Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

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  • Bartels
    Forum-Teilnehmer
    • 25.07.2012
    • 3448

    #16
    AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

    Hallo Lilofee,

    Eigentümerin (1940/41):
    Frl. Antonie Musolff (A-Hitler-Str 745 = Tankstelle, Auto- & Vulkanisierwerkstatt)
    Beruf: Fürsorgerin

    Mieter:
    Major Götz
    Handelsvertreter Graeser
    Frau Jesikiewicz
    RegBaurat Trinné

    NB: Falls es zu einem süddeut. Forumstreffen kommt, wird das nach aktuellem Stand in Augsburg oder München stattfinden.
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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    • Ulrich
      Forum-Teilnehmer
      • 30.01.2009
      • 280

      #17
      AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

      Hallo Lilofee,

      von der Adresse des oder der Arisierten ausgehend nach den Ariseuren forschen - eine tolle Methode! (Ich bin immer auf der Suche nach Forschungsmethoden und Archiven bei Arisierungen). Vielen Dank!


      Ulrich

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      • Bartels
        Forum-Teilnehmer
        • 25.07.2012
        • 3448

        #18
        AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

        Hallo,

        ob Antonie Musolff ein Stroh"fräulein" war?

        Beste Grüsse
        Rudolf H. Böttcher
        Beste Grüsse
        Rudolf H. Böttcher

        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
        Familie Zoll, Bohnsack;
        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

        Kommentar

        • Ulrich
          Forum-Teilnehmer
          • 30.01.2009
          • 280

          #19
          AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

          Hallo Rudolf,

          Mit dem "Strohfräulein" - das kann sein. Eine Möglichkeit des Weiterforschens ist, sich an die Bundeszentralkartei in Düsseldorf zu wenden. (Adresse, T.-Nr., Vordrucke in Google, Suchwort "Bundeszentralkartei"). Dort kann jeder anrufen und nachfragen, ob und wenn ja, wo es eine Entschädigungsakte nach BEG für eine bestimmte Person gibt. Die Bundeszentralkartei ist die Kartei aller entsprechenden Entschädigungsverfahren. (Danzig ist selbstverständlich dabei).
          Darüber hinaus sind in der BZK in Düsseldorf auch die meisten der vorhandenen Akten an Ort und Stelle einsehbar, wenn nicht, wird dem Frager der Verwahrort der Akten mitgeteilt.
          Der Haken an der Sache ist, dass zwar jeder mitgeteilt bekommt, ob unter einem bestimmten Namen ein Antrag nach BEG gestellt wurde, aber eben nur Betroffene und ihre Nachkommen Einsicht in diese Akten bekommen.
          Einsicht in diese Akten bringt viele Erkenntnisse, da dort die ganze Arisierungsgeschichte mitsammt aller Beteiligten namentlich aufgeführt ist - so sind diese Akten auch wertvolle Dokumente der Ortsgeschichte. Nach meinen Informationen sind sie nicht einmal der Forschung zugänglich. Das ist ärgerlich.


          Einen schönen Gruß


          Ulrich

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #20
            AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

            Schönen guten Nachmittag,
            hallo Ulrich und Rudolf,

            "Strohfräulein" scheint auf den ersten Blick logisch zu sein, aber warum Strohfräulein? Da wurden Vermögenswerte doch ganz offiziell verschachert. Oder war es tatsächlich üblich, dass exponierte Leute bzw. Nazigrößen und ihnen Nahestehende sich so viel unter den Nagel rissen, dass selbst sie es nicht riskieren konnten damit in Verbindung gebracht zu werden? Das würde Strohleute erklären...

            Es ist eigentlich haarsträubend und durch keinerlei humane Logik erklär- bzw. nachvollziehbar, dass der schon in Vorkriegszeiten gestrickte Mantel des Schweigens bis heute nicht gelüftet werden kann. Im letzten "Spiegel" (Nr. 11 /10.03.2014, Seiten 110-112) steht ein Artikel unter Raubkunst "Als die Gestapo kam" (leider für Nicht-Abonnenten nicht online lesbar). Dort wird aufgezeigt, dass aus offiziellem Nazi-Schriftverkehr belegbar ist, dass Vermögenswerte für teils weit weniger als 1% des tatsächlich zu erzielenden Wertes von jüdischen Mitbürgern "gekauft" -besser gesagt erpresst- wurden.

            Ich habe in den letzten Tagen einige "verschnupfte" Mails bzw. Nachrichten von Forum-Teilnehmern erhalten, die sich darüber beklagten, dass wir hier dieses Thema "breit wälzen". Aber ist das nicht auch die Geschichte Danzigs? Ist es nicht geradezu Pflicht, das zur Sprache zu bringen wozu die Entrechteten, die Beraubten, die Ermordeten nicht in der Lage sind?

