und Kaufmannsfamilien hervor. In Antwerpen war es namentlich war es namentlich der reiche Dortmunder Heinrich Sudermann, der dort auch eine Reihe von Stiftungen zu geistlichen und Wohltätigkeitszwecken errichtete und dessen Name eine Straße der Stadt heute noch trägt. Die Bedeutung der Niederlassungen der niederdeutschen Kaufmannschaft im Ausland, -- es handelte sich in erster Linie um diejenigen in Nowgorod, in London und in Brügge -- , aber auch ihr Selbstwertgefühl wurde stark vermehrt durch die allgemeine Steigerung, die der deutsche Handel während dieses halben Jahrhunderts erfuhr, sowie auch durch die Bewegungsfreiheit, die ihr die heimischen Städte ließen.......


                      Tschü......
                      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                      • Peter von Groddeck
                        Forum-Teilnehmer
                        • 11.02.2008
                        • 1517

                        #41
                        AW: Störtebeker - ein Danziger?

                        Hallo,
                        zur Bemerkung von Antennenschreck "Trinken durfte man übrigens auch an Feiertagen genug" habe ich eine Ergänzung.
                        Um den Islam und seine Wirrungen besser zu verstehen, lese ich im Koran und da erlaubt dieses Buch auch Wein.
                        Sure 16, Vers 67 "Und Wir geben euch von den Früchten der Palmen und der Rebstöcke zu trinken, woraus ihr euch Rauschgetränk und eine schöne Versorgung nehmt."
                        Allerdings wir an anderer Stelle der Rausch verboten, daraus folgere ich, kleine Mengen von denen man nicht betrunken wird, sind erlaubt.
                        Gruß Peter
                        Tue recht und scheue niemand.

                        Kommentar

                        • Antennenschreck
                          Forum-Teilnehmer
                          • 05.09.2011
                          • 1833

                          #42
                          Hallo Peter,

                          Wein wurde in den Klöstern früher den ganzen Tag getrunken, und das oft bis zum Abwinken. Irgend ein Papst hat dann mal die Menge und die Ausgabezeiten eingeschränkt, da die Leute selten nüchtern waren. So kam es dann zu durstigen Wandermönchen. Die kamen oft nur bis zur nächsten Kneipe zum predigen und drinken. Also gab es dann eine Bannmeile für Gasthäuser um Klöster. Die Mönche fingen nun mit dem Bierbrauen an, und der Papst verstand endlich, dass man nichts gegen Durst tun kann ausser drinken.

                          Tschü..

                          Hallöle,

                          In den Vorzeiten der deutschen Hanse war Brügge in Flandern Europas größter Handelsplatz. Hier wurden die Waren aus allen 4 Himmelsrichtungen gestapelt und gemakelt. Die Kaufleute von damals würden wohl einer heutigen Im- und Exportfirma entsprechen. Diese durften normalerweise ihre Waren nicht direkt und auch nicht untereinander verkaufen. Dafür waren die Makler zuständig, jeder wiederum nur für bestimmte Produktgruppen. Dieses, an sich nutzlose, Gewerbe könnte man im weitesten Sinne den heutigen Börsenspekulanten gleichsetzen. Und wie zu erwarten, war diese Gruppe die finanziell und politisch tonangebende im damaligen Brügge. Allein die deutschen Kaufleute konnten, aufgrund ihrer Macht, Sonderverträge erzwingen. Sie mussten zwar weiterhin alle Waren über Brügge verschiffen, waren aber, seit 1309, nicht mehr an die Makler in Brügge gebunden. In diesem Sonderstatus liegt vermutlich die Wurzel der deutschen Hanse begründet. Seine geographische Lage und die Konzentration auf Handel und Tuchproduktion in Flandern, waren die Ursache für eine Importabhängigkeit bei Wolle und Nahrungsmitteln. Da die deutschen Kaufleute nahezu den gesamten Getreidehandel für Flandern (aus Preußen) realisierten, musste Brügge den deutschen Kaufleuten solche Sonderrechte einräumen. Bei dem Wollimport aus England sah es im Grunde auch nicht viel besser aus für Brügge, man war auf gegenseitiges Wohlwollen angewiesen. Schon kleinere politische Zwistigkeiten konnten zu schrecklichen wirtschaftlichen Folgen führen:

                          So wiesen die wirtschaftlichen Erfordernisse des Landes auf Freundschaft mit England und dem deutschen Kaufmanne hin. Aber gerade der ersten Forderung wurde von Graf Ludwig I. (von Flandern), dem Herren des Landes, nicht entsprochen, als er Stellung nehmen musste in dem Riesenkampf zwischen England und Frankreich, der mit Unterbrechung von 1339 bis 1453 gedauert und auf die gesamten Verhältnisse in Westeuropa bestimmenden Einfluss ausgeübt hat. Er schloß sich Frankreich an und verbot den Handwerksverkehr mit England. Aber König Eduard III. (von England) antwortete mit einem doppelten Verbot, der Wollausfuhr nach Flandern, der Tucheinfuhr nach England und stürzte dadurch Flandern schnell in eine furchtbare wirtschaftliche Krisis, Arbeitslosigkeit und Hungersnot. Das war zuviel für die Bevölkerung der gewerbetreibenden Städte. Gent erhob die Waffen gegen den Grafen, und der allmächtige Leiter und Held der Bewegung, deren politisches Streben die Verbindung mit England war, wurde der reiche Jakobvan Artevelde, ein Mitglied der Tuchhändlergilde in Gent. Dem Beispiel Gents aber folgte bald ganz Flandern. Das Land wurde zum Schlachtfeld für die beiden großen Mächte.......

                          Tschü.....

                          Hallo,

                          und genau hier kommt unser erster historischer Hinweis auf die Piraterie:

                          Der Verkehrsfrieden litt unter den Kapereien der Westmächte, denen vor den flandrischen Küsten die reichste Beute winkte.

                          Offensichtlich benutzten Frankreich und England, Kaperschiffe um der jeweils anderen Seite zu schaden. Da wurde eben jedes Schiff aufgebracht bis auf die eigenen, eine neutrale Position gab es nicht. So litten auch vollkommen unbeteiligte darunter, diese besonders, da sie in der Regel von beiden Seiten aufgebracht wurden. Niemand kümmerte sich mehr um irgendwelche Privilegien der neutralen Kaufleute, im Gegenteil sie mussten immer höhere Zölle entrichten um die Kriegskosten mit zu finanzieren. Offensichtlich gab es Piratenflotten in der Nordsee und vermindert auch in der Ostsee schon bevor die Hanse so richtig existierte. Der Punkt ist eben nur; was macht so eine Kapertruppe wenn gerade kein Krieg herrscht; vollkommen klar --- sie macht weiter! Das war früher so, und ist heute nicht anders.

                          Tschü.......

                          Hallöle,

                          Die Situation wurde für die Kaufleute immer unerträglicher, zum Einen mussten sie ihre Ware über Brügge handeln, zum Anderen war das aber auch der gefährlichste und teuerste Weg. Sie drohten mehrfach mit einem kompletten Handelsboykott gegen Brügge, und erreichten so immer wieder zumindest vorübergehende Zollerleichterungen. Den in Flandern war inzwischen auch klar, dass es ohne deutsche Kaufleute bald nichts mehr zu Essen geben würde. Allerdings ist die leise Stimme der Vernunft in solchen Konflikten nur schwer zu hören, und die Situation in Flandern verschlechterte sich immer weiter:

                          Schwankend und unsicher war die Stellung des deutschen Kaufmanns im Lande. Zudem erhob sich im Schoße des (vor-) hansischen Kontors selbst Zwietracht über die Behandlung der brennenden Fragen, über Vorsitz und Wortführung der Alterleute, wenn die Drittel gemeinsame Handlungen vorzunehmen hatten. Endlich entschlossen sich die Städte zu einem entscheidenden Schritte. Im Sommer 1356 erschien eine zahlreiche Gesandtschaft der drei Drittel der Hanse, Vertreter von Lübeck, Hamburg und Stralsund,von Dortmund, Soest, Thorn und Elbing, von Wisby und den livländischen Städten unter Führung des Vertreters von Lübeck Heinrich Pleskow in Brügge. Sie bestätigte die Beschlüsse des Kontors von 1347, ergänzte und erweiterte sie durch eine schärfere Abgrenzung der Befugnisse der Alterleute, durch Ausstattung dieser mit obrigkeitlichem Charakter, durch schärfere Hervorkehrung der Autorität der Städte und ihrer Sendboten. Mit anderen Worten: die Städte, deren Kaufleute die Genossenschaft zu Brügge bildeten, vereinigten sich und ordneten dieselbe ihrer Oberleitung für künftig unter. Die jähliche Aufzeichnung der Altermänner der Drittel war die Folge dieser Änderung im Verfassungsverhältnis des Kontors zu den Städten.
                          Und nun, als die heimischen Städte selbst die Vertretung der Interessen ihrer Kaufleute in die Hand nahmen, gewann das Verhältnis der Hanse zu Flandern Energie und Nachdruck. Am 20. Januar 1358 tagten in Lübeck bevollmächtigte Boten des lübisch-sächsischen Drittels und der preußischen Städte. Auch der teilweisen Zustimmung des gotländischen Drittels waren sie versichert. Noch schwankten die Städte in ihren Erlasssen über die Bezeichnung ihrer Vereinigung; aber schon in der Ordonnanz, die sie auf diesem Städtetage erließen, gebrauchten sie zum ersten Male die kurze, nachmals allgemein übliche Wendung: „stede van der dudeschen hense“.........

                          Man könnte also sagen, die Hanse wurde 1358 offiziell gegründet, als Reaktion auf den fortdauernden Krieg zwischen England und Frankreich. Sie sollte ihren Mitgliedern einen gewissen Schutz bieten, indem mehrere Städte und Stadtstaaten mit einheitlicher Stimme für sie sprachen.


                          Tschü........

                          Hallo,

                          Trotz der jetzt konzentrierten Macht der Hanse, war keine dauerhafte Verbesserung für die Kaufleute in Flandern zu erreichen, all das Drohen und Klagen brachte höchstens vorübergehende Besserung. Also mussten nun Taten folgen, welche Flandern in die Knie zwingen sollten. Zuerst verlegte man das Kontor von Brügge nach Dordrecht in Nordholland. Mit diesem Ort hatte man schon 1340 Handelsprivilegien für Preußen und Westfalen ausgehandelt. Diese wurden jetzt auf die komplette Hanse bezogen, und im Nachgang noch beträchtlich erweitert. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, Brügge an seiner empfindlichsten Stelle anzugreifen, es einfach durch ein Nahrungsmittelembargo auszuhungern:

                          Die Seele der energischen Angriffspolitik gegen Flandern war Lübeck, das überhaupt vom 13. bis 16. Jahrhundert jederzeit die Leiterin der hansischen Handelspolitik gegenüber Flandern gewesen. In Lübeck wurden die wirkungsvollen Beschlüsse gefasst, dort die Klagen der Städte gegen Flandern eingereicht. Groß war der Eindruck, den das Vorgehen der Städte machte, allgemein der Anschluss an ihre Verfügungen.....

                          Nur das süderseeische Kampen, eine Stadt mit besonders weit und reich nach dem Westen und nach der Ostsee verzweigtem Handel, verständigte sich mit Flandern, erhielt die Privilegien, die zuvor die deutschen Kaufleute besessen hatten, und versprach dagegen, Flandern mit den nötigen Gütern aus dem Osten versorgen zu wollen.

                          Verhandlungen dagegen, welche Flandern mit dem Orden in Preußen aufnahm, führten zu keinem Erfolg, da dieser schon zu sehr in direkten Geschäften mit England involviert war um jetzt Flandern beistehen zu können und sich mit der Hanse zu überwerfen.


                          Tschü.......

                          Hallo,

                          Die Versprechen von Kampen halfen Flandern nicht wirklich, im Gegenteil ging man in Flandern davon aus, dass man schon irgendwie genug Getreide (aus Kampen) bekommen würde und versuchte erst einmal gar nicht mit der Hanse zu verhandeln. Es war aber für Kampen gar nicht möglich die große Hanseflotte zu ersetzen und Flandern zu versorgen. Vermutlich hatte man diese Versprechen nur gemacht, um in Brügge weitreichende Handelsprivilegien zu bekommen. Es kam nun, durch das Handelsembargo, tatsächlich zu Hungersnöten in ganz Flandern und man musste nachgeben:

                          Unter solchen Umständen kam es am 14. Juni 1360 nach mehreren vergeblichen Verhandlungen zum Friedensschlusse.

                          Die Hanse erreichte hierbei weit mehr, als in den ursprünglichen Privilegien festgeschrieben war, vor allem wurden die Rechte der Makler erheblich eingeschränkt. Diese Privilegien galten nun auch in ganz Flandern und nicht nur in Brügge, sie waren sozusagen staatlicher Natur und nicht mehr nur für Brügge gültig. Bei Schäden der Hanse, infolge von Missachtung der Privilegien, war jetzt primär die Stadt haftbar in der der Verstoß begangen wurde, im Zweifel musste die Grafschaft selbst die Schäden begleichen. Der geschädigte Kaufmann meldete den Vorfall einfach der Hanse und die regulierte den Schaden wie eine Art Versicherung. Späterhin klärte die Hanse, wer der eigentliche Schuldige war und wer demzufolge endgültig schadensersatzpflichtig ist. Das war eine Art Rechtssystem, welches für die Zeit absolut fortschrittlich war. Es führte aber auch dazu, dass die Räte der Hanse in den jeweiligen Städten bald mächtiger wurden als der eigentliche Stadtrat. Mit der Zeit fing der Schwanz an, mit dem Hund zu wedeln.

                          Tschü......

                          Hallo,

                          hier mal wieder ein vereinzelter Hinweis auf Seeräuber in einem alten Buch. Konkret geht es da um Streitigkeiten im Zusammenhang mit der dänischen Thronfolge nach dem Tod Waldemars IV 1375. Hier gab es das Problem, dass der Thron einerseits erblich war, und andererseits der neue König gewählt werden musste. So gab es zum Einen die Tochter Waldemars, Margarethe, welche den Thron für ihren Sohn Olaf (noch minderjährig) beanspruchte. Andererseits wollten der Adel und die Hanse den schwedischen König Albrecht III auf diesen Thron sehen. Noch zu Zeiten Waldemars kam es schon zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Hansa und Albrecht, nun nach seinem Tod schien die Zeit gekommen mehr Einfluss in Dänemark durchzusetzen, und nun werden vor allem erst einmal die Seeräuber von dänischer Seite aus bemüht:

                          Von offenem Kriege zwischen den Mecklenburgern (Hansa) und Dänemark hören wir jetzt nichts mehr, aber auch ein förmlicher Friede wurde nicht geschlossen, vielmehr scheint man versucht zu haben, den fortgehenden Verhandlungen durch einen verdeckten Kleinkrieg mehr Nachdruck zu geben und dazu benutzt man die Seeräuber, welche die Ostsee schon lange unsicher gemacht hatten. Bereits 1375 hören wir die Hanseaten über das Unwesen der Seeräuber, besonders an der schonischen Küste, bitter klagen und es wird die Befürchtung ausgesprochen, dass es im Sommer übel auf der See stehen werde, wenn die Verhältnisse in Dänemark sich nicht ruhig entwickelten. Wie berechtigt diese Befürchtungen waren zeigen uns die Verhandlungen der folgenden Hansetage. Im Januar 1376 mussten die zu Wismar versammelten Ratssendboten den Städten empfehlen, an durchgreifende Mittel gegen den Seeraub zu denken, und schon im Frühling desselben Jahres sandten Lübeck und Stralsund eine Anzahl Kriegsschiffe in See, um den Handel zu schützen. Im Juni 1376 wird dann beschlossen, vom Februar 1377 an Pfundgeld zu erheben, um die großen Kosten für die in See befindlichen Friedeschiffe zu decken. Die Kaufleute, welche nach Schonen zum Markt ziehen, sollen Waffen und Harnisch mit haben und die Schiffe, welche durch den Sund gehen, müśsen sich zu größeren Flotten zusammenschließen um ihn passieren zu können.......


                          Tschü....

                          Hallöle,

                          meine obige Vermutung, dass vorwiegend die dänische Seite der Seeräuber bediente, können wir gleich wieder vergessen. Vielmehr sieht es so aus, als ob manche Hansestädte hier noch einen eigenen Plan mit den Seeräubern verfolgten:

                          Trotzdem hatten die Bemühungen zur Sicherung der Seefahrt keinen rechten Erfolg, denn wie es scheint begnügten sich die Städte, aus Scheu vor den hohen Kosten, damit, nur 2 Kreuzer in See gehen zu lassen und diese genügten natürlich nicht, um überall einzugreifen; besonders die dänischen Inseln mussten den Seeräubern immer günstige Schlupfwinkel darbieten, zumal diese aller Wahrscheinlichkeit nach hier auf den Schlössern der mecklenburgischen Gesinnten von Anfang an Schutz gefunden haben. Hier finden wir daher Anfang 1377 die Seeräuber schon in größeren Scharen. Am 14. März sind bei Fünen 200 Seeräuber versammelt, keinen vollen Monat später sind es schon 400. Bald wurde die Sache aber noch schlimmer, denn die Mecklenburger fingen an, sich offen der Piraten gegen Dänemark zu bedienen. Wir erfahren nicht bestimmt, wann die Mecklenburger diesen verhängnisvollen Schritt taten; sicher hat die Verbindung derselben mit den Seeräubern aber schon vor Johanni 1377 stattgefunden, denn der Hansarecess von diesem Datum gestattet den Bürgern von Rostock und Wismar, sich von dem Kampf gegen die Seeräuber so lang fern zu halten, bis der Friede zwischen Mecklenburg und Dänemark hergestellt sei
                          ; nur wenn das Seeräuberwesen nach einem eventuellen Frieden zwischen den um Dänemark Kämpfenden fortdauere, sollen auch die mecklenburgischen Städte gehalten sein, an der Befriedung der See teilzunehmen.......


                          Tschü.....

                          Hallo,

                          für die Zeit um 1390 habe ich auch mal ein paar Namen von großen Seeräubern gefunden:

                          - Ludecke Schinkel
                          - Eler Rantzow
                          - Hennecke von Oertzen
                          - Kurt Hovenschild
                          - Swarte Skaaning
                          - Gebrüder Grubendahl

                          Bei diesen Leuten handelte es sich durchweg um Anführer, welche in dem Vertrag von Wordingborg der Seeräuberei entsagten.

                          Tschü.....

                          Hallo,

                          Ab ca. 1380 kam es, trotz aller Unstimmigkeiten, zu immer größeren Befriedungsaktionen gegen die Seeräuber. Da am Ende sogar die Skandinavier unter Königin Margaretha (und König Olav) daran teilnahmen, wurde es für die Seeräuber in der Ostsee immer gefährlicher; denn es gab auch keine größeren Häfen mehr in denen sie Schutz fanden. Als nun die Kreuzritter noch Gotland besetzten, blieb den Seeräubern nur noch die Kapitulation in der Ostsee:

                          und mit ihren Resten wurde auf einem Tag in Wordingborg (September 1386) unter Vermittlung Margarethas und unter der Bürgschaft der angesehensten dänischen Großen ein Anstand auf 4 wöchentliche Kündigung geschlossen...