            Die ungeheuer große Themenvielfalt in unserem Forum zeigt, dass wir über alles sprechen und sprechen können. Wer nur über Teilaspekte der Geschichte Danzigs lesen oder schreiben möchte, wer den Punkt "Juden in Danzig" nicht in unserem Forum behandelt sehen möchte, ist im falschen Forum und sollte entsprechende Schlüsse ziehen.

            Wolfgang
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8551

              #21
              AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

              Guten Tag Wolfgang,

              ich finde es gut und richtig, dass in unserem Forum über Themen wie diesem geschrieben wird, über die sich manche beklagen. Letztere sind möglicherweise jene, die immer noch glauben, die Menschen der Freien Stadt Danzig wären bessere Menschen gewesen als die im Dritten Reich.

              Durch solche Themen wie diesem wird indes deutlich, dass es in Fragen der Gesinnung keine Unterschiede zwischen der Mehrzahl der Danziger (Freie Stadt) und der Mehrzahl der Reichsdeutschen gab. Das zeigte sich eklatant schon erstaunlich früh bereits 1930 durch die Art, wie Albert Forster in der Freien Stadt aufsteigen konnte und wieviele Sraßen nach der Machtergreifung eines A.H. in vorpreschender Gefolgschaft sehr schnell dessen Namen (zu Lebzeiten!) trugen.

              Viele Grüße
              Ulrich

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              • Alter Danziger
                Forum-Teilnehmer
                • 12.03.2012
                • 56

                #22
                AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                Also bitteschön sollte nicht irgendwann mal Schluss sein mit den ganzen`?

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                • Peter von Groddeck
                  Forum-Teilnehmer
                  • 11.02.2008
                  • 1517

                  #23
                  AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                  Hallo Alter Danziger,
                  Nein! Geschichte beschreibt die Entwicklung der Menschheit und ihrer Kulturleistungen. Dies beinhaltet gute und schlechte Entwicklungen. Die Geschichtswissenschaft arbeitet gegen das Schwinden des Geschichtsbewusstseins und setzt sich kritisch mit der Vergangenheit auseinander. Zum Glück interessieren sich viele Menschen für ihre Geschichte und so auch viele hier im Forum.
                  Gruß Peter
                  Tue recht und scheue niemand.

                  Kommentar

                  • Ulrich
                    Forum-Teilnehmer
                    • 30.01.2009
                    • 280

                    #24
                    AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                    Hallo Alter Danziger,

                    die Schlussstrichforderung wurde seit 1945 erhoben, gern noch vor der sogenannten Entnazifizierung.
                    Ich finde, allmählich wird es mal Zeit, unter die Schlussstrichforderung einen Schlussstrich zu ziehen. Wie soll denn sonst eine Erinnerung an den Holocaust möglich bleiben?

                    Einen schönen Gruß

                    Ulrich

                    Kommentar

                    • Wolfgang
                      Forumbetreiber
                      • 10.02.2008
                      • 11623

                      #25
                      AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                      Guten Abend,
                      hallo Ulrich,

                      danke für Deine Aufforderung unter die "Schlussstrichforderung einen Schlussstrich zu ziehen".

                      Mit der Erinnerung an das was war, beschmutzen wir nicht das Andenken an Unschuldige, im Gegenteil, wir ehren der Opfer. Wir erinnern auch Jener die gegen den Naziterror eintraten, auch wenn gerade sie zumeist Opfer dieser Terrors und der damit einhergehenden unmenschlichen Maßnahmen wurden.

                      Es hat Täter gegeben. Die zumeist später ihre Hände in Unschuld wuschen. Wie z.B. der auch noch nach dem Krieg noch hochgeehrte Herr Finanzsenator Hoppenrath, der angeblich unwissend den gegen jüdische Mitbürger gerichteten willkürlichen Steuerterror verantwortlich im Staatsanzeiger unterschrieb.

                      Es muss Schluss sein mit der Schlussstrichforderung!