                          Dieser Frieden scheint ungefähr 3 Jahre (von den Seeräubern) eingehalten worden zu sein, denn erst 1389, als es wieder Krieg zwischen Dänemark und Schweden gab, hört man auch wieder von Seeräubern in der Ostsee. Es ist auffällig, dass die Seeräuber immer nur dann erscheinen, wenn auch das politische Klima dazu passt; will sagen wenn jemand ihre Dienste nötig hat um seinen Gegnern indirekt Schaden zuzufügen. In den, zugegeben wenigen, friedlichen Zeiten gibt es auch kaum Ärger mit Seeräubern.

                          Tschü.....

                          Hallo,

                          nur mal am Rand, ein Vergleich zu Heute:

                          man rechnete damals die Aufwendungen für einen Gewappneten mit 25 Mark / Jahr (vermutlich Goldmark). Klingt trotzdem recht wenig; da bekommt heute bestimmt niemand hinterm Ofen hervor.

                          Tschü.....
                          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                          • Antennenschreck
                            Forum-Teilnehmer
                            • 05.09.2011
                            • 1833

                            #43
                            AW: Störtebeker - ein Danziger?

                            Hallöle,

                            ich habe in den letzten Tagen natürlich weiter recherchiert zum Thema "Störtebecker und Hansa". ES gibt da schon sehr viele alte Bücher dazu. Das erste Problem ist, dass die sich nun nicht ganz genau damit befassen, sondern das irgendwo im Text etwas dazu stehen könnte. Das kann man aber nicht vorher sagen, man muß viel lesen und nochmals lesen. Die Textsuche funktioniert bei solchen Scans nur eingeschränkt, mal abgesehen davon, dass viele Worte damals unterschiedlich und auch anders geschrieben wurden, z.B. waren ä, ö, ü, und ck nicht sehr gebräuchlich.
                            Trotz all dieser Hindernisse habe ich inzwischen wenigstens 3 unterschiedliche Quellen (auch unterschiedlice Autoren) gefunden, welche für Ende 1401 oder 1402 von der Hinrichtung eines Seeräubers mit Namen Stortebecker berichten. Leider sind die Quellenangaben der Autoren dazu recht dünn. Allerdings wird immer wieder auf die Beschlüsse der Hanse verwiesen. Um endgültig Klarheit darüber zu bekommen, wäre es also gut die Hanserecesse von ca. 1398 bis 1403 zu bekommen. Diese habe ich für verschiedene Zeiten, aber für den Zeitraum eben nicht. Hier sollte definitiv etwas dazu zu finden sein. Denn, wenn Stortebeker in 3 verschiedenen Quellen auftaucht, dann besteht eben doch eine Wahrscheinlichkeit für dessen Existenz.

                            Tschü.....
                            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                            Kommentar

                            • Antennenschreck
                              Forum-Teilnehmer
                              • 05.09.2011
                              • 1833

                              #44
                              AW: Störtebeker - ein Danziger?

                              Hallo,

                              hier einmal die Entstehung der Hanse aus einer etwas anderen Sicht, aber nicht uninteressant:

                              Der Hansisch – Nowgoroder Handelsverkehr

                              Bis in das frühe Mittelalter hinein lassen sich die Spuren der deutsch russischen Handelsbeziehungen zurück verfolgen. Vineta, die längst verschollene, sagenumwobene Stadt auf Usedom am Ausflusse der Oder war bereits um das Jahr 500 herum der Sammelpunkt kühner deutscher Kauffahrer, die auf gebrechlichen Fahrzeugen der russischen Ostseeküste ~ Ostragard hieß sie damals ~ zustrebten. Die erste Veranlassung zu diesen Fahrten gab der an der deutschen Küste vorkommende Bernstein, der damals sehr begehrt, in der mannigfaltigsten Weise verarbeitet, zu Geschmeide, Gefäßen, Waffenschmuck und dergleichen verwendet wurde. Allerdings waren es nicht die damaligen Bewohner Russlands, die diese Luxusbedürfnisse zeigten und entsprechende Gegenwerte im Tauschhandel bieten konnten. Vielmehr waren es die Griechen und Römer, die diese Vorliebe für den Bernstein hegten. Russland war damals das Durchgangsland, dessen gewaltige Ströme die Verbindungswege zwischen der Ostsee und dem schwarzen Meer bildeten. Der gewöhnliche Handelsweg ging im 3. Jahrhundert von der deutschen Bernsteinküste nach Schleswig und Vineta, wo sich die Kauffahrteiflotten sammelten und in 43 tägiger Fahrt nach Ostragard segelten. Von da aus ging es längs der Düna, der Weichsel, dem San, Bug, Dnjepr bis an das schwarze Meer, wo in Olbia die griechischen Kaufleute den Bernstein gegen indische und morgenländische Waren, insbesondere Gewürze, Seide und Baumwolle, umtauschten. Wie umfangreich dieser Levantehandel gewesen sein muss, beweist die große Zahl der an ihm beteiligten, im 8. und 9. Jahrhundert mächtig aufblühenden Städte, von denen an der Ostsee noch Asagard (Danzig), Kulm, Druso (Elbing), und Aldejoborg am Ausflusse der Newa aus dem Ladogasee, im Inneren Russlands Pskow, Polotsk und insbesondere Nowgorod und Kiew zu nennen sind, die die wichtigsten Stapelplätze für den Levantehandel bildeten. ~ Vineta blieb der Ausgangspunkt bis um die Mitte des 11. Jahrhunderts, da wurde es vom dänischen König Magnus erobert und geplündert und bald darauf durch ein Erdbeben ins Meer versenkt. Die Bürger Vinetas zogen größtenteils auf die Insel Gotland, wo Wisby sich bald zum wichtigsten Handelsplatze für den levantinischen Warenzug über Russland herausbildete. Seit dem Beginne des 12. Jahrhunderts verlor dieser aber mehr und mehr an Bedeutung, da zu der Zeit die Kreuzzeuge einsetzten, mit denen eine neue Epoche in der Geschichte des Welthandels beginnt. Denn den Spuren des Kreuzfahrers folgte bald der Kaufmann, der schnell begriff, dass der levantinische Handelsweg über Italien kürzer als über Rußland, und die Waren im Produktionslande aus erster Hand weit billiger zu erstehen seien als bisher. Damit büßte Russland allmählich seinen Transithandel nach dem Morgenlande ein, zu dessen Trägern sich Amalfi, Pisa, Genua und Venedig emporschwangen. Um die Bedeutung der deutschen Ostseestädte war es aber deshalb noch nicht geschehen. Denn inzwischen hatte der Austausch zwischen Erzeugnissen deutschen Gewerbefleißes und russischen Naturprodukten einen derartigen Umfang angenommen, dass er den absterbenden Levantehandel vollkommen ersetzte........

                              Soviel erst mal für heute zu diesem Thema, ich möchte allen Forumern einen guten Start ins neue Jahr wünschen.

                              Tschü....
                              Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                              • Antennenschreck
                                Forum-Teilnehmer
                                • 05.09.2011
                                • 1833

                                #45
                                AW: Störtebeker - ein Danziger?

                                Hallo,

                                meine Recherchen über die Feiertage haben recht Eindeutiges zum Thema Störtebecker erbracht:

                                - es gab ihn tatsächlich
                                - er war ein Seeräuber
                                - er wurde 1402 hingerichtet
                                - und er war kein Danziger!

                                So, und damit hat sich das Thema für das Danziger Forum erledigt, mangels Bezug.

                                Tschü........
                                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                                Kommentar

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