                      Wolfgang
                      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                      Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                      • Geigersohn
                        Forum-Teilnehmer
                        • 04.12.2009
                        • 688

                        #26
                        AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                        Hallo Alter Danziger,
                        sei so nett und bleibe bitte von diesem Forum fern, wenn Dich dieses
                        berechtigte Thema stören sollte.
                        Mit freundlichen Grüßen Geigersohn

                        Kommentar

                        • StampCollector
                          Forum-Teilnehmer
                          • 19.01.2014
                          • 924

                          #27
                          AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                          Also ich persönlich finde, daß wir Deutschen unsere Vergangenheit noch immer nicht richtig aufgearbeitet haben. Hier wurde zuviel verdrängt, vergessen und verschwiegen.
                          Daher finde ich diese Thema notwendig.
                          Sicher, es ist nicht angenehm zu realisieren, daß die eigenen Vorfahren teilweise in das NS-System verstrickt waren. Ich merke das an meiner eigenen Familiengeschichte. Mein Großvater ist nach dem Krieg als "Mitläufer" eingestuft worden. Trotzdem frage ich mich, was er als SA-Mitglied während der sogenannten "Reichskristallnacht" bei uns im Ort gemacht hat. Vielleicht hatte er ja an diesem Tag auch einfach nur in seinem Betrieb gearbeitet...
                          Wenn das der Fall war, ergibt sich eine neue Frage: Inwiefern hat er diese Ereignisse toleriert, für gut befunden oder auch verbal unterstützt...
                          Meine Mutter möchte ich nicht fragen, weil sie damals ein Säugling war und weil es ihr gesundheitlich nicht so gut geht.
                          In diesem Thema habe ich bisher gelernt, daß die Freie Stadt Danzig in den 1930ern schon vor der "Heimkehr" so etwas wie ein Satellitenstaat des Dritten Reiches war.
                          Auch die Dimension der Beschäftigung von Altnazis im Kabinett Adenauer war mir so bisher nicht bekannt. Altnazis gab es übrigens auch in den anderen Parteien – sogar in der SED...

                          Anmerkung: Der recht geläufige Ausdruck "Reichskristallnacht" entstammt der "NS-Sprache".
                          Er verharmlost die damaligen Ereignisse so, als hätte es nur materielle Schäden gegeben.
                          Die Erforschung der Sprache des Regimes haben wir primär dem selbst betroffenen Sprachwissenschaftler Victor Klemperer zu verdanken.

                          Kommentar

                          • Bartels
                            Forum-Teilnehmer
                            • 25.07.2012
                            • 3448

                            #28
                            AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                            Hallo,

                            dies Thema ist mit der Geschichte Danzigs und der unsrer Vorfahren untrennbar verbunden, denn das Wegsehen und die Gleichgültigkeit weitester Kreise der Bevölkerung führte in der Endabrechnung zum Verlust Danzigs und zur Vertreibung von Millionen von Flüchtlingen aus ihrer Heimat.

                            Auch alle Freistaats-Nostalgiker müssen die Tatsache anerkennen, dass die braune Herrschaft über Danzig länger währte als die Zeit einer "FREIEN Stadt Danzig"!

                            Reichspogromnacht / Novemberpogrome 1938:

                            Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

                            Zu der Verhöhnung der Opfer zählte, dass sie die Täter für die Schäden dieser Nacht entschädigen mussten!
                            Beste Grüsse
                            Rudolf H. Böttcher

                            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                            Familie Zoll, Bohnsack;
                            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                            Kommentar

                            • Bartels
                              Forum-Teilnehmer
                              • 25.07.2012
                              • 3448

                              #29
                              AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                              Im speziellen zum "Strohfräulein":

                              Während in der Mackensenallee fast alle Mieter wechseln, fällt doch auf, dass Antonie Musolff selbst als Mieterin über der Vulkanisierwerkstatt wohnen bleibt und auch noch später ein Verwalter eingesetzt wird. - Ob sie sich als Fürsorgerin ein Mietshaus mit vier Parteien leisten konnte?

                              Beste Grüsse
                              Rudolf H. Böttcher

                              NB1: Mit Kriegsausbruch verschwinden auch fast alle polnischen Mieter und von der Mackensenallee 14 aus, wird das beschlagnahmte polnische Immobilienvermögen aus verwaltet.

                              NB2: Betreff Arisierung: Bei uns im Westen konnte man eine Vielzahl von Geschäften beobachten, die 1998/99 oder 2008/09 ihr 60- oder 70-jähriges Jubiläum feierten.
                              Beste Grüsse
                              Rudolf H. Böttcher

                              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
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                              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

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                              Kommentar

                              • StampCollector
                                Forum-Teilnehmer
                                • 19.01.2014
                                • 924

                                #30
                                AW: Beschlagnahmungen / Zwangsenteignungen / Entrechtungen Zoppoter Juden

                                Danke für die Erinnerung! Auch als Philatelist (Briefmarkensammler) habe ich mittlerweile einige Bedenken an diversen Einzelstücken: Ein jüdischer Sammler (Sudetenland) hatte eine der bedeutensten Ganzsachensammlungen (Postformulare mit eingedruckter Marke). Auch er ist "enteignet" worden.
                                Da gibt es garantiert diverse Sammlerstücke, die problematisch sind!

                                Kommentar

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